❌

Normale Ansicht

Received yesterday — 19. Oktober 2026GWF – News

Münchner Runde 2026: Kanalsanierung zwischen Investitionsdruck und Klimaanpassung

19. Oktober 2026 um 09:27

Die 23. Münchner Runde, das Expertenforum für Kanalsanierung, brachte am 15. Oktober 2026 in Fürstenfeldbruck Fachleute aus Wasserwirtschaft, Kommunen, Forschung und Industrie zusammen. Im Mittelpunkt standen die Zukunftsfähigkeit der Kanalnetze, innovative Sanierungstechnologien und die Anpassung der Wasserinfrastruktur an den Klimawandel.

Klimawandel erhöht den Handlungsdruck

Bereits zur Eröffnung betonte Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert, dass Klimaanpassung zunehmend zu einer kommunalen Kernaufgabe werde. Wie dringend der Handlungsbedarf ist, verdeutlichte Regina Paas vom Bundesumweltministerium (BMUKN). Nach ihren Angaben meldeten im Sommer 2026 rund 70 % der Wasserversorger extreme Verbrauchsspitzen. 16 % erreichten oder überschritten zeitweise ihre Belastungsgrenze.

Ein grundlegendes Problem sei die geringe öffentliche Wahrnehmung wasserwirtschaftlicher Infrastruktur. Paas charakterisierte diese mit den Worten „Unsichtbar, unauffällig, unverstanden“. Während Leitungen und Kanäle unter der Erde verborgen bleiben, werde auch der Nutzen vorsorgender Investitionen häufig unterschätzt.

Milliardenbedarf für die Kanalsanierung

Welche finanziellen Herausforderungen auf die Kommunen zukommen, verdeutlichten Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf. Rund 20 % der öffentlichen Kanalisation in Bayern sind sanierungsbedürftig. Der Investitionsbedarf wird auf acht bis neun Milliarden Euro geschätzt. Vorgestellt wurden auch die Fördermöglichkeiten im Rahmen der RZWas 2025.

Dass technische Innovationen zur wirtschaftlichen Sanierung beitragen können, zeigten Martin Orschekowski von der Stadtentwässerung Homburg und Roman Debes von Kanaltechnik DF-ING. Angesichts steigender Kosten für die offene Bauweise gewinnen grabenlose Sanierungsverfahren an Bedeutung. Entscheidend sei dabei, „Haupt- und Seitenkanal als ein System“ zu betrachten.

Auch Druckleitungen benötigen mehr Aufmerksamkeit. Karin Sprengard von AWA-Ammersee verwies auf den hohen Wartungsbedarf und mögliche Energieeinsparungen von bis zu 20 % durch optimierte Be- und Entlüftung.

Regenwasser zurückhalten statt ableiten

Die kommunale Klimaanpassung beginnt bereits bei der Stadtplanung. Victoria von Minnigerode von der Rödl GmbH plädierte dafür, Starkregenvorsorge, Hochwassergefahrenkarten und blau-grüne Infrastruktur stärker in die Bauleitplanung einzubinden.

Wie sich Niederschlagswasser dezentral bewirtschaften lässt, zeigte Max Husemann von Optigrün. Sein Ansatz: „Wasser muss gar nicht erst abwasserwirksam werden.“ Retentionsdächer mit integrierten Wasserspeichern können Niederschläge zurückhalten und durch Verdunstung zur Kühlung urbaner Räume beitragen.

Digitalisierung und KI optimieren den Netzbetrieb

Auch die datenbasierte Bewirtschaftung bestehender Kanalnetze spielte eine wichtige Rolle. Annabella Reinke von Pluvion erläuterte, wie sich Fremdwassereinträge durch die Kombination von Messdaten, Netzkenntnis und Vor-Ort-Untersuchungen gezielt lokalisieren lassen. Ihre Handlungsempfehlung: „Erfassen, eingrenzen, verifizieren, handeln.“

Welche Potenziale künstliche Intelligenz bietet, demonstrierten Prof. Günter Müller-Czygan von der Hochschule Hof und Robert Köllner von den Stadtwerken Jena anhand des Projekts InSchuKA4.0. Das System verbindet historische Betriebsdaten, Wetterprognosen und Echtzeitmessungen, um Abwasserströme vorausschauend zu steuern. Ziel ist es, vorhandene Rückhaltekapazitäten effizienter zu nutzen und Gewässerbelastungen zu reduzieren.

Fazit: Bestehende Infrastruktur intelligent weiterentwickeln

Die Münchner Runde 2026 machte deutlich: Die Zukunft der Kanalsanierung liegt nicht allein im Neubau und der Instandsetzung. Entscheidend wird sein, bestehende Netze systematisch zu modernisieren, Regenwasser dezentral zu bewirtschaften und digitale Technologien stärker in den Betrieb einzubinden. Dafür brauchen Kommunen langfristige Investitionsstrategien, qualifiziertes Personal und geeignete Förderinstrumente.

Weitere Informationen: www.muenchner-runde.de

The post Münchner Runde 2026: Kanalsanierung zwischen Investitionsdruck und Klimaanpassung appeared first on gwf-wasser.de.

Ecomondo 2026 stellt Wasserwirtschaft und Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt

19. Oktober 2026 um 07:00

Die 29. Ausgabe der Ecomondo findet vom 3. bis 6. November 2026 im Messezentrum Rimini statt. Die internationale Fachmesse der Italian Exhibition Group (IEG) bietet ein umfangreiches wissenschaftliches und institutionelles Konferenzprogramm.

Mehr als 70 Veranstaltungen, Konferenzen und Workshops werden vom internationalen technisch-wissenschaftlichen Komitee unter Vorsitz von Professor Fabio Fava gemeinsam mit europäischen und internationalen Partnerorganisationen organisiert. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen der Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und ökologischen Transformation.

Wasserwirtschaft und nachhaltige Ressourcennutzung

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wasserkreislauf und der sogenannten Blue Economy. Zahlreiche Veranstaltungen beschäftigen sich mit der Regeneration mariner Ökosysteme sowie der nachhaltigen, effizienten und sicheren Nutzung von Wasserressourcen. Zu den zentralen Themen gehören die Anpassung von Küstenregionen an den Klimawandel, der Umgang mit neu auftretenden Schadstoffen sowie die Weiterentwicklung einer klimaneutralen Wasserwirtschaft.

Weitere Veranstaltungen befassen sich mit naturbasierten Lösungen zur Wiederherstellung des Wasserkreislaufs, dem Gewässerschutz und dem Erhalt der Biodiversität. Auch die effiziente Wassernutzung in Industrie und Landwirtschaft sowie die Kreislaufführung von Wasser stehen auf dem Programm. Ein weiterer Schwerpunkt sind zukunftsfähige Wasserinfrastrukturen mit intelligenten Netzen, Digitalisierung und Sicherheitslösungen. An der Gestaltung des Programms beteiligen sich unter anderem die Region Emilia-Romagna, die italienische Regulierungsbehörde ARERA, die Po-Flussgebietsbehörde, CNR-IRSA, UTILITALIA sowie mehrere italienische Universitäten.

Internationale Zusammenarbeit für mehr Wasserresilienz

Die Ecomondo 2026 legt besonderen Wert auf die internationale Zusammenarbeit im Mittelmeerraum und mit afrikanischen Ländern. Eine Veranstaltung zur Wasserresilienz innerhalb und außerhalb Europas beschäftigt sich mit euro-mediterraner Kooperation, Innovationen und internationaler Zusammenarbeit. Beteiligt sind unter anderem Water Europe, das Imperial College London und weitere wissenschaftliche Einrichtungen.

Weitere Diskussionen widmen sich der Verschmutzung des Mittelmeers durch Öl, nachhaltigen Materialien sowie Strategien zur Verbesserung der Wasserresilienz im Mittelmeerraum. Dabei werden auch Ansätze im Zusammenhang mit dem europäischen Ocean Pact behandelt. Das sechste Africa Green Growth Forum thematisiert unter anderem die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und Privatwirtschaft zur nachhaltigen Entwicklung Afrikas. Im Fokus stehen Wasser und Landwirtschaft als Grundlage widerstandsfähiger Wertschöpfungsketten.

Kreislaufwirtschaft und Recycling im Fokus

Neben der Wasserwirtschaft behandelt das Konferenzprogramm zentrale Herausforderungen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Diskutiert werden unter anderem das Recycling von Elektroaltgeräten und Batterien, die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe sowie Maßnahmen zur Verringerung der europäischen Importabhängigkeit. Weitere Schwerpunkte bilden die Kreislaufführung von Kunststoffen, nachhaltige Verpackungen und das sogenannte Urban Mining, also die Rückgewinnung von Rohstoffen aus bestehenden Gebäuden und Infrastrukturen.

Auch die europäische Textilindustrie steht im Mittelpunkt mehrerer Veranstaltungen. Themen sind Wiederverwendung, Reparatur, Ökodesign, erweiterte Herstellerverantwortung und digitale Produktpässe. Darüber hinaus beschäftigt sich das Programm mit nachhaltiger Stadtentwicklung, Bodengesundheit, regenerativer Bioökonomie, Bioenergie sowie der Vermeidung und Verwertung von Abfällen.

EU-Regulierung und Finanzierung der Transformation

Ein weiterer Themenblock widmet sich den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen der ökologischen Transformation. Auf dem Programm stehen unter anderem der europäische Circular Economy Act, die Regulierung von Wasserdienstleistungen, neue Anforderungen an die Abfallwirtschaft sowie die Umsetzung der europäischen Industrieemissionsrichtlinie.

Auch Finanzierungsfragen spielen eine Rolle. Diskutiert werden ESG-Risikomanagement, nachhaltige Investitionsmodelle und Finanzierungsmöglichkeiten für Innovationen, unter anderem in der Wasserwirtschaft und Bioökonomie. Zu den Höhepunkten gehören die 15. „States General of the Green Economy“, die am 3. und 4. November stattfinden. Die Veranstaltung wird von der Foundation for Sustainable Development gemeinsam mit dem italienischen Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit organisiert.

Weitere Programmpunkte sind das Forum on Responsible Communication und der ESG CEO Summit. Ergänzt wird das Konferenzprogramm durch wissenschaftliche Beiträge, Praxisbeispiele und Diskussionen über die Skalierung innovativer Umwelttechnologien.

Zum Programm

Quelle: Ecomondo /Smartitaly

 

The post Ecomondo 2026 stellt Wasserwirtschaft und Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt appeared first on gwf-wasser.de.

Received before yesterdayGWF – News

Tiefengeothermie auf Wachstumskurs mit steigender Wärmeproduktion

16. Oktober 2026 um 10:02

Erstmals hat das Praxisforum Tiefengeothermie in diesem Jahr die Betreiberdaten hydrothermaler Geothermieanlagen aus ganz Deutschland abgefragt. Damit richtet das Branchenevent seinen Blick über Bayern hinaus. Von 33 angefragten Betreibern reichten 21 ihre Daten für das Betriebsjahr 2025 ein. Insgesamt produzierten die bayerischen Geothermieanlagen 3,4 Terawattstunden Wärme. Auf ganz Deutschland hochgerechnet ergibt sich eine Wärmemenge von 3,8 Terawattstunden.

„Heute versorgen die deutschen Geothermieanlagen zusammengenommen eine Großstadt wie Frankfurt oder Köln“, erklärt Dr. Jochen Schneider, Veranstalter des Praxisforums.

Die Roadmap Tiefengeothermie des IEG sehe ein Marktpotenzial von 300 Terawattstunden vor, was einem Viertel des deutschen Wärmebedarfs entspreche. Angesichts der aktuellen Dynamik hält Schneider dieses Potenzial für realistisch. Für die Auswertung wurden unter anderem Betriebsstunden, Wärmeproduktion und -verkauf, Stromproduktion, Anlagenverfügbarkeit, Revisionsarbeiten und Schäden sowie der Stromverbrauch zur Wärmeerzeugung untersucht. Weitere Kriterien waren Förder- und Injektionstemperaturen sowie die Förderrate.

Unterhaching und Dürrnhaar für ihre Anlagenleistung ausgezeichnet

Den Preis für das „Goldene Heizwerk“ erhielt die Geothermieanlage Unterhaching. Mit 185.000 Megawattstunden produzierte sie im Betriebsjahr 2025 die höchste Wärmemenge eines reinen Heizwerks. Die Anlage steht zugleich beispielhaft für die Umstellung von einer kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung auf einen vollständig wärmeorientierten Betrieb. Parallel dazu wird das Fernwärmenetz weiter ausgebaut.

Das „Goldene Kraftwerk“ ging an die Geothermieanlage der Stadtwerke München in Dürrnhaar. Trotz ähnlicher geologischer Bedingungen wie in Unterhaching kann die Anlage durch ihre ganzjährige Stromproduktion mehr Wärme aus der Tiefe fördern. Mit über 35.000 Megawattstunden erzeugtem Strom und einer Auslastung von 80 Prozent erzielte das Kraftwerk eine besonders hohe Leistung. Laudator Wolfgang Geisinger überreichte die Auszeichnungen an Franz Barenth von der Geothermie Unterhaching GmbH & Co. KG und Stefan Birle von den Stadtwerken München.

Ehrenpreis würdigt Engagement für die Geothermie in NRW

Der Ehrenpreis des Praxisforums Tiefengeothermie ging in diesem Jahr an Dr. Ulrich Pahlke vom Geologischen Dienst NRW (GD NRW). Ausgezeichnet wurde sein langjähriges Engagement für die Geologie und insbesondere die Tiefengeothermie. Pahlke war insgesamt 42 Jahre im Dienst, davon zehn Jahre als Direktor des Geologischen Dienstes NRW. In dieser Funktion gelang es ihm, ein interregionales EU-Projekt zur Tiefengeothermie nach Nordrhein-Westfalen zu holen. Dadurch wurde die Landesregierung verstärkt auf das Potenzial der hydrothermalen Geothermie aufmerksam.

In der Folge erhielt der GD NRW den Auftrag, ein umfangreiches Explorations- und Bohrprogramm umzusetzen. Dieses wurde ab 2024 mit dem Masterplan verstetigt. Die gewonnenen Untergrunddaten ermöglichen Kommunen und Stadtwerken, eigene Geothermieprojekte zu entwickeln.

„Sie sind maßgeblich für die Entwicklungen verantwortlich, die Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren bezüglich der Geothermie erreicht hat“, würdigte Laudator Hubertus Prinz zu Hohenlohe-Langenburg den Preisträger.

Christian-Hecht-Preis geht an Nachwuchswissenschaftlerin der TU München

Mit dem Christian-Hecht-Preis wurde die Doktorandin Valerie Ernst von der TU München ausgezeichnet. Der Preis erinnert an den 2017 verstorbenen Wissenschaftler und Geothermie-Vordenker Christian Hecht und würdigt herausragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Ernst überzeugte mit ihrer Forschungsarbeit zur „Verknüpfung von Transmissibilität und hydraulisch aktiven Zonen im tiefengeothermischen Reservoir in Bayern“.

„Mit Ihrer Arbeit haben Sie eine wissenschaftliche Lücke geschlossen und einen wichtigen Baustein für die Wärmewende geliefert“, betonte Laudator Dr. Christian Pletl von den Stadtwerken München. Diese stifteten auch das Preisgeld.

Praxisforum verzeichnet neuen Teilnehmerrekord

Die wachsende Bedeutung der Tiefengeothermie zeigte sich auch bei den Besucherzahlen. Mit mehr als 260 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem In- und Ausland übertraf das Praxisforum seinen bisherigen Rekord aus dem Vorjahr.

„Die Tiefengeothermie ist kein Nischenthema mehr, die Branche wächst und der Bedarf am Austausch aus der Praxis ist größer denn je“, erklärte Schneider.

Im Mittelpunkt des Kongresstages am 15. Oktober standen unter anderem neue Entwicklungen bei Fernwärmenetzen, Optimierungsmöglichkeiten beim Bohren, aktuelle Rahmenbedingungen der Projektplanung und Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus wurden Fortschritte verschiedener Geothermieprojekte vorgestellt. Bereits am 14. Oktober hatte ein Workshoptag zum Betrieb von Geothermieanlagen stattgefunden.

Weitere Bohrungen sollen Fernwärmeversorgung ausbauen

Den Abschluss des Praxisforums bildet am 16. Oktober die Exkursion GeoTHOUR® zu zwei bestehenden Geothermieprojekten in der Region. Besucht werden die Anlage in Pullach sowie das interkommunale Projekt der AFK in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim. Beide Betreiber planen beziehungsweise realisieren weitere Dubletten, um der steigenden Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen in ihren Kommunen gerecht zu werden. Die Projekte verdeutlichen die aktuelle Ausbaudynamik der Tiefengeothermie.

„Die Menschen möchten unabhängig von hohen Preisen für fossile Energien sein“, sagt Schneider.

Die Tiefengeothermie biete eine zuverlässige, preisstabile und klimafreundliche Wärmeversorgung.

Weitere Informationen

Quelle: Praxisforum Tiefengeothermie

The post Tiefengeothermie auf Wachstumskurs mit steigender Wärmeproduktion appeared first on gwf-wasser.de.

mioty: Zuverlässige Sensordaten für die Wasserwirtschaft auch im Krisenfall

15. Oktober 2026 um 12:33

Die vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelte Funktechnologie mioty ermöglicht den energieautarken, robusten und unabhängigen Betrieb weitreichender Sensornetze. Auch bei Störungen oder Ausfällen der Netz- und Stromanbindung soll die Technologie eine zuverlässige Datenübertragung gewährleisten. Auf der Smart Country Convention (SCCON) vom 13. bis 15. Oktober in Berlin können sich Vertreter kommunaler Verbände, Versorger, Netzbetreiber und Gerätehersteller am Stand 404 in Hub 27 über die Technologie informieren.

Wie wichtig widerstandsfähige Infrastrukturen, vorausschauende Planung und ein umfassendes Lagebild im Krisenfall sind, haben Hitzewellen, Brände und Hochwasser in Europa in diesem Jahr erneut gezeigt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die zuverlässige Vernetzung von Sensoren, die beispielsweise Luftqualität, Temperatur, Rauchentwicklung oder Wasserstände erfassen. Die Funktechnologie mioty soll die Übertragung dieser Daten auch unter schwierigen Bedingungen ermöglichen und damit zur Sicherheit kritischer Infrastrukturen und zum Bevölkerungsschutz beitragen.

Sensornetze müssen auch im Krisenfall funktionieren

Sensoren kommen in Städten und Kommunen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz. Vom Wasserzähler über Pegelsensoren bis hin zu Rauch- und Bewegungsmeldern liefern sie wichtige Informationen, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Insbesondere bei kritischen Infrastrukturen (KRITIS) ist diese erste Übertragungsstrecke der Sensordaten entscheidend. Das gilt auch dann, wenn die Funkabdeckung eingeschränkt ist, die Stromversorgung ausfällt oder Mobilfunknetze durch ein hohes Gesprächsaufkommen überlastet sind.

Für Kommunen bietet der Aufbau flächendeckender Sensornetze die Möglichkeit, unterschiedliche Anwendungen miteinander zu vernetzen und die Infrastruktur flexibel an steigende Anforderungen anzupassen. Gleichzeitig lassen sich Wartungsaufwand und Kosten reduzieren. Deutschlandweit steht mit bestehenden Netz- und Servicebetreibern bereits eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung.

„Moderne und resiliente terrestrische Rundfunkübertragungsplattformen wie z.B. das digitale Radio DAB+ und digitale Anwendungen sorgen schon jetzt dafür, dass Inhalte jederzeit zuverlässig ihre Zielgruppe erreichen. Mit dieser leistungsstarken Infrastruktur und spezialisierten technischen Services basierend auf mioty können wir noch mehr Sicherheit und Qualität bieten, die resiliente KRITIS-Anwendungen in der Zukunft erfordern“, erklärt Francie Petrick, Geschäftsführerin von Media Broadcast.

Europäische Technologie für unabhängige Kommunikation

Als standardisierte Low-Power-Wide-Area-Network-Technologie (LPWAN) aus Europa soll mioty einen zuverlässigen Betrieb ermöglichen, ohne in kritischem Maße von einzelnen Anbietern oder externen Rahmenbedingungen abhängig zu sein.

Die Kontrolle über die Technologie verbleibt beim jeweiligen Unternehmen beziehungsweise innerhalb definierter Rechtsräume. Gleichzeitig sorgen transparente Schnittstellen und nachvollziehbare Prozesse dafür, dass der Technologieeinsatz dokumentiert und kontrolliert werden kann.

Robuste Datenübertragung durch Telegram-Splitting

Ein zentrales Merkmal von mioty ist das sogenannte Telegram-Splitting. Dieses Verfahren ermöglicht eine zuverlässige Übertragung von Sensordaten, selbst wenn andere Funksignale stören oder schwierige Umgebungsbedingungen vorliegen.

Damit soll die Datenübertragung auf Sensorebene auch bei Ausfällen anderer Funkinfrastrukturen aufrechterhalten werden. So können wichtige Informationen weiterhin für ein möglichst vollständiges Lagebild zur Verfügung stehen und die Widerstandsfähigkeit smarter Städte und Kommunen stärken.


Quelle: IIS Fraunhofer Pressemitteilung: Resiliente Sensornetze verhindern Funkstille im Smart Country

 

 

The post mioty: Zuverlässige Sensordaten für die Wasserwirtschaft auch im Krisenfall appeared first on gwf-wasser.de.

Wasserelektrolyse: Ulmer Forschende bestimmen aktive Nickeloberfläche neu

15. Oktober 2026 um 07:17

Bei der alkalischen Wasserelektrolyse spielen Nickel-Katalysatoren eine wichtige Rolle für die Sauerstoffentwicklung an der Anode. Forschende der Universität Ulm haben nun gezeigt, dass die katalytisch aktive Nickeloberfläche unter Reaktionsbedingungen anders aufgebaut ist als lange angenommen. Statt Nickeloxohydroxid (NiOOH) identifizierte das Forschungsteam Nickeldioxid (NiO₂). Die Ergebnisse stellen bisherige Modelle der Sauerstoffentwicklungsreaktion infrage.

Wasserelektrolyse: Nickeloberfläche anders aufgebaut als vermutet

Bei der elektrochemischen Wasserspaltung entsteht an der Kathode Wasserstoff und an der Anode Sauerstoff. Besonders die Sauerstoffentwicklungsreaktion (Oxygen Evolution Reaction, OER) ist mit Energieverlusten verbunden. Für die Effizienz der Elektrolyse ist deshalb entscheidend, wie gut die eingesetzten Katalysatoren diese Teilreaktion unterstützen.

Nickel gilt aufgrund seiner vergleichsweise geringen Kosten, seiner Robustheit und seiner katalytischen Aktivität unter alkalischen Bedingungen als geeignetes Material. Während des Betriebs verändern sich allerdings die chemischen Strukturen an der Elektrodenoberfläche. Diese Veränderungen bestimmen mit, an welchen Stellen Reaktionen stattfinden und welche Reaktionswege möglich sind.

Bislang wurde vielfach angenommen, dass sich während der Sauerstoffentwicklung eine aktive Schicht aus Nickeloxohydroxid (NiOOH) bildet. Die Untersuchungen der Ulmer Forschenden sprechen dagegen für eine Oberfläche aus Nickeldioxid (NiO₂).

Raman-Spektroskopie liefert neue Erkenntnisse

Um die tatsächliche Oberflächenstruktur zu untersuchen, nutzte das Forschungsteam die oberflächenverstärkte Raman-Spektroskopie (Surface-Enhanced Raman Spectroscopy, SERS). Damit lassen sich chemische Strukturen während einer laufenden elektrochemischen Reaktion analysieren. Solche Untersuchungen unter realen Reaktionsbedingungen werden als Operando-Messungen bezeichnet.

Für die Messungen wird eine dünne Schicht des untersuchten Materials auf eine raue Goldoberfläche aufgebracht. Diese verstärkt die Wechselwirkung zwischen dem Material und dem eingestrahlten Laserlicht. Aus den Raman-Spektren lassen sich anschließend Rückschlüsse auf die Schwingungseigenschaften und die chemische Struktur der Oberfläche ziehen.

Ein zentraler Bestandteil der Untersuchung war der Vergleich von Messungen in gewöhnlichem Wasser (H₂O) und deuteriertem Wasser (D₂O). Bei diesem Isotopenaustausch wird Wasserstoff durch Deuterium ersetzt. Enthält die untersuchte Struktur entsprechende OH-Gruppen, sollten sich charakteristische Veränderungen in den Raman-Spektren zeigen.

Die erwarteten Veränderungen blieben jedoch aus. Damit ergab sich ein wesentlicher Hinweis darauf, dass die bislang angenommene NiOOH-Struktur die Messdaten nicht ausreichend erklärt.

Nickeldioxid statt Nickeloxohydroxid

Zur weiteren Überprüfung kombinierten die Forschenden ihre spektroskopischen Messungen mit zyklischer Voltammetrie und Berechnungen auf Grundlage der Dichtefunktionaltheorie (DFT). Durch den Abgleich experimenteller und theoretischer Ergebnisse gelang es, die beobachteten Raman-Spektren zu rekonstruieren und der Nickeldioxid-Struktur zuzuordnen.

Der chemische Unterschied ist wesentlich: Nickeloxohydroxid enthält Wasserstoff, Nickeldioxid dagegen nicht. Damit müssen auch bisherige Vorstellungen über die Bindungsstellen für reagierende Teilchen sowie mögliche Reaktionsmechanismen an der Katalysatoroberfläche überprüft werden.

Die Studie wurde von PD Dr. Albert Engstfeld und Professor Timo Jacob am Institut für Elektrochemie der Universität Ulm koordiniert. Erstautor ist der Doktorand Justus Leist.

Spektrale Signale offenbar über Jahre fehlinterpretiert

Neben der chemischen Zusammensetzung der Nickeloberfläche untersuchte das Team auch die Interpretation bestimmter Raman-Signale. Mehrere bislang beobachtete Spektralbanden wurden häufig kurzlebigen Zwischenprodukten der Sauerstoffentwicklungsreaktion zugeschrieben.

Die Ulmer Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Signale auf sogenannte Obertöne zurückzuführen sind. Dabei handelt es sich um Schwingungsphänomene, deren Auftreten mit vereinfachten theoretischen Modellen nicht vollständig beschrieben werden kann.

Ergänzende Messungen an cobalt- und manganbasierten Oxiden deuten darauf hin, dass solche Obertöne insbesondere bei Materialien mit zweidimensional aufgebauten Schichten auftreten könnten. Die Beobachtung hat damit auch Bedeutung für die spektroskopische Untersuchung weiterer Katalysatormaterialien.

Bedeutung für die Entwicklung von Elektrolyse-Katalysatoren

Die Ergebnisse betreffen insbesondere das grundlegende Verständnis der Sauerstoffentwicklung in alkalischen Elektrolyseuren. Werden die chemische Struktur der aktiven Oberfläche oder einzelne Raman-Signale falsch zugeordnet, kann dies auch die Interpretation katalytischer Reaktionsmechanismen beeinflussen.

Die neue Zuordnung zu NiO₂ bietet eine Grundlage, bestehende Modelle der Nickel-Katalyse zu überprüfen. Das ist relevant für die gezielte Untersuchung von Oberflächenstrukturen, Reaktionswegen und möglichen Ansätzen zur Verbesserung der Sauerstoffentwicklungsreaktion.

Ein unmittelbar nachgewiesener Effizienzgewinn für industrielle Elektrolyseure ergibt sich daraus allerdings noch nicht. Die Studie liefert zunächst neue Erkenntnisse zur aktiven Oberfläche und zur Interpretation spektroskopischer Messungen.

Forschung im Sonderforschungsbereich zur Plasma-Elektrokatalyse

Die Arbeiten entstanden im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1316 „Transiente Atmosphärendruckplasmen – vom Plasma zu Flüssigkeiten zu Festkörpern“ unter Federführung der Ruhr-Universität Bochum.

Die Ulmer Arbeitsgruppe beschäftigt sich innerhalb des Forschungsverbunds mit der Plasma-Elektrokatalyse. Dabei können höhere Stromdichten und Spannungen eingesetzt werden als in der klassischen Elektrokatalyse. Untersucht wird unter anderem, wie sich solche Bedingungen für die Herstellung katalytischer Materialien und für elektrochemische Messverfahren nutzen lassen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
PD Dr. Albert Engstfeld, Institut für Elektrochemie, E-Mail: albert.engstfeld@uni-ulm.de
Prof. Dr. Timo Jacob, Leiter des Instituts für Elektrochemie, E-Mail: timo.jacob@uni-ulm.de

Originalpublikation:
Leist, J., Neufischer, A., Jacob, T. et al. Consequences of overtones in Raman spectra for assigning nickel anode surface structures as NiO2 during alkaline electrolysis. Nature Catalysis (2026), 11 Sept. 2026, https://doi.org/10.1038/s41929-026-01613-9

The post Wasserelektrolyse: Ulmer Forschende bestimmen aktive Nickeloberfläche neu appeared first on gwf-wasser.de.

Erfolgreiche Kanalsanierung im Fokus zweier Fachtagungen in Kassel

14. Oktober 2026 um 13:33

Am 8. und 9. September 2026 diskutierten Fachleute beim 24. Deutschen Schlauchlinertag und 15. Deutschen Reparaturtag in Kassel über die Voraussetzungen für eine dauerhaft erfolgreiche Kanalsanierung. Im Mittelpunkt standen Praxisbeispiele, neue Verfahren und aktuelle technische Entwicklungen. 264 Teilnehmer besuchten den 24. Deutschen Schlauchlinertag, 164 den 15. Deutschen Reparaturtag. Beide Veranstaltungen beschäftigten sich mit der Frage, welche Faktoren von der Planung über die Ausführung und Qualitätssicherung bis zum späteren Betrieb entscheidend sind, damit Sanierungsmaßnahmen langfristig erfolgreich bleiben.

„Uns interessiert nicht nur, dass eine Sanierung funktioniert hat. Spannend ist, warum sie funktioniert hat. Welche Grundlagen lagen vor, welche Entscheidungen wurden getroffen und was lässt sich daraus für zukünftige Projekte mitnehmen?“, betonte Dr.-Ing. Igor Borovsky, Vorsitzender der Technischen Akademie Hannover e. V. und Geschäftsführer des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V.

Diese praxisorientierte Herangehensweise prägte beide Veranstaltungstage. Den Schlauchlinertag moderierte Dipl.-Ing. Univ. Alexander Jung von der ISAS GmbH, durch den Reparaturtag führte Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB).

Dr.-Ing. Igor Borovsky, Vorsitzender der Technischen Akademie Hannover e. V. und Geschäftsführer des VSB (r.), Dipl.-Ing. Univ. Alexander Jung von der ISAS GmbH (m.) sowie Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des VSB, (r.) führten durch das Programm. Jung moderierte den Schlauchlinertag, Hippe moderierte den Reparaturtag und Borovsky eröffnete beide Veranstaltungen. Quelle: TAH

Langjährige Erfahrungen als Grundlage erfolgreicher Sanierungen

Zum Auftakt des Schlauchlinertages blickte Dipl.-Ing. Frank Werner Grauvogel von den Technischen Betrieben Solingen auf rund 30 Jahre Sanierungspraxis zurück. Bereits 1996 stellte Solingen 20 Millionen Euro für eine langfristige Kanalsanierungsstrategie bereit. Seither wurden rund 75 Kilometer Schlauchliner eingebaut. Zwar konnte der ursprünglich auf 20 Jahre angelegte Zeitplan nicht vollständig eingehalten werden, die Strategie wurde jedoch konsequent fortgesetzt.

Mit zunehmender Erfahrung stiegen auch die Qualitätsanforderungen. Neben mechanischen Materialprüfungen kamen Wasserdichtheitskontrollen, baubegleitende Qualitätssicherung und DSC-Prüfungen hinzu. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen kontinuierlich in neue Ausschreibungen ein. „Unsere Anforderungen sind mit den Erfahrungen gewachsen. Was wir aus der Ausführung, aus Prüfungen oder Nachträgen gelernt haben, haben wir in die nächsten Ausschreibungen übernommen“, betonte Grauvogel den Lernprozess.

Sorgfältige Planung entscheidet über die Lebensdauer

Welche Bedeutung die Planung für eine langlebige Sanierung hat, erläuterte Dipl.-Ing. (FH) Markus Vogel, Beratender Ingenieur. Entscheidend sei, welche Leistung der Netzbetreiber über die vorgesehene Nutzungsdauer von der sanierten Anlage erwarte. Dazu gehörten unter anderem Dichtheit, Standsicherheit, Betriebssicherheit und chemische Resistenz. Für Schlauchliner setzte Vogel eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren an. Sämtliche Anforderungen müssten deshalb bereits vor der Vergabe eindeutig festgelegt werden.

Auch Dipl.-Ing. Roland Wacker, Sachverständiger für Instandhaltung und Sanierung von Entwässerungsnetzen, unterstrich die Bedeutung belastbarer Planungsgrundlagen. Für die Schlauchlinerstatik müssten Altrohrzustand, Imperfektionen und Belastungen genau ermittelt werden. Regelstatiktabellen seien nur innerhalb bestimmter Randbedingungen anwendbar. Bei Altrohrzustand III oder überschrittenen Grenzwerten sei eine Einzelstatik erforderlich.

Qualitätssicherung muss den gesamten Einbau berücksichtigen

Dass Materialprüfungen allein keine ausreichende Qualitätssicherung gewährleisten, verdeutlichte Markus Vogel anhand von Auswertungen aus mehr als 7.500 Linerinstallationen. Dabei zeigten sich Abweichungen unter anderem bei Temperaturen, Drücken, Ziehgeschwindigkeiten und Leuchtmitteln. „Materialkennwerte sind kein Prozessnachweis“, brachte Vogel die Problematik auf den Punkt. Entscheidend sei deshalb auch der systematische Abgleich der aufgezeichneten Prozessdaten mit den Herstellerangaben.

Michelle Peeck, B.Sc., von der Siebert + Knipschild GmbH erläuterte die Weiterentwicklung von Materialkennwerten. Glasfasern und optimierte Laminataufbauten ermöglichen höhere E-Modulwerte und Biegespannungen bei geringeren Wanddicken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualitätssicherung. Am Beispiel des Reststyrolgehalts zeigte Peeck, wie wichtig eindeutige Bezugsgrößen für die Bewertung von Messergebnissen sind.

Auch die Normung entwickelt sich weiter. Dr. John Gumbel von JG Pipeline Consultancy Ltd und Wim Elzink, Leiter der zuständigen internationalen Arbeitsgruppe, stellten die Neuordnung der bisherigen Schlauchlinernormen vor. Mit der DIN EN ISO 11300-2 werden Anforderungen künftig werkstoffbezogen zusammengeführt. Die Norm enthält unter anderem neue Definitionen, eine detailliertere Klassifizierung der Harze und präzisere Vorgaben für mechanische Kurzzeitkennwerte.

Unterschiedliche Kanalprofile stellen besondere Anforderungen

Welche Herausforderungen große Kanalprofile mit sich bringen, erläuterte Tobias Gierok von der Fischer Teamplan Ingenieurbüro GmbH. Bereits bei der Planung müssten unter anderem Zugänglichkeit, Platzbedarf, Abflusslenkung, Verkehrsführung und Anschlüsse berücksichtigt werden. Ein anspruchsvolles Praxisbeispiel präsentierte Dipl.-Ing. (FH) Torsten Seiler von der Stadtentwässerung Dresden. Bei der Sanierung des Dükers Flügelweg DN 2000 wurde eine tragende Linerwanddicke von 42 Millimetern nachgewiesen. Das rund 210 Tonnen schwere System wurde bei etwa einem Meter Wasserstand eingebaut, während ein paralleles Rohr die Abwasserhaltung übernahm.

Auch kleinere Dimensionen erfordern sorgfältige Vorbereitung. Dipl.-Ing. (FH) Dirk Mumm vom Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Rheda-Wiedenbrück berichtete über Versuche aus den Jahren 2025 und 2026, Anschlussliner vom Hauptkanal aus einzubauen. Das Verfahren kann den Zugang über den Übergabeschacht vermeiden, ist jedoch an bestimmte technische Voraussetzungen gebunden. Dipl.-Ing. (FH) Steffen Hommel von IRS Sachsen widmete sich dem Einbau von Schlauchlinern in Trinkwasserleitungen ab DN 600. Hier kommen zusätzliche hygienische Anforderungen sowie Belastungen durch Innen- und Außendruck hinzu.

Langlebigkeit und Nachhaltigkeit gehören zusammen

Die Qualität einer Sanierung zeigt sich auch im späteren Betrieb. Dr.-Ing. Susanne Leddig-Bahls, Technische Leiterin der IQS Engineering AG, erläuterte die Anforderungen an die Hochdruckspülung renovierter Abwasserkanäle. Reinigungsziel, Verschmutzung, Rohrwerkstoff und Zustand bestimmen die geeigneten Spülparameter. Ihr Grundsatz: „Reinigung mit so wenig Druck wie möglich – nur so viel wie nötig.“

Dipl.-Ing. Marco Schlüter vom IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur vertiefte das Thema am Reparaturtag. Er zeigte, dass die Beanspruchung von Reparaturstellen nicht allein von Druck und Durchfluss abhängt. Auch Düsentyp, Strahlgeometrie, Abstand und Anschlüsse beeinflussen die Belastung. Die Bedeutung langlebiger Sanierungen für den Klimaschutz beleuchtete Prof. Dr. Jörg Sebastian. Er stellte den Arbeitsstand einer VSB-Empfehlung zur CO₂-Bilanzierung von Sanierungsprodukten und -verfahren vor. Für aussagekräftige Vergleiche seien einheitliche Bezugsgrößen und klar definierte Systemgrenzen erforderlich.

Anhand eines Rechenbeispiels verdeutlichte Sebastian, dass der CO₂-Ausstoß je Meter und Nutzungsjahr mit zunehmender Lebensdauer sinkt. „Der stärkste Hebel ist die erreichte Nutzungsdauer. Qualität ist Klimaschutz.“ In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es darum, welche Rolle ökologische Kennwerte künftig bei Planung, Ausschreibung und Vergabe spielen können.

Strategische Reparaturplanung für den langfristigen Netzerhalt

Am 15. Deutschen Reparaturtag stand die Reparatur als Bestandteil einer nachhaltigen Netzbewirtschaftung im Mittelpunkt. Florian Frambach, M.Eng., von hanseWasser Bremen erläuterte die systematische Vorgehensweise seines Unternehmens. Von rund 2.300 Kilometern Kanalnetz werden jährlich 230 Kilometer mittels TV-Inspektion untersucht. Die Ergebnisse werden bewertet und bilden die Grundlage für die Entscheidung zwischen Reparatur, Renovierung und Erneuerung.

Dr.-Ing. Mark Kopietz von der SBKS GmbH stellte anschließend das Zulassungsverfahren beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) vor. Die Prüfungen richten sich nach dem jeweiligen Anwendungsbereich und umfassen unter anderem Materialeigenschaften, Haftung, Chemikalienbeständigkeit, Abrieb und Hochdruckspülfestigkeit.

Flexible Lösungen bei akuten Kanalschäden

Wie sich kurzfristige Eingriffe mit planbaren Reparaturen verbinden lassen, zeigte Dipl.-Ing. (FH) Bianca Burger von den Göttinger Entsorgungsbetrieben. Bei Wurzeleinwuchs wird bei Bedarf zunächst die Betriebssicherheit wiederhergestellt. Weitergehende Reparaturen werden anschließend über einen Rahmenauftrag gebündelt und in zwei planbaren Einsätzen jährlich durchgeführt.

Sarah Beck-Wieneke, B. Eng., von der IWA Ingenieurgesellschaft erläuterte die besonderen Herausforderungen bei Reparaturen unter Grundwassereinfluss. Entscheidend sei nicht nur, eindringendes Wasser zu stoppen, sondern auch mögliche Folgeschäden wie Hohlräume oder den Verlust der Bettungszone zu berücksichtigen. Edelstahlmanschetten und Injektionstechniken bieten unterschiedliche Möglichkeiten, haben jedoch jeweils technische Einsatzgrenzen.

Ein außergewöhnliches Sanierungsprojekt stellten Anja Kröhan von den Berliner Wasserbetrieben und Anja Janßen von Umwelttechnik Franz Janßen vor. Am Düker Popitzweg machten starke Infiltration, Bodeneintrag und ein sichtbarer Hohlraum eine sofortige Reparatur erforderlich. Erschwerend kamen unter anderem 45-Grad-Bögen, eine benachbarte U-Bahn-Linie und die historische Siemensbahn hinzu. Da die vorhandene Technik für die mehr als drei Meter lange Schadstelle nicht ausreichte, wurde ein 3,5 Meter langer Packer als Sonderanfertigung entwickelt. Die erfolgreiche Reparatur bildete die Grundlage für die anschließende umfassende Sanierungsplanung.

Materialwahl, Ausführung und Arbeitssicherheit im Blick

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit speziellen Anforderungen einzelner Reparaturverfahren. Markus Vogel erläuterte die Risiken beim Kurzlinereinbau. Besonders wichtig seien sorgfältige Vorarbeiten, darunter Reinigung, Klebeflächenvorbereitung und Grundwasservorabdichtung.

Markus Dohmann vom Tiefbauamt Backnang stellte verschiedene Möglichkeiten zur Sanierung von Schachtgerinnen vor. Neben der Materialwahl seien eine hydraulisch geeignete Gestaltung, die Eignung für Betrieb und Unterhaltung sowie die fachgerechte Verarbeitung entscheidend.

Gerry Wehrle richtete den Blick auf die Arbeitssicherheit bei Reparaturen in begehbaren Kanälen. Gefährdungen durch Gase, Sauerstoffmangel, Wasserkräfte und eingeschränkte Bewegungsfreiheit müssten bereits in der Planung berücksichtigt werden. Eine fundierte Gefährdungsbeurteilung, schriftliche Freigaben und klare Zuständigkeiten seien vor Arbeitsbeginn unerlässlich.

Aussagekräftige Dokumentation statt unnötiger Bürokratie

Zum Abschluss rückten Abnahme, Dokumentation und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Dipl.-Ing. Roland Wacker betonte, dass nicht die Menge der Unterlagen, sondern deren Aussagekraft entscheidend sei. Prüfungen und Nachweise sollten verfahrensabhängig und bereits vertraglich festgelegt werden. Eine Risikoanalyse könne helfen, besonders kritische Arbeitsschritte gezielt zu kontrollieren.

Hendrik Klar, M.Eng., von der ISAS GmbH beschäftigte sich mit den Anforderungen an ein erfolgreiches Projektmanagement. Sein Grundsatz „Fordern, was bewertbar ist – umsetzen, was leistbar ist“ verdeutlichte die Bedeutung realistischer Anforderungen, frühzeitiger Abstimmungen und einer funktionierenden Kommunikation zwischen Auftraggebern, Ingenieurbüros und ausführenden Unternehmen.

Auch die abschließende Podiumsdiskussion griff das Thema Dokumentation auf. Unterschiedliche Vorgaben und unvollständige Ausgangsunterlagen verursachen zusätzlichen Aufwand. Diskutiert wurden deshalb einheitlichere Strukturen und verlässliche Grundlagen, die bereits zu Projektbeginn vorliegen sollten.

Erfolgreiche Sanierung erfordert das Zusammenspiel aller Beteiligten

Zum Abschluss zog Michael Hippe ein positives Fazit: „Die beiden Tage haben sehr deutlich gezeigt, wie viele Faktoren über den Erfolg einer Sanierungsmaßnahme entscheiden. Das beginnt bei belastbaren Planungsgrundlagen und der richtigen Verfahrenswahl, reicht über Material, Vorarbeiten und Ausführung bis zu Qualitätssicherung, Dokumentation und Betrieb. Besonders zielführend war es, dass wir viele Fragen in diesem Jahr noch enger auf Basis realer Projekte diskutiert haben und die Erfahrungen von Netzbetreibern, Planern, Ausführenden und Herstellern übereinanderlegen konnten“.

Die beiden Veranstaltungstage lieferten damit zahlreiche praxisorientierte Impulse für die Planung, Umsetzung und langfristige Qualitätssicherung von Kanalsanierungsmaßnahmen.

Zur Anmeldung

Quelle: Thomas Martin Kommunikation

The post Erfolgreiche Kanalsanierung im Fokus zweier Fachtagungen in Kassel appeared first on gwf-wasser.de.

CleanCityCover zeigt Schadstoff-Hotspots im städtischen Regenwasserabfluss

14. Oktober 2026 um 07:20

Mit CleanCityCover haben Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Berlin ein webbasiertes Werkzeug zur Bewertung diffuser Schadstoffeinträge aus urbanen Oberflächen entwickelt. Die Anwendung zeigt, welche Flächen bei Regen besonders belasteten Oberflächenabfluss erzeugen und wo vergleichsweise gering belastetes Regenwasser anfällt. Damit sollen Kommunen geeignete Standorte für Rückhalt, Behandlung und Nutzung von Regenwasser identifizieren können.

CleanCityCover bewertet urbane Schadstoffquellen

In Städten gelangen Schadstoffe über Straßen, Plätze, Dächer und weitere Oberflächen in die Regenwasserentwässerung. Abhängig vom Entwässerungssystem können sie direkt oder zusammen mit kommunalem Abwasser in Gewässer eingetragen werden. Zu den relevanten Stoffen gehören unter anderem Reifenabrieb, Schwermetalle und Rückstände aus dem Straßenverkehr.

Das am Fachgebiet Ökohydrologie der TU Berlin entwickelte Tool bewertet das Verschmutzungspotenzial unterschiedlicher städtischer Flächen. Die Entwicklung erfolgte durch Boney Joseph, Prof. Eva Paton und Dr. Nasrin Haacke im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts WATERUN, an dem 14 Partner beteiligt sind.

CleanCityCover berücksichtigt derzeit drei Kategorien von Schadstoffquellen: atmosphärische Ablagerungen, verkehrsbedingte Belastungen in Abhängigkeit von der Verkehrsintensität sowie Schwermetalle von Metalldächern. Ein integriertes Ranking ermöglicht es, räumliche Belastungsschwerpunkte zu vergleichen und potenzielle Maßnahmenflächen zu priorisieren.

Starkregen nach Trockenperioden beeinflusst die Wasserqualität

Eine wichtige Erkenntnis der begleitenden Forschung betrifft das Zusammenwirken von Trockenperioden und anschließenden Regenereignissen. Untersuchungen für den Raum Berlin zeigen, dass nicht ausschließlich besonders intensive Starkregenereignisse für relevante Gewässerbelastungen verantwortlich sind.

Auch schwächere Regenereignisse können die Wasserqualität deutlich beeinflussen, wenn ihnen längere Trockenphasen vorausgehen. Während dieser Zeit können sich Schadstoffe auf städtischen Oberflächen ansammeln und beim nächsten Regen abgeschwemmt werden. Diese Kombination wird als Compound-Ereignis bezeichnet und im Aufbau von CleanCityCover ausdrücklich berücksichtigt.

Voruntersuchungen des urbanen Oberflächenabflusses in zehn mitteleuropäischen Städten zeigten zudem vergleichbare Muster bei unterschiedlichen Abflussereignissen und deren saisonalem Auftreten. Für Berlin und Essen wurden häufiger kurze, ausgeprägte Abflussereignisse festgestellt.

Anwendung in drei europäischen Städten

Im Projekt WATERUN wurde CleanCityCover für Aarhus in Dänemark, Santiago de Compostela in Spanien und Berlin parametrisiert und angewendet. In allen drei Städten diente das Werkzeug dazu, räumliche Schwerpunkte diffuser Verschmutzung zu identifizieren.

Die Ergebnisse können bei der Planung blau-grüner Infrastruktur eingesetzt werden. Dazu zählen Maßnahmen, die Regenwasser zurückhalten, versickern, behandeln oder für eine weitere Nutzung verfügbar machen. Neben belasteten Flächen weist CleanCityCover auch Bereiche mit vergleichsweise gering belastetem Oberflächenabfluss aus, die für eine Regenwassernutzung infrage kommen könnten.

Ölverschmutzungen als zusätzliche Belastungsquelle

Eine begleitende Untersuchung von Luz von der Groeben befasste sich mit Ölverschmutzungen auf Berliner Straßen. Ausgewertet wurden Alarmierungszahlen der Berliner Feuerwehr sowie Erhebungen zu Anzahl und Größe von Ölflecken auf ausgewählten Fahrbahnen und Parkplätzen in Berlin-Kreuzberg.

Die Untersuchung stellte eine hohe Verbreitung entsprechender Verunreinigungen fest. Ölreste können durch Niederschlagsabfluss in die Entwässerung gelangen und aquatische Ökosysteme belasten. Die Forschenden sehen deshalb Bedarf, solche Verschmutzungen systematischer zu erfassen und ihren Eintrag in Gewässer zu reduzieren.

Planungsgrundlage für die kommunale Wasserwirtschaft

Für kommunale Entwässerungsbetriebe, Wasserbehörden und Stadtplanungsämter bietet die räumliche Bewertung von Schadstoffquellen eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage. Insbesondere bei der Auswahl von Standorten für Regenwasserbehandlung, Rückhalt und blau-grüne Infrastruktur ist es relevant, nicht allein Abflussmengen, sondern auch die potenzielle stoffliche Belastung zu betrachten.

CleanCityCover kann dazu beitragen, Maßnahmen dort zu priorisieren, wo ein erhöhtes Verschmutzungspotenzial besteht. Gleichzeitig lassen sich Flächen erkennen, deren Abfluss möglicherweise für eine dezentrale Nutzung geeignet ist. Eine standortbezogene Prüfung der tatsächlichen Wasserqualität ersetzt diese Potenzialbewertung jedoch nicht.


Quelle: TU Berlin

The post CleanCityCover zeigt Schadstoff-Hotspots im städtischen Regenwasserabfluss appeared first on gwf-wasser.de.

Extremwetter in Deutschland: Wasserressourcen gehen zurück

13. Oktober 2026 um 11:55

Extremwetter in Deutschland verändert zunehmend den Wasserhaushalt. Das Faktenpapier 2026 des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des DAS-Basisdienstes und des Extremwetterkongresses zeigt, dass die jährlich verfügbaren Wasserressourcen zurückgehen. Gleichzeitig wurden 2026 an zahlreichen Fließgewässern neue Niedrigwasserextreme und hohe Wassertemperaturen beobachtet. Für die Wasserwirtschaft ergeben sich daraus zusätzliche Anforderungen an die Bewertung von Wasserverfügbarkeit und Klimarisiken. Das Papier steht zum kostenfreien Download bereit.

Extremwetter in Deutschland verändert die Wasserverfügbarkeit

Die langfristigen Daten zeigen einen Rückgang der jährlich verfügbaren Wasserressourcen. Während Deutschland im Zeitraum 1961 bis 1990 durchschnittlich 188 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr zur Verfügung standen, waren es zwischen 1991 und 2020 noch 176 Milliarden Kubikmeter. Das entspricht einer Abnahme um 12 Milliarden Kubikmeter.

Elf der vergangenen 15 Jahre lagen unter dem Mittelwert der Referenzperiode 1991 bis 2020. Besonders ausgeprägt war die Situation 2025 mit weniger als 100 Milliarden Kubikmetern. Der Durchschnitt für 1996 bis 2025 liegt bereits rund 5 Milliarden Kubikmeter unter dem Mittelwert von 1991 bis 2020.

Zu den Einflussfaktoren zählen veränderte Niederschlagsmuster, höhere Verdunstungsraten und abnehmende Schneerücklagen. Die Autoren beobachten zugleich eine Intensivierung nasser und trockener Witterungsphasen. Dabei unterscheiden sich die Entwicklungen regional und zwischen den einzelnen hydrologischen Kenngrößen.

Niedrigwasser und steigende Gewässertemperaturen

Im Jahr 2026 erreichten zahlreiche Fließgewässer nach Angaben des Faktenpapiers ihre niedrigsten Pegelstände seit Beginn der jeweiligen Aufzeichnungen. Die Veränderungen betreffen nicht nur die verfügbaren Wassermengen, sondern auch die thermischen Bedingungen in den Gewässern.

An der Messstation Koblenz wurde im Sommer 2026 mit 29,0 Grad Celsius der bislang höchste Tagesmittelwert der Wassertemperatur registriert. In den vergangenen beiden Jahrzehnten überwogen positive Temperaturanomalien, obwohl Wärmeeinleitungen beispielsweise aus thermischen Kraftwerken zurückgegangen sind. Hohe Wassertemperaturen können aquatische Ökosysteme belasten und die Nutzung von Oberflächenwasser einschränken.

Niedrige Rheinpegel beeinträchtigen die Binnenschifffahrt

Wie stark sich Niedrigwasser auf wirtschaftliche Nutzungen auswirkt, verdeutlichen Untersuchungen am Mittelrhein. In Niedrigwasserphasen der vergangenen Jahre gingen die registrierten Schiffspassagen um bis zu 35 Prozent und die modellierten Gütertransportmengen um bis zu 75 Prozent zurück. Als Vergleich dient das erste Quartal 2020.

Dass die transportierten Gütermengen stärker zurückgehen als die Zahl der Schiffspassagen, deutet auf eine deutlich reduzierte Auslastung der Binnenschiffe hin. Damit beeinflussen niedrige Wasserstände nicht nur die Befahrbarkeit, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Gütertransports.

NIWIS erweitert die Informationsgrundlage

Mit dem 2026 eingeführten Niedrigwasserinformationssystem NIWIS steht ein Instrument zur kurzfristigen Einordnung und Analyse von Wasserständen in Grund- und Oberflächenwasserkörpern in Deutschland zur Verfügung. Es ergänzt die bereits bestehenden Informationsangebote für Klimamonitoring und Klimarisikoanalysen.

Der DAS-Basisdienst stellt hierfür seit 2020 relevante Daten bereit. Für Wasserwirtschaft, Behörden und Versorgungsunternehmen sind solche Informationsgrundlagen wichtig, um die Entwicklung der Wasserverfügbarkeit zu verfolgen und regionale Risiken besser einzuordnen.

Meeresspiegelanstieg erhöht Risiken in Flussmündungen

Das Faktenpapier betrachtet erstmals auch marine Extreme und ihre Auswirkungen ausführlicher. Die Nordsee erreichte 2025 mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 11,6 Grad Celsius einen neuen Jahresrekord. In der Ostsee lag der entsprechende Wert bei 9,7 Grad Celsius und damit auf dem zweithöchsten Niveau seit Beginn der Messreihen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Gleichzeitig liegt der Meeresspiegel an den deutschen Nord- und Ostseeküsten relativ zur Landoberfläche heute mehr als 20 Zentimeter höher als 1900. Dadurch steigt das Ausgangsniveau für Sturmfluten. Entsprechende Auswirkungen sind auch in tidebeeinflussten Flussmündungen zu erwarten, unter anderem an Elbe und Weser bis nach Hamburg und Bremen.

Bedeutung für die Wasserwirtschaft

Für die wasserwirtschaftliche Planung gewinnt die gemeinsame Betrachtung von Wasserverfügbarkeit, Niedrigwasser, Gewässertemperaturen und Extremniederschlägen an Bedeutung. Die dokumentierten Entwicklungen verdeutlichen, dass historische Mittelwerte allein nicht ausreichen, um zukünftige Belastungen zu bewerten.

Die Autoren halten die Entwicklung der Lufttemperaturen für wissenschaftlich eindeutig belegt. Bei Niederschlägen, Wind und gewässerbezogenen Kennwerten ist die Bewertung aufgrund überlagerter Prozesse differenzierter. Für die wasserwirtschaftliche Praxis unterstreicht dies den Bedarf an kontinuierlicher Beobachtung, regionalen Risikoanalysen und anpassungsfähigem Ressourcenmanagement.

Fazit

Das Faktenpapier 2026 dokumentiert einen langfristigen Rückgang der verfügbaren Wasserressourcen in Deutschland sowie neue Extreme bei Wasserständen und Gewässertemperaturen. Für die Wasserwirtschaft rücken damit die quantitative und qualitative Gewässerüberwachung sowie die vorausschauende Bewirtschaftung der Wasserressourcen weiter in den Mittelpunkt.

Das gesamte Papier steht zum kostenfreien Download bereit:

Zum Download

The post Extremwetter in Deutschland: Wasserressourcen gehen zurück appeared first on gwf-wasser.de.

Greenpeace fordert Planungsstopp in Wasserstressregionen

13. Oktober 2026 um 11:30

Beim Forum „Zukunft Wasser“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) kamen Vertreter aus Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit zusammen, um über die zukünftige Wasserpolitik zu diskutieren. Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte gemeinsam mit EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall zentrale wasserpolitische Schwerpunkte vor.

Schneider betonte die Notwendigkeit, Wasser künftig effizienter zu nutzen und stärker in der Landschaft zu halten. Dazu gehören unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, die Renaturierung von Flussauen und der Umbau von Wäldern zu stabilen Mischwäldern. Auch die öffentliche Wasserinfrastruktur müsse an die Folgen des Klimawandels angepasst werden. Schneider verwies dabei auf die Bedeutung leistungsfähiger Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen. Die Bundesländer rief er dazu auf, einen relevanten Teil der Mittel aus dem Sondervermögen in die Wasserinfrastruktur zu investieren.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Verbesserung der Wasserqualität. Schneider sprach sich für den Ausbau der vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen aus und bekräftigte das Prinzip der Herstellerverantwortung bei der Finanzierung.

Rechenzentren sollen bei Wasserknappheit stärker in die Verantwortung genommen werden

Unter dem Stichwort „Wassergerechtigkeit“ thematisierte Schneider die Verteilung der Kosten für die Wassernutzung. Angesichts zunehmender Wasserknappheit dürften die Grundbedürfnisse der Bevölkerung nicht mit dem Bedarf großer Wasserverbraucher konkurrieren.

„Wenn Wasser knapp ist, kann es nicht sein, dass die Grundbedürfnisse der Bürger mit Großverbrauchern wie Rechenzentren konkurrieren müssen“, erklärte Schneider.

Der Minister forderte, dass Betreiber von Rechenzentren in solchen Situationen mehr für Wasser zahlen oder in wassersparende Technologien investieren. Dafür brauche es einen Rahmen, der einen sparsamen Umgang mit Wasser belohnt und Anreize für Investitionen in effiziente Technik schafft.

Greenpeace fordert Planungsstopp in Wasserstressregionen

Der Umweltorganisation Greenpeace gehen die Forderungen von Bundesumweltminister Carsten Schneider nicht weit genug. Digitalexpertin Linda Klapdor fordert einen Planungsstopp für wasserintensive Rechenzentren in Regionen, die bereits unter Wasserstress leiden. Aus ihrer Sicht müssen Umweltminister Schneider und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) gemeinsam verhindern, dass weitere Großrechenzentren in besonders von Trockenheit betroffenen Gebieten entstehen.

„Umweltminister Schneider fordert völlig zurecht, dass menschliche Grundbedürfnisse wie der Zugang zu Wasser nicht mit dem Ressourcenverbrauch von Rechenzentren konkurrieren dürfen“, erklärt Klapdor.

Als besonders betroffene Regionen nennt Greenpeace Brandenburg und das Rhein-Main-Gebiet. In Brandenburg, einer der trockensten Regionen Deutschlands, plant der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) nach Angaben der Umweltorganisation zwei Rechenzentren in Massen und Baruth. Greenpeace verweist in diesem Zusammenhang auf die anhaltende Trockenperiode im Sommer 2026, die in der Region zu akuter Wasserknappheit, sinkenden Brunnenständen und regionalen Entnahmeverboten geführt habe.

Kritisch bewertet Greenpeace insbesondere die geplante Wasserversorgung der Anlagen. AWS habe angekündigt, die Rechenzentren mit Regenwasser zu kühlen. Angesichts eines von Greenpeace genannten Wasserbedarfs von bis zu einer Million Litern täglich hält die Organisation dieses Konzept jedoch nicht für plausibel. Klapdor fordert deshalb mehr Transparenz bereits während der Planung. Betreiber müssten frühzeitig offenlegen, wie sie ihre Rechenzentren künftig kühlen und die dafür benötigten Wassermengen bereitstellen wollen.

„Solange keine überzeugenden Konzepte zur Wasserversorgung vorliegen, dürfen solche Projekte nicht umgesetzt werden“, betont die Greenpeace-Expertin.

Deutschland und EU verstärken Zusammenarbeit

Im Rahmen des Forums unterzeichneten Schneider und Roswall eine gemeinsame Erklärung zur wasserpolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Europäischen Kommission. Ziel ist es, die Gewässer besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die verfügbaren Wasserressourcen effizienter zu nutzen. Dazu gehören unter anderem die Renaturierung von Auen, die Wiederverwendung von Wasser und geschlossene Wasserkreisläufe in der Industrie.

Die Zusammenarbeit ist Teil der strukturierten Dialoge der Europäischen Kommission mit den Mitgliedstaaten. Sie soll die Umsetzung des europäischen Wasserrechts und der EU-Wasserresilienzstrategie unterstützen.


Quellen: Greenpeace, Wirksame Umsetzung der europäischen Wassergesetzgebung: Erklärung von EU-Kommissarin Roswall und Bundesminister Schneider – Vertretung in Deutschland

und BMUKN: Schneider: Deutschland braucht neuen Umgang mit Wasser | Pressemitteilung

 

The post Greenpeace fordert Planungsstopp in Wasserstressregionen appeared first on gwf-wasser.de.

Neuer Ozonreaktor soll Arzneimittelrückstände energieeffizient entfernen

13. Oktober 2026 um 07:17

Die Abwasserreinigung steht vor der Herausforderung, Arzneimittelrückstände und andere organische Spurenstoffe wirksam aus kommunalem Abwasser zu entfernen. An der Technischen Hochschule Mannheim untersucht ein Forschungsteam um Prof. Dr. Verena Fath deshalb ein neues Reaktorkonzept für die Ozonung. Im Projekt OZON-EFF soll ein Rieselfilmreaktor den Stoffübergang zwischen Ozon und Abwasser verbessern und damit den Energiebedarf der Spurenstoffelimination verringern. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 240.000 Euro.

Abwasserreinigung mit Ozon: Stoffübergang als Effizienzfaktor

Konventionelle kommunale Kläranlagen können zahlreiche organische Spurenstoffe mit ihren bisherigen Reinigungsstufen nicht ausreichend entfernen. Dazu gehören auch Rückstände von Arzneimitteln. Für deren weitergehende Behandlung kommen unter anderem oxidative Verfahren mit Ozon infrage. Das Gas reagiert mit gelösten organischen Verbindungen und kann diese chemisch umwandeln oder abbauen.

Eine verfahrenstechnische Herausforderung ist dabei der Stoffübergang von Ozon aus der Gasphase in das Wasser. Dieser Prozess kann die Geschwindigkeit und Effizienz der Behandlung begrenzen. Wird das eingebrachte Ozon nicht ausreichend genutzt, kann für die angestrebte Reinigungsleistung ein höherer Ozoneinsatz erforderlich sein. Da Ozon technisch erzeugt werden muss, beeinflusst seine Dosierung auch den Energiebedarf des Verfahrens.

Rieselfilmreaktor soll Kontakt zwischen Ozon und Abwasser verbessern

Im Forschungsprojekt OZON-EFF setzt das Team auf einen Rieselfilmreaktor. Dabei fließt das Abwasser als dünner Flüssigkeitsfilm über inerte Packungen. Das gasförmige Ozon wird im Gegenstrom durch den Reaktor geführt. Die Gestaltung der Kontaktflächen soll den Stoffübergang zwischen Gas und Flüssigkeit verbessern und dadurch die chemischen Reaktionen effizienter ablaufen lassen.

Anders als bei einer ausschließlichen Erhöhung der Ozondosierung steht somit die Optimierung des Reaktorkonzepts im Mittelpunkt. Untersucht wird, wie sich die Reaktorgeometrie auf den Stoffübergang und die Reaktionsbedingungen auswirkt. Ziel ist es, den erforderlichen Ozoneinsatz möglichst bedarfsgerecht einzustellen und dabei eine wirksame Behandlung der organischen Spurenstoffe zu erreichen.

Mess- und Regeltechnik für eine bedarfsgerechte Ozondosierung

Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Verbindung von experimentellen Untersuchungen und Simulationen. Das Forschungsteam analysiert das Zusammenwirken von Stoffübergang, Reaktionskinetik und Reaktorgeometrie. Auf dieser Grundlage soll ein Prototyp des Rieselfilmreaktors entwickelt und anschließend erprobt werden.

Ergänzend werden Mess- und Regelsysteme entwickelt, die eine Anpassung der Ozondosierung an den tatsächlichen Behandlungsbedarf ermöglichen sollen. Eine solche Regelung könnte dazu beitragen, den Ozoneinsatz und den damit verbundenen Energieverbrauch zu begrenzen. Ob und in welchem Umfang sich diese Einsparungen realisieren lassen, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Potenzial für die vierte Reinigungsstufe kommunaler Kläranlagen

Das Forschungsvorhaben ist auch vor dem Hintergrund der überarbeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie relevant. Diese sieht für bestimmte kommunale Kläranlagen zusätzliche Anforderungen an die Entfernung von Mikroschadstoffen vor. Damit gewinnt die Planung und Umsetzung einer vierten Reinigungsstufe an Bedeutung.

Für Kläranlagenbetreiber sind neben der erreichbaren Spurenstoffelimination insbesondere der Energiebedarf, die Betriebskosten und die technische Integration entscheidend. Das Projekt OZON-EFF untersucht deshalb auch die Wirtschaftlichkeit des Reaktorkonzepts und die Voraussetzungen für eine Übertragung auf kommunale Abwasserbehandlungsanlagen.

Eine praktische Anwendung hängt davon ab, ob sich die angestrebten Verbesserungen des Stoffübergangs auch unter realistischen Betriebsbedingungen nachweisen lassen. Belastbare Ergebnisse zur erreichbaren Reinigungsleistung und zu möglichen Energieeinsparungen liegen aus dem beschriebenen Projekt bislang nicht vor.

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Forschung mit 240.000 Euro

Die Finanzierung erfolgt über das Programm „CZS Forschungsstart“ der Carl-Zeiss-Stiftung. Es richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate erstmals eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften übernommen haben. Gefördert werden Forschungsvorhaben aus den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften.

Projektleiterin Verena Fath ist Professorin an der Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik der Technischen Hochschule Mannheim. Sie studierte Chemische Technik und Chemieingenieurwesen in Mannheim und promovierte an der Technischen Universität Dortmund auf dem Gebiet der autonomen Prozessoptimierung. Vor ihrer Berufung war sie unter anderem in der Sicherheitstechnik der BASF SE tätig.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Verena Fath
Technische Hochschule Mannheim
Fakultät für Verfahrens- und Chemietechnik
v.fath@th-mannheim.de

The post Neuer Ozonreaktor soll Arzneimittelrückstände energieeffizient entfernen appeared first on gwf-wasser.de.

Treibhausgasbilanzierung in der Wasserwirtschaft wird weiter vereinheitlicht

13. Oktober 2026 um 07:07

Eine Arbeitsgruppe aus Unternehmen der Trink- und Abwasserbranche hat ihren Leitfaden zur Bilanzierung von Scope-3-Emissionen umfassend überarbeitet. Die aktualisierte Fassung berücksichtigt nun sieben statt bisher drei Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol und deckt damit weitere Bereiche ab, die derzeit als wesentlich für die Wasserwirtschaft eingestuft werden.

Der ursprünglich im Sommer 2024 veröffentlichte Leitfaden wurde gemeinsam von den Berliner Wasserbetrieben, der GELSENWASSER AG, der hanseWasser Bremen GmbH, HAMBURG WASSER, der Münchner Stadtentwässerung und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln überarbeitet. Unterstützung erhielten die Unternehmen dabei von der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie und Wasserverwendung (ASEW). Neben fachlichen und redaktionellen Anpassungen umfasst die neue Version eine Erweiterung der berücksichtigten Scope-3-Kategorien von drei auf sieben.

Gemeinsame Grundlagen für die Emissionsbilanzierung

Mit dem Leitfaden erhalten Unternehmen der Wasserwirtschaft eine methodische Grundlage, um ihre Scope-3-Emissionen nach einheitlichen Kriterien zu erfassen und zu bilanzieren. Dadurch sollen die Qualität und Vergleichbarkeit der Treibhausgasbilanzen innerhalb der Branche verbessert werden.

Die Veröffentlichung bietet methodische Empfehlungen, Praxisbeispiele und Hinweise zu geeigneten Datengrundlagen. Ergänzend stehen Berechnungstools zur Verfügung, die Unternehmen bei der Bilanzierung unterstützen. Scope-3-Emissionen entstehen innerhalb der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. In vielen Betrieben machen sie einen erheblichen Teil der verursachten Treibhausgasemissionen aus. Eine möglichst belastbare Erfassung ist daher wichtig, um vollständige Treibhausgasbilanzen zu erstellen und Potenziale zur Emissionsminderung gezielt zu erkennen und zu steuern.

Vier zusätzliche Emissionskategorien aufgenommen

Die erste Fassung des Leitfadens konzentrierte sich auf drei der insgesamt 15 Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol. Die Auswahl beruhte auf unternehmensspezifischen Wesentlichkeitsanalysen, deren Ergebnisse innerhalb der Arbeitsgruppe miteinander abgeglichen wurden.

Bereits in der bisherigen Version enthalten waren:

  • Scope 3.1: Gekaufte Waren und Dienstleistungen

  • Scope 3.2: Investitionsgüter

  • Scope 3.5: Im Betrieb anfallende Abfälle

 

Mit der Überarbeitung kommen vier weitere Kategorien hinzu:

  • Scope 3.3: Brennstoffe und energiebezogene Aktivitäten außerhalb Scope 1 oder 2

  • Scope 3.6: Geschäftsreisen

  • Scope 3.7: Pendeln der Mitarbeitenden

  • Scope 3.15: Investitionen

Damit berücksichtigt die aktualisierte Fassung alle Scope-3-Kategorien, die von der Arbeitsgruppe gegenwärtig als wesentlich für die Wasserwirtschaft bewertet werden.

Weitere Kategorien sollen später folgen

Noch nicht Bestandteil des aktualisierten Leitfadens sind die Kategorien Scope 3.11 „Nutzung verkaufter Produkte“ und Scope 3.12 „Behandlung verkaufter Produkte am Ende ihrer Lebensdauer“. Ihre Bearbeitung ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Aufgrund ihrer potenziellen Bedeutung sind zunächst weitere inhaltliche Vorarbeiten und Abstimmungen erforderlich.

Zum Leitfaden (Download)

Quelle: Treibhausgasbilanzen in der Trink- und Abwasserbranche – hanseWasser Bremen

The post Treibhausgasbilanzierung in der Wasserwirtschaft wird weiter vereinheitlicht appeared first on gwf-wasser.de.

Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026!

12. Oktober 2026 um 07:39

Mit dem Willy-Hager-Preis werden jüngere Wissenschaftler:innen für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik der (industriellen) Wasser- oder Abwasseraufbereitung ausgezeichnet. Bei den Arbeiten soll in der Regel die verfahrens-technische Problemlösung im Vordergrund stehen. Typischerweise handelt es sich dabei um Dissertationen. Die Arbeiten sollten nicht länger als drei Jahre zurückliegen und an einer deutschen Hochschule durchgeführt worden sein.

Der Willy-Hager-Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Dieser Betrag wird je zur Hälfte zwischen Preisträger:in und dem Hochschulinstitut, an dem die Arbeiten durchgeführt wurden, geteilt.

Bewerbungen können über die jeweilige Leitung des Hochschulinstitutes eingereicht werden.

Die Ausschreibung erfolgt durch die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. und die „Wasserchemische Gesellschaft“, Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) im Namen und Auftrag der Willy-Hager-Stiftung. Über die Vergabe des Preises entscheidet der Stiftungsrat der Willy-Hager-Stiftung auf Vorschlag eines Sachverständigenkreises.

Weitere Informationen

Quelle: Dechema

The post Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026! appeared first on gwf-wasser.de.

Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses im Rhein bleibt eine Herausforderung

12. Oktober 2026 um 07:33

Seit 1958 galt der Atlantische Lachs im Rhein als ausgestorben. In den 1990er-Jahren begannen erste Bemühungen, die Fischart wieder anzusiedeln. Im Rahmen des sechsjährigen Modell- und Demonstrationsvorhabens „Genetisches Monitoring zur Wiederansiedlung des Lachses im Rheingebiet“ (GeMoLaR) wurde untersucht, wie erfolgreich der Besatz mit Junglachsen aus Aufzuchtstationen ist und in welchem Umfang sich die Tiere bereits auf natürliche Weise vermehren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Maßnahmen zur Rückkehr der Lachse beitragen. Eine sich selbst erhaltende Population konnte sich bislang jedoch nicht etablieren. Die Erkenntnisse des Projekts sind in einen praxisorientierten Leitfaden eingeflossen.

Jährlich werden mehr als eine Million Junglachse aus Aufzuchtstationen in Deutschland und Frankreich in ökologisch geeigneten Nebenflüssen des Rheins ausgesetzt. Ziel ist es, den Atlantischen Lachs langfristig wieder im Rheinsystem anzusiedeln. Die Maßnahmen orientieren sich am natürlichen Lebenszyklus der Wanderfische. Lachse schlüpfen in kühlen, klaren Fließgewässern und verbringen dort ihre erste Lebensphase. Spätestens im Alter von zwei Jahren wandern sie als sogenannte Smolts ins Meer ab. Nach mehreren Jahren kehren sie zum Laichen in ihre Heimatgewässer zurück.

Genetische Analysen geben Aufschluss über den Wiederansiedlungserfolg

Im Mittelpunkt des Projekts GeMoLaR stand die Frage, welchen Beitrag die verschiedenen Besatzmaßnahmen zum heutigen Lachsbestand leisten und wie viele Jungfische bereits aus natürlicher Fortpflanzung hervorgehen. Dazu analysierten die Forschenden insgesamt 15.566 genetische Proben Atlantischer Lachse aus dem Rheingebiet.

Die Ergebnisse bestätigen, dass die Wiederansiedlungsprogramme in Deutschland gemeinsam mit den Maßnahmen in Frankreich und der Schweiz die Rückkehr des Atlantischen Lachses in das Rheinsystem ermöglichen. Die heutigen Bestände weisen eine hohe genetische Vielfalt auf, die auf die unterschiedlichen Herkünfte der im Laufe der Jahre eingesetzten Lachse zurückzuführen ist.

Auch eine natürliche Fortpflanzung konnte nachgewiesen werden. Allerdings hängt der Lachsbestand weiterhin überwiegend von den Besatzmaßnahmen ab. Die natürliche Reproduktion trägt bislang nur in geringem Umfang zum Bestand bei. Zudem gingen die Zahlen der zurückkehrenden Lachse während der Projektlaufzeit insgesamt zurück. Zusätzliche Schwierigkeiten entstehen durch Niedrigwasser, steigende Wassertemperaturen und veränderte Abflussverhältnisse, die sowohl Wanderfische als auch andere Fischarten beeinträchtigen.

Neuer Leitfaden unterstützt das genetische Monitoring

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Wiederansiedlung bedrohter Fischarten künftig besser zu koordinieren. Dabei spielt insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern und den angrenzenden Staaten eine wichtige Rolle.

Die entwickelten Methoden und der daraus entstandene Leitfaden bilden eine Grundlage für ein langfristiges genetisches Monitoring. Darüber hinaus enthalten sie konkrete Empfehlungen, wie das Reproduktionsmanagement verbessert und die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses weiter vorangetrieben werden kann.

Die Ansätze lassen sich auch auf andere Wanderfischarten sowie weitere Projekte des Fischereimanagements übertragen. Zudem wurde GeMoLaR als Fallstudie in die „Leitlinie zum genetischen Management von Besatzprogrammen für aquatische Arten“ (S. 55–56) der Welternährungsorganisation (FAO) aufgenommen.


Quelle: Neuer Leitfaden zur Wiederansiedlung von Atlantischen Lachsen im Rhein

The post Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses im Rhein bleibt eine Herausforderung appeared first on gwf-wasser.de.

IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe

09. Oktober 2026 um 15:05

Die International Water Association (IWA) hat die Gewinner der IWA Project Innovation Awards 2026 bekannt gegeben. Die IWA zeichnete in Glasgow 23 Finalisten in sechs Kategorien mit Gold, Silber oder Bronze aus. Insgesamt hatten sich 320 Projekte aus 65 Ländern für die 15. Ausgabe der internationalen Auszeichnung beworben. Der Grand Innovation Award ging an ein chinesisches Projekt zur integrierten Abwasserbehandlung und Ressourcenrückgewinnung.

IWA Project Innovation Awards 2026: Hauptpreis geht nach China

Mit dem Grand Innovation Award 2026 zeichnete die IWA das Projekt „Transforming Wastewater into Value: A Megacity-Scale Water-Energy Nexus Model“ aus. Entwickelt wurde das Vorhaben von Zhongyuan Environmental Protection Co., Ltd. und der Kläranlage Zhengzhou Xinqu in China.

Im Mittelpunkt steht die Umwandlung einer konventionellen Kläranlage in ein integriertes Zentrum zur Wasser- und Ressourcenrückgewinnung. Das Konzept kombiniert weitergehende Abwasserreinigung, Wasserwiederverwendung, Klärschlammbehandlung und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Ein Bestandteil des Projekts ist die Behandlung des Abwassers mit funktionalen Materialien. Durch den Einsatz von Aktivkoks sollen auch neuartige Schadstoffe entfernt werden. Das entsprechend aufbereitete Wasser steht anschließend für die Wiederverwendung zur Verfügung.

Für die Klärschlammbehandlung setzt das Projekt auf Pyrolyse und Vergasung. Das dabei entstehende Pyrolysegas wird energetisch genutzt. Feste Rückstände sollen zu Recyclingbaustoffen weiterverarbeitet werden. Zusätzlich wird Wärmeenergie aus dem Abwasser zurückgewonnen und in das Gesamtsystem eingebunden.

Der Ansatz verknüpft damit verschiedene Verfahren zur stofflichen und energetischen Nutzung von Abwasser. Ziel ist es, die Ressourceneffizienz der kommunalen Abwasserwirtschaft zu verbessern und die Versorgungssicherheit in großen Städten zu unterstützen.

Sechs Goldauszeichnungen für internationale Wasserprojekte

Neben dem Grand Innovation Award vergab die IWA Gold-, Silber- und Bronzeauszeichnungen in sechs Kategorien. Die Goldpreise gingen an Projekte aus China, Portugal, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Spanien und Kenia. Die ausgezeichneten Ansätze reichen von biologischen Reinigungsverfahren bis zur digitalen Bewirtschaftung wasserwirtschaftlicher Systeme.

Wassertechnologien und Infrastruktur

In der Kategorie „Zukunftsweisende Wassertechnologien und Infrastruktur“ erhielt das chinesische Wasser-Energie-Verbundprojekt aus Zhengzhou ebenfalls Gold. Die Jury würdigte damit die Verbindung von Abwasserreinigung, Wasserwiederverwendung und Ressourcenrückgewinnung.

Silber ging an IDE Water Technologies aus Israel für ein Projekt zur Verringerung des Gesamtsalzgehalts und zur Wasserwiederverwendung im Cherokee Metropolitan District. Bronze erhielten ein chinesisches Vorhaben zu energiearmen Membranbioreaktoren mit vibrierenden Membranen sowie eine Anlage zur vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen in Flandern, umgesetzt von Sweco Belgium und Aquafin.

Leistungssteigerung und betriebliche Lösungen

Die Goldauszeichnung dieser Kategorie ging an Águas do Douro e Paiva aus Portugal. Das Projekt „From Waste to Roof Tiles: a Circular Economy Approach in the Portuguese Water Sector“ beschäftigt sich mit der stofflichen Nutzung von Reststoffen aus der Wasserwirtschaft zur Herstellung von Dachziegeln.

Silber erhielt ein chinesisches Projekt zur Gewässerrenaturierung und zum resilienten Betrieb wasserökologischer Infrastruktur im Einzugsgebiet des Shiwuli-Flusses. Bronze ging an die Kläranlage Winchburgh von Scottish Water sowie an ein Projekt der Public Utilities Board (PUB) aus Singapur, das Membranbioreaktoren mit MABR- und AGS-Technologien kombiniert.

Forschung und Entwicklung

In der Kategorie „Durchbrüche in Forschung und Entwicklung“ zeichnete die IWA ein chinesisches Projekt zur biologischen Abwasserbehandlung mit Gold aus. Die Beijing University of Technology und die Shenzhen Water and Environment Group entwickelten einen Ansatz mit anaerober, aerober und anoxischer Verfahrensführung (AOA). Dieser dient der weitergehenden Stickstoff- und Phosphorelimination auf der kommunalen Kläranlage Shenzhen Binhe.

Silber ging an das niederländische KWR Water Research Institute für KI-gestützte Strategien zur Weiterentwicklung von Wassersystemen. Bronze erhielten die Chinese Academy of Sciences für naturbasierte Maßnahmen gegen Geruchsbelastungen durch Cyanobakterien sowie die University of Technology Sydney für das Projekt EMISI zur Emissionsmessung im Sanitärbereich Indonesiens.

Planung und Umsetzung von Wasserprojekten

Gold in der Kategorie „Herausragende Planung und Umsetzung von Projekten“ erhielt das Meerwasserentsalzungsprojekt Hassyan in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Anlage ist auf eine Kapazität von 180 Millionen Imperial Gallons pro Tag (MIGD) ausgelegt und nutzt das Umkehrosmoseverfahren (SWRO).

Zu den ausgezeichneten Projektpartnern gehören die Power Construction Corporation of China, SEPCOIII Electric Power Construction Co., Ltd. und ACWA Power International.

Silber ging an VA Tech Wabag für ein integriertes Abwasserinfrastrukturprojekt mit einer Kapazität von 150 Millionen Litern pro Tag in Patna, Indien. Bronze erhielt die Municipal Water and Sewage Company in Wroclaw für organisatorische Maßnahmen zur Verringerung von Wasserverlusten.

Governance und soziales Unternehmertum

In dieser Kategorie wurde die „Kiunga Solar Desalination and Water-for-Peace Initiative“ der Lamu County Government in Kenia mit Gold ausgezeichnet. Das Projekt kombiniert solare Meerwasserentsalzung mit der Initiative ‚Water-for-Peace‘.

Silber erhielt das Projekt WaterGov von LIS-Water und der Inter-American Development Bank zur Verbesserung der Steuerung im Wasser- und Sanitärsektor. Bronze ging an ein chinesisches Managementmodell zur integrierten Wasserbewirtschaftung in Rongcheng sowie an ein Projekt zur Ausweitung inklusiver Sanitärversorgung in Bangladesch.

Intelligente Systeme und digitale Wasserwirtschaft

Die Goldauszeichnung für intelligente Systeme erhielt der spanische Wasserversorger EMASESA aus Sevilla. Das Projekt „The Digital Reservoir“ verfolgt einen Ansatz zur integrierten Bewirtschaftung des Wasserkreislaufs auf Grundlage cyber-physischer Systeme.

Silber ging an Shenzhen Smart Water und die Shenzhen Water and Environment Group für ein Wasserverlustmanagementsystem im Maßstab einer chinesischen Megastadt.

Bronze erhielten Beijing Kingtrol Data Technology für die unternehmensweite Big-Data-Plattform DataMine sowie die Stadt North Miami Beach in den USA für ein KI-gestütztes Konzept zur Verbesserung der Resilienz kommunaler Versorgungsunternehmen.

Ressourcenrückgewinnung und Digitalisierung im Fokus

Die ausgezeichneten Projekte zeigen mehrere technologische Entwicklungslinien der internationalen Wasserwirtschaft. Dazu gehören die weitergehende Entfernung von Schadstoffen, die energieeffiziente Abwasserbehandlung und die Nutzung von Reststoffen als Sekundärrohstoffe.

Auch die digitale Steuerung wasserwirtschaftlicher Anlagen spielt eine Rolle. Die prämierten Vorhaben befassen sich unter anderem mit datenbasiertem Wasserverlustmanagement, cyber-physischen Systemen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz.

Für kommunale Betreiber und Planer sind insbesondere die Verknüpfung unterschiedlicher Behandlungsverfahren sowie die Integration von Ressourcenrückgewinnung und Energieversorgung relevant. Die Projekte liefern Beispiele dafür, wie technische Konzepte in wasserwirtschaftliche Infrastrukturen eingebunden werden können.

Über die IWA Project Innovation Awards

Die International Water Association vergibt die Project Innovation Awards seit 2006. Die Auszeichnungen werden alle zwei Jahre im Rahmen des World Water Congress & Exhibition verliehen.

Die Bewertung erfolgt durch eine unabhängige Fachjury. Neben dem Innovationsgehalt und den erzielten Ergebnissen berücksichtigt sie die jeweiligen Entwicklungsbedingungen sowie das Potenzial für eine breitere Anwendung der Projekte.

Für die Ausgabe 2026 gingen 320 Bewerbungen aus 65 Ländern ein. Daraus wurden 23 Finalisten ausgewählt, die in den sechs Kategorien mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet wurden.


Quelle: IWA

The post IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe appeared first on gwf-wasser.de.

Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion

09. Oktober 2026 um 08:09

Meer- und Brackwasser könnten künftig eine Alternative zu anderen Wasserressourcen für die Wasserstoffproduktion darstellen. Bislang benötigen herkömmliche Elektrolyseure jedoch aufwendig aufbereitetes, hochreines Wasser. Im Projekt SeaEly untersuchten das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES und das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM deshalb, wie gut sich Meer- und Brackwasser für die Wasserstoffproduktion eignen und welche Prüf- und Testinfrastruktur dafür erforderlich ist.

Besonders interessant ist die direkte Nutzung von Meer- und Brackwasser für küstennahe und Offshore-Anwendungen. Wird Strom aus Windenergieanlagen unmittelbar in Wasserstoff umgewandelt, entsteht ein speicher- und transportierbarer Energieträger. Dieser kann beispielsweise als chemischer Rohstoff, zur Energieversorgung oder für die Herstellung von Ammoniak und synthetischen Kraftstoffen eingesetzt werden.

Das vom Fraunhofer IWES koordinierte Verbundprojekt SeaEly lief von Oktober 2022 bis März 2026 und war Teil des Ideenwettbewerbs „Wasserstoffrepublik Deutschland“. Untersucht wurde die direkte Elektrolyse von Meer- und Brackwasser zur Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff. Neben Fraunhofer IWES und Fraunhofer IFAM waren unter anderem die TU Berlin, die Whitecell Eisenhuth GmbH & Co. KG sowie das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik beteiligt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Meerwasser mit weniger Aufbereitung nutzen

„Die Idee war, zu prüfen, bis zu welchem Reinheitsgrad man das Meerwasser direkt in der Elektrolyse einsetzen kann, ohne die Geräte zu überfordern“, erklärt Dr. Nadine Menzel, Gruppenleiterin Elektrochemie und Analytik am Hydrogen Lab Leuna des Fraunhofer IWES.

Im Projekt wurde untersucht, inwieweit Meerwasser in der Elektrolyse als alternative Ressource zu Trink- und Brauchwasser eingesetzt werden kann. Am Fraunhofer IFAM entwickelten die Forschenden dafür neue Membranen für die Elektrolyse von nicht gereinigtem Meerwasser. Diese wurden mit einem modularen elektrochemischen Prüfstand untersucht.

Der Prüfstand ermöglicht es, Materialien unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen zu testen und anschließend gezielt zu analysieren. Dabei können unter anderem Ablagerungen, Veränderungen an Oberflächen sowie Korrosions- und Alterungsprozesse erfasst werden. Durch die Kombination von Materialentwicklung und Prüfung lässt sich die Stabilität der eingesetzten Komponenten unter verschiedenen Belastungen systematisch bewerten.

Membranen spielen eine zentrale Rolle

Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Eine wichtige Aufgabe übernimmt dabei die Membran. Sie trennt die beiden Reaktionsräume voneinander und ermöglicht gleichzeitig den für die elektrochemische Reaktion notwendigen Transport von Ionen. Vereinfacht funktioniert sie wie ein sehr feines Sieb, das bestimmte Ionen passieren lässt, während die entstehenden Gase möglichst voneinander getrennt bleiben.

Beim Einsatz von Meerwasser steigen jedoch die Anforderungen an die Komponenten. Chloride und weitere Inhaltsstoffe können Nebenreaktionen verursachen, sich auf Oberflächen ablagern oder Korrosions- und Alterungsprozesse begünstigen.

„Je unreiner wir mit unserem Elektrolyten werden, desto mehr stellt sich die Frage, wie lange halten unsere einzelnen Komponenten?“, sagt Andreas Brinkmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter aus der Abteilung Adhäsion und Grenzflächenforschung am Fraunhofer IFAM.

Materialien auf Verschleiß untersuchen

Um die Auswirkungen zu untersuchen, können am Fraunhofer IFAM verschiedene Elektrolyte und Zellkonfigurationen eingesetzt werden. Ergänzend zu elektrochemischen Messungen kommen Rasterelektronenmikroskopie, EDX, XPS und TOF-SIMS zum Einsatz. Damit lassen sich die Materialien nach den Versuchen detailliert analysieren. Auf diese Weise könne im Prinzip eine Verschleißgeschwindigkeit ermittelt werden, erklärt Brinkmann.

Parallel dazu entstand am Fraunhofer IWES ein größerer, multi-use-fähiger Prüfstand. Dort können unterschiedliche Elektrolysetechnologien und neu entwickelte Komponenten mit Brack- oder Salzwasser untersucht und miteinander verglichen werden. Dazu zählen PEM-, alkalische und AEM-Elektrolyse. Vielversprechende Materialien lassen sich so von kleineren Messzellen auf größere Aufbauten übertragen. Dadurch können die Forschenden neben dem Verhalten einzelner Materialien auch das Zusammenspiel mehrerer Zellen und weiterer Systemkomponenten untersuchen.

Langzeitstabilität rückt in den Fokus

Im Rahmen von SeaEly wurden Prüfstände und Komponenten für die Untersuchung der Elektrolyse mit Meer- und Brackwasser entwickelt und erste Machbarkeitsuntersuchungen durchgeführt. Die entstandene Infrastruktur schafft nun die Grundlage für systematische Langzeituntersuchungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Alterung, Korrosion und Ablagerungen sowie die Frage, welchen Einfluss die Zusammensetzung des Elektrolyten auf die Lebensdauer der Komponenten hat.

Die im Projekt entwickelten Prüfstände werden bei Fraunhofer IFAM und Fraunhofer IWES auch nach Abschluss von SeaEly weiter eingesetzt. Untersucht werden damit unter anderem alternative Wasserquellen sowie die Eignung von Komponenten für die Elektrolyse. Darüber hinaus stehen die Prüfstände für Industrieprojekte und externe Anwendungen zur Verfügung.

Weitere Informationen

Quelle: Ungereinigtes Meerwasser im Elektrolyseur: Fraunhofer testet Materialien und Membranen

The post Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion appeared first on gwf-wasser.de.

Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

08. Oktober 2026 um 08:01

Bereits seit mehreren Jahren führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt taucharchäologische Untersuchungen im Arendsee im Altmarkkreis Salzwedel durch. Dabei sorgten unter anderem jungsteinzeitliche Fischzäune, ein hochmittelalterlicher Prahm – ein flachbodiges Lastschiff – sowie ein spätmittelalterlicher Einbaum für Aufsehen.

Im Sommer 2026 gelang den Forschenden eine weitere außergewöhnliche Entdeckung. Die neuen Funde führen rund 10.500 Jahre zurück in eine Zeit, in der die Menschen noch nicht dauerhaft sesshaft waren und sich vom Jagen, Sammeln und Fischfang ernährten. In dieser als Mesolithikum oder Mittelsteinzeit bezeichneten Epoche lebte auch die Schamanin von Bad Dürrenberg. Auch am Ufer des Arendsees hielten sich nachweislich bereits Menschen auf.

Besondere Bedingungen erhalten jahrtausendealte Spuren

Eine geologische Besonderheit des Arendsees hat dazu beigetragen, dass die Spuren der damaligen Besiedlung und der einstigen Uferlandschaft außergewöhnlich gut erhalten geblieben sind. Anders als viele Binnengewässer, die im Laufe der Jahrtausende langsam verlanden, sinkt der Grund des Arendsees durch geologische Prozesse über einem im Untergrund liegenden Salzstock langsam ab. Dadurch befinden sich die mesolithischen Funde heute unter einer dünnen Sedimentschicht in etwa 20 Metern Tiefe und sind ausgezeichnet konserviert.

Neben den für diese Zeit typischen Funden wie Steingeräten und Tierknochen konnten die Taucher auch selten erhaltene Hölzer bergen. „Die Funde werfen ein ganz neues Licht auf die Mittelsteinzeit, für die Spuren von Bauten bislang in Mitteldeutschland nur in Form von Erdverfärbungen bekannt sind“, erklärt Landesarchäologe Harald Meller. Nach ersten Erkenntnissen könnte es sich bei einem 1,60 Meter hohen Pfahl mit Fällspuren und bis zu 1,30 Meter langen Spaltbrettern um Überreste ehemaliger Konstruktionen handeln.

Bei einem etwa 1,60 Meter hohen Pfahl aus dem Arendsee mit Fäll- und Bearbeitungsspuren könnte es sich um das tragende Element eines mittelsteinzeitlichen Bauwerks gehandelt haben. Quelle: Juraj Lipták´Copyright: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Welche Konstruktionen entstanden vor 10.500 Jahren?

Noch ist unklar, welchem Zweck die entdeckten Holzkonstruktionen dienten. „Ob wir hier Reste von Hütten, oder andere, bisher vollkommen unbekannte Holzkonstruktionen vor uns haben, ist Gegenstand der laufenden und zukünftigen Forschungen“, erläutert Marcel Weiß, Projektleiter auf Seiten des LDA Sachsen-Anhalt. Sollte sich zeigen, dass bereits vor 10.500 Jahren dauerhafte Bauten oder intensiv gestaltete Lebensräume existierten, könnte dies das bisherige Bild von Jägern und Sammlern verändern. Die Funde wären rund 3.000 Jahre älter als die Langhäuser der ersten Bauern in Mitteleuropa.

Bislang wird die grundlegende Umgestaltung der natürlichen Umwelt zu Kulturlandschaften vor allem mit den ersten Bauern verbunden, die um 5.500 vor Christus nach Mitteldeutschland einwanderten. Die Unterwasserarchäologie am Arendsee könne daher eine besondere Möglichkeit bieten, mehr über die Wurzeln moderner Kulturlandschaften zu erfahren.

Unterwasserroboter kartiert die Fundstelle

Nach der Entdeckung im Frühjahr 2026 wurden weitere Proben und einzelne Funde geborgen, um Alter und Ausdehnung der Fundstelle genauer zu bestimmen. In einer zweiten Kampagne arbeitete das LDA Sachsen-Anhalt mit dem Fraunhofer IOSB-AST in Ilmenau zusammen. Mithilfe eines Remote Operated Vehicles (ROV), eines ferngesteuerten Unterwasserroboters, entstanden hochauflösende Sonarscans des einstigen Uferreliefs.

Durch die genaue Bestimmung der einzelnen Fundlagen sollen Verdachtsflächen eingegrenzt und weitere unterwasserarchäologische Untersuchungen gezielt geplant werden. „Die Unterstützung der Arbeiten unter Wasser mit modernsten Technologien, die am Fraunhofer Institut in Ilmenau entwickelt werden, ist für die Archäologie von unschätzbarem Wert“, sagt Sven Thomas, Taucheinsatzleiter des LDA Sachsen-Anhalt am Arendsee.

Die rund 10.500 Jahre alten Funde aus dem Arendsee könnten neue Einblicke in die Zeit der Schamanin von Bad Dürrenberg ermöglichen. Sie steht derzeit im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Die Schamanin“ im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale).

 

 


Quelle: Reste von über 10.000 Jahre alten mittelsteinzeitlichen Holzkonstruktionen im Arendsee gefunden

The post Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei appeared first on gwf-wasser.de.

Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen

07. Oktober 2026 um 08:00

Vom 3. bis 6. November 2026 findet die Ecomondo imRimini Expo Centre zum 29. Mal statt. Auf mehr als 167.000 m² Ausstellungsfläche werden über 1.800 Aussteller erwartet. Ergänzt wird die Ausstellung durch mehr als 200 Veranstaltungen mit über 1.000 Expertinnen und Experten. Die Messe versteht sich als Plattform für Technologien, Dienstleistungen und industrielle Lösungen rund um ökologische Transformation und Kreislaufwirtschaft. Für die Wasserbranche ist insbesondere der Bereich „Water Cycle & Blue Economy“ relevant.

Lösungen für den gesamten Wasserkreislauf

Die Daten für die diesjährige Ecomondo in Italien. (Quelle: © Ecomondo)

Der Wasserbereich in Halle B8 deckt die gesamte Wertschöpfungskette des integrierten Wasserkreislaufs ab. Gezeigt werden Lösungen für Trinkwasser- und Abwasserbehandlung, Schlammbehandlung, Versorgungs- und Kanalnetze sowie Monitoring und Infrastrukturmanagement. Hinzu kommen Systeme zum digitalen Monitoring und Steuerung von Wasserinfrastrukturen sowie Technologien für mehr Effizienz, Resilienz und Wasserwiederverwendung.

Ein eigener Trenchless District rückt grabenlose Technologien für unterirdische Infrastrukturen in den Mittelpunkt. Für Betreiber von Wasser- und Abwassernetzen stehen damit Verfahren für Bau, Sanierung und Instandhaltung von Leitungen im Fokus. Der Blue Economy District bündelt zudem Technologien und Projekte aus den Bereichen Küste, Meer  und maritime Kreislaufwirtschaft.

Wasserresilienz und Digitalisierung

Auch das Konferenzprogramm setzt wasserwirtschaftliche Schwerpunkte. Dazu zählen wasserresiliente Infrastrukturen für Klimaanpassung und Versorgungssicherheit sowie eine höhere Wassereffizienz in Industrie und Landwirtschaft. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Umweltmonitoring und Big Data werden als Werkzeuge für ein effizienteres Management von Wasserressourcen und klimabedingten Risiken behandelt.

Am 4. November beschäftigt sich ein Programmpunkt unter anderem mit Governance, Regulierung und Finanzierung der Wasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels. Natürlich wird auch die europäische Water Resilience Strategy thematisiert.

Neue EU-Vorgaben im Blick

Für Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen bietet die Messe auch einen Überblick über regulatorische Entwicklungen. Im Konferenzprogramm werden unter anderem die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie und die europäische Trinkwasserrichtlinie aufgegriffen. Diskutiert werden Anforderungen an Umsetzung, Finanzierung und Governance im Wassersektor. Die Ecomondo richtet sich damit an Wasserversorgungs- und Abwasserunternehmen, Technologieanbieter, Ingenieur- und Planungsunternehmen sowie Forschung, Verwaltung und Politik.

Weitere Informationen zum Programm, Ausstellern und Tickets finden sich hier.


Quelle: Ecomondo

The post Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen appeared first on gwf-wasser.de.

Weltmeere im Wärmecheck: Messungen zeigen Abweichungen von Klimamodellen

06. Oktober 2026 um 12:35

Die Erde nimmt derzeit mehr Wärme auf, als sie ins Weltall abgibt. Rund 90 Prozent dieser zusätzlichen Wärme werden von den Ozeanen aufgenommen. Das wirkt sich unter anderem auf den Meeresspiegel, marine Hitzewellen und Wetterphänomene wie El Niño aus.

Wie sich die Wärme innerhalb der Ozeane verteilt, lässt sich bislang mit frei treibenden Tauchbojen nur unvollständig erfassen. Forschende der Universität Bonn kombinieren deshalb Messungen dieser Bojen mit Satellitendaten zum Meeresspiegel. Auf dieser Grundlage können sie monatliche Karten erstellen und die Erwärmung des gesamten Ozeans rekonstruieren.

Messdaten und Klimamodelle zeigen Unterschiede

Über alle Weltmeere betrachtet stimmen die Ergebnisse der Forschenden weitgehend mit den Klimamodellen überein. Bei einzelnen Ozeanbecken zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zu den Modellsimulationen, die teilweise im zweistelligen Prozentbereich liegen. Besonders auffällig war die Entwicklung zwischen 2005 und 2015: In diesem Zeitraum nahm der Indische Ozean ungewöhnlich viel Wärme auf. Über die vergangenen 20 Jahre entfiel jeweils etwa ein Drittel der zusätzlichen Wärme auf Pazifik, Atlantik und Indischen Ozean. Nach Angaben der Forschenden deutet dies auf einen Wärmetransport zwischen den Ozeanen hin.

Für ihre Untersuchung kombinieren die Forschenden Bojenmessungen mit Daten verschiedener Satelliten. Radaraltimetersatelliten erfassen den Meeresspiegel sehr genau. Da sich Wasser bei steigenden Temperaturen ausdehnt, führt die Erwärmung zu einem Anstieg des Meeresspiegels im Millimeterbereich – ähnlich wie bei der Flüssigkeit in einem Thermometer.

Allerdings steigt der Meeresspiegel auch durch schmelzende Gletscher und Eisschilde. Um diesen Einfluss herauszurechnen, nutzt das Forschungsteam Messungen der GRACE-Satelliten. So lässt sich die Erwärmung des gesamten Ozeans bestimmen und ihre räumliche Verteilung abbilden. Die Bojendaten liefern zusätzlich Informationen über die Erwärmung der oberen Ozeanschichten. Dadurch können die Forschenden abschätzen, wie sich die zusätzliche Wärme in unterschiedlichen Tiefen verteilt.

Aufnahme von Wärmeenergie (OHU) in den großen Ozeanbecken, wie aus Satellitenmessungen der letzten 20 Jahre ermittelt. Copyright: Abbildung: Bernd Uebbing/Uni Bonn

Regionale Unterschiede genauer berücksichtigen

Ein neuer Bestandteil der Methode ist die Berechnung des Wärmeausdehnungskoeffizienten für verschiedene Regionen des Ozeans. Bislang wurde dieser Wert häufig als überall gleich angenommen. Nach Angaben der Forschenden kann dies zu erheblichen Fehlern führen.

Für die Untersuchung mussten große und sehr unterschiedliche Datensätze einheitlich ausgewertet werden. Moderne Rechenverfahren helfen dabei, Unterschiede in der Datenverteilung zu berücksichtigen und mögliche Fehlinterpretationen zu minimieren. Die Wärmeaufnahme und -verteilung in den Ozeanen kann sich innerhalb weniger Jahre deutlich verändern. Die Ursachen und Folgen dieser Veränderungen sind bislang noch nicht vollständig verstanden. Umso wichtiger seien langfristige und verlässliche Messungen durch Satelliten und Messsysteme im Meer.

Nach Ansicht der Forschenden sollte sich die Klimapolitik zudem nicht allein an der Entwicklung der mittleren Landoberflächentemperaturen orientieren. Der Ozean und insbesondere der Meeresspiegelanstieg seien als „Thermometer des Erdsystems“ besser geeignet, da sie deutlich geringeren Schwankungen unterliegen.

Analyse soll auf frühere Jahrzehnte ausgeweitet werden

Im nächsten Schritt wollen die Forschenden ihre Analyse auf frühere Jahrzehnte ausweiten. Da vor 1993 weniger Satellitendaten verfügbar sind, sollen dafür historische Messungen herangezogen werden. Künftig sollen außerdem Daten der Satelliten GRACE-C und NGGM in die Untersuchungen einfließen.


Originalpublikation: ESSD – Improving global and regional ocean heat content by consistently combining GRACE gravity, satellite altimetry and Argo profile observations in a joint inversion framework

The post Weltmeere im Wärmecheck: Messungen zeigen Abweichungen von Klimamodellen appeared first on gwf-wasser.de.

DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien

06. Oktober 2026 um 08:00

Ab dem 31. Dezember 2026 müssen europaweite Anforderungen an Materialien und Werkstoffe mit Trinkwasserkontakt eingehalten werden. Mit dem Übergang von den bisherigen nationalen UBA-Bewertungsgrundlagen zu einem harmonisierten EU-System aus Positivlisten, Zertifizierung, Kennzeichnung und Konformitätsbewertung ändert sich nicht nur die Bewertung einzelner Werkstoffe, sondern das regulatorische Umfeld für die gesamte Wasserwirtschaft in Europa. Betroffen sind Wasserversorger, Hersteller, Planer, Installateure, Tiefbauer, Zertifizierungsstellen, Aufsichtsbehörden und Verbraucher gleichermaßen – auch wenn unter bestimmten Umständen nationale Bewertungsgrundlagen noch bis längstens 2032 gelten. Die Veranstaltung am 17. November ordnet die komplexen europäischen Regelungen ein und gibt Orientierung zu offenen Fragen rund um Rechtssicherheit, Beschaffung und Materialauswahl – von den Auswirkungen auf Wasserversorgungsunternehmen über den Umgang mit Bestandsprodukten bis zu Bleigrenzwerten bei metallenen Werkstoffen.

Themen

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die konkreten Auswirkungen des neuen EU-Rechtsrahmens auf Wasserversorgungsunternehmen. Diskutiert wird unter anderem welche bisherigen nationalen Regelungen durch die europäischen Vorgaben ersetzt werden und welche Handlungspflichten Betreiber bereits heute treffen. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie Wasserversorger künftig rechtssicher nachweisen können, dass eingesetzte Produkte den Anforderungen entsprechen, welche Produkte noch beschafft und verbaut werden können und wie mit Bestandsprodukten umzugehen ist. Ob bestimmte Materialien künftig nur noch eingeschränkt verfügbar sein werden, steht auch im Fokus des Kongress.

Zielgruppe

  • Führungskräfte von Wasserversorgungsunternehmen
  • Betriebsleitung Wasser
  • Netz- und Assetmanager
  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Tiefbau- und Rohrleitungsbauunternehmen
  • Hersteller von Produkten mit Trinkwasserkontakt
  • Zertifizierungs- und Prüforganisationen
  • Installationsunternehmen

 

Weitere Informationen zum Programm und Tickets gibt’s hier: DVGW Kongress.


Quelle: DVGW

The post DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien appeared first on gwf-wasser.de.

Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

05. Oktober 2026 um 12:20

wilde-natur.org gGmbH und der UHV 20 „Untere Oste“ sind beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das gemeinsame Projekt „Mehr Wasser für die Aue – Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert“.

Gewässerentwicklung trifft auf moderne Messtechnik

Mit der Auszeichnung wird ein Ansatz gewürdigt, der praktische Gewässerentwicklung mit moderner Umwelttechnik verbindet. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist Nala, eine von wilde-natur.org entwickelte Lösung zur kontinuierlichen Beobachtung wichtiger Gewässerparameter.

Nala soll Veränderungen im Gewässer frühzeitig sichtbar machen und dazu beitragen, kritische Entwicklungen zu erkennen, bevor ökologische Schäden bereits deutlich sichtbar sind. Dafür werden Messdaten aus dem Gewässer kontinuierlich erfasst. Sie können als Grundlage für frühzeitige Einschätzungen und gezieltes Handeln dienen.

Veränderungen in Flüssen frühzeitig erkennen

„Für uns ist diese Auszeichnung vor allem eine Bestätigung dafür, dass Gewässerschutz und technologische Innovation zusammengehören können“, sagt Elke Freimuth, Geschäftsführerin von wilde-natur.org gGmbH. „Flüsse senden ständig Signale. Mit Nala wollen wir helfen, diese Signale früher zu verstehen und Veränderungen sichtbar zu machen. Genau darin sehen wir einen wichtigen Baustein für einen vorsorgenden Gewässerschutz.“

Der Innovationspreis wurde im Rahmen des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss 26“ vergeben. Ausgezeichnet wurden wilde-natur.org gGmbH und der UHV 20 „Untere Oste“ gemeinsam für das Projekt „Mehr Wasser für die Aue – Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert“. Bei der Preisübergabe wurde das Projekt auch durch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer gewürdigt.

Nala soll Entscheidungsgrundlagen verbessern

Für wilde-natur.org ist die Auszeichnung ein wichtiger Meilenstein bei der Weiterentwicklung von Nala als praxisnahes Instrument für mehr Transparenz über die Gesundheit von Flüssen. Ziel ist es, ökologische Veränderungen frühzeitig erkennbar zu machen und damit bessere Entscheidungsgrundlagen für Gewässerschutz, Wasserwirtschaft sowie regionale Akteurinnen und Akteure zu schaffen.


Quelle: wilde-natur.org

The post Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz appeared first on gwf-wasser.de.

❌