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Experte setzt auf Hafermilch
Author: Pauline Naethbohm
Das Internet ist voll mit Informationen zu gesundheitlichen Themen und angeblichen und tatsächlichen Risiken. Gerade reißerisch gemachte Videos und Social-Media-Posts erreichen dort schnell Millionen Menschen. Für Behörden und Medien, die seriös und auf Basis der wissenschaftlichen Fakten über solche Themen aufklären wollen, ist das eine besondere Herausforderung. In dieser Risiko-Folge geht es um die Frage, wie diese sogenannte Risikokommunikation funktioniert und worauf es dabei ankommt.
Gast: Prof. Dr. Eva Baumann, Leiterin des Hanover Center for Health Communication an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)
Moderation: Sonja Schäche und Stefan Römermann
Links:
Risiko-Folge 005: Mikroplastik: Kleine Partikel – großes Risiko?
Forschung zur Risikokommunikation auf der BfR-Webseite
Vita Eva Baumann - Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Hanover Center for Health Communication
Wissenschaftlicher Beirat des BfR
Hinweis: Die im Podcast geäußerten Meinungen von externen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern geben ausschließlich deren persönliche Auffassung wieder und entsprechen nicht notwendigerweise der Position des BfR.
Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2833-6148
Der Beitrag berichtet von einer kleinen Studie zum Krisenmanagement der
Gesundheitsämter in Deutschland während der Corona-Pandemie. Ein Ziel der Studie
war es, die Herausforderungen, Erfolge und die Rolle digitaler Innovationen im
Kontext der Pandemie zu analysieren. Hierfür wurden acht leitfadengestützte
Interviews mit neun Leitungspersonen und Mitarbeitenden aus verschiedenen
Gesundheitsämtern geführt. Zu Beginn der Pandemie stellten vor allem die
fehlende Digitalisierung (faxbasierte Meldeprozesse) und knappe
Personalressourcen zentrale Herausforderungen dar. Flexibilität und
pragmatisches Handeln der Führungskräfte sowie gute Teamarbeit erwiesen sich als
wesentliche Faktoren für Effizienz und Resilienz. Auch digitale Tools, oftmals
sogar eigenständig entwickelte Anwendungen, trugen wesentlich zum
Kontaktpersonenmanagement und effizienteren Meldewesen bei. Für zukünftige
Krisen fordern die Befragten einen rechtlichen Rahmen, der den Gesundheitsämtern
mehr Agilität bei ihrer Arbeit ermöglicht, sowie eine schneller fortschreitende
Digitalisierung mit interoperablen Schnittstellen und einheitlichen Standards.
Darüber hinaus empfehlen sie ein strukturiertes Wissensmanagement, einen
modularen Werkzeugkasten für Krisenpläne und den Ausbau intersektoraler sowie
überregionaler Vernetzungsstrukturen.
[...]
Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Article in Thieme eJournals:
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Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2776-2382
The number of people in Germany in need of long-term care has increased more
sharply in recent years than previously projected. The question of what role
healthcare utilization plays in the lead-up to potential long-term care
dependency has rarely been addressed to date. The aim of the present study
was to describe healthcare utilization over a five-year period preceding the
onset of care dependency.This cohort study analyzed routine data from AOK-insured individuals for the
period 2016–2021. The data basis consisted of linked routine data from all
AOK health and long-term care insurance funds. The sample included AOK
insured persons aged 60 and over who received a care degree classification
for the first time in 2021. Inpatient hospital stays, general practitioner
services, and prescriptions for therapeutic appliances and assistive aids
were analyzed for the 20 quarters prior to the onset of care dependency and
stratified by age (<80 /≥80 years) and gender.In 2021, 345,945 AOK-insured individuals (58.9% women, mean age 79.7 years)
were newly classified with a care degree. In the last quarter before the
onset of care dependency, the proportion of people with hospital stays
increased significantly, especially for men aged 60–79. The use of general
practitioner services remained consistently high – over 90% per quarter –
for the cohort aged 80+, while a continuous but lower-level increase was
observed among the younger male cohort. The utilization of assistive aids
increased over the observation period (14–33%).The results suggest that there is prevention potential particularly among the
cohort aged 60–79, which should be more intensively utilized. To this end,
more detailed insights into diseases and events that lead to a spike in
hospitalizations shortly before the onset of care dependency are needed.
Furthermore, research is required into the protective effects of specific
therapeutic and assistive aids, and whether they are currently being used
appropriately. Finally, the findings point to possible access barriers in
health care, which should ideally be explored through a linkage of routine
and survey data.Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland ist in den letzten Jahren
stärker gestiegen als prognostiziert. Die Frage, welche Rolle das
Versorgungsgeschehen in Hinblick auf eine drohende Pflegebedürftigkeit
spielt, wurde bisher selten adressiert. Ziel der vorliegenden Studie war,
das Versorgungsgeschehen (fünf Jahre retrospektiv) im Vorfeld einer
Pflegebedürftigkeit darzustellen.In der Kohortenstudie wurden Abrechnungsdaten von AOK-Versicherten (ab 60
Jahren) im Zeitraum 2016–2021 untersucht. Datengrundlage bilden verknüpfte
Routinedaten aller AOK-Kranken- und Pflegekassen, die Stichprobe umfasst
Versicherte, die im Jahr 2021 erstmalig einen Pflegegrad erhielten.
Krankenhausaufenthalte, hausärztliche Leistungen sowie die Verordnung von
Heil- und Hilfsmittel wurden jeweils für die 20 Quartale vor Eintritt in die
Pflegebedürftigkeit analysiert und nach Alter (60–79 Jahre/ab 80 Jahre) und
Geschlecht stratifiziert.Im Jahr 2021 wurde bei 345 945 AOK-Versicherten (58,9% Frauen,
Altersdurchschnitt 79,7 Jahre) erstmalig ein Pflegegrad festgestellt. Im
letzten Quartal vor Eintritt in eine Pflegebedürftigkeit nahm der Anteil von
Personen mit mindestens einem Krankenhausaufenthalt deutlich zu,
insbesondere bei Männern im Alter von 60–79 Jahren. Die mindestens einmalige
Inanspruchnahme hausärztlicher Leistungen verlief bei Personen ab 80 Jahren
auf einem stetig hohen Niveau von über 90% pro Quartal, während bei den
60–79 jährigen Männern ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten war,
allerdings auf einem geringeren Niveau (85–90%). Der Anteil an Hilfsmitteln
nahm im Beobachtungszeitraum zu (14–33%).Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass besonders für die Kohorte der
60–79-Jährigen Präventionspotentiale bestehen, die stärker genutzt werden
sollten. Hierfür sind zum einen nähere Erkenntnisse zu den Erkrankungen und
Ereignissen notwendig, die kurz vor Eintritt in eine Pflegebedürftigkeit zu
häufigeren Krankenhausaufenthalten führen. Darüber hinaus besteht
Forschungsbedarf zur protektiven Wirkung verschiedener Heil- und Hilfsmittel
und zur Frage, ob diese adäquat genutzt werden. Schließlich verweisen die
Ergebnisse auf mögliche Zugangsbarrieren in der Versorgung, die idealerweise
durch eine Synergie von Routine- und Surveydaten erforscht werden
sollten.
[...]
Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2801-3544
Die Studie untersucht Herausforderungen und Bedürfnisse von Menschen mit
türkischer und afghanischer Migrationsgeschichte bei der Nutzung der
Darmkrebsvorsorge.Es wurden teilstrukturierte Interviews mit 18 Menschen mit türkischer sowie
afghanischer Migrationsgeschichte im Alter von 42 bis 75 Jahren
durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden anhand verschiedener
soziodemografischer Merkmale ausgewählt, um eine heterogene Stichprobe zu
gewährleisten. Die Interviews wurden auf Deutsch und bei Bedarf auf Türkisch
oder Dari geführt, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse
nach Kuckartz ausgewertet und nach dem sozioökologischen Modell nach
Bronfenbrenner strukturiert.Mangelndes Wissen, unzureichende ärztliche Aufklärung, kulturelle und
religiöse Überzeugungen, Sprachbarrieren und geringe Risikowahrnehmung sind
Hauptbarrieren für die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge. Frauen und
Personen mit niedrigem Bildungsstatus sind weniger über
Vorsorgemöglichkeiten informiert und nehmen diese seltener in Anspruch. Die
Befragten berichteten über überwiegend positive Erfahrungen bei bisherigen
Vorsorgeuntersuchungen, wünschen sich jedoch eine umfassendere und
kultursensible Aufklärung.Diversitätssensible Aufklärungsmaßnahmen, flächendeckende
Informationsverbreitung, mehrsprachige Informationen und gezielte
Informationsveranstaltungen sind notwendig, um eine informierte Entscheidung
über die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge bei Menschen mit türkischer und
afghanischer Migrationsgeschichte zu fördern. Hausärzt/innen, als zentrale
Aufklärungs- und Vertrauenspersonen, sind hierbei entscheidend. Weitere
Forschung ist erforderlich, um spezifische Strategien zur Verbesserung der
Darmkrebsvorsorge zu entwickeln.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Article in Thieme eJournals:
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Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2826-9286
Die ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen (KBS) stellen eine
zentrale Säule der psychoonkologischen Versorgung mit einem umfangreichen
Leistungsspektrum dar. Für die Qualitätssicherung der KBS stehen seit 2016
Standards bereit. Seit 2020 die Übernahme eines Finanzierungsanteils der KBS
durch Krankenkassen möglich.Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über das Leistungsangebot der
KBS und vergleicht Qualitätsmerkmale der KBS für erwachsene
Krebspatient:innen der Jahre 2015 und 2023.Die quantitative Analyse erfolgt auf der Basis zweier bundesweiter
KBS-Befragungen. Allen beim Krebsinformationsdienst Heidelberg registrierten
KBS wurde nach Kontaktaufnahme ein Fragebogen zugesandt. Die
Befragungsinhalte umfassten Rahmenbedingungen der KBS sowie
Qualitätsmerkmale (z. B. Personal, Qualitätssicherung, Leistungen). Die
Daten sind univariat ausgewertet (absolute und relative Häufigkeiten,
Mittelwertvergleiche). Signifikanzen werden mit Chi2- bzw. ANOVA- Test
geprüft. Die Effektstärke werden je nach Datenniveau mit Cramers V oder
Eta2 angegeben.2023 nahmen 117 (von 191) KBS an der Studie teil, 2015 106 (von 151) KBS.
Bezüglich der Rahmenbedingungen der KBS (z. B. Zeit seit Bestehen) gibt es
keine Unterschiede zwischen den Erhebungszeitpunkten. Bei der
Personalstruktur zeigen sich 2023 positive Veränderungen, insbesondere bzgl.
multiprofessionelles Team (64% vs. 46% der KBS; p<0,01) sowie der Anzahl
festangestellter Berater:innen (4,1 vs. 2,6; p<0,001). Auch für weitere
Qualitätsmerkmale ist ein signifikant gestiegener Grad der Erfüllung 2023
festzustellen. Das Leistungsspektrum hat sich kaum verändert, konnte aber
2023 hinsichtlich der Psychoedukation signifikant ausgebaut werden (89,7%
vs. 64,2% der KBS; p<0,001). Die Daten 2023 zeigen Optimierungsbedarf,
u. a. hinsichtlich der Leistung psychologische Beratung. Zu beiden
Zeitpunkten waren die KBS mischfinanziert, allerdings überwog 2023 die
Krankenkassenförderung.Unsere komparative Analyse 2023/2015 zeigt in Hinblick auf die betrachteten
Qualitätsmerkmale der KBS in vielen Punkten signifikante Verbesserungen.
Dies ist auch im Kontext der Krankenkassenförderung der KBS (§65e SGB V) und
den hier vorgenommenen Anpassungen an die Förderrichtlinien zu sehen.
Ausstehend sind Analysen, inwieweit dies die bestehende Versorgungslage
insgesamt verändert (z. B. flächendeckend ambulante Angebote) und wie die
Qualitätssteigerungen der KBS sich in Patient:innennutzen und -zufriedenheit
abbildet.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2715-0986
Sekundärdatenanalysen mit Abrechnungs- bzw. Routinedaten der Kranken- und
Pflegekassen sind zentraler Bestandteil von Versorgungsforschung, nicht zuletzt
im Rahmen von Projekten des Innovationsfonds des G-BA. Ein Zugriff auf die für
die Evaluation notwendigen Routinedaten der Krankenkassen ist nicht immer
systematisch möglich. An der Intervention teilnehmende Proband:innen von
Krankenkassen, die nicht am Projekt beteiligt sind, können dadurch nicht in die
Evaluation einbezogen werden. Die Erhebung und Analyse von Patientenquittungen
stellt eine Alternative zur systematischen Routinedaten-Lieferung beteiligter
Krankenkassen dar. Die Heterogenität der Patientenquittungen, die vorwiegend
papierbasierte Übermittelung und die individuelle Digitalisierung stellen
Herausforderungen im Umgang mit Patientenquittungen dar.
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Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
Article in Thieme eJournals:
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Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2825-1609
Stürze und ihre Folgen haben in Deutschland erhebliche gesundheitsökonomische
Auswirkungen. Maßgeschneidertes Bewegungstraining gehört zu den effektivsten
Maßnahmen zur Sturzprävention bei älteren Erwachsenen.
Vor-Ort-Trainings-Programme allein reichen jedoch nicht aus, um eine
flächendeckende Sturzprävention zu gewährleisten und sturzbedingte Verletzungen
wirksam zu reduzieren. Digitale Angebote haben das Potenzial, herkömmliche
Sturzpräventionsprogramme zu ergänzen und zu verbessern, die Zugänglichkeit zu
verbessern und eine breitere Bevölkerung zu erreichen. Trotz dieses Potenzials
gibt es in Deutschland derzeit keine evidenzbasierten digitalen
Sturzpräventionsprogramme. In Zukunft ist es wichtig, digitale, evidenzbasierte
Lösungen zu entwickeln, zu evaluieren und umzusetzen. Um dieses Ziel zu
erreichen, sind rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich, die Innovationen
unterstützen und nicht durch übermäßige bürokratische Hürden behindern. Darüber
hinaus sollten digitale Anwendungen so gestaltet werden, dass sie für die Nutzer
intuitiv zugänglich sind und gleichzeitig die geltenden Datenschutzstandards
einhalten.
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Article in Thieme eJournals:
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