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Gestern — 19. Juni 2026GWF – News

EPR-Aufschub schafft Investitionsunsicherheit

19. Juni 2026 um 12:27

Das Europäische Parlament diskutiert derzeit Entschließungsanträge zur Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), insbesondere zur Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR – Extended Producer Responsibility). Einige der Anträge enthalten ein „Stop-the-Clock“-Verfahren für EPR sowie die Forderung nach einer neuen Studie zu den Auswirkungen der Richtlinie auf den Pharmasektor.

Hierzu erklärt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser:

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser

„Die Diskussion im Europäischen Parlament über ein mögliches ‚Stop-the-Clock‘-Verfahren bei der Erweiterten Herstellerverantwortung oder eine neue Folgenabschätzung geht in die falsche Richtung. Ein Aussetzen der Herstellerverantwortung, ohne gleichzeitig die Einführung der vierten Reinigungsstufe auf den Prüfstand zu stellen, würde zu immenser Investitionsunsicherheit für die Wasserwirtschaft führen.

Die von der Pharmaindustrie vorgelegten Berechnungen überschätzen die Kosten der Erweiterten Herstellerverantwortung um nahezu 80 Prozent. Zentrale Vorgaben der Richtlinie werden dabei nicht korrekt berücksichtigt, etwa die höheren Schwellenwerte für verpflichtende Ausbaumaßnahmen, der risikobasierte Ansatz oder die Tatsache, dass in Deutschland lediglich 80 Prozent der Kosten über die Erweiterte Herstellerverantwortung gedeckt werden.

Vor diesem Hintergrund besteht kein Bedarf für eine erneute Studie oder eine Verzögerung der Richtlinie. Vielmehr sollten sich jetzt alle Beteiligten auf eine zügige, rechtssichere und kosteneffiziente Umsetzung der Richtlinie in ihrer jetzigen Form konzentrieren. Der BDEW steht jederzeit bereit, seine Expertise einzubringen und mit allen Akteuren, dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten zu kooperieren.“

Zur Analyse

Hintergrund

Die Hinweise der Pharmaindustrie vor Kostensteigerungen und Versorgungsrisiken stützen sich auf industrieeigene Analysen. Eine BDEW-Prüfung dieser Berechnungen, insbesondere jener von „Medicines for Europe“, identifiziert jedoch deutliche methodische Schwächen und Abweichungen von den Richtlinienvorgaben, was zu einer erheblichen Überschätzung der tatsächlichen Kosten der Erweiterten Herstellerverantwortung führt.


Quelle: BDEW

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Frühjahr 2026: Trockener April, nasser Mai

19. Juni 2026 um 09:50

Das Frühjahr 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr mit 95 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels nur leicht zu trocken. Ausschlaggebend dafür war vor allem der sehr niederschlagsreiche Mai: Mit 111 Millimetern fielen fast 150 Prozent der für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge. Während der März mit 89 Prozent des langjährigen Mittels etwas trockener als gewöhnlich ausfiel, erreichte der April lediglich 46 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Weniger Zuschusstage als üblich

Der nasse Mai wirkte sich auch auf die Wasserbewirtschaftung aus. Zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse am Pegel Villigst mussten die Talsperren des Ruhrverbands im Frühjahr 2026 lediglich an zwölf Tagen Wasser zuschießen. Damit lag die Zahl der zuschusspflichtigen Tage rund 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein noch deutlicherer Unterschied: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren am Pegel Villigst insgesamt 48 zuschusspflichtige Tage registriert worden – viermal so viele wie in diesem Frühjahr.

Auch die Temperaturen lagen in allen drei Frühlingsmonaten über den jeweiligen langjährigen Referenzwerten. Der März war um 1,8 Grad wärmer als üblich, der April um 0,5 Grad und der Mai um 0,8 Grad. Insgesamt ergibt sich für das Frühjahr 2026 eine Temperaturabweichung von 1,1 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum. Damit zählt es zu den acht wärmsten Frühjahren im Ruhreinzugsgebiet seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Talsperren mit höheren Reserven als im Vorjahr

Zu Beginn des Frühjahrs am 1. März lag der Gesamtfüllstand der Talsperren nahezu exakt auf dem langjährigen Mittel und wich lediglich um 0,3 Prozent nach unten ab. Bis zum 31. Mai stieg der Füllstand auf einen Wert von gut zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Insgesamt sind damit fast 30 Millionen Kubikmeter mehr Wasser in den Talsperren gespeichert als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dennoch bleibt eine sorgfältige Bewirtschaftung der Speicher erforderlich. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse müssen die Talsperren sowohl auf längere Trockenphasen mit hoher Zuschusspflicht als auch auf Starkregenereignisse vorbereitet sein. Dazu gehört auch, vorsorglich ausreichend Freiraum in den Talsperren vorzuhalten, um mögliche Hochwasserspitzen abmildern zu können.


Quelle: Ruhrverband

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Natürliche Senken als Wasserspeicher für Brandenburg

19. Juni 2026 um 08:00

Brandenburg gehört zu den trockenen Regionen Deutschlands. Längere Dürrezeiten und starke Regenfälle erschweren es, Wasser gleichmäßig über das Jahr verfügbar zu halten. Viele Landschaften in Nordostdeutschland wurden in der Vergangenheit durch Gräben und Drainagen so verändert, dass Wasser schnell abfließt. Das hilft zwar oft bei der Nutzung von Feldern, kann aber in trockenen Jahren zum Problem werden.

Die Forschenden untersuchten deshalb eine Methode, die auf Deutsch etwa „gesteuerte Grundwasseranreicherung“ heißt. Gemeint ist: Wasser, das in feuchten Zeiten in einem Fließgewässer zeitweise zusätzlich vorhanden ist, wird nicht sofort weitergeleitet, sondern in geeignete flache Senken gelenkt. Dort versickert es langsam – ähnlich wie Regenwasser in einem Gartenboden, nur gezielt geplant und kontrolliert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass kleine natürliche Senken in der Landschaft helfen können, Wasser länger in der Region zu halten. Das ist besonders wichtig, wenn trockene Jahre häufiger werden“, sagt Jan Stautzebach, Erstautor der Studie und Forscher am ZALF.

Auswirkungen auf das Bachsystem

Darstellung der im Untersuchungsgebiet relevanten Formen der Managed Aquifer Recharge (MAR) (Quelle: Jan Stautzebach)

Für die Studie nutzte das Team ein Modell, das sowohl Oberflächenwasser als auch Grundwasser gemeinsam abbildet. Das ist wichtig, weil Bach und Grundwasser wie zwei verbundene Teile eines Systems funktionieren: sinkt das Grundwasser, kann ein Bach weniger Wasser bekommen. Steigt es, kann der Abfluss des Bachs in trockenen Zeiten gestützt werden.

Die Forschenden betrachteten ein rund 4,5 Quadratkilometer großes Gebiet im Einzugsgebiet des Demnitzer Mühlenfließes. In dem Gebiet liegen Wald, Acker- und Grünlandflächen. Für die Berechnungen nutzte das Team Wetter- und Landschaftsdaten für den Zeitraum 1991 bis 2020. In verschiedenen Szenarien wurde geprüft, wie viel Wasser aus dem Bach in naheliegende, zur Versickerung geeignete Senken geleitet werden könnte und wie Boden, Grundwasser und Bach darauf reagieren.

Das Neue an der Studie ist, dass nicht nur berechnet wurde, ob Wasser im Boden versickert. Das Team untersuchte auch, wie sich dieses Wasser später wieder auf verbundene Bäche auswirkt. Dabei zeigte sich: Das zusätzliche Wasser bewegt sich langsam durch den Untergrund und kann auch über mehrere hundert Meter hinweg Wirkung zeigen. In den Berechnungen reichte der Einfluss auf den Grundwasserspiegel über mehr als 900 Meter.

Standortwahl entscheidet über Erfolg

Die Ergebnisse zeigen, dass die Methode vor allem dann sinnvoll sein kann, wenn sie dezentral eingesetzt wird: also nicht mit großen Staumauern oder starken Pumpen, sondern mit vielen kleineren Stellen, an denen Wasser versickern kann. Die Forschenden schreiben, dass große Anlagen mit hohem Energiebedarf für diese Region eher nicht geeignet wären, weil in längeren Trockenzeiten wahrscheinlich nicht genug überschüssiges Wasser vorhanden ist.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass die Methode sorgfältig geplant werden muss. Wird zu viel Wasser eingeleitet, können tiefer liegende Flächen überflutet werden. Das kann in Mooren oder Feuchtgebieten erwünscht sein, in der Nähe von Gebäuden oder empfindlichen Nutzflächen aber Probleme verursachen. Auch Pflanzen können geschädigt werden, wenn ihre Wurzeln zu lange im nassen Boden stehen.

Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen. Sie zeigen also, was unter den gewählten Annahmen möglich wäre. Für eine Anwendung in der Praxis müssten konkrete Standorte vor Ort geprüft werden: Wie gut versickert das Wasser? Welche Flächen könnten betroffen sein? Welche Leitungen oder Gräben wären nötig? Wer betreibt und bezahlt die Anlagen? Der Artikel nennt hierzu noch keine konkreten Kosten. Mit dem neuen Wissen könnten Behörden, Wasserverbände und Landnutzende künftig besser einschätzen, wo Wasser in der Landschaft zurückgehalten werden kann. Ein nächster Schritt wäre, solche Standorte genauer zu untersuchen und kleinere Praxisversuche zu planen. Dabei müsste auch geprüft werden, wie viel Wasser einem Bach entnommen werden darf, ohne Tiere, Pflanzen und andere Nutzungen zu beeinträchtigen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Jan Stautzebach
Programmbereich 2 „Landnutzung und Governance“
jan.stautzebach@zalf.de


Originalpublikation
Stautzebach, J., Steidl, J., Merz, C. (2026): Quantifying the effect of managed aquifer recharge on the hydrologic resilience of coupled surface-groundwater systems in northeast Germany. Journal of Hydrology: Regional Studies 66, 103533. https://doi.org/10.1016/j.ejrh.2026.103533, veröffentlicht Open Access / veröffentlicht unter der Lizenz CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/


Quelle: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

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ACO und Enregis bündeln Kompetenzen

19. Juni 2026 um 07:28

Am 31.05.2026 fand der Zusammenschluss der Enregis Climate Group mit der ACO Gruppe statt. Damit vereinen sich die Schwammstadt-Technologien in der „Green City Family“.

Enregis, vor 18 Jahren als Start-up gegründet, steht für ganzheitliches Regenwassermanagement und setzt seit Beginn Maßstäbe mit einem für seine Zeit außergewöhnlich innovativen Produkt-, Service- und Vertriebsansatz – konsequent ausgerichtet auf Rückhaltung und Versickerung. Als Spezialist für die Schwammstadt in der DACH-Region entwickelt das Unternehmen Systemlösungen, die Regenwasser nachhaltig managen – und als Ressource wieder nutzbar machen.

Ganzheitliche Lösungen für klimaresiliente Städte

Die Konzepte verbinden Flächenentsiegelung, Flächenbegrünung und durchdachte Baumstandortkonzepte zu einem nachhaltigen Gesamtansatz. Ziel ist es, Wasser natürlich zu speichern, Biodiversität zu fördern und urbanen Raum klimaresilient zu gestalten. Oberflächenentwässerung, leistungsfähige Baumstandorte und hochleistungsfähige Substratfiltersysteme werden bei Enregis intelligent miteinander verknüpft. So entstehen integrierte Lösungen – funktional, langlebig und ökologisch wirksam.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz schafft Enregis, wie die ACO Gruppe auch, die Grundlage für zukunftsfähige Städte und lebenswerte Freiräume in der Schwammstadt.

Andreas P. Amft, Geschäftsführer Enregis GmbH: „Die Partnerschaft mit ACO ist für uns ein konsequenter Schritt, um das Thema Schwammstadt ganzheitlich und praxisnah weiterzuentwickeln. Unsere Kompetenzen in Regenwasser-Behandlung, Rückhaltung, Versickerung, Begrünung und Substrattechnik ergänzen sich ideal mit dem Systemansatz von ACO. Gemeinsam können wir nachhaltige, leistungsfähige Gesamtlösungen bieten.“

Gemeinsame Stärke für nachhaltiges Regenwassermanagement

Zwei Unternehmen vereinen ihre Kompetenzen und ihre Leidenschaft für ein zukunftsfähiges Regenwassermanagement. ACO und Enregis eint ein starkes Werteverständnis – insbesondere der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Geschäftsaktivitäten stehen höchste Kundenzufriedenheit und exzellente Serviceleistungen. Gleichzeitig bilden die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Enregis eine tragende Säule der Zusammenarbeit: Sie bringen umfassendes Know-how und langjährige Erfahrung ein. Innerhalb der ACO Gruppe können sie auf die bewährten Werte eines Familienunternehmens bauen – getragen von Verantwortung, Verlässlichkeit und nachhaltigem Handeln.

Alexander Airich, Geschäftsführer ACO GmbH:„Mit Enregis verbindet uns der gemeinsame Anspruch, Wasser ganzheitlich und nachhaltig zu denken. Mit dem Zusammenschluss bündeln wir unsere Stärken entlang des gesamten Regenwassermanagements. Gemeinsam schaffen wir integrierte Lösungen für klimaresiliente Städte und die Schwammstadt der Zukunft.“


Quelle:ACO GmbH

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Ältere BeiträgeGWF – News

Mehr Leistung aus Wasserkraft: Avacon Natur eröffnet modernisierte Anlage an der Rappbodetalsperre

18. Juni 2026 um 08:03

An der Veranstaltung nahm unter anderem Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann, teil. Er würdigte das Projekt in seinem Grußwort und informierte sich bei einem Rundgang über die technische

Rappbodetalsperre (Quelle: Marc Stantien, Avacon)

Umsetzung der Modernisierung.

Die Rappbodetalsperre ist Deutschlands höchste Trinkwassertalsperre und erfüllt seit Jahrzehnten zentrale Aufgaben für die Region – von der Trinkwasserversorgung über den Hochwasserschutz bis hin zur Wasserbewirtschaftung. Mit der Modernisierung und Erweiterung des Wasserkraftwerks wurde die bestehende Infrastruktur gezielt weiterentwickelt, um zusätzliche Potenziale für die erneuerbare Energieerzeugung zu erschließen.

Im Zuge der Maßnahme wurden neben der Installation einer zweiten Turbine auch die Steuerungs- und Netztechnik umfassend erneuert. Teile der bestehenden Anlagen waren seit mehr als sechs Jahrzehnten in Betrieb. Darüber hinaus erfolgten Modernisierungen an der Netzinfrastruktur sowie langfristigen Sicherung der Bauwerksstruktur. Nach dem Baustart Anfang 2025 konnte die technische Inbetriebnahme bereits im März 2026 erfolgen.

Mit Modernisierung zur Energiewende

Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 9,6 Gigawattstunden kann das Wasserkraftwerk künftig rechnerisch etwa 2.700 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Investitionssumme für das Projekt beträgt rund drei Millionen Euro.

„Die Modernisierung zeigt, welches Potenzial in bestehender Infrastruktur steckt. Für die Energiewende bedeutet das: Wir bauen nicht nur neu, sondern nutzen vorhandene Systeme intelligenter. Projekte wie an der Rappbodetalsperre leisten genau diesen Beitrag; sie verbinden Versorgungssicherheit, Ressourceneffizienz und erneuerbare Erzeugung und machen die Energiewende im System wirksam“, sagte Rainer Schmittdiel, Technikvorstand der Avacon AG.

Angela Kröger, Geschäftsführerin der Avacon Natur GmbH, betonte die besondere Bedeutung des Standorts: „Die Rappbodetalsperre gilt als Jahrhundertprojekt der Wasserwirtschaft und ist ein zentraler Baustein der Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt. Mit dem Einbau der zweiten Turbine haben wir die bestehende Infrastruktur gezielt weiterentwickelt und die energetische Nutzung des vorhandenen Wasserdrucks deutlich gesteigert. Das Ergebnis zeigt, wie sich wasserwirtschaftliche Aufgaben und erneuerbare Stromerzeugung effizient und nachhaltig miteinander verbinden lassen. “

Das Wasserkraftwerk wird von Avacon Natur in Zusammenarbeit mit den langjährigen Partnern Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt (TSB) und Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO) betrieben. Die erfolgreiche Umsetzung der Modernisierung unterstreicht die Bedeutung dieses Engagements. Gemeinsam leisten die Partner einen Beitrag dazu, vorhandene Infrastruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die Energiewende in Sachsen-Anhalt praktisch weiter voranzubringen.


Quelle: Avacon

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ECOMONDO 2026 wird immer globaler

18. Juni 2026 um 07:15

Vom 3. bis 6. November 2026 findet auf dem Messegelände in Rimini die 29. Ausgabe der Ecomondo statt, der internationalen Veranstaltung der Italian Exhibition Group (IEG) zur Green, Blue und Circular Economy.

Vor dem Hintergrund der europäischen Politik zur ökologischen Transformation bringt die Ecomondo Industrie, Institutionen, Forschung und politische Entscheidungsträger zusammen, um sich über industrielle und ökologische Entwicklungen auszutauschen. Die Veranstaltung dient Unternehmen als Plattform für Geschäftskontakte und neue Kooperationen und unterstützt Start-ups, Scale-ups und KMU aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle.

Internationale Dimension: Die Plattform für Nachhaltigkeit wächst

Für die Ausgabe 2026 stärkt Ecomondo ihr internationales Profil mit dem Ziel, mehr Einkäufer, Delegationen und Verbände aus allen Kontinenten einzubeziehen – in Zusammenarbeit mit dem MAECI – Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit sowie der ICE – Agentur für die Außenwirtschaftsförderung und Internationalisierung italienischer Unternehmen.

Durch die Organisation einer mehrstufigen Roadshow – Spanien, Marokko, Deutschland, Ungarn, Kanada – beabsichtigt die Veranstaltung, institutionelle und wirtschaftliche Beziehungen zu festigen und ihr internationales Netzwerk auszubauen. Dazu gehören bereits Ecomondo Mexico, eine Veranstaltung für den lateinamerikanischen Markt und Plattform für italienische Umwelttechnologien, Ecomondo China, das sich in diesem Jahr zu einem Forum in Shanghai weiterentwickelt hat und am 11. und 12. Juni stattfindet, sowie die Green Med Expo & Symposium (27.–29. Mai) in Neapel.

Darüber hinaus wird das Konferenzprogramm der Ecomondo, das von ihrem internationalen technisch-wissenschaftlichen Komitee kuratiert wird, durch die Einbindung neuer europäischer und internationaler institutioneller Partner, der Europäischen Kommission, von Agenturen und wichtigen Stakeholdern des Kontinents wie OECD und FAO erweitert. Geplant sind Gipfeltreffen, Konferenzen und Tagungen in englischer Sprache. Besonderes Augenmerk gilt den wichtigsten europäischen Regulierungsdossiers mit Vertiefungen zu Circular Economy Act, Bioeconomy Strategy, Biotech Act II, Pact for the Mediterranean, RESourceEU Action Plan und Critical Raw Materials Act sowie zu den neuen Bestimmungen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR).

Weitere zentrale Themen der Ecomondo 2026 werden – im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit und der Stärkung von Partnerschaften mit dem Mittelmeerraum und Afrika – gesunde und zirkuläre Städte, künstliche Intelligenz und neue digitale Technologien zur Unterstützung der ökologischen Transformation sowie Bioökonomie und Bioenergie sein. Diese beiden Wertschöpfungsketten gelten als wichtige Bausteine für den Übergang zu emissionsarmen und kreislauforientierten Produktionssystemen.

An den ersten beiden Veranstaltungstagen kehren außerdem die Generalsstaaten der Green Economy zurück, organisiert von der Fondazione per lo Sviluppo Sostenibile in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit (MASE) und gefördert vom Nationalen Rat der Green Economy. Eine zweite Plenarsitzung wird vollständig in englischer Sprache stattfinden.

Die zunehmende Präsenz spezialisierter Communities mit dem gemeinsamen Ziel, die ökologische Transformation voranzubringen, unterstreicht die branchenübergreifende Ausrichtung der Veranstaltung.

Neues Layout mit einer ganzen Halle für die Textilwertschöpfungskette

Zu den wichtigsten Neuerungen der 29. Ausgabe der Ecomondo gehört der neue Ausstellungsbereich für den Textilsektor, dem eine gesamte Halle gewidmet wird. Der Bereich soll als internationaler Treffpunkt für die gesamte Wertschöpfungskette dienen – vor dem Hintergrund neuer europäischer Vorschriften zur Nachhaltigkeit des Sektors.

Auch der Bereich „Waste as Resource“ wird erweitert, während der Bereich „Water Cycle & Blue Economy“ mit seinen Bezirken „Blue Economy“ und „Trenchless District“ neu organisiert wird. Dabei stehen die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abwasser, trenchless Technologien (No-Dig) sowie Lösungen für Pumpen, Ventile und Kontrollsysteme zur Überwachung von Netzen und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasserressourcen im Mittelpunkt.

Bestätigt werden zudem die weiteren Bereiche – Sites & Soil Restoration, Earth Observation and Environmental Monitoring, Bio-energy & Agriculture und Circular & Regenerative Bio-Economy –, die Bezirke Circular&Healthy City und Paper District sowie der Innovation District, der Start-ups, Innovation und nachhaltigen Kompetenzen gewidmet ist.

Weitere Informationen

Quelle: Ecomondo/SmartItaly/Italian Exhibition Group

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Blütenpracht in Szene gesetzt: Hochdruckpumpe schafft Bühne beim Kirschblütenfest

17. Juni 2026 um 08:35

Die Veranstaltung fand im Mai auf Einladung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg im Rahmen des 58. Kirschblütenfestes am Parksee in Planten un Blomen statt. Sie verband die Live-Kalligrafie der japanischen Meisterin Koho Kurihara mit einer Licht-, Klang- und Wasserprojektion des Künstlerduos cc2.Die Projektion erfolgte auf eine künstlich erzeugte Wasserwand, die mithilfe einer leistungsstarken Tsurumi-Pumpe erzeugt wurde. Ein Prellschild verteilte das Wasser bis in eine Höhe von acht Metern und formte daraus eine dünne, gleichmäßige Wasserfläche. Ein 20.000 ANSI-Lumen starker Laserprojektor der rebeam GmbH übertrug die Bildinhalte als Rückprojektion auf die Wasserwand. Die Ansteuerung erfolgte über eine Richtfunkstrecke, um eine flexible und zuverlässige Signalübertragung zu gewährleisten. Ergänzt wurde die audiovisuelle Inszenierung durch die Übertragung der Atem- und Körperbewegungen von Koho Kurihara mittels Mikrofontechnik. So wurden die Entstehung der Kalligrafie und die körperliche Präsenz der Künstlerin nicht nur sichtbar, sondern auch akustisch erfahrbar.

Pumpe sorgt für Wasserzauber

Eindrucksvolle Wasserbühne für das Kirschblütenfest. (Quelle: cc2)

„Bei Veranstaltungen dieser Art kommt es auf absolute Betriebssicherheit an. Die Zuschauer sahen die Kunst, wir sorgten dafür, dass die Wassertechnik als zentrales Element zuverlässig funktionierte“, sagte Sven Klauss vom Tsurumi-Vertrieb in Düsseldorf.

Zum Einsatz kam eine Hochdruckpumpe der Baureihe LH-W, die normalerweise für anspruchsvolle Entwässerungsaufgaben auf Baustellen oder im Bergbau verwendet wird. Die Baureihe verfügt über ein zweistufiges Laufradsystem und erreicht Förderhöhen von bis zu 216 Metern. Für die Wasserleinwand ist eine definierte Wassermenge erforderlich, die mit konstantem Druck kontinuierlich bereitgestellt werden muss. Bereits geringe Schwankungen können die Qualität der Projektionsfläche beeinträchtigen. Mit einer Motorleistung von 11 kW, einem 3-Zoll-Druckanschluss und einer robusten Bauweise erfüllte die eingesetzte LH311W diese Anforderungen. Die Pumpe ist für den Dauerbetrieb unter anspruchsvollen Bedingungen ausgelegt. Verschleißfeste Komponenten, eine doppelte Gleitringdichtung sowie weitere Schutzsysteme gewährleisten ein hohes Maß an Betriebssicherheit. Als japanischer Hersteller sieht Tsurumi sein Engagement zugleich als Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Japan.

„Es freut uns besonders, dass unsere Technik dazu beitragen konnte, eine künstlerische Brücke zwischen Tradition und moderner Medienkunst zu schlagen“, so Klauss.

Die Resonanz auf die Veranstaltung fiel positiv aus. Nach Angaben der Veranstalter verfolgten rund 5.000 Besucher die Aufführung, womit ein neuer Besucherrekord erreicht worden sei.


Quelle: Tsurumi (Europe) GmbH

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Oder-Umweltkatastrophe: Forschende legen Handlungsempfehlungen vor

17. Juni 2026 um 07:15

Unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hatte das Forschungsteam im Sonderuntersuchungsprogramm zur Umweltkatastrophe in der Oder (ODER~SO) die ökologischen Folgen der Katastrophe, die bisherige Entwicklung und Erholung des Ökosystems sowie mögliche Vorsorge- und Revitalisierungsmaßnahmen untersucht. Dafür wurden umfangreiche Feld- und Laboruntersuchungen durchgeführt, etwa zur Wasserchemie, zur Algenentwicklung, zu Fischbeständen, wirbellosen Tieren sowie zu Lebensräumen in der Oder, ihren Nebengewässern und Auen.

Teilweise erholt

Knapp vier Jahre nach der Umweltkatastrophe in der Oder zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Erholung verschiedener Organismengruppen. Während sich die Fischbestände vergleichsweise gut entwickelt haben und ihre Dichten in der Unteren Oder bis 2026 wieder etwa das Niveau von vor der Katastrophe erreichen, sind die Folgen für andere Arten weiterhin gravierend. Besonders betroffen sind Großmuscheln, von denen mindestens zwei Drittel verendeten. Da sie sich nur langsam vermehren, wird ihre Erholung voraussichtlich noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

„Das ist ökologisch besonders schwerwiegend, weil Großmuscheln große Mengen Wasser filtrieren und damit zur Reinigung des Flusses beitragen“, erläutert IGB-Direktorin Prof. Sonja Jähnig.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Ökosystem der Oder zwar teilweise erholt hat, die Umweltkatastrophe jedoch weiterhin nachwirkt.

„Die relativ schnelle Erholung der Fischbestände war auch deshalb möglich, weil Fische in Uferbereiche, Nebengewässer und weniger belastete Habitate ausweichen konnten. Solche Bereiche wirken als Refugien. Sie sind Rückzugsräume während einer ökologischen Krise und Ausgangspunkte für die Wiederbesiedlung danach“, erklärt Jähnig.

Befischung und Messungen an der Oder durch das IGB. (Quelle: Lena Giovanazzi)

Befischung und Messungen an der Oder durch das IGB. (Quelle: Lena Giovanazzi)

Mehr Raum für natürliche Dynamik

Durch den Rückbau von Uferbefestigungen, den Wiederanschluss von Nebengewässern, die ganzjährige Öffnung von Poldern im Nationalpark Unteres Odertal sowie die Rückverlegung von Deichen ließen sich diese wichtigen Lebensräume erweitern. Besonders bedeutsam am Hauptlauf der Oder sind ufernahe, dynamische Strukturen wie überströmte Kiesbänke, die etwa für Flussfischarten wie Barbe und Nase essenziell, in der Oder jedoch selten geworden sind.

„Zur Förderung solcher naturnahen Uferhabitate sollten bestehende Buhnen ökologisch umgestaltet werden, beispielsweise durch großzügige Kerbung. Davon profitieren nicht nur Fischbestände, sondern auch Insektenlarven und andere Wirbellose. Grundsätzlich gilt: Ein strukturreicher Fluss mit angebundenen Nebengewässern, vielfältigen Uferzonen und funktionsfähigen Auen ist widerstandsfähiger als ein strukturell verarmter, verbauter Fluss“, sagt die Wissenschaftlerin weiter.

Ökologische Resilienz statt weiterer Flussverbau

„Ökologisch schädlich sind dagegen weitere wasserbauliche Maßnahmen wie der Neubau oder die Ertüchtigung von Standardbuhnen, die die strukturelle Vielfalt und damit die ökologische Resilienz des Flussökosystems weiter verringern. Die Oder hat als Wasserstraße keine güterverkehrliche Bedeutung mehr und der der Stromregelungskonzeption zugrunde liegende Bemessungswasserstand wird kaum noch erreicht. Damit ist die Zielerreichung fraglich und sollte zugunsten der Oder-Revitalisierung neu ausgerichtet werden. Gerade vor dem Hintergrund der Wiederherstellungsverordnung bietet die über 480 km barrierefrei fließende Oder einzigartige Möglichkeiten zur ökologischen Verbesserung“, ergänzt IGB-Wissenschaftler und Oder-Experte Dr. Christian Wolter, der seit Jahrzehnten den Fluss erforscht.

Hintergrund zur Oder-Umweltkatastrophe

Im August 2022 waren in der Oder auf einer Strecke von mehr als 300 Flusskilometern schätzungsweise 1.000 Tonnen Fische, unzählige Großmuscheln und weitere Organismen verendet. Ursache war die massive Vermehrung der giftbildenden Brackwasseralge Prymnesium parvum, die nicht in der Oder heimisch ist und von unnatürlichen Umweltbedingungen wie hohem Salzgehalt aus bergbaulichen Einleitungen und allgemein zu hoher Nährstoffbelastung im Gewässer profitierte. Im Verbundprojekt ODER~SO (Anlassbezogenes Sonderuntersuchungsprogramm zur Umweltkatastrophe in der Oder vom August 2022) untersuchten Wissenschaftler:innen seit Februar 2023 unter anderem die Regeneration des Flusses und Vorsorgemaßnahmen für mögliche künftige Algenblüten. Die Federführung des Projekts lag beim Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Weitere wissenschaftliche Partner waren die Universität Duisburg-Essen, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) förderte das Projekt über drei Jahre mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).

„Wenn nach der menschengemachten Umweltkatastrophe die Oder nun eine nachhaltige Zukunft haben soll, sollte nicht nur deren Salzbelastung stark reduziert werden, sondern die vom Land Brandenburg erarbeiteten Revitalisierungspläne für die Oder realisiert werden. Für die Umsetzung der Maßnahmen zur Erreichung des guten ökologischen Zustands der Oder ist laut Gesetz die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zuständig, die hierfür vom Verkehrsressort Grünes Licht benötigt“, so Wolter weiter.

Die Oder ist kein Einzelfall in Europa

„Die Oder-Umweltkatastrophe im August 2022 hat gezeigt, wie stark der Fluss durch Schadstoffeinleitungen, den Verbau mit Buhnen und die Folgen des Klimawandels belastet ist. Damit steht die Oder beispielhaft für die wachsenden Probleme an vielen Flüssen in Europa: Weil diese heute oft weniger Wasser führen, sollten dringend Schadstoffeinträge reduziert und Fließgewässer so revitalisiert werden, dass ihre Auen weiterhin regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Davon profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen. Intakte Flüsse und Auen sichern uns Menschen sauberes Trinkwasser, halten Hochwasser zurück, speichern Wasser für Trockenzeiten, binden Kohlenstoff und schaffen die Grundlage für landwirtschaftliche Nutzung, gesunde Fischbestände sowie attraktive Natur- und Erholungsräume“, resümiert IGB-Forscher Dr. Martin Pusch, der das Sonderuntersuchungsprogramm zur Umweltkatastrophe geleitet hat.

Laut Jähnig könne sich die Oder erholen. Wichtig seien für eine positive und nachhaltige Entwicklung weniger Salzbelastung und Nährstoffeinträge sowie mehr Raum für natürliche, vielfältige Lebensräume.

„Ziel muss es sein, das Risiko einer erneuten Giftalgenblüte deutlich zu senken, die ökologische Funktionsfähigkeit des Flusses zu erhalten und im Kontext von Klimawandel und wachsendem Nutzungsdruck vor allem seine Resilienz – seine ökologische Widerstandskraft – zu fördern“, fasst Jähnig zusammen.

Zu den Handlungsempfehlungen

Wissenschaftliche Ansprechpartner beim IGB
Prof. Sonja Jähnig, Dr. Christian Wolter


Quelle: IGB

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Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft

16. Juni 2026 um 07:22

Von 30. September bis 1. Oktober 2026 findet das Anwenderforum Kleinwasserkraft bereits zum 29. Mal statt. Die Veranstaltung bietet den neuesten Entwicklungen und Ideen der Branche eine Bühne und schafft Raum für fachlichen Austausch und vertiefende Diskussionen. Mit praxisnahen Einblicken und Anwendungserfahrungen setzt das Forum dort an, wo Innovationen entstehen – in diesem Jahr in Brixen, Südtirol.

Treffpunkt der Kleinwasserkraft-Branche

Die Veranstaltung hat sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Branche etabliert. Fachleute aus Planung, Betrieb und Industrie kommen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an Lösungen für die Zukunft der Kleinwasserkraft zu arbeiten. Ein abwechslungsreiches Programm mit anwendungsnahen Beiträgen und innovativen Ansätzen, sowie einem Networking Event und zwei Exkursionszielen bietet vielfältige Einblicke in die Praxis.

Das Anwenderforum Kleinwasserkraft lebt von seiner engagierten Community. Betreiber, Planer und Hersteller kommen zusammen, um sich über technische Entwicklungen, Praxiserfahrungen und Strategien auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Branche zu diskutieren. Der offene Dialog und die enge Vernetzung schaffen die Grundlage, um Innovationen voranzubringen und die Zukunft der Kleinwasserkraft zusammen als Community zu gestalten. Eine inspirierende Plattform, die die Kleinwasserkraft-Community stärkt, vernetzt und weiterentwickelt mit einem ausgewogenen Mix aus fundiertem Fachinput, hohem Praxisbezug und intensivem Networking zwischen Anwendung und Industrie.

Wie auch der Tagungsbeirat betont, ist genau dieser gemeinschaftliche Ansatz entscheidend: „Wasserkraft ist wichtig und gehört auch weiterhin intensiv in die Gesellschaft kommuniziert. Wir müssen nach vorne blicken und brauchen stetig weiterentwickelte Strategien, um Wasserkraftwerke intelligent mit Umwelt- und Ressourcenschutz, sowie ökologischer Verträglichkeit zu verbinden und somit für gesellschaftliche Akzeptanz zu sorgen bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit.“

Praxiswissen für Planung und Betrieb

Auch 2026 setzt das Anwenderforum Kleinwasserkraft konsequent auf praxisorientierte Inhalte und Themen, die für Anwender von Nutzen sind. Von Zukunftsthemen und Ideen über fundierte Wissensvermittlung bis hin zu konkreten Erfahrungen und Umsetzungstipps aus dem Anlagenbau und -betrieb in den Sitzungen:

  • Ökologische Durchgängigkeit: Anforderungen, Bau und Monitoring
  • Aktuelle Entwicklungen in der Maschinentechnik
  • Bau und Modernisierung von Anlagen
  • Mehr Flexibilität dank Speicheroptionen?
  • Aquathermie und Wasserkraft – Möglichkeiten und Chancen

Mit dem Impulsvortrag: Von Echtzeitdaten zu Marktentscheidungen: Digitale Intelligenz im Energiesystem von Klemens Klotzner, E.E.M.M. SA, Grevenmacher, wird aufgezeigt, wie digitale Technologien und Echtzeitdaten die Entscheidungsprozesse zunehmend prägen und neue Perspektiven für den Betrieb eröffnen.

Die Sitzung „Ökologische Durchgängigkeit“ bietet einen Überblick über aktuelle technische, methodische und ökologische Fragestellungen rund um Fischaufstiegsanlagen wie z.B. beim Einsatz von Standardbauteilen oder wie Videotechnik zur Bewertung der Wirksamkeit von Fischaufstiegsanlagen eingesetzt werden kann – mit konkreten Anwendungsbeispielen und Betrachtung methodischer Grenzen und Entwicklungsperspektiven. Auch wird aus planerischer Sicht gezeigt, welche ökohydraulischen Herausforderungen es zwischen regulatorischen Anforderungen und der tatsächlichen Umsetzung geben kann und welche Lösungen sich bieten.

Von Repowering bis Speichertechnologien

Bau und Modernisierung von Anlagen widmet sich der Planung und Umsetzung beim Bau oder Umbau, sowie der technischen und wirtschaftlichen Optimierung von Anlagen, die insbesondere Effizienzsteigerung und nachhaltigen Betrieb adressieren. Ein weiteres Highlight ist das Repowering einer Anlage der Stadtwerke Zwiesel, vorgestellt von Christoph Pfeffer, Ingenieurbüro Pfeffer, das beispielhaft zeigt, wie bestehende Wasserkraftwerke von moderneren und leistungsstärkeren Komponenten profitieren können.

Ebenso im Fokus die Chancen und Herausforderungen von Speicherlösungen im Zusammenspiel mit Wasserkraft: Vergleich verschiedener Speichertechnologien aus Sicht eines Energieversorgers, sowie innovative Ansätze zur Kombination von Wasserkraft mit Batteriespeichern zur optimalen Flexibilitätsvermarktung. Praktische Erfahrungen aus Projekten zeigen technische Varianten und wirtschaftliche Potenziale auf. Darüber hinaus wird die Kopplung mit grüner Wasserstoffproduktion, sowie die Kombinationsmöglichkeit von Wasserkraft und Aquathermie als zukunftsweisende Optionen aufgezeigt.

Austausch, Exkursionen und Nachwuchsförderung

Seit über 25 Jahren bietet das Forum reichlich Raum für persönliche Begegnungen, fachlichen Austausch, Diskussion und eigene Ideen. Die stimmungsvolle Abendveranstaltung, in Kooperation mit den Stadtwerken Brixen mit Getränken und regionalen Spezialitäten und die spannenden Besichtigungsziele zum Trinkwasserkraftwerk Nockbach Gruberwiesen und zur Kraftwerkskette Schlandraunbach runden das Forum ab.

In der begleitenden Ausstellung kommen Teilnehmende mit den ausstellenden Firmen ins Gespräch und erfahren mehr über deren Produkte, Dienstleistungen und aktuelle Projekte. Der Tisch der Verbände bietet wieder die Möglichkeit mit Verbandsvertreter*innen in Kontakt zu kommen und sich über deren Arbeit und Vorteile einer Mitgliedschaft zu informieren. Auch wieder dabei: Das Studierenden-Sponsoring, um den Nachwuchs zu fördern. Studierende können sich über ein Formular auf der Website für ein Freiticket bewerben.

Das Anwenderforum schafft Raum für den Austausch über die Rolle der Kleinwasserkraft im Energiesystem von morgen. Die enge Gemeinschaft schafft eine Plattform geprägt von Vertrauen, Offenheit und einem gemeinsamen Verständnis für die Herausforderungen und Chancen der Branche.

Die Veranstaltung bietet vergünstigte Betreibertickets für Kraftwerksbetreiber bis 500 kW gesamtinstallierter Leistung und Rabatte für Verbandsmitglieder. Programm und Anmeldung unter https://www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de/


Quelle: Conexio PSE

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Lisa Junghans übernimmt Leitung der Berliner Regenwasseragentur

16. Juni 2026 um 07:19

Die 39-jährige studierte Geografin hat sich bei ihren beiden vorhergehenden Stationen am Kompetenzzentrum Wasser Berlin sowie bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit vor allem mit den Themen Klimaanpassung und Smart City beschäftigt. Ehrenamtlich war sie beim BaumEntscheid Berlin e. V. tätig, der das Ende 2025 vom Abgeordnetenhaus beschlossene Berliner Klimaanpassungsgesetz erarbeitet und verhandelt hat.

„Neues entsteht überall in Berlin schwammstadtgerecht, hier hat die Stadt schon viel erreicht“, sagt Lisa Junghans. „Aber gerade für den blau-grünen Umbau des öffentlichen Raumes und des großen Gebäudebestandes braucht es einen Akteur, der umfassend berät, vermittelt und stetig für das Thema wirbt. Die Regenwasseragentur beherrscht diese Aufgabe und will sie weiter ausbauen.“

Das Land Berlin und die Berliner Wasserbetriebe danken Grit Rudas und Hanna Meyer, die seit Ende 2024 die Regenwasseragentur gemeinsam kommissarisch geleitet, ausgebaut und weiter profiliert haben, herzlich für ihren Einsatz.

Die Regenwasseragentur

Die Berliner Regenwasseragentur ist 2018 als gemeinsame Initiative des Landes Berlin und der Berliner Wasserbetriebe gegründet worden. Sie sensibilisiert für die Notwendigkeit der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung, informiert über und berät zu Fragen der Planung, Finanzierung und Umsetzung, vernetzt und organisiert Weiterbildungs- und Dialogangebote. Ihre Services richten sich an Verwaltungen, Wohnungsunternehmen, Immobilieneigentümer:innen, Planer:innen und Bürger:innen in Berlin.

Das inklusive zweier Werkstudent:innen elfköpfige Team der Regenwasseragentur hat allein im vergangenen Jahr 325 Fachberatungen sowie 110 Vorträge und Führungen durchgeführt und 25 größere Planungsprozesse fachlich begleitet, insbesondere zu den Themen Abkopplung, Wasser für das Stadtgrün und grundstücksübergreifende Lösungen für die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung. Ihre beispiellos umfangreiche Website mit konkreten Umsetzungsbeispielen, Tools, Anbietern und Fördermöglichkeiten ist 2025 mehr als 142.000 Mal besucht worden.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Das aktuelle Spülstudie zur Fußball-Weltmeisterschaft

15. Juni 2026 um 09:34

Fußball ist deshalb so spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht. Ähnlich ist es bei der Spülanalyse der Berliner Wasserbetriebe, die anhand der Wassergebrauchskurve Berlins zeigt, wann die Fußballfans der Hauptstadt massenweise den Fernseher verlassen, um zur Toilette zu gehen. Deshalb fiebern die Wasserbetriebe zur WM genauso mit wie der Rest von Fußball-Deutschland – den Blick fest auf den Fernseher und die Hand an der Pumpe (beziehungsweise am Computer, der sie steuert). So sorgen wird dafür gesorgt, dass es bei den Berliner:innen läuft, wenn auf dem Spielfeld gerade Pause ist.

Die Spülanalyse zeigt die Wassernutzung in Berlin vor, während und nach dem Spiel. Die Spannung eines Spiels und die emotionale Verbundenheit der Berliner:innen zu einer Mannschaft sind zwar Gefühle, die man schwer beschreiben kann – an der Spülkurve sind sie aber deutlich ablesbar. Während wichtiger WM-Spiele verzeichnen die BWB regelmäßig Spitzenwerte bei der Wasserabgabe: so verlassen die Werke kurz vor manchem Halbzeitpfiff rund 5.000 Liter pro Sekunde. Kurz danach kann sich der Bedarf locker verdoppeln – allerdings nur für wenige Minuten, bis die Spülkästen wieder voll sind.

Zur Spülanalyse

Übrigens: Wer beim Spülen die Spartaste drückt, braucht 70 Prozent weniger Wasser. Weitere Tipps für den Schutz des Wassers gibt es hier.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Lithium aus der Tiefe: Mobile Pilotanlage für heimische Rohstoffe

15. Juni 2026 um 08:12

Angesichts unsicherer globaler Rohstofflieferketten gewinnen heimische Ressourcen zunehmend an Bedeutung. Im Verbundprojekt RoLiXX arbeiten Forschende der Fraunhofer IEG gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft daran, Lithium aus Tiefenwässern des Norddeutschen Beckens nutzbar zu machen. Dafür entwickeln sie Verfahren, die sowohl zuverlässig arbeiten als auch flexibel an die jeweiligen Eigenschaften der Sole angepasst werden können. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 2,8 Millionen Euro geförderten Projekts wird nun eine mobile und adaptive Pilotanlage erprobt.

»Europa braucht eigene Quellen für strategische Rohstoffe. Mit RoLiXX zeigen wir, wie sich kritische Rohstoffe wie Lithium regional fördern lassen«, sagt Tilman Cremer, Projektleiter am Fraunhofer IEG. »Unser Ansatz setzt auf vorhandene Infrastruktur und auf Verfahren, die wirtschaftlich, effizient und nachhaltig sind. Mit der Erschließung der Lithiumvorkommen im Norddeutschen Becken könnte Deutschland in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Deckung des deutschen und europäischen Bedarfs einnehmen.«

Lithiumvorkommen im Norddeutschen Becken im Fokus

RoLiXX verfolgt zwei zentrale Forschungsansätze. Im geowissenschaftlichen Teil untersuchen die Projektpartner, in welchen mineralogischen Phasen Lithium im Untergrund vorkommt, unter welchen Bedingungen es freigesetzt wird und welchen Einfluss hydrothermale Prozesse, Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen sowie Gesteinsumformungen (Diagenese) haben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Verteilung und Anreicherung von Lithium in Thermalwässern des Norddeutschen Beckens besser vorherzusagen.

Im Mittelpunkt steht dabei das Rotliegend – eine rund 300 Millionen Jahre alte Gesteinsabfolge aus Sandsteinen und Vulkaniten in Tiefen von drei bis fünf Kilometern. Diese Formation gilt als besonders aussichtsreich für lithiumhaltige Tiefenwässer. Anhand von Proben und Daten bestehender Tiefbohrungen soll die Herkunft und Verteilung des Lithiums zwischen der niederländischen und der polnischen Grenze erstmals systematisch untersucht und wissenschaftlich bewertet werden.

Technische Herausforderungen der Lithiumextraktion

Der zweite Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Gewinnung von Lithium aus salzhaltigen Thermalwässern, wie sie beispielsweise in Geothermieanlagen genutzt werden. Damit eröffnet sich für die Energiewirtschaft die Möglichkeit, geothermische Wärmegewinnung mit der Förderung strategischer Rohstoffe zu verbinden. Zu den wesentlichen Herausforderungen zählen Korrosionsprozesse an metallischen Werkstoffen sowie die Ausfällung von Mineralien infolge von Druck- oder Temperaturänderungen. Solche Ablagerungen können den Betrieb von Extraktionsanlagen beeinträchtigen. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung einer wirtschaftlichen Lithiumextraktion ohne störende Feststoffbildung.

Darüber hinaus untersucht RoLiXX die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen einer heimischen Lithiumgewinnung. Geplant sind unter anderem eine Ökobilanzierung, Analysen zur gesellschaftlichen Akzeptanz, regionalökonomische Bewertungen sowie die Ableitung politischer Handlungsempfehlungen. Auf dieser Grundlage sollen Rahmenbedingungen für zukünftige Projekte im Rotliegend entwickelt werden.

Quelle: Fraunhofer IEG Im Projekt RoLiXX wird eine anpassbare Pilotanlage Lithium aus salzhaltigem Tiefenwasser gewinnen. Der Prototyp ist flexibel, um die Prozessparameter und Inhibitoren auf das Tiefenwasser an verschiedenen Einsatzorten maßgeschneidert anzupassen.

Mobile Pilotanlage für den Praxistest

Die Fraunhofer IEG übernimmt im Projekt die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die technische Anwendung. Dafür adaptieren und betreiben die Forschenden eine mobile Pilotanlage zur Gewinnung von Lithium aus salzhaltigem Tiefenwasser. Im Fokus stehen eine stabile Prozessführung ohne feste Rückstände sowie die Anpassbarkeit an unterschiedliche Wasserzusammensetzungen.

Unter realitätsnahen Bedingungen im Kubikmetermaßstab untersucht das Team Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Umweltwirkungen der Verfahren. Die Ergebnisse sollen Energieversorgern und Industrieunternehmen als Grundlage dienen, um die Kombination von Geothermie und Rohstoffgewinnung bewerten zu können.

Mit einem Gewicht von rund 250 Kilogramm und einem Volumen von etwa zwei Kubikmetern lässt sich die Anlage per Gabelstapler und Transporter an verschiedene Einsatzorte bringen.

 

 

»Unsere Pilotanlage haben wir bewusst so konzipiert, dass sie mobil ist, aber sich auch leicht an Tiefenwässer verschiedener Zusammensetzung anpassen lässt. So könnten viele Thermalwasserbetreiber rasch und einfach die Machbarkeit prüfen und die Wirtschaftlichkeit eigener Lithiumextraktion abschätzen«, erklärt Tilman Cremer.

Verbundprojekt mit Partnern aus Forschung und Industrie

RoLiXX – Rotliegend als Lithiumressource im Norddeutschen Becken – von der EXploration zur EXtraktion – ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördertes Verbundprojekt (Förderkennzeichen: 03G0941D).         Neben der Fraunhofer IEG sind das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, die TU Berlin, das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung sowie die Neptune Energy Innovations GmbH als industrieller Partner und Projektkoordinator beteiligt. Assoziierte Partner sind die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die Arbeiten unterstützen die Ziele des europäischen Critical Raw Materials Act, der eine sichere Versorgung mit strategischen Rohstoffen anstrebt. Das Gesamtfördervolumen des auf drei Jahre angelegten Projekts beträgt 2,8 Millionen Euro.


Quelle: Lithium aus Tiefenwasser – Fraunhofer IEG

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Die Wärme liegt im Wasser

12. Juni 2026 um 07:35

Kann Wärme aus Flüssen und Seen dazu beitragen, Städte künftig nachhaltiger zu beheizen? Dieser Frage widmet sich ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Hochschule Lübeck im Projekt SCET (Smart Connected Environments). Untersucht wird, ob sich Energie mithilfe von Wärmepumpen aus Lübecks Oberflächengewässern gewinnen lässt und welche Auswirkungen dies auf die Gewässerqualität hätte. Das Projekt wird im Rahmen der Maßnahme HAW-Forschungsraum Qualifizierung mit 3,9 Millionen Euro durch das BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), die GWK (Gemeinsame Wissenschaftskonferenz) und das Land Schleswig-Holstein gefördert.

Unter der Verantwortung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Karen Cabos und der Leitung von Prof. Dr. Claas Heymann entsteht an der TH Lübeck ein Forschungs- und Qualifizierungsraum für datengetriebene Vernetzung in der urbanen Umwelt-, Energie- und Klimaforschung. Kern des Vorhabens sind Echtzeitmodelle, in denen zahlreiche Umweltdaten zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage sollen künftig fundiertere Entscheidungen zur Energieversorgung in Lübeck möglich werden.

Dafür werden Daten aus den Bereichen Energie, Wetter, Ökologie und perspektivisch auch zum Nutzungsverhalten der Bevölkerung erfasst und ausgewertet.

Der gesellschaftliche Nutzen sei erheblich: „Die entwickelten Echtzeitmodelle können einen wesentlichen Beitrag für eine zuverlässige Wärmeversorgung in Lübeck leisten“, so Cabos. „Bei Bedarf können diese Modelle später auch von anderen Regionen übernommen bzw. zur Nutzung angepasst werden.“

Drei Module für Forschung, Infrastruktur und Nachwuchs

An dem Vorhaben sind acht Professoren aus allen vier Fachbereichen der TH Lübeck beteiligt. Gemeinsam wollen sie neue Ansätze für die Energiewende entwickeln und den Wirtschaftsstandort stärken.

„Unser Projekt ist dreiteilig mit einen starken Anwendungsfokus“, erläutert Heymann. „In allen drei Modulen setzen wir zudem auf die Zusammenarbeit mit vielen Partnern aus unterschiedlichsten Bereichen.“

Im ersten Modul entsteht die Daten- und KI-Infrastruktur. Dort werden Informationen aus dem Wasser-Wärme-Energie-Klima-Nexus gesammelt und mithilfe künstlicher Intelligenz aufbereitet. Das zweite Modul trägt den Namen SEEN (Smart Environment and Energy Nexus). Es nutzt die Infrastruktur des ersten Moduls, um Zusammenhänge zwischen Wasser, Energie, Wärme und Umwelt abzubilden. Ziel ist die Verknüpfung von Umwelt-, Energie- und Stadtdaten, um eine nachhaltige Energieversorgung zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Wärmeversorgung Lübecks auch unter Extrembedingungen durch intelligente Steuerung gesichert werden kann.

Das dritte Modul konzentriert sich auf die Nachwuchsförderung. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler bearbeiten eigene Forschungsvorhaben im Rahmen des Promotionszentrums Lübeck. Zudem wird hier der Wissenstransfer in die Gesellschaft organisiert.

Flusswärmepumpen als mögliche Energiequelle

Die Themen Klimawandel, erneuerbare Energien und Smart City gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade die historische Altstadt Lübecks stellt besondere Anforderungen an die Wärmewende. Klassische Maßnahmen wie Gebäudedämmung oder dezentrale Wärmepumpen lassen sich dort nur eingeschränkt umsetzen, während der Energiebedarf der historischen Gebäude hoch bleibt. Vor diesem Hintergrund werden alternative Lösungen diskutiert. Eine davon ist die Nutzung von Flusswärmepumpen.

„Wasser, auch wenn es kalt ist, enthält immer noch Energie“, so Heymann. „Diese Energie fließt an uns vorbei. Wir können sie nutzen und damit heizen.“

Echtzeitmodelle für das Zusammenspiel von Wasser, Energie und Umwelt

Um die technische Machbarkeit und mögliche Umweltfolgen zu untersuchen, werden bereits heute Daten an Trave und Wakenitz erhoben. Weitere Messstationen sollen folgen. Erfasst werden unter anderem Wetterdaten, Pegelstände und Gewässerparameter.

„Die lokalen Lübecker Gewässer sind seit mehreren Jahren Forschungsgegenstand verschiedener Arbeitsgruppen an der der TH Lübeck“, so Cabos. „In diesem neuen Projekt wird diese Expertise nun gebündelt. Wir erforschen den sogenannten Nexus Wasser, Energie, Wärme.“

Der Begriff Nexus beschreibt die enge Verknüpfung verschiedener Systeme. Veränderungen in einem Bereich wirken sich auf andere Bereiche aus. Deshalb sollen die Zusammenhänge im Gesamtsystem untersucht werden.

„Ziel ist die Simulation der Auswirkungen einer engmaschigen Hintereinanderschaltung von Oberflächenwasserwärmepumpen auf ausgewählte lokale Gewässerqualitätsparameter“, so Heymann. „Wir betrachten das Gesamtsystem der analogen Lübecker Welt.“

Wärmeversorgung und Gewässerschutz gemeinsam betrachten

Auf Basis großer Datenmengen sollen möglichst präzise Echtzeit-Analysen entstehen. Dabei geht es unter anderem um Fragen wie den künftigen Wärmebedarf, die mögliche Entnahme von Wärme aus Gewässern und den Einsatz von Wärmespeichern während Kälteperioden.

„Das Forschungsprojekt schafft auch Voraussetzungen, um die geplante Wärmeversorgung von Lübeck über Wasserwärmepumpen auch in extremen Situationen zu sichern“, so Heymann.

Zusätzlich entwickeln die Forschenden neue Messverfahren, mit denen biologische Gewässerparameter automatisch erfasst werden können. Bestandteil des Projekts ist außerdem ein intelligentes Energiemanagementsystem, das erneuerbare Energien in ein Smart Grid einspeist und die Energieverteilung in Echtzeit an den Verbrauch anpasst. Mithilfe mathematischer Modelle sollen darüber hinaus die Wechselwirkungen zwischen Wetter, Hydrologie, Hydrodynamik und Energieverbrauch besser verstanden werden.

„Mit Hilfe mathematischer Modelle zu Beziehungen zwischen Wetter, Hydrologie, der Hydrodynamik und Energieverbrauchern sind dann auch verbesserte Vorhersagen zur Auswirkung dieser Eingriffe in unsere Lübecker Gewässer möglich,“ hofft Heymann.

Forschung für die Wärmeversorgung der Zukunft

Die Forschenden haben SCET mit Blick auf aktuelle Herausforderungen entwickelt. Steigende Gewässertemperaturen, stärkere Schwankungen und häufigere Extremereignisse treffen auf den Wunsch nach einer verlässlichen und möglichst klimafreundlichen Wärmeversorgung. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen sowie die Vernetzung mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Projekts.

„Die Aufnahme in die Förderung durch das BMFTR ist deutlicher Beweis für das hohe Niveau, auf dem hier geforscht und gearbeitet wird“, so Cabos.

Mit dem Forschungsraum SCET soll untersucht werden, wie eine koordinierte und sichere Wärmeversorgung über Oberflächengewässer künftig möglich sein könnte. Die Ergebnisse könnten dabei auch für andere Städte von Interesse sein.


Quelle: TH Lübeck: Gemeinsam für Klimaschutz und nachhaltige Energiesysteme

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Neue StoryMap zeigt Forschungsergebnisse und Methoden im Ahrtal

12. Juni 2026 um 07:27

Das Forschungsprojekt „Monitoring der Gewässerwiederherstellungsmaßnahmen an der Ahr nach der Flutkatastrophe (MonAHR)“ hat eine interaktive ArcGIS StoryMap veröffentlicht, die ab sofort online verfügbar ist. Sie ermöglicht Interessierten einen anschaulichen Einblick in das laufende Forschungsvorhaben im Ahrtal und bereitet wissenschaftliche Inhalte gebündelt und interaktiv auf.

Das MonAHR-Projekt ist eine Forschungskooperation des Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, der Universität Koblenz und der Hochschule Koblenz. Finanziert und unterstützt wird es durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, den Landkreis Ahrweiler sowie die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Wissenschaftliche Begleitung des Wiederaufbaus

Nach dem extremen Hochwasser an der Ahr im Jahr 2021 sind umfangreiche Maßnahmen zum Wieder- und Neuaufbau der Infrastruktur erforderlich. In diesem Zusammenhang werden auch Maßnahmen zur Gewässerwiederherstellung umgesetzt. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich die ökologischen Prozesse und der Zustand der Ahr im Zuge dieser Maßnahmen entwickeln.

Die veröffentlichte ArcGIS StoryMap erläutert das Forschungsvorhaben und die eingesetzten Methoden. Besonders hervorzuheben sind interaktive Karten, die Veränderungen in der Region anhand von Luftbildern vor und nach der Flut sichtbar machen. Nutzer*innen können die Entwicklungen im Ahrtal dadurch unmittelbar nachvollziehen. Darüber hinaus werden die wissenschaftlichen Methoden des Projekts sowie die eingesetzten Messgeräte vorgestellt. Bilder und begleitende Erläuterungen zeigen, wie Daten erhoben werden und welche Technologien dabei zum Einsatz kommen.

Offener Zugang zu Forschungsergebnissen

Mit der Veröffentlichung der ArcGIS StoryMap schafft das MonAHR-Projekt einen offenen Zugang zu seiner Forschungsarbeit und stärkt den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit. Die Plattform soll künftig kontinuierlich erweitert werden. Perspektivisch sollen dort auch aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht und bereitgestellt werden.

Mit Fokus auf den besonders stark betroffenen Mittel- und Unterlauf der Ahr ergänzen die wissenschaftlichen Partner*innen das bereits bestehende behördliche Monitoringnetz. Dabei werden fortlaufend Daten zur Entwicklung der Gewässerstrukturen, der physikalisch-chemischen Wasserqualität sowie der Artgemeinschaften erhoben. Auf diese Weise wird die Entwicklung der Ahr während der Umsetzung der Wiederherstellungsmaßnahmen wissenschaftlich begleitet.

Ziel: Die Entwicklung des Ökosystems verstehen

MonAHR verfolgt das Ziel, die Entwicklung des Lebensraums Ahr mit seinen Strukturen, Prozessen und Artgemeinschaften sowie den daraus resultierenden Ökosystemleistungen und dem ökologischen Bewertungszustand besser zu verstehen. Dieses Wissen ist notwendig, um Handlungsalternativen bei Neubau- und Wiederherstellungsmaßnahmen bewerten und Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Ahr erstellen zu können.

Zum Projekt

Quelle: Ahrtal-Projekt veröffentlicht Storymap um Gewässerentwicklung anschaulich darzustellen

 

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Rettungsplan für Europas Seegraswiesen

11. Juni 2026 um 08:00

Seegraswiesen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen Europas. Sie filtern das Meerwasser, speichern Kohlenstoff, bieten zahlreichen Tierarten Schutz und Nahrung und dämpfen die Kraft von Wellen an den Küsten. Dennoch sind Seegraswiesen in vielen europäischen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Steigende Wassertemperaturen, Algenwachstum, Küstenbebauung und intensive Nutzung setzen den Unterwasserwiesen zu.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die European Seagrass Restoration Alliance (ESRA) nun erstmals europaweite Empfehlungen für den Schutz, die Wiederansiedlung und das Management von Seegraswiesen veröffentlicht. Die „European Seagrass Recommendations 2026“ wurden von mehr als 50 Forschenden aus 17 Ländern gemeinsam erarbeitet. Sie bilden den ersten europaweiten wissenschaftlichen Konsens darüber, wie Seegraswiesen künftig geschützt, überwacht und wiederhergestellt werden können.

„Wir verfügen über die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Werkzeuge, um das Blatt zu wenden“, sagt Dr. Esther Thomsen, Meeresbiologin am GEOMAR, die an der Ausarbeitung der Empfehlungen beteiligt war.Ihre Kollegin Dr. Maike Paul vom Ludwig-Franzius-Institut der Leibniz Universität Hannover ergänzt: „Um Seegraswiesen erfolgreich zu schützen und wiederherzustellen, braucht es den politischen Willen und entsprechende Rahmenbedingungen. Die Empfehlungen bieten hierfür einen klaren, evidenzbasierten Fahrplan.“ Sie können dazu beitragen, die Umsetzung der EU Wiederherstellungsverordnung zu erleichtern, sind aber gleichermaßen auf Nicht-Mitgliedstaaten anwendbar.

Ganzheitliche Maßnahmen

Die Empfehlungen decken den gesamten Prozess der Wiederherstellung von Seegraswiesen ab. Dazu gehören der Schutz bestehender Bestände, die Verringerung menschlicher Belastungen, großflächige Wiederansiedlungsmaßnahmen, langfristige Überwachung sowie der Aufbau nachhaltiger Quellen für Pflanzmaterial. Darüber hinaus fordern die Autor:innen eine bessere Verzahnung von Umweltpolitik und praktischer Umsetzung, vereinfachte Genehmigungsverfahren und eine langfristige Finanzierung. Auch die Einbindung lokaler Gemeinschaften, transparente Datennutzung und gemeinsame ethische Standards spielen eine wichtige Rolle.

Von Frankreich bis in die Niederlande

Die Empfehlungen wurden im Anschluss an den zweiten European Seagrass Restoration Workshop im April 2025 in Frankreich entwickelt und bei einem Autor:innentreffen im Februar 2026 in den Niederlanden fertiggestellt. Sie stehen im Einklang mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen und dem Globalen Rahmenwerk für Biodiversität von Kunming-Montreal. Prof. Dr. Thorsten Reusch vom GEOMAR begleitete den Prozess als wissenschaftlicher Gutachter.

Wie wichtig die europäische Vernetzung beim Thema Seegraswiesen ist, betont Esther Thomsen: „Alleine können wir nur kleine Schritte gehen, aber gemeinsam können wir so viel mehr bewirken!“

Die ESRA fördert dafür die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg und hilft, Forschung und Politik besser miteinander ins Gespräch zu bringen. Die jetzt gemeinsam formulierten Empfehlungen stärken das wachsende Bewusstsein und unterstützen die Akteure dabei, Seegraswiesen effektiv und verantwortungsvoll wiederherzustellen.

European Seagrass Restoration Alliance (ESRA)

Die European Seagrass Restoration Alliance (ESRA) ist eine Kooperationsplattform, die eine Brücke zwischen Forschung und groß angelegter Renaturierungspraxis schlägt. Die ESRA bietet der europäischen Gemeinschaft für Seegrasrenaturierung eine Plattform für die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch.

Originalpublikation:
Govers, L., Fauvel, T., Mayot, N., Lilley, S. J., & Lilley, R. (2026). European Seagrass Recommendations 2026 – On the future of seagrass restoration in Europe (Version 2026). Zenodo.
https://doi.org/10.5281/zenodo.20055164

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Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz

10. Juni 2026 um 07:22

In Norwegen wurden von Bluegreen mehrere vollständig geschlossene, schwimmende Aquakulturanlagen aus Polyethylen für FishGlobe gebaut. AGRU lieferte dafür tragende Kunststoffhalbzeuge sowie Rohrleitungen. Die Anlagen ermöglichen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen maritimen Bedingungen.

Hohe Anforderungen an Material und Konstruktion

Der Dauerbetrieb auf See stellt hohe Anforderungen an die eingesetzten Werkstoffe. Salzwasser, UV-Strahlung, starke Temperaturschwankungen und permanente Belastungen durch Wellengang wirken dauerhaft auf die Anlagenstruktur ein. Zum Einsatz kam daher PE 100-RC, das gegenüber langsamem Risswachstum besonders widerstandsfähig ist und auch bei Kerbbeanspruchung eine höhere Robustheit als konventionelles PE-HD aufweist. Für großvolumige Anlagen mit bis zu 30.000 m³ Volumen bietet dies zusätzliche Sicherheit.

Da Polyethylen gegenüber Seewasser korrosionsbeständig ist, sind Beschichtungen oder andere Korrosionsschutzmaßnahmen nicht erforderlich. Für den Einsatz unter den klimatischen Bedingungen des Roten Meeres wurde das Material zusätzlich mit UV-Stabilisatoren und Antioxidantien ausgestattet.

Verschweißte PE-Konstruktion mit großformatigen Bauteilen

Die Behälterhülle besteht aus einer doppelwandigen Sandwich-Konstruktion aus verschweißten Polyethylen-Platten. Die großformatigen Platten wurden vor Ort gebogen und mittels Heizelement-Stumpfschweißung sowie Extrusionsschweißung verbunden.

Durch die Verwendung großer Halbzeuge konnte die Anzahl der Schweißnähte und damit potenzieller Schwachstellen reduziert werden. Für das Projekt lieferte AGRU rund 600 Tonnen hoch UV-stabilisierte PE-100-RC-Platten im Format 5 × 2 Meter mit einer Stärke von bis zu 50 Millimetern. Ergänzt wurde der Lieferumfang durch Schweißdrähte sowie mehr als 200 Meter PE-100-RC-Druckrohre DN 1200 für die Zu- und Abführung von Seewasser.

Geschlossenes System für kontrollierte Fischproduktion

Das Betriebskonzept der Anlagen ist technisch und biologisch geschlossen. Seewasser wird aus Tiefen von 45 bis 50 Metern angesaugt und gefiltert. Dadurch lassen sich oberflächennahe Belastungen und parasitäre Einträge reduzieren, während gleichzeitig stabilere Temperaturbedingungen genutzt werden können. Futterreste und Exkremente werden innerhalb der Anlage erfasst und gezielt abgeführt. Die glatten PE-Oberflächen erleichtern Reinigung und Hygienemanagement, da sich Bewuchs und Mikroorganismen weniger stark anlagern. Ein integrierter Strömungskanal sorgt für eine gleichmäßige Wasserführung.

Das von FishGlobe entwickelte „Closed-Containment-Konzept“ wurde von Bluegreen umgesetzt. Ende September 2025 wurden die Anlagen FishGlobe 3.5K (3.500 m³) und FishGlobe 10K (10.000 m³) zu Wasser gelassen. Nach Inspektion und Erprobung wurden sie an einen Kunden in Saudi-Arabien überführt.

AGRU begleitete das Projekt als Werkstoff- und Systempartner und unterstützte neben der Materiallieferung auch mit anwendungstechnischer Beratung, Schweißtechnik und Lieferlogistik. Bereits in der Planungsphase brachte das Unternehmen seine materialtechnische Expertise ein. Parallel läuft die Vorbereitung der bislang größten Anlage des Systems, der FishGlobe 30K mit einem Volumen von 30.000 m³.

„Die enge Zusammenarbeit und das tiefe Verständnis von AGRU für die Herausforderungen von Kunststoffprodukten in maritimen Umgebungen haben maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen“, sagt Albert Lueghamer, Head of Technical Department bei AGRU.


Quelle: Agru

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Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik

09. Juni 2026 um 13:17

Ein internationales Forschungsteam hat die genetische Vielfalt von am Meeresboden lebenden Flohkrebsen im neu eingerichteten Meeresschutzgebiet „North Atlantic Current and Evlanov Sea basin“ (NACES) untersucht. Bereits eine einzelne Probenahme aus knapp 3.700 Metern Tiefe ergab 47 genetisch unterscheidbare Arten. Hochrechnungen deuten auf mehr als 120 Arten in dem Gebiet hin, von denen viele bislang wissenschaftlich nicht beschrieben wurden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Biodiversität der Tiefsee deutlich unterschätzt wird.

Flohkrebse als Schlüssel zur Erforschung der Artenvielfalt

Flohkrebse (Amphipoden) sind kleine, garnelenähnliche Krebstiere, die in zahlreichen Meeres- und Süßwasserlebensräumen vorkommen und eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Substanz spielen.

„Amphipoden tragen ihren Nachwuchs in einem Brutbeutel. Durch das fehlende Larvenstadium und die meist nur kurzen Schwimmdistanzen können sich Flohkrebse nur eingeschränkt ausbreiten. Das macht sie besonders wertvoll für Untersuchungen zur Biogeografie, also für die Frage, wie sich Arten räumlich über die Erde verteilen“, erklärt Dr. habil. Anne-Nina Lörz von Senckenberg am Meer in Hamburg.

Gemeinsam mit einem polnisch-österreichisch-deutschen Forschungsteam untersuchte sie die Verbreitung der Tiere im NACES-Gebiet. Das Schutzgebiet im Nordostatlantik umfasst rund 600.000 Quadratkilometer internationale Gewässer und zählt zu den größten Meeresschutzgebieten weltweit.

„Ursprünglich wurde das Areal zum Schutz wichtiger Nahrungsgebiete von Seevögeln eingerichtet. Später erkannte man jedoch auch die große Bedeutung der Tiefsee mit ihren empfindlichen Ökosystemen, weshalb das Schutzgebiet 2023 auch auf den Meeresboden ausgeweitet wurde“, erläutert die Erstautorin der Studie Lörz.

Überraschend viele Arten in großer Tiefe

Für die Studie analysierten die Forschenden 253 DNA-Sequenzen von Flohkrebsen. Die Proben stammten unter anderem aus dem NACES-Gebiet, der Labradorsee, den Azoren sowie weiteren Regionen des Atlantiks, Pazifiks, Indischen Ozeans und der Antarktis. Sie wurden überwiegend während der IceDivA-2-Expedition im Jahr 2021 mit dem Forschungsschiff SONNE gesammelt. Allein eine Probenahme aus 3.677 Metern Tiefe im NACES-Gebiet lieferte 47 genetisch unterscheidbare Arteneinheiten aus 98 Individuen.

„Unsere Hochrechnungen deuten sogar darauf hin, dass dort über 120 Arten leben. Das zeigt: Selbst auf kleinem Raum ist die Artenvielfalt am Meeresboden überraschend hoch“, fügt die Meeresforscherin hinzu und fährt fort: „Die meisten dieser genetischen Einheiten konnten keiner bekannten Art zugeordnet werden – viele sind vermutlich bislang unbeschrieben, also neu für die Wissenschaft.“

Neue Arten und unerwartete Verbreitung

Zwei der neu entdeckten Arten wurden inzwischen wissenschaftlich beschrieben und benannt: Cleonardo helga und Cleonardo davinci. Besonders bemerkenswert war für das Forschungsteam jedoch, dass sich die neuen Arten auch in weit entfernten Meeresregionen nachweisen ließen, darunter im rund 10.000 Kilometer entfernten Pazifik. Möglich wurde dies durch den Vergleich genetischer Daten aus früheren Expeditionen. Dabei zeigte sich, dass die Sequenzen der neu beschriebenen Arten mit bereits vorhandenen, bislang nicht näher bestimmten Proben übereinstimmten.

„Dass wir genetische Übereinstimmungen mit Proben aus weit entfernten Ozeanregionen gefunden haben, zeigt, wie wenig wir bislang über die tatsächliche Verbreitung dieser Arten wissen“, erklärt die Forscherin. „Offenbar sind manche Amphipoden sehr viel weiter verbreitet, als wir bislang angenommen hatten.“

Herausforderungen für den Schutz der Tiefsee

Der Rückgang mariner Arten durch menschliche Einflüsse gefährde wichtige Leistungen der Ozeane, darunter die Nahrungsversorgung und die Speicherung von Kohlenstoff, erklärt Lörz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Rahmen des 2022 verabschiedeten Biodiversitätsabkommens das Ziel formuliert, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen.

Die Umsetzung dieses sogenannten 30×30-Ziels sei insbesondere in der Hochsee schwierig. Diese Bereiche seien großflächig, schwer zugänglich und bislang nur unzureichend erforscht. Zudem stünden derzeit weniger als ein Prozent der Hochseegebiete unter strengem Schutz. Die vorliegende Studie könne die Artenvielfalt im NACES-Gebiet zwar nur ausschnittweise abbilden, die Ergebnisse deuteten jedoch darauf hin, dass die hohe Biodiversität kein Einzelfall sei, sondern auch für andere Tiefseegebiete typisch sein könnte. Nach Ansicht des Forschungsteams wird die Artenvielfalt der Tiefsee bislang unterschätzt, da viele Arten noch unbeschrieben sind, kryptische Arten existieren und frühere Untersuchungen häufig ohne genetische Analysen durchgeführt wurden.

„Unsere Kombination aus DNA-Analysen und Morphologie zeigt, dass die Tiefsee eine extrem hohe biologischen Vielfalt birgt. Gleichzeitig gehört sie zu den am wenigsten erforschten Lebensräumen der Erde. Dieses Wissensdefizit erschwert wirksame Schutz- und Managementmaßnahmen, insbesondere angesichts zunehmender Belastungen durch Rohstoffabbau, Verschmutzung und Klimawandel“, resümiert Lörz.


Originalpublikation: Frontiers | From local discovery to global insights: deep-sea amphipod diversity in a high-seas marine protected area and its conservation implications

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Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird

09. Juni 2026 um 08:10

Im internationalen Forschungsprojekt DAMAST untersuchen deutsche, georgische und armenische Partner die sicherheitsrelevanten Prozesse rund um den Enguri-Staudamm. Ziel des Projekts ist die Entwicklung übertragbarer Monitoring- und Sicherheitskonzepte für Talsperren in erdbebengefährdeten Regionen.

Sensibles Messnetz installiert

Im Fokus der Forschungsarbeit stehen moderne Überwachungstechnologien, mit denen kleinste Veränderungen an der Staumauer und im umliegenden Gestein frühzeitig erkannt werden können. Dafür wurde rund um den Enguri-Staudamm ein neues seismisches Messnetz installiert, das selbst schwache Mikrobeben registriert. Die Forscher analysieren unter anderem, wie sich Wasserstandsschwankungen im Reservoir auf die lokale Seismizität auswirken.

Darüber hinaus kommen radarbasierte Deformationsmessungen zum Einsatz. Mithilfe eines Ground-based Synthetic Aperture Radar (GB-SAR) lassen sich Bewegungen der Staumauer mit einer Genauigkeit im Millimeterbereich erfassen. Die Messungen erfolgen teilweise in Echtzeit und liefern wichtige Erkenntnisse über Belastungen durch Wasserdruck, Temperaturänderungen oder geologische Prozesse.

Zur Projekt-Website

Herausfordernder Forschungsstandort

Die Forschungsarbeiten sollen dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die langfristige Betriebssicherheit großer Wasserkraftanlagen zu verbessern. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und der wachsenden Bedeutung von Wasserkraft im Zuge der Energiewende gewinnt die Überwachung kritischer Wasserinfrastrukturen weltweit an Bedeutung.

Hinzu kommt die besondere geopolitische Lage der Anlage: Der Enguri-Staudamm liegt auf georgisch kontrolliertem Gebiet, während zentrale Teile des Wasserkraftwerks in Abchasien liegen. Damit ist der Betrieb der Infrastruktur auf eine funktionierende Zusammenarbeit über eine politisch hoch sensible Grenze hinweg angewiesen.

Gerade deshalb gilt der Enguri-Staudamm nicht nur als technisches, sondern auch als politisches Schlüsselbauwerk. Er verbindet Fragen der Energieversorgung, der Versorgungssicherheit und der regionalen Stabilität. Die Anlage zeigt exemplarisch, wie eng kritische Wasser- und Energieinfrastruktur mit geopolitischen Konfliktlagen verknüpft sein kann.

Das Projekt DAMAST gewinnt vor diesem Hintergrund zusätzliche Bedeutung: Die wissenschaftlichen Untersuchungen liefern nicht nur Erkenntnisse zur Alterung, Sedimentation und seismischen Belastung des Bauwerks, sondern schaffen auch eine fachliche Grundlage für einen langfristig sicheren Betrieb dieser grenzüberschreitend relevanten Infrastruktur.


Weiterführende Informationen:
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Wenn Gerüche zur Belastung werden

08. Juni 2026 um 08:00

Was viele zunächst als bloßes Ärgernis wahrnehmen, kann sich zu einem ernsthaften Problem für Lebensqualität, Gesundheit und Stadtentwicklung entwickeln. Zahlreiche Kommunen verzeichnen regelmäßig Beschwerden über Geruchsbelastungen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und während warmer Witterungsphasen.

„Gerüche sind die unterschätzte Form der Umweltverschmutzung“, sagt Christian Elmauer aus der Geschäftsführung der coalsi GmbH. „Sie wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden und beeinträchtigen die Wahrnehmung des gesamten Umfelds.“

Ursachen unter der Erde

Ein wesentlicher Ursprung vieler Geruchsprobleme befindet sich in der Kanalisation. Dort entstehen durch biologische Prozesse Gase wie Schwefelwasserstoff. Diese sind nicht nur für den typischen Kanalgeruch verantwortlich, sondern greifen langfristig auch die Infrastruktur an. Korrosion und Schäden an Leitungen führen zu hohen Folgekosten für Städte und Gemeinden. Durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft sich die Situation zusätzlich. Steigende Temperaturen begünstigen die Geruchsbildung, während Starkregenereignisse die Systeme belasten und zu vermehrten Emissionen führen.

Obwohl die Relevanz des Themas zunimmt, wird es in der öffentlichen Diskussion bislang vergleichsweise selten aufgegriffen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Städte und Gemeinden, die Lebensqualität zu erhalten und Beschwerden ernst zu nehmen – insbesondere im Wettbewerb um Einwohner, Touristen und Unternehmen.

„Gerüche entscheiden mit darüber, wie wir Orte wahrnehmen, ob wir uns dort wohlfühlen“, sagt Elmauer.

Das Thema gehöre stärker auf die Agenda.

Grenzen herkömmlicher Lösungen

Die Bekämpfung von Gerüchen ist technisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele herkömmliche Systeme arbeiten mit losen Aktivkohleschüttungen und einfachen Geruchsverschlüssen. Diese Lösungen stoßen jedoch häufig an ihre Grenzen. Feuchtigkeit und Verschmutzungen können dazu führen, dass die Schüttungen versotten oder sich verdichten. Dadurch wird der Luftaustausch im Kanal erheblich beeinträchtigt oder sogar vollständig unterbunden. Hinzu kommt, dass der Austausch des Filtermaterials oftmals aufwendig ist. Die eingeschränkte Belüftung erhöht zugleich die Gefahr von Korrosionsschäden im Kanalsystem.

Moderne Filtersysteme setzen deshalb auf kompakte, strukturstabile Filtermatten mit aufgebrachter Aktivkohle. Durch ein modulares Siphon-System bleiben die Matten dauerhaft sauber und trocken, sodass die Aktivkohle ihre Wirkung ungehindert entfalten kann.

Auch bei langen Betriebszeiten besteht keine Gefahr von Verschluss oder Verdichtung. Der notwendige Luftaustausch im Kanal bleibt erhalten, wodurch die Belüftung des Systems sichergestellt und Korrosionsschäden wirksam vorgebeugt werden können.

Nachhaltige Lösungen für Infrastruktur und Umwelt

Die coalsi GmbH hat sich auf solche hybriden Filtersysteme spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Münchner Umland entwickelt modulare Lösungen, die sich an die jeweilige Belastungssituation anpassen lassen – von punktuellen Anwendungen in der Kanalisation bis hin zu komplexeren Anforderungen in Prozessen und kommunaler Infrastruktur.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit. Durch den gezielten Abbau korrosiver Gase können Schäden an Bauwerken und Leitungen verhindert werden (MIC-Korrosion). Dadurch verlängern sich Wartungsintervalle und die Kosten für Sanierung und Instandhaltung lassen sich reduzieren.

„Die Technologie ist heute so weit, dass sich Geruchsprobleme in vielen Fällen vollständig und nachhaltig lösen lassen“.

Die Herausforderung sei weniger die Technik als vielmehr, die Sache rechtzeitig anzupacken. Da sind sich wohl alle Experten einig: Um Städte und Arbeitsumgebungen langfristig lebenswert zu halten, muss das Thema Geruch stärker in den Fokus rücken – als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung der Umweltqualität.


Quelle: Lösungen zum Thema Geruchsprobleme Kanal von COALSI

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Neue Webtools machen Klimafolgen für Wald, Landwirtschaft und Gewässer sichtbar

05. Juni 2026 um 07:16

Der Klimawandel trifft alle Bereiche, die direkt von natürlichen Ressourcen abhängen. Wälder geraten unter Druck, Gewässer verändern sich, und landwirtschaftliche Erträge werden unsicherer. Im Rahmen des Forschungsprogramms National Centre for Climate Services NCCS ist nun eine Wissensplattform entstanden, um den Sektoren Forstwirtschaft, Wassermanagement und Landwirtschaft ihre Planung im Klimawandel zu erleichtern.

Eine Reihe von Webapps macht dafür die Auswirkungen des Klimawandels auf wichtige Leistungen der Natur sichtbar und stellt Entscheidungsgrundlagen bereit.

Gewässernutzung planen

Der Klimawandel verändert die Niederschlagsmuster in der Schweiz: weniger im Sommer und mehr im Winter, und dies öfter als Regen statt Schnee. Trockenheit beeinträchtigen die Trinkwasserversorgung, die Ernteerträge und die Energieproduktion. Hochwasser hingegen spülen Sedimente und Nährstoffe weg, was zum Beispiel Seen überdüngen und Kraftwerke verstopfen kann.

Forschende der Universität Genf haben die App AquaREL entwickelt, die diese Veränderungen aufzeigen und prognostizieren kann. Sie zeigt, wie sich drei zentrale Aspekte der Gewässer verändern:

  • die verfügbare Wassermenge (Abfluss),
  • die Nährstofffracht (Eintrag von Stickstoff und Phosphor),
  • die Sedimentfracht (Eintrag von Bodenmaterial).

AquaREL stellt diese Informationen auf Karten dar – für die ganze Schweiz und für verschiedene Regionen. Nutzerinnen und Nutzer können sehen, wo sich die Situation künftig verbessert oder verschlechtert. Die Ergebnisse basieren auf wissenschaftlichen Modellen und liefern eine erste Einschätzung möglicher Entwicklungen.

Die App richtet sich sowohl an Fachleute aus Verwaltung, Planung und Forschung als auch an die interessierte Öffentlichkeit. Sie soll helfen, Risiken früh zu erkennen und die Wasserbewirtschaftung an den Klimawandel anzupassen, und unterstützt so fundierte Entscheidungen für den Umgang mit unseren Gewässern.

Wälder stärken

Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall sind in den Schweizer Wäldern häufiger geworden. Die wirtschaftlich wichtigen Fichten sterben vielerorts im Mittelland oder müssen früher als geplant gefällt werden. Viele Schutzwälder sind zu einförmig und überaltert, was sie anfällig für Stürme und Schädlingsbefall macht. Förster und Fachstellen wollten besser verstehen, wie sich Wälder unter dem Klimawandel verändern – sowohl im Detail vor Ort als auch im grossen Zusammenhang. Hierbei hilft die von der ETH Zürich entwickelte ForClim-App.

Sie beruht auf einem dynamischen Modell, zeigt also nicht nur einen Zustand, sondern die Entwicklung eines Waldes über die Zeit. Nutzerinnen und Nutzer geben einige Angaben zu ihrem Waldbestand ein. Daraus berechnet das Modell, wie sich dieser unter verschiedenen Klimaszenarien entwickeln würde.

„Mit unserer App können Forstbetriebe oder Waldplanende das Schicksal ihrer Bestände sehen. Es gibt Bestände, wo der heutige Holzvorrat bereits in 20 oder 30 Jahren zusammenbrechen könnte“, sagt Harald Bugmann von der ETH Zürich.

Ziel ist es, Entscheidungen im Wald besser zu planen, etwa welche Baumarten gefördert werden sollen oder wann Eingriffe sinnvoll sind.

Die App FORTE liefert dagegen einen grossräumigen Überblick. Sie zeigt auf Karten, wie sich Wälder und ihre Ökosystemleistungen unter dem Klimawandel verändern könnten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Baumarten, sondern auch um die vielen verschiedenen Funktionen des Waldes. Die Entwicklung der App geht auf konkrete Bedürfnisse aus der Praxis zurück. So wollte zum Beispiel die Kantonsoberförsterkonferenz wissen, wie sich die Multifunktionalität der Wälder durch den Klimawandel verändert. Damit ist gemeint, dass Wälder mehrere Leistungen gleichzeitig erfüllen – etwa Holz liefern, Lebensraum bieten und vor Naturgefahren schützen. Die App richtet sich besonders an Politik und Planung, die solche Entwicklungen auf regionaler Ebene beurteilen müssen.

Landwirtschaft im Klimawandel

Der Klimawandel verändert die Grundlagen der Landwirtschaft schon heute. Längere Wachstumszeiten, mehr Hitze und häufigerer Wassermangel beeinflussen Pflanzen, Tiere und die Arbeit auf dem Hof. Die Sicherheit von Erträgen und Einkommen sinken: In besonders trockenen Sommern kommt es zu Ernteausfällen, während einzelne Kulturen – etwa Wintergerste –von wärmeren Wintern profitieren. Gleichzeitig verändern sich ökologische Wechselwirkungen, etwa zwischen Pflanzen und Bestäubern wie Wildbienen.

Die App CLIMAGS, die Forschende von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, entwickelt haben, macht diese Veränderungen sichtbar. Sie zeigt, wie sich in verschiedenen Regionen der Schweiz wichtige Ökosystemleistungen der Landwirtschaft künftig verändern könnten. Dazu gehören Erträge von Ackerkulturen und das Grünland und deren Schwankungen, das Bestäubungspotenzial und der Kohlenstoff im Boden. Nutzerinnen und Nutzer können sehen, wie sich ihre Region im Vergleich zu anderen entwickelt und wie sich die Bedingungen in Zukunft verändern könnten.

Die App liefert keine konkreten Handlungsempfehlungen für einzelne Betriebe. Sie entstand auf Wunsch von Ämtern als Grundlage, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft besser zu verstehen und einzuordnen.

„Der Klimawandel kommt zum allgemeinen Strukturwandel hinzu“, sagt Pierluigi Calanca von Agroscope. „Unsere App kann Grundlagen liefern, um neue Wege einzuschlagen und Diskussionen in der Praxis wie auch in Politik und Gesellschaft anzustossen.“

NCCS: das Netzwerk für Klimadienstleistungen

Als nationales Koordinations- und Innovationsorgan und Wissensdrehscheibe unterstützt das NCCS klimakompatible Entscheidungsfindungen, um Risiken zu minimieren, Chancen zu maximieren und Kosten zu optimieren. Im NCCS-Programm „Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit dem Klimawandel in der Schweiz: Informationen zu sektorenübergreifenden Themen“ (NCCS-Impacts) wurden von 2022 bis 2026 in mehreren sektorübergreifenden Projekten praxisnahe Klimadienstleistungen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Diese sollen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft und Forschung als Entscheidungsgrundlage für Massnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Ausstoss und zur Anpassung an den Klimawandel dienen. Das Programm NCCS-Impacts wird von allen Mitgliedern des NCCS gemeinsam getragen. Mit einer Gesamtschau stehen ab Herbst 2026 sämtliche Ergebnisse gebündelt zur Verfügung.

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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
WSL-Kontakte
Dr. Astrid Björnsen
Co-Programmleiterin Extremes/Stab
astrid.bjoernsen@wsl.ch

Prof. Dr. Arthur Gessler
Leiter Forschungseinheit Wald- und Bodenökologie
arthur.gessler@wsl.ch

Externe Kontakte:
Wald: Harald Bugmann, Professur für Waldökologie, ETH Zürich, harald.bugmann@env.ethz.ch

Klima und Landwirtschaft: Pierluigi Calanca, Agroscope, pierluigi.calanca@agroscope.admin.ch
Bestäuber: Sibylle Stöckli, Agroscope, sibylle.stoeckli@agroscope.admin.ch

Wasser: Anthony Lehmann, Institute for Environmental Sciences, Universität Genf, anthony.lehmann@unige.ch (Französisch, Englisch)


Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

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