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Fünf häufige Fehler bei der Wasserhaltung auf Baustellen

Wenn Baugruben volllaufen, Schläuche einfrieren oder Pumpen durch Schlamm verstopfen, entstehen auf Baustellen schnell hohe Kosten. Besonders im Herbst und Winter treffen starke Niederschläge, niedrige Temperaturen und schwierige Bodenverhältnisse aufeinander. Eine zuverlässige Wasserhaltung ist deshalb entscheidend, um den Baustellenbetrieb aufrechtzuerhalten. Der Pumpenhersteller Tsurumi erläutert fünf häufige Fehler, die Bauunternehmen während der kalten Jahreszeit vermeiden sollten.

1. Pumpenleistung nicht ausreichend dimensioniert

Bereits bei der Auswahl der Pumpe können Fehler entstehen. Wird die Förderleistung ausschließlich anhand der durchschnittlich anfallenden Wassermenge bemessen, reicht sie bei starken Niederschlägen möglicherweise nicht mehr aus. Neben der maximalen Fördermenge müssen auch die tatsächlich erforderliche Förderhöhe sowie Druckverluste in Schläuchen und Leitungen berücksichtigt werden. Denn bei Kreiselpumpen nimmt die verfügbare Fördermenge mit steigender Förderhöhe in der Regel ab.

Tsurumi empfiehlt daher, die Wasserhaltung auf mögliche Belastungsspitzen auszulegen und bei Bedarf zusätzliche Reservekapazitäten einzuplanen.

2. Feststoffe im Baustellenwasser unterschätzt

Baustellenwasser enthält häufig Sand, Schlamm und andere abrasive Partikel. Besonders nach starken Regenfällen können diese die eingesetzten Pumpen erheblich beanspruchen. Ungeeignete Technik erhöht das Risiko von Verschleiß und Betriebsausfällen. Für solche Einsatzbedingungen bietet Tsurumi unter anderem die Pumpenbaureihe KTZ an. Sie verfügt über robuste, verschleißbeständige Komponenten sowie eine doppelte Gleitringdichtung im Ölbad.

Auch die Positionierung der Pumpe spielt eine wichtige Rolle. Sie sollte möglichst so aufgestellt werden, dass nicht unnötig große Mengen abgesetzter Feststoffe angesaugt werden. Ein entsprechend angelegter Pumpensumpf kann dabei helfen.

3. Frostschutz bei Schläuchen und Leitungen vernachlässigt

Bei niedrigen Temperaturen können nicht nur Pumpen, sondern auch Schläuche, Rohrleitungen und Armaturen Probleme verursachen. Bleibt Wasser darin stehen, kann es bei Frost gefrieren. Dadurch drohen blockierte Leitungen und Schäden an Bauteilen. Besonders gefährdet sind Anlagen, die nur zeitweise betrieben werden. Nicht benötigte Leitungen sollten deshalb entleert und frostgefährdete Abschnitte entsprechend geschützt werden.

Auch bei vollständig eingetauchten Pumpen muss sichergestellt sein, dass das geförderte Wasser jederzeit ungehindert abfließen kann. Beim Einsatz von Rückschlagklappen und Rückschlagventilen ist besondere Vorsicht geboten.

4. Unnötige Laufzeiten erhöhen den Energieverbrauch

Nicht jede Entwässerungsaufgabe erfordert einen durchgehenden Pumpenbetrieb. Läuft eine Pumpe auch bei niedrigem Wasserstand weiter, verbraucht sie unnötig Energie. Unter ungünstigen Betriebsbedingungen kann dies zudem die Technik belasten. Automatische Steuerungen können den Betrieb bedarfsgerecht regeln. Die Pumpen der Tsurumi-KTVE-Serie verfügen beispielsweise über eine integrierte Elektrodensteuerung. Diese erfasst den Wasserstand und schaltet die Pumpe entsprechend ein oder aus. Auf diese Weise lassen sich unnötige Laufzeiten reduzieren.

5. Wartung und Kontrollen zu spät durchgeführt

Kleine technische Mängel können insbesondere im Winter erhebliche Auswirkungen auf den Baustellenbetrieb haben. Verstopfte Ansaugöffnungen, beschädigte Stromkabel, verschlissene Laufräder oder undichte Schlauchverbindungen beeinträchtigen die Betriebssicherheit. Regelmäßige Sicht- und Funktionskontrollen sind daher wichtig. Dazu gehört auch die Überprüfung elektrischer Anschlüsse und Schutzeinrichtungen durch entsprechend qualifiziertes Personal.

Tsurumi rät dazu, die vorgeschriebenen Wartungsintervalle und Herstellervorgaben einzuhalten. Besonders stark beanspruchte Anlagen sollten darüber hinaus häufiger kontrolliert werden.

Rechtzeitige Vorbereitung verhindert Baustillstände

Eine zuverlässige Baustellenentwässerung hängt nicht allein von der Leistung der eingesetzten Pumpen ab. Ebenso entscheidend sind die passende Auswahl der Technik, eine fachgerechte Installation und die regelmäßige Überwachung während des Betriebs.

Tsurumi bietet hierfür verschiedene Schmutzwasserpumpen für unterschiedliche Einsatzbedingungen an. Wer seine Wasserhaltung frühzeitig auf die Anforderungen der kalten Jahreszeit vorbereitet, kann das Risiko ungeplanter Ausfälle reduzieren und Verzögerungen im Bauablauf vermeiden.


Quelle: Tsurumi Pressestelle

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mioty: Zuverlässige Sensordaten für die Wasserwirtschaft auch im Krisenfall

Die vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelte Funktechnologie mioty ermöglicht den energieautarken, robusten und unabhängigen Betrieb weitreichender Sensornetze. Auch bei Störungen oder Ausfällen der Netz- und Stromanbindung soll die Technologie eine zuverlässige Datenübertragung gewährleisten. Auf der Smart Country Convention (SCCON) vom 13. bis 15. Oktober in Berlin können sich Vertreter kommunaler Verbände, Versorger, Netzbetreiber und Gerätehersteller am Stand 404 in Hub 27 über die Technologie informieren.

Wie wichtig widerstandsfähige Infrastrukturen, vorausschauende Planung und ein umfassendes Lagebild im Krisenfall sind, haben Hitzewellen, Brände und Hochwasser in Europa in diesem Jahr erneut gezeigt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die zuverlässige Vernetzung von Sensoren, die beispielsweise Luftqualität, Temperatur, Rauchentwicklung oder Wasserstände erfassen. Die Funktechnologie mioty soll die Übertragung dieser Daten auch unter schwierigen Bedingungen ermöglichen und damit zur Sicherheit kritischer Infrastrukturen und zum Bevölkerungsschutz beitragen.

Sensornetze müssen auch im Krisenfall funktionieren

Sensoren kommen in Städten und Kommunen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz. Vom Wasserzähler über Pegelsensoren bis hin zu Rauch- und Bewegungsmeldern liefern sie wichtige Informationen, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Insbesondere bei kritischen Infrastrukturen (KRITIS) ist diese erste Übertragungsstrecke der Sensordaten entscheidend. Das gilt auch dann, wenn die Funkabdeckung eingeschränkt ist, die Stromversorgung ausfällt oder Mobilfunknetze durch ein hohes Gesprächsaufkommen überlastet sind.

Für Kommunen bietet der Aufbau flächendeckender Sensornetze die Möglichkeit, unterschiedliche Anwendungen miteinander zu vernetzen und die Infrastruktur flexibel an steigende Anforderungen anzupassen. Gleichzeitig lassen sich Wartungsaufwand und Kosten reduzieren. Deutschlandweit steht mit bestehenden Netz- und Servicebetreibern bereits eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung.

„Moderne und resiliente terrestrische Rundfunkübertragungsplattformen wie z.B. das digitale Radio DAB+ und digitale Anwendungen sorgen schon jetzt dafür, dass Inhalte jederzeit zuverlässig ihre Zielgruppe erreichen. Mit dieser leistungsstarken Infrastruktur und spezialisierten technischen Services basierend auf mioty können wir noch mehr Sicherheit und Qualität bieten, die resiliente KRITIS-Anwendungen in der Zukunft erfordern“, erklärt Francie Petrick, Geschäftsführerin von Media Broadcast.

Europäische Technologie für unabhängige Kommunikation

Als standardisierte Low-Power-Wide-Area-Network-Technologie (LPWAN) aus Europa soll mioty einen zuverlässigen Betrieb ermöglichen, ohne in kritischem Maße von einzelnen Anbietern oder externen Rahmenbedingungen abhängig zu sein.

Die Kontrolle über die Technologie verbleibt beim jeweiligen Unternehmen beziehungsweise innerhalb definierter Rechtsräume. Gleichzeitig sorgen transparente Schnittstellen und nachvollziehbare Prozesse dafür, dass der Technologieeinsatz dokumentiert und kontrolliert werden kann.

Robuste Datenübertragung durch Telegram-Splitting

Ein zentrales Merkmal von mioty ist das sogenannte Telegram-Splitting. Dieses Verfahren ermöglicht eine zuverlässige Übertragung von Sensordaten, selbst wenn andere Funksignale stören oder schwierige Umgebungsbedingungen vorliegen.

Damit soll die Datenübertragung auf Sensorebene auch bei Ausfällen anderer Funkinfrastrukturen aufrechterhalten werden. So können wichtige Informationen weiterhin für ein möglichst vollständiges Lagebild zur Verfügung stehen und die Widerstandsfähigkeit smarter Städte und Kommunen stärken.


Quelle: IIS Fraunhofer Pressemitteilung: Resiliente Sensornetze verhindern Funkstille im Smart Country

 

 

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CleanCityCover zeigt Schadstoff-Hotspots im städtischen Regenwasserabfluss

Mit CleanCityCover haben Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Berlin ein webbasiertes Werkzeug zur Bewertung diffuser Schadstoffeinträge aus urbanen Oberflächen entwickelt. Die Anwendung zeigt, welche Flächen bei Regen besonders belasteten Oberflächenabfluss erzeugen und wo vergleichsweise gering belastetes Regenwasser anfällt. Damit sollen Kommunen geeignete Standorte für Rückhalt, Behandlung und Nutzung von Regenwasser identifizieren können.

CleanCityCover bewertet urbane Schadstoffquellen

In Städten gelangen Schadstoffe über Straßen, Plätze, Dächer und weitere Oberflächen in die Regenwasserentwässerung. Abhängig vom Entwässerungssystem können sie direkt oder zusammen mit kommunalem Abwasser in Gewässer eingetragen werden. Zu den relevanten Stoffen gehören unter anderem Reifenabrieb, Schwermetalle und Rückstände aus dem Straßenverkehr.

Das am Fachgebiet Ökohydrologie der TU Berlin entwickelte Tool bewertet das Verschmutzungspotenzial unterschiedlicher städtischer Flächen. Die Entwicklung erfolgte durch Boney Joseph, Prof. Eva Paton und Dr. Nasrin Haacke im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts WATERUN, an dem 14 Partner beteiligt sind.

CleanCityCover berücksichtigt derzeit drei Kategorien von Schadstoffquellen: atmosphärische Ablagerungen, verkehrsbedingte Belastungen in Abhängigkeit von der Verkehrsintensität sowie Schwermetalle von Metalldächern. Ein integriertes Ranking ermöglicht es, räumliche Belastungsschwerpunkte zu vergleichen und potenzielle Maßnahmenflächen zu priorisieren.

Starkregen nach Trockenperioden beeinflusst die Wasserqualität

Eine wichtige Erkenntnis der begleitenden Forschung betrifft das Zusammenwirken von Trockenperioden und anschließenden Regenereignissen. Untersuchungen für den Raum Berlin zeigen, dass nicht ausschließlich besonders intensive Starkregenereignisse für relevante Gewässerbelastungen verantwortlich sind.

Auch schwächere Regenereignisse können die Wasserqualität deutlich beeinflussen, wenn ihnen längere Trockenphasen vorausgehen. Während dieser Zeit können sich Schadstoffe auf städtischen Oberflächen ansammeln und beim nächsten Regen abgeschwemmt werden. Diese Kombination wird als Compound-Ereignis bezeichnet und im Aufbau von CleanCityCover ausdrücklich berücksichtigt.

Voruntersuchungen des urbanen Oberflächenabflusses in zehn mitteleuropäischen Städten zeigten zudem vergleichbare Muster bei unterschiedlichen Abflussereignissen und deren saisonalem Auftreten. Für Berlin und Essen wurden häufiger kurze, ausgeprägte Abflussereignisse festgestellt.

Anwendung in drei europäischen Städten

Im Projekt WATERUN wurde CleanCityCover für Aarhus in Dänemark, Santiago de Compostela in Spanien und Berlin parametrisiert und angewendet. In allen drei Städten diente das Werkzeug dazu, räumliche Schwerpunkte diffuser Verschmutzung zu identifizieren.

Die Ergebnisse können bei der Planung blau-grüner Infrastruktur eingesetzt werden. Dazu zählen Maßnahmen, die Regenwasser zurückhalten, versickern, behandeln oder für eine weitere Nutzung verfügbar machen. Neben belasteten Flächen weist CleanCityCover auch Bereiche mit vergleichsweise gering belastetem Oberflächenabfluss aus, die für eine Regenwassernutzung infrage kommen könnten.

Ölverschmutzungen als zusätzliche Belastungsquelle

Eine begleitende Untersuchung von Luz von der Groeben befasste sich mit Ölverschmutzungen auf Berliner Straßen. Ausgewertet wurden Alarmierungszahlen der Berliner Feuerwehr sowie Erhebungen zu Anzahl und Größe von Ölflecken auf ausgewählten Fahrbahnen und Parkplätzen in Berlin-Kreuzberg.

Die Untersuchung stellte eine hohe Verbreitung entsprechender Verunreinigungen fest. Ölreste können durch Niederschlagsabfluss in die Entwässerung gelangen und aquatische Ökosysteme belasten. Die Forschenden sehen deshalb Bedarf, solche Verschmutzungen systematischer zu erfassen und ihren Eintrag in Gewässer zu reduzieren.

Planungsgrundlage für die kommunale Wasserwirtschaft

Für kommunale Entwässerungsbetriebe, Wasserbehörden und Stadtplanungsämter bietet die räumliche Bewertung von Schadstoffquellen eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage. Insbesondere bei der Auswahl von Standorten für Regenwasserbehandlung, Rückhalt und blau-grüne Infrastruktur ist es relevant, nicht allein Abflussmengen, sondern auch die potenzielle stoffliche Belastung zu betrachten.

CleanCityCover kann dazu beitragen, Maßnahmen dort zu priorisieren, wo ein erhöhtes Verschmutzungspotenzial besteht. Gleichzeitig lassen sich Flächen erkennen, deren Abfluss möglicherweise für eine dezentrale Nutzung geeignet ist. Eine standortbezogene Prüfung der tatsächlichen Wasserqualität ersetzt diese Potenzialbewertung jedoch nicht.


Quelle: TU Berlin

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Greenpeace fordert Planungsstopp in Wasserstressregionen

Beim Forum „Zukunft Wasser“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) kamen Vertreter aus Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit zusammen, um über die zukünftige Wasserpolitik zu diskutieren. Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte gemeinsam mit EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall zentrale wasserpolitische Schwerpunkte vor.

Schneider betonte die Notwendigkeit, Wasser künftig effizienter zu nutzen und stärker in der Landschaft zu halten. Dazu gehören unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, die Renaturierung von Flussauen und der Umbau von Wäldern zu stabilen Mischwäldern. Auch die öffentliche Wasserinfrastruktur müsse an die Folgen des Klimawandels angepasst werden. Schneider verwies dabei auf die Bedeutung leistungsfähiger Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen. Die Bundesländer rief er dazu auf, einen relevanten Teil der Mittel aus dem Sondervermögen in die Wasserinfrastruktur zu investieren.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Verbesserung der Wasserqualität. Schneider sprach sich für den Ausbau der vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen aus und bekräftigte das Prinzip der Herstellerverantwortung bei der Finanzierung.

Rechenzentren sollen bei Wasserknappheit stärker in die Verantwortung genommen werden

Unter dem Stichwort „Wassergerechtigkeit“ thematisierte Schneider die Verteilung der Kosten für die Wassernutzung. Angesichts zunehmender Wasserknappheit dürften die Grundbedürfnisse der Bevölkerung nicht mit dem Bedarf großer Wasserverbraucher konkurrieren.

„Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen“, erklärte Schneider.

Der Minister forderte, dass Betreiber von Rechenzentren in solchen Situationen mehr für Wasser zahlen oder in wassersparende Technologien investieren. Dafür brauche es einen Rahmen, der einen sparsamen Umgang mit Wasser belohnt und Anreize für Investitionen in effiziente Technik schafft.

Greenpeace fordert Planungsstopp in Wasserstressregionen

Der Umweltorganisation Greenpeace gehen die Forderungen von Bundesumweltminister Carsten Schneider nicht weit genug. Digitalexpertin Linda Klapdor fordert einen Planungsstopp für wasserintensive Rechenzentren in Regionen, die bereits unter Wasserstress leiden. Aus ihrer Sicht müssen Umweltminister Schneider und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) gemeinsam verhindern, dass weitere Großrechenzentren in besonders von Trockenheit betroffenen Gebieten entstehen.

„Umweltminister Schneider fordert völlig zurecht, dass menschliche Grundbedürfnisse wie der Zugang zu Wasser nicht mit dem Ressourcenverbrauch von Rechenzentren konkurrieren dürfen“, erklärt Klapdor.

Als besonders betroffene Regionen nennt Greenpeace Brandenburg und das Rhein-Main-Gebiet. In Brandenburg, einer der trockensten Regionen Deutschlands, plant der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) nach Angaben der Umweltorganisation zwei Rechenzentren in Massen und Baruth. Greenpeace verweist in diesem Zusammenhang auf die anhaltende Trockenperiode im Sommer 2026, die in der Region zu akuter Wasserknappheit, sinkenden Brunnenständen und regionalen Entnahmeverboten geführt habe.

Kritisch bewertet Greenpeace insbesondere die geplante Wasserversorgung der Anlagen. AWS habe angekündigt, die Rechenzentren mit Regenwasser zu kühlen. Angesichts eines von Greenpeace genannten Wasserbedarfs von bis zu einer Million Litern täglich hält die Organisation dieses Konzept jedoch nicht für plausibel. Klapdor fordert deshalb mehr Transparenz bereits während der Planung. Betreiber müssten frühzeitig offenlegen, wie sie ihre Rechenzentren künftig kühlen und die dafür benötigten Wassermengen bereitstellen wollen.

„Solange keine überzeugenden Konzepte zur Wasserversorgung vorliegen, dürfen solche Projekte nicht umgesetzt werden“, betont die Greenpeace-Expertin.

Deutschland und EU verstärken Zusammenarbeit

Im Rahmen des Forums unterzeichneten Schneider und Roswall eine gemeinsame Erklärung zur wasserpolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Europäischen Kommission. Ziel ist es, die Gewässer besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die verfügbaren Wasserressourcen effizienter zu nutzen. Dazu gehören unter anderem die Renaturierung von Auen, die Wiederverwendung von Wasser und geschlossene Wasserkreisläufe in der Industrie.

Die Zusammenarbeit ist Teil der strukturierten Dialoge der Europäischen Kommission mit den Mitgliedstaaten. Sie soll die Umsetzung des europäischen Wasserrechts und der EU-Wasserresilienzstrategie unterstützen.


Quellen: Greenpeace, Wirksame Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung: Erklärung von EU-Kommissarin Roswall und Bundesminister Schneider – Vertretung in Deutschland

und BMUKN: Schneider: Deutschland braucht neuen Umgang mit Wasser | Pressemitteilung

 

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Neuer Ozonreaktor soll Arzneimittelrückstände energieeffizient entfernen

Die Abwasserreinigung steht vor der Herausforderung, Arzneimittelrückstände und andere organische Spurenstoffe wirksam aus kommunalem Abwasser zu entfernen. An der Technischen Hochschule Mannheim untersucht ein Forschungsteam um Prof. Dr. Verena Fath deshalb ein neues Reaktorkonzept für die Ozonung. Im Projekt OZON-EFF soll ein Rieselfilmreaktor den Stoffübergang zwischen Ozon und Abwasser verbessern und damit den Energiebedarf der Spurenstoffelimination verringern. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 240.000 Euro.

Abwasserreinigung mit Ozon: Stoffübergang als Effizienzfaktor

Konventionelle kommunale Kläranlagen können zahlreiche organische Spurenstoffe mit ihren bisherigen Reinigungsstufen nicht ausreichend entfernen. Dazu gehören auch Rückstände von Arzneimitteln. Für deren weitergehende Behandlung kommen unter anderem oxidative Verfahren mit Ozon infrage. Das Gas reagiert mit gelösten organischen Verbindungen und kann diese chemisch umwandeln oder abbauen.

Eine verfahrenstechnische Herausforderung ist dabei der Stoffübergang von Ozon aus der Gasphase in das Wasser. Dieser Prozess kann die Geschwindigkeit und Effizienz der Behandlung begrenzen. Wird das eingebrachte Ozon nicht ausreichend genutzt, kann für die angestrebte Reinigungsleistung ein höherer Ozoneinsatz erforderlich sein. Da Ozon technisch erzeugt werden muss, beeinflusst seine Dosierung auch den Energiebedarf des Verfahrens.

Rieselfilmreaktor soll Kontakt zwischen Ozon und Abwasser verbessern

Im Forschungsprojekt OZON-EFF setzt das Team auf einen Rieselfilmreaktor. Dabei fließt das Abwasser als dünner Flüssigkeitsfilm über inerte Packungen. Das gasförmige Ozon wird im Gegenstrom durch den Reaktor geführt. Die Gestaltung der Kontaktflächen soll den Stoffübergang zwischen Gas und Flüssigkeit verbessern und dadurch die chemischen Reaktionen effizienter ablaufen lassen.

Anders als bei einer ausschließlichen Erhöhung der Ozondosierung steht somit die Optimierung des Reaktorkonzepts im Mittelpunkt. Untersucht wird, wie sich die Reaktorgeometrie auf den Stoffübergang und die Reaktionsbedingungen auswirkt. Ziel ist es, den erforderlichen Ozoneinsatz möglichst bedarfsgerecht einzustellen und dabei eine wirksame Behandlung der organischen Spurenstoffe zu erreichen.

Mess- und Regeltechnik für eine bedarfsgerechte Ozondosierung

Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Verbindung von experimentellen Untersuchungen und Simulationen. Das Forschungsteam analysiert das Zusammenwirken von Stoffübergang, Reaktionskinetik und Reaktorgeometrie. Auf dieser Grundlage soll ein Prototyp des Rieselfilmreaktors entwickelt und anschließend erprobt werden.

Ergänzend werden Mess- und Regelsysteme entwickelt, die eine Anpassung der Ozondosierung an den tatsächlichen Behandlungsbedarf ermöglichen sollen. Eine solche Regelung könnte dazu beitragen, den Ozoneinsatz und den damit verbundenen Energieverbrauch zu begrenzen. Ob und in welchem Umfang sich diese Einsparungen realisieren lassen, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Potenzial für die vierte Reinigungsstufe kommunaler Kläranlagen

Das Forschungsvorhaben ist auch vor dem Hintergrund der überarbeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie relevant. Diese sieht für bestimmte kommunale Kläranlagen zusätzliche Anforderungen an die Entfernung von Mikroschadstoffen vor. Damit gewinnt die Planung und Umsetzung einer vierten Reinigungsstufe an Bedeutung.

Für Kläranlagenbetreiber sind neben der erreichbaren Spurenstoffelimination insbesondere der Energiebedarf, die Betriebskosten und die technische Integration entscheidend. Das Projekt OZON-EFF untersucht deshalb auch die Wirtschaftlichkeit des Reaktorkonzepts und die Voraussetzungen für eine Übertragung auf kommunale Abwasserbehandlungsanlagen.

Eine praktische Anwendung hängt davon ab, ob sich die angestrebten Verbesserungen des Stoffübergangs auch unter realistischen Betriebsbedingungen nachweisen lassen. Belastbare Ergebnisse zur erreichbaren Reinigungsleistung und zu möglichen Energieeinsparungen liegen aus dem beschriebenen Projekt bislang nicht vor.

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Forschung mit 240.000 Euro

Die Finanzierung erfolgt über das Programm „CZS Forschungsstart“ der Carl-Zeiss-Stiftung. Es richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate erstmals eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften übernommen haben. Gefördert werden Forschungsvorhaben aus den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften.

Projektleiterin Verena Fath ist Professorin an der Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik der Technischen Hochschule Mannheim. Sie studierte Chemische Technik und Chemieingenieurwesen in Mannheim und promovierte an der Technischen Universität Dortmund auf dem Gebiet der autonomen Prozessoptimierung. Vor ihrer Berufung war sie unter anderem in der Sicherheitstechnik der BASF SE tätig.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Verena Fath
Technische Hochschule Mannheim
Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik
v.fath@th-mannheim.de

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Treibhausgasbilanzierung in der Wasserwirtschaft wird weiter vereinheitlicht

Eine Arbeitsgruppe aus Unternehmen der Trink- und Abwasserbranche hat ihren Leitfaden zur Bilanzierung von Scope-3-Emissionen umfassend überarbeitet. Die aktualisierte Fassung berücksichtigt nun sieben statt bisher drei Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol und deckt damit weitere Bereiche ab, die derzeit als wesentlich für die Wasserwirtschaft eingestuft werden.

Der ursprünglich im Sommer 2024 veröffentlichte Leitfaden wurde gemeinsam von den Berliner Wasserbetrieben, der GELSENWASSER AG, der hanseWasser Bremen GmbH, HAMBURG WASSER, der Münchner Stadtentwässerung und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln überarbeitet. Unterstützung erhielten die Unternehmen dabei von der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie und Wasserverwendung (ASEW). Neben fachlichen und redaktionellen Anpassungen umfasst die neue Version eine Erweiterung der berücksichtigten Scope-3-Kategorien von drei auf sieben.

Gemeinsame Grundlagen für die Emissionsbilanzierung

Mit dem Leitfaden erhalten Unternehmen der Wasserwirtschaft eine methodische Grundlage, um ihre Scope-3-Emissionen nach einheitlichen Kriterien zu erfassen und zu bilanzieren. Dadurch sollen die Qualität und Vergleichbarkeit der Treibhausgasbilanzen innerhalb der Branche verbessert werden.

Die Veröffentlichung bietet methodische Empfehlungen, Praxisbeispiele und Hinweise zu geeigneten Datengrundlagen. Ergänzend stehen Berechnungstools zur Verfügung, die Unternehmen bei der Bilanzierung unterstützen. Scope-3-Emissionen entstehen innerhalb der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. In vielen Betrieben machen sie einen erheblichen Teil der verursachten Treibhausgasemissionen aus. Eine möglichst belastbare Erfassung ist daher wichtig, um vollständige Treibhausgasbilanzen zu erstellen und Potenziale zur Emissionsminderung gezielt zu erkennen und zu steuern.

Vier zusätzliche Emissionskategorien aufgenommen

Die erste Fassung des Leitfadens konzentrierte sich auf drei der insgesamt 15 Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol. Die Auswahl beruhte auf unternehmensspezifischen Wesentlichkeitsanalysen, deren Ergebnisse innerhalb der Arbeitsgruppe miteinander abgeglichen wurden.

Bereits in der bisherigen Version enthalten waren:

  • Scope 3.1: Gekaufte Waren und Dienstleistungen

  • Scope 3.2: Investitionsgüter

  • Scope 3.5: Im Betrieb anfallende Abfälle

 

Mit der Überarbeitung kommen vier weitere Kategorien hinzu:

  • Scope 3.3: Brennstoffe und energiebezogene Aktivitäten außerhalb Scope 1 oder 2

  • Scope 3.6: Geschäftsreisen

  • Scope 3.7: Pendeln der Mitarbeitenden

  • Scope 3.15: Investitionen

Damit berücksichtigt die aktualisierte Fassung alle Scope-3-Kategorien, die von der Arbeitsgruppe gegenwärtig als wesentlich für die Wasserwirtschaft bewertet werden.

Weitere Kategorien sollen später folgen

Noch nicht Bestandteil des aktualisierten Leitfadens sind die Kategorien Scope 3.11 „Nutzung verkaufter Produkte“ und Scope 3.12 „Behandlung verkaufter Produkte am Ende ihrer Lebensdauer“. Ihre Bearbeitung ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Aufgrund ihrer potenziellen Bedeutung sind zunächst weitere inhaltliche Vorarbeiten und Abstimmungen erforderlich.

Zum Leitfaden (Download)

Quelle: Treibhausgasbilanzen in der Trink- und Abwasserbranche – hanseWasser Bremen

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Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

wilde-natur.org gGmbH und der UHV 20 „Untere Oste“ sind beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das gemeinsame Projekt „Mehr Wasser für die Aue – Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert“.

Gewässerentwicklung trifft auf moderne Messtechnik

Mit der Auszeichnung wird ein Ansatz gewürdigt, der praktische Gewässerentwicklung mit moderner Umwelttechnik verbindet. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist Nala, eine von wilde-natur.org entwickelte Lösung zur kontinuierlichen Beobachtung wichtiger Gewässerparameter.

Nala soll Veränderungen im Gewässer frühzeitig sichtbar machen und dazu beitragen, kritische Entwicklungen zu erkennen, bevor ökologische Schäden bereits deutlich sichtbar sind. Dafür werden Messdaten aus dem Gewässer kontinuierlich erfasst. Sie können als Grundlage für frühzeitige Einschätzungen und gezieltes Handeln dienen.

Veränderungen in Flüssen frühzeitig erkennen

„Für uns ist diese Auszeichnung vor allem eine Bestätigung dafür, dass Gewässerschutz und technologische Innovation zusammengehören können“, sagt Elke Freimuth, Geschäftsführerin von wilde-natur.org gGmbH. „Flüsse senden ständig Signale. Mit Nala wollen wir helfen, diese Signale früher zu verstehen und Veränderungen sichtbar zu machen. Genau darin sehen wir einen wichtigen Baustein für einen vorsorgenden Gewässerschutz.“

Der Innovationspreis wurde im Rahmen des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss 26“ vergeben. Ausgezeichnet wurden wilde-natur.org gGmbH und der UHV 20 „Untere Oste“ gemeinsam für das Projekt „Mehr Wasser für die Aue – Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert“. Bei der Preisübergabe wurde das Projekt auch durch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer gewürdigt.

Nala soll Entscheidungsgrundlagen verbessern

Für wilde-natur.org ist die Auszeichnung ein wichtiger Meilenstein bei der Weiterentwicklung von Nala als praxisnahes Instrument für mehr Transparenz über die Gesundheit von Flüssen. Ziel ist es, ökologische Veränderungen frühzeitig erkennbar zu machen und damit bessere Entscheidungsgrundlagen für Gewässerschutz, Wasserwirtschaft sowie regionale Akteurinnen und Akteure zu schaffen.


Quelle: wilde-natur.org

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Amazon, Microsoft und NABU starten Projekt zur Grundwasserneubildung

Amazon und Microsoft Deutschland haben ein gemeinsames Projekt zur Wasserrückführung in Hessen angekündigt. Umgesetzt wird es vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) gemeinsam mit regionalen Partnern und Behörden. In der Region Vogelsberg sollen auf 40 Hektar natürliche Bedingungen für Feuchtgebiete wiederhergestellt werden.

Der Vogelsberg ist ein bedeutendes Gebiet für die Wassergewinnung und liefert einen erheblichen Teil des Frankfurter Trinkwassers. Der NABU setzt das Projekt mit Finanzierung von Amazon und Microsoft um. Unterstützt durch Amazons Beitrag von über 2,9 Millionen Euro soll das Projekt nach Fertigstellung jährlich voraussichtlich mehr als 750 Millionen Liter Wasser in die lokale Grundwasserversorgung zurückführen. Damit sollen die Wasserressourcen für die Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden gestärkt werden.

Für Amazon ist es die dritte Initiative zur Wasserrückführung in Deutschland. Zuvor hatte das Unternehmen ein Programm zur Leckageerkennung in städtischen Gebieten in Frankfurt mit Shayp sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessart mit EcoTree angekündigt. Zusammengenommen sollen durch Amazons Beitrag zu den drei Projekten voraussichtlich jährlich mehr als 920 Millionen Liter Wasser an Gemeinden und Ökosysteme in der Großregion Frankfurt zurückgeführt werden. Das Projekt greift die wachsende Erkenntnis im Wassersektor auf, dass die Stärkung der regionalen Wasserresilienz gemeinsames Handeln erfordert. Unternehmen, Umweltorganisationen, Grundstücksbesitzer und Behörden arbeiten dabei zusammen, um gemeinsame Herausforderungen auf Ebene der betroffenen Einzugsgebiete zu bewältigen.

Das Vorhaben trägt außerdem zu Amazons Ziel bei, bis 2030 mehr Wasser an Gemeinden zurückzuführen, als das Unternehmen im direkten Betrieb seiner Rechenzentren verbraucht.

„Effiziente Wassernutzung gehört zu unserer Arbeitsweise, aber das ist ein Anfang, nicht das Ziel. Wir wollen aktiv dazu beitragen, die Wassersysteme vor Ort zu verbessern, auf die Gemeinden jeden Tag angewiesen sind. Der NABU weiß, was bei der Renaturierung natürlicher Landschaften funktioniert, und wir sind stolz darauf, dass wir ihn dabei unterstützen, noch mehr davon umzusetzen“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS Deutschland.

Feuchtgebiete sollen Wasserspeicherung verbessern

Der Vogelsberg, die größte zusammenhängende Vulkanregion Mitteleuropas, verfügt über erhebliches Potenzial für die Grundwasserneubildung. Die Grundwasserreserven der Region sind eine zentrale Trinkwasserquelle für Frankfurt und umliegende Gemeinden. Angesichts eines steigenden Bedarfs und sich verändernder Klimamuster gewinnt die Wiederherstellung der natürlichen Fähigkeit der Landschaft, diese Reserven aufzufüllen, für die langfristige Resilienz der regionalen Wasserversorgung an Bedeutung.

Gleichzeitig wächst in den Gemeinden der Frankfurter Region das Bestreben, die natürliche Fähigkeit der Landschaft zur Speicherung und Filterung von Wasser wiederherzustellen. Damit sollen die Folgen von Entnahme, künstlicher Entwässerung und intensiver Landwirtschaft rückgängig gemacht werden.

In Zusammenarbeit mit rund zehn lokalen Grundstücksbesitzern wird der NABU ab 2026 schrittweise insgesamt 80 Hektar Land in den Projektgebieten „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein erwerben. Weitere Flächenkäufe sind bis Ende 2028 geplant. Auf 40 Hektar sollen mit bewährten naturbasierten Ansätzen die natürlichen Bedingungen wiederhergestellt werden. Dazu gehören die Entfernung künstlicher Entwässerungssysteme sowie die Schaffung von Flachwasserzonen und Mulden, die den Wasserabfluss verlangsamen und die Versickerung erhöhen. Zudem ist eine extensive Grünlandbewirtschaftung vorgesehen, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu verringern. Die Arbeiten werden gemeinsam mit der Stadt Herbstein und örtlichen Landwirten durchgeführt.

„Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der NABU mit Gemeinden im Vogelsberg an der Wiederherstellung natürlicher Wassersysteme. Diese Investition ermöglicht es uns, unsere Initiative deutlich auszuweiten. Das Projekt wird jährlich Hunderte Millionen Liter Wasser in den Boden zurückführen und zugleich Lebensräume für Arten wie das Braunkehlchen schaffen, die aus Deutschlands Tiefebenen verschwinden“, erklärt Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU.

„Wasser ist eine gemeinsame Ressource und damit auch eine gemeinsame Verantwortung. Deshalb braucht es Partnerschaften, die lokale Expertise, Wissenschaft und die Möglichkeiten der Privatwirtschaft zusammenbringen. Dass Microsoft und Amazon hier gemeinsam mit dem NABU investieren, zeigt, dass wir als Branche Verantwortung übernehmen und mit konkreten Projekten vor Ort einen messbaren Unterschied machen können“, sagt Christian Schätz, COO von Microsoft Deutschland.

Neue Lebensräume für gefährdete Arten

Neben der Grundwasserneubildung soll das Projekt auch neue Lebensräume für Arten schaffen, deren Bestände in der Region erheblich zurückgegangen sind. Dazu zählen Braunkehlchen, Bekassinen, Bruchwasserläufer und Schnatterenten.

Das kühlere Klima des Vogelsbergs macht die Region zudem zu einem potenziellen Rückzugsgebiet für Arten, die durch die Erwärmung aus umliegenden Tieflandgebieten verdrängt werden. Dieser positive Effekt ist bereits durch vergleichbare NABU-Projekte in der Region belegt. Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt sollen durch ein jährliches Monitoring von Säugetieren, Vögeln, Insekten, Amphibien und Reptilien zwischen 2028 und 2038 erfasst werden. Damit sollen über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Erkenntnisse zu den ökologischen Ergebnissen des Projekts gewonnen werden.

Mehr als 70 Wasserprojekte weltweit

Amazon hat weltweit mehr als 70 Projekte zur Wasserrückführung angekündigt. Diese sollen jährlich voraussichtlich mehr als 40 Milliarden Liter Wasser an Gemeinden und Wassereinzugsgebiete zurückführen. Die Maßnahmen reichen von der Leckageerkennung in städtischen Gebieten über die Renaturierung von Feuchtgebieten bis zur Steigerung der Bewässerungseffizienz. Damit investiert Amazon in Lösungen, die Gemeinden bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wasserressourcen unterstützen sollen.

Über das Wassermanagement hinaus ist Amazon der größte privatwirtschaftliche Abnehmer CO2-freier Energie in Europa mit mehr als 260 Projekten, die mehr als zehn Gigawatt Kapazität in der Region bereitstellen.


Quelle: LEWIS Communications GmbH

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Niedrigwasser hält an: So können Kommunen ihre Gewässer schützen

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit in Baden-Württemberg ist nach wie vor akut, es gibt keine Entwarnung, was die Niedrigwasser-Situation im gesamten Land betrifft. 01Sie können die Herbst- und Wintermonate dafür nutzen, um ihre Bäche und Flüsse widerstandsfähiger gegen die immer häufiger auftretenden Trockenheits-Phasen zu machen. Beispielsweise durch die Beschattung der Gewässer durch Baumpflanzaktionen oder den Bau von Fischunterständen schützen sie Flora und Fauna. Die Fachleute des Kompetenzzentrums Wasser und Boden der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) unterstützen Kommunen mit Informationen und Praxisbeispielen.

Vitale Gewässer sind gegenüber Niedrigwasser resilienter und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilität natürlicher Ökosysteme sowie zur Lebensqualität der Bevölkerung. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, tragen zu einem ausgeglichenen Wasserhaushalt bei und wirken als natürliche Puffer bei Hitze und Niedrigwasser sowie bei Hochwasser und Starkregen.

Historisches Wasserdefizit im Südwesten

Die Folgen des heißen Sommers sind nach wie vor im ganzen Land spürbar, die Niedrigwasser-Situation hält bis jetzt an. Das zuständige Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg (NIZ) hat gemessen, wie weit verbreitet Wassermangel und Trockenheit im Land sind. Seit November 2025 mit Ausnahme des Februars waren alle Monate deutlich zu trocken. Im August 2026 etwa hat es in Baden-Württemberg im Durchschnitt nur 63 Millimeter geregnet; der typische Augustniederschlag liegt bei 95 Millimeter. Laut NIZ erlebt der Südwesten zurzeit ein historisches Wasserdefizit.

Niedrigwasser ist nicht nur ein Problem der Sommermonate, sondern es begleitet die Menschen das ganze Jahr über – künftig könnte sich das noch ausweiten. Dabei sind Trockenheit, Hitze und Niedrigwasser eine große Belastung für Flora und Fauna in und um die Gewässer im Südwesten. Fehlende Beschattungen an den Ufern machen unter anderem die Flüsse immer wärmer, das bedeutet weniger Sauerstoff im Wasser und damit Stress für die darin lebenden Fische und wirbellose Kleinstlebewesen wie Insektenlarven, Würmer und Schnecken.

Hitze und Trockenheit setzen Gewässer zunehmend unter Druck

Die Wassertemperaturen sind zuletzt deutlich gestiegen: In Flüssen kommt es immer öfter zu sehr hohen Wassertemperaturen. Rhein, Donau und Neckar hatten Temperaturen von über 25 Grad Celsius im Tagesmittel. Zusätzlich treten in den Sommermonaten zunehmend lange Trockenphasen mit ausgeprägten Niedrigwasserphasen auf. Der sinkende Grundwasserspiegel trocknet die Gewässerauen aus, gleichzeitig häufen sich Starkregenereignisse.

Natürliche Gewässer sind widerstandsfähiger gegenüber diesen Entwicklungen als verbaute Bäche und Flüsse. „Der Ausbau der Ufervegetation zum Beschatten und das Anlegen von Rückzugsgebieten für kälteliebende Fische sind wichtige Schritte hin zu mehr Widerstandsfähigkeit“, sagt Georg Kahles von der KEA-BW, Leiter des Kompetenzzentrums. „Die Monate Oktober bis Februar eignen sich ideal, um Unterhaltungsarbeiten wie das Pflanzen von Bäumen und den Bau von Fischunterständen voranzutreiben. Natürlich müssen hier der Hochwasserschutz und andere Aspekte, wie etwaige Fischlaichzeiten berücksichtigt werden.“

Ufergehölze als natürlicher Hitzeschutz

Bäume und Gehölz an Ufern von Bächen und Flüssen erfüllen wichtige Aufgaben. Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen für die Gewässer und schützen vor einer intensiven Erwärmung. Vitale Gewässer mit natürlichen und vielfältigen Gewässerstrukturen verfügen über genügend Raum, Ufergehölz zur Beschattung und natürliche Abflussverhältnisse. Darüber hinaus können sie Extremwetterereignisse besser abpuffern.

Viele Bäche und Flüsse wurden in der Vergangenheit jedoch stark verbaut und haben diese natürlichen Fähigkeiten eingebüßt. Das Anpflanzen von Schatten spendenden Bäumen und Sträuchern ist daher eine wirkungsvolle Maßnahme hin zu mehr Resilienz.

„Geeignete Baumarten für die Pflanzung an Ufern sind beispielsweise Schwarz-Erlen, Baumweiden, Flatter-Ulmen und Schwarzpappeln“, so Martina Bachmann, Expertin für Gewässerunterhaltung bei der KEA-BW. „Wichtig ist es, die Bäume oder Sträucher möglichst nah an der Uferlinie zu pflanzen. Dann bieten die Baumwurzeln später auch noch Struktur und natürliche Unterstände für Fische.“

Konkrete Planungen sind mit der unteren Naturschutzbehörde und der unteren Wasserbehörde abzuklären.

Kühle Rückzugsorte für Fische schaffen

Hinzu kommt: Kälteliebende Fische wie Bachforellen geraten angesichts der klimatischen Entwicklung immer mehr unter Temperaturstress. In naturnahen Gewässern bieten natürliche Vertiefungen und tiefe Rinnen am Boden den Fischen wichtige kühlere Rückzugsräume. In verbauten Gewässern fehlen diese natürlichen Grundlagen. Hier können künstliche Kaltwasserpools helfen. Das sind künstlich angelegte Vertiefungen am Gewässergrund, die durch Grundwasser oder kalte Zuflüsse gespeist werden. Das kühlere Wasser bietet Äschen und Bachforellen bei niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen einen Rückzugsbereich.

Eine weitere sinnvolle Baumaßnahme zum Schutz der Fische ist das Errichten von künstlichen Fischunterständen.

„Mit Fischunterständen schaffen Gemeinden für die heißen Monate Ausweichorte für die dort vorkommenden Fischarten“, sagt Georg Kahles. „Fischunterstände sind überall dort sinnvoll, wo natürliche Unterstände wie Wurzeln nicht mehr vorhanden sind.“

Künstlich geschaffene Fischunterstände sollten von der Beschaffenheit her an die Art der Fische angepasst werden. Großwüchsige Schwarmfische wie Nasen und Barben brauchen große und tiefe Unterstände, während Bachforellen kleinere Unterstände bevorzugen. Praktische Kompaktinfos und Bausteckbriefe zu den genannten und weiteren Maßnahmen finden Interessierte in den gemeinsam vom Kompetenzzentrum Wasser und Boden sowie der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erarbeiteten Broschüren der Reihe Vitale Gewässer:

Kompaktinfos Bausteckbriefe

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat die Beschattungspotenziale für Fließgewässer anhand einer Modellierung dargestellt. Auf https://umweltdaten.lubw.baden-wuerttemberg.de/ einfach den Begriff Fließgewässer eingeben.

Das Kompetenzzentrum Wasser und Boden der KEA-BW betreibt seit über 30 Jahren das Netzwerk der Gewässernachbarschaften. Die 43 Gewässernachbarschaften in Baden-Württemberg vernetzen Fachleute aus Kommunen, Landesverwaltung und weitere Akteure, um Methoden einer naturgemäßen Gewässerentwicklung und -unterhaltung praxisnah zu vermitteln. Eingeladen sind alle Personen, die vor Ort mit der Unterhaltung von Gewässern betraut sind: https://wasserundboden.kea-bw.de/zielgruppen-und-netzwerke/gewaessernachbarschaften


Quelle: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

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Berlin setzt bei Klimaanpassung auf Spiel- und Planungstool

Mit zwei neuen digitalen Angeboten soll die Schwammstadt in Berlin anschaulicher und besser planbar werden. Während das Browser-Spiel „Schwammtastisch“ das Thema Klimaanpassung spielerisch vermittelt, unterstützt der Blau-Grüne Infrastrukturplaner (BGI-Planer) bei Planungsentscheidungen. Beide Anwendungen zeigen, wie blau-grüne Infrastruktur dazu beitragen kann, Berlin widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Schwammstadt spielerisch entdecken

Mit dem Browser-Spiel „Schwammtastisch“ können Berliner ausprobieren, wie sich ihre Stadt durch Pflanzstreifen, Bäume, Dachbegrünung, Regenwassernutzung und weitere blau-grüne Maßnahmen verändern lässt. Dabei wird vermittelt, welchen Beitrag die einzelnen Elemente leisten können, um Regenwasser zu speichern, Hitze zu reduzieren, Gewässer zu schützen und die Biodiversität zu fördern. Zur Verfügung stehen 14 Ansichten realer Orte wie Straßen und Schulhöfe in allen zwölf Berliner Bezirken. Diese können mit verschiedenen Maßnahmen der blau-grünen Infrastruktur umgestaltet werden. Durch das Platzieren und Kombinieren von Puzzleteilen wie Bäumen, Versickerungsmulden oder Zisternen sammeln die Spielenden Punkte und erfahren gleichzeitig, wie unterschiedliche Maßnahmen zusammenwirken.

Auf diese Weise soll Klimaanpassung auch ohne Vorwissen verständlich und altersunabhängig vermittelt werden. Das kostenfreie Spiel wird von der Berliner Regenwasseragentur betreut und ist über deren Website verfügbar.

BGI-Planer unterstützt frühe Planungsphasen

Während „Schwammtastisch“ ein breites Publikum anspricht, wurde der Blau-Grüne Infrastrukturplaner vor allem für die Verwaltung entwickelt. Die kartenbasierte Webanwendung ist jedoch für alle zugänglich. Sie soll dabei helfen, blau-grüne Maßnahmen in städtebauliche Projekte zu integrieren und die Widerstandsfähigkeit Berlins insbesondere gegenüber Starkregen und Hitze zu erhöhen.Der BGI-Planer ist in drei Module gegliedert. Das erste Modul dient dazu, Handlungsbedarfe und Herausforderungen zu identifizieren. Dafür stehen Karten und Checkfragen zu Starkregen, Hitze, Versiegelung, Wasserhaushalt und Gewässerschutz zur Verfügung.

Im zweiten Modul lassen sich Machbarkeit und mögliche Hemmnisse prüfen. Dazu gehören unter anderem Potenzialkarten für Gründächer sowie Informationen zu Faktoren wie Denkmalschutz oder Baumbestand. Das dritte Modul dient der Planung und Bewertung konkreter Maßnahmen. Dafür stehen Steckbriefe, ein Wasserhaushaltsmodell, eine Gewässermodellierung sowie Modellszenarien zu Hitze und Starkregen zur Verfügung.

Offene Daten für die Planungspraxis

Der bislang prototypische BGI-Planer greift auf offene Daten aus dem Geoportal Berlin zurück. Die Anwendung wurde mit offenen Frameworks umgesetzt und der Quellcode unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht.

Ziel ist es, komplexes Wissen zur Klimaanpassung für die Verwaltungspraxis nutzbar zu machen. Effektabschätzungen sollen bereits während der Planung zeigen, an welchen Stellen beispielsweise eine neue Versickerungsmulde, ein begrüntes Dach oder eine entsiegelte Fläche besonders wirksam sein kann.

Drei digitale Angebote aus dem SmartWater-Projekt

Das Online-Spiel und der BGI-Planer wurden ebenso wie das bereits im Mai 2026 vorgestellte Hochwasser-Infoportal im Rahmen des Projekts SmartWater entwickelt. Beteiligt sind das Kompetenzzentrum Wasser Berlin, die Technologiestiftung Berlin, die Berliner Regenwasseragentur, die Berliner Wasserbetriebe, die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow.

SmartWater wird vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordiniert und ist Teil der Modellprojekte Smart City der Senatskanzlei Berlin. Gefördert wurde das Projekt von der Senatskanzlei Berlin sowie durch das Bundesbauministerium und die KfW.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Rheinwasser als Trinkwasserquelle: RIWA-Rijn fordert mehr Vorsorge

Nach Ansicht von RIWA-Rijn sollte der Schutz des Trinkwassers aus dem Rhein bereits bei der Genehmigung industrieller Vorhaben eine größere Rolle spielen. Im Jahresbericht 2025 verweist der Verband auf anhaltende Belastungen des Flusses und fordert, industrielle Tätigkeit, Abwasserbehandlung und Einleitung künftig als zusammenhängende Kette gemeinsam zu bewerten statt isoliert zu betrachten.

Trinkwasser: 86 Parameter überschreiten Zielwerte

Rund fünf Millionen Menschen in den Niederlanden beziehen ihr Trinkwasser aus dem Rhein. 2025 überschritten laut RIWA-Rijn insgesamt 86 gemessene Parameter ein- oder mehrfach die Zielwerte des European River Memorandum; auch Aufbereitungsaufgabe-Index und das 30-Prozent-Reduktionsziel zeigen aus Verbandssicht weiteren Handlungsbedarf. Zwar überwachen die niederländischen Versorger die Wasserqualität fortlaufend und passen die Aufbereitung an – RIWA-Rijn setzt aber stärker auf Vorsorge: Schwer entfernbare Stoffe sollen möglichst gar nicht erst in den Rhein gelangen, statt sie später aufwendig aus dem Rohwasser zu holen.

Genehmigungen sollen gesamte Einleitungskette berücksichtigen

Kritisch sieht der Verband vor allem Genehmigungsverfahren für neue industrielle Vorhaben im deutschen Teil des Rheineinzugsgebiets: Industrielle Tätigkeiten können bereits genehmigt werden, bevor geklärt ist, welche Stoffe über das Abwasser in den Fluss gelangen, welche Auswirkungen sie haben und welche Grenzwerte gelten sollen – etwa wenn ein Unternehmen sein Abwasser an die zentrale Behandlungsanlage eines Industrie- oder Chemieparks abgibt, während das Verfahren zur abschließenden Einleitung ins Gewässer noch läuft. RIWA-Rijn fordert deshalb, die Verfahrensschritte nicht getrennt, sondern als zusammenhängende Kette mit gemeinsamer Auswirkungsbewertung zu behandeln.

Neue Stoffe erschweren die Festlegung von Grenzwerten

Zusätzlich erschweren Stoffe ohne europäische Wasserqualitätsnormen oder BVT-Schlussfolgerungen die Bewertung – etwa Lithium und neue PFAS-Verbindungen, für die es laut Verband teils schlicht keine Emissionsgrenzwerte gibt. Besonders relevant wird das, wenn solche Stoffe sich mit vorhandenen Verfahren nur schwer aus dem Trinkwasser entfernen lassen; RIWA-Rijn plädiert deshalb dafür, mögliche Belastungen bereits vor der Einleitung zu prüfen.

Einfacher Zugang zu Genehmigungsunterlagen nötig

Kritik übt der Verband zudem am Informationszugang: Antragsunterlagen liegen teils nur wenige Wochen offline zur Einsicht aus, für Papierakten ist persönliches Erscheinen bei den zuständigen deutschen Behörden nötig, und manche Unterlagen bleiben wegen vertraulicher Unternehmensinformationen ohnehin unzugänglich. Das erschwert es, Auswirkungen auf Wasserqualität und -versorgung flussabwärts frühzeitig einzuschätzen – RIWA-Rijn fordert deshalb einen rechtzeitigen, zentralen und digitalen Zugang zu Genehmigungsanträgen und relevanten Umweltdaten.

Fazit: Schadstoffe begrenzen, bevor sie ins Wasser gelangen

Der Jahresbericht 2025 macht deutlich: Der Schutz des Rheins als Trinkwasserquelle ist nicht allein eine Frage der Aufbereitung. RIWA-Rijn sieht in den industriellen Genehmigungsverfahren einen zentralen Hebel für vorsorgenden Gewässerschutz – mit dem Ziel, Schadstoffeinträge und den daraus folgenden Aufbereitungsaufwand künftig bereits an der Quelle zu begrenzen.


Quelle: RIWA-Rijn

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Veolia Stiftung fördert fünf Projekte für Umwelt- und Ressourcenschutz

Die Veolia Stiftung setzt ihr Engagement für Umwelt- und Ressourcenschutz im zweiten Halbjahr 2026 fort. Insgesamt 76.500 Euro fließen in fünf gemeinnützige Initiativen, die sich für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz einsetzen. Die geförderten Projekte reichen von der Wiederbelebung eines barocken Schlossgrabens bis zu den Repair Days in Hamburg. Ein zentraler Bestandteil des Förderkonzepts ist die persönliche Einbindung von Veolia-Mitarbeitenden als Projektpatinnen und -paten.

Von Artenvielfalt bis zu klimaresilienten Grünflächen

Der historische barocke Wassergraben am Schloss Leuben wird revitalisiert und entschlammt. Damit soll er als wertvoller Lebensraum für Wasservögel, Fische und Pflanzen erhalten bleiben. Die Veolia Stiftung unterstützt die Arbeiten mit 10.000 Euro. Projektpatin ist Katrin Rudolph von der Veolia Klärschlamm GmbH. Mit dem Projekt „GenFingerprint“ werden 1.000 Apfel- und 500 Kirschsorten genetisch dokumentiert. Ziel ist es, alte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten zu erhalten. Von 2026 bis 2028 fördert die Veolia Stiftung das Projekt mit jährlich 7.000 Euro. Projektpatin ist Natalie Schnar von der Veolia Holding Deutschland.

In Gera wird an der Grundig Akademie eine rund 400 Quadratmeter große Asphaltfläche entsiegelt und in eine klimaresiliente Grünfläche umgewandelt. Die Förderung beträgt 7.500 Euro. Als Projektpate begleitet Sascha Pätzold von der Veolia Umweltservice Ost GmbH das Vorhaben.

Praktisches Wissen für mehr Kreislaufwirtschaft

In Braunschweig lernen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Gemüse-Ackerdemie über vier Jahre hinweg den praxisnahen Anbau von rund 30 Gemüsearten. Das Bildungsprogramm vermittelt Wissen über nachhaltige Ernährung und natürliche Kreisläufe. Die Veolia Stiftung fördert das Projekt von 2027 bis 2030 mit 18.000 Euro. Projektpatinnen sind Alena Wentges und Gina-Marie Werner von der Stadtentwässerung Braunschweig.

Die Repair Days in Hamburg-Wilhelmsburg schaffen einen Begegnungsort, an dem interessierte Bürgerinnen und Bürger lernen, beschädigte Kleidungsstücke zu reparieren. Das Projekt soll die Kreislaufwirtschaft stärken und Textilabfälle vermeiden. Die Stiftung unterstützt die Initiative mit 10.000 Euro. Projektpatin ist Anne Lottmann von der Veolia Umweltservice GmbH.

Neben den neuen Engagements führt die Veolia Stiftung auch bestehende Projekte fort. Dazu gehört der im 25. Jubiläumsjahr ins Leben gerufene Baumpflanz-Fonds. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln und der tatkräftigen Unterstützung von Mitarbeitenden sollen in der kommenden Saison insgesamt 1.000 Bäume in Saarbrücken und in der Nähe von Rostock gepflanzt werden.

Sylke Freudenthal, Vorstandsvorsitzende der Veolia Stiftung, erklärt: „Die unterstützten Initiativen zeigen uns: Menschen setzen sich an vielen Orten in Deutschland dafür ein, wertvolle Ressourcen zu bewahren oder zu regenerieren. Dieses wichtige Anliegen unterstützen wir mit unserer Stiftungsarbeit, denn jedes einzelne Projekt leistet einen kleinen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“


Quelle: Veolia

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Harmonisierte Trinkwasserzulassungen für Europa

Ziele der EU-DWD [1] sind, hohe Trinkwasserqualität, Vertrauen in Materialien und Produkte sowie Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Die Umsetzung ist jedoch komplex und die Zeitpläne aufgrund der langen Zertifizierungsprozesse und teilweise vorhandenen Lücken und Widersprüche in den EU-Rechtsakten unrealistisch. Es sind Nachjustierungen erforderlich, um eine sichere und kostengünstige Trinkwasserversorgung nicht zu gefährden.

Nationale Übergangsregelungen

Deutschland hat mit der novellierten Trinkwasserverordnung [2] und den materialspezifischen Bewertungsgrundlagen (BWGL) des Umweltbundesamts [3] eine nationale Übergangsregelung geschaffen. Produkte, die bis Ende 2026 eine Konformitätsbestätigung nach BWGL erhalten, müssen erst bis Ende 2032 nach dem neuen europäischen Verfahren zertifiziert werden.

Die BWGL-Anforderungen entsprechen zu großen Teilen bereits dem europäischen Vorgehen, die Prüfverfahren sind jedoch deutlich aufwendiger und bürokratischer geworden. Noch nicht alle Verfahren sind abgeschlossen, sodass ab 2027 ein Rückgang zugelassener Produkte und damit Planungsunsicherheit drohen.

Einige EU-Mitgliedstaaten wie Belgien und Griechenland haben keine eigenen Übergangsregelungen festgelegt. Dort gelten die EU-Anforderungen bereits ab Januar 2027 vollständig – obwohl bislang kaum Produkte nach dem neuen europäischen System zugelassen wurden. Damit fehlen diesen Ländern formal regelkonforme Produkte für den Trinkwassereinsatz, was Infrastrukturprojekte bremsen und letztendlich die Versorgungssicherheit gefährden kann.

Europäische Positivlisten

Kern des neuen Systems sind von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) verwaltete „Europäische Positivlisten“. Sie legen fest, welche Ausgangsstoffe, Zusammensetzungen und Bestandteile für Produkte mit Trinkwasserkontakt verwendet werden dürfen.

Die aktuellen Listen beruhen im Wesentlichen auf nationalen Positivlisten, die die Mitgliedstaaten bis Juli 2021 gemeldet haben. Spätere Ergänzungen fehlen ebenso wie zahlreiche Inhaltsstoffe neuerer Produkte. Dadurch können viele in den letzten fünf Jahren entwickelte Materialien mit in dieser Zeit ergänzten Inhalten derzeit kein europäisches Trinkwasserzertifikat erhalten.

Problematisch ist auch, dass in den Positivlisten wichtige Stoffe wie bestimmte Glasfasern (SiO2) noch nicht erfasst sind. Ihre Aufnahme wird voraussichtlich mindestens ein Jahr dauern. Zusätzlich sieht die ECHA Ablaufdaten für Einträge vor. Hersteller müssen diese Fristen im Blick behalten und rechtzeitig Verlängerungen beantragen – unter Einhaltung der strengen Geheimhaltungsanforderungen zwischen Herstellern und Prüflaboren. Fehlt nur ein Glied in der Lieferkette, sind ganze Produktzulassungen gefährdet.

Vor Ort hergestellte Produkte

Besonders herausfordernd ist die Situation für vor Ort hergestellte Produkte oder Bauwerke, die erst auf der Baustelle entstehen. Nach aktueller Auslegung kann nur das jeweils konkrete Endprodukt bzw. Bauwerk EU-zertifiziert werden. Produkte, die nach dem 31. Dezember 2026 eingebaut werden, gelten als „neu“, und die Übergangsregelungen greifen nicht. Wasserversorger und Industrie kritisieren, dass bewährte Verfahren blockiert würden.

Die Europäische Kommission hat pragmatische Lösungen in Aussicht gestellt. Vorgesehen sind Zwischenproduktzertifizierungen für eingesetzte Verfahren bzw. Produkte, die den europäischen Zulassungsanforderungen entsprechen. Zusätzlich wird eine Zertifizierung des Einbauunternehmens für die Anwendung des Verfahrens empfohlen. Die Einbauunternehmen sollen für das jeweilige Endprodukt Konformitätserklärungen abgeben, auf deren Basis Zertifizierungsstellen ein EU-Zertifikat für das konkrete Bauwerk ausstellen können.

BGT vernetzt auf europäischer Ebene

Der Bundesverband grabenlose Technologien e. V. (BGT) ist seit Juni 2026 Mitglied der European Drinking Water (EDW). In diesem Netzwerk bringt der Verband gezielt die Anforderungen grabenloser und innerhäuslicher Verfahren in die Weiterentwicklung der harmonisierten Trinkwasserzulassungen ein.

Als EDW-Mitglied kann der BGT aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und Erfahrungen aus der Praxis in europäische Diskussionen einbringen. Gemeinsam mit Partnern begleitet der Verband Fachveranstaltungen, bei denen neue Anforderungen, offene Fragen und Lösungswege mit Herstellern, Netzbetreibern, Behörden und Zertifizierungsstellen diskutiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Verbandsarbeit und den Dialog mit europäischen Entscheidungsträgern ein.

Fazit

Die Trinkwasserinfrastruktur muss hygienisch einwandfreies Wasser zuverlässig, wirtschaftlich und flächendeckend bereitstellen. Unsicherheiten bei Zulassungen gefährden dieses Ziel, verzögern Projekte und schaffen Rechtsrisiken. Bewährte Produkte und Verfahren sowie Innovationen dürfen nicht ohne zwingenden Grund blockiert werden.

Der BGT setzt sich daher national und auf europäischer Ebene für praxistaugliche, rechtssichere Zulassungsverfahren ein, die hohen Hygieneschutz mit praxistauglichen Prozessen für alle Beteiligten verbinden.


Quellen:

[1] Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union: Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.12.2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Amtsblatt der Europäischen Union, L 435/1. Europäische Union

[2] Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland): Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV). 24.06.2023. Website Bundesgesundheitsministerium

[3] Umweltbundesamt (UBA Deutschland): Hygienische Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser – Bewertungsgrundlagen und Leitlinien. Website UBA

Autorin:
Dr. Susanne Leddig-Bahls, Vorstandsvorsitzende
Bundesverband grabenlose Technologien e. V.
office@grabenlos.de

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Von Deutschland nach Nairobi: Wasseraufbereitungscontainer für Kibera

Mit dem Projekt YUNOMI haben die Loni und Josef Grünbeck-Stiftung, Grünbeck, Viva con Agua, Future Female Africa und Anno’s One Fine Day eine Initiative ins Leben gerufen, die Wasseraufbereitung, Kunst und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. Im Rahmen eines Presse-Infotags stellte Grünbeck den mobilen Wasseraufbereitungscontainer vor, der künftig in Kibera, Nairobi, zum Einsatz kommen wird.

Initiiert und maßgeblich unterstützt von der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung verfolgt YUNOMI das Ziel, mehr als technische Infrastruktur bereitzustellen. Das Projekt basiert auf der Überzeugung, dass der Zugang zu sauberem Wasser eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Entwicklung ist. Gleichzeitig verbindet YUNOMI Menschen, Kulturen und Partner, die gemeinsam konkrete Lösungen ermöglichen.

Sauberes Wasser als gemeinsames Ziel

Als Spezialist für Wasseraufbereitung beschäftigt sich Grünbeck seit Jahrzehnten mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von Wasser. Mit YUNOMI geht das Engagement über technische Lösungen hinaus. Das Projekt macht auf die globale Bedeutung von sauberem Trinkwasser aufmerksam und zeigt, wie Unternehmen, Stiftungen, Kulturschaffende und gemeinnützige Organisationen gemeinsam Lösungen entwickeln können.

„Wasser verbindet Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur oder Lebenssituation. Mit YUNOMI möchten wir zeigen, wie technische Innovation und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken können, um positive Veränderungen anzustoßen“, so Dr. Günter Stoll, Vorstand der Grünbeck AG sowie der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung.

Bis zu 2.000 Liter Trinkwasser pro Stunde

Herzstück des Projekts ist der speziell entwickelte Aufbereitungscontainer. Im Inneren befindet sich moderne Wasseraufbereitungstechnologie von Grünbeck, die auf die Anforderungen des späteren Einsatzortes abgestimmt wurde.

Die technische Ausstattung ermöglicht die zuverlässige Aufbereitung von Wasser unter anspruchsvollen Bedingungen. Bis zu 2.000 Liter sauberes Trinkwasser können pro Stunde aufbereitet werden – genug, um den täglichen Trinkwasserbedarf von bis zu 1.000 Menschen zu decken. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen haben ihr Know-how und ihre Erfahrung in die Entwicklung und Umsetzung eingebracht. Der Container verdeutlicht, wie technische Lösungen dort eingesetzt werden können, wo sie einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen entfalten.

Kunst macht den Container zum Botschafter

YUNOMI versteht sich nicht ausschließlich als Infrastrukturprojekt. Der Container soll Menschen zusammenbringen, Aufmerksamkeit schaffen und gesellschaftlichen Dialog fördern.

Eine Längsseite des Containers wurde von dem Künstler Moritz Adam Schmitt gestaltet. Sein Kunstwerk verleiht dem Projekt eine zusätzliche Dimension und macht den Container zu einem Botschafter für die Themen Wasser, Gemeinschaft und Zukunft. Neben Grünbeck und der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung engagieren sich die internationale Wasserinitiative Viva con Agua, Future Female Africa sowie Anno’s One Fine Day für die Umsetzung.

Michael Fritz, Mitgründer von Viva con Agua, sagt dazu: „Bei Viva con Agua sagen wir oft: Wasser für alle, alle für Wasser. YUNOMI bringt diesen Gedanken auf besondere Weise zum Ausdruck. Hier treffen Technologie, Kreativität und gesellschaftliches Engagement aufeinander. Das Projekt schafft nicht nur Zugang zu sauberem Wasser, sondern baut Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Kontinenten. Genau solche Partnerschaften brauchen wir, um globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“

Internationale Partner bringen unterschiedliche Perspektiven ein

Eine zentrale Rolle spielt Onejiru Arfmann, Gründerin und Creative Director von Future Female Africa. Sie hat die Entwicklung des Projekts maßgeblich mitgestaltet und unterschiedliche Perspektiven aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft und internationale Zusammenarbeit zusammengeführt.

„YUNOMI erzählt eine Geschichte von Verbindung. Dieses Projekt bringt Menschen zusammen, die daran glauben, dass Zugang zu sauberem Wasser, kultureller Austausch und gemeinsames Handeln Zukunft schaffen können. Genau diese internationalen Verbindungen zwischen Kontinenten, Ideen und Gemeinschaften möchten wir mit YUNOMI sichtbar machen“, so Arfmann.

Unterstützt wird YUNOMI zudem von Grünbeck-Markenbotschafter Jan Delay, der sich für die Ziele des Projekts einsetzt und dessen Botschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Über Hamburg nach Nairobi

Der mobile Wasseraufbereitungscontainer wird zunächst nach Hamburg transportiert und dort im Rahmen des Reeperbahn Festivals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wird auch die zweite Längsseite des Containers von Künstlerinnen gestaltet und ergänzt damit die bereits von Moritz Adam Schmitt gestaltete Seite.

Anschließend wird der Container per Seefracht nach Mombasa in Kenia verschifft. Von dort erfolgt der Weitertransport auf dem Landweg nach Kibera, Nairobi. Dort soll YUNOMI künftig im Anno’s One Fine Day Arts Centre seinen Platz finden.


Quelle: Grünbeck

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Ruhrgebiet erlebt zweitwärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Der Sommer 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr deutlich zu warm. Bereits der Juni lag 3,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 °C war er zugleich der zweitwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Über die drei Sommermonate Juni, Juli und August hinweg erreichte die mittlere Temperatur 18,5 °C und lag damit 2,0 Grad über dem langjährigen Mittel. Wärmer war seit 1881 lediglich der Sommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 18,7 °C.

Trockenster Juli seit 100 Jahren

Auch bei den Niederschlägen wich der Sommer deutlich vom langjährigen Mittel ab. Während Juni und August leicht zu trocken ausfielen, war das Niederschlagsdefizit im Juli besonders ausgeprägt. Lediglich 23 Millimeter Niederschlag wurden gemessen – 76 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Damit war es der trockenste Juli seit 100 Jahren. Insgesamt fielen im Sommer 2026 lediglich 177 Millimeter Niederschlag. Das waren 100 Millimeter beziehungsweise 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Seit 1927 gab es nur elf Sommer, die noch trockener waren. Zuletzt war dies 2022 mit lediglich 120 Millimetern Niederschlag der Fall.

Die Trockenheit prägt auch den bisherigen Jahresverlauf. Mit Ausnahme von Februar und Mai wiesen alle anderen Monate teilweise erhebliche Niederschlagsdefizite auf.

Neue Grenzwerte helfen Wasser zurückzuhalten

Seit mehr als einem Jahr gelten die im Dezember 2024 novellierten Grenzwerte für die Mindestabflüsse in der Ruhr. Durch die verringerten Grenzwerte konnte der Ruhrverband insbesondere während der trockenen Monate Juli und August täglich bis zu 259.200 Kubikmeter Wasser in den Talsperren im Sauerland zurückhalten. Seit Juli wurden dadurch knapp 16 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart. Diese Menge entspricht der Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre.

Talsperren geben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab

Trotz der Einsparungen waren die Talsperren im Sommer 2026 stark gefordert. Zeitweise gaben sie 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss. In Villigst bestand an 80 von insgesamt 92 Tagen Zuschusspflicht, an der Mündung an 63 Tagen. Trotz der verringerten Grenzwerte lag die Zahl der Zuschusstage an der Mündung damit um 80 Prozent über dem Durchschnitt der Sommer 1991 bis 2025.

Die Füllstände der Talsperren sanken von Anfang Juni bis Ende August auf 74,2 Prozent und lagen damit etwas unter dem langjährigen Mittel. Mit einem Gesamtstauinhalt von 350,4 Millionen Kubikmetern Wasser ist das Talsperrensystem dennoch gut aufgestellt, um sowohl weitere Trockenphasen zu bewältigen als auch zum Hochwasserschutz beizutragen.


Quelle: Ruhrverband Pressestelle

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Drei neue Seen für das EUROLakes-Renaturierungsprojekt

Nach einem Auswahlverfahren mit mehr als 20 Bewerbungen erweitert das EUROLakes-Projekt sein Netzwerk um drei neue Replikationsstandorte. Mit dem Manyas-See und dem Sapanca-See in der Türkei sowie dem Shkodra-See in Albanien kommen drei Seen hinzu, an denen die im Projekt entwickelten Ansätze zur Renaturierung künftig unter unterschiedlichen lokalen Bedingungen erprobt werden sollen.

In den kommenden Jahren werden die drei neuen Replikationspartner eng mit dem EUROLakes-Konsortium zusammenarbeiten. Dabei geht es insbesondere darum, die im Projekt entwickelten Instrumente und naturbasierten Lösungen (Nature-based Solutions, NBS) an die jeweiligen ökologischen, sozialen und governancebezogenen Rahmenbedingungen anzupassen. Damit geht EUROLakes einen weiteren Schritt über die bisherigen Demonstrationsstandorte hinaus: Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auf neue Seenlandschaften übertragen und entsprechend den lokalen Voraussetzungen weiterentwickelt werden.

„Wir freuen uns sehr über unsere drei neuen Replikationspartner“, sagt Milena Baumert, Projektmanagerin Lebendige Seen und internationaler Naturschutz beim Global Nature Fund. „Replikation ist nicht einfach nur das Übertragen einer Lösung. Es ist eine Möglichkeit, aus unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten zu lernen, Lösungen anzupassen und die Ansätze zu stärken, die wir mit EUROLakes entwickelt haben.“

Drei Seen mit unterschiedlichen Herausforderungen

Die drei neuen Standorte stehen vor unterschiedlichen ökologischen Herausforderungen. Am Manyas-See in der Türkei gehören dazu Belastungen durch den früheren Bleibergbau, landwirtschaftliche Abflüsse und die Gefahr der Eutrophierung. Im Rahmen der Replikationsinitiative sollen unter anderem Pufferzonen, Mikrofeuchtgebiete und die Renaturierung von Schilfgürteln untersucht werden. Darüber hinaus sollen die notwendigen Rahmenbedingungen für eine langfristige Renaturierung des Sees betrachtet werden.

Der Sapanca-See in der Türkei ist erheblichen hydrologischen Belastungen ausgesetzt. Da der See zugleich eine wichtige Süßwasser- und Trinkwasserressource darstellt, sollen hier insbesondere naturbasierte Ansätze zur Verbesserung der Situation geprüft werden. Dazu zählen schwimmende Feuchtgebiete und biologische Barrieren sowie Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffeintrags. Am Shkodra-See in Albanien stehen die Nährstoffbelastung und der Eintrag von unbehandeltem Abwasser im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll das lokale Engagement für den Schutz des Sees gestärkt und eine nachhaltige Entwicklung der Region unterstützt werden. Vorgesehen sind unter anderem der Aufbau einer Praxisgemeinschaft, die Entwicklung eines Fahrplans für die Renaturierung und die Erprobung naturbasierter Lösungen. Auch Initiativen wie Infrastruktur für die Vogelbeobachtung und Öko-Wanderwege sind geplant.

„Die drei Standorte bringen unterschiedliche Herausforderungen, Erfahrungen und lokale Perspektiven in das EUROLakes-Netzwerk ein“, sagt Milena Baumert. „Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für gegenseitiges Lernen und es wird aufgezeigt, wie Ansätze zum Seenschutz an unterschiedliche lokale Gegebenheiten angepasst werden können.“

Fachliche Unterstützung bei der Umsetzung

Mit der Replikations-Ausschreibung wollte EUROLakes Initiativen an Seen identifizieren, die von den bisherigen Erkenntnissen des Projekts profitieren und gleichzeitig eigene Erfahrungen in das Netzwerk einbringen können. Die ausgewählten Standorte erhalten bei der Umsetzung maßgeschneiderte Unterstützung durch die Partner des EUROLakes-Konsortiums.

Dabei fließt das im bisherigen Projektverlauf aufgebaute Fachwissen in verschiedene Bereiche ein. Dazu gehören die partizipative Planung und Einbindung der Bevölkerung, Modellierung und digitale Zwillinge, naturbasierte Renaturierung, Naturfinanzierung, das „Four Returns“-Rahmenwerk sowie Monitoring und Indikatoren. Auch Kommunikation, Verbreitung sowie Daten- und Wissensmanagement spielen eine Rolle.

Von drei Pilotseen zu einem größeren europäischen Netzwerk

EUROLakes ist Teil der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“ und verfolgt das Ziel, einen ganzheitlichen und wissenschaftlich fundierten Ansatz zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Seen Europas und ihrer Ökosysteme zu entwickeln.

Bislang demonstriert das Projekt integrierte Ansätze zur Renaturierung und nachhaltigen Bewirtschaftung am Vico-See in Italien, am Dümmer-See in Deutschland und am Bistreț-See in Rumänien. Mit den drei neuen Replikationsstandorten sollen die Erfahrungen aus diesen Pilotprojekten auf weitere Seenlandschaften.


Quelle: Internationale Stiftung für Umwelt und Natur – Global Nature Fund

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Vierte Reinigungsstufe bleibt zentral für den Gewässerschutz

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott zur Nichtigkeitsklage Polens gegen die Erweiterte Herstellerverantwortung die Bedeutung der vierten Reinigungsstufe für den Gewässer- und Umweltschutz. Kokott empfiehlt dem Europäischen Gerichtshof, die Erweiterte Herstellerverantwortung in ihrer derzeitigen Form aufzuheben.

Die Schlussanträge der Generalanwältin betreffen dabei die konkrete Ausgestaltung der Finanzierung, nicht jedoch die grundsätzliche Umsetzung des Verursacherprinzips über eine Erweiterte Herstellerverantwortung oder die Notwendigkeit der Spurenstoffelimination in Kläranlagen.

„Die vierte Reinigungsstufe schützt unsere Gewässer wirksam vor Mikroschadstoffen. Wer diese Stoffe in Verkehr bringt, muss sich nach dem Verursacherprinzip auch an den Kosten ihrer Entfernung beteiligen“, betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel. „Dieses Prinzip stellt die Generalanwältin nicht in Frage. Die Ausführungen beziehen sich auf die wissenschaftliche Herleitung der vorgesehenen Kostenverteilung zwischen einzelnen Branchen.“

Spurenstoffe stellen Gewässer zunehmend vor Herausforderungen

Vor dem Hintergrund der Empfehlungen der Generalanwältin und des weiterhin laufenden Verfahrens betont die DWA die große Bedeutung der Erweiterung ausgewählter Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe für einen nachhaltigen und langfristigen Gewässerschutz.

Konventionelle Kläranlagen mit drei Reinigungsstufen können Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände nicht oder nur in geringen Mengen zurückhalten beziehungsweise abbauen. Dadurch gelangen die Stoffe über die Abläufe der Kläranlagen in die Gewässer. Die sogenannte vierte Reinigungsstufe, die die EU mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie für große sowie ausgewählte mittelgroße Kläranlagen bis 2045 vorschreibt, kann Arzneimittelrückstände und andere Spurenstoffe zu weit über 90 Prozent zurückhalten. Damit können die Gewässer deutlich entlastet werden.

Die Belastung des Abwassers mit Arzneimittelrückständen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Verbrauch von Arzneimitteln und damit auch der Eintrag entsprechender Rückstände in den Wasserkreislauf. Zusätzlich verschärft der Klimawandel die Situation. Kläranlagen leiten das behandelte Abwasser in Bäche und Flüsse ein. In trockenen Sommermonaten kann der Anteil des behandelten Abwassers insbesondere in kleineren Gewässern auf weit über 50 Prozent steigen. Selbst im Rhein liegt dieser Anteil während Niedrigwasserphasen bei über 20 Prozent. Längere Trockenperioden führen dazu, dass weniger Wasser zur Verdünnung zur Verfügung steht. Dadurch nimmt der Anteil des gereinigten Abwassers im Gewässer zu und die Konzentration der Spurenstoffe steigt.

Kosten sollen nach dem Verursacherprinzip verteilt werden

Aus Sicht der DWA ist die Erweiterte Herstellerverantwortung das geeignete Instrument, um das Verursacherprinzip bei der Finanzierung der Spurenstoffelimination umzusetzen. Eine ausschließliche Finanzierung durch Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbebetriebe würde die Kosten des Gewässerschutzes von den Verursachenden auf die Allgemeinheit verlagern.

Die Kosten der vierten Reinigungsstufe können und dürfen nach Auffassung der DWA daher nicht allein über Abwassergebühren finanziert werden. Auch die Verursacher müssten in die Pflicht genommen werden. Dies soll zugleich Lenkungseffekte hin zu weniger umweltgefährdenden Stoffen fördern.

Generalanwältin kritisiert derzeitige Kostenverteilung

Am 10. März 2025 hatte Polen Klage gegen das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Gemeinschaft bezüglich der Kommunalabwasserrichtlinie KARL eingereicht (Rechtssache C-193/25). Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Erweiterte Herstellerverantwortung. Danach sollen die Arzneimittel- und Kosmetikindustrie mindestens 80 Prozent der Kosten für die vierte Reinigungsstufe auf Kläranlagen übernehmen.

Die zuständige EuGH-Generalanwältin Juliane Kokott empfiehlt in ihren Schlussanträgen vom 3. September 2026, Artikel 9 Absatz 1 der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) aufgrund „offensichtlicher Ermittlungs- und Beurteilungsfehler“ für nichtig zu erklären. Kokott beanstandet in ihrem Schlussantrag nicht die Viertbehandlung, die Erweiterte Herstellerverantwortung an sich oder die Anwendung des Verursacherprinzips. Ihre Kritik richtet sich vielmehr gegen eine aus ihrer Sicht nicht ausreichend wissenschaftlich und rechtlich abgesicherte beziehungsweise begründete Verursachung als Rechtfertigung dafür, zwei Produktgruppen mit 80 Prozent der Kosten zu belasten. Nach Auffassung der Generalanwältin hat der Unionsgesetzgeber nicht ausreichend nachvollziehbar dargelegt, warum gerade Hersteller von Arzneimitteln und Kosmetika in die Pflicht genommen werden, andere mögliche Quellen von Mikroschadstoffen hingegen nicht.

Datengrundlage zur toxischen Belastung in der Kritik

Darüber hinaus äußert Kokott Zweifel an den zugrunde gelegten Daten zur toxischen Belastung. Nach ihrer Einschätzung wurden sehr niedrige PNEC-Werte verwendet. PNEC-Werte, Predicted No Effect Concentration, bezeichnen Umweltkonzentrationen eines Stoffes, unterhalb derer keine negativen Auswirkungen auf ein Ökosystem zu erwarten sind.

Bei Verwendung anderer verfügbarer Werte würde der Anteil der Arzneimittel an der toxischen Belastung deutlich geringer ausfallen, so die Generalanwältin. Zudem bemängelt sie eine fehlende Ermessensausübung. Parlament, Rat und Kommission hätten weder während des Gesetzgebungsverfahrens noch vor Gericht klar und eindeutig gezeigt, dass sie die maßgeblichen Grunddaten sorgfältig geprüft und wesentliche Zweifel berücksichtigt hätten.

Der Schlussantrag ist rechtlich nicht bindend. Die endgültige Entscheidung liegt beim Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der EuGH folgt jedoch sehr häufig den Empfehlungen der Generalanwaltschaft. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Das Gericht kann zudem die mündliche Verhandlung wieder eröffnen, um den Beteiligten Gelegenheit zu geben, sich zu den erörterten Zweifeln zu äußern.

DWA fordert belastbare und rechtssichere Regelung

Nach Auffassung der DWA ist nun der europäische Gesetzgeber gefordert, die Erweiterte Herstellerverantwortung wissenschaftlich belastbar, transparent und rechtssicher weiterzuentwickeln. Die Schlussanträge lassen ausdrücklich Raum für eine angepasste und verursachergerechte Ausgestaltung des Instruments.

Die DWA unterstützt eine regelmäßige Überprüfung der Datengrundlagen und zeigt sich grundsätzlich offen für die Prüfung weiterer relevanter Produktgruppen, sofern dies fachlich begründet erfolgt. Entscheidend sei, das Verursacherprinzip wirksam umzusetzen und die notwendigen Investitionen in den Gewässerschutz auf eine solide und faire Finanzierungsgrundlage zu stellen. Kommunen und Zweckverbände als Abwasserbeseitigungspflichtige benötigen Rechtssicherheit und eine verlässliche Finanzierung, um den Schutz der Gewässer vor dem zunehmenden Eintrag von Spurenstoffen voranzutreiben und die Vorgaben der EU-Kommunalabwasserrichtlinie fristgerecht umzusetzen.


Quelle: Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung – DWA e. V.

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Ukrainische Fachkräfte erneut zu Gast beim OOWV

Erneut hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der Ukraine zu einer Hospitation begrüßt. Drei Teilnehmende des OOWV-Partners Chernihivvodokanal aus Chernihiv und zwei Teilnehmende des Unternehmens Miskvodokanal aus Sumy nutzten den Aufenthalt, um ihr Wissen in den Bereichen Kanalsanierung und Abwasser zu vertiefen. Begleitet und fachlich betreut wurde die Gruppe von den OOWV-Mitarbeitern Marc Meierholz, Mario Marotzki und Juri Wunder.

Schlauchlinersanierung direkt auf der Baustelle

Zum Auftakt besuchte die Gruppe ein Großprojekt, bei dem sie eine Schlauchlinersanierung live vor Ort verfolgen konnte. Projektleiter Jan-Niklas Girod stellte das Projekt vor und gab den Gästen einen praxisnahen Einblick in den Ablauf der Sanierungsmaßnahme. Bei diesem Verfahren erhalten sowohl Kanalhaltungen als auch Schächte eine neue Innenauskleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), ohne dass umfangreiche Erdarbeiten notwendig sind. Dazu wird ein mit Harz imprägnierter, glasfaserverstärkter Kunststoffschlauch in den bestehenden Kanal eingebracht und anschließend ausgehärtet. Auf diese Weise entsteht innerhalb des bestehenden Kanals eine neue und dauerhafte Rohrinnenwand.

Wie wichtig solche Verfahren für die ukrainischen Gäste sind, machte einer der Teilnehmenden im Gespräch deutlich: „Dies ist besonders interessant, da wir zwar auf Rohrbrüche stoßen, unsere technischen Möglichkeiten jedoch eine vollständige Erneuerung des Systems nicht möglich machen.“

Die Rohrbrüche müssten dennoch repariert werden. Dabei erschweren unter anderem ein dichtes Netz benachbarter Versorgungsleitungen, große Verlegetiefen und die Bedingungen in einem dicht bebauten städtischen Umfeld die Arbeiten.

Praktische Schulung mit Geopolymermörtel

Ein weiterer Programmpunkt war eine Anwenderschulung für Geopolymermörtel durch die Scholten GmbH. Nach einer theoretischen Einführung in den Räumlichkeiten der Betriebsstelle Elsfleth ging es zur Firma Tiesler-Bau. Dort konnten die ukrainischen Gäste auf dem Betriebshof selbst an einem Teststück arbeiten und lernen, wie der Mörtel fachgerecht aufgetragen und verarbeitet wird.

Dank gebühre dabei den beiden beteiligten Firmen sowie den Kolleginnen und Kollegen der Betriebsstelle Elsfleth für die Unterstützung, sagt Lena Sophie Sept, die für den OOWV die Projektleitung übernommen hat.Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch einer Baustelle in Lemwerder. Bei der dortigen Tiefbaumaßnahme konnte die Delegation erleben, wie im Baustellenalltag mit Treibsand umgegangen wird. Eine Herausforderung, mit der auch die ukrainischen Partner immer wieder konfrontiert sind.

Abwassertechnik und praktische Anwendungen

Zum Abschluss der Hospitationswoche rückte das Thema Abwasser in den Mittelpunkt. Auf dem Programm standen Besuche der Kläranlage Brake einschließlich der neuen Brauchwasseranlage sowie der Kläranlage Sandstedt.

Zusätzlich demonstrierte die Stadt.Land.Grün GmbH, eine hundertprozentige Tochter des OOWV, den Einsatz eines Spülanhängers mit unterschiedlichen Düsen sowie einer Schiebekamera. Ein vergleichbarer Spülanhänger wurde bereits erfolgreich für die ukrainischen Partner beschafft. Auch die Anschaffung einer entsprechenden Kamera ist zeitnah vorgesehen. Die Gäste hatten somit bereits während ihres Aufenthalts die Möglichkeit, das Gerät und seinen Einsatz kennenzulernen.

Aus Fachkollegen werden vertraute Partner

Die gesamte Hospitationswoche war von einer geradezu familiären Atmosphäre geprägt. Wie eng die Beteiligten inzwischen miteinander verbunden sind, zeigte sich am Ende des Besuchs: Statt mit einem Handschlag verabschiedeten sich die Teilnehmenden mit einer herzlichen Umarmung.

Der Dolmetscher brachte die Entwicklung der Partnerschaft auf den Punkt: „Beim zweiten Mal umarmt man sich.”

Für November 2026 ist bereits eine weitere Hospitation geplant. Dann wollen beide Seiten den Austausch zu den Themen Kurzlinersanierung und Installation von Sonden auf der Kläranlage vertiefen.

Solidarpartnerschaft seit Beginn des Ukraine-Krieges

Die ersten Kontakte zwischen den Wasserversorgern der ukrainischen Städte Sumy und Chernihiv und dem OOWV entstanden bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine im Februar 2022. Daraus entwickelte sich eine Solidarpartnerschaft, die bis heute fortgeführt wird.

In der ersten Phase stand vor allem die technische Unterstützung im Mittelpunkt, sagt Projektleiterin Lena Sophie Sept. Unter anderem wurden ein Saugfahrzeug sowie Analysegeräte für den Trinkwasserbereich in die Ukraine geliefert. Inzwischen liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft verstärkt auf dem Austausch von Fachwissen.


Quelle: OOWV

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Wien erweitert Wasserwerk Donauinsel für zusätzliche Trinkwasserreserve

Mit der Erweiterung des Wasserwerks Donauinsel schafft Wien zusätzliche Kapazitäten für die Trinkwasseraufbereitung. Die neue Anlage zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg soll bis zu 1.000 Liter Wasser pro Sekunde aufbereiten können. Sie dient als zusätzliche Reserve für die Versorgung der rund zwei Millionen Menschen in der österreichischen Hauptstadt. Hintergrund des Ausbaus sind unter anderem Spitzenverbräuche, Hitzeperioden und Wartungsarbeiten an den Hochquellenleitungen. Das Projekt ist Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“, mit der sich die Stadt auf Bevölkerungswachstum und die Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung vorbereitet.

Trinkwasseraufbereitung in mehreren Stufen

Das Rohwasser für die neue Anlage stammt aus 17 Grundwasserbrunnen in den Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf. Für die Aufbereitung ist ein mehrstufiges Verfahren vorgesehen. Zunächst wird das Grundwasser mit Sauerstoff belüftet. Anschließend durchläuft es Grob- und Feinfilter. Den Abschluss bildet eine UV-Desinfektion. Das Verfahren ist auf die Aufbereitung des örtlichen Grundwassers ausgelegt. Die Kombination aus Belüftung, Filtration und Desinfektion soll das Wasser für die Einspeisung in die Wiener Trinkwasserversorgung aufbereiten.

Bis zu 1.000 Liter pro Sekunde als zusätzliche Reserve

Die hohe Aufbereitungskapazität ist vor allem für die Versorgungssicherheit relevant. Wien bezieht einen wesentlichen Teil seines Trinkwassers über die Hochquellenleitungen. Die neue Anlage auf der Donauinsel soll zusätzliche Kapazitäten bereitstellen, wenn dort Wartungsarbeiten stattfinden oder der Wasserbedarf besonders hoch ist. Damit erweitert die Stadt ihre Möglichkeiten, auf unterschiedliche Versorgungssituationen zu reagieren. Die Anlage ist nicht als Ersatz für die bestehende Infrastruktur vorgesehen, sondern als zusätzliche leistungsfähige Reserve.

Wien bereitet Wasserversorgung auf steigenden Bedarf vor

Die Erweiterung ist ein Baustein der langfristigen Wiener Wasserstrategie. Neben dem Bevölkerungswachstum rücken dabei auch längere Hitzeperioden und damit mögliche Verbrauchsspitzen in den Fokus. Zusätzliche Aufbereitungskapazitäten können den Handlungsspielraum des Versorgers in solchen Situationen erhöhen. Mit dem Wasserwerk Donauinsel verbindet Wien deshalb Wassergewinnung, mehrstufige Aufbereitung und zusätzliche Reservekapazitäten. Entscheidend für das Projekt ist weniger eine einzelne Verfahrenstechnik als das Zusammenspiel der Aufbereitungsstufen mit der bestehenden Versorgungsinfrastruktur. Die Anlage wird bis 2030 fertiggestellt. Mahmut Gedek, Geschäftsführer der VA TECH WABAG GmbH& CEO WABAG Europe Group kommentiert:

„Von Wien aus setzen wir Wasserprojekte in aller Welt um. Dass diese Kompetenz nun einem Schlüsselprojekt in unserer eigenen Stadt zugutekommt, hat für uns eine besondere Bedeutung. Wir danken der Stadt Wien– Wiener Wasser für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Erweiterung des Wasserwerks Donauinsel ist ein strategisch wichtiges Infrastrukturprojekt für die langfristige Versorgungssicherheit der Bundeshauptstadt. Wir sind stolz, unser technologisches Know-how als Partner von Wiener Wasser in dieses Projekt einbringen zu dürfen.“


Quelle: VA TECH WABAG GmbH

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Wasserwirtschaft investiert Milliarden in Deutschlands Trinkwassernetz

Pro Jahr werden in Deutschland rund 4,7 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Das entspricht 4.700 Milliarden Litern. In Haushalte, Gewerbe und Industrie wird dieses Wasser durch ein Leitungsnetz von insgesamt 534.000 Kilometern Länge transportiert. Zum Vergleich: Die Länge würde reichen, um mehr als 13-mal den Globus zu umrunden.

Konstante Investition für den Erhalt

Um auch weiterhin eine sichere Versorgung mit Trinkwasser zu garantieren, leisten die Wasserversorger hohe Investitionen: Jährlich fließen rund 4 Milliarden Euro in die öffentliche Wasserversorgung. Mehr als 60 Prozent davon, etwa 2,5 Milliarden Euro, werden ins Trinkwassernetz investiert. Die restlichen Investitionen fließen hauptsächlich in Gewinnung, Aufbereitung und Speicherung von Trinkwasser. Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, kommentiert:

„Auch in den kommenden Jahren sind hohe Investitionen nötig, um die Trinkwasserversorgung selbst bei zunehmenden Extremwetterereignissen in gewohnt hoher Qualität sicherzustellen. Der Klimawandel hat längst konkrete finanzielle Auswirkungen auf die Wasserversorgung: Eine Pilotstudie des BDEW und DVGW hat gezeigt, dass allein dadurch in den kommenden zehn Jahren zusätzliche Investitionen zwischen 3,2 und 13,5 Milliarden Euro erforderlich werden können. Wir müssen deshalb heute die richtigen Investitionsentscheidungen treffen, um unsere Wasserinfrastruktur resilient und zukunftsfest aufzustellen. Dafür muss die Wasserwirtschaft auch von den Infrastrukturfördermitteln des Bundes profitieren.“


Quelle: BDEW

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