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Baumaßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hygienerelevant!

03. November 2026 um 12:49
Baumaßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens sind hygienerelevant!

Baumaßnahmen im Krankenhaus sind oft unvermeidlich und müssen teilweise im laufenden Patientenbetrieb durchgeführt werden. Durch die Baumaßnahmen wird Baustaub freigesetzt, der durch krankheitserregende Mikroorganismen, insbesondere Pilze (Aspergillen) kontaminiert sein kann [1]. Hierdurch besteht die Möglichkeit einer Patientengefährdung. Was bei der Durchführung von Baumaßnahmen in medizinischen Einrichtungen zu beachten ist, erfahrt ihr hier.

Baustaub – eine potentielle Gesundheitsgefahr

Der Baustaub kann in angrenzende Bereiche gelangen. Vor allem für immunsupprimierte Patient*innen entsteht hierdurch ein erhöhtes Risiko einer nosokomialen Aspergilleninfektion. Besonders gefährdete Bereiche sind beispielsweise die Hämato-Onkologie, der OP und Intensivstationen. Im Krankenhaus sind Baumaßnahmen daher hygienerelevant. Um einen Staubaustrag in angrenzende Bereiche zu verhindern und die Patient*innen zu schützen, sind entsprechende infektionspräventive Maßnahmen während der Bautätigkeiten zu ergreifen [2].

 

Staubschutzmaßnahmen ergreifen

Die Planung einer Baumaßnahme im Krankenhaus umfasst ergänzend immer auch die Planung erforderlicher Staubschutzmaßnahmen. Die Art, sowie der Umfang hängen von der jeweiligen Baumaßnahme und dem betroffenen Bereich ab und müssen frühzeitig mit dem Personal der Krankenhaushygiene abgestimmt werden. Die Baumaßnahme sollte erst nach erfolgter Abnahme des Staubschutzes durch die Krankenhaushygiene erfolgen. Zusätzliche hausinterne Vorgaben sind zu beachten.

Das Ziel der Staubschutzmaßnahmen ist es, einen Austrag in angrenzende (patientenführende) Bereiche zu verhindern. Um dies zu erreichen erfolgt der Zugang zu der Baustelle optimalerweise von außen, damit Schutt und Material und die Wegeführung des Baupersonals nicht über patientenführende Bereiche erfolgen muss. In vielen Situationen ist dies jedoch nicht möglich. Zudem ist immer auch eine konsequente Abschirmung der Bauzone von angrenzenden Klinikbereichen wichtig. Hierfür sind solide Staubschutzwände erforderlich, die Zwischenräume (zu Boden/ Wänden/ Decke) sollten zusätzlich z.B. mittels Folie/ Klebeband abgedichtet werden. Wenn Zwischendecken vorhanden sind, sollten diese entsprechend der lokalen Gegebenheiten abgedichtet werden.
Bei größeren Baumaßnahmen kann ggf. die Errichtung einer Schleuse (für Material und Personal) notwendig sein. Es ist auf eine getrennte Wegeführung für Patient*innen und Personal einerseits und Bauarbeiter*innen andererseits zu achten. Der Abtransport von Bauschutt sollte ebenfalls möglichst über nicht-patientenführende Wege bzw. zeitlich außerhalb der Haupt- Betriebszeiten erfolgen.

Darüber hinaus sollte die Klimaanlage bzw. raumlufttechnische Anlage im betreffenden Bauabschnitt abgeschaltet oder abgeschottet werden, um eine Verteilung des Baustaubes über diesen Weg zu verhindern. Innerhalb des zu bebauenden Bereiches müssen Medizinprodukte, Sterilgut, medizintechnische Geräte, etc. vor Kontamination mit Staub geschützt werden und sollten vor Beginn der Baumaßnahme soweit möglich aus dem Baustellenbereich entfernt werden. Schränke und nicht mobile Gegenstände sind auszuräumen oder sollten durch Abkleben etc. vor Staubstaub geschützt werden.

Bei sehr staubträchtigen Arbeiten oder der Nähe zu stark gefährdeter Patient*innen, sollte eine erhöhte Reinigungs-/Desinfektionsfrequenz der angrenzenden Bereiche erfolgen.

Bei Baumaßnahmen an trinkwasserführenden Systemen oder lüftungstechnischen Anlagen sind entsprechende Vorgaben darüber hinaus zu beachten.

Für die Einhaltung der hygienischen Sicherungsmaßnahmen während der Bauphase ist im allgemeinen der/ die Bauherr*in verantwortlich und hat dafür zu sorgen, dass alle an der Baumaßnahme Beteiligten einschließlich der Mitarbeitenden von Fremdfirmen über die hygienischen Sicherungsmaßnahmen informiert werden.

 

Die oben genannten Maßnahmen sollen einen allgemeinen Überblick über notwendige Staubschutzmaßnahmen geben. Die konkrete Umsetzung, sowie ggf. notwendige ergänzende Maßnahmen sind von den lokalen Gegebenheiten vor Ort abhängig und sollten mit dem krankenhaushygienischen Personal abgesprochen werden. Die Einhaltung der Staubsicherungsmaßnahmen kann eine Gefährdung der Patient*innen durch die Baumaßnahme reduzieren.

 

Quellen:

[1]= Vonberg RP, Gastmeier P. Nosocomial aspergillosis in outbreak settings J Hosp inf 2006; 63, 246-254

[2]= Fournel I et al. Airborne Aspergillus contamination during hopital constructinon works: Efficacy of protective measures. Am J Infect Control 2010, 38 189-194

Abbildung mit Darstellung verschiedener Übertragunsgwege von Krankheitserregern
Hygiene
Infektionsübertragungswege
Welche Übertragungswege von Krankheitserregern gibt es? Welche Erreger werden wie übertragen?

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Temporäre Isolierung und Versorgung von Patienten mit hochpathogenen Erregern in Krankenhäusern

02. November 2026 um 20:49
Temporäre Isolierung und Versorgung von Patienten mit hochpathogenen Erregern in Krankenhäusern

Temporäre Isolierung und Versorgung von Patienten mit hochpathogenen Erregern in Krankenhäusern

Globalisierung, Klimawandel und weltweites Bevölkerungswachstum erhöhen das Ausbreitungsrisiko auch von hochpathogenen Erregern. Doch wie kann reagiert werden, wenn der Verdacht einer Infektion mit einem solchen Erreger bei einer Patientin oder einem Patienten zum Beispiel in der Notaufnahme ausgesprochen wird und keine sofortige Möglichkeit zur Isolierung in einer hierfür spezialisierten Einrichtung besteht? Wo und wie lange sollte eine entsprechende Isolierungsmaßnahme im Krankenhaus stattfinden? Und wie kann eine geeignete bauliche Umgebung bei der Isolierung und Versorgung solcher Patient*innen helfen?

Hochpathogene Erreger – Eine wachsende Gefahr für Deutschland?

Der Anstieg der weltweiten Bevölkerungszahlen, die Globalisierung und der Klimawandel erhöhen das Risiko, dass sich hochpathogene Erreger aus anderen Klimazonen auch bei uns in Deutschland ausbreiten können. Zu diesen sogenannten „High Consequence Infectious Diseases“ (HCIDs) gehören überwiegend Erreger der Risikogruppe 4 gemäß Biostoffverordnung (BiostoffV), wie z. B. das Ebola- oder Marburg-Virus. Potente Krankheitserreger können sich in stetig wachsenden und sich verdichtenden urbanen Räumen leichter verbreiten und somit steigt auch das Risiko erhöhter Mutationsraten, was unter Umständen zu einer weiteren Anpassung des Virus an veränderte Umgebungsbedingungen führen kann. Die zunehmende globale Mobilität ermöglicht dann eine Ausbreitung weit über Ländergrenzen hinaus.

Ein in Deutschland lokalisiertes Ausbruchsgeschehen ist aktuell noch recht unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist die Einreise infizierter Reiserückkehrer*innen aus Epidemiegebieten außerhalb Deutschlands. Dabei besteht das Risiko, dass diese sich bei Auftritt von Symptomen nicht sofort in eines der hierfür in Deutschland zuständigen Krankenhäuser mit Sonderisolierstation (SIS) begeben. Mögliche erste Anlaufstellen sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit die regionalen Krankenhäuser und deren Notaufnahmen. Es stellt sich also die Frage nach dem Umgang mit diesen Patient*innen, deren Versorgung vor Ort bis zum Transport auf die zuständige SIS binnen 24 Stunden nach Aussprache des Verdachts und der Sicherheit von Mitarbeitenden und anderen Patient*innen.

Vorbereitungen für den Ernstfall – Wie ist der Stand?

Der für eine adäquate Isolierung und Versorgung von HCID-Patient*innen bzw. -Verdachtsfällen tatsächliche Vorbereitungs- und Ausbildungsstand in den Kliniken ist schwer zu ermitteln, scheint jedoch aktuell sehr unterschiedlich zu sein. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Kliniken bei derartigen Gefahrenlagen an den Rand ihrer Kapazitäten und Kompetenzen gelangen, da für die benötigten Mitarbeiterschulungen im Klinikalltag oft keine Zeit und nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Hinzu kommt die Tatsache, dass alle Maßnahmen in diesem Bereich sehr personal- und materialintensiv sind, viel Logistik und idealerweise auch entsprechende Räumlichkeiten erfordern. Einen guten Einblick in die Komplexität gibt hier zum Beispiel das „Handbuch EKOS-Net: Hygienemanagement bei Verdacht auf Krankheiten durch hochpathogene Erreger außerhalb einer Sonderisolierstation“ des Robert Koch-Instituts (Robert Koch-Institut 2026).

Somit ergeben sich insbesondere bei Bestandsbauten ohne vorhandene bzw. geeignete Isolierbereiche einige Herausforderungen, da der Aufwand für mögliche bauliche Anpassungen je nach Ausgangslage und Anforderungen durchaus erheblich sein kann. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit der Einreise von mit hochpathogenen Erregern infizierten Patient*innen aktuell noch relativ gering. Die Konsequenzen einer verspäteten oder falschen Diagnose und/oder eines falschen Umgangs mit solchen Patient*innen wären wiederum schwerwiegend. Je länger HCID-Patienten unentdeckt oder ohne konkrete Diagnose bleiben, desto mehr steigt das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Erregers. Und aufgrund der zuvor genannten Herausforderungen bei der Isolierung und Versorgung solcher Patient*innen kommen auch eigentlich stabile Gesundheitssysteme bei steigenden HCID-Infektionszahlen schnell an einen Punkt, an dem es Auswirkungen auf die alltägliche Versorgung anderer Patient*innen geben kann.

Aus diesen Gründen sollten in naher Zukunft weitere Anstrengungen unternommen werden, Konzepte zum präventiven Infektionsschutz und zur temporären Isolierung und Versorgung von Verdachtsfällen oder tatsächlich infizierter Personen in Krankenhäusern ohne Sonderisolierstation zu entwickeln und zu implementieren. Neben Schulungskonzepten und Kommunikationsstrategien zur Resilienzförderung für die Mitarbeitenden der Kliniken heißt dies auch die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine sichere temporäre Isolierung zu schaffen und bereitzuhalten.

Mehr als reine Isolierung – Konzepte und Lösungen für die sichere Versorgung von HCID-Patient*innen

Weltweit wurden verschiedene Möglichkeiten der Isolierung und Versorgung von HCID-Patienten entwickelt, die jeweils unterschiedliche bauliche Anforderungen haben und verschiedene Level der Patientenversorgung und -behandlung ermöglichen. So gibt es zum Beispiel modulare Containersysteme, die zu Unterdruck-isolierstationen zusammengesetzt werden können. Ein solches System wurde zum Beispiel während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 zur Erweiterung der bestehenden Isolierungs- und Versorgungskapazitäten in Singapur eingesetzt (Wee et al. 2021). Weitere Konzepte beinhalten Patientenzimmer und Stationen mit vorgeschalteten Schleusenbereichen, die im Normalfall z. B. für die Isolierung von Patienten mit multiresistenten Keimen genutzt werden, sowie unterschiedliche Zeltsysteme, bei denen je nach Konzept allerdings auch das Spektrum möglicher Pflege- und Behandlungsmaßnahmen für die Patient*innen reduziert ist.

Die genannten Zelt- oder Containersysteme sind von den eigentlichen Krankenhausgebäuden mehr oder weniger unabhängige Lösungen und bieten daher auch einige Vorteile, wie z. B. die geringe Gefahr einer Eintragung des Erregers in andere Krankenhausbereiche, keine räumlichen Einschränkungen in den anderen Gebäuden durch die Einrichtung eines temporären Isolierbereiches und dadurch hervorgerufene mögliche Störungen bei der Versorgung anderer Patient*innen. Allerdings haben sie auch deutliche Nachteile. So sind Containersysteme teuer und eine Nutzung außerhalb des Einsatzbereiches als Isolierstation ist zumeist unpraktikabel. Die Aufstellung von Containersystemen im Akutfall kostet zu viel Zeit und bei einer dauerhaften Aufstellung werden regelmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten notwendig. Sie kosten somit auch bei Nichtnutzung Geld. Außenzeltsysteme können im Einsatzfall zwar deutlich schneller als die Containersysteme aufgestellt werden,  bei einer normalerweise anvisierten Isolierungsdauer der Patient*innen von maximal 24 Stunden bis zum Transport in eine Sonderisolierstation ist die benötigte Aufbauzeit, inklusive Anschluss an die notwendige technische Infrastruktur, jedoch ebenfalls zu lang. Zudem bieten Außenzeltsysteme nur wenig Schutz gegen schwankende Temperaturen und Umgebungsgeräusche, was bei bereits geschwächten Patient*innen zu weiterem Stress führen kann.

Zur temporären Isolierung in Bestandsgebäuden werden aus Sicht des baulich-funktionalen Hygienemanagements verschiedene Anforderungen an die Räumlichkeiten definiert. Hierbei muss standortspezifisch der jeweils bestmögliche Kompromiss zwischen der geforderten Qualität der medizinischen Versorgung für die HCID-Patienten, der Sicherheit für die Mitarbeitenden und anderen Patienten sowie den verfügbaren finanziellen, logistischen und infrastrukturellen Mitteln gefunden werden.

Zu den infrastrukturellen Anforderungen gehören u. a.:

  • Ein ausreichend großer, separierbarer Bereich, der nicht als Durchgangs- oder Verbindungsbereich dient. Dieser sollte idealerweise einen zusätzlichen, leicht zugänglichen und abschließbaren Zugang von außen mit einer lichten Breite von min. 90 cm haben.
  • Der als am wahrscheinlichsten angesehene Ort der Verdachtsdiagnose ist die Notaufnahme. Um die Transportwege des potenziell infizierten Patienten zu verkürzen und die Gefahr einer hierdurch verursachten Ausbreitung des Erregers im Krankenhaus zu verringern, sollte sich der Isolierbereich daher in der Nähe der Notaufnahme befinden.
  • Dieser Bereich sollte folgende Räumlichkeiten umfassen:
    • Ein ausreichend dimensioniertes Isolierzimmer. Idealerweise sollte man, unter Berücksichtigung der Erschwernisse des Arbeitens in persönlicher Schutzausrüstung (PSA), von allen Seiten an den Patienten rankommen ohne das Patientenbett oder andere Ausstattungsgegenstände hin und her schieben zu müssen.
    • Raum zum Ankleiden der PSA mit ausreichend Platz zur Lagerung des Materials.
    • Raum zur Dekontamination und Auskleiden der PSA. Dieser ist dem Isolierzimmer direkt vorgeschaltet und dient auch als „Luftschleuse“ zur Verhinderung eines direkten Luftaustauschs zwischen dem Risikobereich (Rotbereich) und dem Bereich mit geringem Infektionsrisiko (Grünbereich). Bei wenig zur Verfügung stehendem Platz kann hier auch das Ankleiden erfolgen. Hierfür müssen dann jedoch die einzelnen Prozesse eng miteinander abgestimmt sein, um zum Beispiel das Betreten des Raumes durch einen Mitarbeitenden aus dem Rotbereich während des Ankleidens zu verhindern.
    • Zusätzlicher Materiallagerraum
    • Lagerraum für sicher und luftdicht verpackten Abfall. Dieser ist ausreichend groß zu dimensionieren, da erheblicher Materialverbrauch zu erwarten ist.
    • Büroraum / Mitarbeiterstützpunkt
    • Weitere Räume nach Bedarf und Konzept.
  • Alle Bereichsräume sollten geeignete Oberflächenqualitäten und Bauteilfügungen aufweisen, d. h. sie sollten robust, geschlossen, glatt, abriebfest sowie chemikalien- und desinfektionsmittelbeständig sein.
  • Die in dem Bereich installierten haustechnischen Anlagen müssen entweder den Anforderungen eines Isolierbereiches entsprechen oder, falls dies nicht der Fall ist, für die Zeit der Isolierungsmaßnahme außer Betrieb genommen werden können. Dies betrifft überwiegend die Lüftungsanlage, da grundsätzlich auch von einem möglichen Auftreten aerogen übertragbarer Erreger ausgegangen werden muss. Ist das Isolierzimmer also über einen Lüftungskanal mit anderen Räumen oder Bereichen des Krankenhauses verbunden, besteht die Gefahr einer ungewollten Ausbreitung der Erreger über diese Verbindung (z. B. wenn im Isolierzimmer unbeabsichtigt ein Überdruck gegenüber den anderen Räumlichkeiten auftritt).
  • Aufgrund des finanziellen sowie personellen Aufwands bei Errichtung und Instandhaltung ist die Notwendigkeit einer autarken Lüftungsanlage mit HEPA-Filtern zum Aufbau eines Unterdrucks im temporären Isolierbereich abzuwägen und zu diskutieren. Sollte eine solche Anlage jedoch bereits vorhanden sein, ist dies für den Betrieb von Vorteil.
  • Insbesondere für das Isolierzimmer werden abgehängte Decken und Festeinbauten kritisch gesehen. Diese können, je nach Konstruktion und Material, (nicht luftdicht) geschlossene Bereiche ausbilden, in denen sich potenziell sekundäre Erregerreservoire bilden und die den Aufbau eines im gesamten Raum konstanten Unterdrucks und eine vollständige Raumdekontamination (z.B. durch Begasung) nach Beendigung der Isolierungsmaßnahme erschweren.
  • Sämtlicher Abfall aus dem Risikobereich darf nicht der normalen Entsorgung zugeführt werden, sondern muss entweder
    • direkt in der Station vollständig dekontaminiert (z. B. über geeignete Autoklaven) und anschließend über den normalen Abfall entsorgt werden oder
    • in mehreren Lagen sicher verpackt und von außen dekontaminiert an ein hierfür zertifiziertes Entsorgungsunternehmen übergeben und an anderer Stelle dekontaminiert und entsorgt werden.
  • Bei der Entsorgung von kontaminiertem Abwasser ist die Nutzung des normalen Abwasserleitungssystems der Bestandshäuser auszuschließen, da hierüber eine potenzielle Ausbreitung der Erreger möglich ist. Flüssigabfälle sind daher soweit möglich zu vermeiden, im gegebenen Fall über Zellulose oder ähnliche Materialien zu binden, sicher zu verpacken und mit dem weiteren Abfall später über geeignete Verfahren zu dekontaminieren und zu entsorgen.

Ansprechpartner und Regularien

Das zentrale Gremium in diesem Fachgebiet stellt in Deutschland der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) am Robert Koch-Institut dar. Der STAKOB ist ein bundesweites Expertennetzwerk, das das Management, die Versorgung und die Behandlung von HCID-Patienten koordiniert.

Regulatorische Vorgaben zu diesem Gebiet finden sich zum Beispiel in der Biostoffverordnung (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie des Bundesamts für Justiz 15.07.2013) und den dazugehörigen „Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe“ (TRBA). Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die TRBA 250 (Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2025b) sowie die TRBA 252 (Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2025a). Einen umfassenden Überblick zu dem Thema bietet außerdem das im März 2026 vom Robert Koch-Institut herausgegebene und bereits erwähnte „Handbuch EKOS-Net“ (Robert Koch-Institut 2026).

Fazit

Unabhängig davon welches Konzept ausgewählt wird, sollte die Lösung eine angemessene Versorgung betroffener Patient*innen und Verdachtsfälle zulassen, ohne dabei unwirtschaftlich hohe Erstinvestitionen und Unterhaltungs- sowie Personalkosten zu generieren. Gleichzeitig soll ein Höchstmaß an Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter gewährleistet werden.

Literaturverzeichnis

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie des Bundesamts für Justiz (15.07.2013): Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen. Biostoffverordnung – BioStoffV, vom Vom 15.07.2013 (BGBl. I S. 2514). Online verfügbar unter https://www.gesetze-im-internet.de/biostoffv_2013/index.html, zuletzt geprüft am 26.10.2026.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Hg.) (2025a): Tätigkeiten mit Biostoffen der Risikogruppe 4 im Gesundheitsdienst und im Bestattungswesen. TRBA 252. Online verfügbar unter https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRBA/TRBA-252, zuletzt geprüft am 12.05.2026.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Hg.) (2025b): Biologische Arbeitsstoffe im Gesund­ heitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. TRBA 250. Online verfügbar unter https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRBA/TRBA-250, zuletzt geprüft am 12.05.2026.

Robert Koch-Institut (Hg.) (2026): Handbuch EKOS-Net: Hygienemanagement bei Verdacht auf Krankheiten durch hochpathogene Erreger außerhalb einer Sonderisolierstation. Praxisbericht mit Arbeitshilfen und Hinweisen. Unter Mitarbeit von Melanie Brunke. Robert Koch-Institut / ZBS 7: Strategie und Einsatz. Online verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Biologische-Gefahren/Handlungsempfehlungen/Verdachts-Krankheitsfall/Handbuch-EKOS-Net_pdf.html, zuletzt geprüft am 12.05.2026.

Wee, Liang En; Fan, Esther Monica Peijin; Heng, Raphael; Ang, Shin Yuh; Chiang, Juat Lan; Tan, Thuan Tong et al. (2021): Construction of a container isolation ward: A rapidly scalable modular approach to expand isolation capacity during the coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic. In: Infection Control and Hospital Epidemiology 42 (9), S. 1162–1164. DOI: 10.1017/ice.2020.1222.

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Entscheidungshilfe Raumlufthygiene

11. August 2025 um 13:53
Entscheidungshilfe Raumlufthygiene

Entscheidungshilfe Raumlufthygiene v2

Vertiefen Sie Ihr Wissen zum Thema Raumlufthygiene und finden Sie mit unserer interaktiven Entscheidungshilfe heraus, welche Lüftungstechnik die richtige für Ihr Projekt ist.

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Können technische Systeme nachgerüstet werden?

Empfehlung

Eine einfache und sofort umsetzbare Maßnahme für Räume mit Fensterlüftung: CO₂-Ampeln unterstützen bedarfsgerechtes Stoß- und Querlüften und helfen dabei, Luftqualität und Infektionsschutz im Alltag besser zu steuern.

Empfehlung

Fensterlüftung im Gesundheitswesen: In Arztpraxen und Krankenhäusern braucht Fensterlüftung klare Abläufe. Kurze Lüftungsintervalle zwischen Nutzungen, gezielte Luftführung und besondere hygienische Anforderungen stehen hier im Vordergrund.

Empfehlung

Organisatorische Maßnahmen bei fehlender Lüftung: Wenn keine oder nur unzureichende Lüftung vorhanden ist, können organisatorische Maßnahmen kurzfristig entlasten, etwa durch geringere Belegung, kürzere Aufenthaltszeiten und angepasste Nutzungsabläufe.

Empfehlung

Mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt auch bei hoher Nutzung für verlässliche Luftqualität und verbindet CO₂-geführte Regelung, angepasste Volumenströme und Energieeffizienz in einem System.

Empfehlung

Hybridlüftung: Hybridlüftung kombiniert Fensteröffnung und technische Anlage. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel beider Systeme, damit Luftqualität verbessert und Fehlbetrieb vermieden wird.

Empfehlung

Wenn die Ausgangssituation unklar ist, bietet eine CO₂-Messung über ein bis zwei Wochen einen guten Einstieg. So lässt sich die Luftqualität bewerten und der weitere Handlungsbedarf besser ableiten.

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Eine gute Innenraumlufthygiene schützt – aber wie gelingt das energieeffizient?

23. Juni 2025 um 12:46
Eine gute Innenraumlufthygiene schützt – aber wie gelingt das energieeffizient?

Eine gute Innenraumlufthygiene schützt – aber wie gelingt das energieeffizient?

Energieeffizienter Infektionsschutz für Innenräume

Wie lassen sich Infektionsschutzmaßnahmen in Innenräumen wirksam gestalten – ohne den Energieverbrauch unnötig zu erhöhen? Im Forschungsprojekt „MinInfekt“ wurden praxistaugliche Handlungsempfehlungen entwickelt, die zeigen, wie eine gute Raumluftqualität erhalten und zugleich Energie effizient eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse bieten eine fundierte Grundlage für eine integrierte Planung und Nutzung von Räumen, in denen Gesundheitsschutz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.

Abbildung 1: Energieeffizienter Infektionsschutz soll sichergestellt werden.

Energieeffizienter Infektionsschutz: Wie geht das zusammen?

Viele Maßnahmen zur Infektionsprävention in Gebäuden verursachen zusätzlichen Energiebedarf – etwa durch den Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen, Luftreinigern oder durch häufiges Lüften im Winter. Gerade in energetisch sanierten oder modernen, luftdichten Gebäuden wird das bewusste Lüften zur Herausforderung. Ziel des Forschungsprojekts „MinInfekt“ war es daher, technische Strategien zu entwickeln und zu bewerten, die sowohl eine Reduktion des Infektionsrisikos durch Aerosole als auch einen effizienten Energieeinsatz ermöglichen. Dies ist besonders relevant für Einrichtungen mit hoher Personendichte und sensiblem Nutzungskontext, etwa Schulen, Pflegeeinrichtungen oder medizinische Versorgungszentren.

 

Bewertungsansatz: Welche Kriterien zählen?

Zur systematischen Bewertung der Maßnahmen wurden verschiedene Lüftungssysteme – natürlich, mechanisch und hybrid – unter realitätsnahen Bedingungen betrachtet. Bewertet wurden insbesondere:

  • CO₂-Konzentration
  • Expositionszeit gegenüber potenziell infektiösen Partikeln
  • lufthygienische Wirksamkeit (Verdünnung, Abtransport)

Die Simulationen und Messungen orientierten sich an praxisnahen Raumszenarien und verdeutlichen, wie stark das Infektionsrisiko mit den eingesetzten Lüftungsstrategien variiert. Ein zentrales Ziel war es, Handlungsempfehlungen für typische Raumtypen und Nutzungsszenarien (z. B. Unterrichtsraum, Wartebereich, Pflegeeinrichtung) abzuleiten, die sich sowohl technisch als auch organisatorisch umsetzen lassen.

 

 

Abbildung 2: Das Optimum zwischen Energieeinsatz und Infektionsschutz muss gefunden werden.

Empfehlungen im Überblick

Das Ergebnis ist eine strukturierte Sammlung konkreter Empfehlungen:

  • Generelle Empfehlungen: z. B. CO₂-Konzentration möglichst unter 1000 ppm halten; bei erhöhtem Infektionsgeschehen < 800 ppm
  • Außenluftzufuhr: möglichst gleichmäßig und aufenthaltsnah einbringen
  • Lüftungswirksamkeit: Vermeidung von Kurzschlüssen, Berücksichtigung der Aufenthaltszone
  • Energetische Aspekte: Einsatz effizienter Wärmerückgewinnung, Bedarfslüftung statt Dauerbetrieb
  • Monitoring: Einsatz von CO₂-Sensoren zur Steuerung und Erfolgskontrolle

Diese Empfehlungen richten sich an Verantwortliche für Planung, Betrieb und Ausstattung von Innenräumen in unterschiedlichen Nutzungskontexten.

 

Fazit und Ausblick

Die Studie zeigt: Infektionsschutz und Energieeffizienz müssen kein Widerspruch sein. Entscheidend ist eine differenzierte Planung, die Lufthygiene, Nutzerverhalten und energetische Zielwerte gemeinsam denkt. Durch eine Kombination aus technischer Ausstattung, angepasstem Nutzerverhalten und kontinuierlicher Überprüfung der Luftqualität lassen sich belastbare Konzepte entwickeln, die auch bei zukünftigen Herausforderungen tragfähig sind. Die Studie zeigt: Infektionsschutz und Energieeffizienz müssen kein Widerspruch sein. Entscheidend ist eine differenzierte Planung, die Lufthygiene, Nutzerverhalten und energetische Zielwerte gemeinsam denkt. Durch eine Kombination aus technischer Ausstattung, angepasstem Nutzerverhalten und kontinuierlicher Überprüfung der Luftqualität lassen sich belastbare Konzepte entwickeln, die auch bei zukünftigen Herausforderungen tragfähig sind.

Die Ergebnisse können als Grundlage für weitere Projekte, Richtlinien oder Planungsprozesse genutzt werden – insbesondere mit Blick auf aktuelle Fragestellungen wie Empfehlungen zum Krankenhausbau, zu Büro- und Verwaltungsgebäuden oder zur Kohortierung.

Weitere Infos und Download der ausführlichen Empfehlungen:
Energieeffizienter Infektionsschutz – Handlungsempfehlungen aus MinInfekt

Abbildung 3: Kurzschlussströmung

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Warum betrifft der bauliche Gesundheitsschutz alle Infrastrukturen?

16. Oktober 2024 um 18:49
Warum betrifft der bauliche Gesundheitsschutz alle Infrastrukturen?

Warum betrifft der bauliche Gesundheitsschutz alle Infrastrukturen?

Der bauliche Gesundheitsschutz betrifft zunächst die gebaute Umgebung unterschiedlicher Infrastrukturen mit ihren Materialien, Ausstattungsgegenständen und technischen Anlagen sowie deren Einfluss auf das Infektionsrisiko. Innerhalb der gebauten Umgebung stellen jedoch Menschen als infizierte Wirte die primäre Infektionsquelle dar. Gebäude sind Orte für Zusammenkünfte unterschiedlicher Personen(-gruppen) und bedingen somit das Infektionsrisiko. Daher betrifft der bauliche Gesundheitsschutz alle gebauten Versammlungsorte.

Infektionsgeschehen in einer Vielzahl unterschiedlicher Infrastrukturen

Je nach Nutzung, Struktur und Prozess haben Gebäude als Infrastrukturen eine unterschiedlich große Auswirkung auf das lokale Infektionsgeschehen. Gemeinsam haben jedoch alle Infrastrukturen, dass sie ein Ort für Zusammenkünfte von Menschen sind. Für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft ist es daher wichtig, Infektionen im Normalbetrieb und Schließungen von Infrastrukturen im Fall eines hohen Infektionsgeschehens wie einer Pandemie vorzubeugen, indem der Infektionsschutz in der Bauplanung beachtet wird.

 

Abbildung 1 verdeutlicht, dass die Infektionen mit SARS-CoV-2 im Jahr 2020 in sehr unterschiedlichen Infrastrukturen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfanden. Im gemeinsamen Forschungsprojekt SAVE der TU Braunschweig, TU Berlin und Charité Universitätsmedizin Berlin wurden Alten- und Pflegeheime, Arztpraxen, Kindertagesstätten und Schulen als kritische Infrastrukturen identifiziert und effektive Strategien zur Kontrolle und zum Umgang mit Ausbreitungswegen von Erregern in diesen Infrastrukturen erarbeitet. Die Infrastrukturen wurden als kritisch identifiziert, da sie Räume für unterschiedliche vulnerable Gruppen bieten und wichtig für die Aufrechterhaltung des alltäglichen Lebens und die soziale Entwicklung sind.
Arztpraxen sollten auch im pandemischen Fall geöffnet bleiben, um die ambulante Gesundheitsversorgung der Gesellschaft dauerhaft zu gewährleisten, und damit sie im Bedarfsfall genutzt werden können, um Impfkampagnen zu unterstützen.
Bildungseinrichtungen sollten während einer Pandemie weiterhin geöffnet sein, da sie für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft von großer Bedeutung sind und gleichzeitig Eltern sowie Erziehungsberechtigten die Möglichkeit bieten, ihre beruflichen Aktivitäten weiter auszuüben. Zusätzlich sind Alten- und Pflegeheime das Zuhause und der Lebensmittelpunkt einer vulnerablen Personengruppe unserer Gesellschaft, deren Schutz hohe Priorität hat.

Viele lüftungstechnische Empfehlungen und bauliche Entwurfsprinzipien des baulichen Gesundheitsschutzes sind generell auf alle Gebäude übertragbar. Neben den im Forschungsprojekt SAVE betrachteten Infrastrukturen gibt es jedoch weitere Infrastrukturen, die durch infrastrukturspezifische Prozesse und die Nutzung durch spezifische vulnerable Personengruppen besondere Maßnahmen erfordern. Krankenhäuser, Produktionsstätten, Supermärkte, Büros, Verkehrs- oder Verwaltungsbauten sind hierbei von großer Bedeutung. Auch deren betriebliche Aufrechterhaltung sollte während einer Pandemie gewährleistet sein, um Versorgungsengpässen vorzubeugen. Pandemische Situationen können zu erheblichen Engpässen in der Versorgung der Gesellschaft führen, wenn Infrastrukturen nicht mehr weiter genutzt werden können.

Zum gesundheitlichen Schutz und Wohlbefinden aller Menschen innerhalb gebauter Umgebungen sollte daher neben dem Brandschutz und Arbeitsschutz immer der bauliche Gesundheitsschutz in der Planung bedacht werden. Eine Beschreibung zur Umsetzung ist im Bereich Warum & Wie zu finden.

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Die Gestaltung unserer gebauten Umgebung hat durch die Bauteilfügung, die Materialwahl, die Grundrissstruktur, die Ausstattungsobjekte und die technische Gebäudeausstattung einen unmittelbaren Einfluss auf die Tätigkeiten und Prozesse im Gebäudeinneren und schlussendlich das Wohlbefinden der Nutzenden. Die Architektur vereint somit wortwörtlich eine Vielzahl gesundheitsschützender Maßnahmen unter einem Dach und beeinflusst die Zusammenkunft von potentiellem Wirt und Erregern.
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Ein breites Spektrum möglicher Forschungsmethoden qualitativer, quantitativer, experimenteller und simulativer Art werden für die interdisziplinäre Forschungsarbeit genutzt, um der Komplexität des baulichen Gesundheitsschutzes gerecht zu werden. Die Methoden des baulichen Gesundheitsschutzes werden im Folgenden beschrieben.
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16. Oktober 2024 um 11:49
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Ein Mehrwert für alle Nutzenden in Gebäuden

Wir verbringen bis zu 90 % unserer Lebenszeit in Innenräumen. Zeit, die unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beeinflusst. Wie der Bau sich auf unser Wohlbefinden und auch auf das Zusammentreffen zwischen Erregerquelle und Wirt auswirken kann, wird hier beschrieben.

Präventiver, reaktiver und adaptiver gesunder Bau

Bauliche Maßnahmen können die Rahmenbedingungen festlegen, in denen präventiv auf die alltägliche Basishygiene und das Wohlbefinden eingewirkt wird, aber auch reaktiv und adaptiv auf ein wechselndes lokales Infektionsgeschehen oder gar auf eine pandemische Situation reagiert werden kann. Dies umfasst makroskopische Zusammenhänge zwischen Umgebung und Mensch, beispielsweise Materialemissionen, die wir einatmen, die Vermeidung von Biofilmbildung auf Oberflächen, die wir berühren könnten, oder die Luftqualität, aber auch prozessuale Bedingungen, wenn beispielsweise genügend Desinfektionsmittelspender in Krankenhäusern an den sicht- und erreichbaren Stellen positioniert sind, um eine hygienische Pflege sicherzustellen. Eine bewegungsfördernde und grüne Architektur mit Sichtbezügen zu Pflanzen und Bäumen kann ebenfalls ein gesteigertes Wohlbefinden bewirken. Auch können durch baukonstruktive Details Reinigungsprozesse erleichtert werden.

Designentscheidungen der Grundrissstruktur prägen zudem die Interaktionsformen zwischen Personen, können das soziale Erleben intensivieren, aber auch Infektionsübertragungen zwischen Menschen befördern. Wenn ein Grundriss beispielsweise eine Kohortierung von Wohngruppen in Altenheimen erlaubt, kann einfacher auf lokale Ausbruchssituationen reagiert werden. Eine automatische, sensorgesteuerte Lüftungstechnik kann ebenfalls auf einen sich verändernden Kontext adaptiert werden. Die Planung sollte dabei niemals nur bis zum Abschluss des Bauvorhabens gedacht werden, sondern auch den Betrieb und die laufende Instandhaltung bedenken, die das persönliche Engagement der Nutzenden erfordern kann. Somit wirkt sich der Bau auf den Gesundheitsschutz aus und bildet die Rahmenbedingungen für Maßnahmen anderer Disziplinen. Die Architektur vereint wortwörtlich eine Vielzahl gesundheitsschützender Maßnahmen unter einem Dach. Der Ansatz des gesundheitsschützenden Bauens kann in Teilen analog zum Brandschutz gedacht werden. Durch eine präventive, reaktive und adaptive gesundheitsschützende Bauweise kann dann sowohl der Normalbetrieb verbessert als auch ein pandemischer Betrieb flexibel sichergestellt werden.

Keine absolute Sicherheit, aber eine gesundheitsschützende Umgebung

Bei der Entscheidung, welche Maßnahmen und Entwurfsprinzipien umgesetzt werden sollten, muss berücksichtigt werden, dass nicht alle möglichen Maßnahmen den infrastrukturspezifischen Gegebenheiten entsprechend sinnvoll sind. Voraussetzung dafür ist das Wissen, welche möglichen Krankheitserreger und Übertragungswege für welche Funktionsbereiche relevant sind. Dazu bietet der Bereich Hygiene Informationen. Auch muss beachtet werden, dass die Maßnahmen keine absolute Sicherheit vor einer Infektion garantieren, sondern ein Infektionsrisiko nur reduzieren können. Die gesamten Informationen dieser Wissensplattform tragen zum Verständnis und der Umsetzung des baulichen Gesundheitsschutzes bei. Bisher fehlen strukturierte Angaben und Leitfäden zum baulichen Gesundheitsschutz. Daher werden auf PlanGesund Entwurfsprinzipien und Empfehlungen zu deren Umsetzung vorgestellt und spezifische Fragen tiefergehend in Artikeln beantwortet. Eine erfolgreiche Umsetzung des baulichen Gesundheitsschutzes erfordert immer ein interdisziplinäres Denken und Handeln – also den intensiven fachlichen Austausch in allen Leistungsphasen der Planung.

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Bau
Warum betrifft der bauliche Gesundheitsschutz alle Infrastrukturen?
Warum der bauliche Gesundheitsschutz für alle Gebäude relevant ist und wo welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen, erfahren Sie hier. Denn wichtig bei der Entscheidungsfindung ist eine Abwägung, welche Infektionserreger in welchen Infrastrukturen relevant sind und infektionspräventiver Maßnahmen bedürfen.
Zwei Personen schauen auf ein Klemmbrett während die eine Person darauf schreibt.
Bau
Die 10 Essentials des baulichen Gesundheitsschutzes
Die 10 wesentlichen Punkte, die man beim baulichen Gesundheitsschutz beachten sollte.
Mehrere Personen schauen sich architektonische Pläne an.
Forschung
Wie wird zum baulichen Gesundheitsschutz geforscht?
Ein breites Spektrum möglicher Forschungsmethoden qualitativer, quantitativer, experimenteller und simulativer Art werden für die interdisziplinäre Forschungsarbeit genutzt, um der Komplexität des baulichen Gesundheitsschutzes gerecht zu werden. Die Methoden des baulichen Gesundheitsschutzes werden im Folgenden beschrieben.

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