Wohin strömen Aerosole im Klassenraum?
Wohin strömen Aerosole im Klassenraum?
Zwei Strömungssimulationen zeigen, wie sich ausgeatmete Partikel in einem mechanisch belüfteten Klassenraum verteilen
Wie verteilen sich Aerosole in einem Klassenraum, wenn eine einzelne Person sie abgibt? Ein Kollege der TU Berlin hat dafür einen Klassenraum mit einer Strömungssimulation (CFD, Computational Fluid Dynamics) untersucht. Der Raum wird mechanisch belüftet, das Raumvolumen wird neunmal pro Stunde ausgetauscht. Einmal gibt die Lehrkraft die Partikel ab, einmal eine Schülerin oder ein Schüler.
Was die Animationen zeigen
Jeder Punkt ist ein einzelnes Partikel, das von der Quelle in Atemhöhe abgegeben wird. Die Farbe gibt an, wie lange sich das Partikel schon im Raum befindet (Verweilzeit in Sekunden). Die Abluft wird oben an den Fenstern und an der Tür abgesaugt. So lässt sich verfolgen, wohin die Luftströmung die Partikel trägt, wo sie sich länger aufhalten und wie sie den Raum über die Abluft verlassen.
Quelle bei einer Schülerin oder einem Schüler
Im zweiten Fall sitzt die Quelle zwischen den anderen Kindern. Der Vergleich zeigt, dass der Weg der Partikel davon abhängt, wo die Quelle sitzt und wie die Luft durch den Raum geführt wird.
Was das für die Planung bedeutet
Die Luftmenge allein sagt nicht, wohin die Partikel strömen. Entscheidend ist, wo Zuluft und Abluft angeordnet sind und wo sich die Menschen im Raum aufhalten. Wer Lüftung für Schulen plant, sollte deshalb die Luftführung im Raum mitdenken und nicht nur den Luftwechsel.
Die Simulationen sind qualitativ: Sie zeigen Strömungsbilder, keine Infektionswahrscheinlichkeiten. Wie stark Lüftung und Aufenthaltsdauer das Infektionsrisiko beeinflussen, lässt sich mit dem Infektionsrisiko-Rechner abschätzen.
Hinweis
Simulation: Yunus Emre Cetin, TU Berlin, Hermann-Rietschel-Institut. Software Simcenter STAR-CCM+, Lagrange-Partikelverfolgung.
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