01.10.2026 | K 4/2026 | Sehscreening im Kinder-und Jugendgesundheitsdienst: Standards und Qualitätssicherung
Ein gutes Sehvermögen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am Schulunterricht und damit hoch relevant im Sinne der gesundheitlichen Bildungsgerechtigkeit. Sehen ist ein komplexer Vorgang, bei dem Auge und Gehirn eng zusammenarbeiten. Während das Auge bereits vor der Geburt funktionstüchtig ist, wird das Sehen selbst, also die zentrale Verarbeitung der optischen Impulse und ihre bewusste Wahrnehmung, maßgeblich erst nach der Geburt erlernt. Eine normale Entwicklung der Sehschärfe setzt die Intaktheit des optischen Systems voraus. Sehfehler müssen daher frühzeitig erkannt und behandelt werden, um eine funktionale und nicht mehr korrigierbare Schwachsichtigkeit (Amblyopie) zu verhindern. Dem Sehscreening im Rahmen der Kita- und Schuleingangsuntersuchungen kommt so eine ganz besondere Bedeutung zu. Die zuverlässige Erfassung abklärungsbedürftiger Fehlsichtigkeit, eine effektive Beratung und die stringente Nachsorge bei positiven Befunden gehören damit zu den wichtigsten Aufgaben im Untersuchungsrepertoire eines jeden Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. Vermittelt werden anatomisches und physiologisches Grundlagenwissen und Grundkenntnisse über häufige Sehstörungen des Kinder- und Jugendalters. Die gängigen Untersuchungs- und Screeningverfahren werden vorgestellt, Befunddokumentation und Folgemaßnahmen besprochen. Hierbei werden die Arbeitsrichtlinien und Rechtsvorschriften der einzelnen Bundesländer beachtet.
Letzte Änderung: 15.04.2026
Letzte Änderung: 15.04.2026