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Was tun, wenn es zu heiß ist? So kommen Sie sicher und gesund durch die nächste Hitzewelle

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit informiert zu Hitzeschutz im Alltag und gibt praktische Tipps für extrem heiße Tage

Köln, 10. Juli 2026. Von Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis zum Hitzschlag: Extreme Temperaturen können den Körper stark belasten und im schlimmsten Fall tödlich sein. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass bisher etwa 5.100 Menschen infolge der Extremhitze in 2026 in Deutschland starben. Während der letzten Hitzewelle stieg das Thermometer mancherorts auf über 41 Grad Celsius. Durch den Klimawandel werden Hitzewellen, Temperaturrekorde und sogenannte Tropennächte häufiger. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig zu schützen und besonders gefährdete Personen im Blick zu behalten. 

Um Menschen dabei zu helfen, gut und sicher durch heiße Tage zu kommen, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit praktische Empfehlungen zum Hitzeschutz zusammengestellt:

1. Besonders gefährdete Personen unterstützen

  • Hitze betrifft uns alle, aber nicht alle gleich. Einige Risikogruppen sind besonders gefährdet. Dazu zählen: 
    • ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, chronisch kranke Menschen, alleinlebende oder pflegebedürftige Personen sowie Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und Menschen, die auf der Straße leben. 
  • Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn können helfen, indem sie regelmäßig nachfragen, ob ausreichend getrunken wurde oder Unterstützung anbieten – bei der Versorgung mit Einkäufen, bei der Begleitung von Terminen oder anderen Erledigungen. Ein täglicher Anruf, ein kurzer Besuch oder die Frage „Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“ können bereits viel bewirken.

2. Mineralstoffe im Blick behalten

  • Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Bei starkem Schwitzen können deshalb Brühe, leicht gesalzene Speisen oder elektrolythaltige Getränke sinnvoll sein.
  • Auch kalium- und magnesiumreiche Lebensmittel wie Bananen, Kartoffeln, Gemüse, Nüsse oder Vollkornprodukte können helfen.

3. Den Körper kühlen

  • Den Körper mit kühlen, feuchten Umschlägen, Tüchern oder Waschlappen abkühlen, besonders an Armen, Beinen, Stirn oder Nacken. Auch kühle Fußbäder oder ein Wassernebel aus der Sprühflasche können Erfrischung bringen.
  • Duschen oder Bäder sollten eher kühl bis lauwarm sein – nicht eiskalt, da sehr kaltes Wasser den Kreislauf belasten kann.
  • Leichte, helle, luftige und atmungsaktive Kleidung hilft dem Körper, Wärme abzugeben, gut geeignet sind dünne Baumwolle, Leinen, Seide oder Viskose.

4. Leicht und wasserreich essen

  • An heißen Tagen mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große Mahlzeiten essen.
  • Geeignet sind Mahlzeiten mit wasserreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Salat oder Suppen.

5. Ausreichend trinken – auch ohne Durstgefühl

  • Erwachsene sollten über den Tag verteilt am besten etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit trinken, bei körperlicher Belastung noch mehr. Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen.
  • Sinnvoll ist es, regelmäßig zu trinken, am besten etwa stündlich ein Glas, auch wenn noch kein Durst spürbar ist.
  • Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die Trinkmenge ärztlich abstimmen.

6. Warnzeichen ernst nehmen und richtig reagieren

  • Hitzebeschwerden können sich unter anderem durch Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme bemerkbar machen.
  • Betroffene sollten schnell aus der Hitze gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden.
  • Bei schweren Beschwerden oder Verdacht auf Hitzschlag sollte sofort ärztliche Hilfe geholt beziehungsweise der Notruf 112 gewählt werden.

7. Medikamente vor Hitzeperioden prüfen lassen

  • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor oder während einer Hitzewelle ärztlich oder in der Apotheke klären, ob Hitze die Wirkung beeinflussen kann. Die Einnahme von Medikamenten sollte nicht eigenständig verändert werden.
  • Lagerungshinweise beachten: Einige Arzneimittel vertragen keine Temperaturen über 25 °C.
  • Medikamente sollten niemals im heißen Auto liegen bleiben.

8. Wohnung und Innenräume kühl halten

  • Möglichst dann lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen, am besten nachts oder früh morgens. Bei spürbar stickiger Luft oder hoher Luftfeuchtigkeit kurz und kräftig stoß- oder querlüften, danach die Fenster wieder schließen.
  • Fenster tagsüber möglichst von außen verschatten, zum Beispiel mit Rollläden, Jalousien, Markisen oder Sonnensegeln.
  • Unbenutzte Elektrogeräte ausschalten, da sie auch im Stand-by-Modus Wärme erzeugen. 

9. Den Tagesablauf anpassen

  • Körperliche Aktivitäten, Sport, Einkäufe, Termine und Erledigungen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – möglichst wenig draußen aufhalten.

10. Direkte Sonne und aufgeheizte Orte meiden

  • Besonders belastend sind pralle Sonne, überhitzte Innenräume sowie große Asphalt- oder Betonflächen.
  • Besser sind schattige Orte, Parks, Gärten oder kühlere Innenräume.
  • Bei stark aufgeheizter Wohnung kann es helfen, täglich einige Stunden an einem kühleren Ort zu verbringen, zum Beispiel in Bibliotheken, Museen, Kirchen oder Einkaufszentren.

Weitere Informationen des BIÖG zum Thema Hitzeschutz

Einen Überblick über die gesundheitlichen Risiken und Tipps bei Extremhitze bietet das Portal www.klima-mensch-gesundheit.de. Es bietet umfassende Informationen zu den Themen Hitze- und UV-Schutz. Ergänzt wird das Angebot durch Erklärvideos aus dem Themenbereich Klimawandel und Gesundheit

Speziell an Eltern, Betreuende und Fachkräfte richtet sich das Portal www.kindergesundheit-info.de mit einer Vielzahl an Gesundheitsthemen, die in den ersten Lebensjahren von Bedeutung sind – darunter auch viele Tipps, wie Babys und Kinder vor Sonne und Hitze geschützt werden können.

Für Menschen mit Diabetes kann Hitze besonders belastend sein und Blutzuckerwerte, Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt beeinflussen. Worauf Betroffene achten sollten – von ausreichendem Trinken bis zur richtigen Lagerung von Insulin und Medikamenten – erklärt www.diabinfo.de.


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BIÖG und ABDA starten digitale Fortbildungsreihe ‚Town Halls‘ für Apothekenteams zur Prävention

Köln/Berlin, 27. Mai 2026. „Hitze und Arzneimittel – Sicher beraten im Sommer“ – so lautet das Thema der ersten Veranstaltung der neuen Online-Fortbildungsreihe ‚Town Halls‘ für Apothekenteams, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – am 27. Mai 2026 startet.

Das neue Format richtet sich an Apothekerinnen und Apotheker sowie weiteres pharmazeutisches Fachpersonal und knüpft an die Town Halls an, die das BIÖG für Mitarbeitende des Öffentlichen Gesundheitsdienstes anbietet. Ziel ist es, aktuelles Wissen zur Prävention und Gesundheitsförderung praxisnah zu vermitteln. Gleichzeitig bietet die Reihe Gelegenheit für Austausch und Vernetzung und macht mit den vielfältigen Materialien und Angeboten von BIÖG und ABDA vertraut, die gezielt an Patientinnen und Patienten weitergegeben werden können. 

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des BIÖG: „Apotheken sind für Menschen jeden Alters – insbesondere für ältere – eine vertraute Anlaufstelle. Hier geht es um mehr als nur Medikamente: um persönliche Beratung, Vertrauen und das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Mit den Town Halls für Apotheken bringen wir wichtige Akteure der Gesundheitsförderung zusammen, stärken den Austausch und sorgen dafür, dass neues Wissen schnell in den Apotheken vor Ort ankommt. So profitieren Patientinnen und Patienten unmittelbar davon.“ 

Thomas Preis, Präsident der ABDA: „In der Apotheke wissen wir: Gute Beratung lebt von aktuellem Wissen und anwendungsorientierten Hilfen. Die neue Online-Fortbildungsreihe bietet Apothekenteams die Chance, sich gezielt über neue Entwicklungen und Erkenntnisse der Gesundheitsförderung zu informieren und das Erlernte direkt im Beratungsgespräch anzuwenden. Die vielfältigen Informationsmaterialien und Angebote von ABDA und BIÖG zur Qualitätssicherung der Beratung und zur Information von Kunden und Patienten helfen, Beratungsgespräche noch effektiver zu gestalten.“

Themen und Format
Die Town Halls greifen aktuelle Herausforderungen der Gesundheitsförderung und Prävention auf: Nach dem Auftakt sind für dieses Jahr weitere Online-Termine geplant. Jede Veranstaltung dauert etwa 60 Minuten und findet digital per Webex statt. 

Zum Einstieg geben Institutionen wie das Robert Koch-Institut (RKI) einen kompakten Überblick über relevante Daten und Entwicklungen. Darauf aufbauend vertiefen Expertinnen und Experten das jeweilige Thema in kurzen, praxisorientierten Impulsen. Ergänzend werden die Informations- und Unterstützungsangebote von BIÖG und ABDA vorgestellt.

Die Teilnehmenden erhalten so konkrete Anregungen, wie sie das Erlernte in ihrer täglichen Beratungspraxis anwenden und Patientinnen und Patienten auf die Angebote von BIÖG und ABDA aufmerksam machen können. Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und stehen im Anschluss zur Verfügung. Die Akkreditierung als Fortbildungsmaßnahme ist bei der Bundesapothekerkammer beantragt.

Materialien der ABDA sind digital verfügbar unter www.apothekenkampagne.de 

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Zwei Drittel der jungen Menschen haben digitale sexualisierte Gewalt, sexuelle Beleidigungen oder Belästigung erlebt

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht Sonderauswertung der Studie Jugendsexualität mit aktuellen Daten zu Erfahrungen junger Menschen mit sexualisierter Gewalt

Köln, 27. März 2026.  Viele junge Menschen in Deutschland machen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt: Rund zwei Drittel (64 %) der 5.855 befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben mindestens eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erlebt, knapp ein Drittel (29 %) berichtet zudem von mindestens einer Erfahrung mit sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Zu den Formen ohne Körperkontakt zählen z. B. das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet (Cybergrooming), sexualisierte Beleidigungen oder das Zusenden sexueller Bilder oder Filme. Zu den Formen mit Körperkontakt zählen ungewollte bzw. erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen sind davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer.

Die Daten zeigen außerdem, dass Jugendliche sexualisierte Gewalt häufig durch Gleichaltrige erfahren (sexualisierte Peer-Gewalt) − und dies nicht selten in Anwesenheit oder mit Kenntnis anderer Gleichaltriger. Die meisten Betroffenen vertrauen sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung mindestens einer anderen Person an. Hier spielen vor allem Freundinnen und Freunde eine wichtige Rolle (51 %), doch auch die Eltern sind relevante Vertrauenspersonen (33 %).

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der 10. Trendwelle der Jugendsexualitätsstudie in weiten Teilen nationale und internationale Untersuchungen. Demnach sind Jugendliche in verschiedenster Form mit sexualisierter Gewalt konfrontiert: Sie sind häufig betroffen, sie können aber auch selbst die übergriffige und gewaltausübende Person sein. Des Weiteren sind junge Menschen auch sogenannte Bystander, das heißt, sie sind in der Situation anwesend, mitwissend oder werden im Nachgang von anderen Gleichaltrigen ins Vertrauen gezogen. Die Befunde belegen, dass das Jugendalter eine Phase erhöhten Risikos für sexualisierte Gewalt (unter Gleichaltrigen) ist und Beobachtende und Mitwissende sowohl vor, während als auch nach Situationen sexualisierter Gewalt eine wichtige Rolle spielen. Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt sollten daher sowohl die Perspektive der Betroffenen, der Bedrängenden als auch derjenigen Jugendlichen, die bei Übergriffen dabei sind oder davon erfahren, berücksichtigen.

Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung und stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Unsere Jugendsexualitätsstudie zeigt sehr klar: Viele junge Menschen erleben sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen, online genauso wie offline. Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, Übergriffe zu erkennen und klar zu benennen. Gleichzeitig müssen wir sie darin bestärken, in riskanten Situationen sich und andere zu schützen sowie Betroffenen zur Seite zu stehen. Dafür brauchen junge Menschen sexuelle Bildung in Schule und Elternhaus sowie kompetente Ansprechpersonen in ihrem direkten Lebensumfeld. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit seit Anfang 2026 den gesetzlichen Auftrag, Prävention und Schutz bundesweit auszubauen. Daran arbeiten wir jetzt: Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden wir zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt entwickeln, die an den Lebensrealitäten der jungen Menschen ansetzen.“

Die Ergebnisse im Überblick:

Sexualisierte Gewalt ohne Körperkontakt

  • Insgesamt berichten 64 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mindestens einmal eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erlebt zu haben (68 % der jungen Erwachsenen gegenüber 54 % der Jugendlichen).

Sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt

  • Sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt hat knapp ein Drittel (29 %) der Befragten mindestens einmal im Leben erfahren (Jugendliche: 12 %, junge Erwachsene: 37 %).
  • Weibliche Personen sind doppelt so häufig betroffen wie männliche Personen (40 % ggü. 18 %).
  • Bei den Gewalt ausübenden Personen handelt es sich häufiger um Jugendliche (45 %) als um Erwachsene (34 %).
  • 71 Prozent der Gewalt ausübenden Personen sind männlich.

Versenden und Erhalten von intimen Fotos oder Videos gegen den Willen

  • Fast jede vierte Person (24 %) hat sexualisierte Gewalt durch den Einsatz von intimem Bild- und Videomaterial (z. B. Nacktaufnahmen/ pornografische Aufnahmen) erfahren, insbesondere dadurch, dass sie intime Fotos bzw. Videos gegen ihren Willen erhalten haben oder das Zusenden von ihnen verlangt wurde.
  • Davon sind eher Mädchen und Frauen betroffen (25 %) als Jungen und Männer (11 %).

Sexualisierte Gewalt im Beisein bzw. mit Kenntnis von anderen Personen (Bystander)

  • 38 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon einmal mitbekommen, dass andere Personen zu sexuellen Handlungen gedrängt oder gezwungen wurden. Etwa ein Drittel (31 %) der ersten Gewalterfahrungen mit Körperkontakt geschah im Beisein bzw. mit Kenntnis von Dritten.
  • 69 Prozent der Betroffenen vertrauen sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung mindestens einer anderen Person an. Hier spielen vor allem Gleichaltrige eine große Rolle (51 %). Doch auch die Eltern sind wichtige Ansprechpersonen (33 %).

Weitere Studienergebnisse und Informationen zur Studie finden Sie hier:
Dinger, L., Schäfer-Pels, A., Scharmanski, S. Sexualisierte Gewalterfahrungen, Bystander­-Perspektiven und Disclosure junger Menschen – Ergebnisse aus der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie. Bundesgesundheitsblatt (2026). https://doi.org/10.1007/s00103-026-04212-y

Informationen zur Studie:
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) führt regelmäßig die repräsentative Wiederholungsbefragung „Jugendsexualität“ durch. Die aktuelle Studie ist die zehnte Befragungswelle und schließt methodisch an die Vorgängerstudien von 1980 bis 2019 an. Datengrundlage sind 5.855 bundesweit geführte Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen Februar und Juli 2025. Befragt wurden 3.514 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und 2.341 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Für die Studie werden seit 1998 auch Daten zu Erfahrungen sexualisierter Gewalt erhoben, ein Zeitvergleich ist jedoch aufgrund methodischer Anpassungen nicht möglich.

Hilfsangebot für betroffene Personen von sexualisierter Gewalt, Angehörige, Fachkräfte und alle Interessierten:
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530)

Datenbank für Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend:
www.fortbildungsnetz-sg.de

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Studie: Lebensentwürfe in Sachsen verändern sich – Frauen planen seltener fest mit Kindern

Fachtagung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit stellt neue Erkenntnisse der Studie „frauen leben 4“ zu reproduktiver Gesundheit in Sachsen vor

Köln/Dresden, 19. März 2026.  Kinder zu bekommen ist für mehr als die Hälfte der Frauen in Sachsen (57 %) fester Teil ihres Lebensentwurfs. Zwölf Jahre zuvor sah das noch anders aus: 2014 waren Kinder für die große Mehrheit der Frauen in Sachsen (83 %) selbstverständlich. Als Gründe, keine Kinder zu bekommen, werden von den Frauen etwa gleich häufig Sorgen wegen der aktuellen Krisen (31 %), finanzielle Unsicherheit (30 %) und das Fehlen einer passenden Partnerschaft (30 %) genannt. Das sind Ergebnisse der Befragungsstudie „frauen leben 4. Familienplanung im Lebenslauf“, die heute bei einer Fachtagung des Sächsischen Sozialministeriums vorgestellt werden.

Die Tagung, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit dem Sächsischen Sozialministerium veranstaltet, präsentiert zentrale Ergebnisse der neuen Studie für das Bundesland Sachsen. Sie zeigen, wie Frauen im reproduktiven Alter leben und wie stark ihre Entscheidungen zur Familienplanung von gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die länderspezifische Auswertung beruht auf einer repräsentativen Befragung von 1.773 Frauen zwischen 20 und 44 Jahren zu Aspekten der Familienplanung wie Kinderwunsch, Schwangerschaften, Partnerschaft und Verhütung. Durchgeführt wurde sie vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg (SOFFI F).

Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Die Ergebnisse von ‚frauen leben 4‘ zeigen, wie unterschiedlich Frauen heute ihr Leben planen – mit oder ohne Kinder. Fest steht: Die Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher davon ab, ob die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn wir besser verstehen, was Frauen bewegt, können wir unsere Angebote gezielter an ihren Lebensrealitäten ausrichten. Deshalb freuen wir uns, diese Daten jetzt auch für Sachsen vorzustellen und gemeinsam mit den Ländern zu schauen, was vor Ort gebraucht wird – und daraus konkrete Angebote zu entwickeln.“

Zentrale Ergebnisse für Sachsen im Überblick: 

  • Eine stabile Partnerschaft spielt für die Familiengründung eine wichtige Rolle, eine Heirat ist weniger wichtig: Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind weniger als die Hälfte (44 %) der Frauen in Sachsen verheiratet. Dennoch sind mehrjährige Partnerschaften bei der ersten Geburt mit einem Anteil von 79 Prozent die Regel. Die Hälfte der Frauen (50 %) leben mindestens fünf Jahre in einer Beziehung, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.
  • Die Erwerbstätigkeit von Müttern wird in Sachsen als Selbstverständlichkeit angesehen: 92 Prozent möchten arbeiten, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist. Bei Kindern im Grundschulalter sind es nahezu alle Frauen, wovon 45 Prozent eine Vollzeittätigkeit bevorzugen.
  • Das Alter der Frauen bei ihrer ersten Geburt ist zwischen 2012 und 2024 um 1,3 Jahre auf 29,5 Jahre gestiegen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der zunehmende Anteil von Hochschulabsolventinnen unter den 25- bis 34-jährigen Frauen, der im gleichen Zeitraum von 20 Prozent auf 38 Prozent gestiegen ist.
  • Alle Ergebnisse im Überblick

Neben Sachsen auch Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen im Fokus

Die Befragungsstudie wurde im Juni und Juli 2024 zeitgleich in Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen durchgeführt. Auch dort zeigt sich: Lebensentwürfe, Kinderwunsch und Familiengründung werden maßgeblich durch Bildung, ökonomische Sicherheit und gesellschaftlichen Wandel geprägt. Der Vergleich der Ergebnisse zwischen verschiedenen Bundesländern ermöglicht fundierte regionale Einschätzungen für Wissenschaft, Praxis und Politik. Die nächste Phase von „frauen leben 4“ betrachtet das Familienplanungsgeschehen in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; Ergebnisse werden in 2027 erwartet.

Die Studien im Überblick finden Sie hier: www.sexualaufklaerung.de/familienplanung-im-lebenslauf/

Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Berlin: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Was Berlinerinnen bei ihrer Familienplanung wichtig ist

Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Niedersachsen: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher von den passenden Rahmenbedingungen ab

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Der Jugend mehr Stimme geben: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gründet Jugendbeirat

Bewerbungsphase für das neue Gremium startet am 15. Januar 2026

Köln, 15. Januar 2026. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gründet erstmals einen Jugendbeirat. Ziel ist es, Gesundheitsthemen und Angebote für junge Menschen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterzuentwickeln – näher an ihrem Alltag, verständlicher und passender.

Der Jugendbeirat soll das Bundesinstitut zunächst für zwei Jahre beraten: Welche Themen spielen im Leben junger Menschen wirklich eine Rolle? Wie gelingt gute Gesundheitsinformation? Und über welche Kanäle werden junge Menschen am besten erreicht?

Im Jugendbeirat arbeiten junge Menschen eng zusammen, tauschen sich mit Fachleuten aus und gestalten Strategien, Projekte und Kommunikationsformate mit. Regelmäßige Videokonferenzen, Präsenztreffen sowie Workshops bieten Raum für Austausch und Feedback – und ermöglichen den Jugendlichen, wertvolle Netzwerke aufzubauen und von praxisnahen Lernerfahrungen zu profitieren. Für ihr Engagement erhalten die Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung und die Chance, die Gesundheitskommunikation ihrer Altersgruppe nachhaltig mitzuprägen.

Für das neue Gremium werden 15 bis 20 Mitglieder gesucht. Bewerben können sich bundesweit junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Entscheidend sind Interesse, Engagement und die Bereitschaft zum regelmäßigen Austausch. Bewerbungen sind vom 15. Januar bis 15. März 2026 möglich.

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Junge Menschen erreicht man, indem man sie ernst nimmt und zu Wort kommen lässt. Aus Projekten wie der Suchtprävention oder dem Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wissen wir: Maßnahmen, die wirken, entstehen im Dialog. Der Jugendbeirat soll genau das möglich machen – und jungen Menschen eine stärkere Stimme geben.“

Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche gehört zu den Kernaufgaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Denn viele Gewohnheiten, die später über Gesundheit mitentscheiden, entstehen früh. Wer Jugendliche und junge Erwachsene ernsthaft beteiligen will, muss ihre Perspektiven frühzeitig in die Entwicklung von Angeboten einbeziehen.

Der Jugendbeirat ist auch ein Schritt zu mehr Beteiligung, wie sie unter anderem internationale und nationale Rahmenwerke vorsehen – von der UN-Kinderrechtskonvention bis zur WHO-Strategie für Kinder- und Jugendgesundheit.

Link zur Website:
www.bioeg.de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/gremien/jugendbeirat

Direkt zum Bewerbungsformular geht es hier:
www.bioeg.de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/gremien/jugendbeirat/bewerbung

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Gesundheit im Fokus: Die wichtigsten Aktionstage 2026

Service für Redaktionen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht Liste mit Gesundheitstagen für das kommende Jahr 

Köln, 27. November 2025. Dry January, Tag der Organspende, Weltnichtrauchertag, Hitzeaktionstag oder Welt-Aids-Tag: Gesundheitstage und -monate machen sichtbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt. Sie rücken unterschiedliche Gesundheitsthemen in den Fokus und sensibilisieren für Erkrankungen, Belastungen und vorbeugende Maßnahmen – weit über die direkt Betroffenen hinaus.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) veröffentlicht seit vielen Jahren eine Übersicht bedeutender internationaler und nationaler Gesundheitstage. Die Liste für das Jahr 2026 ist ab sofort online verfügbar unter: www.infodienst.bioeg.de/gesundheitsfoerderung/nationale-internationale-gesundheitstage/   

Städte, Gemeinden, Apotheken, Krankenkassen, Schulen, Unternehmen und andere Institutionen können die Gesundheitstage nutzen, um Aktionen, Informationsveranstaltungen und Mitmachangebote zu organisieren und so das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung stärken.

Zu einer Vielzahl dieser Gesundheitstage bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit wissenschaftlich fundierte und unabhängige Informationen und unterstützt mit zahlreichen zielgruppenspezifischen Angeboten – hier eine kleine Auswahl:

Bei Interesse für eine Berichterstattung zu den verschiedenen Gesundheitstagen wenden Sie sich gerne an: pressestelle(at)bioeg.de

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Diabetes Typ 2 früh erkennen: Zum Weltdiabetestag persönliches Risiko mit Online-Test prüfen

Köln, 11. November 2025. Diabetes mellitus Typ 2, umgangssprachlich auch als „Zuckerkrankheit“ bekannt, entsteht meist schleichend und kann über Jahre völlig symptomlos bleiben. Er gehört zu den häufigsten nicht-übertragbaren Erkrankungen in Deutschland – doch nicht jeder weiß, dass er betroffen oder gefährdet ist. Zum Weltdiabetestag am 14. November startet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) daher eine bundesweite Aufklärungskampagne, um auf den kostenlosen digitalen Diabetes-Risiko-Test aufmerksam zu machen.

In nur wenigen Minuten können Erwachsene damit ihr persönliches Risiko bestimmen, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Auf Basis weniger Fragen zum Lebensstil und zu familiären Risikofaktoren ermittelt der Test das persönliche Risiko in Prozent und gibt praktische Tipps, wie sich das Risiko verringern lässt. Der Test steht auf dem nationalen Diabetesinformationsportal www.diabinfo.de bereit. Dort finden Bürgerinnen und Bürger qualitätsgesicherte und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Vorbeugung von Diabetes sowie praktische Tipps zum Leben mit der Erkrankung.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen mit einem bislang unerkannten Diabetes. Weitere sieben Millionen Fälle von Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind bereits bekannt. Während Typ-2-Diabetes meist durch Lebensstilfaktoren (ungesunde Ernährung, wenig Bewegung und Übergewicht) und eine erbliche Veranlagung begünstigt wird, sind die Ursachen von Typ-1-Diabetes noch weitestgehend unklar. Fest steht aber, dass Typ-1-Diabetes nicht entsteht, weil zu viel „Süßes“ gegessen wurde. Unbehandelt kann Diabetes zu schweren Schäden an Augen und Nieren führen sowie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen.

Hier gelangen Sie zum Typ-2-Diabetes-Risiko-Test

Weitere Informationen:

Das „Diabetesnetz Deutschland – gemeinsam gesünder“ informiert im Auftrag des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit über Risiken und Möglichkeiten der Diabetesprävention.

Bestellung von kostenlosen Materialien unter:

https://www.diabetesnetz.info/infomaterialien

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Spot an für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD):

Bundesländer präsentieren neue Marke „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit.

Köln, 19. September 2025. Heute fällt der Startschuss für die neugeschaffene Marke des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Sie wurde von den 16 Landesgesundheitsministerien gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) entwickelt. Unter dem Motto „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ macht die Kommunikationsinitiative die vielfältigen Aufgaben des ÖGD bekannter und verdeutlicht seine Bedeutung im Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Die neue Marke geht aus dem 2020 zwischen Bund und Ländern geschlossenen „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ hervor.

Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland tagtäglich mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Um die Aufgaben der Gesundheitsämter sichtbarer zu machen, wurde ergänzend zur Marke ÖGD ein länderübergreifender Internetauftritt als „Schaufenster des ÖGD“ umgesetzt. Unter www.oeffentlichergesundheitsdienst.de finden Bürgerinnen und Bürger künftig Informationen, in welchen Fällen sie sich an ihr Gesundheitsamt wenden können. Eine integrierte Postleitzahlen-Suche zeigt zudem direkt das jeweils zuständige Amt. Gleichzeitig macht die Webseite die Aufgaben und Themen der Gesundheitsämter transparenter.

Um auf die Kommunikationsinitiative „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ aufmerksam zu machen, wurde zudem mit Schauspieler Simon Gosejohann ein Werbespot produziert, der auf humorvolle Weise den ÖGD in den Alltag der Menschen bringt: https://youtu.be/Q8sh1vsEwmc.
In allen 16 Bundesländern werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Werbemaßnahmen umgesetzt, von Social Media Kampagnen über Plakataktionen bis hin zu Erklärfilmen. Die Werbemaßnahmen in den einzelnen Bundesländern starten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ziel der Länder ist eine größtmögliche Reichweite und Sichtbarkeit des ÖGD in ganz Deutschland.

Katharina Schenk, Thüringens Gesundheitsministerin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz: „Mit dieser länderübergreifenden Kommunikationsinitiative schaffen wir erstmals einen bundesweit einheitlichen Auftritt des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – klar, nahbar und verständlich. So geben wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur schnellen Zugang zu verlässlichen Informationen und direkten Kontaktmöglichkeiten zu ihrem Gesundheitsamt, sondern machen auch sichtbar, welch unverzichtbare Arbeit der ÖGD Tag für Tag leistet. Wir wollen damit das Vertrauen in den ÖGD stärken, seine enorme gesellschaftliche Bedeutung ins Bewusstsein rücken und die Menschen hinter dieser Arbeit würdigen.“

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): „Aus meiner Zeit als Leiter des größten Gesundheitsamtes in Deutschland kenne ich die Herausforderungen des ÖGD sehr genau. Die länderübergreifende Kommunikationskampagne zeigt auf, in wie vielen Bereichen der ÖGD tätig ist – von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin bis zu Schuleingangsuntersuchungen und Netzwerkarbeit vor Ort. Der ÖGD ist ganz nah an den Menschen – genau das macht die neue Marke sichtbar.“

Die Gesundheitsämter – das Gesicht des ÖGD
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist neben der ambulanten und stationären Versorgung ein zentraler Pfeiler der gesundheitlichen Daseinsvorsorge in Deutschland. Er umfasst Einrichtungen der Gesundheitsverwaltung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Aufgaben reichen vom Gesundheitsschutz über Beratung bis hin zur Gesundheitsförderung, wobei manche Aufgaben in einzelnen Bundesländern von anderen Stellen wahrgenommen werden. Nachfolgend ist eine nicht abschließende Auflistung der ÖGD-Aufgabenbereiche aufgeführt:

  • Infektionsschutz – z. B. Meldewesen, Ausbruchsuntersuchungen, Kontaktpersonenmanagement
  • Hygiene – z. B. Hygiene in medizinischen Einrichtungen
  • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst – z. B. Schuleingangsuntersuchungen
  • Zahnärztlicher Dienst – Reihenuntersuchungen und Prophylaxe-Maßnahmen
  • subsidiäre Impfangebote, unterstützend zum ambulanten Regelsystem
  • Beratung und Unterstützung – z. B. zu Kindergesundheit, Suchtprävention, psychischer Gesundheit oder sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV
  • Begutachtungen
  • Projekte und Aktionen vor Ort – z. B. Schulprojekte oder Gesundheitstage
  • Gesundheitsberichterstattung
  • Umweltbezogener Gesundheitsschutz – z. B. Auswirkungen des Klimawandels, Trinkwasser- und Badewasserschutz

Hintergrund:
Zu Beginn der Corona-Pandemie verständigten sich Bund und Länder im Jahr 2020 auf den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Pakt für den ÖGD)
(www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/O/OEGD/Pakt_fuer_den_OEGD.pdf), um den ÖGD in Bund, Ländern und Kommunen zu stärken. Der Bund stellt dafür bis zum 31.12.2026 insgesamt vier Mrd. Euro bereit. Die Mittel werden für die Schaffung von zusätzlichem Personal in den Gesundheitsämtern eingesetzt, außerdem unter anderem für die Digitalisierung, die Attraktivitätssteigerung und die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen des ÖGD. Im Aufgabenfeld Attraktivitätssteigerung gilt es unter anderem eine länderübergreifende Kommunikationsinitiative umzusetzen, die sich an die Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel wendet, den ÖGD in seiner ganzen Aufgabenbreite und Bedeutung für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sichtbar und verständlicher zu machen.

 

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