❌

Normale Ansicht

Received before yesterdayIWW Zentrum Wasser

7. Mülheimer Wasseranalytisches Seminar mit rund 200 Teilnehmern wieder ein großer Erfolg

14. Oktober 2026 um 11:38

Das mittlerweile siebte Mülheimer Wasseranalytische Seminar am 16. und 17. September war ein großer Erfolg. Fast 200 Analytiker*innen diskutierten zwei Tage lang über neueste analytische Themen und Ergebnisse. Die Stadthalle Mülheim bot wiederum ein perfektes Setting und Catering für die besondere Mischung von Vortragsprogramm, Posterausstellung und Fachmesse, die das MWAS seit Beginn auszeichnet und von allen Besuchern geschätzt wird.

In 16 Vorträgen und den wissenschaftlichen Postern setzte die Konferenz einen Fokus auf die aktuellen Herausforderungen und Ergebnisse der Wasseranalytik. Zwei Schwerpunkte waren die Nutzung der hochauflösenden MS (HRMS), diesmal vor allem zur Analyse von Transformationsprodukten, und die Analyse und Bewertung perfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS). Ergänzt wurde dies mit Vorträgen zur Bewertung von analytischen Befunden in Grundwasser und der Dimensionierung von Infektionsbarrieren sowie erstmals einer eigenen Session zur digitalen Transformation und Automation. Letztere stieß auf sehr positive Resonanz und spiegelte sich auch in den in der Fachausstellung vertretenen Unternehmen und Produkten wider.

Das MWAS umfasste auch wieder die Vergabe des Mülheim Water Awards am Konferenzabend, nun schon zum zehnten Mal. Der Preis wurde an eine Gruppe der GCI GmbH und der Berliner Wasserbetriebe für die Entwicklung und den erfolgreichen Einsatz von Rohrpassivsammlern im Wasser- und Abwassermonitoring vergeben. Der vielversprechende Ansatz wurde am zweiten Konferenztag von den drei Preisträgern Jörg-Helge Hein, Tobias Hensel und Frederik Zietzschmann gemeinsam präsentiert und im weiteren Verlauf des Seminars intensiv diskutiert. 

Posterpreis Mülheimer Wasseranalytisches Seminar

Der von SHIMADZU gestiftete Preis für die besten wissenschaftlichen Poster ging an junge Wissenschaftler:innen der Hochschule Niederrhein in Krefeld (HNR) und der Instrumentellen Analytischen Chemie der Universität Duisburg-Essen (IAC UDE). Dr. Melanie Voigt (HNR) zeigte Ergebnisse zur Untersuchung der Transformation von Velafaxin mittels elektrochemischer Oxidation in einer μ-Durchflusszelle und anschließender HRMS. Im Poster von Daniel Höhn (IAC UDE) wurde eine schnelle Datenprozessierung in der Non-Target-Analyse mittels HRMS vorgestellt, die ohne nutzerspezifische Parameter auskommt.

Von links nach rechts: Melanie Voigt (Hochschule Niederrhein), Daniel Höhn & Prof. Dr. Torsten Schmidt (beide Universität Duisburg-Essen) und Dr. Eliane Frimmersdorf (Shimadzu).

Falls Sie an den Vorträgen interessiert sind, wenden Sie sich gerne an Janine Rosen aus unserem Tagungsteam unter: j.rosen@iww-online.de

Der Beitrag 7. Mülheimer Wasseranalytisches Seminar mit rund 200 Teilnehmern wieder ein großer Erfolg erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Erfahrungsaustausch zu Ultrafiltration in der Trinkwasseraufbereitung: Betreiber treffen sich in Luxemburg

13. Oktober 2026 um 10:03

Wie lassen sich Ultrafiltrationsanlagen noch effizienter betreiben? Welche Erfahrungen gibt es mit Membrandefekten, Reinigungsverfahren und der Anlagenüberwachung? Diese und weitere Fragestellungen standen im Mittelpunkt des zweiten ERFA-Workshops für Betreiber von Ultrafiltrationsanlagen (UF) zur Trinkwasseraufbereitung, der in der vergangenen Woche bei SEBES in Luxemburg stattfand.

Der von IWW koordinierte und durch das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser unterstützte Workshop brachte Betreiber verschiedener Wasserwerke zum fachlichen Austausch zusammen. Zum Auftakt besichtigten die Teilnehmenden das Wasserwerk in Eschdorf, bevor ein gemeinsames Abendessen Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und Netzwerken bot.

Am zweiten Veranstaltungstag standen intensive Fachgespräche und praxisnahe Erfahrungsberichte im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem die Auslegung und Fahrweise von UF-Anlagen, Wartungs- und Reinigungsstrategien, Sensorik und Überwachungssysteme sowie Fragen rund um Membrandefekte, Nutzungsdauern und den Umgang mit Spülwässern und Schlämmen. Die Ergebnisse einer vorab durchgeführten Betreiberbefragung dienten dabei als wichtiger Leitfaden für die Diskussionen.

Besonders geschätzt wurde der offene Austausch unter den Teilnehmenden. Der direkte Vergleich unterschiedlicher Herangehensweisen, praktische Einblicke aus dem Anlagenbetrieb und die gemeinsame Diskussion von Herausforderungen lieferten wertvolle Impulse für die Optimierung der eigenen Prozesse.

Das große Interesse und die positiven Rückmeldungen zeigen den hohen Bedarf an einem solchen Netzwerk. Entsprechend wünschen sich die Teilnehmenden bereits jetzt eine Fortsetzung des Erfahrungsaustauschs im kommenden Jahr. Gleichzeitig steht die Runde weiteren Betreibern von UF-Anlagen offen. Interessierte können sich gerne an p.levai@iww-online.de wenden.

Der Beitrag Erfahrungsaustausch zu Ultrafiltration in der Trinkwasseraufbereitung: Betreiber treffen sich in Luxemburg erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

40 Jahre IWW: Ein Jubiläum voller Impulse für die Zukunft der Wasserforschung

12. Oktober 2026 um 12:22

Am 8. Oktober 2026 feierte das IWW sein 40-jähriges Bestehen mit einem festlichen Jubiläum in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr. Gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wasserwirtschaft blickte das Institut auf vier Jahrzehnte erfolgreicher Forschungsarbeit zurück und diskutierte zugleich die Herausforderungen und Chancen der zukünftigen Wasserversorgung.

Vier Jahrzehnte Kompetenz und Leidenschaft

Unter dem Motto „40 Jahre Kompetenz und Leidenschaft“ stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Bedeutung unabhängiger und praxisnaher Wasserforschung. Seit vier Jahrzehnten begleitet das IWW die Entwicklung der Wasserwirtschaft mit wissenschaftlicher Expertise und innovativen Lösungen. Das Jubiläum bot die Gelegenheit, diesen Weg gemeinsam mit langjährigen Partnern und Wegbegleitern zu würdigen.

Feierliche Eröffnung und prominente Grußworte

Die Jubiläumsveranstaltung wurde von Dr. Kristina Baillot vom IWW, Ramona Fels von der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) und Monika Kluge von der IWW Holding eröffnet. In ihren Beiträgen hoben sie die Rolle des IWW als wichtige Brücke zwischen Forschung und Praxis hervor.

Zu den Gratulanten, die auch Grußworte hielten, gehörten außerdem Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der per Videobotschaft zugeschaltet war, sowie Prof. Dr. Andrea Kienle vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

Wasserforschung von NRW nach Europa

Ein zentraler Programmpunkt war die Vortragsreihe „Wasserforschung von NRW nach Europa und zurück“. Dabei beleuchteten renommierte Fachleute unterschiedliche Perspektiven auf die zukünftige Entwicklung der Wasserforschung.

Prof. Dr. Dieter Bathen von der JRF sprach über die Bedeutung von „Wasserforschung made in NRW“, während Frau Dr. Verena Höckele vom Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Verbindung zwischen Wasserforschung und der High-Tech-Agenda Deutschlands aufzeigte. Internationale Impulse setzte Rita Ugarelli von SINTEF in Norwegen mit ihrem Beitrag „Water Research beyond borders“.

Forschung für die Wasserversorgung von morgen

Besonders lebhaft verlief die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wasserversorgung der Zukunft – Die Wasserforschung liefert, was die Praxis braucht“. Unter der Moderation von Dr. Mathis Keller vom DVGW diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wasserwirtschaft und Forschung über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Lösungsansätze für eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung. Zu den Teilnehmenden gehörten Leif Frederik Blum, Prof. Dr. Christoph Donner, Walter Dautzenberg und Matthias Partetzke.

Austausch in besonderer Atmosphäre

Neben den fachlichen Beiträgen bot das Jubiläum außerdem zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Bei Flying Dinner, Musik und Kunst kamen Gäste aus den unterschiedlichen Bereichen miteinander ins Gespräch und nutzten die Gelegenheit, bestehende Netzwerke zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Gemeinsam in die Zukunft

Die Feier zum 40-jährigen Bestehen machte deutlich, welche wichtige Rolle das IWW für die Wasserforschung und die praktische Wasserwirtschaft spielt. Die Veranstaltung verband Rückblick und Zukunftsperspektive auf gelungene Weise und zeigte, dass die großen Herausforderungen rund um Wasserqualität, Versorgungssicherheit und Klimawandel nur durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Praxis erfolgreich bewältigt werden können.

Hier gibt es eine Sonderausgabe des IWW-Journals zum 40-jährigen Jubiläum.

Beitragsbilder ©JRF e.V.

Der Beitrag 40 Jahre IWW: Ein Jubiläum voller Impulse für die Zukunft der Wasserforschung erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

IWW bringt seine Expertise in der Wasserwiederverwendung in die Entwicklung eines »Agrarsystems der Zukunft« ein

07. Oktober 2026 um 09:27

Wasser in ausreichendem Maß und hoher Qualität ist für die Bevölkerung und die Wirtschaft ein essenzielles Gut. Durch Klimawandel, steigende Bevölkerungszahlen und zunehmende Industrialisierung verschärft sich jedoch die globale Wasserknappheit, was neue Strategien und oftmals eine Mehrfachnutzung von Wasser erforderlich macht oder sinnvoll erscheinen lässt. Verschiedene Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt bzw. noch verschärfen wird. Unter diesem Aspekt nehmen alternative Wasserressourcen, insbesondere die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser, als Ersatz für Trink- und Grundwässer in ihrer Bedeutung zu.

Im Fokus der wissenschaftlichen und fachlichen Diskussion steht seit geraumer Zeit die Wasserwiederverwendung im landwirtschaftlichen Umfeld. Die im Jahr 2020 verabschiedete EU-Verordnung 2020/741 zum »Water Reuse« ist seit dem 25. Juni 2023 in Kraft. Auf nationaler Ebene steht die Integration in das deutsche Wasserrecht zwar noch aus, die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser wird jedoch auch für weitere Wirtschaftssektoren von erheblicher Bedeutung werden.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Forschungsprojekts SUSKULT entwickelt seit 2019 ein Konsortium aus naturwissenschaftlich-technischen und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, Unternehmen sowie gesellschaftlichen Anspruchsgruppen unter der Leitung des Fraunhofer UMSICHT ein »Agrarsystem der Zukunft«. In der auf das Jahr 2050 ausgerichteten Transformation werden Kläranlagen zukünftig zentrale Schnittstellen für die metropolintegrierte Rückgewinnung und Valorisierung von Ressourcen wie Wasser, Stickstoff, Phosphor, Kalium und Energie für die zukunftsfähige und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion in Deutschland sein.

Im zurückliegenden Verlauf des Projekts wurde erfolgreich gezeigt, dass Trübwasser kommunaler Kläranlagen nach der Schlammentwässerung eine vielversprechende Ressource für die Rückgewinnung eines flüssigen Mehrkomponentendüngers ist. Der Hauptstrom einer Kläranlage bietet jedoch deutlich größere Rückgewinnungspotentiale, was jedoch mit einer erheblichen Änderung der konventionellen Behandlungsstränge verbunden ist. In bisherigen Analysen der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) wurden verschiedene Transformationsschritte zur Erreichung dieses Ziels betrachtet, beispielsweise die Integration von Nährstoffrückgewinnungsverfahren in Kombination mit Membranen, Adsorption/Desorption oder Ionenaustausch.

In der Folge forscht die IWW Institut für Wasserforschung gGmbH seit August diesen Jahres gemeinsam mit der RPTU an der Aufbereitung des Kläranlagenhauptstroms mittels Membrantechnologie und Nutzung der erzeugten Konzentrate und Filtrate. Im Fokus der Arbeiten am IWW stehen die Aufbereitung mittels Membranverfahren und deren Optimierung, die chemische Qualitäts- und Integritätskontrolle, die Beurteilung mikrobieller Risiken und Wiederverkeimungspotentiale sowie eine Sektoren- und Bedarfsanalyse für die Nutzung des qualitativ hochwertigen Filtrats. Die Arbeiten der RPTU konzentrieren sich auf die Rückgewinnung von Nährstoffen, insbesondere Kalium, aus dem Umkehrosmosekonzentrat und die Abstimmung der Verfahrenskette im Hauptstrom zusammen mit dem IWW. Im Projekt werden diese technologischen Entwicklungen an der RPTU in die Konzeption der Kläranlage der Zukunft und in die Arbeiten zur Transition heutiger Kläranlagen zu Nährstoffzentren einfließen.

»Wir sind sehr froh unsere Expertise an der Schnittstelle von Technologie, Mikrobiologie, Water Reuse und dadurch der Sicherung der Trinkwasserversorgung für die Gestaltung eines visionären Agrarsystems der Zukunft einbringen zu können«, erklärt der Projektleiter am IWW Institut für Wasserforschung, Volkmar Keuter. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2028.

 

 

 

Der Beitrag IWW bringt seine Expertise in der Wasserwiederverwendung in die Entwicklung eines »Agrarsystems der Zukunft« ein erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

IWW mit drei Projekten in der aktuellen ewp-Ausgabe vertreten

06. Oktober 2026 um 10:24

In der aktuellen Sonderausgabe „Energielösungen für die Wasserwirtschaft“ der Fachzeitschrift energie | wasser-praxis (ewp) ist das IWW Institut für Wasserforschung gleich mit mehreren Forschungsprojekten vertreten. Damit wird die wichtige Rolle des Instituts bei der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen an der Schnittstelle von Wasserwirtschaft, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit hervorgehoben. Zudem unterstreicht die Präsenz in der Ausgabe die hohe fachliche Expertise des IWW.

Das Projekt SmartWaterOpt beschäftigt sich mit der Integration von Qualitätsparametern in die Energieoptimierung von Wassergewinnungen. Ziel ist es, den Betrieb von Wassergewinnungsanlagen sowohl energieeffizient als auch qualitätsorientiert zu gestalten.

Darüber hinaus werden die Projekte Trans2NT-TWW und WaTsup präsentiert. Beide Vorhaben leisten wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen Wasserversorgung und greifen aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenschonung und nachhaltige Betriebsstrategien auf.

Die komplette Ausgabe „Energielösungen für die Wasserwirtschaft“ ist online unter dem folgenden Link verfügbar und bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen und innovative Lösungsansätze in der Branche: energie | wasser-praxis (ewp)

Der Beitrag IWW mit drei Projekten in der aktuellen ewp-Ausgabe vertreten erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Ergebnisse von PFAS-Projekt werden vorgestellt

05. Oktober 2026 um 10:56

Bei der Trinkwasseraufbereitung mittels Membranverfahren wird die Einleitung von PFAS-haltigen Konzentraten in Fließgewässer ohne vorherige Behandlung zunehmend kritisch gesehen und gewinnt an politischer Relevanz.

Im DVGW-Projekt PFAS-Konz C/DAF untersuchte das IWW Institut für Wasserforschung gGmbH gemeinsam mit der Cornelsen Umwelttechnik GmbH am Standort Baden-Baden, inwieweit sich die Aufbereitungsmethoden kationische Koagulation mit PerfluorAd®/(Plus) und nachfolgende Dissolved Air Flotation (DAF) zur Entfernung von PFAS aus Konzentraten eignen. Das Projekt ergänzte das laufende DVGW-Vorhaben PFAS-Konz, in dem die Abscheideleistung einer Schaumfraktionierung betrachtet wird.

Die spezifischen Fragestellungen des Projekts umfassten die Effektivität der PerfluorAd®/(Plus)-DAF-Kombination bei der Entfernung von PFAS aus UO-Konzentraten, insbesondere im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik (Filtration/Sedimentation), die potenzielle Reduzierung der Gesamtbelastung mit PFAS im Wasserwerk sowie die Untersuchung betrieblicher Parameter, die im Hinblick auf die Abscheidung von kurzkettigen PFAS-Verbindungen besonders relevant sind.

Durch die neuen Erkenntnisse dient das Projekt als Fundament für die Entwicklung effizienter und praxisgerechter Verfahren zur Entfernung von PFAS aus Trinkwasser und verbessert somit die Sicherheit der Wasserversorgung.

Gemeinsam mit Marcel Riegel vom TZW stellt Dominic Röher vom IWW am 21.10.2026 um 10 Uhr die Projektergebnisse in einem kostenlosen DVGW-Forschungsseminar online vor. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

 

 

 

 

Der Beitrag Ergebnisse von PFAS-Projekt werden vorgestellt erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Neue Studie deckt bislang unterschätzte Belastung von Oberflächengewässern mit „Ewigkeitschemikalien“ auf

30. September 2026 um 09:36

Per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS), auch als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt, gehören zur Stoffgruppe der organischen Fluorverbindungen. Aufgrund ihrer hohen Persistenz und weiten Verbreitung in der Umwelt sowie ihrer toxikologischen Eigenschaften werden sie als besonders bedenklich eingestuft.

In einer aktuelle Studie wurden entlang eines Fließgewässers Wasserproben entnommen und mit unterschiedlichen Methoden analysiert. Es zeigte sich, dass über die gängigen Routineanalysen von etwa 20 PFAS, weniger als fünf Prozent des Anteils am organischen Fluor erklärbar sind. Damit wird der überwiegende Teil dieser Stoffgruppe mit den derzeit üblichen Untersuchungsmethoden nicht erfasst. Die Routineanalysen bilden somit lediglich die Spitze des Eisbergs ab.

Zudem konnten über effektbasierte Untersuchungen Proben identifiziert werden, in denen bisher unbekannte, toxikologisch relevante, fluorierte Verbindungen enthalten sind.

Die Studienergebnisse werfen zahlreiche neue Fragen auf, die in weiteren Untersuchungen beantwortet werden müssen. Dazu gehört neben der Identifizierung von bislang unbekannten organischen Fluorverbindungen auch die Klärung ihrer Eintragspfade und ihr Transport und Verbleib im Fließgewässer. Zudem stellt sich die Frage, wie Gewässer künftig besser überwacht und wie Umwelt und Mensch wirksamer vor Chemikalien geschützt werden können.

Die vollständige Studie wurde in der Fachzeitschrift Toxics veröffentlicht (Link zur Publikation).

 

 

 

Der Beitrag Neue Studie deckt bislang unterschätzte Belastung von Oberflächengewässern mit „Ewigkeitschemikalien“ auf erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Neues Verfahren zur Erkennung von Schadstoffen im Wasser gewinnt Mülheim Water Award 2026

24. September 2026 um 15:29

Zum zehnten Mal wurde am 16. September 2026 der Mülheim Water Award verliehen. Der von der GERSTEL GmbH & Co. KG, unterstützt durch Velaris, und der RWW Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Preis ging an das Projekt „GCI-Rohrpassivsammler“. Die Auszeichnung wurde von Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz als Schirmherr des Awards im Rahmen des Mülheimer Wasseranalytischen Seminars in der Stadthalle Mülheim überreicht.

Das ausgezeichnete Projekt „GCI-Rohrpassivsammler“ erweitert die Möglichkeiten des Wasser-Monitorings durch einen innovativen Passivsammler für Schadstoffe in einem Bypass-System mit geregeltem Messwasserstrom. Das patentierte und bereits erfolgreich erprobte Verfahren eignet sich für den Einsatz in Roh-, Trink- und Klarwasser sowie im Grundwasser-, Brunnen- und Kläranlagenmonitoring.

Durch die zeitintegrierte Probenahme können auch sehr niedrige oder stark schwankende Schadstoffbelastungen zuverlässiger erfasst werden als mit klassischen Stichproben. Gleichzeitig reduziert sich der Aufwand für Probenahme und Analytik. Dank eines übertragbaren Kalibrierungskonzepts und der Nutzung kommerzieller Extraktionsmaterialien lässt sich ein breites Spektrum an Stoffen an unterschiedlichen Standorten überwachen. Damit verbessert das Verfahren die Datengrundlage für Risikobewertungen und Schutzmaßnahmen und leistet einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Schutz von Wasserressourcen.

Eingereicht wurde das Projekt von Jörg-Helge Hein von der GCI GmbH aus Königs Wusterhausen gemeinsam mit Dr. Frederik Zietzschmann und Tobias Hensel von den Berliner Wasserbetrieben.

In seiner Laudatio würdigte Oberbürgermeister Marc Buchholz die besondere Rolle des Awards für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Forschungsthemen in der Wasserwirtschaft entstünden häufig unmittelbar aus den Herausforderungen der praktischen Anwendung, während Forschungsergebnisse vielfach direkt in die Praxis überführt werden könnten. Der Mülheim Water Award leiste seit zwei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag, diese Verbindung zu stärken und Innovationen für eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu fördern.

Für den Mülheim Water Award 2026 konnten sich Interessierte aus Europa mit Projekten zum übergeordneten Thema „Innovationen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und sichere Trinkwasserversorgung“ bewerben. Der Award wurde erstmals 2006 verliehen und feierte 2026 seine zehnte Auslobung. In bislang zehn Wettbewerbsrunden wurden rund 200 Bewerbungen aus 25 europäischen Ländern eingereicht. Die ausgezeichneten Projekte repräsentieren die gesamte Bandbreite wasserwirtschaftlicher Innovationen, von neuen Technologien und analytischen Verfahren bis hin zu digitalen und interdisziplinären Lösungsansätzen.

Mit dem Mülheim Water Award zeichnen die Stifter GERSTEL GmbH & Co. KG, unterstützt durch Velaris, und die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH praxisorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie innovative Konzepte in den Bereichen Trinkwasserversorgung und Wasseranalytik aus. Ziel des Preises ist es, Innovationen in der europäischen Wasserwirtschaft zu fördern und den Transfer von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung zu unterstützen.

Weitere Informationen unter www.muelheim-water-award.com.

 

Der Beitrag Neues Verfahren zur Erkennung von Schadstoffen im Wasser gewinnt Mülheim Water Award 2026 erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Online-Ausgabe der Laborpraxis zum MWAS 2026 verfügbar

20. August 2026 um 08:17

Das MWAS 2026 inklusive der Verleihung des Mülheim Water Award steht vor der Tür. Wer sich bereits zum Ende der Sommerferien auf unsere Tagung am 16. und 17. September 2026 einstimmen möchte, kann jetzt einen ersten Blick in die Sonderausgabe der Laborpraxis werfen.

Neben Informationen zu unseren Ausstellern finden sich spannende Fachartikel zu aktuellen Forschungsprojekten mit analytischem Schwerpunkt. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Thema Labordigitalisierung, das auch auf dem MWAS 2026 eine wichtige Rolle spielt. Ergänzend zur Vortragssession konnten wir fünf Aussteller gewinnen, die an ihren Ständen die neuesten Entwicklungen im Bereich Labor-Informations- und Managementsysteme (LIMS) präsentieren und für Fragen sowie den fachlichen Austausch zur Verfügung stehen.

Wer sich noch nicht angemeldet hat, sollte die Gelegenheit nutzen und sich jetzt seinen Platz sichern: Hier geht es zur Anmeldung. 

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen, neue Impulse und das persönliche Netzwerken. Bis bald in Mülheim an der Ruhr, der Stadt am Fluss!

 

Der Beitrag Online-Ausgabe der Laborpraxis zum MWAS 2026 verfügbar erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Projekt WaTsup gestartet: Wärme aus Trinkwasser für die Wärmewende erschließen

Von:jrosen
27. Juli 2026 um 09:40

Im Mai 2026 ist das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt WaTsup – Wärmegewinnung aus Trinkwasser: sicher und praktikabel offiziell gestartet. Ziel des Verbundprojekts ist es, das bisher weitgehend ungenutzte Potenzial von Trinkwasser als regenerative Wärmequelle für die Wärmewende zu erschließen und gleichzeitig höchste Anforderungen an Trinkwasserhygiene und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Ein erster wichtiger Meilenstein wurde am 24. Juli 2026 erreicht: Auf dem Gelände des Avacon-Wasserwerks in Lüneburg wurde die Pilotanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser feierlich in Betrieb genommen. Zu den Gästen der Veranstaltung zählten auch der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer und Lüneburgs Oberbürgermeisterin, Claudia Kalisch.

Gemeinsam an innovativen Lösungen für die Wärmeversorgung arbeiten

Das Verbundprojekt wird von IWW Zentrum Wasser, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Avacon Wasser GmbH und swb Services GmbH gemeinsam bearbeitet. Das IWW übernimmt die Projektkoordination. Darüber hinaus unterstützen zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Verbände und Netzbetreiber das Vorhaben als assoziierte Partner.

Trinkwasser als regenerative Wärmequelle nutzen

Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gehört zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten stehen häufig nur begrenzte Flächen für Geothermie oder andere erneuerbare Wärmequellen zur Verfügung. Trinkwassernetze bieten dagegen eine nahezu flächendeckend vorhandene Infrastruktur mit einem vergleichsweise stabilen Temperaturniveau.

Vor diesem Hintergrund untersucht WaTsup, wie Wärme aus Trinkwasser künftig sicher, wirtschaftlich und nachhaltig genutzt werden kann. Neben ihrem Beitrag zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung könnte die Technologie auch dabei helfen, den klimawandelbedingten Temperaturanstieg im Trinkwasserverteilnetz zu begrenzen.

Forschung unter realen Betriebsbedingungen

Die Forschungsarbeiten basieren auf insgesamt vier Fallstudien. Die neue Pilotanlage in Lüneburg dient dabei als Demonstrations- und Forschungsstandort für den Einsatz der Technologie unter realen Betriebsbedingungen.

Ergänzend werden zwei bestehende Anlagen in Warringholz und Neumünster wissenschaftlich begleitet. Darüber hinaus untersucht das Projekt am Beispiel Bremen das Potenzial einer großskaligen Wärmegewinnung aus Trinkwasser für die Versorgung ganzer Quartiere.

Mit den verschiedenen Fallstudien sollen wissenschaftliche, technische und betriebliche Erkenntnisse gewonnen werden, die eine sichere und breite Anwendung der Technologie in Zukunft unterstützen.

Auf dem Bild zu sehen sind: Geschäftsführer Avacon Wasser Thomas Meyer (v. l.), BDEW Mitglied der Hauptgeschäftsführung und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser Martin Weyand, Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, Avacon-CEO-Matthias Boxberger, Geschäftsführer Avacon Wasser Thorsten von Neubeck und der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer. 
Copyright Bild: Avacon GmbH

 

Der Beitrag Projekt WaTsup gestartet: Wärme aus Trinkwasser für die Wärmewende erschließen erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Zwischenstand von WRAP-GH2 Projekt nach einem Jahr Laufzeit

02. Juli 2026 um 11:16

Das vom Bundeministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit geförderte Projekt beschäftigt sich mit der Identifizierung von Wasserressourcen in Kombination mit Agrivoltaik für dezentrale Anwendungen von grünem Wasserstoff in Jordanien. Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt und steht gleichzeitig vor der Herausforderung, seine Energieversorgung klimaneutral und krisenfest aufzustellen. Hier setzt das Projekt WRAP-GH2 an: Im Rahmen einer zweijährigen Machbarkeitsstudie untersucht das Konsortium, wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff (H2) in ariden Gebieten gelingen kann, ohne kostbare Frischwasserressourcen zu verbrauchen. Dabei liegt der innovative Kern des Projekts in der Kopplung dreier Subsysteme:

  • der Nutzung von alternativen Wasserressourcen wie beispielsweise Abwasser,
  • dem Einsatz von Agrivoltaik-Anlagen (AV) zur klimaschonenden Stromerzeugung und
  • die Erzeugung und Nutzung von grünem H2 mittels dezentraler Wasserstofftechnologien.

In einem Erklärvideo, das im Rahmen der initialen Projektphase erstellt wurde, erklärt das Projektteam, wie diese innovative Systemkopplung ineinandergreifen kann. Da der Austausch mit Stakeholdern vor Ort für das Projekt von großer Bedeutung ist, dient das Erklärvideo auch als strategisches Werkzeug, um die komplexe Thematik näher zu bringen. Der Link zum Video findet sich hier: Youtube-Video.

Wichtige Wegmarken im ersten Projektjahr waren:

  • PESTEL-Analyse: Zur systematischen Bewertung potenzieller Anwendungsfälle nach politischen, wirtschaftlichen, sozialen, technologischen, ökologischen und rechtlichen Kriterien (PESTEL) wurde zunächst ein umfassendes Excel-basiertes Analyseraster entwickelt und es wurden fünf potenzielle Standorte in Jordanien hinsichtlich der Umsetzung des betrachteten Gesamtsystems untersucht wurden;
  • GIS-Analysen: Für die Entwicklung der Anwendungsfälle wurden im Vorfeld zwei umfassende GIS-Projekte aufgesetzt zur Identifikation geeigneter Standorte hinsichtlich der Verfügbarkeit alternativer Wasserressourcen und Potentialflächen für AV.

In diesem Zusammenhang wurde der Campus der Jordan University of Science and Technology (JUST) als vielversprechender Standort für die Umsetzung des Systems identifiziert. Auf dem Campusgelände wird ein Klärwerk betrieben. In unmittelbarer Umgebung erfolgt zudem der Anbau von Oliven, wodurch sich für die verschiedenen Subsysteme wichtige Voraussetzungen ergeben. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Vertreter*innen der JUST und dem Wuppertal Institut mündete in einem Memorandum of Understanding (MoU), das Ende 2025 unterzeichnet wurde. Das MoU bildet den Grundstein für den reibungslosen Daten- und Informationsaustausch zwischen den beiden Kooperationspartnern.

Der Austausch mit der JUST dient einer genauen Analyse der Machbarkeit des Gesamtsystems, die im Laufe des Jahres 2026 mit jordanischen und deutschen Stakeholdern diskutiert werden soll. Im Zentrum der Diskussion steht dabei auch das Thema Akzeptanz. Zunächst sollen dafür bilaterale Expert*inneninterviews genutzt werden, darüber hinaus ist auch ein Workshop geplant. Die Projektbeteiligten beobachten derzeit die geopolitische Lage in der Region und passen das Umsetzungsformat entsprechend an.

Darüber hinaus trägt das WRAP-GH2-Projektteam die gewonnenen Erkenntnisse aktiv in das Wissenschaftssystem hinein:

  • Akademischer Nachwuchs: Zwei Promotionsvorhaben am Wuppertal Institut sind mit dem Projekt verknüpft. Dabei wird eine Innovationssystemanalyse zur Abwasserwiederverwendung für die grüne H2-Erzeugung an der Leuphana Universität Lüneburg umgesetzt. Daneben wird zu Agrivoltaik-Innovationen an der Universität Hohenheim in Stuttgart geforscht.
  • Dissemination: Für das Jahr 2026 sind bereits ein wissenschaftlicher Fachartikel sowie ein weiterer Konferenzbeitrag fest eingeplant, um den langfristigen Wissenstransfer abzusichern.

Der Beitrag Zwischenstand von WRAP-GH2 Projekt nach einem Jahr Laufzeit erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Young Scientist Award für Masterarbeit von Saeedeh Lordan

30. Juni 2026 um 09:40

Im Rahmen des Sommerfestes der Universität Duisburg‑Essen am Campus Essen wurde am 25. Juni 2026 der Young Scientist Award des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung ZWU verliehen. Den zweiten Platz in der Kategorie „Masterarbeiten“ erhielt Saeedeh Lordan (2. v. r.) für ihre Arbeit „Investigating Ferrous Slags in an In-vitro Study: Chemical Profile and Toxicity“, angefertigt im Rahmen des Studiengangs „Environmental Toxicology“ der Universität Duisburg Essen. Durchgeführt wurde die Arbeit am FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. und im Bereich Wasserressourcenmanagement im Geschäftsfeld Toxikologie und Stoffbewertung des IWW.

Ihre Untersuchung zu Schlackeneluaten liefert erstmals belastbare Daten für die Risikobewertung beim Einsatz von Schlacken als Sekundärrohstoffe, etwa in Bau- und Straßenmaterialien oder in der Landwirtschaft. Im Fokus steht die potenzielle Auswaschung toxischer Substanzen in Boden und Grundwasser – ein relevantes Risiko für aquatische Ökosysteme und die Trinkwassergewinnung. Gleichzeitig leisten die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur REACH-Registrierung von Eisenhüttenschlacken.

Die Arbeit überzeugte durch ihren interdisziplinären Ansatz indem chemische Analytik mit in-vitro Toxizitätstests (u. a. ERα- und AR-CALUX-Bioassays, Mikrokerntest, MTT-Test) kombiniert wurde. Die am IWW durchgeführten toxikologischen Untersuchungen dienten der Bestimmung etwaiger endokriner, gentoxischer und zytotoxischer Wirkungen in den Schlackeneluaten. Die einstimmige Bestnote 1,0 würdigt die hohe wissenschaftliche Qualität, methodische Exzellenz und Eigenständigkeit von Frau Lordan. Herzlichen Glückwunsch von allen IWW-Mitarbeitenden!

 

 

Der Beitrag Young Scientist Award für Masterarbeit von Saeedeh Lordan erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

IWW-Innovationstag 2026 „Wärmeerzeugung aus Trinkwasser“ im Wasserwerk Rote Bleiche im Herzen Lüneburgs

29. Juni 2026 um 10:11

Mit einer überwältigenden Resonanz durften wir zu Gast bei der Avacon Wasser GmbH im Wasserwerk Rote Bleiche in Lüneburg sein. Dem Pioniergeist des Geschäftsführers Thomas Meyer folgend, der sich auf einem steinigen Weg durch die Bürokratie behaupten musste, widmeten wir uns einem hochinteressanten, interdisziplinären und zukunftsweisenden Thema.

Frau Dr. Kristina Baillot, Geschäftsführerin des IWW, eröffnete die Veranstaltung und gab einen Überblick über die laufenden Forschungsprojekte und weitere Aktivitäten des Instituts. Um das Energiepotenzial im Wasser besser einordnen zu können, stellte im Anschluss Herr Dipl.-Ing. Christian Seidel vom Institut für Statik und Dynamik der TU Braunschweig die Wärmeressourcen in deutschen Fließgewässern zur Nutzung in der Fernwärme vor und berichtete über erste Realisierungsprojekte. Frau Lara Eliott von der Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) sowie Herr Frank Estler von der swb Service GmbH beleuchteten anschließend praxisnah die Umsetzungen und Potenzialanalysen in ihren Organisationen und gingen dabei auch auf bestehende gesetzliche Herausforderungen ein.

Das vielseitige Vortragsprogramm am Vormittag wurde durch Praxisberichte ergänzt: Herr Dr. Benjamin Meyer sprach über Biofilme und die Bekämpfung von Mikroorganismen in Trinkwasserleitungssystemen, während Herr Dr. Bernd Bendinger das aktuelle Forschungsprojekt WaTsup zur Energiegewinnung aus Trinkwasser präsentierte. Beide Referenten sind langjährige Mitarbeiter des IWW Instituts für Wasserforschung gGmbH.

Den krönenden Abschluss bildete der Vortrag von Herrn Thomas Meyer, Geschäftsführer der Avacon Wasser GmbH. In einer eindrucksvollen Darstellung nahm er das Publikum mit in den herausfordernden Prozess der Technologieimplementierung und vermittelte dabei auch die damit verbundenen emotionalen Aspekte. Dank seiner Überzeugung von Nutzen und Notwendigkeit der Wärmerückgewinnung aus Trinkwasser gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Technologie erfolgreich umzusetzen und den Teilnehmenden anhand der Pilotanlage anschaulich zu demonstrieren.

Es war ein inspirierender Tag im Zeichen der Innovation, der den Zeitgeist traf und bei dem uns die Begeisterung sowie das Engagement des Auditoriums nachhaltig beeindruckt haben.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden. Als Vorstand des IWW-Fördervereins und technologiebegeistertes Team freuen wir uns darauf, Sie im nächsten Jahr erneut begrüßen zu dürfen – vielleicht auch als neue Mitglieder.

Der Vorstand des Fördervereins

Container
Besichtigung
Besichtigung
Plenum

Der Beitrag IWW-Innovationstag 2026 „Wärmeerzeugung aus Trinkwasser“ im Wasserwerk Rote Bleiche im Herzen Lüneburgs erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

DBU-Projekt ÖkoWasEng: Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten

23. Juni 2026 um 09:06

Wasser gerät als begrenzte Ressource in ausgewählten Regionen Deutschlands zunehmend unter Druck. Ursachen dafür sind unter anderem Bevölkerungswachstum, industrielle Einflüsse und klimawandelbedingte Auswirkungen, wie z.B. erhöhter Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft, Dürren oder Überschwemmungen. Gleichzeitig belasten anthropogene Spurenstoffeinträge die verfügbaren Wasserressourcen. Um die klimawandelbedingte, nachhaltige Schädigung wassersensibler Ökosysteme vorzubeugen, kann ein aktives Gebietswassermanagement ein geeignetes Steuerungsinstrument darstellen.

Die zur praktischen Implementierung unabdingbaren wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren sind allerdings vielerorts meist sehr langwierig und kostenintensiv. Ein Grund hierfür sind einerseits unklare Stakeholderpositionen zu Beginn des Verfahrens, die sich im Verfahren zeitverzögernd auf die Vervollständigung der prüffähigen Unterlagen auswirken. Andererseits erschwert eine auf Basis subjektiver Interessen geprägte Teilbetrachtung der Maßnahmenwirkungen einen objektiven Entscheidungsfindungsprozess.

An diesem Punkt knüpft das Projekt „ÖkoWasEng“ („Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten“) an. Das Projekt zielt darauf ab, einen anwenderorientierten, auf andere Gebiete übertragbaren Leitfaden zur Vorbereitung eines konsensorientierten wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens zu erarbeiten. Dies geschieht unter Einbezug von Ökosystemleistungen, insbesondere für modellhafte Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und zur Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Zur Umsetzung dieses Projektes haben sich drei starke Partner zusammengeschlossen: die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) ist als Praxispartner maßgeblich an der Umsetzung des Projektes in der Fallstudie beteiligt, während die Einheit für Technologie und Innovationsmanagement (TIM) des Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e. V. (DVGW) ihr Wissen im Bereich Stakeholdermanagement einbringt. Das IWW Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH (IWW) leitet das Verbundprojekt und bringt seine Expertise in der Bewertung von Ökosystemleistungen für verschiedene Gebietswassermanagementszenarien ein. Gemeinsam entwickeln und validieren die Partner die Methoden zur Stakeholder-Integration, Ökosystemleistungsbewertung und Vorbereitung eines konsensorientierten wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens.

Die Methodenentwicklung und -validierung erfolgt anhand einer Fallstudie im Untersuchungsgebiet der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr), welches in einer der trockensten und klimawandelsensitivsten Regionen Deutschlands liegt. Die steigenden Trinkwasserbedarfe können über die eingeschränkten Grundwasservorkommen in der Region nicht nachhaltig gedeckt werden. Aus diesem Grund plant die wvr eine weitere, redundante Uferfiltratgalerie nördlich einer bereits bestehenden Anlage. Das Areal der geplanten Anlage liegt in der Rheinaue und umfasst ein Natura 2000-Gebiet, welches zum Schutz der Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten dient. Zur Stützung des Wasserhaushalts wird im Einklang mit der geplanten Brunnengalerie ein Aquifer Storage Transfer and Recovery System vorgesehen, welches gleichzeitig Kernelement des angestrebten Gebietswassermanagements ist.

Das Projekt läuft von 2026 bis 2028 und wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Mit seinen Ergebnissen liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag zur konsensfähigen Gestaltung von Gebietswassermanagementmaßnahmen und somit zur nachhaltigen Gestaltung der Trinkwasserversorgung in Engpassregionen.

Der Beitrag DBU-Projekt ÖkoWasEng: Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Der Förderverein des IWW Instituts für Wasserforschung stellt sich vor

11. Juni 2026 um 08:50

Der Förderverein des IWW Zentrum Wasser unterstützt das IWW Institut für Wasserforschung sowohl ideell als auch finanziell. Ziel des Vereins ist es, Forschung, Entwicklung und Weiterbildung in der Wasserwirtschaft nachhaltig zu fördern und zu stärken. Im Rahmen des Fördervereins pflegt das IWW einen intensiven Austausch mit relevanten Akteuren der Branche. Dazu zählen Unternehmen aus dem Anlagenbau, Ausrüster, Lieferanten, Gerätehersteller sowie Beratungs- und Planungsbüros. Aktuell engagieren sich über 60 Unternehmen aktiv im Verein. Im Vorstand des Fördervereins sind Dr. Achim Gahr, Thomas Bittinger und Dr. Helmut Uhlmann tätig. Sie haben uns freundlicherweise einige Fragen zur Mitgliedschaft und zur Arbeit des Vereins beantwortet.

Was hat Sie dazu bewegt, Mitglied im Förderverein des IWW Zentrum Wasser zu werden?

Dr. Helmut Uhlmann: Vor meinem Eintritt in die a.p.f Aqua System AG – zunächst als Aufsichtsratsmitglied, dann als Vorstand und später als Miteigentümer – leitete ich viele Jahre die Abteilung Organik eines privaten Laboratoriums. Aus dieser Zeit kannte ich das IWW eher als Mitbewerber, dessen hohe fachliche Kompetenz schon damals bekannt war. Durch gemeinsame Forschungsvorhaben meiner Firma mit Prof. Dr. Thorsten Schmidt aus der Analytischen Chemie der Universität Essen wurde ich auf den Förderverein aufmerksam und zu einer Mitarbeit eingeladen. Die Offenheit in der Kommunikation mit den Mitgliedern, die Vielschichtigkeit der Themen – von politischen Vorhaben bis hin zu praxisbezogenen analytischen Umsetzungen – sowie die Nähe zu Entscheidungsträgern beeindrucken mich bis heute. All das hat meine Entscheidung für eine Fördermitgliedschaft bestärkt.

Dr. Achim Gahr: In meiner nunmehr 30-jährigen Tätigkeit im Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft ist mir das IWW als wasserforschende Institution mit starkem Praxisbezug und einem engen Netzwerk in die Branche seit Langem bekannt. Seit wann genau, kann ich rückblickend allerdings nicht mehr genau sagen; ich denke aber, es sind etwa 25 Jahre. Das technologisch breit aufgestellte Profil, die kompetenten Kontaktpersonen und die fachlich neutrale, also sich der reinen Sache widmende Position habe ich immer als großen Anreiz empfunden, in einen engeren kooperativen Austausch mit dem IWW zu gehen. Und genau dafür bieten sich der Förderverein und eine Mitgliedschaft an.

Thomas Bittinger: Wir sind bereits vor etlichen Jahren als damalige inge GmbH dem Förderverein des IWW Zentrum Wasser beigetreten. Ausschlaggebend war für uns der Wunsch, das IWW gezielt zu fördern und als starken wissenschaftlichen Partner weiter auszubauen. Uns war es wichtig, gemeinschaftliche Projekte fachlich zu stärken und eine solide wissenschaftliche Basis für neue Entwicklungen zu schaffen. Gerade das Thema Ultrafiltration, das zu diesem Zeitpunkt noch eine vergleichsweise neue Innovation war, sollte durch fundierte Forschung besser belegt und weiter vorangebracht werden. Zudem konnten wir durch die enge Zusammenarbeit mit dem IWW wissenschaftliche Erkenntnisse deutlich schneller gewinnen, bewerten und in die Praxis überführen – insbesondere bei Pilotierungen direkt bei Betreibern, bei denen sich neue Lösungen unter realen Bedingungen testen und gemeinsam weiterentwickeln ließen.

Was für einen Mehrwert für Ihr Unternehmen ziehen Sie aus der Mitgliedschaft?

Dr. Helmut Uhlmann: Als Teil des DVGW-Netzwerks ist das IWW national wie europäisch hervorragend vernetzt und stets am Puls relevanter Entwicklungen. Die hohe fachliche Kompetenz des IWW ermöglicht es uns, rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können und sicherzugehen, keine Trends zu verpassen. Dies wird durch die zahlreichen Veranstaltungen des IWW unterstützt. Ein Höhepunkt für mich persönlich ist jedes Jahr der IWW-Innovationstag, der stets Besonderes und Außergewöhnliches bietet.

Dr. Achim Gahr: Die Frage würde ich gerne in beide Richtungen beantworten, denn Unternehmen können von der Mitgliedschaft profitieren, gleichzeitig können sie mit ihrer Erfahrung aber auch das IWW unterstützen. Als Vertreter von Endress+Hauser sehen wir einen sehr großen Mehrwert in den hervorragenden Chancen für einen fachlichen Austausch und das Kennenlernen von Kompetenzträgern. Damit sind wir unmittelbar am Puls der Wasserforschung, verstehen Trends besser und können unsere Weichen für Kooperationen zielgerichteter stellen. Das steigert die Produktivität in der Umsetzung von Technologieprojekten und stellt sicher, dass sie ein hohes Verwertungspotenzial haben. Genau hier können wir einen Beitrag für das IWW leisten. Denn Projektergebnisse in die industrielle Praxis zu bringen und anschließend zu kommerzialisieren, ist Teil unserer täglichen Arbeit. Diese Erfahrungen können wir einbringen.

Thomas Bittinger: Aus der Mitgliedschaft im Förderverein des IWW Zentrum Wasser ziehen wir als Membranhersteller einen klaren Mehrwert in mehrfacher Hinsicht. Zum einen profitieren wir von der direkten Anbindung an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im nationalen, aber auch im internationalen Bereich, die wir gemeinsam mit dem IWW in konkrete Anwendungen überführen können – insbesondere bei der Entwicklung und Validierung unserer Membranen oder Ionentauscherharze. Darüber hinaus sind das starke Netzwerk und der intensive technische Austausch unschätzbar wertvoll. Besonders die regelmäßigen Veranstaltungen wie der Innovationsabend, der einmal im Jahr stattfindet, bieten ideale Gelegenheiten, andere Firmen kennenzulernen, die oft ganz andere Lösungsansätze verfolgen. In diesen lebhaften Diskussionen entstehen neue Ideen, Kooperationen und Perspektiven, die unsere Arbeit im Membranbereich bereichern und vorantreiben.

Welche Rolle spielt Wasserforschung Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Was uns alle in den letzten Jahren in der Wasserforschung umtreibt, überrascht mich selbst. Die rasanten Fortschritte in der Verbesserung der analytischen Nachweisgrenzen haben uns beispielsweise die Tür zur Non-Target-Analytik und zur Untersuchung polarer, mobiler Stoffe geöffnet, die in der aquatischen Umwelt kaum als existent galten. Unser Kernthema – Hygienisierung, Desinfektion und Sterilisation mit Chlordioxid und dessen Wirkungsmechanismen – konnte erst mit den Neuentwicklungen der Mikrobiologie analytisch belastbar beantwortet werden. Die Fortschritte in der Analytik verbessern fortlaufend die Bewertung der Wasserqualitäten. Verbraucher müssen allerdings verstehen, dass heute nahezu alles messbar geworden ist, wodurch der früher übliche Wert „null“ in der analytischen Bewertung nicht mehr vorkommen kann.

Dr. Achim Gahr: Kurz gesagt: eine außerordentlich große und immer wichtigere. Ich glaube, diese Antwort überrascht Sie nicht. Aus den Medien ist bekannt, dass die Umweltbelastungen zunehmen, die Veränderungen des Klimas ernst zu nehmende Folgen haben und die Ressource Wasser vielerorts immer knapper wird. Die Herausforderungen sind enorm, daran besteht kein Zweifel. Die Wasserforschung muss daher einen sehr hohen Stellenwert haben, denn sie muss zukunftsfähige Lösungen für die Gesellschaft entwickeln. Doch eine Frage stellt sich mir bei solchen Diskussionen immer: Wer muss die Lösungen denn entwickeln? Auch auf diese Frage ist die Antwort wieder einfach: wir selbst! Also all die Experten der Wasserwirtschaft sowie der Technologie- und Kompetenzzentren. Daher ist die Rolle der Wasserforschung nicht nur eine technologische, sondern sie wirkt sich auch darauf aus, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten müssen, um die Herausforderungen zu lösen.

Thomas Bittinger: Meiner Meinung nach spielt Wasserforschung in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle für die nachhaltige Sicherung unserer Wasserressourcen. Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und zunehmender Verschmutzung durch persistente Schadstoffe sind innovative Analytik- und Aufbereitungsmethoden unerlässlich. Fortschritte wie die präzise PFAS-Analytik, die vor einem Jahrzehnt noch nicht in diesem Umfang möglich war, verdeutlichen, wie wasserforschungsbasierte Innovationen messbare Grenzwerte ermöglichen und die Trinkwasserqualität objektiv verbessern. Ohne diese systematische Forschung blieben wir auf unzureichende Technologien beschränkt und könnten die drängenden Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht proaktiv adressieren.

Was war für Sie persönlich das schönste oder bedeutendste Erlebnis im Rahmen Ihrer Vereinsarbeit?

Dr. Helmut Uhlmann: Das ist leicht: Ich durfte beim IWW-Innovationstag 2018 die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop vor deren Schließung besuchen. Wir konnten unter Tage einfahren und den im Akkord laufenden Kohleabbau mit anderen IWW-Fördervereinsmitgliedern erleben – eine unglaubliche Erfahrung mit unvergesslichen Einblicken in die daraus resultierenden Ewigkeitsaufgaben. Dieser Tag ist kaum zu toppen. Dennoch arbeiten wir im Vorstand des IWW-Innovationsvereins daran und sind offen dafür, die Wünsche und Anregungen unserer Mitglieder umzusetzen.

Dr. Achim Gahr: Ganz ehrlich? Das schönste Erlebnis ist immer die Zusammenkunft am Vorabend des Innovationstages. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, meine Vorstandskollegen zu treffen sowie – wie man so schön sagt – „alte Bekannte“ vom IWW oder aus dem Kreis der Vereinsmitglieder. Was mir besonders an diesen Begegnungen gefällt, ist der unkomplizierte Umgang, die mittlerweile sehr vertraute Atmosphäre und die offenen Gespräche. Die Unterhaltungen können fachlich, aber auch anspruchsvoll sein und fördern das Netzwerken, was ja auch eine wichtige Absicht des Fördervereins und des Innovationstages ist.

Thomas Bittinger: Für mich persönlich ist die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen Achim Gahr, Helmut Uhlmann und unserem ehemaligen Vorstandsmitglied Christoph Sailer das Schönste und Bedeutendste in der Vereinsarbeit. Wir diskutieren leidenschaftlich über Themen – sei es am Vorabend oder am Innovationstag selbst, außerhalb der Veranstaltungszeiten oder wenn wir uns treffen, um neue Erweiterungen oder Mitglieder zu gewinnen. Dadurch entstehen immer wieder neue Ideen, wo wir unseren Innovationstag durchführen können. Gerne nehmen wir auch Vorschläge unserer Mitglieder für Exkursionsorte und Themengebiete auf. Diese Begegnungen waren – und sind es immer noch – unglaublich unterhaltsam und bereichernd, weil wir gemeinsam über den Tellerrand hinausschauen.

Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für die Zukunft des Fördervereins?

Dr. Helmut Uhlmann: Wir leben in einer global vernetzten Welt mit globalen Herausforderungen – allein geht nichts mehr. Interdisziplinäres Arbeiten und das Denken weit über den Tellerrand hinaus sind unsere neue Realität. Als Vorstandsmitglied wünsche ich mir, diese Vielfalt gemeinsam mit ebenso motivierten Personen und Unternehmen weiter auszubauen.

Dr. Achim Gahr: Bei dieser Frage möchte ich gerne wieder auf einen Aspekt zurückkommen, den ich bereits genannt habe, und zwar die Rolle der Wasserforschung. Diese ist nicht nur technologisch, sondern vor allem auch kommunikativ orientiert. Der Förderverein könnte und sollte in Zukunft eine wesentlich stärkere Rolle dabei spielen, die richtigen Personen zusammenzubringen, um technologische Ideen und Neuerungen schneller in die Praxis zu überführen. In diesem Punkt sind wir meines Erachtens vor allem im internationalen Wettbewerb zu langsam. Administrative Hürden können wir natürlich nicht ändern, aber funktionierende Teams mit den richtigen Kompetenzen sowie Menschen, die für das Thema brennen, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig den Spaß nicht aus dem Auge verlieren, sind nach meiner Erfahrung ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für Projekterfolge. Ich wünsche mir, dass der Förderverein hierfür zur idealen Plattform wird.

Thomas Bittinger: Für die Zukunft des Fördervereins wünsche ich mir eine stärkere Digitalisierung, die die Zusammenarbeit außerhalb der Innovationstage erleichtert. So könnten unsere Mitglieder noch enger und einfacher miteinander arbeiten – etwa in Fachteams, um Problemstellungen auf wissenschaftlicher Ebene zu diskutieren. Gerne würde ich sehen, dass durch den externen Blick eines anderen Mitglieds Hilfestellungen entstehen, um solche Herausforderungen gezielt zu lösen. Das würde unseren Austausch noch effektiver und dynamischer gestalten.

Wenn auch Sie Mitglied des IWW-Fördervereins werden möchten finden Sie weitere Information hier. Wir würden uns freuen, Sie in unserer Runde begrüßen zu dürfen.

Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts sind: Dr. Helmut Uhlmann, Dr. Achim Gahr und Thomas Bittinger

 

 

 

 

Der Beitrag Der Förderverein des IWW Instituts für Wasserforschung stellt sich vor erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

IWW bei Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS an der HRW

11. März 2026 um 08:59

Am vergangenen Samstag fand die jährliche Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS der Mülheimer Rotary-Klubs an der Hochschule Ruhr West (HRW) statt. Rund 550 Schülerinnen und Schüler der Mülheimer Gymnasien und Gesamtschulen nahmen teil.

Das IWW präsentierte im Berufsfeld „Karriere in naturwissenschaftlichen Berufen“ die Ausbildung zur Chemielaborantin bzw. zum Chemielaboranten sowie die möglichen Karrierewege für Chemiker:innen und Water-Science-Studierende – bis hin zu Führungspositionen im Laborbereich.

Auf dem Podium vertreten waren Laura Wiegand (4. von links) aus der organischen Spurenanalytik sowie unser ehemaliger Auszubildender Jan Steinbring (2. von links). In persönlichen Gesprächen berichteten beide von ihrem Werdegang, erläuterten die Anforderungen verschiedener chemischer Berufe und beantworteten zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag dazu, motivierten Nachwuchs für das IWW zu begeistern – ein entscheidender Faktor, um den anstehenden Generationswechsel am Institut erfolgreich zu gestalten.

Bereichsleiter Ulrich Borchers war als Mitglied des Rotary-Klubs maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt.

Der Beitrag IWW bei Berufsorientierungsveranstaltung ROBIS an der HRW erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Legionellen in Abwasser – LANUK NRW veröffentlicht überarbeitete Fassung des Arbeitsblatts 44

23. Februar 2026 um 08:38

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) hat eine umfassend überarbeitete Version des Arbeitsblatts 44 veröffentlicht. Fachleute des IWW haben maßgeblich an der Überarbeitung mitgewirkt.

Das aktualisierte Dokument präzisiert die fachlichen Anforderungen an die Probenahme und Analytik von Legionellen in Abwasser sowie in Oberflächengewässern. Es richtet sich vor allem an Prüflaboratorien, die entsprechende Untersuchungen durchführen. Die neue Fassung ist ab sofort online hier verfügbar.

Unternehmen und Institutionen, die Probenahmen oder Analysen zum Nachweis von Legionellen in Oberflächengewässern oder industriellem Abwasser durchführen lassen möchten, können sich direkt an Dr. Jan Frösler (j.froesler@iww-online.de) vom IWW wenden.

Der Beitrag Legionellen in Abwasser – LANUK NRW veröffentlicht überarbeitete Fassung des Arbeitsblatts 44 erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

PARZELL Projekt: Wegweisende Forschung zur Reduktion von PFAS-Emissionen in Wasserstoffsystemen

12. Februar 2026 um 13:43

Mit dem Wachstum der Wasserstoffwirtschaft gewinnen Technologien wie die membranbasierte Wasserelektrolyse und Brennstoffzelle zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen eine flexible, saubere und hochdynamische Energieversorgung, sowohl stationär als auch mobil. Gleichzeitig stehen Hersteller und Betreiber jedoch vor einer zentralen Herausforderung: Beide Systeme basieren auf PFAS‑haltigen Membranen, deren langfristige Stabilität und Umweltverträglichkeit kritisch untersucht werden muss. Erste Studien belegen, dass diese Materialien während des Betriebs abgebaut werden können und dabei PFAS freisetzen. Aufgrund ihrer Persistenz und Gesundheits- und Umweltrisiken steht diese Substanzklasse im Fokus der regulatorischen Diskussion.

Um dieses Zukunftsthema wissenschaftlich fundiert zu untersuchen, arbeiten im PARZELL-Projekt drei starke Partner zusammen: Das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) GmbH bringt seine langjährige Expertise in der Entwicklung und Charakterisierung von Brennstoffzellen- und Elektrolysesystemen ein, während das IUTA – Institut für Umwelt & Energie, Technik & Analytik e. V. über umfassende Erfahrung in der Umweltanalytik, insbesondere im Bereich Luftreinhaltung, verfügt. Das IWW Institut für Wasserforschung gGmbH stärkt das Projekt mit seiner umfassenden Erfahrung in der Wasseranalyse, insbesondere bei komplexen Spurenstoffen und ihrem Verhalten in wasserführenden Systemen. Gemeinsam entwickeln die Partner innovative Methoden zur Probenahme, Probenvorbereitung und Analyse, um PFAS‑Emissionen in Prozesswasser und Abluft zuverlässig erfassen zu können. Darauf aufbauend werden die Emissionen bewertet und erste Gegenmaßnahmen diskutiert.

Um die fluorierten Substanzen möglichst umfangreich zu erfassen und aufgrund ihrer Diversität kommen unterschiedliche Analysetechniken zum Einsatz. Summenparameter und hochauflösende Massenspektrometrie kommen ebenso zum Einsatz wie quantitative Verfahren mittels Flüssigchromatografie und Tandem-Massenspektrometrie. Die daraus gewonnenen Daten bilden die Grundlage für eine differenzierte Risikobewertung. Darüber hinaus untersucht das Projektteam, unter welchen Betriebsbedingungen sich Emissionen minimieren lassen und welche technischen Maßnahmen, wie spezielle Filter- oder Abscheidesysteme, zur Emissionsreduktion beitragen können.

Das Projekt läuft von 2026 bis 2028 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Mit seinen Ergebnissen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur sicheren Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien und unterstützt die Branche auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit.

Der Beitrag PARZELL Projekt: Wegweisende Forschung zur Reduktion von PFAS-Emissionen in Wasserstoffsystemen erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Drei neue DVGW-Projekte am IWW

20. Januar 2026 um 10:03

Mit den Projekten InfraRisk, SOLVE-Trink und BioAktiv starten in diesem Jahr gleich drei neue, vom DVGW geförderte Forschungsvorhaben mit Beteiligung des IWW.

BioAktiv untersucht praxisorientierte mikrobiologische Aspekte der Aktivkohlefiltration in der Trinkwasseraufbereitung. Im Fokus steht die Dynamik der Entfernung bzw. Bildung biologisch verwertbarer Nährstoffe über die Laufzeit von Aktivkohlefiltern, die eng mit deren mikrobiologischer Besiedlung verknüpft ist. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Veränderung der mikrobiellen Gemeinschaft im Filtrat in Abhängigkeit von Filtermaterial, Alter und Betriebsparametern zu gewinnen. Das Projekt ergänzt das bestehende Regelwerk um Empfehlungen zur mikrobiologisch sicheren Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltern. Im Idealfall tragen diese zur biologischen Stabilisierung des Trinkwassers bei. Laufzeit ist vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2027. Praxispartner sind die Stadtwerke Düsseldorf, Stadtwerke Solingen und die Wasserbeschaffung Niederrhein Westfalen GmbH aus Duisburg.

InfraRisk widmet sich den Auswirkungen von Großbaumaßnahmen in Trinkwasserschutzgebieten. Untersucht wird unter anderem, welche Folgen die Verlegung von Kabeln für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung auf Boden und Grundwasser hat. Zwei Großprojekte werden dazu mit gezieltem Monitoring begleitet. Projektpartner sind die Stadtwerke Geldern und der Wasserverband Garbsen-Neustadt. Die Laufzeit des Projektes geht bis zum Sommer 2028.

SOLVE-Trink erforscht Potenziale für Wasserrückhalt in Wassergewinnungsgebieten im Einzugsgebiet der Elbe. Mithilfe von Bodenwasserhaushaltsmodellen sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserverfügbarkeit an zwei Standorten getestet werden. Das Projekt ist Teil eines übergeordneten Forschungsvorhabens der Helmholtz-Institute für Umweltforschung, das den gesamten Wasserkreislauf im Elbegebiet betrachtet. Praxispartner sind die Berliner Wasserbetriebe und die Stadtwerke Leipzig. Die Laufzeit des Projekts beträgt 2,5 Jahre.

Gefördert vom DVGW

Der Beitrag Drei neue DVGW-Projekte am IWW erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

Wie Städte unser Grundwasser beeinflussen

14. Januar 2026 um 10:16

Copyright Bild: Hannover Marketing und Tourismus GmbH, Christian Wyrwa.

Grundwasser ist die wichtigste Quelle für unser Trinkwasser. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass städtische Räume die Qualität dieser Ressource erheblich beeinflussen. Über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren wurde das Grundwasser im Rahmen einer Studie an 73 Messstellen im Stadtgebiet von Hannover untersucht.

Keine einzige der analysierten Proben war frei von Schadstoffen. Besonders häufig fanden sich per- und polyfluorierte Substanzen (sogenannte „Ewigkeitschemikalien“), Industriechemikalien, Arzneimittelrückstände sowie Pestizide. Alarmierend ist dabei, dass selbst Pestizide nachgewiesen wurden, deren Zulassung bereits vor Jahrzehnten ausgelaufen ist.

Welche Auswirkungen diese Stoffe haben, ist bislang weitgehend unklar. Eine verlässliche Bewertung ist kaum möglich, da für viele der nachgewiesenen Substanzen keine gesetzlich vorgegebenen Regelungswerte existieren. Angesichts der Vielzahl umweltrelevanter Chemikalien ist es für Behörden und Gesetzgeber nahezu unmöglich, jeden einzelnen Stoff aktuell zu bewerten. Entsprechend lassen sich die Folgen für Mensch und Ökosystem bislang nur abschätzen. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie sich die gefundenen Stoffe auf die Grundwasserökosysteme auswirken.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass das Grundwasser unter Städten stärker geschützt werden muss. Bestehende Regelwerke, etwa die europäische Wasserrahmenrichtlinie, sollten den Einfluss von Siedlungsräumen auf unsere Wasserressourcen ausdrücklich und konsequenter berücksichtigen.

Zur vollständige Studie in der Zeitschrift Grundwasser geht es hier.

 

Der Beitrag Wie Städte unser Grundwasser beeinflussen erschien zuerst auf IWW Wasserforschung.

❌