Gesundheitsämter im Krisenmanagement: Lehren aus der Corona-Pandemie
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2833-6148
Der Beitrag berichtet von einer kleinen Studie zum Krisenmanagement der
Gesundheitsämter in Deutschland während der Corona-Pandemie. Ein Ziel der Studie
war es, die Herausforderungen, Erfolge und die Rolle digitaler Innovationen im
Kontext der Pandemie zu analysieren. Hierfür wurden acht leitfadengestützte
Interviews mit neun Leitungspersonen und Mitarbeitenden aus verschiedenen
Gesundheitsämtern geführt. Zu Beginn der Pandemie stellten vor allem die
fehlende Digitalisierung (faxbasierte Meldeprozesse) und knappe
Personalressourcen zentrale Herausforderungen dar. Flexibilität und
pragmatisches Handeln der Führungskräfte sowie gute Teamarbeit erwiesen sich als
wesentliche Faktoren für Effizienz und Resilienz. Auch digitale Tools, oftmals
sogar eigenständig entwickelte Anwendungen, trugen wesentlich zum
Kontaktpersonenmanagement und effizienteren Meldewesen bei. Für zukünftige
Krisen fordern die Befragten einen rechtlichen Rahmen, der den Gesundheitsämtern
mehr Agilität bei ihrer Arbeit ermöglicht, sowie eine schneller fortschreitende
Digitalisierung mit interoperablen Schnittstellen und einheitlichen Standards.
Darüber hinaus empfehlen sie ein strukturiertes Wissensmanagement, einen
modularen Werkzeugkasten für Krisenpläne und den Ausbau intersektoraler sowie
überregionaler Vernetzungsstrukturen.
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