Normale Ansicht

Gestern — 11. Juni 2026Das Gesundheitswesen

Die Lehre im Querschnittsbereich „Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem und Gesundheitswesen“: Stand und Entwicklung an den medizinischen Fakultäten in Deutschland

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2855-0783

der Studie Mit dem Querschnittsbereich Q3 „Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Gesundheitswesen“ sind gesundheitsbezogene Systemkompetenzen curricular in die medizinische Ausbildung integriert. Das Ziel der Studie ist es, einen systematischen Überblick über die organisatorischen Rahmenbedingungen, die inhaltlichen Schwerpunkte und die Methodik der Lehrformate zu gewinnen, sowie einen möglichen Entwicklungsbedarf von Q3 an den medizinischen Fakultäten in Deutschland zu identifizieren.Es wurde eine standardisierte Online-Befragung unter den Lehrverantwortlichen für Q3 an allen medizinischen Fakultäten durchgeführt. Der Fragebogen erfasste Informationen zur institutionellen Verankerung, didaktischen Gestaltung, Evaluation, Materialnutzung und zu Perspektiven der Lehre. Die Auswertung erfolgte deskriptiv sowie inhaltsanalytisch.Die Rückmeldungen von 29 Fakultäten (Rücklaufquote: 73%) zeigen eine deutliche curriculare Heterogenität. Q3 wird am häufigsten im dritten Studienjahr angeboten und überwiegend von sozialmedizinischen Disziplinen verantwortet. Interdisziplinäre Lehrkonzepte sind verbreitet (72%), doch dominiert die Vorlesung als Lehrformat (90%). Aktivierende und praxisnahe Methoden kommen nur vereinzelt zum Einsatz. Die Leistungsüberprüfung erfolgt fast ausschließlich über schriftliche Klausuren; an fünf Fakultäten wird gänzlich auf Prüfungen verzichtet. Der NKLM dient an den meisten Standorten als curriculare Grundlage. Während eine bundesweite Vereinheitlichung mehrheitlich abgelehnt wird, befürworten 76% der Befragten eine fakultätsübergreifende Zusammenarbeit.Die Lehre im Q3 ist methodisch konservativ und strukturell fragmentiert. Trotz vorhandener Reformansätze fehlt ein kohärentes, kompetenzorientiertes Gesamtkonzept. Zur Stärkung der systemischen Gesundheitskompetenz und Anpassung an gesellschaftliche Herausforderungen sind eine curriculare Standardisierung, methodische Diversifizierung, verbindliche Leistungsnachweise und eine überregionale Vernetzung dringend erforderlich.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Zur Historie von Schuleingangsuntersuchungen in Deutschland – Ein quellenbasierter Beitrag von den Anfängen bis zum Bielefelder Übereinkommen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2871-6542

Ziel dieser Studie war die medizinhistorische Analyse der Entstehung der Schuleingangsuntersuchungen (SEU) in Deutschland sowie ihrer Weiterentwicklung bis zur erstmaligen formalen überregionalen Standardisierung in den 1960er-Jahren.Auf der Grundlage einer systematischen Auswertung archivalischer Primärquellen aus Bundes- und Landesarchiven erfolgte eine historisch-kritische Analyse der institutionellen, normativen und administrativen Entwicklung der SEU unter Einbeziehung ausgewählter themenrelevanter Fachpublikationen.In Preußen lassen sich erste Ansätze schulärztlicher Untersuchungen ab 1838 nachweisen. Im Zuge der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht etablierten bis 1871 alle deutschen Bundesstaaten in unterschiedlicher Ausprägung Instrumente der Schulgesundheitsfürsorge, die im weiteren Verlauf fortlaufend formalisiert und an zeitgenössische gesundheitspolitische Leitvorstellungen angepasst wurden. Ursprünglich dienten die SEU vornehmlich militärischen und bevölkerungsmedizinischen Zielsetzungen. Während der Weimarer Republik gewannen sozialkompensatorische und individualmedizinische Aspekte an Bedeutung, bevor die Untersuchungen in der Zeit des Nationalsozialismus rassenideologisch instrumentalisiert wurden. Nach 1945 standen in Westdeutschland zunächst somatische Gesundheitsaspekte im Vordergrund. Die föderale Struktur der Bundesrepublik führte jedoch zu erheblichen regionalen Unterschieden in Inhalt und Durchführung der SEU, wodurch ab Mitte der 1960er-Jahre erste überregionale Harmonisierungsbestrebungen im Rahmen des sogenannten Bielefelder Übereinkommens initiiert wurden.Die Entwicklung der SEU in Deutschland ist als historisch gewachsener, dynamischer Prozess zu verstehen, dessen Zielsetzungen und Funktionen eng an politische, gesellschaftliche und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen gebunden waren.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

„Sollen die sich doch drum kümmern“ – Interviewergebnisse aus Nachversorgerbefragungen im Projekt „ÜberPflege“

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2853-8324

Entlassmanagement und Übergangspflege sind zentrale Schnittstellen im deutschen Gesundheitssystem. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Brüche in der Überleitung von Patient:innen aus dem Krankenhaus in die Nachversorgung. Im Projekt „ÜberPflege – Pflegezentriert gestaltete Übergangspflege im Krankenhaus zur Reduzierung von Nachsorgeengpässen im Anschluss einer stationären Behandlungsbedürftigkeit im Rahmen des Entlassmanagements“– wurden elf leitfadengestützte Interviews mit Vertreter:innen nachsorgender Einrichtungen geführt und inhaltsanalytisch nach Kuckartz ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen deutliche Defizite in Informationsqualität, Kommunikation und sektorenübergreifender Abstimmung. Pflegefachlich relevante Angaben fehlen häufig oder werden verspätet übermittelt, digitale Strukturen sind kaum etabliert. Übergangspflege wird als grundsätzlich sinnvoll bewertet, in der Praxis aber nur begrenzt genutzt. Erfolgreiche Übergänge hängen wesentlich von pflegefachlicher Steuerung und Schnittstellenkompetenz ab. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Pflegefachpersonen verbindlicher in Entlass- und Überleitungsprozesse einzubinden.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Sozialmedizinische Relevanz funktioneller Erholung nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung im Kontext veränderter Rehabilitationsstrukturen in Nordrhein-Westfalen

08. Juni 2026 um 10:30

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2833-7355

Nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung (SAB) haben sich Überleben und motorisch-funktionelles Outcome in den letzten Jahren deutlich verbessert. Gleichzeitig gewinnen kognitive Einschränkungen und sozialmedizinische Folgen zunehmend an Bedeutung. Unter veränderten rehabilitativen Versorgungsstrukturen kommt der neurologischen Frührehabilitation eine zunehmend zentrale Rolle bei frühzeitigen sozialmedizinischen Weichenstellungen zu.Analyse der Diskrepanz zwischen funktioneller Erholung und sozialmedizinischer Teilhabefähigkeit bei Patient:innen nach aneurysmatischer SAB entlang des Rehabilitationsverlaufs von der neurologischen Frührehabilitation bis zur weiterführenden Versorgung.Retrospektive Verlaufsanalyse von Patient:innen nach aneurysmatischer SAB, die in einer neurologischen Frührehabilitation in Nordrhein-Westfalen behandelt wurden. Erfasst wurden funktionelle Parameter (Barthel Index inklusive Frührehabilitationsanteil), neuropsychologische Mitbehandlung, Rehabilitationspfade, Pflegegrade sowie sozialmedizinische Entlassungsempfehlungen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv und wurde durch eine Subgruppenanalyse im erwerbsfähigen Alter (<65 Jahre) ergänzt.Trotz teilweise moderater bis guter motorischer Erholung zeigten sich bei einem relevanten Anteil der Patient:innen persistierende sozialmedizinisch relevante Einschränkungen. Arbeitsunfähigkeitsentlassungen, Pflegegrade sowie fehlende neuropsychologische Anbindung traten auch bei Patient:innen mit günstigen motorischen Funktionsscores auf. Die neurologische Frührehabilitation erwies sich dabei als zentrale Schnittstelle für sozialmedizinische Entscheidungen.Die isolierte Betrachtung funktioneller Scores greift im sozialmedizinischen Kontext zu kurz. Eine multidimensionale Bewertung unter Einbezug kognitiver und rehabilitationsstruktureller Aspekte sollte bereits in der neurologischen Frührehabilitation einschließlich der Rehabilitationsphase B etabliert werden.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Ältere BeiträgeDas Gesundheitswesen

Digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept – oder auch nicht? Experteninterviews zu Verordnung und Selbstantrag von DiGA

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-1191

In Deutschland kommen seit 2020 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) im Rahmen der Behandlung psychischer Erkrankungen zum Einsatz. DiGA können von gesetzlich Versicherten über zwei verschiedene Zugangswege erlangt werden. Entweder können sie durch einen Arzt oder Psychotherapeuten verordnet oder bei gegebener Indikation direkt bei der Krankenkasse beantragt werden. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, die verschiedenen Zugangswege insbesondere hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung genauer zu betrachten.Es wurden leitfadengestützte Interviews mit Experten durchgeführt, um die aktuelle Versorgungssituation mit DiGA im Bereich psychischer Erkrankungen zu untersuchen. Bei den Experten handelte es sich um Vertreter von Patienten, Leistungserbringenden, Krankenkassen und DiGA-Herstellern. Die Interviews wurden online durchgeführt, aufgezeichnet und transkribiert. Die Transkripte wurden mit Hilfe der Software MAXQDA einer qualitativen Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz unterzogen.Es wurden 13 Experteninterviews geführt. Nach inhaltlicher Analyse ergaben sich die drei Hauptthemen: 1) Relevanz der direkten Genehmigung bei der Krankenkasse, 2) Umsetzung der direkten Genehmigung durch die Krankenkassen und 3) Vor- und Nachteile des direkten Zugangs. Während der direkte Zugang über die Krankenkassen quantitativ eher eine untergeordnete Rolle spielt, birgt er auch mögliche Vorteile wie einen niederschwelligen Zugang oder eine größere Patientenautonomie. Nachteile wurden insbesondere in einer Verlagerung der Therapiehoheit von Leistungserbringern auf die Krankenkassen, das Fehlen einer umfassenden Therapieüberwachung, unzureichende Diagnosestellungen ohne oder mit nicht ausreichender Berücksichtigung von Kontraindikationen sowie einem Mehraufwand für die Krankenkassen gesehen.Mit der Möglichkeit zur Beantragung von GKV-finanzierten Leistungen direkt bei den Krankenkassen wurde im deutschen Gesundheitssystem ein neuer Weg eingeschlagen. Während es Argumente für sowie wider den Selbstantrag gibt, ist die aktuelle Umsetzung zu hinterfragen. Durch die Notwendigkeit eines aktuellen Indikationsnachweises sowie gegebenenfalls durch den nötigen Ausschluss von Kontraindikationen müssen Patienten in der Regel den Arzt bzw. Psychotherapeuten ohnehin aufsuchen, was die möglichen Vorteile deutlich einschränkt. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Weg der Verordnung meist mit weniger Problemen verbunden.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Unterstützung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in hausärztlichen Praxen: Eine Mixed-Methods-Evaluation des Modellprojekts ‚KUNOLand‘

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2853-8370

Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist regional ungleich verteilt; insbesondere im ländlichen Raum fehlen fachärztliche Angebote. Im Modellprojekt KUNOLand rotieren Weiterbildungsassistent:innen (WBAs) der Kinder- und Jugendmedizin für sechs Monate aus der Klinik in zwei allgemeinärztliche Praxen im ländlichen Raum Ostbayerns, um die heimatnahe Versorgung zu stärken. Ziel dieser Arbeit ist die formative und summative Evaluation hinsichtlich Machbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit.Die Wirkmechanismen des Modellprojektes wurden anhand eines logischen Modells spezifiziert. Im Evaluationszeitraum (April 2022 bis März 2025) wurden folgende Datenerhebungen durchgeführt: Semi-standardisierte Interviews mit Projektbeteiligten, Dokumentation von Klinik-Kontakten, Praxis-Routinedaten und eine Online-Umfrage bei Eltern. Quantitative Daten wurden deskriptiv ausgewertet, qualitative Daten computergestützt nach Kuckartz (2012) analysiert.Das Konzept ist bei Erfüllung bestimmter Rahmenbedingungen umsetzbar, etwa durch die kontinuierliche Beteiligung der Praxen, Freistellung der WBAs durch die Klinik und strukturierte Einbindung der Rotation in die Weiterbildung. Die ärztliche Tätigkeit der WBAs ließ sich erfolgreich in den Praxisalltag integrieren. Rücksprachen mit der Klinik erfolgten meist telefonisch (Median: 2,5 Kontakte/Monat); die datenschutzkonforme Telemedizin-App wurde kaum genutzt. Die Behandlungszahlen stiegen deutlich, besonders bei jüngeren Kindern, und das Versorgungsspektrum erweiterte sich. Eltern zeigten eine hohe Zufriedenheit, häufig konnte ein weiterer ärztlicher Kontakt vermieden werden. WBAs und Praxispersonal berichteten von einem substanziellen Kompetenzgewinn. Das Projekt trug zur Gewinnung neuer pädiatrischer Patient:innen bei und stärkte die regionale Versorgung.Das Modellprojekt zeigt, dass die strukturierte Einbindung von WBAs in allgemeinärztliche Praxen im ländlichen Raum sowohl Versorgung als auch Weiterbildung stärkt. Die Ergebnisse sprechen für eine gute Übertragbarkeit auf vergleichbare Regionen. Durch die gestärkte Weiterbildung kann das Projekt ein wirksamer Beitrag zur Nachwuchsgewinnung sein.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Befragung von Pflegemitarbeitenden in einer stationären Pflegeeinrichtung – Ergebnisse einer wiederholten Querschnittsstudie und Demonstration eines FHIR-basierten Datenanalyseverfahrens

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2857-8310

Angesichts des Fachkräftemangels in der stationären Langzeitpflege gewinnt ein einrichtungsbezogenes Monitoring arbeitsbezogener Zufriedenheit an Bedeutung, um Entwicklungen systematisch zu beobachten und organisationsbezogene Lernprozesse zu unterstützen. Parallel erfordern Digitalisierungsprozesse praxistaugliche, wiederholbare Auswertungsstrukturen.Ziel der Studie war es, die arbeitsbezogene Zufriedenheit von Pflege- und Betreuungskräften deskriptiv zu erfassen sowie einen standardisierten, FHIR-basierten Daten- und Analyseworkflow zu demonstrieren.Wiederholte Querschnittstudie in einer stationären Pflegeeinrichtung in Bayern (Erhebungswellen Nov–Dez 2023 und Nov–Dez 2024). Die Datenerhebung erfolgte mittels eines standardisierten Fragebogens (Skala 0–5; 0=sehr unzufrieden, 5=sehr zufrieden) über REDCap. Die Daten wurden pseudonymisiert in HL7 FHIR transformiert und deskriptiv ausgewertet.Insgesamt nahmen n=68 Beschäftigte teil (2023: 37/84; 2024: 31/83). Die Mittelwerte lagen in beiden Wellen überwiegend im oberen Skalenbereich. Zwischen 2023 und 2024 zeigten sich überwiegend kleine Veränderungen, u. a. in einzelnen Aspekten der Arbeitsausstattung sowie der Teamkommunikation. Die im Jahr 2024 neu erhobenen Items zu Respekt und Wertschätzung zeigten überwiegend höhere Ausprägungen auf der Skala.In der untersuchten Einrichtung zeigte sich über beide Erhebungszeitpunkte ein hoher Mittelwert über alle Fragen hinweg und eine stabile arbeitsbezogene Zufriedenheit. Ein standardisierter, FHIR-basierter Workflow kann wiederholbare Auswertungen unterstützen und damit ein kontinuierliches Monitoring ermöglichen.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Einschätzung hausärztlich tätiger Ärzt*innen zur Reform der Psychotherapie-Richtlinie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2826-9180

Hausärzt*innen nehmen in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle ein. Sie sind in den überwiegenden Fällen die Eintrittspforte ins System. Häufig koordinieren sie die Weiterleitung in eine psychotherapeutische Behandlung. Entsprechend hat die Reform der Psychotherapie-Richtlinie (2017) mit der Einführung der psychotherapeutischen Sprechstunde als neue Leistung eine direkte Auswirkung auf die Hausärzt*innen. Ziel dieses Artikels ist es, die Einschätzung der Hausärzt*innen zu dieser Reform abzubilden.Im Rahmen des Projekts „Evaluation der Psychotherapie-Richtlinie“ wurde eine standardisierte Querschnittbefragung von 3400 Hausärzt*innen in der vertragsärztlichen Versorgung durchgeführt. Die Auswertung der Befragung erfolgte deskriptiv.Es nahmen 256 Hausärzt*innen an der Befragung teil. 72,7% der Teilnehmenden waren 51 Jahre und älter, 53,8% waren weiblich. Während der Großteil der Hausärzt*innen den Zeitraum bis zu einer psychotherapeutischen Sprechstunde mit 4 Wochen oder länger angibt, sind ebenfalls etwa zwei Drittel der Ansicht, dass bis zum Beginn einer Richtlinientherapie 9 oder mehr Wochen vergehen. Eine Verbesserung der Situation nach der Reform wird nur von einigen gesehen.Aus Sicht der Hausärzt*innen besteht weiterhin Verbesserungspotenzial im Zugang der Patient*innen zur psychotherapeutischen Versorgung. Daneben ist auch die Kommunikation über die Patientenpfade optimierungsfähig, da Hausärzt*innen angeben, nur von etwa einem Viertel der Patient*innen eine Rückmeldung nach der Sprechstunde zu erhalten.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Support factors and barriers in the implementation of an app for refugees in an inpatient psychiatric setting: a qualitative interview studyFörderfaktoren und Barrieren der Implementierung einer App für Geflüchtete im stationär-psychiatrischen Kontext – eine qualitative Interview-Studie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2816-4741

Refugees are a particularly vulnerable target group in healthcare. Innovative digital treatment options offer the opportunity to reduce or even close gaps in care for this particular group. Despite promising evidence, only a few digital interventions have been used in inpatient psychiatric care in Germany to date. The I-REACH project investigated the implementation of „blended care“ (the use of a digital support in addition to face-to-face (F2F) routine care services) in inpatient psychiatric care for refugees. The aim was to describe the factors promoting and hindering implementation from the perspective of professionals in order to support implementation efforts.As part of the I-REACH project, a qualitative survey was conducted to explore support factors and barriers to the implementation of a blended care application (“blended Almamar-App” in combination with face-to-face diagnostics and therapy). Between August and November 2024, 15 guided interviews were conducted with eight healthcare professionals and seven local study coordinators from the participating study centres. The interviews were coded and evaluated using a qualitative content analysis according to Kuckartz.Key promoting factors and barriers were identified deductively and inductively in accordance with the interview guide from the perspective of professionals involved in the project. Technical, patient-related, practitioner-related, organizational, and structural factors were described.In order to integrate digital interventions such as the “blended Almamar-App” into routine care, technical requirements such as existing devices and reliable network connectivity, continuous information and training for users, and structured organization are particularly important. It is advisable to integrate data into existing digital hospital information systems wherever possible and to provide resource-oriented support to practitioners in implementing digital treatment options.Geflüchtete Personen stellen in der Gesundheitsversorgung eine besonders vulnerable Zielgruppe dar. Mit innovativen, digitalen Behandlungsoptionen besteht die Möglichkeit, Versorgungslücken für diese Zielgruppe zu verringern oder gar zu schließen. In der stationär-psychiatrischen Versorgung in Deutschland kommen – trotz vielversprechender Evidenz – bisher nur wenige digitale Interventionen zum Einsatz. Das I-REACH Projekt untersuchte die Umsetzung von „Blended Care“ (Nutzung einer digitalen Unterstützung zusätzlich zu den face-to-face (F2F) Angeboten der Routineversorgung) in der stationär-psychiatrischen Versorgung von Geflüchteten. Förderfaktoren und Barrieren der Implementierung aus Sicht von Fachkräften sollten beschrieben werden, um Implementierungsbemühungen zu fördern.Im Rahmen des I-REACH Projektes wurden anhand einer qualitativen Erhebung Förderfaktoren und Barrieren für die Implementierung einer Blended Care Anwendung („blended Almamar-App“ in Kombination mit persönlich erbrachter Diagnostik und Therapie) exploriert. In der Zeit von August bis November 2024 fanden 15 leitfadengestützte Interviews mit acht in der Krankenversorgung aktiven Fachkräften und sieben lokalen Studienkoordinator*innen aus den teilnehmenden Studienzentren statt. Die Interviews wurden codiert und anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.Deduktiv und induktiv wurden entsprechend des Interviewleitfadens zentrale Förderfaktoren und Barrieren aus Sicht projektbeteiligter Fachkräfte identifiziert. Es wurden technische, patient*innenseitige, behandler*innenseitige, organisatorische und strukturelle Faktoren beschrieben.Um digitale Interventionen wie die „blended Almamar-App“ in die Routineversorgung zu überführen, bedarf es insbesondere technischer Voraussetzungen wie vorhandene Endgeräte und problemlose Netzanbindung, stetiger Information und Schulung der Anwender*innen sowie einer strukturierten Organisation. Es empfiehlt sich, die App-Daten möglichst in vorhandene digitale Klinikinformationssysteme zu integrieren und Behandler*innen in der Umsetzung der digitalen Behandlungsmöglichkeit ressourcenorientiert zu fördern.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Schließungen von Kindertagesstätten und SARS-CoV-2-Ausbreitung: Eine regionale Analyse zu einer Lockdown-Maßnahme

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2822-5812

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) SARS-CoV-2 zur Pandemie. In Ermangelung spezifischer Impfstoffe oder wirksamer antiviraler Therapien standen zunächst nicht-pharmazeutische Interventionen (NPIs), darunter zeitweilige Schließungen von Kindertagesstätten (Kitas), im Vordergrund.Methoden Auf Basis routinemäßig gemeldeter Falldaten des Gesundheitsamtes Landshut wurde der Zeitraum November 2020 bis Februar 2021 analysiert. Die SARS-CoV-2-Inzidenz vor und nach den Kita-Schließungen wurde für Kinder im Alter von 0–5 Jahren sowie für die Gesamtbevölkerung mittels unterbrochener Zeitreihenanalyse (ITSA; Interrupted Time Series Analysis) unter Anwendung eines negativen binomialen Regressionsmodells untersucht.Nach den Kita-Schließungen zeigte sich ein Rückgang der gemeldeten SARS-CoV-2-Fälle sowohl bei Kindern im Alter von 0–5 Jahren (IRR: 0,96; 95%-KI: 0,92–0,99) als auch in der Gesamtbevölkerung (IRR: 0,97; 95%-KI: 0,95–0,98).Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass zeitweilige Kita-Schließungen mit einem Rückgang gemeldeter SARS-CoV-2-Neuinfektionen assoziiert waren und damit die pandemische Infektionsdynamik beeinflusst haben könnten. Gleichzeitig sollten potenzielle psychosoziale Folgen für Kinder in der Bewertung von NPIs berücksichtigt und in die Planung zukünftiger pandemischer Ereignisse ergebnisoffen einbezogen werden.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Patientensteuerung in der ambulanten Primärversorgung – Online-Erhebung unter Medizinern in Primärversorgungseinheiten sowie Physiotherapeuten mit Kassenvertrag in Österreich

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2853-8719

Die ambulante Primärversorgung in Österreich ist gekennzeichnet durch manifestierte Systemintransparenz und bestehende Versorgungsbarrieren entlang der übergreifenden Patientenkarrieren. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Patienten- und Ressourcensteuerung mittels koordinierter Ablauforganisation und integrierter Kooperation zu verbessern. Es stellt sich die Frage: Wie sollte die übergreifende Patientensteuerung in der ambulanten Primärversorgung aus Sicht von involvierten Health Professionals ausgestaltet und weiterentwickelt werden?Hierzu wurde eine Online-Umfrage (11.06.2025 – 20.06.2025) unter Mediziner:innen, die in Primärversorgungseinheiten (PVE) tätig sind (N=123), sowie Physiotherapeut:innen mit einem Kassenvertrag (N=153) durchgeführt. Der Rücklauf und die Rücklaufquote betrugen n=46 sowie rr=16,7% (PVE-Mediziner:innen n=23, rr=18,7%; Physiotherapeut:innen n=23, rr=15,0%).Die priorisierten Zielsetzungen der Patientensteuerung liegen aus Sicht der Health Professionals auf den taktisch-operativen Sachzielen, wie Linderung, Heilung, Prävention, abgestimmter Diagnostik und kontinuierlicher Betreuung. Die PVE-Mediziner:innen gewichten diese übergreifenden Ziele höher als die ebenfalls involvierten Physiotherapeuten, was auf deren Hauptverantwortung für die übergreifende Patientensteuerung hinweist.Hinsichtlich der Bündelung der identifizierten Lösungsansätze und Handlungsfelder einer übergreifenden Patientensteuerung eignet sich die Visualisierung, Analyse und Dialog anhand einer Patient Journey. Dabei lassen sich den wichtigen Handlungsfeldern, wie Prävention, Heimübungsprogramme, Therapietreue sowie Koordination und Kommunikation zwischen Akteuren und Patienten, konkrete Verbesserungspotenziale, wie Zugangsgestaltung, Technologieeinsatz und Organisationsmethoden mittels edukativer Videos, qualitätsorientierter Vergütung, KI-gestützter Therapien sowie multiprofessioneller Qualitätszirkel, zuordnen.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Analyse der Gesundheitsversorgung für kardiologische, pneumologische und geburtshilfliche Erkrankungen in Hessen: Regionale Unterschiede und Erreichbarkeiten

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-8207

Personen mit kardiologischen und pneumologischen Erkrankungen sowie Schwangere sind durch den Klimawandel besonders gesundheitlich gefährdet. Studien zeigen, dass diese Gruppen während Hitzeperioden und bei vermehrter Luftverschmutzung mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunktprojektes „HABITAT“ wird unter anderem untersucht, wie die aktuelle Versorgungsituation in Hessen in diesen Fachbereichen ausgestaltet ist und inwieweit die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung bedarfsgerecht und innerhalb angemessener Fahrzeit erreichbar ist.Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um eine regionale, deskriptive Tertiärdatenanalyse mit räumlicher Erreichbarkeitsanalyse. Anhand von öffentlich zugänglichen Tertiärdaten wurden Prävalenzdaten mit Bevölkerungsdaten (insbesondere Alter und soziale Deprivation) und Erreichbarkeitsdaten verknüpft.Es lassen sich regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen bei der Verteilung der Erkrankten an COPD, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz und KHK erkennen. Auch die Inzidenzen von hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft unterscheiden sich in den Landkreisen. Es zeigt sich, dass besonders in Landkreisen, wie dem Vogelsbergkreis oder Hersfeld-Rotenburg, die durch ein erhöhtes Durchschnittsalter und eine höhere soziale Deprivation gekennzeichnet sind, vermehrt pneumologische und kardiologische Erkrankungen auftreten. In solchen Regionen ist zusätzlich die Dichte an Gesundheitseinrichtungen geringer. Mit Ausnahme weniger Gemeinden im ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sind alle ambulanten Gesundheitseinrichtungen mit dem PKW innerhalb von 30 Minuten erreichbar.Insgesamt kann die Anzahl der Gesundheitseinrichtungen sowie deren PKW-Erreichbarkeit in Hessen als angemessen bezeichnet werden. Angesichts des demografischen Wandels und sozioökonomischer Unterschiede sollte jedoch bedacht werden, dass die PKW-Erreichbarkeit nicht ausreicht, da Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtigt werden, die auf eine ÖPNV-Nutzung angewiesen sind.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

Gesundheitsämter im Krisenmanagement: Lehren aus der Corona-Pandemie

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2833-6148

Der Beitrag berichtet von einer kleinen Studie zum Krisenmanagement der Gesundheitsämter in Deutschland während der Corona-Pandemie. Ein Ziel der Studie war es, die Herausforderungen, Erfolge und die Rolle digitaler Innovationen im Kontext der Pandemie zu analysieren. Hierfür wurden acht leitfadengestützte Interviews mit neun Leitungspersonen und Mitarbeitenden aus verschiedenen Gesundheitsämtern geführt. Zu Beginn der Pandemie stellten vor allem die fehlende Digitalisierung (faxbasierte Meldeprozesse) und knappe Personalressourcen zentrale Herausforderungen dar. Flexibilität und pragmatisches Handeln der Führungskräfte sowie gute Teamarbeit erwiesen sich als wesentliche Faktoren für Effizienz und Resilienz. Auch digitale Tools, oftmals sogar eigenständig entwickelte Anwendungen, trugen wesentlich zum Kontaktpersonenmanagement und effizienteren Meldewesen bei. Für zukünftige Krisen fordern die Befragten einen rechtlichen Rahmen, der den Gesundheitsämtern mehr Agilität bei ihrer Arbeit ermöglicht, sowie eine schneller fortschreitende Digitalisierung mit interoperablen Schnittstellen und einheitlichen Standards. Darüber hinaus empfehlen sie ein strukturiertes Wissensmanagement, einen modularen Werkzeugkasten für Krisenpläne und den Ausbau intersektoraler sowie überregionaler Vernetzungsstrukturen.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  Full text

Healthcare situation before long-term care – A cohort study of AOK-insured individuals aged 60 years and older in GermanyVersorgungssituation im Vorfeld einer Pflegebedürftigkeit – eine Kohortenstudie von AOK-Versicherten ab 60 Jahren in Deutschland

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2776-2382

The number of people in Germany in need of long-term care has increased more sharply in recent years than previously projected. The question of what role healthcare utilization plays in the lead-up to potential long-term care dependency has rarely been addressed to date. The aim of the present study was to describe healthcare utilization over a five-year period preceding the onset of care dependency.This cohort study analyzed routine data from AOK-insured individuals for the period 2016–2021. The data basis consisted of linked routine data from all AOK health and long-term care insurance funds. The sample included AOK insured persons aged 60 and over who received a care degree classification for the first time in 2021. Inpatient hospital stays, general practitioner services, and prescriptions for therapeutic appliances and assistive aids were analyzed for the 20 quarters prior to the onset of care dependency and stratified by age (<80 /≥80 years) and gender.In 2021, 345,945 AOK-insured individuals (58.9% women, mean age 79.7 years) were newly classified with a care degree. In the last quarter before the onset of care dependency, the proportion of people with hospital stays increased significantly, especially for men aged 60–79. The use of general practitioner services remained consistently high – over 90% per quarter – for the cohort aged 80+, while a continuous but lower-level increase was observed among the younger male cohort. The utilization of assistive aids increased over the observation period (14–33%).The results suggest that there is prevention potential particularly among the cohort aged 60–79, which should be more intensively utilized. To this end, more detailed insights into diseases and events that lead to a spike in hospitalizations shortly before the onset of care dependency are needed. Furthermore, research is required into the protective effects of specific therapeutic and assistive aids, and whether they are currently being used appropriately. Finally, the findings point to possible access barriers in health care, which should ideally be explored through a linkage of routine and survey data.Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland ist in den letzten Jahren stärker gestiegen als prognostiziert. Die Frage, welche Rolle das Versorgungsgeschehen in Hinblick auf eine drohende Pflegebedürftigkeit spielt, wurde bisher selten adressiert. Ziel der vorliegenden Studie war, das Versorgungsgeschehen (fünf Jahre retrospektiv) im Vorfeld einer Pflegebedürftigkeit darzustellen.In der Kohortenstudie wurden Abrechnungsdaten von AOK-Versicherten (ab 60 Jahren) im Zeitraum 2016–2021 untersucht. Datengrundlage bilden verknüpfte Routinedaten aller AOK-Kranken- und Pflegekassen, die Stichprobe umfasst Versicherte, die im Jahr 2021 erstmalig einen Pflegegrad erhielten. Krankenhausaufenthalte, hausärztliche Leistungen sowie die Verordnung von Heil- und Hilfsmittel wurden jeweils für die 20 Quartale vor Eintritt in die Pflegebedürftigkeit analysiert und nach Alter (60–79 Jahre/ab 80 Jahre) und Geschlecht stratifiziert.Im Jahr 2021 wurde bei 345 945 AOK-Versicherten (58,9% Frauen, Altersdurchschnitt 79,7 Jahre) erstmalig ein Pflegegrad festgestellt. Im letzten Quartal vor Eintritt in eine Pflegebedürftigkeit nahm der Anteil von Personen mit mindestens einem Krankenhausaufenthalt deutlich zu, insbesondere bei Männern im Alter von 60–79 Jahren. Die mindestens einmalige Inanspruchnahme hausärztlicher Leistungen verlief bei Personen ab 80 Jahren auf einem stetig hohen Niveau von über 90% pro Quartal, während bei den 60–79 jährigen Männern ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten war, allerdings auf einem geringeren Niveau (85–90%). Der Anteil an Hilfsmitteln nahm im Beobachtungszeitraum zu (14–33%).Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass besonders für die Kohorte der 60–79-Jährigen Präventionspotentiale bestehen, die stärker genutzt werden sollten. Hierfür sind zum einen nähere Erkenntnisse zu den Erkrankungen und Ereignissen notwendig, die kurz vor Eintritt in eine Pflegebedürftigkeit zu häufigeren Krankenhausaufenthalten führen. Darüber hinaus besteht Forschungsbedarf zur protektiven Wirkung verschiedener Heil- und Hilfsmittel und zur Frage, ob diese adäquat genutzt werden. Schließlich verweisen die Ergebnisse auf mögliche Zugangsbarrieren in der Versorgung, die idealerweise durch eine Synergie von Routine- und Surveydaten erforscht werden sollten.
[...]

Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

Article in Thieme eJournals:
Table of contents  |  Abstract  |  open access Full text

❌
❌