Kontextfaktoren für die Surveillance nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) in Deutschland: Politische, soziale und umweltbezogene Indikatoren
29. April 2026 um 09:00
Abstract:
Hintergrund: Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch politische, soziale und umweltbezogene Rahmenbedingungen – in der vorliegenden Arbeit als Kontextfaktoren bezeichnet – geprägt, die das Risiko für Typ-2-Diabetes und weitere nichtübertragbare Krankheiten (NCD) beeinflussen. Der Artikel gibt einen Überblick über ausgewählte Indikatoren aus diesem Bereich.
Methode: Die Indikatoren wurden basierend auf einer Literaturrecherche und einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für die Prävention von Diabetes und anderen NCD sowie ihrer Datenverfügbarkeit entwickelt. Für die Operationalisierung wurden verfügbare bundesweite Daten verwendet.
Ergebnisse: Es wurden sechs Indikatoren konsentiert: Tabakkontrolle, Verbraucherpreisindex, Lebensmittelbesteuerung und Präventionsausgaben für den Bereich Gesundheitspolitische Maßnahmen, Armutsrisikoquote für den Bereich Arbeit und Soziales sowie Verkehrsmittelnutzung für den Bereich bebaute und physische Umwelt. Die Zeitreihen zu diesen Indikatoren sind in die NCD-Surveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) integriert und werden auf dem Webportal der Gesundheitsberichterstattung dargestellt. Die Ergebnisse für alle Indikatoren weisen auf unzureichende Präventionsmaßnahmen hin.
Schlussfolgerungen: Indikatoren zu Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die zeitliche Entwicklung von verhältnisbasierten Einflussfaktoren der Gesundheit abzubilden. Im Rahmen der NCD-Surveillance am RKI ist die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Themenbereichs vorgesehen.