Analyse der Gesundheitsversorgung für kardiologische, pneumologische und geburtshilfliche Erkrankungen in Hessen: Regionale Unterschiede und Erreichbarkeiten
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-8207
Personen mit kardiologischen und pneumologischen Erkrankungen sowie
Schwangere sind durch den Klimawandel besonders gesundheitlich gefährdet.
Studien zeigen, dass diese Gruppen während Hitzeperioden und bei vermehrter
Luftverschmutzung mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Im Rahmen
des LOEWE-Schwerpunktprojektes „HABITAT“ wird unter anderem untersucht, wie
die aktuelle Versorgungsituation in Hessen in diesen Fachbereichen
ausgestaltet ist und inwieweit die ambulante und stationäre
Gesundheitsversorgung bedarfsgerecht und innerhalb angemessener Fahrzeit
erreichbar ist.Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um eine regionale,
deskriptive Tertiärdatenanalyse mit räumlicher Erreichbarkeitsanalyse.
Anhand von öffentlich zugänglichen Tertiärdaten wurden Prävalenzdaten mit
Bevölkerungsdaten (insbesondere Alter und soziale Deprivation) und
Erreichbarkeitsdaten verknüpft.Es lassen sich regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen bei der
Verteilung der Erkrankten an COPD, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz und
KHK erkennen. Auch die Inzidenzen von hypertensiven Erkrankungen in der
Schwangerschaft unterscheiden sich in den Landkreisen. Es zeigt sich, dass
besonders in Landkreisen, wie dem Vogelsbergkreis oder Hersfeld-Rotenburg,
die durch ein erhöhtes Durchschnittsalter und eine höhere soziale
Deprivation gekennzeichnet sind, vermehrt pneumologische und kardiologische
Erkrankungen auftreten. In solchen Regionen ist zusätzlich die Dichte an
Gesundheitseinrichtungen geringer. Mit Ausnahme weniger Gemeinden im
ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sind alle ambulanten
Gesundheitseinrichtungen mit dem PKW innerhalb von 30 Minuten
erreichbar.Insgesamt kann die Anzahl der Gesundheitseinrichtungen sowie deren
PKW-Erreichbarkeit in Hessen als angemessen bezeichnet werden. Angesichts
des demografischen Wandels und sozioökonomischer Unterschiede sollte jedoch
bedacht werden, dass die PKW-Erreichbarkeit nicht ausreicht, da
Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtigt werden, die auf eine ÖPNV-Nutzung
angewiesen sind.
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