Lese-Ansicht

Dresdner Abwassertagung 2026 setzt Impulse

Die Dresdner Abwassertagung (DAT) hat sich auch 2026 eindrucksvoll als eines der wichtigsten Branchentreffen der deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft bestätigt. Mit einem neuen Teilnehmerrekord, hochaktuellen fachpolitischen Debatten und einem vielfältigen Begleitprogramm setzte die Tagung in Dresden deutliche Akzente für die kommenden Jahre.

Rund 925 Fach- und Führungskräfte aus Kommunen, Ministerien, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros sowie der Industrie kamen am 21. und 22. April im Internationalen Congress Center Dresden zusammen. Bereits zum Auftakt standen zwei zentrale Themen der Branche in den beiden Praxisforen im Mittelpunkt – die Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) mit besonderem Fokus auf neuen Grenzwerten bei der Nährstoffelimination sowie Sicherheit und Resilienz in der Wasserwirtschaft, was angesichts von zunehmenden Bedrohungen im digitalen wie physischen Raum immer mehr Bedeutung gewinnt und mit dem KRITIS-Dachgesetz und NIS2-Umsetzungsgesetz bereits gesetzlich adressiert wurde.

KARL und vierte Reinigungsstufe im Fokus

Besonders die Umsetzung von KARL war ein zentrales Schwerpunktthema der Fachtagung. Hierbei war insbesondere die vierte Reinigungsstufe Dreh- und Angelpunkt der Diskussionen. Hierbei ging es um die Frage nach Priorisierungen beim Ausbau, um Auftragsstaus zu vermeiden, um die Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung, um Bürokratieabbau durch standardisierte Genehmigungsverfahren bei der begrenzten Technologieauswahl und vieles mehr.

All dies sei „Aufgabe der Politik, geeignete Lösungen zu finden. Dies kann aber nur gemeinsam mit den Betreibern sowie den Anlagen- und Komponentenherstellern gelingen. Zudem braucht es eine konstruktive Beteiligung der Verursacherindustrien.“, so Gunda Röstel (Vizepräsidentin Wasser/Abwasser BDEW, kaufm. Geschäftsführerin Stadtentwässerung Dresden GmbH).

Praxis, Exkursion und Fachausstellung

Praxisnah zeigte sich die DAT auch abseits der Vortragsräume. Große Resonanz fand die Exkursion zur Stadtentwässerung Dresden, bei der unter anderem das Potenzial der Klärschlammbehandlung und der Energiegewinnung vorgestellt wurde. Die markanten Faultürme an der Autobahn A4 stehen dabei sinnbildlich für moderne, ressourcenschonende Abwasserbehandlung.

Ein fester Bestandteil der Dresdner Abwassertagung ist zudem die begleitende Fachausstellung. Über 100 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Lösungen – von innovativer Verfahrenstechnik bis zu digitalen Anwendungen. Die Eröffnung der Ausstellung setzte auch 2026 bewusst auf einen ungewöhnlichen Akzent: Ein Showauftritt des Fußballjongleurs Sebastian Landauer verband Unterhaltung mit dem Gedanken an Präzision, Technik und Training.

Blick in die Zukunft der Wasserwirtschaft

Den inhaltlichen Abschluss der Tagung bildete ein Blick über den technischen Tellerrand hinaus. Zukunftsforscher und Autor Erik Händeler stellte in seinem Abschlussvortrag den Menschen in den Mittelpunkt technologischer Entwicklung und machte deutlich, dass nachhaltiger Fortschritt nicht allein durch Technik, sondern durch Zusammenarbeit, Wissen und Vertrauen entsteht.

Die Veranstalter zeigten sich hochzufrieden mit Verlauf und Resonanz der Tagung. Die steigenden Teilnehmerzahlen und die positive Rückmeldung der Aussteller unterstreichen die Bedeutung der DAT als zentrale Dialogplattform der Branche – nicht nur für den fachlichen Austausch, sondern auch für die kontinuierliche Zusammenarbeit im Alltag.

Die nächste Dresdner Abwassertagung ist bereits terminiert: Sie findet am 20. und 21. April 2027 erneut in Dresden statt.

The post Dresdner Abwassertagung 2026 setzt Impulse appeared first on gwf-wasser.de.

Laufend Spenden sammeln: #Run4Water 2025

Gemeinsam mit lokalen Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika schafft die Organisation an Schulen und in ländlichen Gemeinden einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser. Sie bauen Zisternen, bohren Brunnen, fassen Quellen und nutzen solarbetriebene Pumpen, um sauberes Wasser dorthin zu leiten, wo es gebraucht wird.

So zum Beispiel in Uganda. Dort hat fast die Hälfte der Menschen keinen Zugang zu Leitungswasser. Wasser verschlingt ein Viertel des täglichen Einkommens – dabei lebt rund drei Viertel der Bevölkerung von weniger als drei Euro am Tag. Ein 20-Liter-Kanister Trinkwasser kostet mehr als ein Euro. Über 80 Prozent der Bewohner*innen von Uganda besitzen keine eigenen Sanitäranlagen und zahlen oft für die Benutzung einer Toilette. Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation SUUBI Community Projects setzen Ingenieure Ohne Grenzen zahlreiche Projekte an ländlichen Schulen um: Sie bauen Brunnen und Wasserauffangsysteme, um einen sicheren Zugang zu Wasser zu schaffen. Außerdem errichten sie gemeinsam Sanitäranlagen, welche das Grundwasser vor verunreinigtem Abwasser schützt.

Weitere Infos hier

Machen Sie mit beim #Run4Water! Laufen Sie mit, stellen Sie ein Lauf-Team in Ihrem Unternehmen auf oder spenden Sie für eine der Laufgruppen! 

Anleitung für Läufer*innen und Lauf-Teams

  • Laufen Sie vom 1. bis zum 31. Mai so viele Kilometer wie möglich!
  • Laufen Sie überall, wo Sie wollen – auch im Ausland.
  • Suchen Sie sich Privatpersonen und Unternehmen, die für Sie – bzw. für Ihr Lauf-Team – pro gelaufenen Kilometer spenden. Oder spenden Sie selbst.
  • Dokumentieren Sie selbst Ihre Läufe auf Ihrer präferierten App oder in einer Tabelle. Teilen Sie die Kilometerzahl am Ende des Monats mit Ihren Spender*innen, damit diese es über das Online-Spendenformular (siehe unten) spenden können.
  • Teilen Sie außerdem ihre Erfolge und Selfies vom Laufen über Instagram. Ingenieure ohne Grenzen e.V teilt Beiträge und Stories, die mit #Run4Water und @ingenieure_ohne_grenzen_e.v getaggt sind, in ihrer Insta-Story, um noch mehr Menschen zu ermutigen, mitzumachen.
  • Wenn Sie bei LinkedIn oder Facebook ein Profil besitzen, berichten Sie auch dort von Ihrer Teilnahme und taggen Sie diese Berichte mit #Run4Water.

Bei Fragen gerne an fr@ingenieure-ohne-grenzen.org wenden.

Zur Organisation

Zur Organisation:

Ingenieure ohne Grenzen e.V unterstützen – gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen – Menschen im Globalen Süden dort, wo technische Zusammenarbeit nötig und möglich ist. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf dem Aufbau einer Grundversorgung mit Wasser, Strom und Sanitäranlagen sowie dem Auf- und Ausbau von Bildungseinrichtungen.

Außerdem leisten sie im Inland Bildungsarbeit in den Bereichen MINT, Globales Lernen und Integration.


Quelle: Ingenieure ohne Grenzen e.V.

The post Laufend Spenden sammeln: #Run4Water 2025 appeared first on gwf-wasser.de.

Beratungsangebot der VdS für KRITIS-Betreiber

Der neue VdS-Leistungsbaukasten KRITIS verbindet jahrzehntelanges Know-how in ganzheitlichen Sicherheitsfragen mit neuen KRITIS-Anforderungen: Einen zentralen Schwerpunkt bilden dabei Unternehmen aus dem Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft – von kommunalen Wasserwerken und Kläranlagen über regionale Versorgungsverbände bis hin zu Großpumpwerken und Trinkwasserspeichern.

Sicherheitsmanagement integrativ gedacht

Für Wasser- und Abwasserunternehmen ist die Sicherstellung einer kontinuierlichen Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung nicht nur wirtschaftliche Pflicht, sondern systemrelevante Verantwortung. Gleichzeitig erhöhen steigende Risiken – etwa durch Sabotage, extreme Wetterereignisse wie Dürren oder fortschreitende Digitalisierung die Verwundbarkeit der Infrastruktur. Regulatorische Vorgaben verschärfen die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement zusätzlich. Genau hier setzt das VdS-Angebot an.

„Mit unserem integrativen Lösungsansatz unterstützen wir KRITIS-Betreiber dabei, ihre Schutzmaßnahmen ganzheitlich auszurichten – von der strukturierten GAP-Analyse bis zur prüffähigen Umsetzung von Sicherheitskonzepten,“ betont Sebastian Brose, Bereichsleiter Security & Geo bei VdS. „Darüber hinaus sorgen wir durch regelmäßige Kontrollen auch dafür, dass der Schutz nachhaltig wirksam bleibt und kontinuierlich an neue Risiken angepasst wird.“

Der KRITIS-Leistungsbaukasten

Der VdS Leistungsbaukasten. (Quelle: VdS)

Bereits von der Konzeption an berücksichtigt VdS alle relevanten Richtlinien, Normen und Standards, sodass gesetzliche Auflagen und Versicherungsbedingungen erfüllt und Investitionen effizient sowie zukunftssicher ausgerichtet werden können. Das Ergebnis sind belastbare Schutzkonzepte und Maßnahmen, die auch im Krisenfall greifen und dabei förder- und compliance-taugliche Nachweise liefern.

VdS unterstützt mit seinem Leistungsbaukasten KRITIS-Betreiber in allen Phasen des Sicherheitsprozesses – von der Standortanalyse bis zur abschließenden Zertifizierung. Seine modularen Bausteine führen Verantwortliche nach individuellem Bedarf von der Erst-bewertung über konkrete Schutzkonzepte bis zur abschließenden oder wiederkehrenden Prüfung inklusive Dokumentation, die Fördergebern, Behörden und Versicherern standhält. Darüber hinaus ermöglicht VdS erforderliche Schulungen und Qualifizierungen in allen relevanten Fachbereichen.


Quelle: VdS

The post Beratungsangebot der VdS für KRITIS-Betreiber appeared first on gwf-wasser.de.

„Wir müssen Wasser als strategisches Gut behandeln“

Frau Kommissarin Roswall, die IFAT München 2026 bringt politische Entscheidungsträger, Industrie und kommunale Wasserversorger zusammen. Welche Rolle spielen Plattformen wie diese bei der Förderung der europäischen Umwelt- und Wasserpolitik?

In der EU haben wir einige der höchsten Qualitätsstandards für die Wasseraufbereitung. Um diese Standards zu erreichen, sind viel Aufwand, Investitionen, Innovation und Entschlossenheit erforderlich. Das bedeutet, dass wir über Wasserversorger von Weltklasse verfügen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Wasserwirtschaft in der EU sehr wettbewerbsfähig ist. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, da politische Maßnahmen dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben. Alle an einen Tisch zu bringen, um zu lernen, sich inspirieren zu lassen und Veränderungen voranzutreiben, ist der Weg in die Zukunft, um die Wasserresilienz vor Ort zu stärken.

Europa gilt als weltweit führend im Bereich der Umwelttechnologien. Welche Innovationen aus dem Wassersektor interessieren Sie auf der IFAT am meisten?

Die Hälfte der 15 führenden Unternehmen im Wasserbereich hat ihren Sitz in der EU, und 40 % aller weltweiten Wasserpatente stammen aus Europa. Wir müssen Innovationen vorantreiben und die Einführung neuer technologischer Lösungen beschleunigen, um die Herausforderungen im Bereich Wasser zu bewältigen und wirklich widerstandsfähig zu werden. Europa hat dieses Potenzial, aber wir müssen es erschließen. Viele der wassersparenden Praktiken, die auf der IFAT vorgestellt werden, sind Teil der Chancen, die wir in Europa nutzen und ausbauen können.

Welche Botschaft möchten Sie hier in München an den europäischen Wassersektor richten?

Ich hoffe, die EU zu einer wassersparenden Wirtschaft zu machen, die Wasser bei jeder Gelegenheit schätzt, wiederverwendet und schützt. Dies ist entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit, Vorsorge und Widerstandsfähigkeit. Wir wollen die Wasserkrise zu einer Chance für die europäische Wasserwirtschaft machen, die bereits jetzt weltweit wettbewerbsfähig ist. Ohne eine sichere Wasserversorgung, wie sie in vielen Teilen Europas bereits fehlt, leiden unsere Volkswirtschaften und Gemeinden.

Die Europäische Kommission hat eine EU-Strategie zur Wasserresilienz vorgelegt. Was sind Ihrer Meinung nach die drei Hauptziele dieser Initiative?

Wir müssen unseren gestörten Wasserkreislauf wiederherstellen, eine wassersparende Wirtschaft und eine wettbewerbsfähige EU-Wasserwirtschaft aufbauen und den Zugang zu sauberem, erschwinglichem Wasser und sanitären Einrichtungen für alle gewährleisten. Wir legen den Schwerpunkt auf Maßnahmen zur effizienteren Wassernutzung, zur Modernisierung der Wasserinfrastruktur, zur Förderung von Innovation, zur Ausbildung von Arbeitskräften und zum Einsatz digitaler Instrumente, zur verstärkten Nutzung öffentlicher und privater Mittel und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung. Das ist unser Instrumentarium zur Schaffung von Wasserresilienz.

Europa ist zunehmend von Dürren und starken Regenfällen betroffen. Wie kann eine europäische Strategie dazu beitragen, diese Extreme besser zu bewältigen?

Wasser steht unter enormem Druck, weil wir es zu lange als selbstverständlich angesehen haben. Wir alle brauchen Wasser, um zu gedeihen: Menschen, Landwirte, Unternehmen Europa ist anfällig für zunehmend extreme Wetterrisiken wie Überschwemmungen und Dürren, aber wir sind….

Lesen Sie das komplette Interview in der gwf Wasser/Abwasser 4-2026. Holen Sie sich Ihr Exemplar auf der IFAT am Fachpressestand oder in Halle B2, Stand 300. Wir freuen uns auf Sie!

The post „Wir müssen Wasser als strategisches Gut behandeln“ appeared first on gwf-wasser.de.

Bisher unterschätzt: Flüsse als Treibhausgasquelle

Flüsse sind Lebensraum, Wasserquelle und prägen ganze Kulturräume. Entsprechend negativ sind die Folgen vor Ort, wenn Landwirtschaft und Industrie Flusssysteme belasten.

„Flüsse beeinflussen zudem maßgeblich das globale Klimasystem“, sagt Dr. Ralf Kiese vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMKIFU), dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen. „Wir beobachten zunehmend, dass Flüsse zu einer signifikanten Quelle für Treibhausgase werden.“

Ursache sind vor allem mikrobielle biogeochemische Prozesse: Gelangen organischer Kohlenstoff und Nährstoffe aus der Landwirtschaft oder aus Abwässern in Flüsse, werden sie dort in Kohlendioxid, Lachgas und Methan umgesetzt – Treibhausgase, die dann in der Atmosphäre ihre Wirkung entfalten.

Angelernte Modelle erweitern Datensatz

Um diese Entwicklungen erstmals weltweit zu quantifizieren, kombinierten die Forschenden Messdaten mit Satellitenbeobachtungen und Methoden des Maschinellen Lernens. Grundlage waren Messdaten zu Wasserparametern aus über 1 000 Flussstandorten. Diese verknüpften sie mit global verfügbaren Satelliteninformationen zu Vegetation, Strahlung und Topografie. Die Modelle lernten daraus, wie sich diese Umweltfaktoren auf Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt und die Anreicherung von Treibhausgaskonzentrationen auswirken. Anschließend übertrugen die Forschenden diese Zusammenhänge auf mehr als 5 000 weitere Einzugsgebiete weltweit und rekonstruierten so erstmals konsistente Zeitreihen von 2002 bis 2022 – auch für Regionen ohne Messdaten.

Die Auswertungen zeigen klare globale Trends: Flüsse erwärmen sich, verlieren Sauerstoff und sind zunehmend mit Treibhausgasen übersättigt.

„Im Mittel sinkt der Sauerstoffgehalt um 0,058 Milligramm pro Liter und Jahrzehnt – also deutlich schneller als in Seen und Ozeanen. Gleichzeitig steigen die Emissionen von Kohlend ioxid, Methan und Lachgas an“, sagt Dr. Ricky Mwanake vom IMKIFU, der die Berechnungen maßgeblich durchgeführt hat. „Insgesamt schätzen wir die zusätzlichen anthropogenen Emissionen aus Flüssen auf etwa 1,5 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent im Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2022. Diese zusätzlichen Emissionen waren in den derzeitigen globalen Treibhausgasbudgets nicht berücksichtigt worden.“

Anstieg der Emissionen durch Landnutzung

Besonders dynamische Veränderungen zeigen sich in Regionen mit wachsender landwirtschaftlicher Nutzung und Urbanisierung. Dort treffen steigende Wassertemperaturen auf erhöhte Einträge von Nährstoffen und organischem Kohlenstoff. Durch beschleunigte mikrobielle Prozesse entstehen dabei Hotspots, in denen sich Belastungen gegenseitig verstärken und sich Treibhausgase im Gewässer anreichern. Dadurch können Flüsse zu besonders starken Emittenten von Treibhausgasen werden.

„Gelingt es, diese Stoffeinträge zu reduzieren und Flüsse besser zu schützen, lässt sich dieser Effekt umkehren“, sagt Mwanake. „Somit ist der Schutz von Flüssen immer auch aktiver Klimaschutz.“


Originalpublikation
Ricky Mwangada Mwanake, Elizabeth Gachibu Wangari, Ralf Kiese: Rising Global Riverine Deoxygenation Rates and GHG Emissions Driven by the Synergistic Effects of Warming and Anthropogenic Land Use Expansion, Global Change Biology, 2026 DOI: 10.1111/gcb.70828


Quelle: KIT

The post Bisher unterschätzt: Flüsse als Treibhausgasquelle appeared first on gwf-wasser.de.

IFAT Munich 2026: Der Countdown läuft

Die Herausforderungen für Kommunen, Versorger und Industrie wachsen: Starkregen und Trockenperioden, alternde Infrastrukturen, steigende Anforderungen an Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung sowie neue regulatorische Vorgaben verlangen nach robusten, effizienten und zukunftsfähigen Systemen. Besonders im kommunalen Wassersektor rücken Themen wie PFAS, die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Phosphorrückgewinnung und klimaresiliente Infrastrukturen in den Mittelpunkt. Im Folgenden ein Auszug aus dem Programm der Blue Stage:

Digitalisierung/KI in der Wasser- und Abwassertechnik (Mo., 12h30-13h20) KI ist in aller Munde. Doch was kann Künstliche Intelligenz in der Wasser- und Abwassertechnik? Eine Auswahl an innovativen Lösungen und Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Verfahrenstechnik. Moderierte Vortragssession mit Beiträgen der Unternehmen Siemens AG, WILO SE, EnviroChemie GmbH.
Abwasserrichtlinie in schwierigen Zeiten – Ambitionen, Kosten und europäische Resilienz (Mo., 13h30-14h20) Die Umsetzung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie erfolgt in schwierigen Zeiten. Das Panel bringt Expert:innen aus Politik, Versorgungsunternehmen, Industrie und Ingenieurwesen zusammen, um zu diskutieren, wie regulatorischer Druck in Fortschritt umgewandelt werden kann. Begleiten Sie uns bei diesem Realitätscheck, der die Balance zwischen Ambitionen und Erschwinglichkeit diskutiert und präsentiert, wie nachhaltige Technologien „Made in Europe“ die Reslienz in Krisenzeiten stärken können.
Innovationspanel: Ideas2Impact: Von der Idee in den Markt (Di., 13h30-14h20) Fünf Akteure aus BMFTR, Forschung, Industrie und Verbänden diskutieren, wie Forschungsergebnisse und Innovationen im Sinne der Hightech Agenda Deutschland schneller in marktfähige Produkte und Anwendungen überführt werden können – mit dem Ziel, Deutschland als führenden Standort für Zukunftstechnologien im Cleantech-Sektor zu stärken.
Water4All-Partnerschaft – Europäische Innovationen und Lösungen (Mi., 11h30-12h20) An der Partnerschaft Water4All beteiligen sich 90 Institutionen aus 32 Ländern sowie drei europäische Netzwerke. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, indem wasserbezogene Innovationen von der Forschung vorangetrieben werden. Die Session informiert über bisherige Aktivitäten und die kommende 3. Phase der Partnerschaft.
Membrantechnologie für den Klimaschutz und die Abschwächung der Auswirkungen des Klimawandels (Mi., 12h30-13h20) Wasser interagiert auf vielfältige Weise mit dem Klima. Aufbereitungsprozesse verbrauchen Ressourcen, benötigen Energie oder tragen direkt zum Klimawandel bei, etwa durch die Freisetzung von Treibhausgasen. Der Einsatz von Membranen bietet das Potenzial, Anpassungsstrategien zu unterstützen und negative Auswirkungen zu minimieren.
Der wasserwirtschaftliche Datenraum: Wie datenbasierte Entscheidungen die Wasserwirtschaft transformieren (Do., 09h30-10h20) Der wasserwirtschaftliche Datenraum vernetzt Sensorik- und Klimadaten mit geologischen Modellen in einer sicheren Plattform. So werden Risiken früh erkannt, Anlagen und Netze effizienter gesteuert und datenbasierte Entscheidungen ermög-licht. Smart data worx, ein Unternehmen der AKDB und des OOWV, zeigt praxisnah, wie diese Innovation die Branche transformiert.
Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und die Munich Finance Facility (Do., 12h30-13h20) Erfahren Sie mehr über die Initiative der Landeshauptstadt München zur Einrichtung einer Munich Finance Facility, die Investitionen in Transformationsprojekte zur Erreichung des Netto-Null-Ziels erleichtern soll – nach einem kurzen Rückblick auf die wichtigsten Erkenntnisse der Financing Climate Action Conference auf der IFAT 2026 am Vortag (06. Mai 2026).

Zur Blue Stage

Auf der IFAT Munich 2026 zeigt die Branche, wie moderne Wasserwirtschaft künftig aussehen kann: von energieeffizienten Kläranlagen über Verfahren zur Spurenstoffelimination bis hin zu digitaler Netzüberwachung, Wasserwiederverwendung und vorausschauendem Infrastrukturmanagement. Das Fachprogramm legt dabei einen starken Schwerpunkt auf nachhaltige und klimaangepasste Wasserwirtschaft, Wasserreuse und energieeffiziente Abwasserbehandlung. Auch die Digitalisierung der Wasserwirtschaft wird in eigenen Formaten adressiert. Leitmotiv der Messe ist „Circularity is a must“.

Philipp Eisenmann, Exhibition Director IFAT Munich, erklärt dazu: „Für die Wasserwirtschaft bedeutet dies, Stoff- und Energiekreisläufe konsequenter zu schließen und Abwasser zunehmend als Ressource zu verstehen – sei es als Quelle für Energie, Nährstoffe oder wiederverwendbares Wasser.“

Ein besonderes Augenmerk gilt innovativen Ansätzen für die Praxis: Digitale Systeme ermöglichen eine präzisere Überwachung von Netzen und Anlagen, KI-gestützte Prognosen unterstützen beim Umgang mit Extremwetter, und neue Aufbereitungsverfahren helfen, Schadstoffe wirksamer aus dem Wasserkreislauf zu entfernen. Forschungseinrichtungen und Unternehmen präsentieren zudem Lösungen für die vierte Reinigungsstufe und die effiziente Entfernung von Spurenstoffen.

Geöffnet hat die IFAT an allen vier Tagen von 9 bis 18 Uhr.


Das Team der gwf Wasser+Abwasser freut sich auf Ihren Besuch in Halle B2, Stand 300. Stöbern Sie in den aktuellen Ausgaben, den Fachbuchklassikern und unseren Neuheiten! Und holen Sie sich ein Exemplar unserer Messe-Ausgabe!

Zur Buchauswahl

The post IFAT Munich 2026: Der Countdown läuft appeared first on gwf-wasser.de.

Trinkwasser in Küstennähe weltweit bedroht

Grundwasser nahe der Küste ist in vielen Regionen der Erde eine zentrale Trinkwasserquelle. Allerdings ist diese Quelle durch Überentnahme und die daraus folgende potenzielle Versalzung bedroht – und der Anstieg des Meeresspiegels verschlimmert die Situation weiter. Das zeigt die aktuelle Studie eines Forschungsteams um Prof. Dr. Robert Reinecke vom Institut für Geographie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Annika Nolte vom Climate Service Center Germany (GERICS) in Hamburg, die heute in der Fachzeitschrift Nature Water veröffentlicht wurde.

„Im Zeitraum von 1990 bis 2024 zeigen mehr als 20 Prozent der von uns untersuchten Küstengebiete signifikante Veränderungen des Grundwasserspiegels, teilweise ist er um mehr als 50 Zentimeter pro Jahr gesunken. Das weist auf eine Überentnahme und damit das potenzielle Eindringen von Meerwasser und eine damit einhergehende Versalzung hin“, erklärt Prof. Dr. Robert Reinecke. Dabei sei vor allem das Zusammenspiel von Überentnahme und dem durch die Erderwärmung weltweit steigenden Meeresspiegel gefährlich: „Denn sinkt das Grundwasser, kann das Meerwasser leichter eindringen.“

Daten zu 480.000 Brunnen verknüpft

Grundlage der Studie sind Daten zu rund 480.000 Brunnen in verschiedenen Ländern, die die Forschenden zusammengetragen haben – den bislang größten globalen Datensatz zu Küstengrundwasser-Messungen.

„Unsere Studie leistet drei wesentliche Beiträge: Erstens übersetzt sie die verfügbaren Messdaten von den verschiedenen Orten in global vergleichbare Größen, anhand derer sich die Lage erstmals großflächig bewerten lässt. Zweitens weist sie auf Gebiete, die besonders gefährdet sind, und die dortigen Veränderungen hin. Und drittens liefert sie Indikatoren, mit denen die Entwicklung an bislang nicht beobachteten Küsten simuliert werden kann“, so Reinecke.

Wie sich der Grundwasserspiegel in den betroffenen Gebieten verändert hat, ist sehr unterschiedlich – teilweise ist er gestiegen, teilweise gesunken. Allerdings registrieren die Forschenden seit 2016 zunehmend sinkende Pegel. Die Grundwasserspiegel können je nach Region – auch sehr kleinräumig – stark variieren. Sinkende Pegel zeigten sich vor allem an Küsten der USA und Zentralamerikas, im Mittelmeerraum, in Südafrika, in Indien sowie im Süden Australiens.

Im Mittelpunkt der jetzt vorgelegten Studie stand die Frage, wo Küstengrundwasser besonders anfällig für eindringendes Salzwasser ist.

„Besonders gefährdet sind Küstengebiete, in denen das Grundwasser in der Nähe des Meeresspiegels liegt, sowie generell trockene Gebiete, in denen die Bevölkerung sich besonders auf Grundwasser verlassen muss. Unsere Studie liefert weltweite Belege, dass das küstennahe Grundwasser von Versalzung bedroht ist und priorisiert überwacht und gemanagt werden muss“, so Reinecke. „In den kommenden 50 Jahren kann es in allen Küstengebieten der Welt zu Trinkwasserproblemen kommen.“

Das sei nicht nur problematisch für die Trinkwasserversorgung der dort lebenden Menschen und damit mehr als 30 Prozent der Weltbevölkerung, sondern auch für die dortige Lebensmittelerzeugung und die dortigen Ökosysteme.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Robert Reinecke
Erdsystemmodellierung
Geographisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
reinecke@uni-mainz.de

Originalpublikation:
A. Nolte et al., Coastal groundwater-level trends reveal global susceptibility to seawater intrusion, Nature Water, 14. April 2026, 10.1038/s44221-026-00619-8

The post Trinkwasser in Küstennähe weltweit bedroht appeared first on gwf-wasser.de.

Berlin-Brandenburger Brunnentage 2026: Grundwasser im Fokus

Im Rahmen der Berlin-Brandenburger Brunnentage werden aktuelle Themen aus dem Bereich Grundwasser und Brunnenbau behandelt. Fachbeiträge aus Praxis und Wissenschaft greifen unterschiedliche Aspekte der Wassergewinnung, Brunnenplanung und -bewirtschaftung auf. Dabei werden sowohl technische als auch fachliche Fragestellungen vorgestellt und diskutiert. Die Beiträge geben Einblicke in konkrete Projekte, Erfahrungen und Entwicklungen aus dem Bereich der Brunnen- und Wasserwirtschaft.

Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft

Die Veranstaltung dient dem fachlichen Austausch zwischen Teilnehmenden und Referierenden. Im Mittelpunkt stehen Diskussionen zu aktuellen Entwicklungen sowie der direkte Dialog über praktische Erfahrungen und Herausforderungen im Arbeitsalltag. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und den Austausch innerhalb der Fachcommunity zu fördern.

Die Berlin-Brandenburger Brunnentage finden am 18. und 19. Mai 2026 im Hotel Müggelseeperle in Berlin statt. Die Anmeldung erfolgt über ein Formular auf der Website des Veranstalters, die Teilnahme ist kostenpflichtig.

Zur Anmeldung

The post Berlin-Brandenburger Brunnentage 2026: Grundwasser im Fokus appeared first on gwf-wasser.de.

MSR-Spezialmesse Bochum: Lösungen für die digitale Prozessindustrie

Im Zentrum der Messe stehen Lösungen zur Erfassung und Überwachung industrieller Prozesse. Dazu zählen unter anderem Sensorik für Druck, Temperatur, Durchfluss und Füllstand sowie analytische Messtechnik. Ergänzend werden Systeme zur Prozessleittechnik, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und Automatisierungslösungen vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration einzelner Komponenten in übergeordnete Systeme, um Prozesse effizienter zu steuern und zu überwachen. Auch Aspekte wie die Digitalisierung und Vernetzung industrieller Anlagen werden aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf eine kontinuierliche Datenerfassung und -auswertung im laufenden Betrieb.

Anwendungen, Komponenten und Engineering

Neben klassischen Komponenten wie Regelventilen, Antrieben und Frequenzumrichtern werden auch Lösungen für unterschiedliche Industriezweige präsentiert, etwa für die Chemie-, Pharma- oder Wasserbranche. Im Fokus stehen dabei sowohl einzelne Produkte als auch komplette Systemlösungen für spezifische Anforderungen in der Prozessindustrie. Darüber hinaus spielen Softwarelösungen für Planung, Simulation und Monitoring eine wichtige Rolle, etwa zur Optimierung von Anlagen oder zur vorausschauenden Wartung. Fachvorträge geben Einblicke in konkrete Anwendungen, zeigen aktuelle Entwicklungen auf und verdeutlichen, wie sich technische Lösungen unter realen Bedingungen in der Praxis umsetzen lassen.

Die MSR-Spezialmesse findet am 6. Mai 2026 im RuhrCongress Bochum statt und ist von 08:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist für Fachbesucher kostenfrei, eine vorherige Anmeldung beim Veranstalter wird empfohlen.

Zur Anmeldung

The post MSR-Spezialmesse Bochum: Lösungen für die digitale Prozessindustrie appeared first on gwf-wasser.de.

Frühwarnung bei Algenblüten mithilfe von KI

Im Sommer 2022 führte eine toxische Algenblüte zu einem massiven Fischsterben in der Oder. Bedingt durch erhöhte Salzgehalte, hohe Wassertemperaturen und niedrige Wasserstände vermehrten sich die giftigen Algen unkontrolliert und verursachten diese Umweltkatastrophe. Solche Naturgefahren zukünftig einzudämmen, gehört zu den Zielen des Zukunftslabors Wasser.

Die Forschenden untersuchten Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI), mit denen Wasserdaten in Echtzeit ausgewertet werden können. Als Datengrundlage verwendeten die Forschenden Datensätze einer Fähre, die 2023 und 2024 zwischen Kiel und Oslo pendelte. Die Fähre verfügte über Sensoren zur Messung der Wassertemperatur, des Sauerstoff- und Salzgehaltes des Wassers sowie zur Messung von Chlorophyll A (Molekül, das die Photosynthese antreibt). Diese Daten werteten die Forschenden des Zukunftslabors Wassers mittels KI aus, da sie Aufschluss über eine starke, unnatürliche Vermehrung von Algen geben können.

„Im ersten Schritt haben wir die Wasserdaten mithilfe verschiedener KI-Modelle ausgewertet, um Auffälligkeiten zu identifizieren. Die Herausforderung bestand darin, die Daten in Echtzeit auszuwerten. Denn im zweiten Schritt wollen wir einen Autosampler – also ein Gerät zu Entnahme von Wasserproben – ansteuern können. Dieser soll perspektivisch in der Lage sein, während der Fahrt automatisiert Wasserproben an den Stellen zu entnehmen, an denen die KI eine Algenblüte ermittelt. Die Wasserproben können dann anschließend im Labor ausgewertet werden, um einen kritischen Algenbestand zu prüfen.“ erklärte Daniel Lukats, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Marine Perception.

KI als Stütze – trotz Schwierigkeiten

Die Forschenden testeten verschiedene KI-Modelle, um deren mögliche Verwendung für diesen Einsatzzweck zu prüfen. Dabei schlossen sie Modelle aus, die nicht zur Echtzeitauswertung geeignet sind oder die Messreihen fälschlicherweise glatt ziehen. Für die potenziell geeigneten Modelle definierten sie Trainings- und Testdaten, um die Modelle anlernen und ihre Ergebnisse überprüfen zu können.

Beim Training der KI-Modelle stießen die Forschenden auf verschiedene Herausforderungen. Zum einen hatten manche Modelle überraschende Schwierigkeiten mit völlig natürlichen Prozessen, wie etwa der Variation des Sauerstoffgehaltes im Wasser zwischen Tag und Nacht. Zum anderen gab es 2023 insgesamt 30 Gebiete mit erhöhtem Algenaufkommen, in 2024 waren es 90 Gebiete. Darüber hinaus unterschieden sich die Algengebiete in ihrem Ausmaß: Die Fähre benötigte neun Minuten, um das kleinste Algengebiet zu passieren, und mehrere Stunden, um das größte Gebiet zu durchqueren. Auch diese Variationen in den Trainingsdatensätzen bereiteten einigen KI-Modellen Schwierigkeiten. Die Forschenden legten die Trainings- und Testdaten so fest, dass beide Datensätze diese Variationen enthielten, um die Auswertungen der KI-Modelle ausreichend überprüfen zu können.

Echtzeit-Einsatz bei erfolgreicher Laborprüfung

Um die Zuverlässigkeit der verschiedenen KI-Modelle zu ermitteln, definierten die Forschenden zudem folgende Zielmetriken: Wie viel Zeit benötigt die KI für die Datenauswertung und ist sie somit für die Echtzeitanalyse geeignet? Wie viele Algenblüten hat sie richtig/falsch identifiziert? Wie viele Algenblüten hat die KI verpasst? Auf diese Weise ermittelten die Forschenden passende KI-Modelle.

„Wir führen unsere Forschung am Beispiel der Algenblüte durch. Dabei gewinnen wir aber grundlegende Kenntnisse zur KI-basierten Datenauswertung in Echtzeit. Diese Erkenntnisse können auf andere Anwendungsgebiete übertragen werden, in der die Echtzeitanalyse eine Rolle spielt. Denkbar wären z. B. Hitzewellen im Meer oder Schadstoffeinträge in Flüssen.“ sagte Daniel Lukats.

Zukünftig werden die Forschenden überprüfen, ob die Entnahme der Wasserprobe auf Basis der KI-Auswertung erfolgreich verläuft. Dazu werden sie simulieren, wie dem Datensatz eine Probe entnommen wird. Anschließend werden sie am Rechner prüfen, ob diese Probe tatsächlich auf eine erhöhte Algendichte hinweist. Wenn dieser theoretische Test erfolgreich verläuft, kann er perspektivisch auch in der Realität durchgeführt werden – also während die Fähre die Ostsee durchquert. Solche Tests in der Realität sind aufwendig und kostenintensiv. Daher sollten sie erst stattfinden, wenn im Labor alles reibungslos verläuft.


Quelle: ZDIN-Zukunftslabor Wasser

The post Frühwarnung bei Algenblüten mithilfe von KI appeared first on gwf-wasser.de.

Veranstaltungsreihe: Aktuelle Entwicklungen im Wasserrecht

Die DVGW-Veranstaltungsreihe „Aktuelle Entwicklungen im Wasserrecht“ bietet 2026 einen kompakten und praxisnahen Überblick über zentrale gesetzliche Anforderungen und anstehende Neuerungen. Im Fokus stehen aktuelle Rechtsrahmen, Monitoring- und Governance-Anforderungen sowie Kosten-, Haftungs- und Umsetzungsfragen für die Praxis.

Die Reihe umfasst vier Online-Einzelveranstaltungen. Behandelt werden die Themen Düngeverordnung, NVZ & Nitrat, PFAS – Qualitätsanforderungen für Gewässer, TrinkwV / TrinkwEGV sowie die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes mit Blick auf Wasserwiederverwendung. Alle Termine finden in einem kompakten 4-Stunden-Format am Vormittag statt; Aufzeichnungen der gebuchten Veranstaltungen stehen im Nachgang zur Verfügung.

Die Veranstaltungsreihe richtet sich an kommunale Entscheidungsträger, Stadtwerke und Wasserversorger, Abwasserbetriebe und Zweckverbände, Umwelt-, Bau- und Wasserbehörden, Planungs- und Ingenieurbüros sowie Fachjurist im Umwelt- und Wasserrecht. Neben fachlichen Impulsen bietet das Format Raum für den Austausch mit Expert und Kolleg aus der Praxis.

Termine 2026

  • 29. April, online: Düngeverordnung, NVZ & Nitrat
  • 06. Mai, online: PFAS – Qualitätsanforderungen für Gewässer
  • 16. September, online: TrinkwV / TrinkwEGV
  • 23. September, online: Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes – Rahmenbedingungen für eine Wasserwiederverwendung

The post Veranstaltungsreihe: Aktuelle Entwicklungen im Wasserrecht appeared first on gwf-wasser.de.

PFAS-Verfahren: Stadtwerke Rastatt vor Gericht erfolgreich

Das Landgericht Baden-Baden hat am Montag (13. April 2026) den Stadtwerken Rastatt weitgehend Recht gegeben: Es hat in der von den Stadtwerken geführten Zivilklage gegen die Umweltpartner Vogel AG ein Grundurteil erlassen. Dieses Urteil besagt, dass die Beklagte als Verursacherin der Grundwasserverunreinigung durch PFAS – also durch per- und polyfluorierte Chemikalien – im Einzugsgebiet der Rastatter Wasserwerke im Grunde nach zu Schadensersatz verpflichtet ist. Über die Höhe des Schadensersatzes sagt das Urteil noch nichts aus. Damit wird sich das Gericht im nächsten Schritt befassen.

Das Urteil bestätigt, dass die Aufbringung der Kompostgemische durch die Beklagte geeignet war, das Grundwasser großräumig mit PFAS zu verseuchen und die von den Stadtwerken Rastatt vorgebrachten Belastungen für die Sicherung der Trinkwasserversorgung herbeizuführen. Insbesondere verwirft das Gericht die von der Beklagten wiederholt vorgestellten alternativen Schadensursachen, namentlich die Ausbringung von Klärschlamm.

Große Schäden entstanden

Mit der Klage machen die Stadtwerke Kosten geltend, die ihr im Zusammenhang mit den festgestellten PFAS-Verunreinigungen entstanden sind.

„Konkret handelt es sich dabei um Mehraufwendungen in unseren Wasserwerken und der dazugehörigen Infrastruktur, die zur Gewährleistung der Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser erforderlich waren und sind,“ sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt, der das heutige Urteil begrüßt. „Zum Zeitpunkt unserer Klageeinreichung vor sieben Jahren – im Mai 2019 – war uns bereits ein Schaden von 6,5 Millionen Euro für Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung entstanden. Dieses Geld – und auch den nach der Klageerhebung weiter entstandenen Schaden – wollen wir ersetzt haben. Es kann und darf nicht sein, dass die unbeteiligten Wasserverbraucher über den Wasserpreis die Kosten tragen müssen“, betont er weiter.

Über viele Jahre hinweg wurden Papierschlämme, die mit PFAS verseucht waren, großflächig auf Felder in der Region Mittelbaden aufgebracht. Durch sie ist es zur Belastung des Grundwassers gekommen.

Hintergrund

  • Der durch PFAS in Mittelbaden verursachte Umweltskandal ist flächenmäßig einer der größten in Deutschland. Belastet sind dort rund 1.100 Hektar Boden und rund 490 Millionen Kubikmeter Grundwasser auf einer Fläche von 127 Quadratkilometern. Das entspricht in etwa der Größe des Chiem- und Ammersees zusammen, Tendenz steigend.
  • Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung mussten die Stadtwerke Rastatt umfangreiche Maßnahmen ergreifen, unter anderem ein Wasserwerk ganz stilllegen, zwei weitere mit aufwendigen Filteranlagen versehen, eine Vielzahl von Messstellen niederbringen und eine interkommunale Notverbindungsleitung legen.
  • PFAS sind deshalb so problematisch, weil sich die Chemikalien in der Natur nicht abbauen und im Verdacht stehen, gesundheitsgefährdend zu sein.

Quelle: Stadtwerke Rastatt

The post PFAS-Verfahren: Stadtwerke Rastatt vor Gericht erfolgreich appeared first on gwf-wasser.de.

Förderung für Spitzenprofessur im Konstruktiven Wasserbau für Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, betont:

„Wasser ist Lebensgrundlage und Sicherheitsfrage zugleich. Gerade mit Blick auf den Klimawandel müssen wir unsere wasserbauliche Infrastruktur klug weiterentwickeln und widerstandsfähiger machen. Mit Dr. Holger Haufe gewinnen wir einen herausragenden Experten mit internationaler Erfahrung, der zu den prägenden Köpfen seines Fachgebiets zählt und Forschung und Praxis im konstruktiven Wasserbau auf höchstem Niveau verbindet – und damit einen zentralen Beitrag zur Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unseres Landes leistet.“

Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe war zuvor als Geschäftsbereichs- und Projektleiter bei einem namhaften international tätigen Ingenieurunternehmen tätig und verfügt über langjährige Erfahrung in der Leitung von Großprojekten im Bereich Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken und wasserbauliche Infrastrukturen. Seine Expertise umfasst zudem den Stahlwasserbau und Dichtungssysteme. Darüber hinaus ist er national und international in bedeutenden Gremien aktiv und bringt umfassende Erfahrung in der gegenständlichen Modellierung sowie im Aufbau hydraulischer Versuchseinrichtungen mit.

Ideale Ergänzung in Sachen Kompetenz

Haufe ergänzt damit ideal die bestehende Wasserbaukompetenz am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Ohm und wird künftig neben Prof. Dr.-Ing. Dirk Carstensen eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung und langfristigen Verstetigung der angewandten Forschung im Bereich konstruktiver Wasserbau einnehmen.

„Mit der Spitzenprofessur setzen wir ein deutliches Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der angewandten Wasserbauforschung in Bayern“, sagt Ohm-Präsident Prof. Dr. Niels Oberbeck. „Die Förderung ermöglicht es uns, mit Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe einen herausragenden Wissenschaftler zu gewinnen, der mit seiner Expertise nicht nur unsere Forschung stärkt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen wie Hochwasserschutz, Klimaanpassung und nachhaltiger Wasserversorgung leisten wird.“

Der Wasserbau zählt bundesweit zu den zentralen Zukunftsfeldern der angewandten Forschung. Steigende Hochwasser- und Niedrigwasserereignisse, ein wachsender Trinkwasserbedarf sowie der bauliche Erhalt kritischer Infrastrukturen stellen Bayern und Deutschland vor enorme Herausforderungen. Moderne Instandsetzungstechnologien, innovative Dichtungssysteme, Hochwasserschutz und nachhaltige Wasserversorgung werden dabei zu entscheidenden gesellschaftlichen Faktoren.

Breites Forschungsgebiet

Haufe wird neben seiner Lehrtätigkeit ideale Forschungsbedingungen am OIC sowie am IWWN vorfinden. Das Wasserbauteam von Carstensen arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich an verschiedenen Themen rund um das Wasser und wird diese Arbeiten mit ihm fortsetzen.

Die Themenfelder Bau, Funktion- und Standsicherheit sowie Gebrauchsfähig- und Dauerhaftigkeit von Wasserbauwerken, Modelle des Hochwasser- und Küstenschutzes bis hin zur naturnahen Gestaltung von Fließgewässern oder Themen des Feststofftransportes in Gewässern werden Haufes Arbeiten bestimmen. Aufgrund der vorhandenen Ausstattung sind neben der Grundlagenforschung und Experimenten im Labor auch praktische Messungen in der Natur sowie das Monitoring hydraulischer und wasserbaulicher Wasserbauwerken Forschungsthemen, denen sich Haufe ab sofort widmen kann.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe


Quelle: Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

The post Förderung für Spitzenprofessur im Konstruktiven Wasserbau für Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe appeared first on gwf-wasser.de.

Wege zur großflächigen Renaturierung: Wie Europas Flüsse wieder lebendiger werden

Flüsse, Auen und Feuchtgebiete übernehmen essenzielle Funktionen wie Wasserreinigung, Hochwasserschutz und Lebensraum für zahlreiche Arten. Dennoch sind sie durch menschliche Eingriffe wie Verschmutzung, Flussregulierungen und Landnutzungsänderungen massiv beeinträchtigt. Obwohl sogenannte naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions, NbS) als vielversprechender Ansatz gelten, bleibt ihre Umsetzung bislang oft lokal begrenzt und fragmentiert, mit entsprechend begrenzter Wirkung.

Fünf Bausteine für die Renaturierung

Die Studie basiert auf der Auswertung von 18 Renaturierungsmaßnahmen in Europa, die im Rahmen des EU-geförderten MERLIN-Projekt umgesetzt wurden. Das Projekt wird von der Universität Duisburg-Essen koordiniert und mit rund 21 Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert.

Ziel war es, Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die eine Übertragung und Ausweitung solcher Maßnahmen ermöglichen. Die Analyse zeigt, dass erfolgreiche Renaturierung nicht auf Einzelmaßnahmen beruht, sondern auf dem Zusammenspiel mehrerer zentraler Elemente. Die Forschenden definieren fünf sogenannte „Bausteine“: eine fundierte Analyse des Ausgangszustands, die Entwicklung gemeinsamer Zukunftsvisionen, ein evidenzbasierter Ansatz, effektives Ressourcenmanagement sowie die aktive Einbindung relevanter Akteure.

Vom Einzelprojekt zur systemischen Transformation

Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass Renaturierung nicht allein eine ökologische oder technische Aufgabe darstellt. Vielmehr handelt es sich um einen komplexen gesellschaftlichen Prozess. Die Umsetzung naturbasierter Lösungen ist stark von institutionellen Rahmenbedingungen, politischer Unterstützung und der Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen abhängig.

Die im Rahmen des MERLIN-Projekts untersuchten Fallstudien zeigen, dass Fortschritte insbesondere dort erzielt werden, wo langfristige Strategien, stabile Governance-Strukturen und verlässliche Finanzierungsmodelle vorhanden sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass großflächige Renaturierung nur gelingt, wenn Maßnahmen an lokale ökologische und gesellschaftliche Gegebenheiten angepasst werden, anstatt standardisierte Lösungen zu übertragen.

Darüber hinaus verändert sich die Rolle der Wissenschaft: Sie agiert zunehmend als vermittelnde Instanz, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführt, Wissen bereitstellt und gemeinsame Lernprozesse unterstützt.

Neue Perspektiven für Politik und Praxis

Die Studie liefert wichtige Impulse für europäische Umweltstrategien wie den European Green Deal. Eine breit angelegte Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen gilt als zentral, um Biodiversitätsziele zu erreichen, Klimafolgen abzumildern und die Versorgung mit sauberem Wasser langfristig zu sichern.

Anstatt einheitliche Lösungen vorzugeben, bietet der entwickelte Ansatz eine praxisnahe Orientierung, die unterschiedliche regionale Bedingungen berücksichtigt. Langfristig können diese Erkenntnisse dazu beitragen, Renaturierungsmaßnahmen effektiver zu planen, besser zu vernetzen und ihre Wirkung deutlich zu erhöhen – ein entscheidender Schritt hin zu resilienten Ökosystemen und nachhaltigen Lebensgrundlagen.


Originalpublikation:
Birk S, Anzaldua G, Baattrup-Pedersen A, et al. (2026) Building blocks for upscaling freshwater ecosystem restoration: Place-based strategies for a transdisciplinary challenge. In: Kaden US, Schmid S, Wulf S, Marsden K, Klusmann C, Bonn A, Tockner K, Scholz M (Eds) Wetlands in a Changing Climate: Restoring Coasts and Floodplains. Nature Conservation 62: 261-287. https://doi.org/10.3897/natureconservation.62.148938

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Daniel Hering
Biologie
daniel.hering@uni-due.de


Quelle: Universität Duisburg-Essen

The post Wege zur großflächigen Renaturierung: Wie Europas Flüsse wieder lebendiger werden appeared first on gwf-wasser.de.

GF und VAG bauen gemeinsam zuverlässige Wassernetze

GF positioniert sich neu als globaler Anbieter von Flow Solutions für Haustechnik, Industrie und Infrastruktur. Mit der Übernahme der VAG-Group im Oktober 2025 wurde das Portfolio gezielt um international etablierte Ventiltechnologien aus Metall erweitert und das Infrastrukturgeschäft gestärkt.

VAG mit Hauptsitz in Mannheim zählt weltweit zu den führenden Spezialisten für Metallarmaturen in kritischen Infrastrukturen. Ob Absperrschieber, Absperrklappen, Regel- oder Rückschlagventile – VAG-Lösungen kommen in Trinkwassernetzen, Staudämmen, Wasseraufbereitungsanlagen und Kraftwerken zum Einsatz.

In Kombination mit den Kunststoffrohrleitungssystemen und Verbindungstechnologien von GF entsteht ein integriertes Lösungsangebot für die gesamte Wertschöpfungskette. Kunden profitieren von besser aufeinander abgestimmten Komponenten, vereinfachter Beschaffung und langlebigen Lösungen, die Leckagen und Wartungskosten reduzieren. Dabei treffen Systemintegration, Polymerkompetenz und Automatisierung von GF auf das Ventil-Know-how und die Engineering-Expertise von VAG. Für Betreiber bedeutet das mehr Effizienz und Zuverlässigkeit.

Praxisbeispiel

Wie diese Integration funktioniert, zeigt ein Referenzprojekt in Frauenfeld. Die Schlossbadi, ein modernes öffentliches Schwimmbad, stellt hohe Anforderungen an Wasserqualität und Betriebssicherheit. Insgesamt 6.800 Kubikmeter Wasser werden etwa alle 1,5 Stunden umgewälzt.

Im Rahmen von Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen wurde 2024 ein umfassendes Rohrleitungs- und Armaturenkonzept umgesetzt. GF lieferte Industriearmaturen, darunter Kugelhähne, Absperrklappen bis DN 500, Membranventile sowie die passende Antriebstechnik und Zubehör. Neben rund 5,5 Kilometern installierter Rohrleitungen aus Polyethylen mit ecoFIT- und ELGEF-Plus-Komponenten wurde auch eine DN400-Testinstallation der Kunststoff-Absperrklappe 565 Big erfolgreich realisiert.

Im selben System wurden VAG-Absperrschieber integriert, die zentrale Absperrfunktionen übernehmen. Gerade in Schwimmbadanwendungen, in denen es auf die zuverlässige Trennung einzelner Kreisläufe, Wartungsfreundlichkeit und dauerhafte Dichtheit ankommt, spielen Absperrschieber ihre Stärken aus. Ihre robuste Bauweise und die bewährte Dichtungstechnologie ermöglichen einen sicheren Betrieb.

Das Projekt zeigt, wie Polymer- und Metalltechnologien synergetisch zusammenwirken: korrosionsfreie Rohrsysteme auf der einen, hochbelastbare Armaturen auf der anderen Seite – abgestimmt in Planung, Dimensionierung und Installation.

GF & VAG auf der IFAT 2026 in München:

GF Stand: B3.351

VAG Stand: C2.451

Mehr Informationen

Unternehmensprofil

Mit einer reichen Tradition industrieller Innovation seit 1802 gestaltet GF die Zukunft von Flow Solutions und liefert Excellence in Flow durch geschäftskritische Produkte und Lösungen, die den sicheren und nachhaltigen Transport von Wasser und anderen Fluiden für Gebäude, Industrie und Infrastruktur ermöglichen. Mit Hauptsitz in der Schweiz beschäftigt GF rund 13’300 Mitarbeitende in 46 Ländern. Im Jahr 2025 erzielte das Flow-Solutions-Geschäft von GF einen Umsatz von CHF 3 Mrd. GF ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Unter www.georgfischer.com/aboservice können Sie sich für unseren Abonnement-Service für Journalisten anmelden. Sie erhalten dann automatisch unsere aktuellen Medienmitteilungen.

 

 

 

The post GF und VAG bauen gemeinsam zuverlässige Wassernetze appeared first on gwf-wasser.de.

Beregnungsexperiment im Donaumoos: dem Torf auf der Spur

Geleitet wird das Projekt von Dr. Peter Fischer vom Fachgebiet für Bodengeographie und Bodenerosion in Kooperation mit dem Donaumoos-Team. Ziel ist es, die Hydrologie landwirtschaftlich genutzter Moorstandorte besser zu verstehen – also wie trockengelegte Torfböden Wasser aufnehmen, speichern und weiterleiten.

„Es geht also um deutlich mehr als nur die Frage, ist Wasser da oder nicht“, betont Fischer.

Ein Beregnungsexperiment auf Torf sei dabei ein Novum. Torf ist ein organischer Boden, der zu mindestens 30 Prozent aus zersetzten Pflanzenresten besteht. Moore seien nicht nur „ein toller, artenreicher Lebensraum“, sondern auch „ein wichtiger Speicher für Kohlenstoff und Wasser“, so Fischer.

Wichtige Schwammfunktion der Moore

Tatsächlich gehören Moore zu den bedeutendsten Kohlenstoffspeichern der Erde, da unter nassen Bedingungen kaum Zersetzung stattfindet. In Deutschland jedoch sind rund 95 Prozent der Moore trockengelegt worden. Dadurch wird nicht nur CO₂ freigesetzt, auch zentrale Eigenschaften gehen verloren: Intakter Torfboden wirkt wie ein Schwamm, der Wasser speichert und verzögert abgibt – und so auch zum Hochwasserschutz beiträgt. Genau diese Funktionen untersucht das KU-Projekt.

„Bislang ist nur wenig darüber bekannt, wie sich heutige Landnutzungspraktiken, Bodenverdichtungen und unterschiedliche Vegetationsbedeckungen auf dieses Verhalten und das Potential, Hochwasserentstehung abzuschwächen, auswirken“, erklärt Fischer.

Für seinen Feldversuch nutzt Fischer zwei Grünland- und zwei Ackerflächen aus dem Flächeninventar des Donaumoos-Zweckverbandes in den Gemeinden Königsmoos und Langenmosen. Mit einer mobilen Anlage („Rainmaker“) simuliert er Starkregen auf kleinen Flächen. So wird es drei zeitlich getrennte Beregnungskampagnen geben, um unterschiedliche Anfangswassergehalte, Grundwasserstände und Bodenbedeckungen im Experiment abbilden zu können. Anhand dessen lässt sich bestimmen, wie viel Wasser versickert oder stehen bleibt.

„Im Kern geht es um das Schicksal des Wassers“,  fasst Peter Fischer das Forschungsprojekt zusammen.

Transparente Wissenschaftskommunikation als Schlüssel

Angesichts zunehmender Extremwetter liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse. Langfristig soll es helfen, Moorböden besser im Spannungsfeld von Landwirtschaft, Klimaschutz und Wasserhaushalt zu bewerten. Fischer setzt dabei bewusst auf Transparenz und Austausch: Gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Hiller sind öffentliche Vorführungen und Bildungsangebote geplant.

Ein zentrales Anliegen ist es, Vorbehalte gegenüber der Wiedervernässung abzubauen.

„Aktuell sorgen sich viele Ortsansässige, die Wiedervernässung erhöhe die Hochwassergefahr – tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und das möchte ich empirisch zeigen und nachvollziehbar machen. Viele sagen, wenn die Badewanne voll ist, dann kann sie kein Wasser mehr aufnehmen, aber das Donaumoos ist eben keine Badewanne.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Peter Fischer
Peter.Fischer@ku.de


Quelle: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

The post Beregnungsexperiment im Donaumoos: dem Torf auf der Spur appeared first on gwf-wasser.de.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert erhält den Bundesverdienstorden

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert prägt unsere Gewässer und Umwelt seit Jahrzehnten nachhaltig durch sein unermüdliches Engagement und seine tiefgreifende Fachkenntnis. Wie Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in der Laudatio betonte:

„Mit Ihrem Netzwerk zwischen Kommunen, Verbänden und politischen Entscheidungsträgern haben Sie komplexe, oft „ungeliebte“ wasserwirtschaftliche Maßnahmen erfolgreich vermittelt – von der Sanierung von Abwasserkanälen über Benchmarking-Prozesse bis hin zur Einführung von Starkregengefahrenkarten.“

Ein zentraler Fokus von Prof. Güntherts Lebenswerks liegt in der nachhaltigen Wasserwirtschaft und im Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Als Lehrstuhlinhaber an der Universität der Bundeswehr München hat er Generationen junger Ingenieurinnen und Ingenieure sowohl Fachwissen vermittelt als auch Verantwortungsbewusstsein nahegebracht. Er engagiert sich zudem seit vielen Jahren in führenden Fachgremien auf nationaler und europäischer Ebene.

The post Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert erhält den Bundesverdienstorden appeared first on gwf-wasser.de.

Brasiliens Wassernetze modernisieren

Sabesp erbringt Wasser- und Abwasserdienstleistungen für 375 Gemeinden im Bundesstaat São Paulo, in dem mehr als 45 Millionen Menschen leben. Das Unternehmen versorgt rund 28 Millionen Kunden. Im Rahmen der nationalen Bemühungen Brasiliens, die Wasserinfrastruktur auszubauen und zu modernisieren sowie bis 2033 einen universellen Zugang zu Wasser und Sanitäreinrichtungen zu erreichen, investiert das Unternehmen in die Erneuerung seiner Verteilnetze. Im Rahmen des Vertrags wird GF Polyethylenrohre liefern, um Sabesp bei der Verbesserung kommunaler Wassersysteme zu unterstützen.

Über Sabesp

Sabesp (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo), gegründet 1973 und 2024 privatisiert, ist Brasiliens größtes Wasser- und Abwasserunternehmen und eines der weltweit größten gemessen an der versorgten Bevölkerung. Es erbringt Wasser- und Abwasserdienstleistungen für 375 Gemeinden im Bundesstaat São Paulo und versorgt rund 28 Millionen Menschen.

„Wasserversorger weltweit stehen unter wachsendem Druck, Verluste zu reduzieren und alternde Infrastrukturen zu modernisieren. Unsere Zusammenarbeit mit Sabesp zeigt, wie wir zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen“, sagte Andreas Müller, GF CEO. „Sie spiegelt zudem unsere Strategie 2030 wider, unsere Führungsposition im Infrastrukturbereich durch innovative End-to-End-Lösungen für Versorgungsunternehmen und Infrastrukturkunden weiter zu stärken.“

Langjährige Zusammenarbeit

Die Vereinbarung baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen GF und Sabesp auf. Zuletzt lieferte GF im Jahr 2025 eine Pilotlösung der NeoFlow Druckmanagement-Kammer, die verschiedene Technologien von GF, VAG und Uponor in einer kompakten und einfach zu installierenden Lösung integriert.

„Nach der erfolgreichen Einführung der Druckmanagement-Kammer von GF bauen wir unsere Zusammenarbeit nun weiter aus, um die Modernisierung unserer Wasserverteilinfrastruktur voranzutreiben“, sagte Gustavo do Valle Fehlberg, Einkaufsdirektor bei Sabesp. „Diese nächste Phase wird die Erneuerung kritischer Netze in der Region beschleunigen und Millionen von Menschen mit sicherem Wasser versorgen.“


Quelle: GF

The post Brasiliens Wassernetze modernisieren appeared first on gwf-wasser.de.

Smarte Netze, bessere Daten

Ziel des Projekts „DMeStHyA“ (Entwicklung eines digitalen Mess- und Steuerungssystems für hydrometeorologische Anwendungen, anwendungsbezogenes Upscaling mit Praxistest im Feld) ist die Modernisierung, Standardisierung und Digitalisierung eines bestehenden hydrometeorologischen Messnetzes, wie sie am Beispiel des Messnetzes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) umgesetzt wurde.

Im Mittelpunkt stehen die technische Erneuerung der Messeinrichtungen, ein standardisiertes Stationsdesign sowie die Digitalisierung der Betriebsprozesse. Dazu gehören standardisierte Schaltschranklösungen, moderne Kommunikationsstrukturen und die Integration der Stationen in digitale Systeme zur Überwachung und zum Management des Messnetzbetriebs. Die Messstationen werden dadurch technisch vereinheitlicht und digital vernetzt. Das erleichtert Wartung und Betrieb, verbessert die Datenverfügbarkeit und ermöglicht es, Störungen frühzeitig zu erkennen.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zu den Aufgaben gehören die Analyse der Projektumsetzung, die Auswertung von Befragungen und Interviews mit Mitarbeitenden des Messnetzbetriebs sowie der Transfer der Ergebnisse in Forschung und Praxis.

„Die zuverlässige Erfassung und Bewertung hydrometeorologischer Daten wird mit Blick auf Klimawandel, Extremwetter und den Schutz kritischer Infrastrukturen immer wichtiger. Gerade deshalb ist die Beteiligung der Hochschule Hof in solchen Projekten von besonderer Bedeutung: Wir bringen wissenschaftliche Analyse, Praxisnähe und den Transfer der Ergebnisse zusammen“, sagt Günter Müller-Czygan, Professor an der Hochschule Hof und wissenschaftlicher Leiter der Projekte.

Durch die Modernisierung können Störungen schneller erkannt, Daten zügiger verarbeitet und Betriebsabläufe effizienter gestaltet werden. Ein besonderer Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung liegt auf der Frage, wie die Digitalisierung im praktischen Betrieb angenommen wird. Dazu wurden Mitarbeitende des LANUK befragt, um Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag systematisch auszuwerten und in die Weiterentwicklung der Systeme einfließen zu lassen.

„Unsere Beteiligung an beiden Projekten von Beginn an ermöglicht es uns, die Entwicklung der Digitalisierung im Messnetzbetrieb kontinuierlich zu begleiten“, sagt Dr. Viktoriya Tarasyuk vom inwa. „Dabei wird sichtbar, wie sich die Rolle der Mitarbeitenden an den hydrometeorologischen Stationen verändert und wie sie zunehmend in digitale Prozesse eingebunden werden.“

Plausibilisierung von Niederschlagsdaten mit KI

Auf dieser Grundlage setzt das Folgeprojekt NIQKI (Niederschlagsdaten-Qualitätskontrolle mit Künstlicher Intelligenz) auf. Im Mittelpunkt steht die automatisierte Plausibilisierung von Niederschlagsdaten mit KI. Das bedeutet, dass automatisch überprüft wird, ob Messdaten realistisch und vollständig sind. Ein Beispiel: Wenn in der Zeitreihe einer Messstation plötzlich ein Abschnitt ohne Daten oder mit auffälligen Werten erscheint, prüft das System automatisch, ob es sich um eine technische Störung, einen Übertragungsfehler oder um ein reales Ereignis handelt.

Ziel ist es, Verfahren zu entwickeln, mit denen Messdaten schneller und zuverlässiger bewertet werden können. Für die Plausibilisierung werden physikalische Grenzwerte, heuristische Prüfregeln aus der Betriebserfahrung sowie Methoden der künstlichen Intelligenz kombiniert. So lassen sich Messfehler, Sensorausfälle oder Übertragungsprobleme frühzeitig identifizieren und die Qualität der Daten systematisch bewerten.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zu den Aufgaben gehören die Analyse des aktuellen Stands von Forschung und Technik, die Unterstützung bei der Evaluation der entwickelten Verfahren sowie die Bewertung möglicher Anwendungsfelder.

„Wir kombinieren physikalische Grenzen, Erfahrungswerte und KI, um Messfehler, Sensorausfälle oder Übertragungsprobleme frühzeitig zu erkennen“, sagt Günter Müller-Czygan. „So können wir die Qualität der Daten deutlich verbessern.“

Eine Lösung mit Wirkung über die Region hinaus

Beide Projekte greifen eng ineinander: Während DMeStHyA die technische Grundlage durch ein modernisiertes und standardisiertes Messnetz schafft, ermöglicht NIQKI die systematische Bewertung der Datenqualität durch automatisierte Plausibilisierung. Gemeinsam verbessern sie damit die Verlässlichkeit hydrometeorologischer Daten und deren Nutzbarkeit für operative Anwendungen.

„Unsere Beteiligung an beiden Projekten ermöglicht es uns, die Entwicklung von Anfang an wissenschaftlich zu begleiten und Erkenntnisse direkt in die Praxis zu übertragen“, betont Günter Müller-Czygan.

Die Bedeutung dieser Arbeit reicht dabei weit über die Region hinaus. Verlässliche hydrometeorologische Umweltdaten sind nicht nur lokal wichtig, sondern gewinnen auch im internationalen Kontext zunehmend an Bedeutung – etwa bei der Vorhersage von Hochwasser oder im Katastrophenschutz.

Zusammenarbeit als Grundlage der Projektumsetzung

Beide Projekte werden in enger Zusammenarbeit zwischen Forschung, öffentlicher Verwaltung und Unternehmen umgesetzt. Im Projekt DMeStHyA sind unter anderem das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) sowie die HST Systemtechnik GmbH & Co. KG beteiligt. Das Folgeprojekt NIQKI wird von der Technischen Hochschule Köln koordiniert; weitere Partner sind unter anderem LANUK NRW, hydro & meteo GmbH sowie HST Systemtechnik GmbH & Co. KG.

Das Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof (inwa) übernimmt in beiden Projekten die wissenschaftliche Begleitung und trägt dazu bei, die Ergebnisse systematisch auszuwerten und für weitere Anwendungen nutzbar zu machen.


Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Günter Müller-Czygan
+49 9281 409 – 4683
guenter.mueller-czygan(at)hof-university.de

The post Smarte Netze, bessere Daten appeared first on gwf-wasser.de.

Mehr Daten, mehr Risiko? Der Umgang mit sensiblen Infrastrukturinformationen

Öffentlich zugängliche Infrastrukturinformationen können gezielt für Angriffe missbraucht werden. Gleichzeitig erleichtern neue technologische Entwicklungen, insbesondere digitale Kartendienste und Anwendungen künstlicher Intelligenz, die systematische Auswertung solcher Daten erheblich. Der BDEW sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um Transparenzanforderungen und Sicherheitsinteressen neu zu justieren. Dabei geht es nicht um generelle Abschaffung, sondern um eine Überprüfung und Abwägung.

Das Papier identifiziert zentrale Risikobereiche in bestehenden und geplanten Rechtsgrundlagen, darunter den Infrastrukturatlas, Kapazitätskarten, Netzentwicklungspläne sowie Informationszugangsrechte und Vergabeverfahren. Zudem hat der BDEW konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet, wie die Transparenzpflichten an die veränderten Sicherheitsanforderungen angepasst werden sollten. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, kommentiert:

„Grundsätzlich bestehen gesetzliche beziehungsweise behördliche Regelungen, die Strom- und Gasnetzbetreiber rechtlich verpflichten, ihre Infrastruktur in der Öffentlichkeit für jedermann offenlegen zu müssen. Dies kann unbeabsichtigt neue Angriffsflächen schaffen. Es geht nicht darum, Transparenz grundsätzlich infrage zu stellen, sondern sie klug und verantwortungsvoll auszugestalten. Wir brauchen eine konsequente Neubewertung aller relevanten Regelungen mit einem klaren Fokus auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Nur so können wir Versorgungssicherheit auch in einem zunehmend komplexen Sicherheitsumfeld gewährleisten.“

Auszug: Genehmigungs- und Zulassungsrechte von Energie- und Wasserinfrastrukturen

Rechtsgrundlage

  • § 71 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz), § 30a NABEG (Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz) – Regelungen zum Schutz von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen im Planfeststellungsverfahren im Bereich Energieleitungen sowie Anlagen wie Umspann- und Schaltanlagen.
  • § 10 BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz), §§ 4, 10, 11a der 9. BImSchV (Verordnung über das Genehmigungsverfahren) – Veröffentlichungspflichten und Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen in immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren unter anderem für Anlagen der Energiewirtschaft.
  • §§ 19, 23 UVPG (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung) – Aufnahme/Schärfung eines eigenständigen Geheimnisschutzes für UVP-relevante Unterlagen und Beteiligungsunterlagen.
  • § 15 Abs. 3 ROG (Raumordnungsgesetz) – Erweiterung des Schutzes von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen um den Schutz kritischer Infrastrukturen

Inhalt/Risiko

Zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) ist ein wirksamer und praxistauglicher Geheimnisschutz in Genehmigungs-, Planfeststellungs- und sonstigen Zulassungsverfahren dringend erforderlich. In diesen Verfahren werden regelmäßig Unterlagen mit hohem Detailgrad offengelegt (insbesondere im Rahmen öffentlicher Auslegung und Anhörungen, zunehmend über Internetportale). Soweit Informationen die physische oder IT-bezogene Sicherheit gefährden und insbesondere die Planung oder Durchführung von Angriffen erleichtern können, müssen sie von Auslegungs- und Veröffentlichungspflichten ausgenommen bzw. nur in sicherheitsverträglicher Form zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, operative Angriffsflächen zu vermeiden, ohne den Kern der Öffentlichkeitsbeteiligung und Verfahrensfairness auszuhöhlen. Bei der Ausgestaltung der Regelungen muss zudem darauf geachtet werden, dass der Schutz nicht durch überzogene Darlegungs- oder Nachweisanforderungen faktisch leerlaufen darf. Zudem muss klargestellt sein, dass auch die sicherheitsbezogene Begründung und etwaige Nachweise selbst dem Geheimnisschutz unterfallen können, um nicht über eine Begründungspflicht indirekt zur Preisgabe sensibler Details zu
verpflichten.

Lösungsvorschlag

Damit der Geheimnisschutz in Genehmigungsverfahren rechtssicher und bundeseinheitlich wirkt, sind neben der Neuregelung im Verwaltungsverfahrensgesetz insbesondere die oben genannten genehmigungsrechtlichen Vorschriften anzupassen bzw. zu ergänzen, um sicherheitsrelevante KRITIS-Informationen von Auslegung, Anhörung und Internetveröffentlichung auszunehmen oder abgestuft zu behandeln.

Zum Papier

Quelle: BDEW

The post Mehr Daten, mehr Risiko? Der Umgang mit sensiblen Infrastrukturinformationen appeared first on gwf-wasser.de.

❌