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Heute — 28. Mai 2026Das Gesundheitswesen

Analyse der Gesundheitsversorgung für kardiologische, pneumologische und geburtshilfliche Erkrankungen in Hessen: Regionale Unterschiede und Erreichbarkeiten

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2800-8207

Personen mit kardiologischen und pneumologischen Erkrankungen sowie Schwangere sind durch den Klimawandel besonders gesundheitlich gefährdet. Studien zeigen, dass diese Gruppen während Hitzeperioden und bei vermehrter Luftverschmutzung mehr medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunktprojektes „HABITAT“ wird unter anderem untersucht, wie die aktuelle Versorgungsituation in Hessen in diesen Fachbereichen ausgestaltet ist und inwieweit die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung bedarfsgerecht und innerhalb angemessener Fahrzeit erreichbar ist.Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um eine regionale, deskriptive Tertiärdatenanalyse mit räumlicher Erreichbarkeitsanalyse. Anhand von öffentlich zugänglichen Tertiärdaten wurden Prävalenzdaten mit Bevölkerungsdaten (insbesondere Alter und soziale Deprivation) und Erreichbarkeitsdaten verknüpft.Es lassen sich regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen bei der Verteilung der Erkrankten an COPD, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz und KHK erkennen. Auch die Inzidenzen von hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft unterscheiden sich in den Landkreisen. Es zeigt sich, dass besonders in Landkreisen, wie dem Vogelsbergkreis oder Hersfeld-Rotenburg, die durch ein erhöhtes Durchschnittsalter und eine höhere soziale Deprivation gekennzeichnet sind, vermehrt pneumologische und kardiologische Erkrankungen auftreten. In solchen Regionen ist zusätzlich die Dichte an Gesundheitseinrichtungen geringer. Mit Ausnahme weniger Gemeinden im ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sind alle ambulanten Gesundheitseinrichtungen mit dem PKW innerhalb von 30 Minuten erreichbar.Insgesamt kann die Anzahl der Gesundheitseinrichtungen sowie deren PKW-Erreichbarkeit in Hessen als angemessen bezeichnet werden. Angesichts des demografischen Wandels und sozioökonomischer Unterschiede sollte jedoch bedacht werden, dass die PKW-Erreichbarkeit nicht ausreicht, da Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtigt werden, die auf eine ÖPNV-Nutzung angewiesen sind.
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