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Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS): Leitlinien und Empfehlungen, Version 4

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2904-1788

Im Jahr 2005 wurde erstmals eine Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS) vorgelegt. Nach erneuter Revision im Jahr 2025 wird nun die Version 4 vorgelegt. Die Überarbeitung der GPS wurde von der Arbeitsgruppe Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten (AGENS) der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) und der Arbeitsgruppe Validierung und Linkage von Sekundärdaten des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) vorgenommen.Gegenüber der bisherigen Version sind neben inhaltlichen Schärfungen und Aktualisierungen auch Empfehlungen ergänzt worden. Dabei handelt es sich um die Empfehlungen Studienpopulation (Empfehlung 3.3), Auswertestrategie (3.6), Registrierung (3.8), Wechselseitiges Zusammenwirken von Datenanalyse, versorgungsbezogener Expertise und Patient:innenperspektive (5.3), data dictionary (6.8), Zwischenauswertungen (7.3), verteiltes Rechnen (7.4), Dokumentation der Analyseschritte (7.6), Nutzung von gepoolten Daten sowie Analysen von Daten verteilt auf unterschiedliche Orte (8.12), gesetzlicher Rahmen (9.1) und Wissenschaftskommunikation (11.4).Mit der GPS wird ein Standard für die Durchführung von Sekundärdatenanalysen nach wissenschaftlichen Grundsätzen formuliert. Sie ergänzt gezielt andere gute Praxen und Berichtsstandards auf dem Bereich der Epidemiologie und Versorgungsforschung (GEP, Gute Praxis Datenlinkage, Berichtsstandard STROSA). Die GPS versteht sich als Richtschnur bei der Planung, Durchführung und Analyse von Studien auf der Basis von Sekundärdaten, unter Beachtung der aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Konkrete Studienbedingungen und Spezifika bestimmter Daten können es erforderlich machen, begründet von den Empfehlungen der GPS abzuweichen.Die GPS richtet sich an alle Forscher:innen, die sich unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden Sekundärdaten, ihrer Analyse und Interpretation zuwenden. Die GPS fokussiert dabei auf gesundheitsbezogene ("health-related") Daten in Deutschland, also typischerweise versorgungsnahe Daten wie Routinedaten der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung (Sozialdaten), der ambulanten und stationären Versorgungseinrichtungen und Registerdaten.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Testing a model-based approach for planning and regional coordination of hospital service group offerings: A model project in the East Saxony healthcare clusterErprobung eines modellbasierten Ansatzes für die Planung und regionale Abstimmung von Leistungsgruppenangeboten im Krankenhaus: Ein Modellprojekt im Versorgungscluster Ostsachsen

Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2771-8616

The hospital reform passed in 2024 will lead to regional and nationwide changes in the German hospital landscape. A joint project to examine the effects of the hospital reform on health care structures in the East Saxony region was initiated by the Center for Evidence-Based Health Care (ZEGV) at Dresden University Hospital, the regional health care coordinators of the four districts in the East Saxony care cluster and the city of Dresden, a statutory health insurance provider (AOK PLUS), and other regional stakeholders. In addition, the aim was to promote cooperation between the stakeholders for the purpose of future regionally coordinated planning for inpatient care. The project involved the application and validation of a model displaying a hospital’s relevance for stationary care provision (care relevance model), which was developed in cooperation with the GKV-Spitzenverband (National Association of Statutory Health Insurance Funds) and is based on the performance data of German hospitals in accordance with § 21 KHEntgG (Hospital Remuneration Act). Thirty of the 36 hospital locations in the project region agreed to participate in the project. Both in a questionnaire-based self-assessment provided by the clinics and during a joint cluster conference, the tension between the need for cooperation and individual interests became clear. At this point, the care relevance model developed can scientifically support the dialogue between the stakeholders and thus support inpatient planning.Im Zuge der im Jahr 2024 verabschiedeten Krankenhausreform wird es zu regionalen und deutschlandweiten Veränderungen der Krankenhauslandschaft kommen. Vor diesem Hintergrund wurde ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) der Hochschulmedizin Dresden mit den Regionalkoordinator:innen für Gesundheit der vier Landkreise im Versorgungscluster Ostsachsen und der Stadt Dresden, der AOK PLUS und weiteren regionalen Akteuren initiiert, um die Auswirkungen der Krankenhausreform auf die Versorgungsstrukturen in der Region Ostsachsen zu untersuchen. Zudem sollte die Kooperation zwischen den Akteuren zum Zweck einer zukünftigen regional abgestimmten Planung für die stationäre Versorgung gefördert werden. Im Projekt erfolgte die Anwendung und Validierung eines Versorgungsrelevanzmodells, welches in Kooperation mit dem GKV-Spitzenverband entwickelt wurde und auf den Leistungsdaten deutscher Krankenhäuser nach § 21 KHEntgG basiert. Dreißig von 36 Krankenhausstandorten in der Projektregion konnten für eine Teilnahme am Projekt gewonnen werden. Sowohl in einer fragebogengestützten Selbstauskunft der Kliniken als auch im Rahmen der zusammenführenden Clusterkonferenz wurde das Spannungsfeld zwischen Kooperationsnotwendigkeiten und Partikularinteressen deutlich. An dieser Stelle kann das entwickelte Versorgungsrelevanzmodell den Dialog zwischen den Akteuren wissenschaftlich begleiten und so die stationäre Planung unterstützen.
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