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Familienbasierte Adipositasprävention – Prozessevaluation einer Motivational Interviewing-Intervention in einem benachteiligten Stadtteil

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2918-7015

Familien spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von kindlichem Übergewicht und Adipositas, da sie ein primäres Setting sind, in dem gesunde Verhaltensweisen erlernt und gefestigt werden. Die Einbindung von Familien, insbesondere solcher, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind, in Präventionsprogramme gestaltet sich jedoch oft als herausfordernd.Evaluation des Umsetzungsprozesses einer familienbasierten Intervention, die auf Motivational Interviewing basiert und darauf abzielt, eine gesunde Gewichtsentwicklung bei Kindern in einem sozial benachteiligten Stadtteil zu fördern.Es wurden Familien mit mindestens einem Kind im Alter von 3 bis 10 Jahren eingeschlossen, von denen mindestens 50% eines oder mehrere der folgenden Kriterien sozialer Benachteiligung erfüllen sollten: (i) Migrationshintergrund, (ii) niedriger Bildungsstand, (iii) soziale Isolation, (iv) Alleinerziehend und (v) finanzielle Schwierigkeiten. Die Prozessevaluation umfasste die Analyse von Haushaltsfragebögen (n=23), Interventionstagebüchern (n=82 Besuche), Feedbackfragebögen (n=14) sowie qualitative Interviews mit dem Interventionspersonal (n=3). Zusätzlich wurden Fokusgruppendiskussionen mit teilnehmenden Eltern (n=10) und relevanten Stakeholdern (n=9) durchgeführt.Insgesamt nahmen 23 Familien mit 33 Kindern an der Intervention teil, von denen 20 Familien von mindestens einem Indikator für soziale Benachteiligung betroffen waren. 19 der 23 Familien schlossen die Maßnahme vollständig ab und berichteten in den Feedbackbögen über eine hohe Zufriedenheit. Der aufsuchende Ansatz wurde aus Sicht des Interventionspersonals und der Familien als wichtige Methode wahrgenommen, um Abbrüche während der Intervention zu minimieren. Stakeholder und Interventionspersonal identifizierten die Erreichbarkeit der Familien und die Überwindung von Sprachbarrieren als wesentliche Herausforderungen.Der aufsuchende Ansatz und die Flexibilität der Intervention wurden von den teilnehmenden Familien und Fachkräften als sehr positiv bewertet. Zukünftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, wie Motivational Interviewing trotz bestehender Sprachbarrieren methodengetreu angewendet werden kann.
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