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Schließungen von Kindertagesstätten und SARS-CoV-2-Ausbreitung: Eine regionale Analyse zu einer Lockdown-Maßnahme

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2822-5812

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) SARS-CoV-2 zur Pandemie. In Ermangelung spezifischer Impfstoffe oder wirksamer antiviraler Therapien standen zunächst nicht-pharmazeutische Interventionen (NPIs), darunter zeitweilige Schließungen von Kindertagesstätten (Kitas), im Vordergrund.Methoden Auf Basis routinemäßig gemeldeter Falldaten des Gesundheitsamtes Landshut wurde der Zeitraum November 2020 bis Februar 2021 analysiert. Die SARS-CoV-2-Inzidenz vor und nach den Kita-Schließungen wurde für Kinder im Alter von 0–5 Jahren sowie für die Gesamtbevölkerung mittels unterbrochener Zeitreihenanalyse (ITSA; Interrupted Time Series Analysis) unter Anwendung eines negativen binomialen Regressionsmodells untersucht.Nach den Kita-Schließungen zeigte sich ein Rückgang der gemeldeten SARS-CoV-2-Fälle sowohl bei Kindern im Alter von 0–5 Jahren (IRR: 0,96; 95%-KI: 0,92–0,99) als auch in der Gesamtbevölkerung (IRR: 0,97; 95%-KI: 0,95–0,98).Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass zeitweilige Kita-Schließungen mit einem Rückgang gemeldeter SARS-CoV-2-Neuinfektionen assoziiert waren und damit die pandemische Infektionsdynamik beeinflusst haben könnten. Gleichzeitig sollten potenzielle psychosoziale Folgen für Kinder in der Bewertung von NPIs berücksichtigt und in die Planung zukünftiger pandemischer Ereignisse ergebnisoffen einbezogen werden.
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