Lese-Ansicht

Frühjahr 2026: Trockener April, nasser Mai

Das Frühjahr 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr mit 95 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels nur leicht zu trocken. Ausschlaggebend dafür war vor allem der sehr niederschlagsreiche Mai: Mit 111 Millimetern fielen fast 150 Prozent der für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge. Während der März mit 89 Prozent des langjährigen Mittels etwas trockener als gewöhnlich ausfiel, erreichte der April lediglich 46 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Weniger Zuschusstage als üblich

Der nasse Mai wirkte sich auch auf die Wasserbewirtschaftung aus. Zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse am Pegel Villigst mussten die Talsperren des Ruhrverbands im Frühjahr 2026 lediglich an zwölf Tagen Wasser zuschießen. Damit lag die Zahl der zuschusspflichtigen Tage rund 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein noch deutlicherer Unterschied: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren am Pegel Villigst insgesamt 48 zuschusspflichtige Tage registriert worden – viermal so viele wie in diesem Frühjahr.

Auch die Temperaturen lagen in allen drei Frühlingsmonaten über den jeweiligen langjährigen Referenzwerten. Der März war um 1,8 Grad wärmer als üblich, der April um 0,5 Grad und der Mai um 0,8 Grad. Insgesamt ergibt sich für das Frühjahr 2026 eine Temperaturabweichung von 1,1 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum. Damit zählt es zu den acht wärmsten Frühjahren im Ruhreinzugsgebiet seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Talsperren mit höheren Reserven als im Vorjahr

Zu Beginn des Frühjahrs am 1. März lag der Gesamtfüllstand der Talsperren nahezu exakt auf dem langjährigen Mittel und wich lediglich um 0,3 Prozent nach unten ab. Bis zum 31. Mai stieg der Füllstand auf einen Wert von gut zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Insgesamt sind damit fast 30 Millionen Kubikmeter mehr Wasser in den Talsperren gespeichert als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dennoch bleibt eine sorgfältige Bewirtschaftung der Speicher erforderlich. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse müssen die Talsperren sowohl auf längere Trockenphasen mit hoher Zuschusspflicht als auch auf Starkregenereignisse vorbereitet sein. Dazu gehört auch, vorsorglich ausreichend Freiraum in den Talsperren vorzuhalten, um mögliche Hochwasserspitzen abmildern zu können.


Quelle: Ruhrverband

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ACO und Enregis bündeln Kompetenzen

Am 31.05.2026 fand der Zusammenschluss der Enregis Climate Group mit der ACO Gruppe statt. Damit vereinen sich die Schwammstadt-Technologien in der „Green City Family“.

Enregis, vor 18 Jahren als Start-up gegründet, steht für ganzheitliches Regenwassermanagement und setzt seit Beginn Maßstäbe mit einem für seine Zeit außergewöhnlich innovativen Produkt-, Service- und Vertriebsansatz – konsequent ausgerichtet auf Rückhaltung und Versickerung. Als Spezialist für die Schwammstadt in der DACH-Region entwickelt das Unternehmen Systemlösungen, die Regenwasser nachhaltig managen – und als Ressource wieder nutzbar machen.

Ganzheitliche Lösungen für klimaresiliente Städte

Die Konzepte verbinden Flächenentsiegelung, Flächenbegrünung und durchdachte Baumstandortkonzepte zu einem nachhaltigen Gesamtansatz. Ziel ist es, Wasser natürlich zu speichern, Biodiversität zu fördern und urbanen Raum klimaresilient zu gestalten. Oberflächenentwässerung, leistungsfähige Baumstandorte und hochleistungsfähige Substratfiltersysteme werden bei Enregis intelligent miteinander verknüpft. So entstehen integrierte Lösungen – funktional, langlebig und ökologisch wirksam.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz schafft Enregis, wie die ACO Gruppe auch, die Grundlage für zukunftsfähige Städte und lebenswerte Freiräume in der Schwammstadt.

Andreas P. Amft, Geschäftsführer Enregis GmbH: „Die Partnerschaft mit ACO ist für uns ein konsequenter Schritt, um das Thema Schwammstadt ganzheitlich und praxisnah weiterzuentwickeln. Unsere Kompetenzen in Regenwasser-Behandlung, Rückhaltung, Versickerung, Begrünung und Substrattechnik ergänzen sich ideal mit dem Systemansatz von ACO. Gemeinsam können wir nachhaltige, leistungsfähige Gesamtlösungen bieten.“

Gemeinsame Stärke für nachhaltiges Regenwassermanagement

Zwei Unternehmen vereinen ihre Kompetenzen und ihre Leidenschaft für ein zukunftsfähiges Regenwassermanagement. ACO und Enregis eint ein starkes Werteverständnis – insbesondere der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Geschäftsaktivitäten stehen höchste Kundenzufriedenheit und exzellente Serviceleistungen. Gleichzeitig bilden die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Enregis eine tragende Säule der Zusammenarbeit: Sie bringen umfassendes Know-how und langjährige Erfahrung ein. Innerhalb der ACO Gruppe können sie auf die bewährten Werte eines Familienunternehmens bauen – getragen von Verantwortung, Verlässlichkeit und nachhaltigem Handeln.

Alexander Airich, Geschäftsführer ACO GmbH:„Mit Enregis verbindet uns der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Mit dem Zusammenschluss bündeln wir unsere Stärken entlang des gesamten Regenwassermanagements. Gemeinsam schaffen wir integrierte Lösungen für klimaresiliente Städte und die Schwammstadt der Zukunft.“


Quelle:ACO GmbH

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ECOMONDO 2026 wird immer globaler

Vom 3. bis 6. November 2026 findet auf dem Messegelände in Rimini die 29. Ausgabe der Ecomondo statt, der internationalen Veranstaltung der Italian Exhibition Group (IEG) zur Green, Blue und Circular Economy.

Vor dem Hintergrund der europäischen Politik zur ökologischen Transformation bringt die Ecomondo Industrie, Institutionen, Forschung und politische Entscheidungsträger zusammen, um sich über industrielle und ökologische Entwicklungen auszutauschen. Die Veranstaltung dient Unternehmen als Plattform für Geschäftskontakte und neue Kooperationen und unterstützt Start-ups, Scale-ups und KMU aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle.

Internationale Dimension: Die Plattform für Nachhaltigkeit wächst

Für die Ausgabe 2026 stärkt Ecomondo ihr internationales Profil mit dem Ziel, mehr Einkäufer, Delegationen und Verbände aus allen Kontinenten einzubeziehen – in Zusammenarbeit mit dem MAECI – Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit sowie der ICE – Agentur für die Außenwirtschaftsförderung und Internationalisierung italienischer Unternehmen.

Durch die Organisation einer mehrstufigen Roadshow – Spanien, Marokko, Deutschland, Ungarn, Kanada – beabsichtigt die Veranstaltung, institutionelle und wirtschaftliche Beziehungen zu festigen und ihr internationales Netzwerk auszubauen. Dazu gehören bereits Ecomondo Mexico, eine Veranstaltung für den lateinamerikanischen Markt und Plattform für italienische Umwelttechnologien, Ecomondo China, das sich in diesem Jahr zu einem Forum in Shanghai weiterentwickelt hat und am 11. und 12. Juni stattfindet, sowie die Green Med Expo & Symposium (27.–29. Mai) in Neapel.

Darüber hinaus wird das Konferenzprogramm der Ecomondo, das von ihrem internationalen technisch-wissenschaftlichen Komitee kuratiert wird, durch die Einbindung neuer europäischer und internationaler institutioneller Partner, der Europäischen Kommission, von Agenturen und wichtigen Stakeholdern des Kontinents wie OECD und FAO erweitert. Geplant sind Gipfeltreffen, Konferenzen und Tagungen in englischer Sprache. Besonderes Augenmerk gilt den wichtigsten europäischen Regulierungsdossiers mit Vertiefungen zu Circular Economy Act, Bioeconomy Strategy, Biotech Act II, Pact for the Mediterranean, RESourceEU Action Plan und Critical Raw Materials Act sowie zu den neuen Bestimmungen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR).

Weitere zentrale Themen der Ecomondo 2026 werden – im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit und der Stärkung von Partnerschaften mit dem Mittelmeerraum und Afrika – gesunde und zirkuläre Städte, künstliche Intelligenz und neue digitale Technologien zur Unterstützung der ökologischen Transformation sowie Bioökonomie und Bioenergie sein. Diese beiden Wertschöpfungsketten gelten als wichtige Bausteine für den Übergang zu emissionsarmen und kreislauforientierten Produktionssystemen.

An den ersten beiden Veranstaltungstagen kehren außerdem die Generalsstaaten der Green Economy zurück, organisiert von der Fondazione per lo Sviluppo Sostenibile in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit (MASE) und gefördert vom Nationalen Rat der Green Economy. Eine zweite Plenarsitzung wird vollständig in englischer Sprache stattfinden.

Die zunehmende Präsenz spezialisierter Communities mit dem gemeinsamen Ziel, die ökologische Transformation voranzubringen, unterstreicht die branchenübergreifende Ausrichtung der Veranstaltung.

Neues Layout mit einer ganzen Halle für die Textilwertschöpfungskette

Zu den wichtigsten Neuerungen der 29. Ausgabe der Ecomondo gehört der neue Ausstellungsbereich für den Textilsektor, dem eine gesamte Halle gewidmet wird. Der Bereich soll als internationaler Treffpunkt für die gesamte Wertschöpfungskette dienen – vor dem Hintergrund neuer europäischer Vorschriften zur Nachhaltigkeit des Sektors.

Auch der Bereich „Waste as Resource“ wird erweitert, während der Bereich „Water Cycle & Blue Economy“ mit seinen Bezirken „Blue Economy“ und „Trenchless District“ neu organisiert wird. Dabei stehen die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abwasser, trenchless Technologien (No-Dig) sowie Lösungen für Pumpen, Ventile und Kontrollsysteme zur Überwachung von Netzen und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasserressourcen im Mittelpunkt.

Bestätigt werden zudem die weiteren Bereiche – Sites & Soil Restoration, Earth Observation and Environmental Monitoring, Bio-energy & Agriculture und Circular & Regenerative Bio-Economy –, die Bezirke Circular&Healthy City und Paper District sowie der Innovation District, der Start-ups, Innovation und nachhaltigen Kompetenzen gewidmet ist.

Weitere Informationen

Quelle: Ecomondo/SmartItaly/Italian Exhibition Group

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Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft

Von 30. September bis 1. Oktober 2026 findet das Anwenderforum Kleinwasserkraft bereits zum 29. Mal statt. Die Veranstaltung bietet den neuesten Entwicklungen und Ideen der Branche eine Bühne und schafft Raum für fachlichen Austausch und vertiefende Diskussionen. Mit praxisnahen Einblicken und Anwendungserfahrungen setzt das Forum dort an, wo Innovationen entstehen – in diesem Jahr in Brixen, Südtirol.

Treffpunkt der Kleinwasserkraft-Branche

Die Veranstaltung hat sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Branche etabliert. Fachleute aus Planung, Betrieb und Industrie kommen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an Lösungen für die Zukunft der Kleinwasserkraft zu arbeiten. Ein abwechslungsreiches Programm mit anwendungsnahen Beiträgen und innovativen Ansätzen, sowie einem Networking Event und zwei Exkursionszielen bietet vielfältige Einblicke in die Praxis.

Das Anwenderforum Kleinwasserkraft lebt von seiner engagierten Community. Betreiber, Planer und Hersteller kommen zusammen, um sich über technische Entwicklungen, Praxiserfahrungen und Strategien auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Branche zu diskutieren. Der offene Dialog und die enge Vernetzung schaffen die Grundlage, um Innovationen voranzubringen und die Zukunft der Kleinwasserkraft zusammen als Community zu gestalten. Eine inspirierende Plattform, die die Kleinwasserkraft-Community stärkt, vernetzt und weiterentwickelt mit einem ausgewogenen Mix aus fundiertem Fachinput, hohem Praxisbezug und intensivem Networking zwischen Anwendung und Industrie.

Wie auch der Tagungsbeirat betont, ist genau dieser gemeinschaftliche Ansatz entscheidend: „Wasserkraft ist wichtig und gehört auch weiterhin intensiv in die Gesellschaft kommuniziert. Wir müssen nach vorne blicken und brauchen stetig weiterentwickelte Strategien, um Wasserkraftwerke intelligent mit Umwelt- und Ressourcenschutz, sowie ökologischer Verträglichkeit zu verbinden und somit für gesellschaftliche Akzeptanz zu sorgen bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit.“

Praxiswissen für Planung und Betrieb

Auch 2026 setzt das Anwenderforum Kleinwasserkraft konsequent auf praxisorientierte Inhalte und Themen, die für Anwender von Nutzen sind. Von Zukunftsthemen und Ideen über fundierte Wissensvermittlung bis hin zu konkreten Erfahrungen und Umsetzungstipps aus dem Anlagenbau und -betrieb in den Sitzungen:

  • Ökologische Durchgängigkeit: Anforderungen, Bau und Monitoring
  • Aktuelle Entwicklungen in der Maschinentechnik
  • Bau und Modernisierung von Anlagen
  • Mehr Flexibilität dank Speicheroptionen?
  • Aquathermie und Wasserkraft – Möglichkeiten und Chancen

Mit dem Impulsvortrag: Von Echtzeitdaten zu Marktentscheidungen: Digitale Intelligenz im Energiesystem von Klemens Klotzner, E.E.M.M. SA, Grevenmacher, wird aufgezeigt, wie digitale Technologien und Echtzeitdaten die Entscheidungsprozesse zunehmend prägen und neue Perspektiven für den Betrieb eröffnen.

Die Sitzung „Ökologische Durchgängigkeit“ bietet einen Überblick über aktuelle technische, methodische und ökologische Fragestellungen rund um Fischaufstiegsanlagen wie z.B. beim Einsatz von Standardbauteilen oder wie Videotechnik zur Bewertung der Wirksamkeit von Fischaufstiegsanlagen eingesetzt werden kann – mit konkreten Anwendungsbeispielen und Betrachtung methodischer Grenzen und Entwicklungsperspektiven. Auch wird aus planerischer Sicht gezeigt, welche ökohydraulischen Herausforderungen es zwischen regulatorischen Anforderungen und der tatsächlichen Umsetzung geben kann und welche Lösungen sich bieten.

Von Repowering bis Speichertechnologien

Bau und Modernisierung von Anlagen widmet sich der Planung und Umsetzung beim Bau oder Umbau, sowie der technischen und wirtschaftlichen Optimierung von Anlagen, die insbesondere Effizienzsteigerung und nachhaltigen Betrieb adressieren. Ein weiteres Highlight ist das Repowering einer Anlage der Stadtwerke Zwiesel, vorgestellt von Christoph Pfeffer, Ingenieurbüro Pfeffer, das beispielhaft zeigt, wie bestehende Wasserkraftwerke von moderneren und leistungsstärkeren Komponenten profitieren können.

Ebenso im Fokus die Chancen und Herausforderungen von Speicherlösungen im Zusammenspiel mit Wasserkraft: Vergleich verschiedener Speichertechnologien aus Sicht eines Energieversorgers, sowie innovative Ansätze zur Kombination von Wasserkraft mit Batteriespeichern zur optimalen Flexibilitätsvermarktung. Praktische Erfahrungen aus Projekten zeigen technische Varianten und wirtschaftliche Potenziale auf. Darüber hinaus wird die Kopplung mit grüner Wasserstoffproduktion, sowie die Kombinationsmöglichkeit von Wasserkraft und Aquathermie als zukunftsweisende Optionen aufgezeigt.

Austausch, Exkursionen und Nachwuchsförderung

Seit über 25 Jahren bietet das Forum reichlich Raum für persönliche Begegnungen, fachlichen Austausch, Diskussion und eigene Ideen. Die stimmungsvolle Abendveranstaltung, in Kooperation mit den Stadtwerken Brixen mit Getränken und regionalen Spezialitäten und die spannenden Besichtigungsziele zum Trinkwasserkraftwerk Nockbach Gruberwiesen und zur Kraftwerkskette Schlandraunbach runden das Forum ab.

In der begleitenden Ausstellung kommen Teilnehmende mit den ausstellenden Firmen ins Gespräch und erfahren mehr über deren Produkte, Dienstleistungen und aktuelle Projekte. Der Tisch der Verbände bietet wieder die Möglichkeit mit Verbandsvertreter*innen in Kontakt zu kommen und sich über deren Arbeit und Vorteile einer Mitgliedschaft zu informieren. Auch wieder dabei: Das Studierenden-Sponsoring, um den Nachwuchs zu fördern. Studierende können sich über ein Formular auf der Website für ein Freiticket bewerben.

Das Anwenderforum schafft Raum für den Austausch über die Rolle der Kleinwasserkraft im Energiesystem von morgen. Die enge Gemeinschaft schafft eine Plattform geprägt von Vertrauen, Offenheit und einem gemeinsamen Verständnis für die Herausforderungen und Chancen der Branche.

Die Veranstaltung bietet vergünstigte Betreibertickets für Kraftwerksbetreiber bis 500 kW gesamtinstallierter Leistung und Rabatte für Verbandsmitglieder. Programm und Anmeldung unter https://www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de/


Quelle: Conexio PSE

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Lithium aus der Tiefe: Mobile Pilotanlage für heimische Rohstoffe

Angesichts unsicherer globaler Rohstofflieferketten gewinnen heimische Ressourcen zunehmend an Bedeutung. Im Verbundprojekt RoLiXX arbeiten Forschende der Fraunhofer IEG gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft daran, Lithium aus Tiefenwässern des Norddeutschen Beckens nutzbar zu machen. Dafür entwickeln sie Verfahren, die sowohl zuverlässig arbeiten als auch flexibel an die jeweiligen Eigenschaften der Sole angepasst werden können. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 2,8 Millionen Euro geförderten Projekts wird nun eine mobile und adaptive Pilotanlage erprobt.

»Europa braucht eigene Quellen für strategische Rohstoffe. Mit RoLiXX zeigen wir, wie sich kritische Rohstoffe wie Lithium regional fördern lassen«, sagt Tilman Cremer, Projektleiter am Fraunhofer IEG. »Unser Ansatz setzt auf vorhandene Infrastruktur und auf Verfahren, die wirtschaftlich, effizient und nachhaltig sind. Mit der Erschließung der Lithiumvorkommen im Norddeutschen Becken könnte Deutschland in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Deckung des deutschen und europäischen Bedarfs einnehmen.«

Lithiumvorkommen im Norddeutschen Becken im Fokus

RoLiXX verfolgt zwei zentrale Forschungsansätze. Im geowissenschaftlichen Teil untersuchen die Projektpartner, in welchen mineralogischen Phasen Lithium im Untergrund vorkommt, unter welchen Bedingungen es freigesetzt wird und welchen Einfluss hydrothermale Prozesse, Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen sowie Gesteinsumformungen (Diagenese) haben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Verteilung und Anreicherung von Lithium in Thermalwässern des Norddeutschen Beckens besser vorherzusagen.

Im Mittelpunkt steht dabei das Rotliegend – eine rund 300 Millionen Jahre alte Gesteinsabfolge aus Sandsteinen und Vulkaniten in Tiefen von drei bis fünf Kilometern. Diese Formation gilt als besonders aussichtsreich für lithiumhaltige Tiefenwässer. Anhand von Proben und Daten bestehender Tiefbohrungen soll die Herkunft und Verteilung des Lithiums zwischen der niederländischen und der polnischen Grenze erstmals systematisch untersucht und wissenschaftlich bewertet werden.

Technische Herausforderungen der Lithiumextraktion

Der zweite Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Gewinnung von Lithium aus salzhaltigen Thermalwässern, wie sie beispielsweise in Geothermieanlagen genutzt werden. Damit eröffnet sich für die Energiewirtschaft die Möglichkeit, geothermische Wärmegewinnung mit der Förderung strategischer Rohstoffe zu verbinden. Zu den wesentlichen Herausforderungen zählen Korrosionsprozesse an metallischen Werkstoffen sowie die Ausfällung von Mineralien infolge von Druck- oder Temperaturänderungen. Solche Ablagerungen können den Betrieb von Extraktionsanlagen beeinträchtigen. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung einer wirtschaftlichen Lithiumextraktion ohne störende Feststoffbildung.

Darüber hinaus untersucht RoLiXX die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen einer heimischen Lithiumgewinnung. Geplant sind unter anderem eine Ökobilanzierung, Analysen zur gesellschaftlichen Akzeptanz, regionalökonomische Bewertungen sowie die Ableitung politischer Handlungsempfehlungen. Auf dieser Grundlage sollen Rahmenbedingungen für zukünftige Projekte im Rotliegend entwickelt werden.

Quelle: Fraunhofer IEG Im Projekt RoLiXX wird eine anpassbare Pilotanlage Lithium aus salzhaltigem Tiefenwasser gewinnen. Der Prototyp ist flexibel, um die Prozessparameter und Inhibitoren auf das Tiefenwasser an verschiedenen Einsatzorten maßgeschneidert anzupassen.

Mobile Pilotanlage für den Praxistest

Die Fraunhofer IEG übernimmt im Projekt die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die technische Anwendung. Dafür adaptieren und betreiben die Forschenden eine mobile Pilotanlage zur Gewinnung von Lithium aus salzhaltigem Tiefenwasser. Im Fokus stehen eine stabile Prozessführung ohne feste Rückstände sowie die Anpassbarkeit an unterschiedliche Wasserzusammensetzungen.

Unter realitätsnahen Bedingungen im Kubikmetermaßstab untersucht das Team Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Umweltwirkungen der Verfahren. Die Ergebnisse sollen Energieversorgern und Industrieunternehmen als Grundlage dienen, um die Kombination von Geothermie und Rohstoffgewinnung bewerten zu können.

Mit einem Gewicht von rund 250 Kilogramm und einem Volumen von etwa zwei Kubikmetern lässt sich die Anlage per Gabelstapler und Transporter an verschiedene Einsatzorte bringen.

 

 

»Unsere Pilotanlage haben wir bewusst so konzipiert, dass sie mobil ist, aber sich auch leicht an Tiefenwässer verschiedener Zusammensetzung anpassen lässt. So könnten viele Thermalwasserbetreiber rasch und einfach die Machbarkeit prüfen und die Wirtschaftlichkeit eigener Lithiumextraktion abschätzen«, erklärt Tilman Cremer.

Verbundprojekt mit Partnern aus Forschung und Industrie

RoLiXX – Rotliegend als Lithiumressource im Norddeutschen Becken – von der EXploration zur EXtraktion – ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördertes Verbundprojekt (Förderkennzeichen: 03G0941D).         Neben der Fraunhofer IEG sind das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, die TU Berlin, das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung sowie die Neptune Energy Innovations GmbH als industrieller Partner und Projektkoordinator beteiligt. Assoziierte Partner sind die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die Arbeiten unterstützen die Ziele des europäischen Critical Raw Materials Act, der eine sichere Versorgung mit strategischen Rohstoffen anstrebt. Das Gesamtfördervolumen des auf drei Jahre angelegten Projekts beträgt 2,8 Millionen Euro.


Quelle: Lithium aus Tiefenwasser – Fraunhofer IEG

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Die Wärme liegt im Wasser

Kann Wärme aus Flüssen und Seen dazu beitragen, Städte künftig nachhaltiger zu beheizen? Dieser Frage widmet sich ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Hochschule Lübeck im Projekt SCET (Smart Connected Environments). Untersucht wird, ob sich Energie mithilfe von Wärmepumpen aus Lübecks Oberflächengewässern gewinnen lässt und welche Auswirkungen dies auf die Gewässerqualität hätte. Das Projekt wird im Rahmen der Maßnahme HAW-Forschungsraum Qualifizierung mit 3,9 Millionen Euro durch das BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), die GWK (Gemeinsame Wissenschaftskonferenz) und das Land Schleswig-Holstein gefördert.

Unter der Verantwortung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Karen Cabos und der Leitung von Prof. Dr. Claas Heymann entsteht an der TH Lübeck ein Forschungs- und Qualifizierungsraum für datengetriebene Vernetzung in der urbanen Umwelt-, Energie- und Klimaforschung. Kern des Vorhabens sind Echtzeitmodelle, in denen zahlreiche Umweltdaten zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage sollen künftig fundiertere Entscheidungen zur Energieversorgung in Lübeck möglich werden.

Dafür werden Daten aus den Bereichen Energie, Wetter, Ökologie und perspektivisch auch zum Nutzungsverhalten der Bevölkerung erfasst und ausgewertet.

Der gesellschaftliche Nutzen sei erheblich: „Die entwickelten Echtzeitmodelle können einen wesentlichen Beitrag für eine zuverlässige Wärmeversorgung in Lübeck leisten“, so Cabos. „Bei Bedarf können diese Modelle später auch von anderen Regionen übernommen bzw. zur Nutzung angepasst werden.“

Drei Module für Forschung, Infrastruktur und Nachwuchs

An dem Vorhaben sind acht Professoren aus allen vier Fachbereichen der TH Lübeck beteiligt. Gemeinsam wollen sie neue Ansätze für die Energiewende entwickeln und den Wirtschaftsstandort stärken.

„Unser Projekt ist dreiteilig mit einen starken Anwendungsfokus“, erläutert Heymann. „In allen drei Modulen setzen wir zudem auf die Zusammenarbeit mit vielen Partnern aus unterschiedlichsten Bereichen.“

Im ersten Modul entsteht die Daten- und KI-Infrastruktur. Dort werden Informationen aus dem Wasser-Wärme-Energie-Klima-Nexus gesammelt und mithilfe künstlicher Intelligenz aufbereitet. Das zweite Modul trägt den Namen SEEN (Smart Environment and Energy Nexus). Es nutzt die Infrastruktur des ersten Moduls, um Zusammenhänge zwischen Wasser, Energie, Wärme und Umwelt abzubilden. Ziel ist die Verknüpfung von Umwelt-, Energie- und Stadtdaten, um eine nachhaltige Energieversorgung zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Wärmeversorgung Lübecks auch unter Extrembedingungen durch intelligente Steuerung gesichert werden kann.

Das dritte Modul konzentriert sich auf die Nachwuchsförderung. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler bearbeiten eigene Forschungsvorhaben im Rahmen des Promotionszentrums Lübeck. Zudem wird hier der Wissenstransfer in die Gesellschaft organisiert.

Flusswärmepumpen als mögliche Energiequelle

Die Themen Klimawandel, erneuerbare Energien und Smart City gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade die historische Altstadt Lübecks stellt besondere Anforderungen an die Wärmewende. Klassische Maßnahmen wie Gebäudedämmung oder dezentrale Wärmepumpen lassen sich dort nur eingeschränkt umsetzen, während der Energiebedarf der historischen Gebäude hoch bleibt. Vor diesem Hintergrund werden alternative Lösungen diskutiert. Eine davon ist die Nutzung von Flusswärmepumpen.

„Wasser, auch wenn es kalt ist, enthält immer noch Energie“, so Heymann. „Diese Energie fließt an uns vorbei. Wir können sie nutzen und damit heizen.“

Echtzeitmodelle für das Zusammenspiel von Wasser, Energie und Umwelt

Um die technische Machbarkeit und mögliche Umweltfolgen zu untersuchen, werden bereits heute Daten an Trave und Wakenitz erhoben. Weitere Messstationen sollen folgen. Erfasst werden unter anderem Wetterdaten, Pegelstände und Gewässerparameter.

„Die lokalen Lübecker Gewässer sind seit mehreren Jahren Forschungsgegenstand verschiedener Arbeitsgruppen an der der TH Lübeck“, so Cabos. „In diesem neuen Projekt wird diese Expertise nun gebündelt. Wir erforschen den sogenannten Nexus Wasser, Energie, Wärme.“

Der Begriff Nexus beschreibt die enge Verknüpfung verschiedener Systeme. Veränderungen in einem Bereich wirken sich auf andere Bereiche aus. Deshalb sollen die Zusammenhänge im Gesamtsystem untersucht werden.

„Ziel ist die Simulation der Auswirkungen einer engmaschigen Hintereinanderschaltung von Oberflächenwasserwärmepumpen auf ausgewählte lokale Gewässerqualitätsparameter“, so Heymann. „Wir betrachten das Gesamtsystem der analogen Lübecker Welt.“

Wärmeversorgung und Gewässerschutz gemeinsam betrachten

Auf Basis großer Datenmengen sollen möglichst präzise Echtzeit-Analysen entstehen. Dabei geht es unter anderem um Fragen wie den künftigen Wärmebedarf, die mögliche Entnahme von Wärme aus Gewässern und den Einsatz von Wärmespeichern während Kälteperioden.

„Das Forschungsprojekt schafft auch Voraussetzungen, um die geplante Wärmeversorgung von Lübeck über Wasserwärmepumpen auch in extremen Situationen zu sichern“, so Heymann.

Zusätzlich entwickeln die Forschenden neue Messverfahren, mit denen biologische Gewässerparameter automatisch erfasst werden können. Bestandteil des Projekts ist außerdem ein intelligentes Energiemanagementsystem, das erneuerbare Energien in ein Smart Grid einspeist und die Energieverteilung in Echtzeit an den Verbrauch anpasst. Mithilfe mathematischer Modelle sollen darüber hinaus die Wechselwirkungen zwischen Wetter, Hydrologie, Hydrodynamik und Energieverbrauch besser verstanden werden.

„Mit Hilfe mathematischer Modelle zu Beziehungen zwischen Wetter, Hydrologie, der Hydrodynamik und Energieverbrauchern sind dann auch verbesserte Vorhersagen zur Auswirkung dieser Eingriffe in unsere Lübecker Gewässer möglich,“ hofft Heymann.

Forschung für die Wärmeversorgung der Zukunft

Die Forschenden haben SCET mit Blick auf aktuelle Herausforderungen entwickelt. Steigende Gewässertemperaturen, stärkere Schwankungen und häufigere Extremereignisse treffen auf den Wunsch nach einer verlässlichen und möglichst klimafreundlichen Wärmeversorgung. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen sowie die Vernetzung mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Projekts.

„Die Aufnahme in die Förderung durch das BMFTR ist deutlicher Beweis für das hohe Niveau, auf dem hier geforscht und gearbeitet wird“, so Cabos.

Mit dem Forschungsraum SCET soll untersucht werden, wie eine koordinierte und sichere Wärmeversorgung über Oberflächengewässer künftig möglich sein könnte. Die Ergebnisse könnten dabei auch für andere Städte von Interesse sein.


Quelle: TH Lübeck: Gemeinsam für Klimaschutz und nachhaltige Energiesysteme

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Neue StoryMap zeigt Forschungsergebnisse und Methoden im Ahrtal

Das Forschungsprojekt „Monitoring der Gewässerwiederherstellungsmaßnahmen an der Ahr nach der Flutkatastrophe (MonAHR)“ hat eine interaktive ArcGIS StoryMap veröffentlicht, die ab sofort online verfügbar ist. Sie ermöglicht Interessierten einen anschaulichen Einblick in das laufende Forschungsvorhaben im Ahrtal und bereitet wissenschaftliche Inhalte gebündelt und interaktiv auf.

Das MonAHR-Projekt ist eine Forschungskooperation des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, der Universität Koblenz und der Hochschule Koblenz. Finanziert und unterstützt wird es durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, den Landkreis Ahrweiler sowie die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Wissenschaftliche Begleitung des Wiederaufbaus

Nach dem extremen Hochwasser an der Ahr im Jahr 2021 sind umfangreiche Maßnahmen zum Wieder- und Neuaufbau der Infrastruktur erforderlich. In diesem Zusammenhang werden auch Maßnahmen zur Gewässerwiederherstellung umgesetzt. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich die ökologischen Prozesse und der Zustand der Ahr im Zuge dieser Maßnahmen entwickeln.

Die veröffentlichte ArcGIS StoryMap erläutert das Forschungsvorhaben und die eingesetzten Methoden. Besonders hervorzuheben sind interaktive Karten, die Veränderungen in der Region anhand von Luftbildern vor und nach der Flut sichtbar machen. Nutzer*innen können die Entwicklungen im Ahrtal dadurch unmittelbar nachvollziehen. Darüber hinaus werden die wissenschaftlichen Methoden des Projekts sowie die eingesetzten Messgeräte vorgestellt. Bilder und begleitende Erläuterungen zeigen, wie Daten erhoben werden und welche Technologien dabei zum Einsatz kommen.

Offener Zugang zu Forschungsergebnissen

Mit der Veröffentlichung der ArcGIS StoryMap schafft das MonAHR-Projekt einen offenen Zugang zu seiner Forschungsarbeit und stärkt den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit. Die Plattform soll künftig kontinuierlich erweitert werden. Perspektivisch sollen dort auch aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht und bereitgestellt werden.

Mit Fokus auf den besonders stark betroffenen Mittel- und Unterlauf der Ahr ergänzen die wissenschaftlichen Partner*innen das bereits bestehende behördliche Monitoringnetz. Dabei werden fortlaufend Daten zur Entwicklung der Gewässerstrukturen, der physikalisch-chemischen Wasserqualität sowie der Artgemeinschaften erhoben. Auf diese Weise wird die Entwicklung der Ahr während der Umsetzung der Wiederherstellungsmaßnahmen wissenschaftlich begleitet.

Ziel: Die Entwicklung des Ökosystems verstehen

MonAHR verfolgt das Ziel, die Entwicklung des Lebensraums Ahr mit seinen Strukturen, Prozessen und Artgemeinschaften sowie den daraus resultierenden Ökosystemleistungen und dem ökologischen Bewertungszustand besser zu verstehen. Dieses Wissen ist notwendig, um Handlungsalternativen bei Neubau- und Wiederherstellungsmaßnahmen bewerten und Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Ahr erstellen zu können.

Zum Projekt

Quelle: Ahrtal-Projekt veröffentlicht Storymap um Gewässerentwicklung anschaulich darzustellen

 

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Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz

In Norwegen wurden von Bluegreen mehrere vollständig geschlossene, schwimmende Aquakulturanlagen aus Polyethylen für FishGlobe gebaut. AGRU lieferte dafür tragende Kunststoffhalbzeuge sowie Rohrleitungen. Die Anlagen ermöglichen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen maritimen Bedingungen.

Hohe Anforderungen an Material und Konstruktion

Der Dauerbetrieb auf See stellt hohe Anforderungen an die eingesetzten Werkstoffe. Salzwasser, UV-Strahlung, starke Temperaturschwankungen und permanente Belastungen durch Wellengang wirken dauerhaft auf die Anlagenstruktur ein. Zum Einsatz kam daher PE 100-RC, das gegenüber langsamem Risswachstum besonders widerstandsfähig ist und auch bei Kerbbeanspruchung eine höhere Robustheit als konventionelles PE-HD aufweist. Für großvolumige Anlagen mit bis zu 30.000 m³ Volumen bietet dies zusätzliche Sicherheit.

Da Polyethylen gegenüber Seewasser korrosionsbeständig ist, sind Beschichtungen oder andere Korrosionsschutzmaßnahmen nicht erforderlich. Für den Einsatz unter den klimatischen Bedingungen des Roten Meeres wurde das Material zusätzlich mit UV-Stabilisatoren und Antioxidantien ausgestattet.

Verschweißte PE-Konstruktion mit großformatigen Bauteilen

Die Behälterhülle besteht aus einer doppelwandigen Sandwich-Konstruktion aus verschweißten Polyethylen-Platten. Die großformatigen Platten wurden vor Ort gebogen und mittels Heizelement-Stumpfschweißung sowie Extrusionsschweißung verbunden.

Durch die Verwendung großer Halbzeuge konnte die Anzahl der Schweißnähte und damit potenzieller Schwachstellen reduziert werden. Für das Projekt lieferte AGRU rund 600 Tonnen hoch UV-stabilisierte PE-100-RC-Platten im Format 5 × 2 Meter mit einer Stärke von bis zu 50 Millimetern. Ergänzt wurde der Lieferumfang durch Schweißdrähte sowie mehr als 200 Meter PE-100-RC-Druckrohre DN 1200 für die Zu- und Abführung von Seewasser.

Geschlossenes System für kontrollierte Fischproduktion

Das Betriebskonzept der Anlagen ist technisch und biologisch geschlossen. Seewasser wird aus Tiefen von 45 bis 50 Metern angesaugt und gefiltert. Dadurch lassen sich oberflächennahe Belastungen und parasitäre Einträge reduzieren, während gleichzeitig stabilere Temperaturbedingungen genutzt werden können. Futterreste und Exkremente werden innerhalb der Anlage erfasst und gezielt abgeführt. Die glatten PE-Oberflächen erleichtern Reinigung und Hygienemanagement, da sich Bewuchs und Mikroorganismen weniger stark anlagern. Ein integrierter Strömungskanal sorgt für eine gleichmäßige Wasserführung.

Das von FishGlobe entwickelte „Closed-Containment-Konzept“ wurde von Bluegreen umgesetzt. Ende September 2025 wurden die Anlagen FishGlobe 3.5K (3.500 m³) und FishGlobe 10K (10.000 m³) zu Wasser gelassen. Nach Inspektion und Erprobung wurden sie an einen Kunden in Saudi-Arabien überführt.

AGRU begleitete das Projekt als Werkstoff- und Systempartner und unterstützte neben der Materiallieferung auch mit anwendungstechnischer Beratung, Schweißtechnik und Lieferlogistik. Bereits in der Planungsphase brachte das Unternehmen seine materialtechnische Expertise ein. Parallel läuft die Vorbereitung der bislang größten Anlage des Systems, der FishGlobe 30K mit einem Volumen von 30.000 m³.

„Die enge Zusammenarbeit und das tiefe Verständnis von AGRU für die Herausforderungen von Kunststoffprodukten in maritimen Umgebungen haben maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen“, sagt Albert Lueghamer, Head of Technical Department bei AGRU.


Quelle: Agru

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Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik

Ein internationales Forschungsteam hat die genetische Vielfalt von am Meeresboden lebenden Flohkrebsen im neu eingerichteten Meeresschutzgebiet „North Atlantic Current and Evlanov Sea basin“ (NACES) untersucht. Bereits eine einzelne Probenahme aus knapp 3.700 Metern Tiefe ergab 47 genetisch unterscheidbare Arten. Hochrechnungen deuten auf mehr als 120 Arten in dem Gebiet hin, von denen viele bislang wissenschaftlich nicht beschrieben wurden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Biodiversität der Tiefsee deutlich unterschätzt wird.

Flohkrebse als Schlüssel zur Erforschung der Artenvielfalt

Flohkrebse (Amphipoden) sind kleine, garnelenähnliche Krebstiere, die in zahlreichen Meeres- und Süßwasserlebensräumen vorkommen und eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Substanz spielen.

„Amphipoden tragen ihren Nachwuchs in einem Brutbeutel. Durch das fehlende Larvenstadium und die meist nur kurzen Schwimmdistanzen können sich Flohkrebse nur eingeschränkt ausbreiten. Das macht sie besonders wertvoll für Untersuchungen zur Biogeografie, also für die Frage, wie sich Arten räumlich über die Erde verteilen“, erklärt Dr. habil. Anne-Nina Lörz von Senckenberg am Meer in Hamburg.

Gemeinsam mit einem polnisch-österreichisch-deutschen Forschungsteam untersuchte sie die Verbreitung der Tiere im NACES-Gebiet. Das Schutzgebiet im Nordostatlantik umfasst rund 600.000 Quadratkilometer internationale Gewässer und zählt zu den größten Meeresschutzgebieten weltweit.

„Ursprünglich wurde das Areal zum Schutz wichtiger Nahrungsgebiete von Seevögeln eingerichtet. Später erkannte man jedoch auch die große Bedeutung der Tiefsee mit ihren empfindlichen Ökosystemen, weshalb das Schutzgebiet 2023 auch auf den Meeresboden ausgeweitet wurde“, erläutert die Erstautorin der Studie Lörz.

Überraschend viele Arten in großer Tiefe

Für die Studie analysierten die Forschenden 253 DNA-Sequenzen von Flohkrebsen. Die Proben stammten unter anderem aus dem NACES-Gebiet, der Labradorsee, den Azoren sowie weiteren Regionen des Atlantiks, Pazifiks, Indischen Ozeans und der Antarktis. Sie wurden überwiegend während der IceDivA-2-Expedition im Jahr 2021 mit dem Forschungsschiff SONNE gesammelt. Allein eine Probenahme aus 3.677 Metern Tiefe im NACES-Gebiet lieferte 47 genetisch unterscheidbare Arteneinheiten aus 98 Individuen.

„Unsere Hochrechnungen deuten sogar darauf hin, dass dort über 120 Arten leben. Das zeigt: Selbst auf kleinem Raum ist die Artenvielfalt am Meeresboden überraschend hoch“, fügt die Meeresforscherin hinzu und fährt fort: „Die meisten dieser genetischen Einheiten konnten keiner bekannten Art zugeordnet werden – viele sind vermutlich bislang unbeschrieben, also neu für die Wissenschaft.“

Neue Arten und unerwartete Verbreitung

Zwei der neu entdeckten Arten wurden inzwischen wissenschaftlich beschrieben und benannt: Cleonardo helga und Cleonardo davinci. Besonders bemerkenswert war für das Forschungsteam jedoch, dass sich die neuen Arten auch in weit entfernten Meeresregionen nachweisen ließen, darunter im rund 10.000 Kilometer entfernten Pazifik. Möglich wurde dies durch den Vergleich genetischer Daten aus früheren Expeditionen. Dabei zeigte sich, dass die Sequenzen der neu beschriebenen Arten mit bereits vorhandenen, bislang nicht näher bestimmten Proben übereinstimmten.

„Dass wir genetische Übereinstimmungen mit Proben aus weit entfernten Ozeanregionen gefunden haben, zeigt, wie wenig wir bislang über die tatsächliche Verbreitung dieser Arten wissen“, erklärt die Forscherin. „Offenbar sind manche Amphipoden sehr viel weiter verbreitet, als wir bislang angenommen hatten.“

Herausforderungen für den Schutz der Tiefsee

Der Rückgang mariner Arten durch menschliche Einflüsse gefährde wichtige Leistungen der Ozeane, darunter die Nahrungsversorgung und die Speicherung von Kohlenstoff, erklärt Lörz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Rahmen des 2022 verabschiedeten Biodiversitätsabkommens das Ziel formuliert, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen.

Die Umsetzung dieses sogenannten 30×30-Ziels sei insbesondere in der Hochsee schwierig. Diese Bereiche seien großflächig, schwer zugänglich und bislang nur unzureichend erforscht. Zudem stünden derzeit weniger als ein Prozent der Hochseegebiete unter strengem Schutz. Die vorliegende Studie könne die Artenvielfalt im NACES-Gebiet zwar nur ausschnittweise abbilden, die Ergebnisse deuteten jedoch darauf hin, dass die hohe Biodiversität kein Einzelfall sei, sondern auch für andere Tiefseegebiete typisch sein könnte. Nach Ansicht des Forschungsteams wird die Artenvielfalt der Tiefsee bislang unterschätzt, da viele Arten noch unbeschrieben sind, kryptische Arten existieren und frühere Untersuchungen häufig ohne genetische Analysen durchgeführt wurden.

„Unsere Kombination aus DNA-Analysen und Morphologie zeigt, dass die Tiefsee eine extrem hohe biologischen Vielfalt birgt. Gleichzeitig gehört sie zu den am wenigsten erforschten Lebensräumen der Erde. Dieses Wissensdefizit erschwert wirksame Schutz- und Managementmaßnahmen, insbesondere angesichts zunehmender Belastungen durch Rohstoffabbau, Verschmutzung und Klimawandel“, resümiert Lörz.


Originalpublikation: Frontiers | From local discovery to global insights: deep-sea amphipod diversity in a high-seas marine protected area and its conservation implications

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Wenn Gerüche zur Belastung werden

Was viele zunächst als bloßes Ärgernis wahrnehmen, kann sich zu einem ernsthaften Problem für Lebensqualität, Gesundheit und Stadtentwicklung entwickeln. Zahlreiche Kommunen verzeichnen regelmäßig Beschwerden über Geruchsbelastungen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und während warmer Witterungsphasen.

„Gerüche sind die unterschätzte Form der Umweltverschmutzung“, sagt Christian Elmauer aus der Geschäftsführung der coalsi GmbH. „Sie wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden und beeinträchtigen die Wahrnehmung des gesamten Umfelds.“

Ursachen unter der Erde

Ein wesentlicher Ursprung vieler Geruchsprobleme befindet sich in der Kanalisation. Dort entstehen durch biologische Prozesse Gase wie Schwefelwasserstoff. Diese sind nicht nur für den typischen Kanalgeruch verantwortlich, sondern greifen langfristig auch die Infrastruktur an. Korrosion und Schäden an Leitungen führen zu hohen Folgekosten für Städte und Gemeinden. Durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft sich die Situation zusätzlich. Steigende Temperaturen begünstigen die Geruchsbildung, während Starkregenereignisse die Systeme belasten und zu vermehrten Emissionen führen.

Obwohl die Relevanz des Themas zunimmt, wird es in der öffentlichen Diskussion bislang vergleichsweise selten aufgegriffen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Städte und Gemeinden, die Lebensqualität zu erhalten und Beschwerden ernst zu nehmen – insbesondere im Wettbewerb um Einwohner, Touristen und Unternehmen.

„Gerüche entscheiden mit darüber, wie wir Orte wahrnehmen, ob wir uns dort wohlfühlen“, sagt Elmauer.

Das Thema gehöre stärker auf die Agenda.

Grenzen herkömmlicher Lösungen

Die Bekämpfung von Gerüchen ist technisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele herkömmliche Systeme arbeiten mit losen Aktivkohleschüttungen und einfachen Geruchsverschlüssen. Diese Lösungen stoßen jedoch häufig an ihre Grenzen. Feuchtigkeit und Verschmutzungen können dazu führen, dass die Schüttungen versotten oder sich verdichten. Dadurch wird der Luftaustausch im Kanal erheblich beeinträchtigt oder sogar vollständig unterbunden. Hinzu kommt, dass der Austausch des Filtermaterials oftmals aufwendig ist. Die eingeschränkte Belüftung erhöht zugleich die Gefahr von Korrosionsschäden im Kanalsystem.

Moderne Filtersysteme setzen deshalb auf kompakte, strukturstabile Filtermatten mit aufgebrachter Aktivkohle. Durch ein modulares Siphon-System bleiben die Matten dauerhaft sauber und trocken, sodass die Aktivkohle ihre Wirkung ungehindert entfalten kann.

Auch bei langen Betriebszeiten besteht keine Gefahr von Verschluss oder Verdichtung. Der notwendige Luftaustausch im Kanal bleibt erhalten, wodurch die Belüftung des Systems sichergestellt und Korrosionsschäden wirksam vorgebeugt werden können.

Nachhaltige Lösungen für Infrastruktur und Umwelt

Die coalsi GmbH hat sich auf solche hybriden Filtersysteme spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Münchner Umland entwickelt modulare Lösungen, die sich an die jeweilige Belastungssituation anpassen lassen – von punktuellen Anwendungen in der Kanalisation bis hin zu komplexeren Anforderungen in Prozessen und kommunaler Infrastruktur.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit. Durch den gezielten Abbau korrosiver Gase können Schäden an Bauwerken und Leitungen verhindert werden (MIC-Korrosion). Dadurch verlängern sich Wartungsintervalle und die Kosten für Sanierung und Instandhaltung lassen sich reduzieren.

„Die Technologie ist heute so weit, dass sich Geruchsprobleme in vielen Fällen vollständig und nachhaltig lösen lassen“.

Die Herausforderung sei weniger die Technik als vielmehr, die Sache rechtzeitig anzupacken. Da sind sich wohl alle Experten einig: Um Städte und Arbeitsumgebungen langfristig lebenswert zu halten, muss das Thema Geruch stärker in den Fokus rücken – als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung der Umweltqualität.


Quelle: Lösungen zum Thema Geruchsprobleme Kanal von COALSI

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Kommunalheldin 2026 gesucht

Mit dem Preis „Die Kommunalheldin“ werden Frauen ausgezeichnet, die mit Mut, Kreativität und Engagement die Kommunalwirtschaft prägen. Ziel der Auszeichnung ist es, Frauen sichtbar zu machen, die Verantwortung übernehmen, Veränderungen anstoßen und ihre Organisationen sowie Kommunen nachhaltig weiterentwickeln.

Engagement mit nachhaltiger Wirkung

Dabei stehen nicht einzelne Projekte im Mittelpunkt, sondern die Menschen dahinter. Gewürdigt werden Frauen, die über viele Jahre hinweg Wirkung entfalten – sei es in den Bereichen Energiewende, Digitalisierung, Transformation, Innovation oder Bürgerbeteiligung. Gesucht werden Persönlichkeiten, die die kommunale Welt aktiv mitgestalten und mit ihrem Einsatz etwas bewegen.

Teilnahmeberechtigt sind Frauen aus kommunalen Unternehmen mit mindestens 50 Prozent kommunaler Beteiligung sowie aus kommunalen Verwaltungen und Eigenbetrieben. Nicht teilnahmeberechtigt sind Frauen aus privatwirtschaftlichen Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen ohne oder mit nur geringfügiger kommunaler Trägerschaft.

Bewerbungen können vom 13. April bis zum 15. Juni 2026 (23:59 Uhr) eingereicht werden. Die Verleihung des Preises findet am Abend des 3. September 2026 in Lübeck statt.

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Infrastruktur stärken, Zukunft sichern

Die Berliner Wasserbetriebe haben ihre Investitionen im Jahr 2025 erneut gesteigert und damit einen neuen Höchstwert erreicht. Trotz weitgehend stabiler Wasserverkaufs- und Abwassermengen sowie unveränderter Gebühren lag die Investitionsquote bei über 40 % des Umsatzes. Mit den umfangreichen Investitionen reagiert Deutschlands größtes Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen auf die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums in der Hauptstadtregion sowie auf veränderte Umweltbedingungen.

Schwerpunkt auf Netzen und Anlagen

Insgesamt investierten die Berliner Wasserbetriebe 543,7 Mio. Euro aus eigenen Mitteln (2024: 539,1 Mio. Euro). Der größte Anteil entfiel mit 265,9 Mio. Euro (2024: 251,4 Mio. Euro) auf die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung des rund 19.000 km langen Rohr- und Kanalnetzes.

Weitere 233,1 Mio. Euro (2024: 245,5 Mio. Euro) flossen in Klär-, Pump- und Wasserwerke. Innerhalb dieses Bereichs lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Kläranlagen, für den 184,9 Mio. Euro aufgewendet wurden. Neben Großprojekten wie der Erneuerung zentraler Trinkwasserleitungen in der Landsberger Allee und dem Austausch wichtiger Abwasserdruckleitungen zu den südlichen Klärwerken wurden die Investitionen in die Netzinfrastruktur über das gesamte Stadtgebiet verteilt in rund 1.000 Projekten umgesetzt.

Stabile Geschäftsentwicklung trotz Sondereffekt

Der Wasserverkauf stieg 2025 leicht auf 216,5 Mio. m³ (2024: 214,3 Mio. m³). Gleichzeitig verringerte sich die in den Klärwerken behandelte Abwassermenge auf 257,0 Mio. m³ (2024: 264,7 Mio. m³). Bei konstanten Gebühren erwirtschafteten die Berliner Wasserbetriebe einen Umsatz von 1.343,4 Mio. Euro und damit 36,8 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Das Jahresergebnis wurde jedoch maßgeblich von einem einmaligen Effekt beeinflusst. Die Berliner Wasserbetriebe schrieben 2025 einen sogenannten Goodwill aus der Zeit der Rekommunalisierung vollständig ab. Dadurch veränderte sich das Ergebnis von einem Gewinn in Höhe von 127,0 Mio. Euro im Jahr 2024 zu einem Fehlbetrag von -149,8 Mio. Euro. Ohne diesen Sondereffekt erreichte das operative EBIT erneut das Niveau der Vorjahre.

„Die Berliner Wasserbetriebe waren auch 2025 ein verlässlicher Garant für das Funktionieren der Hauptstadt“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. „Die Ver- und Entsorgung war zu jeder Zeit sicher – selbst unter schwierigen Bedingungen, wie den Angriffen auf die Strominfrastruktur im Herbst und Winter. Ein immenses Investitionsprogramm wurde bewältigt und – etwa bei den Not- und Zierbrunnen – sogar zusätzliche Aufgaben übernommen. Dafür sind wir dem Unternehmen und seiner Belegschaft sehr dankbar.“

Der Vorstandsvorsitzende, Frank Bruckmann, ergänzt: „Die Hauptstadtregion wächst, unsere Umwelt verändert sich, das stellt die Wasserbetriebe vor Herausforderungen. Denen stellen wir uns und machen jeden Tag unsere Infrastruktur robuster und die Stadt resilienter. Eine sichere Wasserversorgung und eine funktionierende Infrastruktur sind die Basis einer lebenswerten Stadt.“

Personalaufbau und internationale Fachkräfte

Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, stellten die Berliner Wasserbetriebe im Jahr 2025 insgesamt 296 neue Mitarbeiter ein. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit um 50 auf 4.886. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter der Belegschaft auf 46,4 Jahre.

Noch im laufenden Jahr soll zudem ein Qualifizierungs- und Integrationsprogramm starten, mit dem bis zu 40 internationale Fachkräfte auf Tätigkeiten bei den Berliner Wasserbetrieben vorbereitet werden. Im Fokus stehen dabei insbesondere Bereiche des Kerngeschäfts wie Elektrotechnik, Ingenieurwesen und die Instandhaltung des Rohrnetzes.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Elisabeth Jreisat erneut in den LDEW-Vorstand gewählt

Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin von Hessenwasser, ist auf der aktuellen Mitgliederversammlung des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (LDEW) in Fulda erneut in den Vorstand gewählt worden. Dem Gremium gehört Jreisat bereits seit vielen Jahren an.

Interessenvertretung der Energie- und Wasserwirtschaft

Der LDEW vertritt die Interessen von rund 270 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. Gemeinsam sichern die Unternehmen die regionale Infrastruktur, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

Fokus auf Versorgungssicherheit und Infrastruktur

„Viele zentrale Rahmenbedingungen für die Energie- und Wasserwirtschaft werden aktuell auf europäischer, Bundes- und Landesebene neu verhandelt. Umso wichtiger ist es, die Perspektive unserer Branche in Hessen und Rheinland-Pfalz mit starker Stimme einzubringen““, erklärte Elisabeth Jreisat nach der Wahl. „Gerade bei Fragen der Versorgungssicherheit, der klimaresilienten Infrastruktur und einer langfristig tragfähigen Finanzierung braucht es praxistaugliche Lösungen. Ich freue mich, in den nächsten zwei Jahren auch im LDEW-Vorstand an der Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen in Hessen/Rheinland-Pfalz mitwirken zu dürfen.“


Quelle: Hessenwasser

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Jetzt bewerben: Stiftungspreis für Wasser- und Energieprojekte

Die Prof. Joachim Lenz Stiftung vergibt im Jahr 2026 erneut ihren Preis zur Förderung herausragender ingenieurwissenschaftlicher Projekte und Arbeiten mit besonderem gesellschaftlichem Mehrwert. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 39. Oldenburger Rohrleitungsforums „Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft“ im Februar 2027 statt. Gesucht werden praxisnahe Projekte und Ingenieurarbeiten, die sich mit den lebenswichtigen Ressourcen Wasser und/oder Energie befassen.

Bewerbungen aus dem In- und Ausland möglich

Bewerben können sich Einzelpersonen oder Teams aus Deutschland und allen anderen Ländern mit Projekten oder ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Wasserwirtschaft oder Energiewirtschaft, bevorzugt mit Bezug zu Leitungsinfrastrukturen wie Transport, Verteilung, Erfassung oder Digitalisierung.

Das eingereichte Projekt beziehungsweise die Arbeit darf vor nicht mehr als drei Jahren begonnen worden sein. Zudem sollen die Projekte entweder eine hohe Praxisrelevanz aufweisen oder durch einen herausragenden theoretischen Ansatz überzeugen. Auch die Inspiration und Einbindung junger Menschen ist ausdrücklich erwünscht.

Ein weiteres Kriterium ist die internationale Wirkung der eingereichten Projekte oder Arbeiten. Diese sollen die Beziehungen zwischen Deutschland und mindestens einem weiteren Land stärken, kulturelle Vielfalt fördern und demokratische Strukturen unterstützen. Voraussetzung ist außerdem, dass die Projekte mindestens bilateral getragen werden.

Digitale Einreichung bis Ende Oktober 2026

Die Bewerbung kann in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Erforderlich sind eine allgemeinverständliche Kurzfassung, eine ausführliche Beschreibung des Projekts beziehungsweise der Ingenieurarbeit im vorgegebenen Formular, die Darstellung der erfüllten Kriterien sowie eine Bestätigung, dass alle Rechte an der eingereichten Arbeit bei den Bewerbenden liegen.

Einsendeschluss für digitale Bewerbungen ist der 31. Oktober 2026. Mit der Einreichung werden die Teilnahmebedingungen des Stiftungspreises, das Recht zur Veröffentlichung der Bewerbungsunterlagen sowie die Datenschutzbestimmungen anerkannt. Der Stiftungsausschuss behält sich vor, das Preisgeld auf bis zu drei Preisträgerinnen oder Preisträger aufzuteilen.

 

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Wiederherstellung von Auen: BUND fordert klare Ziele

Deutschland muss bis September im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung einen nationalen Wiederherstellungsplan für geschädigte Ökosysteme vorlegen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert dabei ambitionierte Ziele für die Renaturierung von Flüssen und Auen, darunter 2.000 Kilometer frei fließende Flüsse. Hintergrund ist unter anderem, dass in Deutschland nur noch ein Drittel der ursprünglichen Auen erhalten und weniger als zehn Prozent davon ökologisch intakt sind. Wie wichtig lebendige Auen für Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Wasserhaushalt und Klimaschutz sind, zeigen erfolgreiche Praxisbeispiele wie die Deichrückverlegung in Lenzen an der Elbe.

Lenzener Elbtalaue als Vorbildprojekt

Das Naturschutzgroßprojekt Lenzener Elbtalaue zeigt, dass Renaturierung gleichzeitig Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz stärkt. Auf rund 420 Hektar haben der BUND und das Land Brandenburg über zehn Jahre dafür gesorgt, dass die Elbe wieder mehr Raum bekommt. Eine aktuelle Auswertung (2025) zeigt: Die Aue trägt messbar zum Hochwasserschutz bei, erhöht die Biodiversität und bindet Kohlenstoff.

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt: „Wenn Deutschland die EU-Vorgaben ernst nimmt, müssen wir jetzt großflächig in die Wiederherstellung von Auen investieren. Lenzen zeigt: es funktioniert – und es bringt konkrete Vorteile für Mensch und Natur“, sagte er bei einem Projektbesuch heute vor Ort im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der die Ergebnisse des BUND-Projekt ebenfalls würdigte.

Renaturierung stärkt Hochwasserschutz und Artenvielfalt

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Das Renaturierungsprojekt in der Lenzener Elbtalaue hat Maßstäbe für den integrierten Natur-, Gewässer- und Hochwasserschutz gesetzt. Das ist gut für die Natur und für die Menschen vor Ort: Es entstehen wieder natürliche Überschwemmungsflächen, das verbessert den Hochwasserschutz. Wasser wird in der Aue gehalten und bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden neuen Lebensraum. Die Lenzener Elbtalaue ist auch ein gutes Praxisbeispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung. Wo Flüsse wieder frei fließen, kann sich Natur erholen. Wir stärken damit das Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen.“

Intakte Auen sind zentrale Bausteine gegen Klimakrise und Artensterben. Der Handlungsbedarf für ihren Erhalt ist groß. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht in erfolgreichen Projekten wie Lenzen eine Blaupause für die anstehenden nationalen Wiederherstellungspläne.

Bandt: „Es ist entscheidend, Maßnahmen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln. So können Renaturierungsprojekte auch zu echten Gemeinschafts- und Demokratieprojekten werden. Wenn Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, von denen Klima, Mensch und Natur gleichermaßen profitieren. Die neue Überschwemmungsfläche ist heute Hotspot für Biodiversität, eine Erholungsoase für Anwohner*innen und Gäste und hat beim Jahrhunderthochwasser 2013 erheblich zum Schutz der Region beigetragen.“

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Quelle:BUND

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GeoTHERM 2027 startet Call for Papers zum 20-jährigen Jubiläum

Mit rund 8.600 Fachbesuchern und 302 ausstellenden Unternehmen aus aller Welt hat die GeoTHERM Expo & Congress 2026 ihre Rolle als weltweit führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie erneut bestätigt. Auch 2027 bietet die Veranstaltung wieder eine zentrale Plattform für Innovationen, fachlichen Austausch und Vernetzung innerhalb der Branche. Zudem feiert die GeoTHERM, die am 25. und 26. Februar 2027 in Offenburg stattfindet, ihr 20-jähriges Bestehen.

Call for Papers eröffnet

Begleitend zur Fachmesse widmet sich der wissenschaftliche Kongress der GeoTHERM 2027 aktuellen Entwicklungen in der Tiefen und Oberflächennahen Geothermie. Ab sofort können Beiträge zu diesen Themenfeldern sowie zum Fokusthema der kommenden Veranstaltung eingereicht werden.

Der wissenschaftliche Kongress deckt die gesamte Bandbreite der Geothermie ab und richtet sich an Fachleute aus Forschung, Entwicklung und Praxis.

Tiefe Geothermie

Gesucht werden Beiträge rund um die Nutzung tiefer geothermischer Ressourcen. Im Fokus stehen technische, wissenschaftliche, wirtschaftliche und regulatorische Fragestellungen entlang der gesamten Projektkette – von Exploration und Erschließung über Speicherung bis hin zu Betrieb und Wärmenutzung.

Eingereicht werden können Beiträge zu aktuellen Entwicklungen, Anwendungen und Praxiserfahrungen im Bereich der oberflächennahen Geothermie. Willkommen sind Themen aus Planung, Technik, Betrieb, Innovation und Monitoring ebenso wie Praxisbeispiele aus Gebäuden, Quartieren und kommunalen Versorgungskonzepten.

Fokusthema 2027: Sektorenkopplung und Synergien mit Öl, Gas und Bergbau

Ein besonderer Schwerpunkt der GeoTHERM 2027 liegt auf der Sektorenkopplung sowie auf Schnittstellen zwischen Geothermie und den Bereichen Öl & Gas, Bergbau und Untergrundnutzung.

Für den GeoTHERM Congress werden hierzu Beiträge zu Technologien, Infrastruktur, Know-how-Transfer und Transformationsstrategien gesucht, die bestehende Kompetenzen und Ressourcen dieser Industrien für geothermische Anwendungen nutzbar machen.

Eingereicht werden können unter anderem Praxisbeispiele, Forschungsarbeiten, innovative Konzepte sowie Erfahrungsberichte aus nationalen und internationalen Projekten. Auch interdisziplinäre Ansätze und Forschungsergebnisse aus angrenzenden Bereichen der Geothermie sind ausdrücklich erwünscht.

Die Einreichung erfolgt online über die GeoTHERM-Journal-Plattform. Vorgeschlagen werden können Vorträge oder wissenschaftliche Poster in deutscher oder englischer Sprache. Voraussetzung ist ein erweiterter Abstract mit maximal drei DIN-A4-Seiten, inklusive Titel, Vortragenden, Vortragssprache und Zuordnung zum jeweiligen Themenbereich.

Beiträge zum Congress der GeoTHERM können bis zum 31. August 2026 übermittelt werden. Die Auswahl der Einreichungen erfolgt durch den wissenschaftlichen Beirat im Double-Blind-Verfahren.
Reine Produkt- oder Unternehmenspräsentationen ohne fachlich-wissenschaftlichen Mehrwert können leider nicht berücksichtigt werden.

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Quelle: GeoTHERM

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Wasserwirtschaft fordert rechtssichere Nitratregelungen

Wissenschaftler:innen der Universität Paderborn haben gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam eine neue Methode entwickelt, mit der sich giftige Arsen-Varianten in Böden und Gewässern schnell und präzise nachweisen lassen. Die Studie wurde im Fachmagazin Royal Society of Chemistry veröffentlicht und zeigt, wie vergleichsweise einfache Technologien aufwendige und teure Laborverfahren ersetzen können. Gleichzeitig eröffnet die Methode die Möglichkeit, Analysen direkt vor Ort durchzuführen.

Unterschiedliche Arsen-Formen im Fokus

Arsen ist ein giftiges Schwermetall, das natürlicherweise in Böden und Gewässern vorkommen kann. Entscheidend ist dabei nicht nur die Konzentration, sondern auch die chemische Form, in der das Arsen vorliegt. Forschende unterscheiden deshalb gezielt zwischen Arsen(III) und Arsen(V).

„Diese beiden Formen verhalten sich in der Umwelt völlig unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Bisher waren Messungen auf diesem hohen Niveau aber sehr teuer und kompliziert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Zentgraf vom Department Physik der Universität Paderborn.

Aufwendige Analyseverfahren bisher Standard

Für den Nachweis kleinster Arsen-Spuren wird bislang meist das sogenannte SERS-Verfahren eingesetzt (SERS = „Surface-Enhanced Raman Scattering“). Dabei handelt es sich um eine hochsensitive analytische Methode, bei der die klassische Raman-Spektroskopie mit nanostrukturierten Metalloberflächen kombiniert wird. Dadurch lässt sich das Raman-Signal von Molekülen millionenfach verstärken, sodass selbst geringste Mengen chemischer oder biologischer Stoffe eindeutig identifiziert werden können.

Allerdings ist die Herstellung solcher Systeme bislang aufwendig. Häufig sind spezielle Maschinen, teure Materialien und zusätzliche chemische Behandlungen notwendig, damit die Sensoren zuverlässig funktionieren.

„Auch die Auswertung der Daten erfordert häufig leistungsstarke Computer und teure Messgeräte, die nicht einfach vor Ort eingesetzt werden können“, ergänzt Prof. Zentgraf.

Neue Nanostruktur vereinfacht den Nachweis

Die Forschenden entwickelten deshalb eine alternative Lösung auf Basis einer sogenannten „Loch-Sphäre-Nanogap-Plattform“. Hierfür werden Gold-Nanopartikel verwendet, die sich selbstständig auf einer Goldoberfläche anordnen. Anschließend wird die Oberfläche erhitzt und leicht angeätzt. Dadurch kann auf die ansonsten notwendige Lithografie – also die Strukturierung mittels Belichtung – verzichtet werden.

Das entstandene System arbeitet äußerst stabil und liefert sehr konstante Messergebnisse. Nach Angaben der Forschenden verstärkt die Methode das Lichtsignal um den Faktor 100 Millionen. Selbst kleinste Mengen von Arsen lassen sich dadurch sichtbar machen. Da die Struktur vollständig aus Metall besteht, entstehen zudem keine störenden Signale aus anderen Materialien, was die Zuverlässigkeit der Messungen erhöht.

Einsatz auch mit Smartphones möglich

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Methode liegt in ihrem einfachen Aufbau. Weder teure Maschinen noch spezielle Chemikalien sind erforderlich. Zudem funktioniert die Plattform auch dann zuverlässig, wenn die eingesetzten Messgeräte keine besonders hohe Präzision besitzen.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass sich die verschiedenen Arsen-Varianten sogar mithilfe einfacher Filter oder Smartphones erkennen lassen. Dadurch eignet sich die Methode insbesondere für den mobilen Einsatz, etwa auf Baustellen oder in der Landwirtschaft.

Zum Paper


Quelle: Schwermetalle in Boden und Wasser erkennen: Neue Methode für die Vor-Ort-Analyse

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AWS setzt auf Wasserrückführung und Feuchtgebietsrenaturierung

Amazon Web Services (AWS) hat zwei Projekte zur Wasserrückführung in Deutschland vorgestellt. Geplant sind eine Initiative zur Erkennung von Wasserlecks in Frankfurter Gebäuden sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessartwald. Gemeinsam sollen die Projekte künftig jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen. Dafür arbeitet AWS mit dem Wassertechnologie-Unternehmen Shayp und dem Naturprojektentwickler EcoTree zusammen.

Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärt: „Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort. Mit unserer regionalen Rechenzentrumsagenda wollen wir unseren Status als digitales Kraftzentrum in Europa festigen und ausbauen, indem wir Wachstum, Nachhaltigkeit und technologische Stärke miteinander verbinden.“

„Städte stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, Wasser sorgfältig einzusetzen und innovative Lösungen zu unterstützen, damit jeder Liter zählt“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS. „Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.“

Leckageerkennung in 500 Gebäuden

Im Mittelpunkt des Frankfurter Projekts steht die frühzeitige Erkennung von Wasserlecks in Gebäuden. Amazon finanziert bis 2028 die Installation intelligenter IoT-Überwachungssysteme von Shayp in insgesamt 500 Gebäuden. Dazu zählen unter anderem Schulen, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Ziel ist es, Wasserverluste schneller zu erkennen und unnötige Verschwendung zu vermeiden. Die Sensoren sollen noch in diesem Jahr installiert werden und dauerhaft Daten zur Überwachung liefern. Die Cloud-Technologie auf Basis von AWS ermöglicht Echtzeit-Analysen und schnelle Reaktionen auf erkannte Lecks. Shayp arbeitet dabei mit der Gebäudemanagementgruppe WISAG zusammen, um geeignete Gebäude für das Projekt zu gewinnen.

Gregoire de Hemptinne, CEO von Shayp, erklärt: „Wir sind stolz, mit Amazon an diesem wegweisenden Projekt in Frankfurt zusammenzuarbeiten. Unsere AWS-gestützte Technologie wird der Stadt helfen, Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren. Das zeigt, wie Innovation drängende Umweltherausforderungen bewältigen kann.“

Renaturierung im Spessartwald

Parallel dazu setzt EcoTree ein Projekt zur Feuchtgebietsaktivierung und Renaturierung im Spessartwald bei Würzburg um. Auf rund 200 Hektar sollen Feuchtgebiete gestärkt und neue Feuchtlebensräume geschaffen werden. Durch gezielte Erdarbeiten soll Wasser länger in der Fläche gehalten und die Grundwasseranreicherung verbessert werden. Nach Abschluss Ende 2027 werden jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser erwartet. Darüber hinaus soll das Projekt neue Lebensräume für bedrohte Arten schaffen, Mikroklimata stabilisieren und die Kohlenstoffspeicherung im Mischwald unterstützen. Gleichzeitig verweist EcoTree auf die Bedeutung solcher Maßnahmen angesichts zunehmender Dürren und Extremwetterereignisse.

Christian Bergius, Managing Director EcoTree Deutschland, erklärt: „Wir befinden uns in einer Ära der Wasserextreme: entweder zu viel, zu wenig oder oft zu stark verschmutzt. Das löst Dürren und Überschwemmungen aus und bedroht die Gemeinden, Ökosysteme und Unternehmen in ganz Deutschland direkt. Genau deshalb müssen wir die Wiederherstellung und Anpassung von Ökosystemen und ihrem hydrologischen Gleichgewicht beschleunigen. Wir freuen uns besonders über Amazons strategischen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt.“

Die neuen Projekte sind Teil der weltweiten Wasserschutzmaßnahmen von Amazon. Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 50 Wasserprojekte angekündigt, die zusammen jährlich über 21 Milliarden Liter Wasser zurückführen sollen. Zusätzlich investiert Amazon weiter in CO2-freie Energieprojekte und Maßnahmen zur Klimaanpassung, darunter auch Miniwälder in Berlin.


Quelle:AWS

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BDEW warnt vor Abschaffung der Stoffstrombilanz

Anlässlich der Verhandlungen zur Novellierung des Düngegesetzes im Agrarausschuss des Bundesrates hat Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser Martin Weyand die Bedeutung einer verbindlichen betrieblichen Nährstoffbilanzierung betont. Aus Sicht der Wasserwirtschaft sei sie weiterhin notwendig, um Stickstoffüberschüsse verursachergerecht zu erfassen und gezielt zu reduzieren.

Wirkungsmonitoring ersetzt keine flächendeckende Bilanzierung

Das geplante Wirkungsmonitoring umfasse zwar zusätzliche Datenzugänge, Modellregionen und Auswertungen, könne jedoch keine systematische und flächendeckende Erfassung der Nährstoffflüsse ersetzen. Ohne einen Ersatz der bisherigen Stoffstrombilanz durch ein vergleichbares verbindliches Instrument würden die Anforderungen an eine nachvollziehbare Nährstoffbilanzierung nicht erfüllt.

Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei nun eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Umsetzung der Vorgaben erforderlich. Nach Ansicht der Wasserwirtschaft braucht es zeitnah klare Lösungen für die bestehende Rechtslage, insbesondere im Zusammenhang mit den sogenannten roten Gebieten. Die rechtssichere Ausweisung dieser Gebiete im Sinne der europäischen Nitratrichtlinie sei dringend notwendig.

Warnung vor Folgen bei unzureichender Umsetzung

Nach Einschätzung des Verbandes könnten bei einer unzureichenden Umsetzung der Nitratrichtlinie nicht nur die Nitratbelastungen weiter bestehen bleiben. Zudem drohe eine Wiederaufnahme des Vertragsverletzungsverfahrens durch die EU-Kommission. Offen sei außerdem weiterhin, wie ein wirksames nationales Nitrat-Aktionsprogramm umgesetzt werden solle. Erfolgreich könne ein solches Programm nur sein, wenn damit eine tatsächliche Verringerung der Nitrateinträge erreicht werde.


Quelle: BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft )

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Nachruf: Berthold Bleser mit 69 Jahren verstorben

Mit Berthold Bleser verliert die SITW eine Persönlichkeit, die den Verband über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat. Von September 2015 bis Oktober 2023 stand er der Fachvereinigung als 1. Vorsitzender vor und setzte sich mit großem persönlichem Engagement, hoher fachlicher Kompetenz und klarer Haltung für die Weiterentwicklung, Öffnung und stärkere Wahrnehmung der SITW innerhalb der Branche ein. Er gestaltete die konstruktive Arbeit in zahlreichen Gremien aktiv mit und trug mit seinem Sachverstand, seiner Verlässlichkeit und seiner integrativen Persönlichkeit wesentlich zur positiven Entwicklung des Verbandes bei.

Einsatz für Qualität und technische Standards

Sein Ziel war es stets, den Stellenwert der qualitätsgesicherten Instandsetzung von Trinkwasserbehältern zu stärken und das Bewusstsein für die hohen technischen und hygienischen Anforderungen in diesem sensiblen Bereich der Wasserversorgung weiter zu schärfen.

Seine hohe fachliche Expertise gründete dabei auch auf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Geschäftsführer der GFB Gesellschaft für Bauwerksanierung und Instandsetzung mbH. Die Entwicklung dieses Unternehmens zu einem anerkannten Spezialunternehmen der Bauwerkssanierung gestaltete er maßgeblich mit. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die SITW zu einer anerkannten Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Planung und ausführenden Unternehmen. Berthold Bleser war überzeugt davon, dass der langfristige Schutz und die sachgerechte Instandsetzung von Trinkwasserbehältern nur durch fundiertes Fachwissen, hohe Qualitätsstandards und die konsequente Anwendung anerkannter Regeln der Technik gewährleistet werden können. Diese Überzeugung prägte sein Wirken im Verband nachhaltig.

Fachlicher Austausch im Mittelpunkt

Die Förderung qualifizierter Ausführung, die Bedeutung von Hygieneanforderungen sowie die Zertifizierung nach den Vorgaben des DVGW waren ihm daher ein besonderes Anliegen. Mit seinem Wirken trug er maßgeblich dazu bei, die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland dauerhaft zu sichern.

Die Mitglieder der SITW schätzten Berthold Bleser nicht nur als erfahrenen Fachmann und verlässlichen Vorsitzenden, sondern ebenso als integrative und menschlich zugewandte Persönlichkeit. Mit seiner ruhigen Art, seiner Verlässlichkeit und seinem hohen Anspruch an Qualität und Verantwortung war er für viele ein geschätzter Wegbegleiter und Impulsgeber.

Würdigung eines prägenden Wegbegleiters

Die SITW wird Berthold Bleser ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Engagement für die Fachvereinigung, für Qualität in der Trinkwasserversorgung und für den offenen fachlichen Austausch innerhalb der Branche bleibt auch künftig Maßstab und Verpflichtung zugleich.


Quelle: SITW

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