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Klimawandel erhöht Investitionsdruck auf Wasserversorger

01. September 2026 um 13:10

Deutschlands Trinkwasserversorgung gilt weiterhin als sicher. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und veränderte Niederschlagsmuster erhöhen den Anpassungsdruck auf die Wasserversorger. Damit die Versorgung auch unter den Bedingungen des Klimawandels zuverlässig bleibt, sind umfangreiche Investitionen in Wassergewinnung, Speicher, Leitungsnetze und weitere Infrastruktur erforderlich.

Hoher Investitionsbedarf trifft auf begrenzte Mittel

Eine aktuelle Umfrage unter den wasserversorgenden Stadtwerken der Thüga-Gruppe, Deutschlands größtem Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger, macht die finanzielle Herausforderung deutlich. 86 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Investitionsbedarf für eine zukunftssichere Wasserversorgung als hoch oder sehr hoch. Zugleich geben 76 Prozent an, dass sich die notwendigen Investitionen mit den derzeitigen Wasserpreisen nicht finanzieren lassen.

Klimaanpassung ist damit nicht allein eine technische Aufgabe. Entscheidend ist auch die Frage, wie sich eine langfristig sichere Wasserversorgung finanzieren lässt.

„Versorgungssicherheit ist nicht zum Nulltarif zu haben“, fasst ein Teilnehmer der Umfrage die Herausforderung zusammen.

Neben den zusätzlichen Anforderungen durch den Klimawandel steigen auch die Kosten für Erhalt, Modernisierung und Ausbau der bestehenden Infrastruktur.

Versorgungssicherheit braucht tragfähige Finanzierung

Aus Sicht der Stadtwerke ist deshalb eine breitere gesellschaftliche Diskussion über den Wert von Trinkwasser notwendig. Dabei müsse deutlich werden, dass eine zuverlässige Wasserversorgung langfristige und erhebliche Investitionen erfordert.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht möglichst hohe Wasserpreise, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Versorgungssicherheit, Investitionsbedarf und Bezahlbarkeit.

Ein weiterer Teilnehmer der Umfrage formuliert es so: „Wir brauchen eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu angemessenen und transparenten Preisen.“

Auch beim Umgang mit Trinkwasser sehen die Befragten Handlungsbedarf: „Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Es sollte primär auch nur für diesen Zweck verwendet werden!“

Zugleich sollten zusätzliche Kosten, die durch Verschmutzungen und einen erhöhten Reinigungsaufwand entstehen, nicht von der Allgemeinheit getragen werden. Die Wasserversorgung müsse künftig stärker in größeren Strukturen gedacht werden. Zudem sollten die Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen nach dem Verursacherprinzip getragen werden.

Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Wasserversorgern könnte zusätzlich dazu beitragen, Know-how zu bündeln, effizienter zu arbeiten und Investitionen gemeinsam umzusetzen. Die bestehende Finanzierungslücke lässt sich dadurch allein jedoch nicht schließen.

Investitionen müssen frühzeitig angestoßen werden

Für die Wasserversorger ist deshalb entscheidend, die Anpassung an den Klimawandel nicht erst dann voranzutreiben, wenn dessen Auswirkungen unmittelbar spürbar werden. Wassergewinnungsanlagen, Speicher und Leitungsnetze haben lange Planungs- und Nutzungszeiträume. Investitionsentscheidungen müssen entsprechend frühzeitig getroffen werden.

„Die deutsche Wasserversorgung ist eine der zuverlässigsten der Welt. Das bleibt sie nur, wenn wir jetzt investieren. In Anbetracht des Klimawandels wird nicht die Frage sein, ‚ob‘ wir investieren, sondern ob wir es rechtzeitig tun“, sagt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Thüga.


Quelle: Thüga AG

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Sportverein plant Schutz vor Hitze und Starkregen

31. August 2026 um 07:40

Ein Gründach für den Zuschauerbereich, Sonnenschutz am Vereinsheim, eine Regenwasserzisterne, wasserdurchlässige Flächen und eine begrünte Fassade bilden die fünf zentralen Bausteine eines neuen Klimaanpassungskonzepts für den FSV Cappel. Entwickelt wurde es vom Öko-Institut gemeinsam mit dem Fußballverein, dem Architekturbüro Atelier Spitzner und der Lean FM GmbH. Gefördert wurde das Projekt über die Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Der FSV Cappel zählt mehr als 550 Mitglieder. Rund 400 davon sind aktive Spielerinnen, darunter etwa 300 Kinder und Jugendliche. Auch Seniorinnen halten sich regelmäßig auf dem Vereinsgelände auf. Gerade Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen können durch zunehmende Hitze, intensive UV-Strahlung und mangelnden Witterungsschutz besonders belastet werden.

„Unser Klimaanpassungskonzept verbindet wissenschaftliche Analysen mit den Erfahrungen der Menschen, die die Anlage täglich nutzen“, sagt Stefanie Degreif, Projektleiterin am Öko-Institut. „Gemeinsam konnten wir Maßnahmen entwickeln und bewerten, die gezielt auf die Situation beim FSV Cappel zugeschnitten sind.“

Versiegelte Flächen verstärken die Belastung

Die Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Hitze und starke Sonneneinstrahlung Probleme auf der Sportanlage verursachen. Wenige Schattenplätze, versiegelte Asphaltflächen und ein fehlender außenliegender Sonnenschutz begünstigen die Aufheizung des Vereinsheims und seiner Umgebung. Besonders deutlich wird dies auf dem Kunstrasenplatz: Bei einer Lufttemperatur von rund 35 Grad Celsius kann sich dessen Oberfläche auf bis zu 55 Grad Celsius erwärmen. Hinzu kommt das Risiko durch Starkregen. Da große Teile des Geländes versiegelt sind, kann Niederschlagswasser nur begrenzt versickern. Überflutete oder nasse Bereiche können den Trainings- und Spielbetrieb beeinträchtigen. Gleichzeitig fehlen teilweise geschützte Bereiche, in die sich Menschen bei schlechtem Wetter zurückziehen können.

„Das Vereinsgelände ist ein Treffpunkt für viele unterschiedliche Menschen. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich Kinder, Aktive, ältere Mitglieder und Zuschauer*innen auch bei zunehmender Hitze oder Starkregen sicher dort aufhalten können“, sagt Reiner Muth vom FSV Cappel. „Das Konzept gibt uns eine konkrete Grundlage, um die Anlage Schritt für Schritt klimaangepasster zu gestalten.“

Aus 40 Ideen werden fünf konkrete Vorhaben

Insgesamt sammelte das Projektteam 40 mögliche Ansätze, um das Sportgelände widerstandsfähiger gegenüber den Folgen von Extremwetter zu machen. In einem mehrstufigen Auswahlprozess wurden daraus fünf bauliche Maßnahmen priorisiert und anschließend einer umfassenden Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.

Gründach über dem Zuschauerbereich: Eine Holzkonstruktion mit begrüntem Retentionsdach soll die barrierefreien Rollstuhl- und Begleitplätze künftig vor Sonne, Hitze und Niederschlag schützen. Gleichzeitig kann das Dach Regenwasser zurückhalten, durch Verdunstung zur Kühlung beitragen und zusätzliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen.

Sonnenschutz am Vereinsheim: An der südwestlichen Fensterfront sollen regelbare außenliegende Sonnenschutzsysteme den Wärmeeintrag und die Blendwirkung reduzieren. Für den Gastraum und den Außenverkauf sind jeweils an die Nutzung angepasste Lösungen vorgesehen.

Regenwasserzisterne: Niederschlagswasser soll gesammelt und anschließend zur Bewässerung der Kinderarena genutzt werden. Damit lässt sich der Trinkwasserverbrauch reduzieren. Gleichzeitig verbleibt mehr Regenwasser auf dem Gelände und kann über die Rasenflächen versickern, anstatt direkt in die Kanalisation abgeleitet zu werden.

Teilentsiegelung des Eingangsbereichs: Die vorhandene Asphaltfläche soll einem wasserdurchlässigen Pflasterbelag weichen. Dabei müssen sowohl die Barrierefreiheit als auch die Befahrbarkeit für Rettungsfahrzeuge erhalten bleiben. Wenn möglich, sollen gebrauchte Pflastersteine wiederverwendet werden.

Begrünung der Südfassade: Kletterpflanzen und Rankhilfen sollen die stark der Sonne ausgesetzte Fassade verschatten. Neben einer kühlenden Wirkung auf das Gebäudeumfeld kann die Begrünung die Artenvielfalt fördern und zur Verbesserung der Luftqualität beitragen. Ein Pflege-, Bewässerungs- und Kontrollkonzept soll die Wirkung langfristig sichern.

Mitglieder bringen Erfahrungen aus dem Vereinsalltag ein

Bei der Erarbeitung des Konzepts wurden die Menschen, die das Gelände regelmäßig nutzen, frühzeitig einbezogen. An einer Befragung nahmen 155 Vereinsmitglieder und Besucher*innen verschiedener Altersgruppen und mit unterschiedlichen Funktionen im Verein teil.

In einem Workshop im Februar 2026 diskutierten Vertreterinnen verschiedener Vereinsgruppen die möglichen Anpassungsmaßnahmen und legten gemeinsam Prioritäten fest. Die fünf ausgewählten Vorhaben verbinden damit wissenschaftliche und bauliche Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen der Nutzerinnen.

Mit dem Klimawandel nehmen Hitzeperioden, Dürren und Starkregenereignisse in Deutschland zu. Die Folgen betreffen nicht nur Vereinsgebäude und Sportflächen, sondern auch Sportlerinnen, Zuschauerinnen, Betreuungspersonen und weitere Menschen, die sich dort aufhalten. Maßnahmen zur Klimaanpassung sollen daher sowohl die Infrastruktur als auch die Gesundheit der Nutzer*innen schützen.

Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Marburg

Mit seinem Klimaanpassungskonzept orientiert sich der FSV Cappel an den entsprechenden Zielen der Stadt Marburg und will einen konkreten Beitrag zu einer klimaresilienten Stadtentwicklung leisten. Dazu arbeitet der Verein mit den zuständigen Fachbereichen der Stadt zusammen, um die geplante Weiterentwicklung des Sportgeländes mit den kommunalen Klimazielen abzustimmen.


Originalpublikation: Klimaanpassungskonzept für den Fußballverein FSV 1926 Cappel e.V. in Marburg | oeko.de

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Wasserversorgung unter wachsendem Anpassungsdruck

27. August 2026 um 12:21

Niedrigwasser, trockene Böden, Waldbrände und regionale Einschränkungen bei der Wassernutzung prägen den Sommer 2026. Dennoch erweist sich die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland insgesamt weiterhin als stabil. Das geht aus dem Klimaresilienz-Index Wasser hervor, den der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches zum zweiten Mal erhoben hat.

Mit 48 von 100 Punkten liegt der Index geringfügig unter dem Vorjahreswert von 49 Punkten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wasserversorgungsunternehmen die aktuellen Belastungen weiterhin zuverlässig bewältigen. Gleichzeitig bleibt der Druck hoch, die Systeme an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

DVGW-Vorstand Wasser Dr. Wolf Merkel erklärt: „Die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland ist leistungsfähig und resilient. Der Klimaresilienz-Index 2026 zeigt aber auch, dass wir heute die Voraussetzungen schaffen müssen, um die Versorgungssicherheit auch unter künftig verschärften Klimabedingungen dauerhaft zu gewährleisten.“

Klimaanpassung als langfristige Aufgabe

Wie sich Wasserversorger auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen, zeigt unter anderem das Beispiel Düsseldorf. Dr. Verena Svensson, Leiterin Wasserversorgung der Stadtwerke Düsseldorf, betont: „Die Wasserversorgung klimaresilient aufzustellen, ist eine Daueraufgabe und keine Modeerscheinung. Dazu führen die Stadtwerke Düsseldorf regelmäßig Analysen durch, wie zum Beispiel Szenario basierte Prognosen des zukünftigen Wasserbedarfs und Auswirkungen von Niedrigwasserständen auf die Gewinnungsanlagen. Jüngstes Beispiel für den Ausbau der Infrastruktur ist der Bau eines neuen Trinkwasserspeichers, um auch bei höheren Bedarfsspitzen langfristig die Versorgungssicherheit für Düsseldorf und die Region zu garantieren.“

Insgesamt erreicht der Klimaresilienz-Index 48 Punkte und bewegt sich damit weiterhin im mittleren Bereich. Vergleichsweise positiv werden die Robustheit der Wasserversorgung mit 59 Punkten und der Anpassungsgrad mit 53 Punkten bewertet. Schwächer schneiden dagegen die Handlungsfähigkeit mit 43 Punkten, der rechtliche Rahmen mit 40 Punkten sowie die Zukunftsperspektive mit 46 Punkten ab.

 

Quelle:DVGW

Spitzenbedarfe und Investitionen nehmen zu

Die Wasserversorgungsunternehmen beobachten zunehmend höhere Spitzenwasserbedarfe und eine stärkere Beanspruchung ihrer Systemressourcen. Das Wassermengen- und Engpassmanagement wird aktuell zwar noch positiv eingeschätzt, für die kommenden Jahre erwarten die Unternehmen jedoch eine Verschlechterung. Gleichzeitig gewinnt das Monitoring von Veränderungen des Wasserdargebots an Bedeutung. Zu den weiteren Faktoren, die die Verwundbarkeit der Versorgung erhöhen können, gehören der steigende Investitionsbedarf für Klimaanpassungsmaßnahmen sowie die langfristige Sicherung der Trinkwasserressourcen.

Vor allem größere Wasserversorger sehen sich beim Erhalt und bei der Anpassung ihrer Infrastruktur unter zunehmendem Druck. Als größtes strukturelles Risiko bewerten die befragten Unternehmen den Fachkräftemangel.

Genehmigungsverfahren bremsen Infrastrukturprojekte

Verbesserungsbedarf sehen die Versorger zudem bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere langwierige Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren gelten als wesentliches Hindernis für eine schnelle Anpassung der Infrastruktur.

Wolf Merkel fordert deshalb: „Klimaanpassung in der Wasserversorgung braucht mehr Tempo. Wer zusätzliche Wassergewinnungskapazitäten, Speicher, Verbundsysteme oder Aufbereitungsanlagen schaffen will, benötigt verlässliche und vor allem schnellere Genehmigungsprozesse mit deutlich weniger Bürokratie. Das sind zentrale Voraussetzungen für mehr Klimaresilienz.”

Als weitere zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen den Rückgang des natürlichen Wasserdargebots, den notwendigen Ausbau der Infrastruktur, steigende Spitzenbedarfe und Finanzierungsfragen. Hinzu kommen bürokratische Hürden und die Notwendigkeit, regionale Versorgungssysteme stärker miteinander zu vernetzen.

Merkel appelliert: „Die öffentliche Wasserversorgung ist heute resilient. Damit sie es auch morgen bleibt, müssen mehr Investitionen getätigt, Trinkwasserressourcen besser geschützt, Fachkräfte gesichert und regulatorische Hemmnisse konsequent abgebaut werden. Klimaanpassung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie muss jetzt höchste Priorität erhalten.“

227 Wasserversorger befragt

Der Klimaresilienz-Index Wasser ist als Wiederholungsbefragung konzipiert. Für die Erhebung 2026 wurden 227 Führungskräfte deutscher Trinkwasserversorgungsunternehmen online befragt.

Die Auswertung beruht auf 50 Indikatoren aus den fünf Themenfeldern Robustheit, Anpassungsgrad, Handlungsfähigkeit, rechtlicher Rahmen und Zukunftsperspektive. Um die Struktur der deutschen Wasserversorgung möglichst realitätsnah abzubilden, wurden die Ergebnisse nach der jeweiligen Wasserabgabe der Unternehmen gewichtet.


Quelle:DVGW

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Studie zeigt Zusammenhang zwischen Wasserknappheit und Weizenpreisen

26. August 2026 um 12:12

Eine Dürre in einer einzelnen Agrarregion kann bereits erhebliche Ernteausfälle verursachen. Treffen starke Dürren jedoch mehrere der weltweit wichtigsten Weizenanbaugebiete gleichzeitig oder in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren, können die Folgen weit über die betroffenen Regionen hinausreichen. Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, wie sich solche Ereignisse auf die globalen Weizenpreise auswirken.

Dafür kombinierten die Forschenden Klimabeobachtungen, Daten zu weltweiten Anbaugebieten und Rohstoffpreisen mit Simulationen verschiedener Klimamodelle. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß starker Wasserknappheit in Weizenanbaugebieten und dem globalen Weizenpreis. Mit fortschreitender Erderwärmung könnte dieser Effekt weiter zunehmen.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Miroslav Trnka vom Global Change Research Institute (CzechGlobe) der Tschechischen Akademie der Wissenschaften geleitet. Beteiligt waren außerdem Prof. Dr. Jan Esper vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Prof. Dr. Max Torbenson, der inzwischen von der JGU an die Texas A&M University in den USA gewechselt ist. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Earth’s Future“ veröffentlicht.

Weizen reagiert besonders stark auf Wassermangel

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand Weizen, der für die weltweite Ernährung eine zentrale Rolle spielt. Er wird global auf einer größeren Fläche angebaut als Reis oder Mais, liefert einen erheblichen Anteil der aufgenommenen Kalorien und Proteine und gehört zu den international am stärksten gehandelten Agrarprodukten. Gleichzeitig liegen viele Weizenanbaugebiete in Regionen mit begrenzter Wasserverfügbarkeit.

Während frühere Untersuchungen zu den Folgen des Klimawandels für Nahrungsmittelpreise häufig langfristige Veränderungen der durchschnittlichen Ernteerträge betrachteten, wählte das Forschungsteam einen anderen Ansatz. Untersucht wurde, ob sich globale Getreidepreise mit dem räumlichen Ausmaß von Wasserknappheit während der Wachstumsphase der Pflanzen in Verbindung bringen lassen. Dazu entwickelten die Forschenden einen weltweit anwendbaren und auf die jeweilige Nutzpflanze zugeschnittenen Indikator für starke Wasserknappheit, die sogenannte „Severe Water Scarcity“ (SWS). Berücksichtigt werden sowohl kurzfristige als auch länger anhaltende Dürren. Im Fokus stehen die vier Monate vor der Ernte, in denen die Pflanzen besonders empfindlich auf Wassermangel reagieren.

Anschließend ermittelten die Forschenden, wie stark die Anbauflächen von Weizen, Mais und Reis von solchen Ereignissen betroffen waren, und verglichen die Ergebnisse mit den jeweiligen globalen Rohstoffpreisen. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich beim Weizen.

Hauptanbaugebiete von Reis, Mais und Weizen mit Hervorhebung der 10 wichtigsten Exportländer. Die Ringdiagramme zeigen die Anteile der drei wichtigsten Kulturpflanzen an der globalen Ackerfläche, der Kalorienversorgung und am Handel mit Agrarerzeugnissen. Abb./©: Trnka et al., Earth’s Future 14 (2026), e2025EF006095, CC BY 4.0

 

Wasserknappheit beeinflusst Weizenpreise deutlich

Ein Modell, das ausschließlich das Ausmaß starker Wasserknappheit berücksichtigt, konnte 74 Prozent der jährlichen Schwankungen der globalen Weizenpreise zwischen 2000 und 2021 erklären. Die Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 waren nicht in die Entwicklung des Modells eingeflossen. Dennoch konnte es auch für diesen von starken Verwerfungen auf den Weltmärkten geprägten Zeitraum die Größenordnung und Entwicklung der Weizenpreise grundsätzlich abbilden.

Bei Mais lassen sich demnach bis zu 40 Prozent der Preisschwankungen mit starker Wasserknappheit in Verbindung bringen. Für Reis stellten die Forschenden dagegen keinen vergleichbaren Zusammenhang fest.

Klimamodelle erwarten weiteren Preisanstieg

Für den Blick in die Zukunft wertete das Forschungsteam Simulationen von insgesamt 31 globalen Klimamodellen aus. Sie zeigen eine klare Tendenz: Mit zunehmender Erderwärmung nimmt starke Wasserknappheit in den Weizenanbaugebieten zu. Gleichzeitig steigen die auf Grundlage des Modells geschätzten Weizenpreise.

Bei einer globalen Erwärmung um 2 Grad Celsius gegenüber dem Referenzzeitraum 1951 bis 1980 ergibt das Modell einen durchschnittlichen Weizenpreis von rund 273 US-Dollar pro Tonne. Bei einer Erwärmung um 3 Grad Celsius steigt der geschätzte Preis auf 364 US-Dollar pro Tonne. Das entspricht etwa dem Dreifachen des inflationsbereinigten globalen Weizenpreises im Jahr 2010.

Dürren wirken sich über Anbauregionen hinaus aus

Die Entwicklung der Weizenpreise hängt allerdings nicht allein von Dürren ab. Auch Energie- und Düngemittelkosten, Lagerbestände, Wechselkurse, handelspolitische Entscheidungen, Markterwartungen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sowie geopolitische Konflikte beeinflussen die internationalen Agrarmärkte.

Die Studie macht jedoch ein klimabedingtes Signal sichtbar, das bislang nur schwer zu erfassen und zu quantifizieren war: Großräumige Wasserknappheit in mehreren wichtigen Produktionsregionen kann sich über die internationalen Märkte auf den weltweiten Weizenpreis auswirken. Das ist insbesondere mit Blick auf die globale Ernährungssicherheit relevant. Weizen ist für einen großen Teil der Weltbevölkerung ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sind mehrere bedeutende Produktionsregionen gleichzeitig oder kurz nacheinander von schweren Dürren betroffen, können die Folgen deshalb auch Länder und Haushalte treffen, die Tausende Kilometer von den eigentlichen Anbaugebieten entfernt liegen.

Die Forschenden plädieren daher dafür, bei künftigen Bewertungen der globalen Ernährungssicherheit nicht nur langfristige Veränderungen durchschnittlicher Ernteerträge zu betrachten. Auch großräumige, wiederkehrende und geografisch miteinander verbundene Ereignisse extremer Wasserknappheit, die mehrere wichtige Produktionsregionen gleichzeitig oder kurz nacheinander treffen, sollten stärker berücksichtigt werden.


Originalpublikation: Climate‐Induced Severe Water Scarcity Events as Harbingers of Global Wheat Price – Trnka – 2026 – Earth’s Future – Wiley Online Library

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Pilotanlage zur vierten Reinigungsstufe startet Praxistest in Ahrensburg

26. August 2026 um 08:01

Spurenstoffe aus Waschmitteln, Schmerzmitteln und anderen Alltagsprodukten gelangen täglich ins Abwasser und können von herkömmlichen Kläranlagen nur bedingt zurückgehalten werden. Die Pilotanlage zur vierten Reinigungsstufe der TH Lübeck ist nun erstmals ausgerückt. Ihr vorübergehender Standort: Ahrensburg. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden vor Ort soll in den kommenden Monaten untersucht werden, welches Verfahren sich für den Einsatz eignen könnte. Dabei treffen Forschung, Lehre und praktische Anwendung unmittelbar aufeinander.

Auf dem Gelände der Kläranlage in Reinfeld befindet sich die Versuchs- und Ausbildungskläranlage der Technischen Hochschule Lübeck. Direkt vor der Halle, in der Forschung und Lehre täglich Hand in Hand gehen, standen seit einigen Monaten rote und blaue Container. Vier von ihnen sind nun mithilfe eines Krans, zweier Lkw und eines Anhängers umgezogen. Gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein hat die TH Lübeck ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums gestartet. In den Containern befinden sich Pilotanlagen, mit denen unterschiedliche Verfahren der sogenannten vierten Reinigungsstufe untersucht werden.

Neue Anforderungen an die Spurenstoffelimination

Spurenstoffe stellen kommunale Kläranlagen zunehmend vor große Herausforderungen. Aufgrund der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) werden bestimmte Kläranlagen dazu verpflichtet, eine zusätzliche Reinigungsstufe einzubauen. Darunter fallen beispielsweise Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten sowie Anlagen ab 10.000 Einwohnerwerten in sensiblen Gebieten.

Letzteres ist auch der Grund dafür, dass die Pilotanlagen nun nach Ahrensburg transportiert wurden. Die Aue, in die das gereinigte Abwasser der Kläranlage eingeleitet wird, weist eine hohe Konzentration von Spurenstoffen auf. Eine Begründung liege darin, dass vor Ort ein hoher Abwasseranteil bestehe und daher nur wenig Verdünnung mit vorhandenem Flusswasser stattfinde, erklärt Sabrina Schwarz vom Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (LfU).

 

In dem grauen Turm befindet sich eine Filtrationsanlage. Foto: TH Lübeck.

Pilotanlagen erstmals unter Praxisbedingungen

Der Einsatz der Pilotanlagen könnte Aufschluss darüber geben, ob und welches Verfahren sich in Ahrensburg eignet, um die Werte der Aue zu verbessern.

Die mobile Forschungseinrichtung schaute sich auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt am Montag, dem 10. August 2026, genauer an, denn: „Sauberes Wasser ist die wichtigste Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Er ergänzt: „Die Verbesserung der größeren Klärwerke durch eine vierte Reinigungsstufe ist wichtig und dringlich, aber auch herausfordernd in der Umsetzung. Deshalb bauen wir seit diesem Jahr ein landeseigenes Spurenstoffzentrum auf. Mit dem Einsatz von Pilotanlagen sollen Verfahren wissenschaftlich begleitet getestet werden. Hier, an der Kläranlage Ahrensburg, kommen diese nun das erste Mal unter Praxisbedingungen zum Einsatz.“

Vor Ort stehen nun drei Container und ein Turm. Der kleinste blaue Container dient als Analysecontainer. Hier befindet sich die Mess- und Regeltechnik für die Anlagen. „Wir richten hier quasi ein kleines Labor ein“, sagt Jascha Hödl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes an der TH Lübeck.

In dem kleineren roten Container befindet sich die sogenannte Ozonungsanlage. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel und wird in der Abwasserwirtschaft zur Elimination von Mikroschadstoffen wie Arzneimittelrückständen, Hormonen oder Pestiziden eingesetzt. Dabei bricht Ozon die molekularen Strukturen organischer Stoffe auf und macht sie auf diese Weise unschädlich oder biologisch abbaubar.

Aktivkohle als zweite Verfahrensoption

In dem grauen Turm befindet sich eine Filtrationsanlage mit granulierter Aktivkohle. Anders als bei der Ozonung werden die Spurenstoffe hier absorbiert. Aufgrund der extrem großen spezifischen Oberfläche der Kohle können sich die Spurenstoffe an deren Struktur ablagern.

Im größten Container befindet sich quasi das Verteilerzentrum. Durch ein Netz aus Pumpen wird das gereinigte Abwasser der Kläranlage in die beiden Pilotanlagen geleitet, um eine tatsächliche vierte Reinigungsstufe aufzubauen. Da es sich aktuell noch um eine Testphase handelt, wird das Abwasser nach der erneuten Reinigung nicht in die Aue geleitet, sondern zurück in den Kreislauf des Klärwerks. Im Fokus stehen zunächst die im Versuch gewonnenen Messwerte.

„Wir haben vorab bereits Untersuchungen durchgeführt“, erklärt Hödl. „Wir haben den Zu- und Ablauf beprobt und geschaut, was die Anlage bereits herausfiltert.“

Auf dieser Grundlage wurde entschieden, mit welchen Methoden vor Ort weitere Untersuchungen stattfinden sollen. Beide Verfahren können sowohl einzeln als auch in einer Reihenschaltung eingesetzt werden. Welche Empfehlungen die Forschenden am Ende geben können, soll sich voraussichtlich im Frühjahr 2027 zeigen. Bis dahin sollen die Container in Ahrensburg bleiben.

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Nachruf Dipl.-Ing. Hartmut Schwieger verstorben

25. August 2026 um 12:36

Die Landesgütegemeinschaft Erhaltung von Bauwerken Hessen-Thüringen e.V. (LGGHuT) trauert um ihren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hartmut Schwieger, der am 25. Mai plötzlich verstorben ist. Mit ihm verlieren die LGGHuT und die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. einen erfahrenen Bautechnik-Experten und langjährigen Kollegen.

Langjähriges Engagement für die Bauwerkserhaltung

Hartmut Schwieger studierte von 1990 bis 1996 Bauingenieurwesen an der TU Braunschweig. Nach beruflichen Stationen im technischen Vertrieb und beim Bundesverband Kalksandsteinindustrie in Hannover war er seit dem 1. August 2010 beim Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. als Leiter der Abteilung Bautechnik tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf der Qualitätssicherung und der Erhaltung von Bauwerken. Als Geschäftsführer der LGGHuT setzte er sich für verlässliche technische Standards und die Weiterentwicklung der Bauwerksprüfung ein.

Besonders wichtig waren ihm die Qualifizierung und Zertifizierung der Aus- und Fortbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Bauwerksprüfung. Auch das jährliche Fachsymposium der LGGHuT in Bad Nauheim prägte er maßgeblich mit. Unter dem Leitthema „Bauwerke instand setzen – heute und morgen“ beschäftigt sich die Veranstaltung mit aktuellen Entwicklungen, neuen Materialien und digitalen Methoden. Darüber hinaus engagierte sich Schwieger im Beirat des VFIB für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung in der Bauwerksprüfung.

 

Quelle: Familie Schwieger/Landesgütegemeinschaft Erhaltung von Bauwerken Hessen – Thüringen e.V. (LGGHuT e.V.)

Fachlich versiert und persönlich geschätzt

Kolleginnen und Kollegen schätzten Hartmut Schwieger für seine große Fachkenntnis, seine Verlässlichkeit und seine sorgfältige Arbeitsweise. Technische Fragestellungen analysierte er gründlich und mit Blick auf die praktischen Folgen von Entscheidungen. Seine Einschätzungen basierten auf umfassendem Wissen und langjähriger Erfahrung. Auch persönlich galt er mit seiner ruhigen, besonnenen Art und seinem trockenen Humor als geschätzter Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der LGGHuT.

Mit Hartmut Schwieger verlieren die LGGHuT und die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. einen engagierten Fachmann, der die Bauwerkserhaltung über viele Jahre mitgestaltet hat. Seine fachliche Expertise und sein Einsatz für die Branche werden in Erinnerung bleiben.

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Raus aus dem Abwasser, zurück in den Kreislauf: Pilotanlage gewinnt Ammoniak

17. August 2026 um 07:15

Eine Pilotanlage im Klärwerk Steinhäule in Neu-Ulm soll Ammonium aus Abwasser entfernen und den enthaltenen Stickstoff zurückgewinnen. Das Verfahren haben Forschende des Instituts für Chemieingenieurwesen der Universität Ulm gemeinsam mit dem Zweckverband Klärwerk Steinhäule (ZVK) entwickelt. Seit Mai 2026 wird die Anlage unter Praxisbedingungen getestet.

Ammonium aus Abwasser für die weitere Nutzung zurückgewinnen

Hintergrund des Projekts sind steigende Anforderungen an die Entfernung von Stickstoff und Phosphor aus kommunalen Abwässern. Nach Angaben der Projektpartner verpflichtet die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie die Kommunen ab August 2027 dazu, in ihren Kläranlagen deutlich mehr Stickstoff und Phosphor zu entfernen als bislang.

Ein Teil des Stickstoffs liegt im Abwasser als Ammonium vor. Zu hohe Einträge von Stickstoff und Phosphor können zur Eutrophierung von Gewässern beitragen. Ammonium ist zudem für Fische giftig. Die Projektgruppe unter Leitung von Professor Thomas Grützner verfolgt deshalb einen Ansatz, der die Entfernung des Stickstoffs mit seiner Rückgewinnung verbindet.

„Der ZVK hat großes Interesse am Einsatz zukunftsfähiger Technologien in allen Bereichen des Klärwerks, insbesondere an solchen, die auf Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft abzielen“, sagt Jonathan Fuchs, Abteilungsleiter Betrieb und Labor beim Zweckverband Klärwerk Steinhäule über die Kooperation mit der Uni Ulm.

Die Testanlage im Neu-Ulmer Klärwerk Steinhäule entfernt Ammoniak aus Klärschlamm. Dafür wird Wasserdampf in den Sumpf einer Stripping-Kolonne geleitet. (Christine Liebhardt / Uni Ulm)

Dampfstrippung trennt Ammoniak vom Zentratwasser

Technische Grundlage der Pilotanlage ist die Dampfstrippung. Bei diesem thermischen Trennverfahren nimmt Wasserdampf eine leicht flüchtige Komponente aus einer Flüssigkeit auf. Die Anlage behandelt sogenanntes Zentratwasser, das bei der Klärschlammentwässerung entsteht und stark mit Ammonium belastet ist.

Das Zentrat aus dem Faulschlamm wird in einer Kolonne im Gegenstrom zum aufsteigenden Dampf geführt. Dabei erwärmt der Wasserdampf das Zentrat auf Siedebedingungen. Das ursprünglich gebundene Ammonium geht als Ammoniak in die Gasphase über und wird mit dem Dampf nach oben aus der Anlage transportiert.

Am unteren Ende der Kolonne verlässt das gereinigte Zentrat die Anlage. Es enthält nur noch geringe Mengen Ammonium, die anschließend im biologischen Klärprozess entfernt werden. Den oben austretenden Dampf mit dem enthaltenen Ammoniak kondensiert die Anlage.

Kondensat wird zu Ammoniakwasser aufkonzentriert

Ein Teil des Kondensats gelangt zurück in die Kolonne. Dadurch lässt sich der Ammoniumgehalt im Kondensat erhöhen. Der übrige Anteil kann bei Bedarf in einem zusätzlichen Verfahrensschritt weiter aufkonzentriert werden. Als Produkt entsteht konzentriertes Ammoniakwasser.

Für diesen Stoff sehen die Forschenden weitere Anwendungsmöglichkeiten.

„Ammoniakwasser kann zum Beispiel eingesetzt werden, um CO2 aus industriellen Abgasen zu entfernen“, erläutert Grützner.

Damit zielt das Verfahren nicht allein auf eine weitergehende Stickstoffelimination in der Abwasserreinigung. Der im Prozesswasser enthaltene Stickstoff soll zugleich als nutzbarer Stoff zurückgewonnen werden.

Pilotbetrieb soll Daten für die Hochskalierung liefern

Die Pilotanlage wurde gemeinsam mit Spezialisten für thermische Trenntechnik der Iludest GmbH entworfen. An den vorausgegangenen Arbeiten der Projektgruppe waren neben Professor Grützner auch Chiara Lukas, Lorraine Arzner und Yannick Waibel beteiligt.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unseren kommunalen Partner bei Entwicklung und Bau dieser Pilotanlage unterstützen und so einen deutlichen Mehrwert für unsere Region generieren können“, freut sich Professor Thomas Grützner.

Der mehrmonatige Betrieb im Klärwerk Steinhäule dient nun dazu, das entwickelte Verfahren unter Praxisbedingungen zu testen. Auf dieser Grundlage soll geprüft werden, wie sich der Prozess später in den industriellen Maßstab hochskalieren lässt.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Grützner
Universität Ulm, Institut für Chemieingenieurwesen
thomas.gruetzner@uni-ulm.de

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Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze

14. August 2026 um 08:12

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland sieht in der geplanten EEG-Novelle 2027 Risiken für kleine Wasserkraftprojekte und damit auch für die Wasserwirtschaft. Nach Angaben des Verbands sollen neue Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 25 Kilowatt künftig keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Bestehende Anlagen wären von dieser Regelung nicht betroffen.

Wasserwirtschaft: Querbauwerke vor Rückbau prüfen

Der Verband verbindet seine Kritik an der geplanten EEG-Regelung mit der Diskussion über bestehende Querbauwerke. Gerade während trockener Perioden könnten Wasserkraftwerke und andere Querbauwerke nach seiner Einschätzung dazu beitragen, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten. Deshalb fordert er erneut ein Moratorium gegen den Abriss solcher Bauwerke.

Vor einem Rückbau sollten die energetischen, gewässerökologischen und denkmalpflegerischen Potenziale eines Standorts unabhängig untersucht werden. Bestehende Staustufen könnten nach Auffassung des Verbands saniert und teilweise gleichzeitig zur Erzeugung erneuerbaren Stroms genutzt werden. Bei einer Reaktivierung seien zudem Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung möglich.

„Es ist widersinnig, bestehende Querbauwerke mit öffentlichen Mitteln abzureißen und gleichzeitig privaten Investoren die wirtschaftliche Grundlage dafür zu entziehen, genau diese Standorte zu sanieren und für die Energiewende nutzbar zu machen“, sagt Martin Richter, Präsident des Wasserkraftverbandes Mitteldeutschland. „Wir sollten Wasser in der Landschaft halten, bestehende Infrastruktur sinnvoll weiterentwickeln und dort erneuerbaren Strom erzeugen, wo dies ökologisch verträglich möglich ist. Das verbindet Gewässerschutz, Klimaschutz und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld.“

25-kW-Grenze könnte Reaktivierung kleiner Standorte erschweren

Nach Darstellung des Wasserkraftverbands betrifft die geplante 25-kW-Grenze neue Anlagen. Dazu zählt der Verband auch Projekte, bei denen bislang ungenutzte oder stillgelegte Staustufen erstmals oder erneut für die Stromerzeugung erschlossen werden. Gerade kleinere Querbauwerke könnten in eine Leistungsklasse unterhalb von 25 kW fallen.

Ohne eine verlässliche EEG-Vergütung würde sich nach Einschätzung des Verbands die wirtschaftliche Grundlage solcher Projekte verschlechtern. Das könne Investitionen in Turbinen, die ökologische Durchgängigkeit und die Sanierung wasserbaulicher Infrastruktur beeinflussen.

„Die 25-Kilowatt-Grenze verhindert im schlimmsten Fall genau die Projekte, die wir eigentlich brauchen“, so Richter. „Eine vorhandene Staustufe könnte erhalten und saniert werden, sie könnte zum Wasserrückhalt beitragen und gleichzeitig zuverlässig erneuerbaren Strom erzeugen. Wenn die EEG-Novelle solchen Projekten die wirtschaftliche Perspektive nimmt, ist weder der Energiewende noch unseren Gewässern geholfen.“

Verband fordert Prüfung ökologischer und energetischer Nutzung

Der Wasserkraftverband leitet daraus zwei Forderungen ab. Vor dem Rückbau bestehender Querbauwerke soll grundsätzlich geprüft werden, ob eine ökologische und energetische Weiternutzung möglich ist. Außerdem fordert der Verband, die vorgesehene 25-kW-Grenze für neue Wasserkraftanlagen aus dem EEG-Entwurf zu streichen.

Als rechtlichen Bezug nennt der Verband § 2 EEG. Danach liegen Errichtung und Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. In seiner Pressemitteilung fordert der Verband, diesen Stellenwert auch beim Umgang mit vorhandener wasserbaulicher Infrastruktur zu berücksichtigen.

Wasserrückhalt und Gewässerschutz im Blick

Für die Wasserwirtschaft berührt die Debatte mehrere Ziele gleichzeitig: den Umgang mit bestehenden Querbauwerken, den Wasserrückhalt, die ökologische Entwicklung von Gewässern und die Nutzung vorhandener Infrastruktur zur Energieerzeugung. Der Wasserkraftverband spricht sich dafür aus, diese Aspekte standortbezogen zu prüfen, anstatt Querbauwerke grundsätzlich zurückzubauen.

Als Beispiel verweist der Verband auf das Walkmühlenwehr in Bautzen. Dort hatte er bereits argumentiert, eine energetische Nutzung sei nach seiner Einschätzung zu einem Bruchteil der für den Rückbau vorgesehenen öffentlichen Mittel möglich gewesen. Konkrete Vergleichszahlen nennt die aktuelle Pressemitteilung dazu nicht.


Quelle: Wasserkraftverband Mitteldeutschland e.V.

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Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst

14. August 2026 um 07:15

Die Phosphorbelastung im Arendsee bleibt trotz der vorerst gestoppten Restaurierung ein Problem. Ende Juli hat der Altmarkkreis Salzwedel die Genehmigung für das Restaurierungskonzept versagt. Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen sind sowohl eine Verminderung der Nährstoffeinträge von außen als auch eine Reduzierung des bereits im See vorhandenen Phosphors erforderlich.

Phosphorbelastung im Arendsee seit Jahrzehnten zu hoch

Die Nährstoffkonzentrationen im Arendsee sind seit Jahrzehnten erhöht. Zu den Folgen zählen Sauerstoffmangel, Algenmassenentwicklungen, das Verschwinden der Unterwasservegetation, Fischsterben und Badeverbote. Das Land Sachsen-Anhalt unternimmt deshalb seit 2010 finanzielle und organisatorische Anstrengungen, um die Ursachen der Belastung zu ermitteln und eine Restaurierungsstrategie zu entwickeln.

Fachleute aus verschiedenen Bereichen der Wasserwirtschaft haben dazu in einer Projektarbeitsgruppe mögliche Maßnahmen diskutiert und priorisiert. Nach ihrer Einschätzung erfordert ein langfristiger Erfolg die Kombination zweier Ansätze: Die Nährstoffeinträge von außen müssen vermindert und der bereits im See vorhandene Phosphor reduziert werden.

Grundwasser transportiert Phosphor aus dem Siedlungsbereich

Die Suche nach den Quellen der Nährstoffbelastung führte zu Ergebnissen, die ursprüngliche Annahmen widerlegten.

IGB-Forscher Dr. Jörg Lewandowski erklärt: „Bevor wir mit unseren Untersuchungen begonnen haben, war man davon überzeugt, dass entweder Nährstoffe aus der Landwirtschaft oder nordische Gänse für die zu hohe Nährstoffbelastung verantwortlich sind.“

Nach den Untersuchungen gelangt etwa die Hälfte des Phosphors über das Grundwasser aus dem Siedlungsbereich der Stadt in den Arendsee. Der Eintrag ist menschengemacht. Die ehemalige Abwasserverrieselung und das ehemalige Düngemittellager im Bahnhofsbereich konnten als Ursachen ausgeschlossen werden.

Als mögliche Quellen kommen nicht ordnungsgemäß zurückgebaute Sickergruben, eine übermäßige Düngung in Privatgärten sowie undichte private oder öffentliche Kanalisation infrage.

Lewandowski erläutert: „Wir konnten im Grundwasser neben Phosphor auch Chemikalien wie Süßstoffe und Arzneimittelrückstände nachweisen. Die können eigentlich nur aus undichter Abwasserkanalisation stammen.“

Sanierung und Restaurierung müssen nicht gleichzeitig erfolgen

Eine alleinige Reduzierung der Einträge über das Grundwasser würde nach Einschätzung der Wissenschaftler erst langfristig Wirkung zeigen. Ursache ist die Wassererneuerungszeit des Arendsees von mehr als 50 Jahren.

IGB-Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Hupfer, der seit drei Jahrzehnten am Arendsee forscht, sagt: „Beschränkt man sich nur darauf, die Einträge über das Grundwasser zu reduzieren, würde es nach Abschluss der Maßnahmen mehrere Jahrzehnte dauern, bis der See wieder natürliche Nährstoffkonzentrationen erreicht. Grund dafür ist die lange Wassererneuerungszeit des Sees von mehr als 50 Jahren. Wenn der Phosphor mit einer Fällung schlagartig verringert wird, gewinnt man wertvolle Zeit für die Planung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen.“

Die Untere Wasserbehörde des Altmarkkreises Salzwedel macht die Genehmigungsfähigkeit der Fällung unter anderem davon abhängig, dass gleichzeitig die Ursachen der Belastung bekämpft werden. Ein entsprechendes Konzept liege bislang nicht vor.

Hupfer hält eine zeitgleiche Umsetzung jedoch nicht für erforderlich: „Unsere Berechnungen haben gezeigt, dass Sanierung und Restaurierung erforderlich sind, aber nicht zwingend gleichzeitig erfolgen müssen“. Sollten die Phosphoreinträge über das Grundwasser dauerhaft bestehen bleiben, müsste die Fällung nach den Berechnungen ähnlich wie beim Barleber See nach 20 bis 30 Jahren wiederholt werden.

Ökologische Risiken auch ohne Phosphorfällung

Nach Einschätzung der Wissenschaftler birgt auch ein Verzicht auf Maßnahmen Risiken für den Arendsee.

Lewandowski kritisiert: „Die Argumentation des Altmarkkreises, dass ein Einsatz von Fällmittel ein unkalkulierbares Risiko für das Ökosystem darstelle, ist nicht nachvollziehbar, denn wir haben es hier mit einer erprobten Technik zu tun. Die Versagung der Fällung berücksichtigt nicht, dass auch ein Verzicht auf Maßnahmen erhebliche ökologische Risiken für den See birgt“.

Die Sauerstoffsituation im Tiefenwasser ist seit Jahren kritisch. Mit dem Klimawandel werden nach den Angaben Massenentwicklungen von Algen häufiger auftreten, während sich der Lebensraum für Organismen mit Sauerstoffbedarf weiter verkleinert. Betroffen ist auch die Kleine Maräne. Ihr Bestand kann derzeit nur durch Besatz aufrechterhalten werden, da eine natürliche Fortpflanzung wegen des Sauerstoffmangels unter heutigen Bedingungen kaum möglich ist.

Phosphorreduktion als Teil der Klimaanpassung

Wissenschaftliche Untersuchungen an zahlreichen deutschen Seen zeigen nach Angaben des IGB, dass Seen mit niedrigeren Phosphorkonzentrationen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels sind. Hupfer fasst die Ergebnisse zusammen: „Die beste Methode um Seen auf weiteren Klimawandel vorzubereiten, ist die Senkung der Phosphorkonzentration“.

Phosphorfällungen werden seit fünf Jahrzehnten weltweit in Seen eingesetzt. Bei fachgerechter Anwendung lassen sich nach den Angaben ökologische Risiken minimieren. Das Fällprodukt soll dauerhaft im Sediment verbleiben und dort weiteren Phosphor binden.

Eine spätere Rücklösung des Phosphors erwarten die Wissenschaftler für den Arendsee nicht.

Lewandowski erklärt: „Der Arendsee ist ein tiefer See mit steil abfallenden Ufern, bei dem Wind die Fällprodukte nicht aufwirbeln kann. Deshalb spielen Rücklösungsprozesse hier keine Rolle.“

Auch die Größe des Sees steht demnach einer Fällung nicht entgegen, wenn die Dosierung entsprechend angepasst wird.

Mehr als 25 Tonnen Phosphor im Arendsee

Die Menge des im See gesammelten Phosphors beträgt mehr als 25 Tonnen. Eine seeinterne Fällung wäre auch mit anderen Fällmitteln als Polyaluminiumchlorid möglich. Als Alternative werden externe Reinigungsanlagen genannt, bei denen ebenfalls Fällmittel eingesetzt werden. Das behandelte Wasser könnte anschließend in den See zurückgeführt werden.

Die frühere Tiefenwasserableitung war nach Einschätzung Hupfers dagegen nicht erfolgreich: „Die frühere Tiefenwasserableitung hat nicht funktioniert, weil die Wasseraufenthaltszeit im See sehr lang ist und damit die entnehmbare Wasser- und Nährstoffmenge viel zu klein ist, als dass man einen Erfolg erzielen könnte“.

Technische Optionen für die Phosphoreinträge aus dem Grundwasser

Zur Verringerung der Phosphoreinträge aus dem Grundwasser werden neben der Suche nach den Quellen und deren Sanierung sogenannte End-of-Pipe-Technologien als Möglichkeit genannt. Dabei würden die Phosphorkonzentrationen unmittelbar an den Zutrittsstellen im Uferbereich des Arendsees gesenkt.

Eine Option wären Grundwasserentnahmebrunnen entlang der betroffenen Uferabschnitte. Durch die entstehenden Absenkungstrichter soll verhindert werden, dass anströmendes Grundwasser unmittelbar in den See gelangt. Das geförderte Wasser müsste anschließend technisch in einer Phosphor-Eliminationsanlage oder naturbasiert in großflächigen Pflanzenkläranlagen behandelt und danach in den Arendsee eingeleitet werden.

Als weitere technische Möglichkeit werden durchlässige aktive Barrieren genannt, mit denen Phosphor an besonders betroffenen Uferabschnitten entfernt werden könnte.

Hupfer sieht weiterhin Handlungsbedarf: „Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen vor Ort und die zuständigen Fachbehörden den Ernst der Lage erkennen. Nichtstun und Verhindern sind keine Alternative, wenn der Arendsee als Perle der Altmark wieder in neuem Glanz erstrahlen soll“.


Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

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Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung

13. August 2026 um 09:49

Die Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) erneuert im Zentrum von Bigge rund 530 Meter einer Trinkwasserleitung. Die bestehende Hauptleitung stammt in weiten Teilen aus den 1950er Jahren und hat nach Angaben des Versorgers ihr technisches Nutzungsalter erreicht. Mit der Sanierung wird zugleich der Leitungsquerschnitt von 300 auf 150 Millimeter reduziert. Damit soll insbesondere das Stagnationsrisiko im Trinkwassernetz verringert werden.

Trinkwasserleitung aus den 1950er Jahren wird ersetzt

Die Arbeiten betreffen den Bereich Bigger Platz, Josef-Rüther-Straße und Stehestraße. Am Bigger Platz laufen die Bauarbeiten bereits seit einigen Wochen. Rund die Hälfte des Projekts ist nach Angaben der HSW abgeschlossen. Anschließend werden die Arbeiten im Bereich der Josef-Rüther- und Stehestraße fortgesetzt.

„Die Arbeiten gehen gut voran“, erläutert Dipl.-Ing. Philipp Hegener, Bereichsleiter Trinkwasserversorgung der HSW.

Neben dem Alter der vorhandenen Leitung nennt der Versorger defekte Armaturen als Grund für die Erneuerung. Diese erschweren den Betrieb. Zudem ist die bestehende Graugussleitung mit einem Querschnitt von 300 Millimetern für den heutigen Bedarf deutlich zu groß dimensioniert.

Kleinerer Querschnitt soll Stagnationsrisiko reduzieren

„Wahrscheinlich hat man in früheren Jahrzehnten mit stark steigenden Verbräuchen oder auch einem erheblichen Bevölkerungswachstum gerechnet“, vermutet Hegener.

Die neue Trinkwasserleitung besteht aus duktilem Gussrohr und weist einen Querschnitt von 150 Millimetern auf. Die Anpassung der Dimensionierung ist insbesondere unter hygienischen Gesichtspunkten relevant: Ein dem tatsächlichen Bedarf entsprechender Leitungsquerschnitt soll das Risiko längerer Stagnationszeiten reduzieren.

„Das bietet Vorteile vor allem für die Trinkwasserhygiene, aber auch für die Wirtschaftlichkeit“, erklärt Hegener.

Offene Bauweise und Einzug in bestehende Leitung

Der überwiegende Teil des neuen duktilen Gussrohres wird in offener Bauweise verlegt. Auf einem 65 Meter langen Teilabschnitt nutzt HSW dagegen die vorhandene Leitung: Dort wird das neue Rohr in die bisherige Leitung eingezogen. Im Zuge der Arbeiten werden außerdem zwölf Hausanschlüsse erneuert oder saniert.

Hauptleitung versorgt weite Teile des östlichen Bigge

Die sanierte Hauptleitung übernimmt eine zentrale Funktion in der örtlichen Trinkwasserversorgung. Vom Hochbehälter Hagen wird das Trinkwasser zunächst in Richtung Ruhrufer geführt. Von dort zweigt die Hauptleitung nach Osten ab und versorgt weite Teile des östlichen Bereichs von Bigge.

Für die Erneuerung der rund 530 Meter langen Hauptleitung investiert die Hochsauerlandwasser GmbH nach eigenen Angaben rund 280.000 Euro.


Quelle: Hochsauerlandwasser

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Digitale Lösungen stärken die Hochwasservorsorge bei Starkregen

10. August 2026 um 14:41

Die Wasserwirtschaft steht angesichts zunehmender Hochwasser- und Starkregenereignisse vor wachsenden Herausforderungen. Während der Hochwasserschutz an großen Flüssen in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde, rücken lokale Starkregenereignisse, kleinere Gewässer und oberflächliche Abflusswege verstärkt in den Fokus. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersucht, welchen Beitrag digitale Technologien zur kommunalen Hochwasservorsorge leisten können.

Digitale Technologien unterstützen die Wasserwirtschaft bei der Hochwasservorsorge

Die Untersuchung beschreibt digitale Werkzeuge entlang des gesamten Vorsorgezyklus – von der Risikoanalyse über die Planung geeigneter Schutzmaßnahmen bis hin zur Warnung der Bevölkerung. Sensoren erfassen Pegel- und Niederschlagsdaten in Echtzeit, während Datenplattformen Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. Urbane Digitale Zwillinge ermöglichen darüber hinaus die Simulation von Überflutungsszenarien und zeigen auf, welche Straßen, Gebäude oder kritischen Infrastrukturen bei Starkregen besonders gefährdet sind.

Auf dieser Grundlage können Kommunen Risiken fundierter bewerten, Maßnahmen zielgerichteter planen und Einsatzkräfte im Ereignisfall besser unterstützen.

(Copyright: BBSR; Foto: Juan Manuel Sanchez on Unsplash)

Praxisbeispiele aus den Modellprojekten Smart Cities

Die Studie stellt fünf Anwendungsbeispiele aus den Modellprojekten Smart Cities vor. Berlin und Dresden nutzen digitale Modelle, um Starkregenabflüsse zu analysieren und blau-grüne Infrastruktur wie Retentionsräume, Parks und Versickerungsflächen gezielt zu planen.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm verbessern zusätzliche Sensoren die Datengrundlage an kleineren Fließgewässern. Darauf aufbauend entsteht ein KI-gestütztes Frühwarnsystem für Hochwasserereignisse.

Solingen setzt Umweltsensoren und digitale Kommunikationswege ein, um die Bevölkerung bei Extremwetterlagen schneller zu informieren. Der Landkreis Hof nutzt einen Digitalen Zwilling zur Visualisierung von Hochwasserrisiken und bündelt Daten, Analysen und Fachwissen in einer zentralen Beratungsstelle für seine kreisangehörigen Kommunen.

Digitale Anwendungen ergänzen klassische Schutzmaßnahmen

Nach den Ergebnissen der Studie ersetzen digitale Technologien weder technische Hochwasserschutzanlagen noch Rückhalteräume oder eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Sie ergänzen bestehende Maßnahmen, indem sie Risiken frühzeitig sichtbar machen, Entscheidungsgrundlagen verbessern und Warnprozesse beschleunigen.

Voraussetzung für ihren erfolgreichen Einsatz sind verlässliche Daten, klar definierte Zuständigkeiten sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und weiteren Fachdisziplinen. Ebenso wichtig ist die langfristige Integration digitaler Anwendungen in kommunale Arbeitsabläufe sowie der Aufbau entsprechender Fachkompetenzen.


Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

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Wasserkraftzuflüsse im Alpenraum nahe historischem Tiefstand

07. August 2026 um 07:15

Die Wasserwirtschaft im Alpenraum ist derzeit von außergewöhnlich geringen Wasserzuflüssen geprägt. Nach einer Analyse des Energieinformationsanbieters Montel lagen die Zuflüsse zu Speicherseen und Laufwasserkraftwerken in Österreich und der Schweiz im Juli rund 50 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch für die kommenden Wochen erwarten die Analysten aufgrund der anhaltenden Trockenperiode keine grundlegende Verbesserung.

Historisch geringe Zuflüsse beeinträchtigen die Wasserkrafterzeugung

Die niedrigen Zuflüsse wirken sich unmittelbar auf die Stromerzeugung aus Wasserkraft aus. In Österreich erreichte die Wasserkraftproduktion im Juli lediglich 51 Prozent des 15-Jahres-Durchschnitts. In der Schweiz lag sie bei 48 Prozent des Normalwerts, in Deutschland bei 63 Prozent und in Frankreich bei 68 Prozent.

Nach Einschätzung von Eylert Ellefsen, Senior Hydrology Analyst bei Montel, ist frühestens im September mit einer Verbesserung zu rechnen. Die Wetterprognosen für die kommenden zwei Wochen deuteten weiterhin auf eine trockene Witterung hin.

Versorger melden außergewöhnlich schwache Wasserführung

Der österreichische Energieversorger Verbund bezeichnete die aktuelle Situation als das schlechteste Wasserkraftjahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Vorstandsvorsitzender Michael Strugl erklärte, dem Unternehmen fehle rund ein Drittel der Wassermenge, die unter normalen Bedingungen durch die Wasserkraftwerke fließen würde. Aufgrund der schwachen Zuflüsse senkte Verbund seine Prognose für die Wasserkrafterzeugung im Gesamtjahr um 12 Prozent.

Auch andere Betreiber berichten über unterdurchschnittliche Erzeugungswerte. Tiwag lag mit seinem Wasserkraftwerkspark im ersten Halbjahr 17 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Schweizer Energieversorger Alpiq meldete für seine Laufwasserkraftwerke eine um 15 Prozent geringere Stromproduktion als üblich.

Anhaltende Trockenheit belastet das europäische Energiesystem

Nach Angaben mehrerer Wasserkraftbetreiber ist kurzfristig nicht mit einer deutlichen Verbesserung der hydrologischen Situation zu rechnen. Gleichzeitig weisen die Unternehmen darauf hin, dass Speicherkraftwerke künftig eine wichtige Rolle beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Stromsystem spielen werden.

Die anhaltende Hitze- und Trockenperiode belastet darüber hinaus weitere Bereiche der europäischen Energieversorgung. Betroffen sind unter anderem Kernkraftwerke in Frankreich und Ungarn, während gleichzeitig der Strombedarf für Kühlung steigt.


Quelle: Montel

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Wasserbewusste Stadtentwicklung braucht langfristige Finanzierung

06. August 2026 um 08:24

Klimaanpassung steht nach Angaben der Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ angesichts von Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen zunehmend im Fokus. Das Netzwerk fordert, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91a des Grundgesetzes zu verankern. Ziel ist eine langfristig gesicherte Finanzierung von Präventions-, Anpassungs- und Investitionsmaßnahmen durch Bund, Länder und Kommunen.

Klimaanpassung und wasserbewusste Stadtentwicklung

Nach Angaben der Allianz belasten Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen die Menschen in Städten und Gemeinden zunehmend. Grün-blaue Infrastrukturen mit Grün- und Wasserflächen sowie entsiegelten Bereichen tragen nach Darstellung des Netzwerks dazu bei, Städte auch bei zunehmender Hitze funktionsfähig zu halten. Sie schützen die Gesundheit der Bevölkerung, sichern die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten, senken Folgekosten und erhöhen die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte.

Langfristige Finanzierung gefordert

Nach Angaben der Allianz ist der klimaangepasste und wasserbewusste Umbau von Städten und Gemeinden notwendig und mit Kosten verbunden. Während wasserwirtschaftliche Anlagen über Gebühren finanziert werden, hängen Klimaanpassungsmaßnahmen wie das Anlegen und Unterhalten von Stadtgrün von der allgemeinen kommunalen Haushaltslage ab. Die Allianz fordert deshalb eine langfristig gesicherte Finanzierung. Kurzfristige Förderprogramme und zeitlich begrenzte Mittelbereitstellungen seien dafür nicht ausreichend.

Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung

Die Allianz fordert, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91a des Grundgesetzes zu verankern. Nach ihrer Auffassung würde dies Bund, Ländern und Kommunen ermöglichen, dauerhaft gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Klimaanpassung rechtlich abgesichert, strategisch abgestimmt und langfristig finanziert umzusetzen.

Allianz für wasserbewusste Stadtentwicklung

Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ ist ein von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) initiiertes und koordiniertes Netzwerk von Verbänden und Institutionen verschiedener Fachdisziplinen. Sie setzt sich für eine bundesweite Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung ein und fördert die Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumentwicklung, Straßenplanung, Wissenschaft, Praxis und Entscheidungsträgern.

Zur gwf WA-Ausgabe 6 mit Schwerpunkt „Schwammstadt“ Weitere Informationen zur wasserbewussten Stadt

Quelle: DVGW

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Cyberangriffe auf Wasserwerke: FBI und EPA warnen vor Angriffen auf OT-Systeme

05. August 2026 um 07:15

Cyberangriffe auf Wasserwerke nehmen nach Einschätzung US-amerikanischer Sicherheitsbehörden zu. Das Federal Bureau of Investigation (FBI) und die US-Umweltbehörde EPA warnen gemeinsam mit weiteren Behörden vor Angriffen auf internetseitig erreichbare Steuerungen in Wasser- und Abwasseranlagen. Die Angriffe hätten in mehreren Fällen bereits zu betrieblichen Beeinträchtigungen geführt.

FBI und EPA warnen vor Angriffen auf SPS-Systeme

Das FBI schreibt in einer aktuellen Sicherheitswarnung, dass Angreifer gezielt internetseitig erreichbare speicherprogrammierbare Steuerungen (Programmable Logic Controllers, PLC) in kritischen Infrastrukturen angreifen. Betroffen seien insbesondere Wasser- und Abwasseranlagen, deren Automatisierungssysteme direkt aus dem Internet erreichbar sind. Nach Angaben der Behörden wurden dabei unter anderem Passwörter verändert und Betriebsabläufe gestört.

Die US-Umweltbehörde EPA unterstützt die Warnung und verweist darauf, dass bereits einfache organisatorische und technische Maßnahmen die Widerstandsfähigkeit vieler Anlagen deutlich erhöhen können. Betreiber sollten insbesondere die direkte Internetanbindung von OT-Komponenten vermeiden und bestehende Fernzugänge absichern.

Angriffe in mindestens sieben US-Bundesstaaten

NBC News berichtet unter Berufung auf das FBI, dass innerhalb einer Woche Wasser- und Abwasseranlagen in mindestens sieben US-Bundesstaaten Ziel koordinierter Cyberangriffe wurden. Nach Behördenangaben wurden allein in Minnesota mehr als 30 Wasserversorgungssysteme attackiert. Die Vorfälle führten unter anderem zu kurzfristigen Betriebsstörungen, Kommunikationsausfällen sowie Veränderungen an Steuerungssystemen. Die Trinkwasserqualität sei nach bisherigem Kenntnisstand jedoch nicht beeinträchtigt worden.

Wie Heise Online berichtet, sehen FBI und EPA eine zunehmende Bedrohung für Betreiber kritischer Wasserinfrastrukturen. Im Mittelpunkt stehen dabei Operational-Technology-Systeme (OT), deren Komponenten häufig über Jahre im Einsatz bleiben und ursprünglich nicht für eine direkte Anbindung an öffentliche Netzwerke entwickelt wurden.

Behörden empfehlen grundlegende Schutzmaßnahmen

Das FBI empfiehlt Betreibern unter anderem, SPS-Systeme grundsätzlich nicht direkt über das Internet erreichbar zu machen, werkseitige Standardpasswörter konsequent zu ersetzen und Fernzugriffe ausschließlich über abgesicherte Verbindungen bereitzustellen. Darüber hinaus sollten Netzwerke segmentiert, Sicherheitsupdates zeitnah eingespielt sowie Protokollierungen und Überwachungsmaßnahmen eingerichtet werden.

Die Behörden weisen darauf hin, dass insbesondere kleinere Versorgungsunternehmen häufig nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen für die Cybersicherheit verfügen. Deshalb stellen EPA und CISA zusätzliche technische Hilfen, Leitfäden und Unterstützungsangebote für Betreiber der Wasserwirtschaft bereit.

Wie es um die Cybersicherheit der deutschen Wasserwirtschaft steht, lesen Sie im Interview mit Ronald Derler, Geschäftsführer Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft.


Quellen:

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OOWV meistert SAP-Migration

04. August 2026 um 08:00

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat einen wichtigen Meilenstein seiner Digitalisierungsstrategie erreicht: Die Migration auf SAP S/4HANA wurde erfolgreich abgeschlossen. Seit Ende Mai arbeiten die Mitarbeitenden des OOWV in den migrierten Systemen SAP S/4HANA Core und IS-U. Anfang Juli konnte zudem die sogenannte Hypercare-Phase, die intensive Betreuungsphase nach der Systemumstellung, planmäßig beendet werden.

„Mit der Umstellung auf SAP S/4HANA haben wir einen wichtigen und dringlichen Schritt in der digitalen Weiterentwicklung des OOWV vollzogen“, sagt Robert Pöhlmann, der die Einführung als Programmleiter mitgestaltete.

Als Partner wählte der Verband mit koenig.solutions ein auf kommunale Unternehmen spezialisiertes Beratungshaus. Intern waren bis zu 60 Mitarbeitende intensiv beteiligt.

Digitalisierung mit ins Team bringen

Der OOWV setzte das Vorhaben agil in Sprints nach der für den Verband maßgeschneiderten Methode SAP Activate um. Fachbereiche und Beratungshaus arbeiteten in gemeinsamen Streams zusammen, geführt von Stream-Leads. Dieses Vorgehen brachte internes Fachwissen und externe Beratung eng zusammen. Wohl wissend, dass Berechtigungen immer ein herausforderndes Gebiet sind, wurde auf das Berechtigungskonzept besonderer Fokus gelegt. Indem sie an Stellenprofile geknüpft wurden, blieben sie handhabbar. Das Resultat: Fast keine Berechtigungsprobleme nach dem Go-Live.

„Technisch war die Umstellung anspruchsvoll, folgte im Kern aber einem etablierten Standard”, sagt Core-Projektleiter Rainer Kruse. „Die eigentliche Aufgabe lag darin, die Belegschaft mitzunehmen und den Umgang mit der neuen Benutzeroberfläche SAP Fiori im Haus aufzubauen“, ergänzt IS-U-Projektleiter Timo Peters.

Mit Know-How ans neue System

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war das umfassende Schulungskonzept. Jeder beim OOWV konnte eine für seine Tätigkeit angepasste Schulungsmaßnahme besuchen – der Mitarbeiter im Kundenservice genauso wie die Führungskraft oder der Techniker in den Betriebsstellen. Wie umfangreich so eine Migration ist, zeigt die Anzahl der Testfälle: Rund 1.500 Stück durchlief das System vor dem Go-Live. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Bei der Umstellung trat nur ein einziger Fehler auf. In der Hypercare-Phase gingen lediglich 170 Tickets ein – kein einziges davon kritisch.

Das neue System eröffnet dem OOWV nun weitere Optimierungsmöglichkeiten, die in einer zweiten Welle des Programms angegangen werden. Dazu zählen unter anderem erweiterte Reporting-Funktionen mit der SAP Analytics Cloud, neue Fiori-Apps, zusätzliche Automatisierung und verbesserte Benutzeroberflächen.


Quelle: Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband

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Dezentrale Wasseraufbereitung für eine nachhaltige Zukunft

29. Juli 2026 um 07:56

Die Wiederverwendung von Wasser gewinnt angesichts zunehmender Wasserknappheit und der Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Im europäischen Forschungsprojekt DECIRE-WATER entwickeln internationale Partner unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) dezentrale Lösungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit sind mehrere Demonstrationsanlagen in Betrieb gegangen. Dort werden die Technologien nun unter realen Bedingungen getestet und weiter optimiert.

Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und steigende Anforderungen an die Wasser- und Abwasserinfrastruktur stellen viele Regionen vor neue Herausforderungen. Im Projekt DECIRE-WATER (Decentralized Solutions for a Circular and Efficient Water Management – from Demonstration to the Market) entwickeln Forschende dezentrale Aufbereitungssysteme für unterschiedliche Wasserströme. Ziel ist es, die Wiederverwendung von Wasser wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten sowie wertvolle Ressourcen wie Stickstoff und Phosphor zurückzugewinnen. Die Systeme können sowohl eigenständig als auch ergänzend zu bestehenden zentralen Infrastrukturen eingesetzt werden und eignen sich für Wohngebäude, Quartiere oder ganze Stadtgebiete.

Naturbasierte Verfahren kombiniert mit moderner Technik

Im Mittelpunkt stehen naturbasierte Lösungen wie bepflanzte Bodenfilter. In den mit Sand oder Kies gefüllten und mit Schilf oder anderen Pflanzen bewachsenen Becken bauen Mikroorganismen Schadstoffe ab und reinigen das Abwasser.

„Unser Ziel ist es, die Vorteile naturbasierter Verfahren mit technischen Lösungen zu kombinieren und die Wasseraufbereitung gezielt an unterschiedliche Anforderungen anzupassen“, sagt Dr. Verena Höckele, Abteilungsleiterin Wassertechnologie beim Projektträger Karlsruhe am KIT.

Abhängig vom Verschmutzungsgrad des Abwassers ergänzen technische Verfahren wie Membranbioreaktoren zur biologischen Reinigung oder UV-Anlagen zur Keimreduzierung die Aufbereitung. Digitale Technologien überwachen die Prozesse kontinuierlich, erkennen Risiken frühzeitig und unterstützen eine sichere sowie effiziente Abwasserbehandlung.

Modularer Container-Bodenfilter mit Rohrleitungssystem, Filtermedium und Schilfbepflanzung zur dezentralen Wasseraufbereitung. Quelle: S. Bauschatz, RPTU

Demonstrationsstandorte liefern Erkenntnisse für die Praxis

Die Leistungsfähigkeit der entwickelten Systeme wird unter der wissenschaftlichen Koordination der RPTU an sechs Demonstrationsstandorten in Europa und Südafrika untersucht. „Wir erproben modulare Systeme und digitale Technologien unter realen Praxisbedingungen. Das ist der Schlüssel für marktfähige Lösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch überzeugen und eine klimaresiliente Wasserwirtschaft unterstützen,“ ergänzt Professorin Heidrun Steinmetz, Leiterin des Fachgebiets Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung der RPTU.

In den kommenden zwei Projektjahren sollen die Technologien kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Praxistauglichkeit weiter verbessert werden. Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass die Systeme eine zuverlässige Wasserwiederverwendung ermöglichen. Dadurch kann selbst an Standorten mit schwankenden Zuflüssen dauerhaft sauberes Bewässerungswasser bereitgestellt werden.

Ganzheitlicher Blick auf die Wasserwirtschaft

Im Projekt arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kommunen und weitere Partner eng zusammen. Neben der Entwicklung neuer Technologien untersuchen sie auch wirtschaftliche, geografische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Wasserwiederverwendung. Lebenszyklusanalysen bewerten die ökologischen Auswirkungen der entwickelten Lösungen. Ergänzend fördern Workshops den Wissensaustausch, stärken die Akzeptanz der neuen Technologien und unterstützen deren spätere Umsetzung in der Praxis.

Weitere Informationen


Quelle: Vom Abwasser zur Ressource: Neue Wege für eine effiziente Wassernutzung

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Auszeichnung für KI-Lösung im Wassermanagement

27. Juli 2026 um 08:02

Der Wassertechnologiekonzern Wilo ist mit dem AI Innovation Award des KI Park e. V. ausgezeichnet worden. Prämiert wurde die Anwendung „Wilo Speaking Waters“, die künftig als Bestandteil der Wilo WATER AI Platform Betriebsdaten aus dem Wassermanagement analysiert und daraus Prognosen sowie konkrete Handlungsempfehlungen ableitet. Ziel ist es, Betreibern eine vorausschauende Betriebsführung zu ermöglichen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Wasserwirtschaft weiter voranzutreiben.

„Mit unserer Group Strategy ‚Pioneering WATER AI for You’ verschmelzen wir systematisch Wassertechnologie und Künstliche Intelligenz. Dass wir den AI Innovation Award für ‚Wilo Speaking Waters‘ erhalten, macht uns besonders stolz: Die KI-Lösung zeigt ganz deutlich, dass die Strategie greift – und wir Künstliche Intelligenz gezielt in unsere Produkte, Systeme und Lösungen integrieren“, ordnet Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group, die Auszeichnung ein.

Frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten

Mit „Wilo Speaking Waters“ erweitert Wilo seine WATER AI Platform um eine KI-gestützte Entscheidungsintelligenz. Die Anwendung analysiert kontinuierlich den Zustand von Wasser- und Abwassersystemen, erkennt Muster und identifiziert Auffälligkeiten wie Leckagen, Druckabweichungen oder Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig.

„Auf dieser Basis entstehen Prognosen, die Betreiber im operativen Betrieb und bei strategischen Entscheidungen unterstützen. So stärkt Wilo nachhaltig die Resilienz von Wasser- und Abwassersystemen“, sagt Peter Glauner, CEO von Wilo Europe.

Entwicklungspartnerschaft und Auszeichnung

Die technische Grundlage für „Wilo Speaking Waters“ entstand im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit dem KI-Spezialisten InstaDeep. Verliehen wurde der AI Innovation Award vom KI Park e. V. in Berlin.

Das Innovationsnetzwerk vereint Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen sowie Akteure aus Politik und Gesellschaft, um KI-Innovationen aus Deutschland und Europa zu fördern. Der erstmals vergebene AI Innovation Award würdigt branchenübergreifende Projekte und bewertet sie anhand der Kriterien Innovation, Impact und Perspektive.


Quelle: WILO

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Neue Leitungen für den Teltower Damm

24. Juli 2026 um 07:39

Die Berliner Wasserbetriebe modernisieren zwischen September 2026 und April 2031 die Ver- und Entsorgungsleitungen im Teltower Damm zwischen der Leo-Baeck-Straße und dem ehemaligen Friedhof Schönow. Auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern erfolgen die Arbeiten in sechs Bauabschnitten. In dieser Woche beginnt die Einrichtung der Baustelle, der eigentliche Baubeginn ist für den 27. Juli 2026 vorgesehen.

Im Zuge des Projekts werden rund 3.800 m Abwasserdruckleitungen mit einem Innendurchmesser von einem Meter, etwa 820 m Trinkwasserleitungen sowie rund 250 m Regenwasserkanal erneuert. Darüber hinaus nutzt die NBB die Baumaßnahme, um Gasleitungen auszutauschen. Um die Auswirkungen auf Anwohnende und Verkehr möglichst gering zu halten, werden die Arbeiten bis April 2031 räumlich und zeitlich gestaffelt von Nord nach Süd durchgeführt.

Verkehrskonzept mit Umleitungen

Das Verkehrskonzept wurde gemeinsam mit der Senatsverkehrsverwaltung, dem Bezirk und der BVG abgestimmt. Während aller Bauphasen bleibt die Fahrt auf dem Teltower Damm in Richtung Süd nach Nord – teilweise auf verschwenkter Fahrbahn – möglich. In der Gegenrichtung wird der Individualverkehr weiträumig über die Mühlenstraße, die Seehofstraße, den Dahlemer Weg und die Goerzallee umgeleitet. Für die Buslinien der BVG gelten kleinräumige Umleitungen.

Im Vorfeld wurden auf der Busumleitungsstrecke über die Leo-Baeck-Straße, Leuchtenburgstraße und den Nieritzweg bereits Fahrbahnen saniert sowie Mittelinseln zurückgebaut. Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe wird dort das Tempolimit inzwischen häufiger überschritten. Deshalb sollen zusätzliche Hinweisschilder auf die geltende Höchstgeschwindigkeit aufmerksam machen.

Start im Bereich Leo-Baeck- bis Laehrstraße

Der erste Bauabschnitt umfasst rund 400 m und erstreckt sich zwischen der Leo-Baeck-Straße und der Laehrstraße. Die Arbeiten in diesem Abschnitt sind von September 2026 bis August 2027 geplant. Bereits im Juli wird dort eine provisorische Trinkwasserleitung auf dem östlichen Gehweg verlegt, um die Versorgung während der Bauzeit sicherzustellen. Auf eine Verlegung im Erdreich wird verzichtet, damit die Baumwurzeln geschont werden. Zwölf Brücken gewährleisten weiterhin die Zufahrt zu den Grundstücken.

Da für die Erneuerung der verschiedenen Leitungen jeweils Arbeitsflächen, Interimsleitungen und Verkehrsraum benötigt werden, erfolgen die Arbeiten in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Zunächst wird auf der östlichen Fahrbahnseite gearbeitet, anschließend auf der westlichen und abschließend erneut auf der östlichen Seite. Der Verkehr wird entsprechend am jeweiligen Baufeld vorbeigeführt beziehungsweise in Gegenrichtung umgeleitet.

Die Erreichbarkeit für Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sowie für Einsatz- und Rettungskräfte bleibt während der gesamten Bauzeit gewährleistet.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Weber-Ingenieure GmbH baut Umweltgeschäft aus

22. Juli 2026 um 07:56

Weber-Ingenieure GmbH mit Hauptsitz in Pforzheim hat die Delta Umwelttechnik GmbH mit Sitz in Düsseldorf vollständig übernommen. Mit dem Erwerb erweitert das Ingenieurunternehmen sein Leistungsportfolio im Bereich der Umwelt- und Ingenieurdienstleistungen. Delta Umwelttechnik wird künftig als eigenständiges Tochterunternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe geführt.

Mit der Übernahme verfolgt Weber-Ingenieure das Ziel, die Kompetenzen beider Unternehmen zu bündeln und das Angebot an Planungs-, Beratungs- und Ingenieurleistungen auszubauen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe gestärkt werden.

„Mit der Übernahme der Delta Umwelttechnik verfolgen wir einen langfristigen, auf Wachstum ausgerichteten Ansatz, der unser bestehendes Produktportfolio sinnvoll ergänzt und stärkt“, erläutert Dr. Christian Mauer, Geschäftsführer der Weber-Ingenieure GmbH. „Besonders wichtig ist uns dabei, dass Delta Umwelttechnik auch künftig ihren etablierten Kundenstamm in der gewohnten Qualität betreuen kann. Gleichzeitig wollen wir die Potenziale einer engeren Zusammenarbeit nutzen, um dauerhaft eine starke und wettbewerbsfähige Einheit im Markt der Ingenieurbüros zu schaffen.“

Eigenständigkeit bleibt erhalten

Für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeitende der Delta Umwelttechnik soll sich durch die Übernahme zunächst nichts ändern. Das Unternehmen bleibt als eigenständige Gesellschaft bestehen. Auch die bestehende Organisationsstruktur, die personelle Besetzung und die Unternehmenskultur sollen unverändert fortgeführt werden. Personelle Veränderungen sind nach Unternehmensangaben nicht vorgesehen.

Marco Becker bleibt Geschäftsführer der Delta Umwelttechnik GmbH. Zusätzlich wird künftig auch Dr. Christian Mauer in die Geschäftsführung berufen. Die bisherigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bleiben weiterhin für Kunden und Geschäftspartner zuständig.

Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe

Nach Angaben von Weber-Ingenieure eröffnet der Zusammenschluss den Mitarbeitenden der Delta Umwelttechnik zusätzliche Möglichkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe. Dazu gehören unter anderem:

  • die Beibehaltung einer mittelständisch geprägten und familiengeführten Unternehmenskultur,
  • der fachliche Austausch über standortübergreifende Kompetenzgruppen,
  • die Zusammenarbeit bei Angebotsverfahren und Referenzanfragen,
  • die gegenseitige Unterstützung bei Kapazitätsengpässen und hoher Auslastung,
  • gemeinsame Maßnahmen zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.

Darüber hinaus verfolgt Weber-Ingenieure das Ziel, die Zusammenarbeit der Unternehmen innerhalb der Gruppe weiter auszubauen und vorhandene Kompetenzen stärker miteinander zu vernetzen.

„Der Erfolg einer solchen Übernahme hängt entscheidend von den Menschen ab. Deshalb legen wir besonderen Wert auf eine Kommunikation, die von Wertschätzung, Vertrauen und Transparenz geprägt ist“, betont Jan Weber, Geschäftsführer der Weber-Ingenieure GmbH. „Ein wichtiges Signal ist für uns, dass funktionierende Strukturen erhalten bleiben und gezielt gefördert werden. Genau diesen Weg werden wir gemeinsam mit Delta Umwelttechnik gehen.“

Auch Marco Becker begrüßt den Zusammenschluss: „Die Partnerschaft mit WEBER-Ingenieure eröffnet unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitenden und unseren Kunden eine langfristige Perspektive weiterer Zusammenarbeit. Gleichzeitig bleiben die Verlässlichkeit, die persönliche Betreuung und die Identität von Delta Umwelttechnik erhalten. Das schafft eine ausgezeichnete Grundlage für die gemeinsame Zukunft.“

Mit der Übernahme erweitert Weber-Ingenieure seine Präsenz auf dem deutschen Markt und stärkt nach eigenen Angaben seine Position im Bereich der Infrastruktur-, Umwelt- und Entwicklungsprojekte.


Quelle: Weber-Ingenieure GmbH

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Pluvion erweitert Seed-Finanzierung

21. Juli 2026 um 12:24

Die Pluvion GmbH hat ihr Second Closing erfolgreich abgeschlossen und erweitert ihre Seed-Finanzierungsrunde um die Investoren TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest. Mit dem zusätzlichen Kapital will das Freiburger Water-Tech-Unternehmen die internationale Skalierung seiner KI-Plattform WATER+ vorantreiben und eine White-Label-Lösung für Ingenieurbüros entwickeln.

Die Pluvion GmbH, Anbieter KI-gestützter Softwarelösungen für die Wasserwirtschaft, hat den erfolgreichen Abschluss ihres Second Closings bekannt gegeben. Mit TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest gewinnt das Freiburger Unternehmen zwei weitere Investoren. Das zusätzliche Investment im mittleren sechsstelligen Bereich ergänzt die Ende 2025 von Enpulse Ventures angeführte Seed-Finanzierungsrunde und soll die nächste Wachstumsphase des Unternehmens unterstützen.

Seit dem Einstieg von Enpulse Ventures Ende 2025 hat Pluvion seine KI-Plattform WATER+ weiterentwickelt. Nach Unternehmensangaben wird die Lösung inzwischen von kommunalen Netzbetreibern genutzt und über ein wachsendes Partnernetzwerk in mehreren europäischen Märkten angeboten. Die zusätzlichen Mittel sollen insbesondere in die Entwicklung einer White-Label-Plattform für Ingenieurbüros sowie in die internationale Expansion fließen.

White-Label-Plattform ergänzt bestehendes Geschäftsmodell

Ein Teil des Kapitals wird für die Entwicklung einer eigenständigen White-Label-Plattform für Ingenieurbüros eingesetzt. Bislang setzt Pluvion vor allem auf Partnerschaften mit Softwareanbietern, Sensorherstellern und Systemintegratoren. Mit der neuen Plattform erweitert das Unternehmen diesen Ansatz um einen zusätzlichen Vertriebsweg.

Ingenieurbüros übernehmen bei der Planung, Bewertung und Umsetzung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig verfügen viele Unternehmen nicht über eigene digitale Plattformen oder Entwicklungskapazitäten, um KI-Anwendungen selbst bereitzustellen. Die geplante White-Label-Plattform soll Ingenieurbüros ermöglichen, die Analysefunktionen von WATER+ in ihren Projekten einzusetzen und ihren Auftraggebern unter eigener Marke anzubieten. Parallel dazu bleibt das bestehende API-First-Modell erhalten, sodass Technologiepartner die Software weiterhin direkt in ihre Systeme integrieren können.

Digitalisierung der Wasserwirtschaft unterstützen

Kommunale Betreiber stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Alternde Kanalnetze, häufigere Starkregenereignisse, steigende Betriebskosten und begrenzte personelle Ressourcen erschweren den Betrieb und die langfristige Planung. Gleichzeitig fehlen häufig belastbare Datengrundlagen, um Investitionen gezielt zu priorisieren.

Nach Angaben des Unternehmens analysiert die SaaS-Plattform WATER+ kontinuierlich Messdaten aus Kanalnetzen und unterstützt Betreiber dabei, Fremdwassereinträge, Überlastungen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen datenbasiert zu priorisieren.

Stimmen zum Second Closing

„Uns hat insbesondere die Skalierungsstrategie von Pluvion überzeugt. Das Unternehmen adressiert nicht nur Betreiber kritischer Wasserinfrastrukturen, sondern baut mit der neuen White-Label-Plattform einen zusätzlichen Zugang zu Ingenieurbüros auf. Diese Multiplikatoren begleiten Investitionsentscheidungen häufig über viele Jahre hinweg und besitzen erheblichen Einfluss auf die Digitalisierung der Wasserwirtschaft. Wir sehen hier das Potenzial für ein hochskalierbares Plattformmodell mit messbarer ökologischer Wirkung.“– Martin Siehler, TWIP Impact Ventures

„Pluvion verbindet technologische Exzellenz mit einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen kommunaler Infrastrukturen. Besonders beeindruckt hat uns die klare Go-to-Market-Strategie über Partner und Ingenieurbüros. Baden-Württemberg verfügt über eine starke Wasserwirtschaft, zahlreiche Ingenieurbüros und innovative Kommunen. Wir freuen uns darauf, Pluvion beim weiteren Marktausbau zu unterstützen und unser Netzwerk gezielt einzubringen.“ – Thomas Scheuerle, BadenCampus Invest

„Mit TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest gewinnen wir nicht nur Kapital, sondern zwei Partner mit komplementären Stärken. Gemeinsam wollen wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen und WATER+ für eine deutlich größere Nutzergruppe zugänglich machen. Unsere API-Strategie bleibt ein zentraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Mit der neuen White-Label-Plattform schaffen wir zusätzlich einen direkten Zugang zu Ingenieurbüros, die vielerorts die Digitalisierung der Wasserwirtschaft aktiv gestalten und entscheidend beeinflussen. Dadurch können wir unsere Technologie deutlich schneller und breiter in den Markt bringen.“– Phillip Grimm, Gründer und CEO der Pluvion GmbH


Quelle: Pluvion GmbH

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