Lese-Ansicht

EPR-Aufschub schafft Investitionsunsicherheit

Das Europäische Parlament diskutiert derzeit Entschließungsanträge zur Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), insbesondere zur Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR – Extended Producer Responsibility). Einige der Anträge enthalten ein „Stop-the-Clock“-Verfahren für EPR sowie die Forderung nach einer neuen Studie zu den Auswirkungen der Richtlinie auf den Pharmasektor.

Hierzu erklärt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser:

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser

„Die Diskussion im Europäischen Parlament über ein mögliches ‚Stop-the-Clock‘-Verfahren bei der Erweiterten Herstellerverantwortung oder eine neue Folgenabschätzung geht in die falsche Richtung. Ein Aussetzen der Herstellerverantwortung, ohne gleichzeitig die Einführung der vierten Reinigungsstufe auf den Prüfstand zu stellen, würde zu immenser Investitionsunsicherheit für die Wasserwirtschaft führen.

Die von der Pharmaindustrie vorgelegten Berechnungen überschätzen die Kosten der Erweiterten Herstellerverantwortung um nahezu 80 Prozent. Zentrale Vorgaben der Richtlinie werden dabei nicht korrekt berücksichtigt, etwa die höheren Schwellenwerte für verpflichtende Ausbaumaßnahmen, der risikobasierte Ansatz oder die Tatsache, dass in Deutschland lediglich 80 Prozent der Kosten über die Erweiterte Herstellerverantwortung gedeckt werden.

Vor diesem Hintergrund besteht kein Bedarf für eine erneute Studie oder eine Verzögerung der Richtlinie. Vielmehr sollten sich jetzt alle Beteiligten auf eine zügige, rechtssichere und kosteneffiziente Umsetzung der Richtlinie in ihrer jetzigen Form konzentrieren. Der BDEW steht jederzeit bereit, seine Expertise einzubringen und mit allen Akteuren, dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten zu kooperieren.“

Zur Analyse

Hintergrund

Die Hinweise der Pharmaindustrie vor Kostensteigerungen und Versorgungsrisiken stützen sich auf industrieeigene Analysen. Eine BDEW-Prüfung dieser Berechnungen, insbesondere jener von „Medicines for Europe“, identifiziert jedoch deutliche methodische Schwächen und Abweichungen von den Richtlinienvorgaben, was zu einer erheblichen Überschätzung der tatsächlichen Kosten der Erweiterten Herstellerverantwortung führt.


Quelle: BDEW

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Frühjahr 2026: Trockener April, nasser Mai

Das Frühjahr 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr mit 95 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels nur leicht zu trocken. Ausschlaggebend dafür war vor allem der sehr niederschlagsreiche Mai: Mit 111 Millimetern fielen fast 150 Prozent der für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge. Während der März mit 89 Prozent des langjährigen Mittels etwas trockener als gewöhnlich ausfiel, erreichte der April lediglich 46 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Weniger Zuschusstage als üblich

Der nasse Mai wirkte sich auch auf die Wasserbewirtschaftung aus. Zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse am Pegel Villigst mussten die Talsperren des Ruhrverbands im Frühjahr 2026 lediglich an zwölf Tagen Wasser zuschießen. Damit lag die Zahl der zuschusspflichtigen Tage rund 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein noch deutlicherer Unterschied: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren am Pegel Villigst insgesamt 48 zuschusspflichtige Tage registriert worden – viermal so viele wie in diesem Frühjahr.

Auch die Temperaturen lagen in allen drei Frühlingsmonaten über den jeweiligen langjährigen Referenzwerten. Der März war um 1,8 Grad wärmer als üblich, der April um 0,5 Grad und der Mai um 0,8 Grad. Insgesamt ergibt sich für das Frühjahr 2026 eine Temperaturabweichung von 1,1 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum. Damit zählt es zu den acht wärmsten Frühjahren im Ruhreinzugsgebiet seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Talsperren mit höheren Reserven als im Vorjahr

Zu Beginn des Frühjahrs am 1. März lag der Gesamtfüllstand der Talsperren nahezu exakt auf dem langjährigen Mittel und wich lediglich um 0,3 Prozent nach unten ab. Bis zum 31. Mai stieg der Füllstand auf einen Wert von gut zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Insgesamt sind damit fast 30 Millionen Kubikmeter mehr Wasser in den Talsperren gespeichert als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dennoch bleibt eine sorgfältige Bewirtschaftung der Speicher erforderlich. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse müssen die Talsperren sowohl auf längere Trockenphasen mit hoher Zuschusspflicht als auch auf Starkregenereignisse vorbereitet sein. Dazu gehört auch, vorsorglich ausreichend Freiraum in den Talsperren vorzuhalten, um mögliche Hochwasserspitzen abmildern zu können.


Quelle: Ruhrverband

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ACO und Enregis bündeln Kompetenzen

Am 31.05.2026 fand der Zusammenschluss der Enregis Climate Group mit der ACO Gruppe statt. Damit vereinen sich die Schwammstadt-Technologien in der „Green City Family“.

Enregis, vor 18 Jahren als Start-up gegründet, steht für ganzheitliches Regenwassermanagement und setzt seit Beginn Maßstäbe mit einem für seine Zeit außergewöhnlich innovativen Produkt-, Service- und Vertriebsansatz – konsequent ausgerichtet auf Rückhaltung und Versickerung. Als Spezialist für die Schwammstadt in der DACH-Region entwickelt das Unternehmen Systemlösungen, die Regenwasser nachhaltig managen – und als Ressource wieder nutzbar machen.

Ganzheitliche Lösungen für klimaresiliente Städte

Die Konzepte verbinden Flächenentsiegelung, Flächenbegrünung und durchdachte Baumstandortkonzepte zu einem nachhaltigen Gesamtansatz. Ziel ist es, Wasser natürlich zu speichern, Biodiversität zu fördern und urbanen Raum klimaresilient zu gestalten. Oberflächenentwässerung, leistungsfähige Baumstandorte und hochleistungsfähige Substratfiltersysteme werden bei Enregis intelligent miteinander verknüpft. So entstehen integrierte Lösungen – funktional, langlebig und ökologisch wirksam.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz schafft Enregis, wie die ACO Gruppe auch, die Grundlage für zukunftsfähige Städte und lebenswerte Freiräume in der Schwammstadt.

Andreas P. Amft, Geschäftsführer Enregis GmbH: „Die Partnerschaft mit ACO ist für uns ein konsequenter Schritt, um das Thema Schwammstadt ganzheitlich und praxisnah weiterzuentwickeln. Unsere Kompetenzen in Regenwasser-Behandlung, Rückhaltung, Versickerung, Begrünung und Substrattechnik ergänzen sich ideal mit dem Systemansatz von ACO. Gemeinsam können wir nachhaltige, leistungsfähige Gesamtlösungen bieten.“

Gemeinsame Stärke für nachhaltiges Regenwassermanagement

Zwei Unternehmen vereinen ihre Kompetenzen und ihre Leidenschaft für ein zukunftsfähiges Regenwassermanagement. ACO und Enregis eint ein starkes Werteverständnis – insbesondere der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Geschäftsaktivitäten stehen höchste Kundenzufriedenheit und exzellente Serviceleistungen. Gleichzeitig bilden die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Enregis eine tragende Säule der Zusammenarbeit: Sie bringen umfassendes Know-how und langjährige Erfahrung ein. Innerhalb der ACO Gruppe können sie auf die bewährten Werte eines Familienunternehmens bauen – getragen von Verantwortung, Verlässlichkeit und nachhaltigem Handeln.

Alexander Airich, Geschäftsführer ACO GmbH:„Mit Enregis verbindet uns der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Mit dem Zusammenschluss bündeln wir unsere Stärken entlang des gesamten Regenwassermanagements. Gemeinsam schaffen wir integrierte Lösungen für klimaresiliente Städte und die Schwammstadt der Zukunft.“


Quelle:ACO GmbH

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Mehr Leistung aus Wasserkraft: Avacon Natur eröffnet modernisierte Anlage an der Rappbodetalsperre

An der Veranstaltung nahm unter anderem Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann, teil. Er würdigte das Projekt in seinem Grußwort und informierte sich bei einem Rundgang über die technische

Rappbodetalsperre (Quelle: Marc Stantien, Avacon)

Umsetzung der Modernisierung.

Die Rappbodetalsperre ist Deutschlands höchste Trinkwassertalsperre und erfüllt seit Jahrzehnten zentrale Aufgaben für die Region – von der Trinkwasserversorgung über den Hochwasserschutz bis hin zur Wasserbewirtschaftung. Mit der Modernisierung und Erweiterung des Wasserkraftwerks wurde die bestehende Infrastruktur gezielt weiterentwickelt, um zusätzliche Potenziale für die erneuerbare Energieerzeugung zu erschließen.

Im Zuge der Maßnahme wurden neben der Installation einer zweiten Turbine auch die Steuerungs- und Netztechnik umfassend erneuert. Teile der bestehenden Anlagen waren seit mehr als sechs Jahrzehnten in Betrieb. Darüber hinaus erfolgten Modernisierungen an der Netzinfrastruktur sowie langfristigen Sicherung der Bauwerksstruktur. Nach dem Baustart Anfang 2025 konnte die technische Inbetriebnahme bereits im März 2026 erfolgen.

Mit Modernisierung zur Energiewende

Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 9,6 Gigawattstunden kann das Wasserkraftwerk künftig rechnerisch etwa 2.700 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Investitionssumme für das Projekt beträgt rund drei Millionen Euro.

„Die Modernisierung zeigt, welches Potenzial in bestehender Infrastruktur steckt. Für die Energiewende bedeutet das: Wir bauen nicht nur neu, sondern nutzen vorhandene Systeme intelligenter. Projekte wie an der Rappbodetalsperre leisten genau diesen Beitrag; sie verbinden Versorgungssicherheit, Ressourceneffizienz und erneuerbare Erzeugung und machen die Energiewende im System wirksam“, sagte Rainer Schmittdiel, Technikvorstand der Avacon AG.

Angela Kröger, Geschäftsführerin der Avacon Natur GmbH, betonte die besondere Bedeutung des Standorts: „Die Rappbodetalsperre gilt als Jahrhundertprojekt der Wasserwirtschaft und ist ein zentraler Baustein der Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt. Mit dem Einbau der zweiten Turbine haben wir die bestehende Infrastruktur gezielt weiterentwickelt und die energetische Nutzung des vorhandenen Wasserdrucks deutlich gesteigert. Das Ergebnis zeigt, wie sich wasserwirtschaftliche Aufgaben und erneuerbare Stromerzeugung effizient und nachhaltig miteinander verbinden lassen. “

Das Wasserkraftwerk wird von Avacon Natur in Zusammenarbeit mit den langjährigen Partnern Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt (TSB) und Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO) betrieben. Die erfolgreiche Umsetzung der Modernisierung unterstreicht die Bedeutung dieses Engagements. Gemeinsam leisten die Partner einen Beitrag dazu, vorhandene Infrastruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die Energiewende in Sachsen-Anhalt praktisch weiter voranzubringen.


Quelle: Avacon

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Lisa Junghans übernimmt Leitung der Berliner Regenwasseragentur

Die 39-jährige studierte Geografin hat sich bei ihren beiden vorhergehenden Stationen am Kompetenzzentrum Wasser Berlin sowie bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit vor allem mit den Themen Klimaanpassung und Smart City beschäftigt. Ehrenamtlich war sie beim BaumEntscheid Berlin e. V. tätig, der das Ende 2025 vom Abgeordnetenhaus beschlossene Berliner Klimaanpassungsgesetz erarbeitet und verhandelt hat.

„Neues entsteht überall in Berlin schwammstadtgerecht, hier hat die Stadt schon viel erreicht“, sagt Lisa Junghans. „Aber gerade für den blau-grünen Umbau des öffentlichen Raumes und des großen Gebäudebestandes braucht es einen Akteur, der umfassend berät, vermittelt und stetig für das Thema wirbt. Die Regenwasseragentur beherrscht diese Aufgabe und will sie weiter ausbauen.“

Das Land Berlin und die Berliner Wasserbetriebe danken Grit Rudas und Hanna Meyer, die seit Ende 2024 die Regenwasseragentur gemeinsam kommissarisch geleitet, ausgebaut und weiter profiliert haben, herzlich für ihren Einsatz.

Die Regenwasseragentur

Die Berliner Regenwasseragentur ist 2018 als gemeinsame Initiative des Landes Berlin und der Berliner Wasserbetriebe gegründet worden. Sie sensibilisiert für die Notwendigkeit der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung, informiert über und berät zu Fragen der Planung, Finanzierung und Umsetzung, vernetzt und organisiert Weiterbildungs- und Dialogangebote. Ihre Services richten sich an Verwaltungen, Wohnungsunternehmen, Immobilieneigentümer:innen, Planer:innen und Bürger:innen in Berlin.

Das inklusive zweier Werkstudent:innen elfköpfige Team der Regenwasseragentur hat allein im vergangenen Jahr 325 Fachberatungen sowie 110 Vorträge und Führungen durchgeführt und 25 größere Planungsprozesse fachlich begleitet, insbesondere zu den Themen Abkopplung, Wasser für das Stadtgrün und grundstücksübergreifende Lösungen für die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung. Ihre beispiellos umfangreiche Website mit konkreten Umsetzungsbeispielen, Tools, Anbietern und Fördermöglichkeiten ist 2025 mehr als 142.000 Mal besucht worden.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Das aktuelle Spülstudie zur Fußball-Weltmeisterschaft

Fußball ist deshalb so spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht. Ähnlich ist es bei der Spülanalyse der Berliner Wasserbetriebe, die anhand der Wassergebrauchskurve Berlins zeigt, wann die Fußballfans der Hauptstadt massenweise den Fernseher verlassen, um zur Toilette zu gehen. Deshalb fiebern die Wasserbetriebe zur WM genauso mit wie der Rest von Fußball-Deutschland – den Blick fest auf den Fernseher und die Hand an der Pumpe (beziehungsweise am Computer, der sie steuert). So sorgen wird dafür gesorgt, dass es bei den Berliner:innen läuft, wenn auf dem Spielfeld gerade Pause ist.

Die Spülanalyse zeigt die Wassernutzung in Berlin vor, während und nach dem Spiel. Die Spannung eines Spiels und die emotionale Verbundenheit der Berliner:innen zu einer Mannschaft sind zwar Gefühle, die man schwer beschreiben kann – an der Spülkurve sind sie aber deutlich ablesbar. Während wichtiger WM-Spiele verzeichnen die BWB regelmäßig Spitzenwerte bei der Wasserabgabe: so verlassen die Werke kurz vor manchem Halbzeitpfiff rund 5.000 Liter pro Sekunde. Kurz danach kann sich der Bedarf locker verdoppeln – allerdings nur für wenige Minuten, bis die Spülkästen wieder voll sind.

Zur Spülanalyse

Übrigens: Wer beim Spülen die Spartaste drückt, braucht 70 Prozent weniger Wasser. Weitere Tipps für den Schutz des Wassers gibt es hier.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Wenn Gerüche zur Belastung werden

Was viele zunächst als bloßes Ärgernis wahrnehmen, kann sich zu einem ernsthaften Problem für Lebensqualität, Gesundheit und Stadtentwicklung entwickeln. Zahlreiche Kommunen verzeichnen regelmäßig Beschwerden über Geruchsbelastungen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und während warmer Witterungsphasen.

„Gerüche sind die unterschätzte Form der Umweltverschmutzung“, sagt Christian Elmauer aus der Geschäftsführung der coalsi GmbH. „Sie wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden und beeinträchtigen die Wahrnehmung des gesamten Umfelds.“

Ursachen unter der Erde

Ein wesentlicher Ursprung vieler Geruchsprobleme befindet sich in der Kanalisation. Dort entstehen durch biologische Prozesse Gase wie Schwefelwasserstoff. Diese sind nicht nur für den typischen Kanalgeruch verantwortlich, sondern greifen langfristig auch die Infrastruktur an. Korrosion und Schäden an Leitungen führen zu hohen Folgekosten für Städte und Gemeinden. Durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft sich die Situation zusätzlich. Steigende Temperaturen begünstigen die Geruchsbildung, während Starkregenereignisse die Systeme belasten und zu vermehrten Emissionen führen.

Obwohl die Relevanz des Themas zunimmt, wird es in der öffentlichen Diskussion bislang vergleichsweise selten aufgegriffen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Städte und Gemeinden, die Lebensqualität zu erhalten und Beschwerden ernst zu nehmen – insbesondere im Wettbewerb um Einwohner, Touristen und Unternehmen.

„Gerüche entscheiden mit darüber, wie wir Orte wahrnehmen, ob wir uns dort wohlfühlen“, sagt Elmauer.

Das Thema gehöre stärker auf die Agenda.

Grenzen herkömmlicher Lösungen

Die Bekämpfung von Gerüchen ist technisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele herkömmliche Systeme arbeiten mit losen Aktivkohleschüttungen und einfachen Geruchsverschlüssen. Diese Lösungen stoßen jedoch häufig an ihre Grenzen. Feuchtigkeit und Verschmutzungen können dazu führen, dass die Schüttungen versotten oder sich verdichten. Dadurch wird der Luftaustausch im Kanal erheblich beeinträchtigt oder sogar vollständig unterbunden. Hinzu kommt, dass der Austausch des Filtermaterials oftmals aufwendig ist. Die eingeschränkte Belüftung erhöht zugleich die Gefahr von Korrosionsschäden im Kanalsystem.

Moderne Filtersysteme setzen deshalb auf kompakte, strukturstabile Filtermatten mit aufgebrachter Aktivkohle. Durch ein modulares Siphon-System bleiben die Matten dauerhaft sauber und trocken, sodass die Aktivkohle ihre Wirkung ungehindert entfalten kann.

Auch bei langen Betriebszeiten besteht keine Gefahr von Verschluss oder Verdichtung. Der notwendige Luftaustausch im Kanal bleibt erhalten, wodurch die Belüftung des Systems sichergestellt und Korrosionsschäden wirksam vorgebeugt werden können.

Nachhaltige Lösungen für Infrastruktur und Umwelt

Die coalsi GmbH hat sich auf solche hybriden Filtersysteme spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Münchner Umland entwickelt modulare Lösungen, die sich an die jeweilige Belastungssituation anpassen lassen – von punktuellen Anwendungen in der Kanalisation bis hin zu komplexeren Anforderungen in Prozessen und kommunaler Infrastruktur.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit. Durch den gezielten Abbau korrosiver Gase können Schäden an Bauwerken und Leitungen verhindert werden (MIC-Korrosion). Dadurch verlängern sich Wartungsintervalle und die Kosten für Sanierung und Instandhaltung lassen sich reduzieren.

„Die Technologie ist heute so weit, dass sich Geruchsprobleme in vielen Fällen vollständig und nachhaltig lösen lassen“.

Die Herausforderung sei weniger die Technik als vielmehr, die Sache rechtzeitig anzupacken. Da sind sich wohl alle Experten einig: Um Städte und Arbeitsumgebungen langfristig lebenswert zu halten, muss das Thema Geruch stärker in den Fokus rücken – als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung der Umweltqualität.


Quelle: Lösungen zum Thema Geruchsprobleme Kanal von COALSI

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Infrastruktur stärken, Zukunft sichern

Die Berliner Wasserbetriebe haben ihre Investitionen im Jahr 2025 erneut gesteigert und damit einen neuen Höchstwert erreicht. Trotz weitgehend stabiler Wasserverkaufs- und Abwassermengen sowie unveränderter Gebühren lag die Investitionsquote bei über 40 % des Umsatzes. Mit den umfangreichen Investitionen reagiert Deutschlands größtes Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen auf die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums in der Hauptstadtregion sowie auf veränderte Umweltbedingungen.

Schwerpunkt auf Netzen und Anlagen

Insgesamt investierten die Berliner Wasserbetriebe 543,7 Mio. Euro aus eigenen Mitteln (2024: 539,1 Mio. Euro). Der größte Anteil entfiel mit 265,9 Mio. Euro (2024: 251,4 Mio. Euro) auf die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung des rund 19.000 km langen Rohr- und Kanalnetzes.

Weitere 233,1 Mio. Euro (2024: 245,5 Mio. Euro) flossen in Klär-, Pump- und Wasserwerke. Innerhalb dieses Bereichs lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Kläranlagen, für den 184,9 Mio. Euro aufgewendet wurden. Neben Großprojekten wie der Erneuerung zentraler Trinkwasserleitungen in der Landsberger Allee und dem Austausch wichtiger Abwasserdruckleitungen zu den südlichen Klärwerken wurden die Investitionen in die Netzinfrastruktur über das gesamte Stadtgebiet verteilt in rund 1.000 Projekten umgesetzt.

Stabile Geschäftsentwicklung trotz Sondereffekt

Der Wasserverkauf stieg 2025 leicht auf 216,5 Mio. m³ (2024: 214,3 Mio. m³). Gleichzeitig verringerte sich die in den Klärwerken behandelte Abwassermenge auf 257,0 Mio. m³ (2024: 264,7 Mio. m³). Bei konstanten Gebühren erwirtschafteten die Berliner Wasserbetriebe einen Umsatz von 1.343,4 Mio. Euro und damit 36,8 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Das Jahresergebnis wurde jedoch maßgeblich von einem einmaligen Effekt beeinflusst. Die Berliner Wasserbetriebe schrieben 2025 einen sogenannten Goodwill aus der Zeit der Rekommunalisierung vollständig ab. Dadurch veränderte sich das Ergebnis von einem Gewinn in Höhe von 127,0 Mio. Euro im Jahr 2024 zu einem Fehlbetrag von -149,8 Mio. Euro. Ohne diesen Sondereffekt erreichte das operative EBIT erneut das Niveau der Vorjahre.

„Die Berliner Wasserbetriebe waren auch 2025 ein verlässlicher Garant für das Funktionieren der Hauptstadt“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. „Die Ver- und Entsorgung war zu jeder Zeit sicher – selbst unter schwierigen Bedingungen, wie den Angriffen auf die Strominfrastruktur im Herbst und Winter. Ein immenses Investitionsprogramm wurde bewältigt und – etwa bei den Not- und Zierbrunnen – sogar zusätzliche Aufgaben übernommen. Dafür sind wir dem Unternehmen und seiner Belegschaft sehr dankbar.“

Der Vorstandsvorsitzende, Frank Bruckmann, ergänzt: „Die Hauptstadtregion wächst, unsere Umwelt verändert sich, das stellt die Wasserbetriebe vor Herausforderungen. Denen stellen wir uns und machen jeden Tag unsere Infrastruktur robuster und die Stadt resilienter. Eine sichere Wasserversorgung und eine funktionierende Infrastruktur sind die Basis einer lebenswerten Stadt.“

Personalaufbau und internationale Fachkräfte

Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, stellten die Berliner Wasserbetriebe im Jahr 2025 insgesamt 296 neue Mitarbeiter ein. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit um 50 auf 4.886. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter der Belegschaft auf 46,4 Jahre.

Noch im laufenden Jahr soll zudem ein Qualifizierungs- und Integrationsprogramm starten, mit dem bis zu 40 internationale Fachkräfte auf Tätigkeiten bei den Berliner Wasserbetrieben vorbereitet werden. Im Fokus stehen dabei insbesondere Bereiche des Kerngeschäfts wie Elektrotechnik, Ingenieurwesen und die Instandhaltung des Rohrnetzes.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Elisabeth Jreisat erneut in den LDEW-Vorstand gewählt

Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin von Hessenwasser, ist auf der aktuellen Mitgliederversammlung des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (LDEW) in Fulda erneut in den Vorstand gewählt worden. Dem Gremium gehört Jreisat bereits seit vielen Jahren an.

Interessenvertretung der Energie- und Wasserwirtschaft

Der LDEW vertritt die Interessen von rund 270 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. Gemeinsam sichern die Unternehmen die regionale Infrastruktur, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

Fokus auf Versorgungssicherheit und Infrastruktur

„Viele zentrale Rahmenbedingungen für die Energie- und Wasserwirtschaft werden aktuell auf europäischer, Bundes- und Landesebene neu verhandelt. Umso wichtiger ist es, die Perspektive unserer Branche in Hessen und Rheinland-Pfalz mit starker Stimme einzubringen““, erklärte Elisabeth Jreisat nach der Wahl. „Gerade bei Fragen der Versorgungssicherheit, der klimaresilienten Infrastruktur und einer langfristig tragfähigen Finanzierung braucht es praxistaugliche Lösungen. Ich freue mich, in den nächsten zwei Jahren auch im LDEW-Vorstand an der Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen in Hessen/Rheinland-Pfalz mitwirken zu dürfen.“


Quelle: Hessenwasser

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Jetzt bewerben: Stiftungspreis für Wasser- und Energieprojekte

Die Prof. Joachim Lenz Stiftung vergibt im Jahr 2026 erneut ihren Preis zur Förderung herausragender ingenieurwissenschaftlicher Projekte und Arbeiten mit besonderem gesellschaftlichem Mehrwert. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 39. Oldenburger Rohrleitungsforums „Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft“ im Februar 2027 statt. Gesucht werden praxisnahe Projekte und Ingenieurarbeiten, die sich mit den lebenswichtigen Ressourcen Wasser und/oder Energie befassen.

Bewerbungen aus dem In- und Ausland möglich

Bewerben können sich Einzelpersonen oder Teams aus Deutschland und allen anderen Ländern mit Projekten oder ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Wasserwirtschaft oder Energiewirtschaft, bevorzugt mit Bezug zu Leitungsinfrastrukturen wie Transport, Verteilung, Erfassung oder Digitalisierung.

Das eingereichte Projekt beziehungsweise die Arbeit darf vor nicht mehr als drei Jahren begonnen worden sein. Zudem sollen die Projekte entweder eine hohe Praxisrelevanz aufweisen oder durch einen herausragenden theoretischen Ansatz überzeugen. Auch die Inspiration und Einbindung junger Menschen ist ausdrücklich erwünscht.

Ein weiteres Kriterium ist die internationale Wirkung der eingereichten Projekte oder Arbeiten. Diese sollen die Beziehungen zwischen Deutschland und mindestens einem weiteren Land stärken, kulturelle Vielfalt fördern und demokratische Strukturen unterstützen. Voraussetzung ist außerdem, dass die Projekte mindestens bilateral getragen werden.

Digitale Einreichung bis Ende Oktober 2026

Die Bewerbung kann in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Erforderlich sind eine allgemeinverständliche Kurzfassung, eine ausführliche Beschreibung des Projekts beziehungsweise der Ingenieurarbeit im vorgegebenen Formular, die Darstellung der erfüllten Kriterien sowie eine Bestätigung, dass alle Rechte an der eingereichten Arbeit bei den Bewerbenden liegen.

Einsendeschluss für digitale Bewerbungen ist der 31. Oktober 2026. Mit der Einreichung werden die Teilnahmebedingungen des Stiftungspreises, das Recht zur Veröffentlichung der Bewerbungsunterlagen sowie die Datenschutzbestimmungen anerkannt. Der Stiftungsausschuss behält sich vor, das Preisgeld auf bis zu drei Preisträgerinnen oder Preisträger aufzuteilen.

 

Mehr Informationen

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Wiederherstellung von Auen: BUND fordert klare Ziele

Deutschland muss bis September im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung einen nationalen Wiederherstellungsplan für geschädigte Ökosysteme vorlegen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert dabei ambitionierte Ziele für die Renaturierung von Flüssen und Auen, darunter 2.000 Kilometer frei fließende Flüsse. Hintergrund ist unter anderem, dass in Deutschland nur noch ein Drittel der ursprünglichen Auen erhalten und weniger als zehn Prozent davon ökologisch intakt sind. Wie wichtig lebendige Auen für Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Wasserhaushalt und Klimaschutz sind, zeigen erfolgreiche Praxisbeispiele wie die Deichrückverlegung in Lenzen an der Elbe.

Lenzener Elbtalaue als Vorbildprojekt

Das Naturschutzgroßprojekt Lenzener Elbtalaue zeigt, dass Renaturierung gleichzeitig Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz stärkt. Auf rund 420 Hektar haben der BUND und das Land Brandenburg über zehn Jahre dafür gesorgt, dass die Elbe wieder mehr Raum bekommt. Eine aktuelle Auswertung (2025) zeigt: Die Aue trägt messbar zum Hochwasserschutz bei, erhöht die Biodiversität und bindet Kohlenstoff.

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt: „Wenn Deutschland die EU-Vorgaben ernst nimmt, müssen wir jetzt großflächig in die Wiederherstellung von Auen investieren. Lenzen zeigt: es funktioniert – und es bringt konkrete Vorteile für Mensch und Natur“, sagte er bei einem Projektbesuch heute vor Ort im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der die Ergebnisse des BUND-Projekt ebenfalls würdigte.

Renaturierung stärkt Hochwasserschutz und Artenvielfalt

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Das Renaturierungsprojekt in der Lenzener Elbtalaue hat Maßstäbe für den integrierten Natur-, Gewässer- und Hochwasserschutz gesetzt. Das ist gut für die Natur und für die Menschen vor Ort: Es entstehen wieder natürliche Überschwemmungsflächen, das verbessert den Hochwasserschutz. Wasser wird in der Aue gehalten und bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden neuen Lebensraum. Die Lenzener Elbtalaue ist auch ein gutes Praxisbeispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung. Wo Flüsse wieder frei fließen, kann sich Natur erholen. Wir stärken damit das Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen.“

Intakte Auen sind zentrale Bausteine gegen Klimakrise und Artensterben. Der Handlungsbedarf für ihren Erhalt ist groß. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht in erfolgreichen Projekten wie Lenzen eine Blaupause für die anstehenden nationalen Wiederherstellungspläne.

Bandt: „Es ist entscheidend, Maßnahmen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln. So können Renaturierungsprojekte auch zu echten Gemeinschafts- und Demokratieprojekten werden. Wenn Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, von denen Klima, Mensch und Natur gleichermaßen profitieren. Die neue Überschwemmungsfläche ist heute Hotspot für Biodiversität, eine Erholungsoase für Anwohner*innen und Gäste und hat beim Jahrhunderthochwasser 2013 erheblich zum Schutz der Region beigetragen.“

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Quelle:BUND

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Neue Regeln für Phosphorrezyklate und Klärschlammaschen

Für aus Klärschlamm zurückgewonnenen Phosphor muss es eine klare Perspektive für eine wirtschaftliche Verwertung geben. Als Düngemittel geeignete Phosphorrezyklate müssen rechtssicher in der Landwirtschaft eingesetzt werden können. Für Klärschlammaschen ohne verfügbare Rückgewinnungsoptionen ist eine befristete, rechtssichere und praxistaugliche Übergangslösung erforderlich. Die Umweltminister der Länder und des Bundes haben auf der Umweltministerkonferenz (UMK) am 8. Mai in Leipzig wichtige Weichen für die Zukunft der Phosphorrückgewinnung gestellt. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) begrüßt den UMK-Beschluss ausdrücklich.

„2029 werden keine ausreichenden Kapazitäten zur Phosphorrückgewinnung zur Verfügung stehen. Der Beschluss der Umweltminister ist ein wichtiger Schritt, um die Umsetzung der Phosphorrückgewinnung realistisch, verlässlich und innovationssicher zu gestalten, wie es die DWA bereits vor einigen Wochen angeregt hat“, betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel.

Übergangsphase braucht klare Regeln

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) schreibt ab 2029 die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm vor. Betreiber größerer Kläranlagensind verpflichtet, den in Klärschlamm oder Klärschlammasche enthaltenen Phosphor technisch zurückzugewinnen oder entsprechende Recyclingwege zu nutzen. Bis 2029 werden hochwahrscheinlich keine ausreichenden technischen Kapazitäten für die flächendeckende Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammaschen zur Verfügung stehen. Darauf weisen auch die Umweltminister im UMK-Beschluss „Phosphorrückgewinnung stärken – Düngemittelverordnung zügig anpassen, um die Phosphorrückgewinnung nach Klärschlammverordnung sicherzustellen“ ausdrücklich hin. Für die daraus resultierende Übergangsphase müssen klare und belastbare Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Entsorgungssicherheit gewährleisten und zugleich Investitionen in Monoverbrennungs- und Phosphorrückgewinnungskapazitäten schützen.

Rezyklate rechtssicher nutzbar machen

Besonders wichtig ist aus Sicht der DWA die Aufforderung an das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, kurzfristig eine rechtssichere und praxistaugliche Übergangslösung für Klärschlammaschen zu schaffen, für die noch keine verfügbare Rückgewinnungsoption besteht. Um die erforderliche Technologiereife und die großtechnische Umsetzung von Anlagen zur Phosphorrückgewinnung insbesondere auch für schadstoffbelastete Aschen zu erreichen, ist es erforderlich, ausgehend von dem in der AbfKlärV vorgesehenen „Start“ der Phosphorrückgewinnung in 2029, eine Übergangsphase vorzusehen, die eine ambitionierte Rückgewinnung mit der technischen Machbarkeit harmonisiert. Die DWA wird hierzu entsprechende Vorschläge in die weitere Diskussion einbringen.

Der UMK-Beschluss bestätigt zentrale Forderungen der DWA. Dazu gehört neben einer praxistauglichen Übergangslösung die zügige Anpassung der Düngemittelverordnung. Hochwertige Phosphorrezyklate und geeignete Klärschlammaschenströme brauchen verlässliche und praktikable rechtliche Rahmenbedingungen, damit sie tatsächlich in den Stoffkreislauf zurückgeführt und als Düngemittel nutzbar gemacht werden können.


Quelle: DWA

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Wasserwirtschaft fordert rechtssichere Nitratregelungen

Wissenschaftler:innen der Universität Paderborn haben gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam eine neue Methode entwickelt, mit der sich giftige Arsen-Varianten in Böden und Gewässern schnell und präzise nachweisen lassen. Die Studie wurde im Fachmagazin Royal Society of Chemistry veröffentlicht und zeigt, wie vergleichsweise einfache Technologien aufwendige und teure Laborverfahren ersetzen können. Gleichzeitig eröffnet die Methode die Möglichkeit, Analysen direkt vor Ort durchzuführen.

Unterschiedliche Arsen-Formen im Fokus

Arsen ist ein giftiges Schwermetall, das natürlicherweise in Böden und Gewässern vorkommen kann. Entscheidend ist dabei nicht nur die Konzentration, sondern auch die chemische Form, in der das Arsen vorliegt. Forschende unterscheiden deshalb gezielt zwischen Arsen(III) und Arsen(V).

„Diese beiden Formen verhalten sich in der Umwelt völlig unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Bisher waren Messungen auf diesem hohen Niveau aber sehr teuer und kompliziert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Zentgraf vom Department Physik der Universität Paderborn.

Aufwendige Analyseverfahren bisher Standard

Für den Nachweis kleinster Arsen-Spuren wird bislang meist das sogenannte SERS-Verfahren eingesetzt (SERS = „Surface-Enhanced Raman Scattering“). Dabei handelt es sich um eine hochsensitive analytische Methode, bei der die klassische Raman-Spektroskopie mit nanostrukturierten Metalloberflächen kombiniert wird. Dadurch lässt sich das Raman-Signal von Molekülen millionenfach verstärken, sodass selbst geringste Mengen chemischer oder biologischer Stoffe eindeutig identifiziert werden können.

Allerdings ist die Herstellung solcher Systeme bislang aufwendig. Häufig sind spezielle Maschinen, teure Materialien und zusätzliche chemische Behandlungen notwendig, damit die Sensoren zuverlässig funktionieren.

„Auch die Auswertung der Daten erfordert häufig leistungsstarke Computer und teure Messgeräte, die nicht einfach vor Ort eingesetzt werden können“, ergänzt Prof. Zentgraf.

Neue Nanostruktur vereinfacht den Nachweis

Die Forschenden entwickelten deshalb eine alternative Lösung auf Basis einer sogenannten „Loch-Sphäre-Nanogap-Plattform“. Hierfür werden Gold-Nanopartikel verwendet, die sich selbstständig auf einer Goldoberfläche anordnen. Anschließend wird die Oberfläche erhitzt und leicht angeätzt. Dadurch kann auf die ansonsten notwendige Lithografie – also die Strukturierung mittels Belichtung – verzichtet werden.

Das entstandene System arbeitet äußerst stabil und liefert sehr konstante Messergebnisse. Nach Angaben der Forschenden verstärkt die Methode das Lichtsignal um den Faktor 100 Millionen. Selbst kleinste Mengen von Arsen lassen sich dadurch sichtbar machen. Da die Struktur vollständig aus Metall besteht, entstehen zudem keine störenden Signale aus anderen Materialien, was die Zuverlässigkeit der Messungen erhöht.

Einsatz auch mit Smartphones möglich

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Methode liegt in ihrem einfachen Aufbau. Weder teure Maschinen noch spezielle Chemikalien sind erforderlich. Zudem funktioniert die Plattform auch dann zuverlässig, wenn die eingesetzten Messgeräte keine besonders hohe Präzision besitzen.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass sich die verschiedenen Arsen-Varianten sogar mithilfe einfacher Filter oder Smartphones erkennen lassen. Dadurch eignet sich die Methode insbesondere für den mobilen Einsatz, etwa auf Baustellen oder in der Landwirtschaft.

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Quelle: Schwermetalle in Boden und Wasser erkennen: Neue Methode für die Vor-Ort-Analyse

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AWS setzt auf Wasserrückführung und Feuchtgebietsrenaturierung

Amazon Web Services (AWS) hat zwei Projekte zur Wasserrückführung in Deutschland vorgestellt. Geplant sind eine Initiative zur Erkennung von Wasserlecks in Frankfurter Gebäuden sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessartwald. Gemeinsam sollen die Projekte künftig jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen. Dafür arbeitet AWS mit dem Wassertechnologie-Unternehmen Shayp und dem Naturprojektentwickler EcoTree zusammen.

Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärt: „Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort. Mit unserer regionalen Rechenzentrumsagenda wollen wir unseren Status als digitales Kraftzentrum in Europa festigen und ausbauen, indem wir Wachstum, Nachhaltigkeit und technologische Stärke miteinander verbinden.“

„Städte stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, Wasser sorgfältig einzusetzen und innovative Lösungen zu unterstützen, damit jeder Liter zählt“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS. „Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.“

Leckageerkennung in 500 Gebäuden

Im Mittelpunkt des Frankfurter Projekts steht die frühzeitige Erkennung von Wasserlecks in Gebäuden. Amazon finanziert bis 2028 die Installation intelligenter IoT-Überwachungssysteme von Shayp in insgesamt 500 Gebäuden. Dazu zählen unter anderem Schulen, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Ziel ist es, Wasserverluste schneller zu erkennen und unnötige Verschwendung zu vermeiden. Die Sensoren sollen noch in diesem Jahr installiert werden und dauerhaft Daten zur Überwachung liefern. Die Cloud-Technologie auf Basis von AWS ermöglicht Echtzeit-Analysen und schnelle Reaktionen auf erkannte Lecks. Shayp arbeitet dabei mit der Gebäudemanagementgruppe WISAG zusammen, um geeignete Gebäude für das Projekt zu gewinnen.

Gregoire de Hemptinne, CEO von Shayp, erklärt: „Wir sind stolz, mit Amazon an diesem wegweisenden Projekt in Frankfurt zusammenzuarbeiten. Unsere AWS-gestützte Technologie wird der Stadt helfen, Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren. Das zeigt, wie Innovation drängende Umweltherausforderungen bewältigen kann.“

Renaturierung im Spessartwald

Parallel dazu setzt EcoTree ein Projekt zur Feuchtgebietsaktivierung und Renaturierung im Spessartwald bei Würzburg um. Auf rund 200 Hektar sollen Feuchtgebiete gestärkt und neue Feuchtlebensräume geschaffen werden. Durch gezielte Erdarbeiten soll Wasser länger in der Fläche gehalten und die Grundwasseranreicherung verbessert werden. Nach Abschluss Ende 2027 werden jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser erwartet. Darüber hinaus soll das Projekt neue Lebensräume für bedrohte Arten schaffen, Mikroklimata stabilisieren und die Kohlenstoffspeicherung im Mischwald unterstützen. Gleichzeitig verweist EcoTree auf die Bedeutung solcher Maßnahmen angesichts zunehmender Dürren und Extremwetterereignisse.

Christian Bergius, Managing Director EcoTree Deutschland, erklärt: „Wir befinden uns in einer Ära der Wasserextreme: entweder zu viel, zu wenig oder oft zu stark verschmutzt. Das löst Dürren und Überschwemmungen aus und bedroht die Gemeinden, Ökosysteme und Unternehmen in ganz Deutschland direkt. Genau deshalb müssen wir die Wiederherstellung und Anpassung von Ökosystemen und ihrem hydrologischen Gleichgewicht beschleunigen. Wir freuen uns besonders über Amazons strategischen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt.“

Die neuen Projekte sind Teil der weltweiten Wasserschutzmaßnahmen von Amazon. Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 50 Wasserprojekte angekündigt, die zusammen jährlich über 21 Milliarden Liter Wasser zurückführen sollen. Zusätzlich investiert Amazon weiter in CO2-freie Energieprojekte und Maßnahmen zur Klimaanpassung, darunter auch Miniwälder in Berlin.


Quelle:AWS

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BDEW warnt vor Abschaffung der Stoffstrombilanz

Anlässlich der Verhandlungen zur Novellierung des Düngegesetzes im Agrarausschuss des Bundesrates hat Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser Martin Weyand die Bedeutung einer verbindlichen betrieblichen Nährstoffbilanzierung betont. Aus Sicht der Wasserwirtschaft sei sie weiterhin notwendig, um Stickstoffüberschüsse verursachergerecht zu erfassen und gezielt zu reduzieren.

Wirkungsmonitoring ersetzt keine flächendeckende Bilanzierung

Das geplante Wirkungsmonitoring umfasse zwar zusätzliche Datenzugänge, Modellregionen und Auswertungen, könne jedoch keine systematische und flächendeckende Erfassung der Nährstoffflüsse ersetzen. Ohne einen Ersatz der bisherigen Stoffstrombilanz durch ein vergleichbares verbindliches Instrument würden die Anforderungen an eine nachvollziehbare Nährstoffbilanzierung nicht erfüllt.

Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei nun eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Umsetzung der Vorgaben erforderlich. Nach Ansicht der Wasserwirtschaft braucht es zeitnah klare Lösungen für die bestehende Rechtslage, insbesondere im Zusammenhang mit den sogenannten roten Gebieten. Die rechtssichere Ausweisung dieser Gebiete im Sinne der europäischen Nitratrichtlinie sei dringend notwendig.

Warnung vor Folgen bei unzureichender Umsetzung

Nach Einschätzung des Verbandes könnten bei einer unzureichenden Umsetzung der Nitratrichtlinie nicht nur die Nitratbelastungen weiter bestehen bleiben. Zudem drohe eine Wiederaufnahme des Vertragsverletzungsverfahrens durch die EU-Kommission. Offen sei außerdem weiterhin, wie ein wirksames nationales Nitrat-Aktionsprogramm umgesetzt werden solle. Erfolgreich könne ein solches Programm nur sein, wenn damit eine tatsächliche Verringerung der Nitrateinträge erreicht werde.


Quelle: BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft )

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Nachruf: Berthold Bleser mit 69 Jahren verstorben

Mit Berthold Bleser verliert die SITW eine Persönlichkeit, die den Verband über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat. Von September 2015 bis Oktober 2023 stand er der Fachvereinigung als 1. Vorsitzender vor und setzte sich mit großem persönlichem Engagement, hoher fachlicher Kompetenz und klarer Haltung für die Weiterentwicklung, Öffnung und stärkere Wahrnehmung der SITW innerhalb der Branche ein. Er gestaltete die konstruktive Arbeit in zahlreichen Gremien aktiv mit und trug mit seinem Sachverstand, seiner Verlässlichkeit und seiner integrativen Persönlichkeit wesentlich zur positiven Entwicklung des Verbandes bei.

Einsatz für Qualität und technische Standards

Sein Ziel war es stets, den Stellenwert der qualitätsgesicherten Instandsetzung von Trinkwasserbehältern zu stärken und das Bewusstsein für die hohen technischen und hygienischen Anforderungen in diesem sensiblen Bereich der Wasserversorgung weiter zu schärfen.

Seine hohe fachliche Expertise gründete dabei auch auf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Geschäftsführer der GFB Gesellschaft für Bauwerksanierung und Instandsetzung mbH. Die Entwicklung dieses Unternehmens zu einem anerkannten Spezialunternehmen der Bauwerkssanierung gestaltete er maßgeblich mit. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die SITW zu einer anerkannten Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Planung und ausführenden Unternehmen. Berthold Bleser war überzeugt davon, dass der langfristige Schutz und die sachgerechte Instandsetzung von Trinkwasserbehältern nur durch fundiertes Fachwissen, hohe Qualitätsstandards und die konsequente Anwendung anerkannter Regeln der Technik gewährleistet werden können. Diese Überzeugung prägte sein Wirken im Verband nachhaltig.

Fachlicher Austausch im Mittelpunkt

Die Förderung qualifizierter Ausführung, die Bedeutung von Hygieneanforderungen sowie die Zertifizierung nach den Vorgaben des DVGW waren ihm daher ein besonderes Anliegen. Mit seinem Wirken trug er maßgeblich dazu bei, die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland dauerhaft zu sichern.

Die Mitglieder der SITW schätzten Berthold Bleser nicht nur als erfahrenen Fachmann und verlässlichen Vorsitzenden, sondern ebenso als integrative und menschlich zugewandte Persönlichkeit. Mit seiner ruhigen Art, seiner Verlässlichkeit und seinem hohen Anspruch an Qualität und Verantwortung war er für viele ein geschätzter Wegbegleiter und Impulsgeber.

Würdigung eines prägenden Wegbegleiters

Die SITW wird Berthold Bleser ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Engagement für die Fachvereinigung, für Qualität in der Trinkwasserversorgung und für den offenen fachlichen Austausch innerhalb der Branche bleibt auch künftig Maßstab und Verpflichtung zugleich.


Quelle: SITW

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Bau der Klärschlammverwertungsanlage in Hürth schreitet voran

Die Arbeiten an der Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH (KVR) in Hürth-Knapsack schreiten weiter voran. Der Massivbau der Ofenhalle ist inzwischen abgeschlossen, gleichzeitig hat der Ausbau der technischen Anlagen begonnen. Bereits montiert wurden erste Bauteile des Ofens für die Wirbelschichtverbrennung sowie Komponenten des Kessels.

Bei einer Baustellenbesichtigung am 19. Mai 2026 informierten sich Vertreterinnen und Vertreter der Aufsichtsgremien und Vorstände von Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und RWE Power gemeinsam mit Hürths Bürgermeister Dirk Breuer über den aktuellen Stand des Projekts. Die drei Partner hatten 2024 das Tochterunternehmen KVR gegründet, um die Anlage gemeinsam zu errichten und künftig zu betreiben.

„Die Arbeiten gehen sichtbar voran und wir sind auf Kurs. Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr 2028 vorgesehen“, betonten die KVR-Geschäftsführer Stefan Ruchay und Peter Lindemann während des Termins.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Partner in der KVR GmbH, die mit dem Projekt befasst sind.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Partner in der KVR GmbH, die mit dem Projekt befasst sind. Quelle:KVR GmbH

 

Langfristige Entsorgungslösung für Klärschlamm

Mit dem Projekt wollen der Erftverband und der Wasserverband Eifel-Rur die Entsorgung ihrer Klärschlämme langfristig absichern. Ab 2029 sollen jährlich bis zu 148.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm aus den Kläranlagen der beiden Wasserverbände nach Hürth-Knapsack geliefert werden. RWE Power übernimmt zusätzlich die Logistik für weitere Mengen bis zur Gesamtkapazität der Anlage von 180.000 Tonnen.

Der Klärschlamm wird dort künftig thermisch verwertet. Die Monoverbrennung gilt zugleich als wichtige Voraussetzung für die ab 2029 gesetzlich vorgeschriebene Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm.

Erftverbandsvorstand Prof. Heinrich Schäfer erklärte dazu: „Eine nachhaltige Wasserwirtschaft braucht verlässliche Entsorgung und Ressourcenschonung. Die Monoverbrennung schafft die Voraussetzung, Phosphor ab 2029 gezielt zurückzugewinnen – ein wichtiger Schritt im Interesse unserer Verbandsmitglieder.“

Weitere Anlagenteile sollen 2026 folgen

Im weiteren Verlauf des Jahres sind zusätzliche Baufortschritte vorgesehen. Bis zum Sommer soll der Klärschlammbunker fertiggestellt werden, der als Zwischenspeicher vor der eigentlichen Verbrennungsanlage dient. Für den Herbst ist der Einhub der beiden Trockner geplant. Diese senken den Wassergehalt des mechanisch entwässerten Klärschlamms auf rund 60 Prozent und gehören gemeinsam mit Ofen und Dampferzeuger zu den zentralen Komponenten der Anlage.

WVER-Vorstand Joachim Reichert betonte: „Mit der gemeinsamen Anlage setzen wir die Vorgaben der Klärschlammverordnung um und schaffen Planungssicherheit. Das Projekt verbindet Umweltziele mit einer langfristig wirtschaftlichen Lösung für die Menschen in der Region.“

Auch RWE Power sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Baustein für die zukünftige Entwicklung des Standorts Knapsack.

Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied von RWE Power, sagte: „Der Bau der neuen Anlagen und die Partnerschaft mit den Wasserverbänden sind wichtige Schritte für die Zukunft des Knapsacker Hügels nach dem Kohleausstieg. Künftig wird der Schwerpunkt auf Kreislaufwirtschaft, Entsorgungssicherheit und nachhaltiger Energieerzeugung liegen.“


Quelle:KVR GmbH

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25 Jahre sichere Trinkwasserversorgung an der Ruhr

Strukturwandel als Ausgangspunkt

Die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) wurde im Jahr 2001 von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) und der Gelsenwasser AG gegründet. Hintergrund war der deutlich gesunkene Wasserverbrauch im Ruhrgebiet infolge des Strukturwandels. Durch die Schließung vieler Betriebe aus Kohle-, Stahl- und Brauindustrie entstanden Überkapazitäten in den bestehenden Wasserwerken. Ziel der neuen Gesellschaft war es deshalb, die Trinkwasserproduktion effizienter zu organisieren und die vorhandenen Anlagen besser auszulasten.

Zum Start wurden acht Wasserwerke und rund 175 Mitarbeitende in der neuen Gesellschaft zusammengeführt. Aufgabe der WWW ist seitdem die Gewinnung, Aufbereitung und Förderung von Trinkwasser für die Gesellschafter. Im Laufe der Jahre wurde die Anzahl der Wasserwerke schrittweise reduziert. Mit der Stilllegung des Werks Villigst Ende vergangenen Jahres ist dieses Ziel nun erreicht. Heute sichern fünf modernisierte Wasserwerke mit weitergehender Aufbereitungstechnik die Versorgung großer Teile Westfalens.

Fokus auf Klimawandel und Versorgungssicherheit

Der Klimawandel gehört zu den zentralen Herausforderungen für die WWW. Besonders die trockenen und heißen Jahre zwischen 2018 und 2020 machten deutlich, dass neue Strategien für Niedrigwasserphasen notwendig sind. Gemeinsam mit weiteren Wasserwerken entlang der Ruhr setzte sich die WWW deshalb für eine Anpassung der gesetzlichen Regelungen zur Wasserbewirtschaftung ein. Seit 2025 kann der Ruhrverband flexibler auf Trockenperioden reagieren und die Wasserabgabe aus den Talsperren vorausschauender steuern.

Gleichzeitig rückte auch das Thema Hochwasserschutz stärker in den Fokus. Das Jahrhunderthochwasser im Sommer 2021 verursachte erhebliche Schäden an Wassergewinnungsanlagen und Wehren entlang der Ruhr. Trotz der extremen Wetterlage blieb die Trinkwasserversorgung jederzeit stabil. Seitdem investiert die WWW verstärkt in die Anpassung der Infrastruktur an höhere Pegelstände und häufigere Extremwetterereignisse.

Ausbau regenerativer Energien

Neben der Trinkwasserproduktion setzt die WWW zunehmend auf regenerative Energiegewinnung. Bereits heute erzeugt das Unternehmen mit Wasserkraft-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen einen großen Teil des benötigten Stroms selbst. Neue Photovoltaikanlagen auf den Dächern der weitergehenden Aufbereitungsanlagen sowie zusätzliche Freiflächenanlagen sollen die Eigenstromversorgung weiter erhöhen.

Ergänzend dazu bezieht die WWW seit Anfang des Jahres zusätzlichen Grünstrom aus regionalen Windkraftanlagen über sogenannte Power-Purchase-Verträge. Die Nutzung regenerativer Energien verbessert nicht nur die CO₂-Bilanz der Trinkwasserproduktion, sondern stärkt auch die Versorgungssicherheit bei möglichen Stromausfällen. Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigte sich zuletzt im Wasserwerk Echthausen, das mehrere längere Stromausfälle ohne Einschränkungen der Versorgung überbrücken konnte.

Zukunftssichere Infrastruktur und resiliente Systeme

Neben technischen Investitionen spielen auch Digitalisierung, Sicherheitsmaßnahmen und Personalentwicklung eine wichtige Rolle für die Zukunft des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe, moderne Sicherheitskonzepte für die Anlagen sowie die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden.

Darüber hinaus arbeitet die WWW gemeinsam mit ihren Gesellschaftern am weiteren Ausbau regionaler Versorgungsverbünde. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung langfristig zuverlässig, effizient und qualitativ hochwertig sicherzustellen – auch unter sich verändernden klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen.

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Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen

Extreme Wetterereignisse wie Stürme oder Dürren entstehen durch komplexe Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Landoberfläche und Wasserkreislauf. Forschende aus dem ETH-Bereich haben nun ein neues KI-Modell entwickelt, das diese Zusammenhänge eigenständig analysieren kann. Das sogenannte Earth System Foundation Model (ESFM) verarbeitet dabei unterschiedlichste Umwelt- und Wetterdaten gemeinsam und kann sogar fehlende Informationen ergänzen. Ziel ist es, Wetter- und Klimaprozesse präziser zu verstehen und langfristig bessere Vorhersagen zu ermöglichen.

Supertaifun Doksuri als Praxistest

Die Folgen waren gravierend: In kürzester Zeit verstärkte sich der Tropensturm Doksuri im Juli 2023 zu einem Supertaifun. Aussergewöhnlich starke Winde rissen entlang der Küsten Chinas und der Philippinen Dächer von Häusern, entwurzelten Bäume, und sintflutartige Regenfälle überfluteten Strassen und Wohngebiete. Vielerorts kam das öffentliche Leben vorübergehend zum Erliegen.

Extreme Ereignisse wie der Supertaifun Doksuri sind für Wetter- und Klimamodelle besonders schwer vorherzusagen, da sie aus komplexen Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Landoberfläche und Wasserkreislauf entstehen. Forschende aus dem ETH-Bereich haben nun ein neues Modell der künstlichen Intelligenz (KI) vorgestellt, das genau diese Rückkopplungen selbstständig – und ohne menschliche Anleitung – erlernt hat und im Vergleich zu bisherigen KI-Modellen präziser versteht, wie Luft, Land und Wasser auf der Erde zusammenspielen.

Die Forschenden testeten ihr Modell am Beispiel des Supertaifuns Doksuri. Dieser war nicht Teil der Trainingsdaten. Dennoch sagte ESFM die Windstärke über mehrere Tage hinweg mit bemerkenswerter Genauigkeit voraus und bildete zugleich realistisch ab, wo sich der Sturm jeweils befand, wie schnell er sich bewegte und wie er sich räumlich ausdehnte. Dabei zeigte sich, wie gut das neue Modell sehr grosse, komplexe und heterogene Datensätze gemeinsam verarbeiten kann.

KI verknüpft Luft, Land und Wasser

Das neue Earth System Foundation Model (ESFM) behandelt atmosphärische und hydrologische, also wasserbezogene Prozesse nicht isoliert, sondern bildet sie als Teil des vernetzten Systems der Erde ab.

«Bisherige KI-Wettermodelle konzentrieren sich oft stark auf die Atmosphäre. Unser Modell dagegen verknüpft gezielt atmosphärische Wetterdaten mit hydrologischen und landbezogenen Daten. Auf dieser Grundlage erkennt die KI zentrale Muster, Trends und Zusammenhänge im Wettergeschehen auf der Erde – und erstellt darauf basierend Prognosen, selbst wenn wichtige Daten fehlen», erklärt Fanny Lehmann.

Sie ist Mathematikerin, ETH AI Center Postdoctoral Fellow und Mitglied des Teams, das das neue Modell entwickelt hat.

«Die eigentliche Stärke unseres Modells liegt darin, dass es die für das Wetter entscheidenden Wechselwirkungen aus verschiedenen Datenquellen erlernt. Dadurch kann das ESFM sehr unterschiedliche und schwer vergleichbare Datentypen zusammenführen und erstmals gemeinsam auswerten.»

Umgang mit unterschiedlichen und fehlenden Daten

Der integrative Ansatz des ESFM entspricht einem Bedarf in den Klima- und Umweltwissenschaften. In der Forschungspraxis sind Daten oft sehr unterschiedlich: Manche stammen aus Satellitenbildern, andere aus Wetterballons, Bodenstationen oder weiteren Sensoren. Entsprechend reichen sie von hochaufgelösten, kurzfristigen Messungen bis hin zu grossräumigen, langfristigen Beobachtungen. Auch die Datentypen unterscheiden sich stark: Während Satellitenbilder und Klimamodelle ihre Daten in Form grossflächiger Rasterkarten liefern, erfassen Bodenstationen oder Messbrunnen typische Grössen wie Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit oder Wasserstand punktuell an bestimmten Orten und zu definierten Zeitpunkten.

Um diese unterschiedlichen Umweltdaten zusammenzuführen, verfolgt das ESFM einen integrativen, mehrstufigen Ansatz: Statt alle Daten von Beginn an in ein einheitliches Format zu zwingen, behandelt es sie zunächst je nach Typ getrennt – ob es Satelliten- oder Stationsdaten sind – und versieht sie mit Angaben dazu, wann und wo sie gemessen wurden. So lassen sich sehr unterschiedliche Daten in einem gemeinsamen räumlichen und zeitlichen Rahmen zusammenführen, ohne dass die datenspezifische Information dabei verloren geht. Auf dieser Grundlage erlernt das Modell die typischen, wiederkehrenden Prozessketten und die grundlegenden Wirkungszusammenhänge zwischen Land, Luft und Wasser.

Präzisere Vorhersagen trotz Datenlücken

«Frühere KI-Modelle für Wettervorhersagen wurden – anders als ESFM – oft nur mit einem einzelnen Datentyp oder wenigen, ähnlich aufgebauten Datensätzen trainiert», erklärt Firat Ozdemir, leitender Entwickler des ESFM-Teams und Senior Data Scientist am gemeinsamen Swiss Data Science Center von ETH Zürich und EPFL. «Sie verlieren oft an Leistungsfähigkeit, wenn sie mit sehr heterogenen oder unvollständigen Daten arbeiten müssen. ESFM hingegen integriert Daten aus mehreren Quellen und schliesst Datenlücken deutlich effizienter.»

«Das ESFM ist weder ein klassisches Klimamodell noch ein reines Wettervorhersage- oder spezielles Sturmwarnmodell, sondern es gehört zu einer eigenen Modellkategorie, die als flexible Basis für verschiedene Aufgaben in der Klima- und Wetterforschung dienen kann», sagt der Atmosphärenwissenschaftler Sebastian Schemm, Professor an der University of Cambridge und zuvor an der ETH Zürich. «Sein Vorteil liegt in einem erlernten Systemverständnis, dank dem es in vielen Fällen auch bei unvollständigen oder lückenhaften Daten plausible Vorhersagen liefern kann.»

Das ESFM hingegen ist nun gezielt darauf ausgelegt, mit fehlenden Daten umzugehen und unvollständige Beobachtungen intern zu rekonstruieren – etwa lückenhafte Satellitenbilder. Nach dem Training gelingt es dem Modell sogar selbst bei Satellitendaten, bei denen nur rund drei Prozent der Bildpunkte verfügbar sind, zuverlässige Vorhersagen zu liefern.

Die Forschenden, zu denen auch Benedikt Soja, Professor für Weltraumgeodäsie an der ETH Zürich, zählt, konnten sowohl für Wetterdaten aus Bodenstationen als auch für den langfristigen globalen ERA5-Datensatz zeigen, dass ihr Modell Datenlücken zuverlässig schliesst. Darauf aufbauend kann das Modell plausible Vorhersagen zum Wettergeschehen erstellen.

Flexible Einsatzmöglichkeiten des Modells

«Durch das Training mit sehr unterschiedlichen Datentypen erwerben Modelle wie das ESFM eine Art Grundwissen und können flexibel vielfältige Aufgaben lösen. In der KI-Forschung gelten sie daher als Basismodelle – oder auf Englisch: Foundation Models», sagt Torsten Hoefler, Informatikprofessor an der ETH Zürich, der am Supercomputing-Zentrum CSCS in Lugano federführend an neuen KI-Ansätzen mitwirkt.

Wie alle Basismodelle lässt sich das ESFM für verschiedene Aufgaben einsetzen und zudem gezielt an konkrete Anwendungen anpassen – in einem Prozess, der als Fine-Tuning bezeichnet wird. Das Team konnte zeigen, dass das ESFM grundlegende physikalische Gesetzmässigkeiten konsistent und zuverlässig anwendet – auch bei neuen Fällen oder Messgrössen, für die es nicht speziell trainiert wurde. Künftig können das ESFM oder gezielt feinjustierte Versionen somit zuverlässige Vorhersagen von Wetter- und Wasserprozessen liefern. «Wir wollen die Stärke des Modells für Bereiche wie Landwirtschaft, Biodiversität und Hydrologie erschliessen», sagt Mathieu Salzmann, Senior Scientist an der EPFL und stellvertretender Chief Data Scientist am Swiss Data Science Center (SDSC).

———————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————-Originalpublikation: Ozdemir F, Cheng Y, Mohebi S, Lehmann F, Adamov S, Trentini L, Huang L, Lingsch L, Zhang Z, Fuhrer O, Soja B, Mishra S, Hoefler T, Schemm S, Salzmann M: ESFM – A foundation model framework for heterogeneous data integration. EGU General Assembly 2026, Wien, 3. –8. Mai 2026, EGU26-18011. DOI: 10.5194/egusphere-egu26-18011

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