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Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Umfrage zur räumlichen Qualität von Intensivstationen in Deutschland

Patient*innen werden als Endnutzer der Intensivstation gesehen. Dennoch wird die Intensivstation (ITS)  tagtäglich auch von unterschiedlichen Berufsgruppen als Arbeitsort erlebt. Lange Wege und Lärm sind wesentliche Störfaktoren im Alltag mit möglichen Konsequenzen auf die Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit  der Mitarbeitenden. Die bauliche Umgebung kann also einen Einfluss auf die Lebens- und – konsequenterweise – Arbeitsqualität der ITS-Mitarbeitenden haben, deren frühzeitige Involvierung in den Planungsprozess deshalb in der Praxis immer berücksichtigt werden sollte.

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Umfragemethodik

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité und das Institut für konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau der TU Braunschweig haben im Rahmen des Forschungsprojektes „Intensivstation der Zukunft“ (FKZ 10.08.18.7-20.07) einen Fragenkatalog für die Planung von zukünftigen Intensivstationen t, in dem nicht nur die wissenschaftliche Evidenz zum Patienten Outcome sondern auch soziale Aspekte des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden. Es wurden 280 Fragebögen auf 7 Intensivstationen der Charité Berlin, des Vivantes Klinikum Berlin und des Städtischen Klinikums Braunschweig ausgefüllt. Es wurde ein Fragebogen aus 21 Fragen über unterschiedliche Aspekte der Intensivstationsstruktur und deren Einfluss auf den Arbeitsalltag von ITS-Mitarbeitern erstellt. Die Fragebögen wurden auf 13 Intensivstationen in sechs Krankenhäusern (fünf in Berlin, eins in Braunschweig) verteilt. Die Teilnahme zur Umfrage war anonym und freiwillig.

Erkenntnisse

Die Umfrage zeigt, dass sich die meist genutzten Arbeitsplätze auf Intensivstationen im Patientenzimmer und im zentralen Pflegestützpunkt befinden, so dass diese zwei Bereiche das Herz der Station darstellen. Für Intensivpersonal ist die direkte Sichtbarkeit der Patient*innen vom Arbeitsplatz aus wichtig, um beispielsweise medizinische Notfälle schnell zu erfassen. Das sollte die Planende dazu anleiten, Arbeitsplätze eher in unmittelbarer Nähe der Patientenzimmer vorzusehen. Gleichzeitig wird aber dem zentralen Stützpunkt eine unverzichtbare Rolle als Dokumentationsplatz und Treffpunkt anerkannt. Dies suggeriert, dass eine Kombination aus „zentralen“ und „dezentralen“ Arbeitsplätzen die bessere Lösung ist.

 

73 % der Mitarbeiter  empfinden Lautstärke als ein relevantes Problem im Alltag, davon antworteten 70 %, dass dies vor allem in Patientenzimmern und im Stützpunkt belastend sei. Eine gute Abschirmung dieser Bereiche von äußeren Störfaktoren sollte also – durch technische und bauliche Hilfsmittel – gewährleistet werden. Platzmangel wird v.a. im Patientenzimmer und in Lagerräumen als Problem empfunden. Gleichzeitig besteht seitens der Mitarbeitenden der Wunsch, feste Flächen im Zimmer für die Vorbereitung und für die Lagerung von Medikamenten bzw. Materialien zu haben. Deutlicher wird der Widerspruch zur vorhandenen Evidenz beim Thema Waschbecken und Vorräumen. Die beiden werden als sinnvoll und nützlich erachtet. Aus infektionspräventiver Sicht ist allerdings kein klarerer Vorteil – außer in wenigen Situationen – der Vorräume nachweisbar (i. e. Isolierung bei Luftübertragung) und es gibt mehrere Hinweise , dass Waschbecken sogar ein Risiko für die Umgebungskontamination und für nosokomiale Infektionen sein könnten.

 

Aus diesen Beispielen kann abgeleitet werden, dass bei der Umsetzung von theoretischen Empfehlungen gezielte Lösungen gesucht werden sollten, die die Umstellung von gewöhnten Prozessen begleiten und die Akzeptanz neuerer Grundrissmodelle erhöhen.

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