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Heute — 28. Mai 2026Fachinformationen

Support factors and barriers in the implementation of an app for refugees in an inpatient psychiatric setting: a qualitative interview studyFörderfaktoren und Barrieren der Implementierung einer App für Geflüchtete im stationär-psychiatrischen Kontext – eine qualitative Interview-Studie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2816-4741

Refugees are a particularly vulnerable target group in healthcare. Innovative digital treatment options offer the opportunity to reduce or even close gaps in care for this particular group. Despite promising evidence, only a few digital interventions have been used in inpatient psychiatric care in Germany to date. The I-REACH project investigated the implementation of „blended care“ (the use of a digital support in addition to face-to-face (F2F) routine care services) in inpatient psychiatric care for refugees. The aim was to describe the factors promoting and hindering implementation from the perspective of professionals in order to support implementation efforts.As part of the I-REACH project, a qualitative survey was conducted to explore support factors and barriers to the implementation of a blended care application (“blended Almamar-App” in combination with face-to-face diagnostics and therapy). Between August and November 2024, 15 guided interviews were conducted with eight healthcare professionals and seven local study coordinators from the participating study centres. The interviews were coded and evaluated using a qualitative content analysis according to Kuckartz.Key promoting factors and barriers were identified deductively and inductively in accordance with the interview guide from the perspective of professionals involved in the project. Technical, patient-related, practitioner-related, organizational, and structural factors were described.In order to integrate digital interventions such as the “blended Almamar-App” into routine care, technical requirements such as existing devices and reliable network connectivity, continuous information and training for users, and structured organization are particularly important. It is advisable to integrate data into existing digital hospital information systems wherever possible and to provide resource-oriented support to practitioners in implementing digital treatment options.Geflüchtete Personen stellen in der Gesundheitsversorgung eine besonders vulnerable Zielgruppe dar. Mit innovativen, digitalen Behandlungsoptionen besteht die Möglichkeit, Versorgungslücken für diese Zielgruppe zu verringern oder gar zu schließen. In der stationär-psychiatrischen Versorgung in Deutschland kommen – trotz vielversprechender Evidenz – bisher nur wenige digitale Interventionen zum Einsatz. Das I-REACH Projekt untersuchte die Umsetzung von „Blended Care“ (Nutzung einer digitalen Unterstützung zusätzlich zu den face-to-face (F2F) Angeboten der Routineversorgung) in der stationär-psychiatrischen Versorgung von Geflüchteten. Förderfaktoren und Barrieren der Implementierung aus Sicht von Fachkräften sollten beschrieben werden, um Implementierungsbemühungen zu fördern.Im Rahmen des I-REACH Projektes wurden anhand einer qualitativen Erhebung Förderfaktoren und Barrieren für die Implementierung einer Blended Care Anwendung („blended Almamar-App“ in Kombination mit persönlich erbrachter Diagnostik und Therapie) exploriert. In der Zeit von August bis November 2024 fanden 15 leitfadengestützte Interviews mit acht in der Krankenversorgung aktiven Fachkräften und sieben lokalen Studienkoordinator*innen aus den teilnehmenden Studienzentren statt. Die Interviews wurden codiert und anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.Deduktiv und induktiv wurden entsprechend des Interviewleitfadens zentrale Förderfaktoren und Barrieren aus Sicht projektbeteiligter Fachkräfte identifiziert. Es wurden technische, patient*innenseitige, behandler*innenseitige, organisatorische und strukturelle Faktoren beschrieben.Um digitale Interventionen wie die „blended Almamar-App“ in die Routineversorgung zu überführen, bedarf es insbesondere technischer Voraussetzungen wie vorhandene Endgeräte und problemlose Netzanbindung, stetiger Information und Schulung der Anwender*innen sowie einer strukturierten Organisation. Es empfiehlt sich, die App-Daten möglichst in vorhandene digitale Klinikinformationssysteme zu integrieren und Behandler*innen in der Umsetzung der digitalen Behandlungsmöglichkeit ressourcenorientiert zu fördern.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Schließungen von Kindertagesstätten und SARS-CoV-2-Ausbreitung: Eine regionale Analyse zu einer Lockdown-Maßnahme

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2822-5812

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) SARS-CoV-2 zur Pandemie. In Ermangelung spezifischer Impfstoffe oder wirksamer antiviraler Therapien standen zunächst nicht-pharmazeutische Interventionen (NPIs), darunter zeitweilige Schließungen von Kindertagesstätten (Kitas), im Vordergrund.Methoden Auf Basis routinemäßig gemeldeter Falldaten des Gesundheitsamtes Landshut wurde der Zeitraum November 2020 bis Februar 2021 analysiert. Die SARS-CoV-2-Inzidenz vor und nach den Kita-Schließungen wurde für Kinder im Alter von 0–5 Jahren sowie für die Gesamtbevölkerung mittels unterbrochener Zeitreihenanalyse (ITSA; Interrupted Time Series Analysis) unter Anwendung eines negativen binomialen Regressionsmodells untersucht.Nach den Kita-Schließungen zeigte sich ein Rückgang der gemeldeten SARS-CoV-2-Fälle sowohl bei Kindern im Alter von 0–5 Jahren (IRR: 0,96; 95%-KI: 0,92–0,99) als auch in der Gesamtbevölkerung (IRR: 0,97; 95%-KI: 0,95–0,98).Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass zeitweilige Kita-Schließungen mit einem Rückgang gemeldeter SARS-CoV-2-Neuinfektionen assoziiert waren und damit die pandemische Infektionsdynamik beeinflusst haben könnten. Gleichzeitig sollten potenzielle psychosoziale Folgen für Kinder in der Bewertung von NPIs berücksichtigt und in die Planung zukünftiger pandemischer Ereignisse ergebnisoffen einbezogen werden.
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Patientensteuerung in der ambulanten Primärversorgung – Online-Erhebung unter Medizinern in Primärversorgungseinheiten sowie Physiotherapeuten mit Kassenvertrag in Österreich

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2853-8719

Die ambulante Primärversorgung in Österreich ist gekennzeichnet durch manifestierte Systemintransparenz und bestehende Versorgungsbarrieren entlang der übergreifenden Patientenkarrieren. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Patienten- und Ressourcensteuerung mittels koordinierter Ablauforganisation und integrierter Kooperation zu verbessern. Es stellt sich die Frage: Wie sollte die übergreifende Patientensteuerung in der ambulanten Primärversorgung aus Sicht von involvierten Health Professionals ausgestaltet und weiterentwickelt werden?Hierzu wurde eine Online-Umfrage (11.06.2025 – 20.06.2025) unter Mediziner:innen, die in Primärversorgungseinheiten (PVE) tätig sind (N=123), sowie Physiotherapeut:innen mit einem Kassenvertrag (N=153) durchgeführt. Der Rücklauf und die Rücklaufquote betrugen n=46 sowie rr=16,7% (PVE-Mediziner:innen n=23, rr=18,7%; Physiotherapeut:innen n=23, rr=15,0%).Die priorisierten Zielsetzungen der Patientensteuerung liegen aus Sicht der Health Professionals auf den taktisch-operativen Sachzielen, wie Linderung, Heilung, Prävention, abgestimmter Diagnostik und kontinuierlicher Betreuung. Die PVE-Mediziner:innen gewichten diese übergreifenden Ziele höher als die ebenfalls involvierten Physiotherapeuten, was auf deren Hauptverantwortung für die übergreifende Patientensteuerung hinweist.Hinsichtlich der Bündelung der identifizierten Lösungsansätze und Handlungsfelder einer übergreifenden Patientensteuerung eignet sich die Visualisierung, Analyse und Dialog anhand einer Patient Journey. Dabei lassen sich den wichtigen Handlungsfeldern, wie Prävention, Heimübungsprogramme, Therapietreue sowie Koordination und Kommunikation zwischen Akteuren und Patienten, konkrete Verbesserungspotenziale, wie Zugangsgestaltung, Technologieeinsatz und Organisationsmethoden mittels edukativer Videos, qualitätsorientierter Vergütung, KI-gestützter Therapien sowie multiprofessioneller Qualitätszirkel, zuordnen.
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Analyse der Gesundheitsversorgung für kardiologische, pneumologische und geburtshilfliche Erkrankungen in Hessen: Regionale Unterschiede und Erreichbarkeiten

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-8207

Personen mit kardiologischen und pneumologischen Erkrankungen sowie Schwangere sind durch den Klimawandel besonders gesundheitlich gefährdet. Studien zeigen, dass diese Gruppen während Hitzeperioden und bei vermehrter Luftverschmutzung mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunktprojektes „HABITAT“ wird unter anderem untersucht, wie die aktuelle Versorgungsituation in Hessen in diesen Fachbereichen ausgestaltet ist und inwieweit die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung bedarfsgerecht und innerhalb angemessener Fahrzeit erreichbar ist.Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um eine regionale, deskriptive Tertiärdatenanalyse mit räumlicher Erreichbarkeitsanalyse. Anhand von öffentlich zugänglichen Tertiärdaten wurden Prävalenzdaten mit Bevölkerungsdaten (insbesondere Alter und soziale Deprivation) und Erreichbarkeitsdaten verknüpft.Es lassen sich regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen bei der Verteilung der Erkrankten an COPD, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz und KHK erkennen. Auch die Inzidenzen von hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft unterscheiden sich in den Landkreisen. Es zeigt sich, dass besonders in Landkreisen, wie dem Vogelsbergkreis oder Hersfeld-Rotenburg, die durch ein erhöhtes Durchschnittsalter und eine höhere soziale Deprivation gekennzeichnet sind, vermehrt pneumologische und kardiologische Erkrankungen auftreten. In solchen Regionen ist zusätzlich die Dichte an Gesundheitseinrichtungen geringer. Mit Ausnahme weniger Gemeinden im ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sind alle ambulanten Gesundheitseinrichtungen mit dem PKW innerhalb von 30 Minuten erreichbar.Insgesamt kann die Anzahl der Gesundheitseinrichtungen sowie deren PKW-Erreichbarkeit in Hessen als angemessen bezeichnet werden. Angesichts des demografischen Wandels und sozioökonomischer Unterschiede sollte jedoch bedacht werden, dass die PKW-Erreichbarkeit nicht ausreicht, da Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtigt werden, die auf eine ÖPNV-Nutzung angewiesen sind.
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Gestern — 27. Mai 2026Fachinformationen

Apokalyptische Modellierung: Laut Mathematik bricht die Weltbevölkerung im Jahr 2064 zusammen

Physiker haben ein mathematisches Modell genutzt, um den Verlauf unserer Gesellschaft vorherzusagen. Offenbar ist die Menschheit weniger robust gegenüber Krisen als gedacht.

© Bulgac / Getty Images / E+

WHO fordert Waffenstillstand im Ebola-Ausbruchsgebiet

27. Mai 2026 um 17:57
Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer „katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt“ in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK). „Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen“, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom...[weiter lesen]

Adipositas: Retatrutid erzielt starke Gewichtsreduktion – bei häufigen Nebenwirkungen

27. Mai 2026 um 17:32
Indianapolis – Retatrutid hat in einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie eine rekordverdächtige Gewichtsreduktion erzielt, die allerdings mit einer Zunahme der Nebenwirkungen einherging. Der Hersteller gab die Ergebnisse in einer Pressemitteilung bekannt. Eine Publikation steht noch aus. Der Triple-Agonist Retatrutid stimuliert gleichzeitig die...[weiter lesen]

Typ-2-Diabetes: Schweregrad könnte mit Mikrobiom des Dünndarms zusammenhängen

27. Mai 2026 um 17:30
Berlin – Die bakterielle Besiedlung des Dünndarms beeinflusst die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes (T2D) und steht offenbar auch in Zusammenhang mit einem Hochrisiko-Subtyp des T2D. Das berichtete eine Tübinger Arbeitsgruppe auf dem Diabeteskongress 2026 (Abstract FV18). Die meisten Studien zum Zusammenhang von Diabetes und dem Mikrobiom stützen sich...[weiter lesen]

Remission des Prädiabetes durch Gewichtsabnahme verläuft geschlechtsspezifisch

27. Mai 2026 um 16:37
Berlin – Die Remission eines Prädiabetes verläuft bei Frauen und Männern offenbar über unterschiedliche Stoffwechselmechanismen. Darauf deutet eine Analyse der deutschen „Prediabetes Lifestyle Intervention Study“ (PLIS) hin, die Yiying Wang, Tübingen, auf dem Diabeteskongress 2026 vorgestellt hat (Abstract FV17). Prädiabetes bezeichnet eine Vorstufe...[weiter lesen]

GKV-Spargesetz: Medi startet Protestaktion und ruft zu Praxisschließungen auf

27. Mai 2026 um 16:36
Stuttgart – Zu bundesweiten und ganztägigen Praxisschließungen als Protest gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz haben die fachübergreifenden Ärzteverbände Medi Geno Deutschland und Medi Baden-Württemberg aufgerufen. Am 10. Juni 2026 sollen demnach Praxisschließungen für interne Fortbildungen genutzt werden, hieß es heute. Der aktuelle...[weiter lesen]

Prädiabetes: Mehr als nur die Vorstufe des Typ-2-Diabetes

27. Mai 2026 um 16:30
Berlin – Prädiabetes ist nicht gleich Prädiabetes, auch wenn es sich definitionsgemäß um Blutglukosekonzentrationen kurz vor dem Grenzwert handelt, ab dem ein Typ-2-Diabetes besteht. Während bei manchen Betroffenen ein hohes Risiko für die schnelle Entstehung eines Diabetes und/oder für Folgeerkrankungen vorliegt, entwickeln sich diese bei anderen...[weiter lesen]

Bundesregierung einigt sich auf umstrittene Maßnahmen gegen Cyberangriffe

27. Mai 2026 um 16:15
Berlin – Die Bundesregierung hat sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der Polizei und Bundeskriminalamt (BKA) mehr Rechte bei der Bekämpfung von Cyberangriffen einräumen soll. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt, dass dadurch das ärztliche Zeugnisverweigerungsrecht unterlaufen werden könnte. Es handele sich um einen „Meilenstein der...[weiter lesen]

Langzeit-Opioidtherapie nicht immer leitliniengerecht

27. Mai 2026 um 15:28
Berlin – Dass eine Langzeit-Opioidtherapie nicht immer leitliniengerecht verläuft, hat das Projekt OP-US herausgefunden und die tatsächliche Versorgungssituation in Deutschland untersucht. Da die Ergebnisse vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als relevant eingeschätzt wurden, wurden sie nun gezielt an die Deutsche...[weiter lesen]
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