„LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt“ wird in Thüringen nachhaltig verankert
Thüringer Gesundheitsministerium (TMSGAF), Thüringer Bildungsministerium (TMBWK), Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. (AGETHUR) und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vereinbaren Zusammenarbeit
Erfurt/Köln, 8. Oktober 2026. Mit einer Auftaktveranstaltung an der Staatlichen Regelschule „An der Geraaue“ in Erfurt ist heute „LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt“ dauerhaft in Thüringen gestartet. Das Präventionsprojekt vermittelt auf interaktive Weise Wissen, Kommunikations- und Handlungskompetenzen rund um sexuelle Gesundheit und stärkt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema im Schulalltag.
Es richtet sich an Jugendliche in weiterführenden Schulen und unterstützt Lehr- und Fachkräfte dabei, Themen wie HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI), Schutz und Safer Sex, Freundschaft und Beziehung, Körper und Gefühle, Vielfalt und Respekt sowie Sexualität und Medien altersgerecht und handlungsorientiert zu vermitteln.
Bisher wurde das Projekt in Thüringen ausschließlich punktuell als Parcours mit den zuvor genannten Themenmodulen in den Turnhallen und Aulen einzelner Schulen durch ein Projektteam des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit umgesetzt. Mit der Vereinbarung zur Zusammenarbeit wird das Projekt in Thüringen fest verankert und die Projektinhalte mittels eines Multiplikatorenkonzeptes dauerhaft in die Thüringer Klassenzimmer gebracht.
Im Zuge dessen wird die Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Präventionsfachkräften ausgebaut. Zur Umsetzung werden spezielle Fortbildungen für Lehr- und Fachkräfte durchgeführt.
Dafür wurden 21 landeseigene Trainerinnen und Trainer aus zehn Gesundheitsämtern, einer Aids-Hilfe, zwei Schwangerschaftsberatungsstellen, einem Jugendamt und der AGETHUR ausgebildet. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit stattet in Kooperation mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) die Trainerinnen und Trainer sowie teilnehmende Schulen mit einem Material- und Methodenkoffer aus, der im Unterricht und im Rahmen von Projekten eingesetzt wird.
Gesundheitsstaatsekretärin Tina Rudolph betont: „Wirksame Infektionsprävention funktioniert nicht durch das Schüren von Ängsten, Stigmatisierung oder das Erzeugen von Scham. Sie gelingt vor allem durch die Vermittlung von verlässlichem Wissen, eine zielgruppengerechte Ansprache, die Stärkung von Handlungskompetenzen und Befähigung zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten bei Jugendlichen. ‚LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt‘ ist als zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahme eine wertvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden Präventionsangeboten im Freistaat.“
Bildungsminister Christian Tischner erklärt: „Schule vermittelt jungen Menschen nicht nur Wissen, sondern zeigt auch, wie sie selbstbestimmt und verantwortungsvoll handeln können. Bei Fragen zum eigenen Körper, zur Sexualität und zum respektvollen Miteinander ist dies besonders wichtig. ‚LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt‘ behandelt diese Themen altersgerecht, sachlich und umsichtig und unterstützt unsere Schulen mit erprobten Materialien und Methoden. Zugleich stärkt es die Zusammenarbeit mit qualifizierten Fachkräften außerhalb der Schule und ermutigt unsere Lehrkräfte, auch Themen mit sensiblem Inhalt im Unterricht aufzugreifen.“
Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Sexuelle Gesundheit nachhaltig zu fördern und Jugendliche in ihrer Handlungskompetenz zu stärken, ist eine gemeinsame Aufgabe. Mit ‚LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt‘ bringen wir Schule, Gesundheits- und Bildungswesen sowie Beratungs- und weitere Fachstellen zusammen. Eine offene, wertschätzende und respektvolle Haltung ist dabei eine wichtige Grundlage. Wir freuen uns sehr über das Engagement Thüringens und darüber, dass mit ‚LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt‘ nachhaltig Strukturen für die Förderung sexueller Gesundheit von Jugendlichen und die Prävention von HIV und anderen STI im Land ausgebaut werden.“
Dr. Florian Reuther, Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung: „Als PKV-Verband engagieren wir uns gezielt dort, wo Prävention für junge Menschen wirkt. Die Lebenswelt Schule, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle, weil dort viele junge Menschen erreicht und frühzeitig gestärkt werden können. Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ermöglichen wir mit ‚LIEBESLEBEN - Das Mitmach-Projekt‘ bereits seit Jahren an Schulen in ganz Deutschland eine altersgerechte Förderung sexueller Gesundheit sowie Aufklärung über HIV und sexuell übertragbare Infektionen. Wir freuen uns sehr, dass mit dem Beitritt Thüringens dieses Netzwerk nun um ein weiteres Bundesland wächst.“
Uta Maercker, Geschäftsführerin der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. ergänzt: „Wir als AGETHUR übernehmen eine zentrale koordinierende Rolle. Als landesweite Schnittstelle verbinden wir die beteiligten Ministerien, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, die Schulen sowie die qualifizierten Trainerinnen und Trainer miteinander. Dabei unterstützen wir bewährte Präventionsansätze und bestehende Strukturen der Gesundheitsförderung und Prävention in Thüringen. Unser Ziel ist es, Schulen verlässliche Unterstützung an die Seite zu stellen und jungen Menschen einen altersgerechten, respektvollen und handlungsorientierten Zugang zu sexueller Gesundheit zu ermöglichen.“
Das Thüringer Gesundheitsministerium trägt die Kosten für die Qualifizierung der Trainerinnen und Trainer. Erste Qualifizierungsschulungen haben im Juni 2026 stattgefunden.
Hintergrund
„LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt“ ist ein Kooperationsprojekt des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband). Einige Länder, etwa Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen setzen das Projekt bereits mit dem zuvor geschilderten Multiplikatorenkonzept um. Mit Thüringen folgt nun ein weiteres Bundesland.
Es handelt sich dabei um ein interaktives und kostenfreies Angebot für Schulen zur Förderung sexueller Gesundheit und zur Prävention vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Das Projekt basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt unterschiedliche Bildungs-, Teilhabe- und Entwicklungshintergründe junger Menschen. Es vermittelt Wissen, stärkt Handlungskompetenzen und unterstützt Jugendliche dabei, grenzachtend, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu handeln.
Informationen zu „LIEBESLEBEN – Das Mitmach-Projekt“:
www.liebesleben.de/das-mitmachprojekt
Pressekontakt:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
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Seit dem 13. Februar 2025 ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.