Lese-Ansicht

Digitale Bewegungsversorgung: Wirkungen, Qualität und Forschungsimplikationen – ein interdisziplinäres Diskussionspapier

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2930-2321

Digitale bewegungsbezogene Versorgungsleistungen (dbVL) gewinnen zunehmend in der deutschen Gesundheitsversorgung an Bedeutung, während aktuell Qualitätsanforderungen und Wirksamkeitskriterien noch einem dynamischen Entwicklungsprozess unterliegen. Ziel des Beitrags ist eine begriffliche Einordnung von dbVL sowie die systematische Darstellung des Status quo der Einsatzmöglichkeiten und der Qualitätsanforderungen in der Versorgungspraxis.Für die begriffliche Einordnung wurden bestehende Perspektiven der Bewegungsversorgung sowie internationale Klassifikationssysteme digitaler Gesundheitsinterventionen berücksichtigt. Gesetzliche Rahmenbedingungen sowie spezifische Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen für die Versorgung mit dbVL wurden aus verfügbaren, versorgungsrelevanten Dokumenten systematisch synthetisiert.In allen Versorgungskontexten ermöglichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich den Einsatz von dbVL. Die Analyse zeigt jedoch eine erhebliche, teils sektoral bedingte Heterogenität und Fragmentierung hinsichtlich der Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen.Die Analyse verdeutlicht den Bedarf einheitlicher und kontextübergreifender Systematisierungen, Qualitätsanforderungen und Evaluationskriterien für dbVL. Zentrale abgeleitete Positionen sind die Einbindung bewegungsbezogener Expertise, nutzerinnen- und nutzerzentrierte Entwicklung und technologieadäquate Evaluationsansätze. Zugleich wird sichtbar, dass die derzeitige sektorale Fragmentierung konsensfähige, kontextübergreifende Evidenz- und Nutzenkonzepte sowie perspektivisch eine kohärentere regulatorische Neu-/Umordnung erfordert.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Impulspapier: Digitale Angebote zur Sturzprävention für ältere Menschen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2825-1609

Stürze und ihre Folgen haben in Deutschland erhebliche gesundheitsökonomische Auswirkungen. Maßgeschneidertes Bewegungstraining gehört zu den effektivsten Maßnahmen zur Sturzprävention bei älteren Erwachsenen. Vor-Ort-Trainings-Programme allein reichen jedoch nicht aus, um eine flächendeckende Sturzprävention zu gewährleisten und sturzbedingte Verletzungen wirksam zu reduzieren. Digitale Angebote haben das Potenzial, herkömmliche Sturzpräventionsprogramme zu ergänzen und zu verbessern, die Zugänglichkeit zu verbessern und eine breitere Bevölkerung zu erreichen. Trotz dieses Potenzials gibt es in Deutschland derzeit keine evidenzbasierten digitalen Sturzpräventionsprogramme. In Zukunft ist es wichtig, digitale, evidenzbasierte Lösungen zu entwickeln, zu evaluieren und umzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich, die Innovationen unterstützen und nicht durch übermäßige bürokratische Hürden behindern. Darüber hinaus sollten digitale Anwendungen so gestaltet werden, dass sie für die Nutzer intuitiv zugänglich sind und gleichzeitig die geltenden Datenschutzstandards einhalten.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

❌