Normale Ansicht

Ältere BeiträgeBVÖGD

BVÖGD begrüßt positive Bilanz zum ÖGD-Pakt in Sachsen-Anhalt

29. Juli 2026 um 12:37

Berlin, 29.07.2026
Pressemitteilung als PDF

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die positive Bilanz, die Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne zum Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) gezogen hat. „Der Pakt hat den ÖGD in Sachsen-Anhalt in einem enormen Tempo neu aufgestellt, um bei künftigen Gesundheitskrisen besser als zu Coronazeiten gewappnet zu sein. Der massive Personalaufbau um 138 neue Mitarbeitende und eine Digitalisierungsoffensive bedeuten Rückenwind für einen modernen, krisenfesten und bürgerfreundlichen Gesundheitsdienst“, hatte Grimm-Benne Ende Juli in Magdeburg erklärt.

„Die Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt machen deutlich, dass sich die Investitionen in den ÖGD auszahlen. Der Pakt hat vielerorts einen echten Modernisierungsschub ausgelöst – mit zusätzlichem Personal, moderner digitaler Infrastruktur und einer besseren Vernetzung der Gesundheitsämter“, sagte der Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Peter Schäfer.

Der BVÖGD teilt die Forderung, die im Rahmen des Pakts geschaffenen Strukturen dauerhaft zu sichern. Die Herausforderungen für den ÖGD seien in den vergangenen Jahren größer geworden. Neben der Vorbereitung auf künftige Gesundheitskrisen gewinnen Prävention, Gesundheitsförderung, Klimaanpassung, der Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie die Krisenresilienz der Gesundheitsämter weiter an Bedeutung.

Der BVÖGD spricht sich deshalb für eine Verstetigung der Unterstützung des ÖGD durch Bund und Länder aus. Ziel müsse es sein, die Gesundheitsämter dauerhaft personell, digital und organisatorisch so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben im Bevölkerungsschutz, in der Prävention und im Gesundheitsschutz auch künftig zuverlässig erfüllen können.

BVÖGD begrüßt Dr. Carsten Linnemann als neuen Bundesgesundheitsminister

24. Juli 2026 um 15:41

Berlin, 24.07.2026
Pressemitteilung als PDF

Berlin – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) gratuliert Dr. Carsten Linnemann zu seiner Ernennung zum Bundesminister für Gesundheit und wünscht ihm für die bevorstehenden Aufgaben eine glückliche Hand.

„Der Öffentliche Gesundheitsdienst steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Dialog mit dem neuen Bundesgesundheitsminister und bieten unsere Expertise bei der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens an“, sagte der Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Peter Schäfer.

Aus Sicht des BVÖGD gehören die nachhaltige Stärkung der kommunalen Gesundheitsämter und die weitere Modernisierung und Digitalisierung der Gesundheitsverwaltung zu den drängendsten Aufgaben der kommenden Jahre. Ebenso wichtig sind der Ausbau der Prävention und Gesundheitsförderung, die Stärkung der Krisenresilienz des Gesundheitswesens sowie der gesundheitliche Umgang mit den Folgen des Klimawandels.

„Gesundheit wird vor Ort gestaltet. Leistungsfähige Gesundheitsämter sind unverzichtbar, um Prävention zu stärken, gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern, die Krisenfestigkeit unseres Gesundheitswesens auszubauen und die Bevölkerung wirksam zu schützen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Bundesminister Dr. Carsten Linnemann die Zukunft des Öffentlichen Gesundheitsdienstes aktiv zu gestalten“, so Schäfer.

Prävention vor Ort braucht starke Gesundheitsämter

16. Juli 2026 um 08:39

Berlin, 16.07.2026
Pressemitteilung als PDF

Berlin – Anlässlich einer Verbändeanhörung im Bundesministerium für Gesundheit zur Weiterentwicklung der Prävention fordert der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) mit seinen kommunalen Gesundheitsämtern als tragende Säule der Prävention dauerhaft zu stärken.

„Prävention gelingt vor allem vor Ort. Die Gesundheitsämter kennen die gesundheitlichen Herausforderungen in ihren Kommunen, sind eng mit Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Vereinen und weiteren Partnern vernetzt und erreichen Menschen in allen Lebensphasen. Diese Strukturen müssen wir konsequent nutzen und weiter stärken“, sagte der Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Peter Schäfer, anlässlich der Anhörung.

In seiner Stellungnahme an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken begrüßt der BVÖGD, dass Gesundheitsförderung und Prävention mit den aktuellen Reformen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wieder stärker auf die gesundheitspolitische Agenda gerückt sind. Der Verband sieht in der Weiterentwicklung die Chance, die kommunale Ebene stärker einzubeziehen und den ÖGD dauerhaft als zentralen Akteur der Prävention zu verankern.

Nach Auffassung des BVÖGD verfügen die rund 380 kommunalen Gesundheitsämter fachlich über die notwendigen Voraussetzungen für eine wirksame Präventionsarbeit. Der Verband weist aber darauf hin, dass zusätzliche Aufgaben nur mit einer verlässlichen Finanzierung bewältigt werden können. Gesundheitsämter müssten personell, strukturell und finanziell so ausgestattet werden, dass sie Prävention, Gesundheitsschutz und Krisenvorsorge dauerhaft erfüllen können.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht besteht Handlungsbedarf: Die Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) spricht sich dafür aus, Prävention und Gesundheitsförderung stärker wissenschaftlich zu fundieren und den ÖGD als Ort für Forschung, Lehre und evidenzbasierte Praxis weiterzuentwickeln. „Eine erfolgreiche Präventionspolitik braucht nicht nur starke kommunale Strukturen, sondern auch eine belastbare wissenschaftliche Grundlage. Forschung, Evaluation und die Akademisierung des ÖGD sind entscheidende Voraussetzungen, um Präventionsmaßnahmen evidenzbasiert weiterzuentwickeln und ihre Wirksamkeit dauerhaft zu sichern“, sagte die Vorsitzende der DGÖG, Dr. Susanne Pruskil.

Positiv bewertet der BVÖGD die für 2027 beschlossene Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüßte Getränke sowie die geplanten Erhöhungen der Tabak- und Alkoholsteuer als wichtige präventive Maßnahmen. Die daraus entstehenden Mehreinnahmen sollten nach Auffassung des Verbandes gezielt in Prävention und Gesundheitsförderung investiert werden und nicht überwiegend der Haushaltskonsolidierung dienen.

BVÖGD und DGÖG bieten dem Bundesgesundheitsministerium an, ihre fachliche Expertise in die geplante Präventionsoffensive und die Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes einzubringen und die anstehenden Reformen konstruktiv zu begleiten.

BVÖGD fordert rasch höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel – Einnahmen sollten in Prävention und Gesundheitsversorgung fließen

26. Juni 2026 um 09:54

Berlin, 26.06.2026
Pressemitteilung als PDF

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die aktuellen politischen Forderungen nach einer schnelleren Anhebung von Steuern auf Tabak und Alkohol und eine neue Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Aus Sicht des Verbandes sind solche Abgaben ein wirksames Instrument der Prävention und können dazu beitragen, gesundheitsschädlichen Konsum zu verringern.

Der BVÖGD fordert zugleich, die zusätzlichen Einnahmen konsequent dem Gesundheitswesen zugutekommen zu lassen. Sie sollten insbesondere für Prävention und Gesundheitsförderung eingesetzt und nicht in den allgemeinen Bundeshaushalt fließen.

„Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte können einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten. Entscheidend ist aber, dass die zusätzlichen Einnahmen auch tatsächlich dort ankommen, wo sie die Gesundheit der Menschen stärken“, sagt der Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Peter Schäfer. „Wir fordern deshalb, die Mittel zweckgebunden für Prävention, Gesundheitsförderung und -versorgung einzusetzen. Sie dürfen nicht im allgemeinen Bundeshaushalt aufgehen.“

Der BVÖGD weist darauf hin, dass Prävention eine der wirksamsten Investitionen in die Gesundheit der Bevölkerung ist. Der Öffentliche Gesundheitsdienst leistet dabei einen wichtigen Beitrag – von der Gesundheitsförderung in Kitas und Schulen über Suchtprävention bis hin zur kommunalen Gesundheitsplanung. Eine verlässliche Finanzierung präventiver Maßnahmen sei deshalb ein wesentlicher Baustein einer zukunftsfesten Gesundheitspolitik.

Der Verband sieht in den aktuellen politischen Initiativen die Chance, Prävention in Deutschland nachhaltig zu stärken. Gesundheitsfördernde Lenkungssteuern könnten dazu beitragen, gesundheitsschädlichen Konsum zu reduzieren und gleichzeitig finanzielle Spielräume für wirksame Präventionsangebote zu schaffen. Voraussetzung sei jedoch, dass die daraus erzielten Einnahmen dauerhaft und transparent für gesundheitliche Zwecke verwendet werden.

Stellungnahme des Bundesverbandes der Ärzte und Ärztinnen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) zu dem von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV- Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz) Bundestagsdrucksache 21/6130)

22. Juni 2026 um 11:32

Berlin, den 22. Juni 2026

Stellungsnahme als PDF

Der BVÖGD vertritt auf Bundesebene die berufspolitischen und fachlichen Interessen der rund 3.900 Ärztinnen und Ärzten, die in den 380 deutschen Gesundheitsämtern beschäftigt sind. Zu den zentralen bevölkerungsmedizinischen Aufgaben der Gesundheitsämter zählen die Prävention und Gesundheitsförderung in den kommunalen Lebenswelten vor Ort. Diese Aufgabenwahrnehmung ist auch in den Gesundheitsdienstgesetzen der Bundesländer ausdrücklich verankert.

Der BVÖGD begrüßt es deshalb außerordentlich, dass die 66 Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Beitragssätze in der GKV auch drei zentrale Forderungen zur Stärkung der Prävention im deutschen Gesundheitswesen enthalten. Die vorgeschlagenen Erhöhungen der Tabak- und Alkoholsteuer sowie der Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüsste Erfrischungsgetränke sind geeignete Instrumente, um gesundheitsgefährdendes Verhalten zu beeinflussen und damit die Ursachen einer Vielzahl chronischer Erkrankungen und damit verbundener Krankheits- und Krankheitsfolgekosten zu verringern.

Die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie internationalen Vergleichsstudien basierenden Diskussionen der vergangenen Monate haben gezeigt, welche Defizite im Bereich der Prävention in Deutschland existieren und wie diese Defizite behoben werden können. Die Ergebnisse des vom AOK-Bundesverband und dem Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam herausgegeben Public-Health-Index sowie die evidenzbasierte Positionierung des Wissenschaftsrats zu Prävention und Gesundheitsforschung hat sich auch die Finanzkommission Gesundheit zu eigen gemacht. Dabei zeigen beispielsweise Erfahrungen aus Großbritannien, dass die dortige Getränkeindustrie nach der Einführung einer gestaffelten Zuckersteuer den Zuckergehalt von Erfrischungsgetränken erheblich reduziert hat und damit wesentliche Ursachen von Übergewicht und Adipositas und daraus resultierenden Folgeerkrankungen wirksam bekämpft werden können.

Auch wenn der vorliegende Entwurf die Vorschläge noch nicht unmittelbar in gesetzgeberische Regelungen umsetzt, ist die auf S. 4 enthaltene Ankündigung, dass „die Bundesregierung in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren beschließen will, ab dem Jahr 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen, aus Sicht des BVÖGD ausdrücklich zu begrüßen. Dabei erscheint es aus unserer Sicht zwingend geboten, dass die aus einer solchen Maßnahme resultierenden geschätzten Mehreinnahmen von jährlich rund 450 Millionen Euro auch tatsächlich in verbesserte Angebote zur Primärprävention in betrieblichen und nicht betrieblichen Lebenswelten fließen.

Gut ausgestaltete Lenkungssteuern können laut WHO ein wirksames Instrument sein, um gesundheitsschädlichen Konsum einzudämmen. Eine Verwendung von Steuermehreinnahmen- wie offensichtlich im Kontext mit einer Erhöhung der Tabaksteuer beabsichtigt- ausschließlich zur Konsolidierung des Bundeshaushalts zu nutzen, halten wir hingegen nicht für angezeigt. Aus Sicht des BVÖGD wäre es zielführend – wie von der Finanzkommission Gesundheit konkret in den letzten drei ihrer insgesamt 66 Vorschlägen postuliert – die steuerlichen Instrumente Tabak- Alkohol- und Zuckersteuer -bereits mit Wirkung für 2027 einzuführen und für Präventionszwecke zu nutzen.

Der BVÖGD begrüßt es, dass die Finanzkommission Gesundheit angekündigt hat, in ihrem zweiten bis Ende 2026 vorzulegenden Bericht mit strukturellen Maßnahmen “Reformempfehlungen zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung“ vorzuschlagen, die sowohl den Regelungsrahmen des SGB V als auch darüberhinausgehende präventive Handlungsfelder umfassen. In diesem Kontext wird der BVÖGD sowohl der Finanzkommission Gesundheit als auch den gesundheitspolitisch Verantwortlichen mit seiner fachlichen Expertise aus dem Bereich der Prävention und kommunalen Gesundheitsförderung in den Lebenswelten vor Ort gerne zur Verfügung stehen.

Auf die tragende Rolle der Gesundheitsämter im Bereich der Primärprävention hat auch der von der Bundesregierung und den Bundesländern eingesetzte „Beirat zur Beratung zukunftsfähiger Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Umsetzung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ (Beirat Pakt ÖGD) in seinen bisherigen Stellungnahmen hingewiesen. Der Beirat misst den Gesundheitsämtern eine zentrale Steuerungs- und Koordinierungsrolle bei der Gesundheitsversorgung vor Ort bei. Prävention und Gesundheitsförderung werden als Kernaufgaben definiert, die eng mit dem Klimaschutz und sozialen Lebenswelten verknüpft sind.

Allerdings machen wir als BVÖGD darauf aufmerksam, dass die Ankündigung des Bundes, nach Auslaufen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ab Ende 2026 keine weiteren Finanzmittel zur nachhaltigen Stärkung des ÖGD zur Verfügung zu stellen, die Möglichkeiten der Gesundheitsämter, im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung tätig zu werden, erheblich einschränken.

Mit besten Grüßen
Dr. med. Peter Schäfer
Vorsitzender BVÖGD

BVÖGD Stellungnahme zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Verband begrüßt Pläne für Abgabe auf zuckergesüßte Getränke

19. Juni 2026 um 15:48

Berlin, 19.06.2026
Pressemitteilung als PDF

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die Ankündigung der Bundesregierung, ab dem Jahr 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen. Die Maßnahme ist Teil der Vorschläge zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung und soll zugleich einen Beitrag zur Prävention chronischer Erkrankungen leisten.„Gut ausgestaltete Lenkungssteuern können laut WHO ein wirksames Instrument sein, um gesundheitsschädlichen Konsum einzudämmen“, heißt es in der Stellungnahme des BVÖGD zu dem Gesetzentwurf.

„Die geplante Abgabe auf zuckergesüßte Getränke ist ein wichtiger Schritt, um Prävention in Deutschland zu stärken. Entscheidend wird jedoch sein, dass die daraus erzielten Einnahmen tatsächlich in Präventionsmaßnahmen investiert werden und nicht im allgemeinen Staatshaushalt verschwinden“, erklärt Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD. „Wer mit einer solchen Steuer gesundheitspolitische Ziele verfolgt, muss die Mittel konsequent für Gesundheitsförderung und Prävention einsetzen“, betonte er.

Der BVÖGD verweist darauf, dass die Finanzkommission Gesundheit neben der Einführung einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke auch weitere präventionsorientierte Maßnahmen vorgeschlagen hat. Der Verband unterstützt diese Zielrichtung ausdrücklich und spricht sich dafür aus, die vorgesehenen Instrumente möglichst frühzeitig umzusetzen.

Zugleich betont der BVÖGD die zentrale Rolle der Gesundheitsämter bei Prävention und Gesundheitsförderung. „Unverzichtbar sind dafür aber ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen im ÖGD“, so Schäfer.

Stellungnahme Die Neuausrichtung des Bevölkerungsschutzes – Strategische Resilienz in Zeiten der „Zeitenwende“

15. Juni 2026 um 12:54

Berlin, den 15. Juni 2026

Stellungsnahme als PDF

Die Neuausrichtung des Bevölkerungsschutzes – Strategische
Resilienz in Zeiten der „Zeitenwende“
– Stellungnahme Fachausschuss Krisenmanagement des BVÖGD, Juni 2026

Kontext:
Der „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ des Bundesministeriums des Innern (BMI) in Verbindung mit
den aktuellen parlamentarischen Initiativen markiert eine grundlegende Transformation der
deutschen Sicherheitsarchitektur. Es geht nicht mehr nur um punktuelle Katastrophenhilfe, sondern
um eine umfassende „zivile Resilienz“. Dabei erwarten wir, dass die Gesundheitsämter als
systemkritischer Pfeiler begriffen werden, die zur Stabilität des Landes in Krisenzeiten beitragen
werden.
Die fünf entscheidenden Kernpfeiler, die wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Strategie und
bevölkerungsmedizinische Praxis in dieser neuen Neuausrichtung verknüpfen, sind:

1. Paradigmenwechsel: Von der Gefahrenabwehr zur umfassenden Resilienz
Die bisherige Trennung zwischen ziviler Hilfe im Friedensfall und militärischer Verteidigung weicht
einem verzahnten Konzept der „Gesamtverteidigung“. Es wird dabei betont, dass die veränderte
Bedrohungslage durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine „wehrhafte Demokratie“
erfordert, die ihre zivilen Strukturen ebenso härtet wie ihre militärischen.
Das bedeutet: Bevölkerungsschutz ist kein „Schönwetter-Thema“ mehr, sondern eine zentrale Säule
der nationalen Gesundheitssicherheit. Ziel muss ein „Allgefahrenansatz“ sein, der
Naturkatastrophen, Pandemien und hybride Bedrohungen gleichermaßen adressiert und hier
müssen Gesundheitsämter von Anfang an mit einbezogen werden als Koordinatoren für
Gesundheitsschutz in der Kommune.

2. Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) als Gesundheitsvorsorge
Ein Kernstück der neuen Strategie ist das geplante KRITIS-Dachgesetz. Wissenschaftliche
Analysen (u.a. aus Human Biology and Public Health, https://www.human-biology-and-publichealth.
org/index.php/hbph/issue/view/13 ) verdeutlichen, dass der Ausfall von Basisdienstleistungen
wie Energie, Wasser oder Kommunikation unmittelbar zu massiven biologischen Stressreaktionen
und gesundheitlichen Notlagen in der Bevölkerung führt.
Resilienz wird hier als Systemstabilität definiert: Nur wenn die Infrastruktur hält und die
Gesundheitsämter funktionsfähig sind, bleibt die Bevölkerungsgesundheit handlungsfähig.

3. Massive Skalierung der medizinischen Notfallkapazitäten
Die Einrichtung von bundesweiten 61 „Medizinischen Task Forces“ (MTF) adressiert ein Szenario,
das lange Zeit als theoretisch galt: den Massenanfall von Verletzten (MANV) unter extremen
Bedingungen, einschließlich chemischer, biologischer oder radiologischer (CBRN) Gefahren. Hierbei
geht es um eine hochgradige Spezialisierung der präklinischen Versorgung. Diese Einheiten sollen
als „Spezialkräfte des Gesundheitswesens“ fungieren, die mobil und autark agieren können, um
klinische Strukturen zu entlasten, bevor diese an ihre biologischen Belastungsgrenzen stoßen.
Bei biologischen Lagen sind die Gesundheitsämter vor Ort verantwortlich, sie müssen darauf
vorbereitet werden in dem sie ausgestattet sind und ausreichend für diese Fälle geübt haben.

4. Das Ehrenamt als „strategisches Rückgrat“ und sozialer Kleber
Sowohl das BMI als auch die parlamentarische Ebene betonen, dass technische Systeme ohne den
Faktor Mensch wertlos sind. Der „Zukunftspakt Ehrenamt“ soll die Rahmenbedingungen für die
Millionen Freiwilligen bei THW, Feuerwehren und Hilfsorganisationen verbessern.
Aus Sicht der Gesundheitsämter ist das Ehrenamt nicht nur ein Personalreservoir, sondern ein
entscheidender Faktor für den sozialen Zusammenhalt. Eine resiliente Gesellschaft zeichnet sich
durch Bürger aus, die vom passiven Hilfeempfänger zum aktiven Akteur der Krisenbewältigung
werden.

5. Digitale Souveränität und Schutz vor „Cognitive Warfare“
In modernen hybriden Konflikten sind Informationen so lebenswichtig wie Medikamente. Ein
zentrales Ziel ist die Schaffung eines „Gemeinsamen Digitalen Lagebildes“. Dies dient nicht nur der
Koordination von Einsatzkräften, sondern auch dem Schutz der Bevölkerung vor gezielter
Desinformation (kognitive Kriegsführung), die das Vertrauen in staatliche Gesundheitsmaßnahmen
untergraben soll. Die Modernisierung der Warnsysteme (Cell Broadcast, Sirenenförderung) ist
hierbei der sichtbare Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die „Informationshoheit“ und damit die
psychische Stabilität der Bevölkerung zu wahren.
Alle für die kommunale Ebene notwendigen bevölkerungsmedizinisch relevanten Inforationen
müssen in das Lagebild mit einfließen, damit die Gesundheitsämter vor Ort koordinieren und steuern
können.

Pakt für den Bevölkerungsschutz: BVÖGD fordert starke Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

15. Juni 2026 um 12:48

Berlin, 15.06.2026
Pressemitteilung als PDF

Berlin, Juni 2026 – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die Pläne von Bund und Ländern zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes. Ein wirksamer Bevölkerungsschutz kann jedoch nur gelingen, wenn der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) als zentraler Akteur von Beginn an in die neuen Strukturen eingebunden wird.

„Pandemien, Extremwetterereignisse und andere Krisen treffen die Gesundheit der Bevölkerung unmittelbar. Deshalb müssen die Gesundheitsämter von Anfang an in Planung, Koordination und Umsetzung eingebunden werden. Der Pakt für den Bevölkerungsschutz kann hierfür einen wichtigen Rahmen schaffen“, betont Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD.

Der BVÖGD sieht in der aktuellen Neuausrichtung des Bevölkerungsschutzes einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Weg von einer vorwiegend reaktiven Gefahrenabwehr, hin zu einer umfassenden Resilienzstrategie. Gesundheitsämter sollten dabei eine Schlüsselrolle übernehmen. Sie koordinieren den Gesundheitsschutz auf kommunaler Ebene, verfügen über bevölkerungsmedizinische Expertise und sind unverzichtbar bei der Bewältigung biologischer Gefahrenlagen.

„Der Pakt für den Bevölkerungsschutz ist die notwendige Antwort auf eine Welt, in der Krisen nicht mehr nacheinander, sondern gleichzeitig auftreten. Wir müssen das Gesundheitswesen als das eigentliche Immunsystem unserer Gesellschaft begreifen“, sagte Prof. Dr. Peter Tinnemann, Amtsleiter des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main und Sprecher des Fachausschusses Krisenmanagement im BVÖGD.

Resilienz bedeute, nicht erst beim Eintreten der Katastrophe anfangen zu planen, sondern jetzt die Strukturen schaffen, die im Ernstfall unter Hochdruck standhalten, erläutert er.

In seiner aktuellen Stellungnahme betont der Fachausschuss Krisenmanagement des BVÖGD insbesondere die Bedeutung eines sogenannten Allgefahrenansatzes, der Naturkatastrophen, Pandemien und hybride Bedrohungen gleichermaßen berücksichtigt. Zudem müsse der Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie-, Wasser- und Kommunikationsversorgung als wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge verstanden werden.

Auch die geplante Stärkung medizinischer Notfallkapazitäten wird ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig weist der BVÖGD darauf hin, dass Gesundheitsämter für biologische Schadenslagen personell und materiell angemessen ausgestattet sowie regelmäßig in Krisenszenarien eingebunden und geschult werden müssen. Ebenso wichtig sei es, bevölkerungsmedizinische Erkenntnisse systematisch in digitale Lagebilder und Krisenkommunikationsstrukturen einzubeziehen.

Besondere Bedeutung misst der Verband darüber hinaus dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Krisenvorsorge vor Ort bei. Ehrenamtliches Engagement und eine gut vorbereitete Bevölkerung seien wesentliche Voraussetzungen für eine resiliente Gesellschaft.

„Echte Sicherheit entsteht vor Ort in den Kommunen und in den Köpfen der Menschen. Wir müssen die Bevölkerung dazu befähigen, Teil der Lösung zu sein. Handlungsfähigkeit ist der beste Schutz gegen Angst und psychische Überlastung in Krisenzeiten. Der neue Pakt gibt den Kommunen die Werkzeuge, um das Wissen über Selbstschutz und gegenseitige Hilfe wieder im Alltag zu verankern. Ein gut informierter und vorbereiteter Bürger ist die wirksamste Entlastung für unsere Rettungskräfte und Krankenhäuser. Wir bauen hier gemeinsam an einer Kultur der Wachsamkeit, die unsere Demokratie von innen heraus stärkt“, so Tinnemann.

Der BVÖGD fordert daher, den ÖGD im weiteren Gesetzgebungs- und Umsetzungsprozess des Pakts für den Bevölkerungsschutz konsequent einzubinden.

Hintergrund

Mit dem Pakt für den Bevölkerungsschutz wird der Bund wird laut einer Entscheidung des Kabinetts bis zum Jahr 2029 insgesamt zehn Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz investieren. Vorgesehen sind unter anderem umfangreiche Investitionen in die Ausstattung der größtenteils ehrenamtlichen Einsatzkräfte, moderne Warn- und Kommunikationssysteme, eine Stärkung des Technischen Hilfswerks mit resilienten Standorten einschließlich Logistikzentren sowie die Verbesserung der Trinkwasser- und Notstromversorgung.

Hitzeschutz braucht starke Gesundheitsämter

11. Juni 2026 um 11:21

Berlin, 11. Juni 2026
Pressemitteilung als PDF

Berlin, 11. Juni 2026 – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die Forderungen des Bündnisses zum Hitzeaktionstag 2026 nach einer stärkeren Krisenresilienz gegenüber Extremhitze. Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) kommt dabei eine Schlüsselrolle zu!

In seinem aktuellen Positionspapier fordert das Bündnis unter anderem, Extremhitze verbindlich in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz zu integrieren, besonders gefährdete Menschen besser zu schützen, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen hitzeresilient aufzustellen sowie die langfristige Finanzierung von Vorsorge- und Schutzmaßnahmen sicherzustellen.

„Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Viele der im Positionspapier beschriebenen Aufgaben gehören bereits heute zum Kernbereich des ÖGD oder können ohne die Gesundheitsämter kaum wirksam umgesetzt werden“, betont Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD.

Die Gesundheitsämter entwickeln und begleiten kommunale Hitzeaktionspläne, beraten Kommunen bei Präventionsmaßnahmen, unterstützen Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Schulen und Kitas bei der Erstellung institutioneller Hitzeschutzkonzepte und informieren die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken während Hitzeperioden. Darüber hinaus bringen sie ihre Expertise bei Fragen der Stadtentwicklung, des Schutzes vulnerabler Bevölkerungsgruppen und der gesundheitlichen Krisenvorsorge ein.

„Der ÖGD verfügt über den Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung vor Ort und ist deshalb ein wichtiger Partner für Kommunen, Politik, Gesundheitswesen, Pflege und Katastrophenschutz. Wenn Deutschland hitzeresilient werden soll, müssen die Gesundheitsämter systematisch in die Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen eingebunden werden“, so Schäfer.

Der BVÖGD unterstützt insbesondere die Forderung des Bündnisses nach verbindlichen kommunalen Strukturen und klaren Zuständigkeiten im Hitzeschutz. Aus Sicht des Verbandes sind kommunale Hitzeaktionspläne ein wichtiges Instrument, um gesundheitliche Folgen von Hitzewellen frühzeitig zu begrenzen und besonders gefährdete Menschen zu schützen.

Zugleich weist der Verband darauf hin, dass die wachsenden Anforderungen an den Hitzeschutz nur mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen bewältigt werden können.

„Die Gesundheitsämter übernehmen bereits heute vielfältige Aufgaben beim Hitzeschutz. Damit sie diese Aufgaben dauerhaft und flächendeckend wahrnehmen können, benötigen sie ausreichend Fachpersonal und eine verlässliche Finanzierung. Krisenresilienz entsteht nicht erst während einer Hitzewelle, sondern durch kontinuierliche Vorbereitung und starke kommunale Strukturen“, so Schäfer.

Der Hitzeaktionstag macht jährlich auf die gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzebelastungen aufmerksam und wirbt für wirksame Schutzmaßnahmen auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene.

Hantavirus und Co: ÖGD-Wissenschaftspreis zum Management infektiologischer Gefahrenlagen in deutschen Häfen

21. Mai 2026 um 12:21

Hantavirus und Co: ÖGD-Wissenschaftspreis zum Management infektiologischer Gefahrenlagen in deutschen Häfen

Die Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) hat in diesem Frühjahr erstmals den ÖGD-Wissenschaftspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verliehen: Der Preis ging an Marie Frese von der Arbeitsgruppe Public Health am Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, für ihre Arbeit „Gesunde Häfen, gemeinsam stark: Die Entwicklung von standardisierten Prozessen bei infektiologischen Gefahrenlagen an deutschen Häfen – ein Verbundprojekt aus ÖGD und Wissenschaft“.

„Die eingereichte Arbeit ist für den ÖGD-Wissenschaftspreis geeignet, da sie eine wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisrelevante Antwort auf die komplexen Herausforderungen der maritimen Gesundheitssicherheit liefert“ sagte die Präsidentin der DGÖG, Dr. Susanne Pruskil.

Hintergrund des Projekts ist die besondere Rolle ausgewählter deutscher Häfen bei der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation WHO. Fünf Standorte – Bremen/Bremerhaven, Hamburg, Rostock, Kiel und Wilhelmshaven – müssen danach definierte Kernkapazitäten vorhalten, um auf Infektionsereignisse im maritimen Kontext reagieren zu können. Eine WHO-Evaluation hatte jedoch bereits 2019 Defizite aufgezeigt, unter anderem bei Quarantänekapazitäten sowie bei Aus- und Fortbildung. Gleichzeitig erschweren föderale Strukturen und unterschiedliche Auflagen zwischen Häfen ein gemeinschaftliches und einheitliches Vorgehen, insbesondere wenn Schiffe mehrere Häfen anlaufen.

Das Projekt adressiert diese Herausforderungen mit einem strukturierten Ansatz. In einer Bedarfsanalyse wurden Interviews mit 35 relevanten Akteuren geführt, darunter Gesundheitsbehörden (Hafenärztliche Dienste), Hafenbehörden, Terminalbetreiber und Rettungsdienste. Ergänzend erfolgten Dokumentenanalysen, Workshops und ein Planspiel zur praktischen Erprobung. Ziel war die Entwicklung übergreifender Strukturen und abgestimmter Abläufe für den Infektionsschutz im maritimen Sektor.

Zentrales Ergebnis ist ein Prozess, der den Umgang mit Infektionsgeschehen in drei Schritte gliedert: Zunächst wird geprüft, ob ein begründeter Verdacht vorliegt, anschließend erfolgt die Verifizierung eines tatsächlichen Geschehens, gefolgt von der Bewertung einer möglichen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Parallel dazu laufen notfallmedizinische und gesundheitsbehördliche Prozesse. Der Prozess umfasst unter anderem Risikobewertung, Entscheidungsfindung, Kommunikationswege und behördliche Maßnahmen.

Laut Frese reichen die möglichen Szenarien von Norovirus-Ausbrüchen über Influenza- und Hantavirus-Infektionen bis hin zu seltenen, aber besonders kritischen Ereignissen wie hochpathogenen Erkrankungen. Auch arbeitsmedizinische Fragestellungen spielen eine Rolle, etwa bei Maserninfektionen von Crewmitgliedern. Entscheidend sei stets eine schnelle Lageerfassung und -bewertung: „Wo liegt die mutmaßliche Infektionsquelle? Welche Ressourcen stehen an Bord zur Verfügung?“ Während Kreuzfahrtschiffe beispielsweise meist über ein Bordhospital verfügen, fehlt auf Containerschiffen häufig medizinisches Personal.

Neben dem Prozessmodell wurden konkrete Arbeitshilfen entwickelt. Dazu zählen ein Handbuch mit standardisierten Abläufen, Dokumentationsvorlagen sowie Empfehlungen für Maßnahmen wie Kontaktnachverfolgung oder den Einsatz von Schutzausrüstung. Ergänzt wird das Konzept durch ein E-Learning-Angebot und Präsenzschulungen mit Planspielen, um den Wissenstransfer nachhaltig zu sichern

Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die entwickelten Strukturen auch für kleinere Häfen nutzbar zu machen, etwa bei Ausbrüchen in der Binnenschifffahrt.

Laut Frese ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Öffentlicher Gesundheitsdienst sinnvoll miteinander verzahnt werden können. Durch einen Arbeitsplatz beim Verbundpartner Hamburg Port Health Center erhielt sie unmittelbare Einblicke in den Arbeitsalltag der Gesundheitsbehörde – eine Erfahrung, die ihre Forschung bereichert und eine enge Zusammenarbeit gefördert hat.

Der ÖGD-Wissenschaftspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wurde 2026 erstmals verliehen. Die Fachgesellschaft würdigt damit innovative und qualitativ hochwertige wissenschaftliche Arbeiten, die einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes leisten. Der Preis wird ab sofort jährlich im Rahmen des gemeinsamen Jahreskongresses des Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) und der DGÖG verliehen.

https://www.dgoeg.de/wissenschaftspreis

Johann-Peter-Frank-Medaille für Dr. Rudolf Lange

21. April 2026 um 12:55

Wuppertal, 21.04.2026
Pressemitteilung als PDF

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat Dr. Rudolf Lange die Johann-Peter-Frank-Medaille für seine herausragenden Verdienste um den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) verliehen.

„Dr. Rudolf Lange hat den ÖGD über Jahrzehnte hinweg in vielfältigen Funktionen geprägt. Mit seinem Engagement für Qualitätssicherung, Ausbildung und die Weiterentwicklung zentraler Aufgabenbereiche des ÖGD hat er nachhaltige Impulse gesetzt“, betonte Dr. Thomas Menn, Berlin, in seiner Laudatio bei der feierlichen Verleihung der Medaille heute auf dem 75. ÖGD-Kongress in Wuppertal.

Dr. Rudolf Lange ist Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen mit den Zusatzbezeichnungen Sozialmedizin und Umweltmedizin. Über mehr als drei Jahrzehnte war er im Kreisgesundheitsamt Mettmann tätig, dessen Leitung er im Jahr 2004 übernahm und bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2021 innehatte. Bereits zuvor hatte er dort leitende Funktionen im ärztlichen Dienst ausgeübt.

In dieser Zeit hat das Gesundheitsamt unter seiner Leitung in zahlreichen Bereichen Maßstäbe gesetzt. Besondere Schwerpunkte lagen unter anderem in der Kinder- und Jugendgesundheit sowie in der Weiterentwicklung des sozialpsychiatrischen Dienstes und gemeindepsychiatrischer Versorgungsstrukturen. Darüber hinaus wurden Standards im amtsärztlichen Gutachtenwesen und in der Medizinalaufsicht entwickelt und etabliert. Viele der im Kreis Mettmann initiierten Konzepte fanden überregional Beachtung und wurden von anderen Gesundheitsämtern aufgegriffen.

Neben seiner Tätigkeit im kommunalen Gesundheitsdienst engagierte sich Lange über viele Jahre hinweg intensiv berufspolitisch. Im Landesverband des BVÖGD Nordrhein-Westfalen war er langjähriges Vorstandsmitglied, unter anderem als Schriftführer und Schatzmeister. Auf Bundesebene wirkte er als Kassenprüfer im BVÖGD. Darüber hinaus war er Mitgründer und Sprecher eines Arbeitskreises zur Qualitätssicherung im amtsärztlichen Gutachtenwesen und als Dozent an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in der Aus- und Weiterbildung tätig.

Johann Peter Frank, geboren 1745 in Rodalben und gestorben 1821 in Wien, gilt als Begründer der öffentlichen Hygiene und eines sozialmedizinischen Gesundheitsdienstes. Die Johann-Peter-Frank-Medaille ist die höchste Auszeichnung des BVÖGD und wird jährlich auf dem Bundeskongress verliehen.

75. Wissenschaftlicher Kongress eröffnet: Öffentlicher Gesundheitsdienst fordert klare Perspektiven

21. April 2026 um 12:52

Wuppertal, 21.04.2026
Pressemitteilung als PDF

Die Menschen in Deutschland benötigen einen leistungsfähigen und gut ausgestatteten Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD).

Das betonten der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), die Deutsche Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit (DGÖG) und die Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) heute bei der Eröffnung des 75. Wissenschaftlichen ÖGD-Kongresses in Wuppertal.

In seinem Grußwort machte der BVÖGD-Vorsitzende Dr. Peter Schäfer deutlich, dass die Zukunft des ÖGD nach dem Auslaufen des sogenannten Pakts für den ÖGD ab 2027 ungeklärt ist und daher dringender politischer Handlungsbedarf besteht. „Ohne eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen setzen wir die personellen und digitalen Fortschritte der vergangenen Jahre leichtfertig aufs Spiel“, warnte Schäfer. Die Ankündigung der Bundesregierung, nach 2027 keine weiteren Bundesmittel bereitzustellen, sei aus Sicht des BVÖGD ein Widerspruch zu den Zielen des Koalitionsvertrags und gefährde die nachhaltige Stärkung des ÖGD, so der BVÖGD-Vorsitzende.

Schäfer betonte in seiner Rede die zentrale Rolle der Gesundheitsämter für die gesundheitliche Versorgung und Prävention: „Gesundheit entsteht im Alltag – und genau dort setzt der ÖGD an.“ Die Aufgaben reichten von der Beratung von Schwangeren und Familien über die Unterstützung bei psychischen und chronischen Erkrankungen bis hin zu Einschulungsuntersuchungen, Hygienekontrollen, Umweltüberwachung und vielem mehr. Der BVÖGD-Vorsitzende forderte klare Antworten darauf, wie die langfristige Finanzierung und personelle Ausstattung des ÖGD gesichert werden soll.

Der 75. Wissenschaftliche ÖGD-Kongress findet vom 20. bis 23. April 2026 in Wuppertal statt. Er bringt Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Gesundheitspolitik zusammen und ist das zentrale Forum für die Weiterentwicklung des ÖGD in Deutschland.

ÖGD-Kongress 2026 in Wuppertal: Künstliche Intelligenz im Öffentlichen Gesundheitswesen

16. April 2026 um 15:39

Berlin, 16.04.2026
Pressemitteilung als PDF

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in den vergangenen Jahren von einem Zukunftsversprechen zu einer realen Gestaltungskraft in vielen gesellschaftlichen Bereichen entwickelt – auch im Gesundheitswesen. Während KI-Anwendungen in der klinischen Medizin und Forschung zunehmend sichtbar werden, stellt sich für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) die Frage, ob und wie KI sinnvoll in der alltäglichen Praxis eingesetzt werden kann. Dabei stehen Chancen wie Effizienzgewinne und Unterstützung bei Entscheidungsprozessen Risiken wie mangelnde Transparenz, Verzerrungen oder rechtliche Unsicherheiten gegenüber.

„Künstliche Intelligenz für die Öffentliche Gesundheit: kalter Kaffee oder heißes Eisen?“ lautet daher eine Veranstaltung auf dem diesjährigen Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom 20.–23. April in Wuppertal. Zum Auftakt wird Gauden Galea von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) internationale Perspektiven auf den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen einbringen. Anschließend beleuchtet Nick Heidmann von der Technischen Universität Dresden in einem Impulsvortrag KI-Modelle und konkrete Anwendungsmöglichkeiten sowie Herausforderungen für den ÖGD.

Im Anschluss diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Gesundheitsämtern, Wissenschaft und Verwaltung praxisnahe Einsatzmöglichkeiten von KI im ÖGD und stellen eine Übersicht zum Einsatz von KI in deutschen Gesundheitsämtern vor.

Journalistinnen und Journalisten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen.

Veranstaltung

Künstliche Intelligenz für die Öffentliche Gesundheit, Mittwoch 22. April 2026, 10.30 Uhr, Großer Saal

Kongressinfos:

  1. Wissenschaftlicher Kongress des BVÖGD – Der Öffentliche Gesundheitsdienst zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP).

Kongressort: Historische Stadthalle Wuppertal, Johannisberg 40; 42103 Wuppertal

Termin: 20. – 23. April 2026

Die Eröffnungsveranstaltung findet statt am Dienstag, 21. April, 10.30 Uhr. Den Eröffnungsvortrag wird der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, halten.

Anmeldung und Programm: https://www.bvoegd-kongress.de/

Presseakkreditierung zum Kongress unter der E-Mail „veranstaltungen@congress-compact.de

Presseeinladung zum 75. Wissenschaftlichen Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom 20. bis 23. April in Wuppertal

15. April 2026 um 11:12

Berlin, 15.04.2026
Pressemitteilung als PDF

Der 75. Wissenschaftliche Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) steht bevor: Vom 20. bis 23. April 2026 lädt der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) in die historische Stadthalle Wuppertal ein.

Medienvertreterinnen und -vertreter sind zu den Veranstaltungen des Treffens herzlich eingeladen. Nach Absprache besteht auch die Möglichkeit, mit dem BVÖGD-Vorsitzende Dr. Peter Schäfer oder der DGÖG-Vorsitzenden Dr. Susanne Pruskil Interviews zu führen.
Besonders interessant: Zur Eröffnungsveranstaltung am Dienstag, 21. April, werden hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung erwartet, darunter der der Nordrhein-Westfälische Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl Josef Laumann.
Den Eröffnungsvortrag wird der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, halten.

Anmeldung und Programm: https://www.bvoegd-kongress.de/

Die Eröffnungsveranstaltung findet statt am Di 21.4.2026, 10.30 Uhr, Großer Saal

Presseakkreditierung zum Kongress unter der E-Mail „veranstaltungen@congress-compact.de“

ÖGD-Kongress 2026 Ende April in Wuppertal: Neue Herausforderungen in der Kinder- und Jugendgesundheit

07. April 2026 um 10:35

Berlin, 07.04.2026
Pressemitteilung als PDF

Die gesundheitlichen Beschwerden von Kindern und Jugendlichen haben sich in den vergangenen Jahren und
Jahrzehnten verändert: Die psychischen Erkrankungen haben zugenommen, ebenso wie Verhaltensauffälligkeiten, Adipositas und weitere chronische Erkrankungen, die durch Lebensstilfaktoren beeinflusst werden.
Sozioökonomische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Der übermäßige Konsum von digitalen Medien
scheint jedoch in allen sozialen Milieus eine große Herausforderung zu sein.
„Neue Herausforderungen in der Kinder- und Jugendgesundheit – gesellschaftlicher Sprengstoff?“ lautet
daher eine Veranstaltung auf dem diesjährigen Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom 20.- 23.
April in Wuppertal. Expertinnen und Experten aus dem ÖGD werden in drei Vorträgen soziale Determinanten
der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erläutern, Folgen des Medienkonsums bei Kindern von null bis
drei Jahren und neue Ergebnisse der COPSY-Studie zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
in Krisenzeiten vorstellen. Im Anschluss an die Vorträge wird es eine Podiumdiskussion geben.
Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen.

Veranstaltung:
Neue Herausforderungen in der Kinder- und Jugendgesundheit – gesellschaftlicher Sprengstoff? 21. April
2026, 16.00 Uhr, Großer Saal

Kongressinfos:
75. Wissenschaftlicher Kongress des BVÖGD – Der Öffentliche Gesundheitsdienst zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP).

Kongressort: Historische Stadthalle Wuppertal, Johannisberg 40; 42103 Wuppertal
Termin: 20. – 23. April 2026
Die Eröffnungsveranstaltung findet statt am Dienstag, 21. April, 10.30 Uhr. Den Eröffnungsvortrag wird der
Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, halten.

Anmeldung und Programm: https://www.bvoegd-kongress.de/
Presseakkreditierung zum Kongress unter der E-Mail „veranstaltungen@congress-compact.de“

Tag des Gesundheitsamtes am 19. März

18. März 2026 um 13:19

Berlin, 18.03.2026
Pressemitteilung als PDF

Gesundheitsämter zentral für Schutz und Förderung der Bevölkerungsgesundheit – BVÖGD fordert verlässliche Finanzierung

Berlin, 19. März 2026 – Die Gesundheitsämter sind für den Schutz und die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung zentral. Das betont der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) anlässlich des Tages des Gesundheitsamtes am 19. März.

Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“. Damit wird die große Bandbreite der Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) hervorgehoben. Außerdem geht es um die Vielfalt der Menschen, die im ÖGD arbeiten und um jene, die von seinen Angeboten profitieren.

Die Aufgaben der Gesundheitsämter sind vielfältig: Sie reichen von der Beratung von Schwangeren und Familien über die Unterstützung von Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen bis hin zu Einschulungsuntersuchungen und zahnärztlichen Vorsorgeangeboten für Kinder. Hinzu kommen Hygienekontrollen in medizinischen und öffentlichen Einrichtungen, die Überwachung von Trinkwasser- und Umweltqualität sowie die Gesundheitsberichterstattung als Grundlage für politische Entscheidungen. Gesundheitsämter informieren zu Themen wie Impfungen, Hitzeschutz, Suchtprävention oder psychischer Gesundheit, koordinieren lokale Netzwerke und tragen zur Gesundheitsförderung in den Lebenswelten der Menschen bei.

„Gesundheit entsteht im Alltag – und genau dort setzt der ÖGD an. Die Gesundheitsämter erreichen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für gesundheitliche Chancengleichheit“, erklärt Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD. „Damit der ÖGD diese Aufgaben auch künftig verlässlich erfüllen kann, braucht es dauerhaft stabile Strukturen und eine gesicherte Finanzierung. Es wäre fatal, wenn die in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen jetzt wieder geschwächt würden.“

Er kritisiert, mit dem absehbaren Auslaufen zentraler Fördermaßnahmen aus dem Pakt für den ÖGD steht die Zukunft vieler Stellen und Projekte auf dem Spiel. Ohne eine verlässliche Anschlussfinanzierung drohe ein Rückbau von Personal, Know-how und digitaler Infrastruktur.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, wie wichtig gut ausgestattete Gesundheitsämter für Prävention, Beratung und Bevölkerungsschutz sind. „Diese Strukturen müssen langfristig gesichert und weiterentwickelt werden“, betont Schäfer.

Der Tag des Gesundheitsamtes wurde im Jahr 2019 vom Robert Koch-Institut ins Leben gerufen, um die Arbeit der Gesundheitsämter stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und auf ihre Bedeutung für den Gesundheitsschutz hinzuweisen. Der 19. März wurde bewusst gewählt: Er ist der Geburtstag von Johann Peter Frank, der als Begründer des ÖGD gilt.

„ÖGD – Keiner wie wir!“ 75. Wissenschaftlicher Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom 20. bis 23. April in Wuppertal

05. März 2026 um 11:43

Berlin, 05.03.2026
Pressemitteilung als PDF

Der 75. Wissenschaftliche Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) steht bevor: Vom 20. bis 23. April 2026 lädt der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) in die historische Stadthalle Wuppertal ein.

„Unser jährlicher Austausch zwischen Wissenschaft, Berufspolitik und Praxis hat sich als unverzichtbares Forum für die Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung im ÖGD etabliert“, betonen der BVÖGD-Vorsitzende Dr. Peter Schäfer und die DGÖG-Vorsitzende, Dr. Susanne Pruskil.

Kongress mit gesundheitspolitischen Erwartungen
Vor dem Hintergrund der Ankündigung der Bundesregierung, nach Auslaufen des Pakts für den ÖGD ab 2027 keine weiteren Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt bereitzustellen, erwarten BVÖGD und DGÖG klare politische Perspektiven für eine nachhaltige Stärkung des ÖGD. „Wie wird die strukturelle Weiterentwicklung des ÖGD künftig sichergestellt?“ – diese Frage wird den Kongress begleiten.
Zur Eröffnungsveranstaltung am Dienstag, 21. April, werden dazu hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung erwartet, darunter der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Georg Kippels. Angefragt ist außerdem der Nordrhein-Westfälische Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl Josef Laumann.
Den Eröffnungsvortrag wird der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, halten.
Wissenschaftlicher Austausch

Das wissenschaftliche Programm wurde von BVÖGD und DGÖG gemeinsam mit ihren Fachausschüssen und Arbeitsgruppen erarbeitet. Über 380 Abstracts wurden dazu eingereicht.

Informationen: www.bvoegd-kongress.de

Anmeldung zum Kongress: https://www.congress-compact.de/veranstaltungskalender?anmeldung=1625

 

Umweltmedizin und Schadstoffbelastung: Der ÖGD erfasst und bewertet Gesundheitsrisiken in Luft, Boden und Gebäuden

16. Februar 2026 um 13:24

Berlin, 13.02.2026
Pressemitteilung als PDF

Schadstoffe in der Umwelt können die Gesundheit der Bevölkerung akut oder langfristig beeinträchtigen. Ob Belastungen der Außenluft, Verunreinigungen von Boden und Wasser oder Schadstoffe in Innenräumen – der umweltbezogene Gesundheitsschutz gehört zu den zentralen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). In der Umweltmedizin bewertet der ÖGD mögliche Gesundheitsgefahren fachlich fundiert und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum präventiven Gesundheitsschutz.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bewertung umweltbezogener Expositionen. Diese können chemischer, physikalischer oder biologischer Natur sein und über unterschiedliche Wege auf den Menschen einwirken. Der ÖGD unterscheidet dabei zwischen akuten und chronischen Belastungen und berücksichtigt die Intensität als auch die Dauer der Einwirkung. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Auswirkungen realistisch einzuschätzen und Risiken nachvollziehbar einzuordnen.

Die umweltmedizinische Begutachtung erfolgt auf Grundlage toxikologischer und medizinischer Erkenntnisse. Dabei wird geprüft, ob gemessene Schadstoffkonzentrationen gesundheitlich relevant sind und welche Personengruppen besonders betroffen sein könnten. Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen stehen hierbei besonders im Fokus. Der ÖGD übernimmt damit eine vermittelnde Rolle zwischen Messdaten, wissenschaftlicher Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes ist die Beratung von Kommunen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Behörden.

Die Arbeit des ÖGD ist dabei eng in behördliche Strukturen eingebettet. Umweltmedizinische Fragestellungen werden häufig in Zusammenarbeit mit Umwelt-, Bau- oder Aufsichtsbehörden bearbeitet. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, gesundheitliche Aspekte systematisch in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und präventive Maßnahmen zu entwickeln.

Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), betont die Bedeutung dieser Aufgabe:

„Der umweltbezogene Gesundheitsschutz zeigt exemplarisch, wie der ÖGD wissenschaftliche Erkenntnisse in praktischen Gesundheitsschutz übersetzt. Unsere Aufgabe ist es, Risiken sachlich zu bewerten, transparent zu kommunizieren und damit Orientierung für Bevölkerung und Behörden zu geben“, so Schäfer.

Für den ÖGD zählt in der Umweltmedizin die bevölkerungsbezogene Perspektive. Wiederkehrende oder flächendeckende Umweltbelastungen werden systematisch beobachtet, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Damit leistet der ÖGD einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge und zur nachhaltigen Sicherung gesunder Lebensbedingungen.

 

Aus für den ÖGD-Pakt ist gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage

06. Februar 2026 um 13:41

Berlin, 06.02.2026
Pressemitteilung als PDF

Stellungnahme von Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

Die Ankündigung der Bundesregierung, den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) nicht fortzuführen, ist aus Sicht des BVÖGD ein gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage – mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung.

Der BVÖGD bezieht sich dabei auf die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Georg Kippels auf eine Anfrage des Abgeordneten Johannes Wagner (Bündnis90/Grüne) zum ÖGD-Pakt (Quelle unten).

Der Pakt hat in den vergangenen Jahren den gezielten Aufbau tragfähiger Strukturen im ÖGD ermöglicht: zusätzliche Fachkräfte, moderne IT-Infrastruktur, neue digitale Anwendungen und verbesserte Arbeitsabläufe. Ein Aus des Paktes kommt faktisch einer Rückabwicklung dieser mühsam aufgebauten Strukturen gleich.

Konkret drohen ein Aus für laufende und bereits konkret geplante Digitalisierungsprojekte, ein weitreichender Stellenabbau sowie der Verlust zentraler fachlicher und technischer Kompetenzen in den Gesundheitsämtern. Damit wird der ÖGD erneut geschwächt – obwohl seine strukturellen Defizite bereits vor der COVID-19-Pandemie bekannt waren. Der Abbau betrifft nicht nur die Gesundheitsämter, sondern auch Fort- und Weiterbildungseinrichtungen wie die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf sowie weitere Gesundheitsbehörden.

Besonders problematisch ist, dass diese Entscheidung in einer Zeit erfolgt, in der die Anforderungen an den ÖGD weiter steigen. Die aktuelle geopolitische Lage, einschließlich sicherheitspolitischer Spannungen und hybrider Bedrohungen, erhöht den Bedarf an belastbaren Strukturen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Gleichzeitig führen die Folgen des Klimawandels – etwa Hitzewellen, Extremwetterereignisse oder neue gesundheitliche Risiken – zu neuen, dauerhaft wachsenden Aufgaben für den ÖGD.

Mit dem Ende des Paktes wird die Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems erheblich beeinträchtigt. Die Pandemie hat unmissverständlich gezeigt, wie entscheidend leistungsfähige, personell gut ausgestattete und digital vernetzte Gesundheitsämter für den Schutz der Bevölkerung sind.

Das Auslaufen des Pakts für den ÖGD ist ein gesundheitspolitischer Rückschritt mit Ansage und steht in eklatantem Widerspruch zu den Empfehlungen des Sachverständigenrats Gesundheit und Pflege. In seinem Gutachten „Resilienz im Gesundheitswesen. Wege zur Bewältigung zukünftiger Krisen“ wird unmissverständlich deutlich: Ein widerstandsfähiges Gesundheitssystem ist ohne einen starken, handlungsfähigen ÖGD nicht denkbar. Der ÖGD wird darin ausdrücklich als zentrale Säule des deutschen Gesundheitssystems benannt, dessen Aufgaben wissenschaftlich fundiert und strukturell gestärkt werden müssen. Statt diese Erkenntnisse weiterhin konsequent umzusetzen, werden mit der Nichtverlängerung des Pakts mühsam aufgebaute Strukturen leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Strukturen, die in der Pandemie unter hohem Einsatz entstanden sind und sich bewährt haben. Gerade in Krisenzeiten braucht Gesundheitsschutz Verlässlichkeit, Kontinuität und langfristige Planungssicherheit. Ohne stabile Rahmenbedingungen kann der ÖGD seinen gesetzlichen Auftrag – von Infektionsschutz über Prävention bis hin zu Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung – nicht erfüllen. Wer jetzt Strukturen abbaut, schwächt nicht nur den ÖGD, sondern gefährdet die Krisenfestigkeit des gesamten Gesundheitssystems.

Der Pakt hat zudem ausdrücklich die Akademisierung des Fachs durch die Einrichtung von Professuren an medizinischen Fakultäten eingefordert, um Forschung, Lehre und Praxis dauerhaft zu stärken. Mit dem Auslaufen des Paktes droht der Wegfall dieser Strukturen und damit das Scheitern des Ziels einer nachhaltigen akademischen Verankerung des Öffentlichen Gesundheitswesens.

Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung dürfen nicht zur kurzfristigen Einspargröße werden!

Dr. med. Peter Schäfer
Vorsitzender
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Konkrete Folgen der Pakt-Abwicklung

  • Enorm geschwächte Resilienz des Gesundheitswesens: Reduzierte Handlungsfähigkeit bei Pandemien, Ausbruchsgeschehen, Umwelt- und Klimarisiken, beim Bevölkerungsschutz und im Verteidigungsfall.
  • Rückabwicklung aufgebauter Strukturen: Wegfall befristet finanzierter Stellen, Projektabbrüche und Verlust eingespielter Arbeitsstrukturen in den Gesundheitsämtern.
  • Stellenabbau und Fachkräfteverlust: Abwanderung qualifizierten Personals, sinkende Attraktivität des ÖGD als Arbeitgeber und erneute personelle Unterbesetzung.
  • Stopp von Digitalisierungsprojekten: Abbruch oder Verzögerung zentraler IT-Vorhaben, eingeschränkter Datenaustausch zwischen Bund, Ländern und Kreisen bzw. Kommunen.
  • Einschränkungen im Infektionsschutz, zum Beispiel bei Präventionsmaßnahmen mit potenziellen Folgen für die Bevölkerung.
  • Langfristige Risiken für die Bevölkerungsgesundheit: Weniger Prävention, schlechtere Früherkennung und geringerer Schutz insbesondere für vulnerable Gruppen.

Quelle: https://dserver.bundestag.de/btd/21/039/2103928.pdf (Anfrage 148)

 

 

BVÖGD kritisiert neue Meldepflichten für psychiatrische Patientinnen und Patienten in Hessen

16. Dezember 2025 um 08:53

Pressemitteilung als PDF

Berlin/Wiesbaden – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) übt deutliche Kritik an der vom Hessischen Landtag beschlossenen Änderung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (PsychKHG). Die Neuregelung verpflichtet psychiatrische Kliniken künftig, bei der Entlassung von Patientinnen und Patienten nach Unterbringung wegen Fremdgefährdung personenbezogene Informationen an die Polizei und örtlich zuständige Ordnungsbehörde zu übermitteln, wenn zum Zeitpunkt der Entlassung aus medizinischer Sicht Anhaltspunkte dafür bestehen, dass von der untergebrachten Person in absehbarer Zeit ohne ärztliche Weiterbehandlung eine erhebliche Gefahr ausgehen könnte.

Der neu formulierte § 28 Absatz 4 des Gesetzes lässt sowohl den psychiatrischen Kliniken als auch den Sicherheitsbehörden einen großen Interpretationsspielraum: bei Patientinnen und Patienten, bei denen nicht näher bestimmte Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie auch nur möglicherweise in einem nicht näher definierten Zeitraum in einer nicht näher bestimmten Form die Gesundheit oder andere bedeutende Rechtsgüter Anderer gefährden könnten, müssen die hessischen psychiatrischen Kliniken die Sicherheitsbehörden über die Entlassung informieren und Informationen für eine mögliche Gefährdungseinschätzung liefern. Diese Daten können bis zu 10 Jahren aufbewahrt werden und sind vorher zu löschen, wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass keine Fremdgefährdung vorliegt – diese sind ebenfalls nicht definiert.

Aus Sicht des BVÖGD birgt diese Vorschrift das Risiko, Menschen in psychischen Krisen von einer notwendigen Behandlung abzuhalten. Zugleich drohe eine Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, wenn Betroffene unabhängig von einer konkreten Gefahrenlage in polizeilichen Meldestrukturen auftauchten. Diese Vorschrift geht weit über eine gesetzliche Verpflichtung zur Abwehr einer konkreten und gegenwärtigen Gefährdung hinaus und ist mit der ärztlichen Schweigepflicht nicht vereinbar.

„Vertrauen ist die Voraussetzung jeder medizinischen und psychosozialen Hilfe“, sagt Dr. med. Peter Schäfer, Vorsitzender des BVÖGD. „Wenn Patientinnen und Patienten befürchten müssen, dass sensible Informationen routinemäßig an Sicherheitsbehörden weitergegeben werden, erschwert das den Zugang zu Unterstützung und schwächt die präventive Arbeit erheblich.“

Der BVÖGD sieht erhebliche Folgen für die Arbeit der kommunalen Sozialpsychiatrischen Dienste. Diese seien darauf angewiesen, dass Betroffene niedrigschwellige Angebote freiwillig und ohne Angst vor möglichen Konsequenzen nutzten. Pauschale Meldewege an Behörden stellten diesen Ansatz infrage und behinderten die frühe Erkennung und Abwendung von Krisensituationen.

„Die neue Regelung reduziert daher nicht das Risiko, sondern kann es gesamtgesellschaftlich sogar steigern“, warnt Schäfer.
Eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit sei nur durch kontinuierliche Behandlung, gut erreichbare Hilfsangebote und starke kommunale Strukturen zu erreichen, so der BVÖGD-Vorsitzende.

❌
❌