Empowerment der Selbsthilfe mit ko-kreativem Ansatz und die Effekte auf die Gesundheit und Lebensqualität pflegender Eltern: eine prospektive, longitudinale, sozialmedizinische Multi-Center-Studie
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2935-5299
Pflegende Eltern und Angehörige (pA) von Kindern/Jugendlichen mit erhöhtem
Unterstützungs- oder Pflegebedarf aufgrund von Behinderung oder chronischer
Erkrankung sind stark belastet und haben erhöhte Gesundheitsrisiken. PA
organisieren und unterstützen sich gegenseitig in Selbsthilfegruppen.
Forschungsbedarf besteht im Nachweis von Effekten der Selbsthilfe auf die
selbsteingeschätzte Gesundheit (SG) und die Lebensqualität (LQ).In einer prospektiven, interdisziplinären Interventionsstudie wurde in
Sorgegemeinschaften deutschlandweit (Multi-Center-Ansatz) im Längsschnitt
untersucht, inwiefern die durch ko-kreative Methoden unterstützte
Selbsthilfe Effekte auf die SG und die LQ der pA hat.In der Langzeitbeobachtung konnte eine verbesserte SG, insbesondere bei
alleinerziehenden Eltern, und eine verbesserte LQ bei
Teilzeit-erwerbstätigen pA in der Interventionsgruppe statistisch
nachgewiesen werden.Die Stärkung der Selbsthilfe von pA hat hohe sozialmedizinische und
volkswirtschaftliche Bedeutung. Die Gesundheits-Selbsteinschätzung ist ein
Prädiktor für Morbidität und Mortalität und hängt eng mit der Gesundheit und
gesunden Entwicklung des Kindes zusammen. Ko-kreative Methoden haben in der
Selbsthilfe ein hohes Potential für die Stärkung der pA im Sinne der
Gesundheitsförderung und der Verbesserung der LQ. Angesichts des geringen
Umfangs der verbundenen Stichprobe sind die Ergebnisse vorsichtig zu
interpretieren und sollten durch Folgestudien in größeren Populationen, die
über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, weiter überprüft und ggf.
erhärtet werden.
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