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Kontextfaktoren für die Surveillance nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) in Deutschland: Politische, soziale und umweltbezogene Indikatoren

Abstract: Hintergrund: Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch politische, soziale und umweltbezogene Rahmenbedingungen – in der vorliegenden Arbeit als Kontextfaktoren bezeichnet – geprägt, die das Risiko für Typ-2-Diabetes und weitere nichtübertragbare Krankheiten (NCD) beeinflussen. Der Artikel gibt einen Überblick über ausgewählte Indikatoren aus diesem Bereich. Methode: Die Indikatoren wurden basierend auf einer Literaturrecherche und einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für die Prävention von Diabetes und anderen NCD sowie ihrer Datenverfügbarkeit entwickelt. Für die Operationalisierung wurden verfügbare bundesweite Daten verwendet. Ergebnisse: Es wurden sechs Indikatoren konsentiert: Tabakkontrolle, Verbraucherpreisindex, Lebensmittelbesteuerung und Präventionsausgaben für den Bereich Gesundheitspolitische Maßnahmen, Armutsrisikoquote für den Bereich Arbeit und Soziales sowie Verkehrsmittelnutzung für den Bereich bebaute und physische Umwelt. Die Zeitreihen zu diesen Indikatoren sind in die NCD-Surveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) integriert und werden auf dem Webportal der Gesundheitsberichterstattung dargestellt. Die Ergebnisse für alle Indikatoren weisen auf unzureichende Präventionsmaßnahmen hin. Schlussfolgerungen: Indikatoren zu Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die zeitliche Entwicklung von verhältnisbasierten Einflussfaktoren der Gesundheit abzubilden. Im Rahmen der NCD-Surveillance am RKI ist die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Themenbereichs vorgesehen.

Von Armuts­risiko bis Tabak­kontrolle – Kontext­faktoren für die Surveillance von Diabetes mellitus und weiteren nicht­über­trag­baren Krankheiten

Die Surveillance von nicht­übertragbare Krank­heiten im Sinne des Health in All Policies-An­satzes erfordert die Ein­bin­dung von sozialen, poli­tischen und umwelt­be­zogenen Rahmen­bedingungen (Kontext­faktoren) für die Gesund­heit. Ihre Er­fassung über ent­sprechende In­di­ka­toren er­möglicht es, ver­hältnis­basierte Einfluss­faktoren syste­matisch ab­zu­bilden und dadurch Prä­ventions­bedarfe und Ansatz­punkte für gesund­heits­fördernde Ver­än­derungen auf­zu­zeigen. Im Journal of Health Monitoring er­läu­tern RKI-Forschende den Auswahl­prozess von Indi­ka­toren im Themen­bereich Kontext­faktoren und berichten aktuelle Daten für diese Indikatoren.

Infobrief zur Erfassung und Bearbeitung von Hepatitis C im Gesundheits­amt

Infobrief 66 (28.04.2026) für Gesundheitsämter Zusammenfassung In den letzten Jahren hat das RKI einen Anstieg der Fallzahlen von Hepatitis C beobachtet. Das Fehlen von Angaben zum Stadium der Infektion sowie weitere fehlende oder unplausible Angaben erschweren die Beurteilung der Daten und die Einordnung der Entwicklung der Fallzahlen. Die veränderte Arbeitsweise bei der Meldungsbearbeitung durch die Einführung der DEMIS-Labormeldung in Verbindung mit Anpassungen der Löschfristen für personenbezogene Daten können zur Mehrfacherfassung von Hepatitis-C-Fällen führen. In diesem Infobrief werden Herangehensweisen, Änderungen bei der Bearbeitung und mögliche Unklarheiten adressiert, um zu einer Vereinheitlichung der Vorgehensweise und einer besseren Datenqualität für die epidemiologische Beurteilung der Meldedaten beizutragen.

Stärkung der Ausbruchsvorsorge durch mobiles Labortraining in Côte d’Ivoire

Vom 16. bis 24. April 2026 wurde am Centre Hospitalier et Universitaire de Bouaké (CHU Bouaké) in Côte d’Ivoire eine praxisorientierte Schulung zum Einsatz mobiler Labore in Ausbruchssituationen durchgeführt. Die Schulung wurde gemeinsam vom Robert Koch-Institut (RKI), dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) organisiert.

Vorträge der Tagung zum Welt­tuberkulose­tag 2026

Anlässlich des jährlichen Welttuberkulosetages richtet das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut, dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose e. V. und mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Gesundheit die ganztägige hybride Fachtagung TUBERKULOSE AKTUELL aus.

Neue Ergeb­nisse aus IMPRESS: IMpf­ver­halten ver­stehen, PReparednESS steigern

Personen mit Empfehlung für eine Grippe­impfung haben ein geringeres Bewusst­sein für ihre Zugehörig­keit zur Risiko­gruppe. Sie schätzen sowohl ihr Erkrankungs­risiko als auch die Schwere der Erkrankung als moderat ein, während sie ihre eigene Anfälligkeit unterschätzen – das sind einige der neuen Ergebnisse des Forschungs­projekts IMPRESS (IMpfverhalten verstehen, PReparednESS steigern), die das RKI am 20.4.2026 online veröffentlicht hat.

Wie Forschung Wissen schafft – Das RKI erleben, Gesund­heit verstehen: Schul­klassen aus Berlin, Branden­burg und Sachsen im RKI

Im April öffnet das Robert Koch-Institut in Berlin-Wedding erstmals seine Türen für Schul­klassen. Unter dem Motto „Wie Forschung Wissen schafft – Das RKI erleben, Gesund­heit verstehen“ kommen am 23. April und am 28. April sechs beziehungs­weise sieben Klassen aus Berlin, Branden­burg und Sachsen zu einem interaktiven Tag rund um die Gesund­heits­forschung.
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