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Patienten-, Selbsthilfe- und Bevölkerungsbeteiligung in Gremien: ein explorativer Überblick auf Bundesebene

09. September 2026 um 09:06

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2925-3210

Patienten-, Selbsthilfe- und Bevölkerungsbeteiligung ist ein Ansatz, um Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten, Akzeptanz zu erhöhen und bedarfsgerechtere gesundheitspolitische Maßnahmen zu ermöglichen und Vertrauen in Entscheidungen zu stärken. Die WHO empfiehlt eine regelmäßige und sinnvolle Beteiligung. Eine frühere Studie zeigt, dass Gremienbeteiligung eine der häufiger genutzten Beteiligungsmethoden in Österreich ist. Ausgehend von einer Recherche von Gremien des Gesundheitsministeriums wurde untersucht, in welchen Gremien auf Bundesebene und dem nationalen Public-Health-Institut, Vertretungen der organisierten Öffentlichkeit und/der von Anwaltschaften zur Vertretung von Bevölkerungs-gruppen (z. B. Patientinnen/Patienten, Menschen mit Behinderung) sind. Von 105 untersuchten Gremien wurde in 44 Gremien eine Mitgliedschaft von organisierter Öffentlichkeit und/oder Anwaltschaften belegt. Die Frage der sinnvollen Beteiligung kann nicht auf die Beteiligung in einem einzigen Gremium begrenzt werden, sondern ist im Gesamtkontext des jeweiligen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesses zu sehen.
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Health-related quality of life among patients with colorectal und pancreatic cancer: results from a monocentric registry study

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2776-2703

Colorectal and pancreatic cancers impose profound physical, psychological, and social challenges on patients, underscoring the need for comprehensive assessments of their impact on health-related quality of life (HRQoL). This study aimed to evaluate HRQoL levels in colorectal and pancreatic cancer patients, including the comparison to the general population and the assessment of sociodemographic as well as disease- and treatment-related predictors.The analyses are based on data from a clinical registry of the NCT/UCC Dresden. Patients were recruited during consultation hours between August 2020 and December 2024. Baseline quality of life data and routine data from the tumor documentation system were used. The final analytical sample comprised n=417 patients in the colorectal study group and n=193 patients in the pancreatic study group. Multivariable linear regression analyses were calculated, with results presented as regression coefficients (b) and 95% confidence intervals (CI).Colorectal and pancreatic cancer patients exhibited significantly lower HRQoL compared to the general population, with large differences in social function and medium differences in role function and global health. Pancreatic cancer patients reported lower HRQoL across most domains compared to colorectal cancer patients. In the colorectal study group, statutory health insurance (b=–14.10, CI=–22.54; –5.66), living in rural counties with some urbanization (b=–5.34, CI=–10.51; –0.17) and recent chemotherapy (b=–9.10, CI=–16.36; –1.85) predicted worse global health. With regard to pancreatic cancers, residence in rural counties with some urbanization (b=–10.26, CI=–18.93; –1.59) was associated with worse global health, whereas longer time since diagnosis (b=0.06, CI=0.01; 0.12) was associated with better global health.Sociodemographic factors were the most consistent predictors of HRQoL in patients with pancreatic and colorectal cancer. These findings suggest social disparities, particularly for patients in rural areas and those with lower socioeconomic status. Efforts to improve access to healthcare, provide psychosocial support, and manage symptom burden are critical to enhancing the quality of life for these patients.
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Gute Kartographische Praxis im Gesundheitswesen – Kurzfassung der Version 2

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2778-0259

In gesundheitswissenschaftlichen Studien und der Gesundheitsberichterstattung werden zunehmend Karten aufgrund des wachsenden Interesses an regionalen Fragestellungen verwendet. Bei fehlenden methodischen Kenntnissen für die Erstellung von Karten können Probleme bei der Interpretation kartographischer Darstellungen entstehen. Aufgrund dessen wurde von einem Expertenkreis aus Geographie, Kartographie, Epidemiologie und Gesundheitswissenschaften die „Gute Kartographische Praxis im Gesundheitswesen (GKPiG)“ entwickelt und einer ersten Revision unterzogen. Diese dient als Orientierungshilfe zur Erstellung und Interpretation von Karten mit gesundheitlichem Bezug nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Vor der eigentlichen Kartenerstellung erfolgt die Planung der Karte, um die Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Darstellungsform der Karte festzulegen. Diese umfasst die Definition der Zielsetzung, des Mediums und der Zielgruppe. Der weitere Arbeitsprozess gliedert sich in die Arbeitsvorbereitung, die Datenaufbereitung sowie den Erstellungsprozess der Karte, welcher in mehrere Teilaspekte subsummiert ist. Für jede dieser Arbeitsphasen wurden spezifische Empfehlungen zur Umsetzung erarbeitet. Zur Nachvollziehbarkeit der Karte sollten Hinweise zum Verständnis der Karte gegeben werden, um Endnutzer*innen die Interpretation zu erleichtern. Entsprechende Empfehlungen für die Umsetzung wurden ebenfalls formuliert.
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Sprachtherapie und Ergotherapie bei Demenz und leichten kognitiven Beeinträchtigungen: Analyse der Versorgungslage in Deutschland auf Basis von Routinedaten

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-8106

Nicht-medikamentöse Therapien wie Sprachtherapie und Ergotherapie gelten als wichtige Bestandteile der Versorgung von Menschen mit Demenz und leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Daten zur tatsächlichen Nutzung dieser Leistungen in der Regelversorgung fehlen bislang. Ziel dieser Arbeit ist es, die Inanspruchnahme dieser Angebote auf Basis von Routinedaten zu untersuchen.Basierend auf Routinedaten der Forschungsdatenbank des Instituts für angewandte Gesundheitsforschung Berlin (InGef) (2017–2022) wurden unter Berücksichtigung der jährlichen Prävalenz von Demenz/leichten kognitiven Beeinträchtigungen die jährlichen Leistungsdichten von Sprachtherapie und Ergotherapie berechnet und länderspezifisch analysiert. Zudem wurden alle Personen mit Erstdiagnose im Jahr 2017 im Rahmen einer Längsschnittstudie über die folgenden fünf Jahre in Hinblick auf die Inanspruchnahme therapeutischer Leistungen verfolgt.Die 6-Jahres-Prävalenz betrug 5,1%, im Jahresdurchschnitt wurden n=85.496 Personen mit Demenz/leichten kognitiven Störungen identifiziert. Die durchschnittlichen Leistungsdichten lagen bei 2,5% für Sprachtherapie und 7,0% für Ergotherapie. Nordrhein-Westfalen wies die höchste, Bremen die niedrigste Leistungsdichte auf. Im Längsschnitt erhielten 9,4% der Betroffenen (n=13.746) mindestens eine Verordnung. Die Inanspruchnahme sank mit zunehmender Erkrankungsdauer, während die Häufigkeit von Hausbesuchen zunahm.Trotz etablierter Leitlinienempfehlungen werden Sprachtherapie und Ergotherapie bei Personen mit Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigung bundesweit wenig genutzt. Um Versorgungslücken zu schließen, sollten Informationsangebote für beteiligte Akteur/-innen sowie interdisziplinäre Behandlungspfade etabliert und in die Regelversorgung implementiert werden.
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Patient*innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitssystem: Über die (Un)Möglichkeit einer umfassenden Erhebung

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2606-2053

Die Weltgesundheitsversammlung fordert in ihrer Resolution zur sozialen Partizipation Mitgliedstaaten auf, Patient*innen und die Bevölkerung an Entscheidungsprozessen im Gesundheitssystem zu beteiligen. In der Resolution wird ein Monitoring von Beteiligungsprozessen gefordert. Einem solchen Monitoring kommt für Österreich die 2023 durchgeführte Erhebung von Anwendungsbeispielen von Beteiligung im Kontext Gesundheit am nächsten. Der Beitrag fasst Lernerfahrungen der Erhebung zusammen.Die Lernerfahrungen basieren auf der Auswertung von prozessproduzierten Daten einer Fragebogenerhebung zu Anwendungsbeispielen von Patient*innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitssystem im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Österreich. Einbezogene Daten waren Pretest-Ergebnissen, Workshopprotokolle zur Reflexion von Erhebungsinstrument und Ergebnissen sowie Limitationen im Erhebungsbericht. Die Inhalte der einbezogenen Dokumente wurden paraphrasiert und thematisch ausgewertet.Die Reflexionsergebnisse der Fragebogenerhebung zeigen, dass für die Planung und Durchführung einer Erhebung (1) die Zielsetzung der Erhebung u. a. mit Klärung der Zielsetzung und den abzudeckenden Bereichen, (2) die Zielgruppe u. a. mit der Klärung der Zielgruppe und einer an diese angepassten Anforderungen und (3) die Zielgruppenerreichung u. a. Motivatoren, Wortwahl und Disseminationskanäle zentral sind. Die Lernerfahrungen wurden in zehn Leitfragen für die Entwicklung ähnlich gelagerter Erhebungsinstrumente aufbereitet.Eine Erhebung von Anwendungsbeispielen von Beteiligung ist möglich und erlaubt einen Überblick, in welchen Bereichen, welche Gruppen, wie beteiligt werden. Ohne konkrete Vorgaben, woran welche Gruppen beteiligt werden sollen, bleibt die Erhebung explorativ und erlaubt keine Rückschlüsse auf die Repräsentativität. Die Gestaltung der Erhebung steht zudem im Spannungsfeld zwischen Breite (kurzer Fragebogen mit potentiell hohem Rücklauf) und Tiefe (langer Fragebogen mit geringerem Rücklauf). Die vorgestellte Checkliste soll ähnlich gelagerte Erhebungen unterstützen. Ohne einen Orientierungsrahmen, wo Beteiligung stattfinden soll und wer für diese Prozesse als Ansprechperson fungiert, bleiben solche Erhebungen explorativ.
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