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Heute — 01. Oktober 2026GWF – News

Amazon, Microsoft und NABU starten Projekt zur Grundwasserneubildung

01. Oktober 2026 um 07:51

Amazon und Microsoft Deutschland haben ein gemeinsames Projekt zur Wasserrückführung in Hessen angekündigt. Umgesetzt wird es vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) gemeinsam mit regionalen Partnern und Behörden. In der Region Vogelsberg sollen auf 40 Hektar natürliche Bedingungen für Feuchtgebiete wiederhergestellt werden.

Der Vogelsberg ist ein bedeutendes Gebiet für die Wassergewinnung und liefert einen erheblichen Teil des Frankfurter Trinkwassers. Der NABU setzt das Projekt mit Finanzierung von Amazon und Microsoft um. Unterstützt durch Amazons Beitrag von über 2,9 Millionen Euro soll das Projekt nach Fertigstellung jährlich voraussichtlich mehr als 750 Millionen Liter Wasser in die lokale Grundwasserversorgung zurückführen. Damit sollen die Wasserressourcen für die Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden gestärkt werden.

Für Amazon ist es die dritte Initiative zur Wasserrückführung in Deutschland. Zuvor hatte das Unternehmen ein Programm zur Leckageerkennung in städtischen Gebieten in Frankfurt mit Shayp sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessart mit EcoTree angekündigt. Zusammengenommen sollen durch Amazons Beitrag zu den drei Projekten voraussichtlich jährlich mehr als 920 Millionen Liter Wasser an Gemeinden und Ökosysteme in der Großregion Frankfurt zurückgeführt werden. Das Projekt greift die wachsende Erkenntnis im Wassersektor auf, dass die Stärkung der regionalen Wasserresilienz gemeinsames Handeln erfordert. Unternehmen, Umweltorganisationen, Grundstücksbesitzer und Behörden arbeiten dabei zusammen, um gemeinsame Herausforderungen auf Ebene der betroffenen Einzugsgebiete zu bewältigen.

Das Vorhaben trägt außerdem zu Amazons Ziel bei, bis 2030 mehr Wasser an Gemeinden zurückzuführen, als das Unternehmen im direkten Betrieb seiner Rechenzentren verbraucht.

„Effiziente Wassernutzung gehört zu unserer Arbeitsweise, aber das ist ein Anfang, nicht das Ziel. Wir wollen aktiv dazu beitragen, die Wassersysteme vor Ort zu verbessern, auf die Gemeinden jeden Tag angewiesen sind. Der NABU weiß, was bei der Renaturierung natürlicher Landschaften funktioniert, und wir sind stolz darauf, dass wir ihn dabei unterstützen, noch mehr davon umzusetzen“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS Deutschland.

Feuchtgebiete sollen Wasserspeicherung verbessern

Der Vogelsberg, die größte zusammenhängende Vulkanregion Mitteleuropas, verfügt über erhebliches Potenzial für die Grundwasserneubildung. Die Grundwasserreserven der Region sind eine zentrale Trinkwasserquelle für Frankfurt und umliegende Gemeinden. Angesichts eines steigenden Bedarfs und sich verändernder Klimamuster gewinnt die Wiederherstellung der natürlichen Fähigkeit der Landschaft, diese Reserven aufzufüllen, für die langfristige Resilienz der regionalen Wasserversorgung an Bedeutung.

Gleichzeitig wächst in den Gemeinden der Frankfurter Region das Bestreben, die natürliche Fähigkeit der Landschaft zur Speicherung und Filterung von Wasser wiederherzustellen. Damit sollen die Folgen von Entnahme, künstlicher Entwässerung und intensiver Landwirtschaft rückgängig gemacht werden.

In Zusammenarbeit mit rund zehn lokalen Grundstücksbesitzern wird der NABU ab 2026 schrittweise insgesamt 80 Hektar Land in den Projektgebieten „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein erwerben. Weitere Flächenkäufe sind bis Ende 2028 geplant. Auf 40 Hektar sollen mit bewährten naturbasierten Ansätzen die natürlichen Bedingungen wiederhergestellt werden. Dazu gehören die Entfernung künstlicher Entwässerungssysteme sowie die Schaffung von Flachwasserzonen und Mulden, die den Wasserabfluss verlangsamen und die Versickerung erhöhen. Zudem ist eine extensive Grünlandbewirtschaftung vorgesehen, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu verringern. Die Arbeiten werden gemeinsam mit der Stadt Herbstein und örtlichen Landwirten durchgeführt.

„Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der NABU mit Gemeinden im Vogelsberg an der Wiederherstellung natürlicher Wassersysteme. Diese Investition ermöglicht es uns, unsere Initiative deutlich auszuweiten. Das Projekt wird jährlich Hunderte Millionen Liter Wasser in den Boden zurückführen und zugleich Lebensräume für Arten wie das Braunkehlchen schaffen, die aus Deutschlands Tiefebenen verschwinden“, erklärt Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU.

„Wasser ist eine gemeinsame Ressource und damit auch eine gemeinsame Verantwortung. Deshalb braucht es Partnerschaften, die lokale Expertise, Wissenschaft und die Möglichkeiten der Privatwirtschaft zusammenbringen. Dass Microsoft und Amazon hier gemeinsam mit dem NABU investieren, zeigt, dass wir als Branche Verantwortung übernehmen und mit konkreten Projekten vor Ort einen messbaren Unterschied machen können“, sagt Christian Schätz, COO von Microsoft Deutschland.

Neue Lebensräume für gefährdete Arten

Neben der Grundwasserneubildung soll das Projekt auch neue Lebensräume für Arten schaffen, deren Bestände in der Region erheblich zurückgegangen sind. Dazu zählen Braunkehlchen, Bekassinen, Bruchwasserläufer und Schnatterenten.

Das kühlere Klima des Vogelsbergs macht die Region zudem zu einem potenziellen Rückzugsgebiet für Arten, die durch die Erwärmung aus umliegenden Tieflandgebieten verdrängt werden. Dieser positive Effekt ist bereits durch vergleichbare NABU-Projekte in der Region belegt. Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt sollen durch ein jährliches Monitoring von Säugetieren, Vögeln, Insekten, Amphibien und Reptilien zwischen 2028 und 2038 erfasst werden. Damit sollen über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Erkenntnisse zu den ökologischen Ergebnissen des Projekts gewonnen werden.

Mehr als 70 Wasserprojekte weltweit

Amazon hat weltweit mehr als 70 Projekte zur Wasserrückführung angekündigt. Diese sollen jährlich voraussichtlich mehr als 40 Milliarden Liter Wasser an Gemeinden und Wassereinzugsgebiete zurückführen. Die Maßnahmen reichen von der Leckageerkennung in städtischen Gebieten über die Renaturierung von Feuchtgebieten bis zur Steigerung der Bewässerungseffizienz. Damit investiert Amazon in Lösungen, die Gemeinden bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wasserressourcen unterstützen sollen.

Über das Wassermanagement hinaus ist Amazon der größte privatwirtschaftliche Abnehmer CO2-freier Energie in Europa mit mehr als 260 Projekten, die mehr als zehn Gigawatt Kapazität in der Region bereitstellen.


Quelle: LEWIS Communications GmbH

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Niedrigwasser hält an: So können Kommunen ihre Gewässer schützen

01. Oktober 2026 um 07:42

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit in Baden-Württemberg ist nach wie vor akut, es gibt keine Entwarnung, was die Niedrigwasser-Situation im gesamten Land betrifft. 01Sie können die Herbst- und Wintermonate dafür nutzen, um ihre Bäche und Flüsse widerstandsfähiger gegen die immer häufiger auftretenden Trockenheits-Phasen zu machen. Beispielsweise durch die Beschattung der Gewässer durch Baumpflanzaktionen oder den Bau von Fischunterständen schützen sie Flora und Fauna. Die Fachleute des Kompetenzzentrums Wasser und Boden der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) unterstützen Kommunen mit Informationen und Praxisbeispielen.

Vitale Gewässer sind gegenüber Niedrigwasser resilienter und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilität natürlicher Ökosysteme sowie zur Lebensqualität der Bevölkerung. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, tragen zu einem ausgeglichenen Wasserhaushalt bei und wirken als natürliche Puffer bei Hitze und Niedrigwasser sowie bei Hochwasser und Starkregen.

Historisches Wasserdefizit im Südwesten

Die Folgen des heißen Sommers sind nach wie vor im ganzen Land spürbar, die Niedrigwasser-Situation hält bis jetzt an. Das zuständige Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg (NIZ) hat gemessen, wie weit verbreitet Wassermangel und Trockenheit im Land sind. Seit November 2025 mit Ausnahme des Februars waren alle Monate deutlich zu trocken. Im August 2026 etwa hat es in Baden-Württemberg im Durchschnitt nur 63 Millimeter geregnet; der typische Augustniederschlag liegt bei 95 Millimeter. Laut NIZ erlebt der Südwesten zurzeit ein historisches Wasserdefizit.

Niedrigwasser ist nicht nur ein Problem der Sommermonate, sondern es begleitet die Menschen das ganze Jahr über – künftig könnte sich das noch ausweiten. Dabei sind Trockenheit, Hitze und Niedrigwasser eine große Belastung für Flora und Fauna in und um die Gewässer im Südwesten. Fehlende Beschattungen an den Ufern machen unter anderem die Flüsse immer wärmer, das bedeutet weniger Sauerstoff im Wasser und damit Stress für die darin lebenden Fische und wirbellose Kleinstlebewesen wie Insektenlarven, Würmer und Schnecken.

Hitze und Trockenheit setzen Gewässer zunehmend unter Druck

Die Wassertemperaturen sind zuletzt deutlich gestiegen: In Flüssen kommt es immer öfter zu sehr hohen Wassertemperaturen. Rhein, Donau und Neckar hatten Temperaturen von über 25 Grad Celsius im Tagesmittel. Zusätzlich treten in den Sommermonaten zunehmend lange Trockenphasen mit ausgeprägten Niedrigwasserphasen auf. Der sinkende Grundwasserspiegel trocknet die Gewässerauen aus, gleichzeitig häufen sich Starkregenereignisse.

Natürliche Gewässer sind widerstandsfähiger gegenüber diesen Entwicklungen als verbaute Bäche und Flüsse. „Der Ausbau der Ufervegetation zum Beschatten und das Anlegen von Rückzugsgebieten für kälteliebende Fische sind wichtige Schritte hin zu mehr Widerstandsfähigkeit“, sagt Georg Kahles von der KEA-BW, Leiter des Kompetenzzentrums. „Die Monate Oktober bis Februar eignen sich ideal, um Unterhaltungsarbeiten wie das Pflanzen von Bäumen und den Bau von Fischunterständen voranzutreiben. Natürlich müssen hier der Hochwasserschutz und andere Aspekte, wie etwaige Fischlaichzeiten berücksichtigt werden.“

Ufergehölze als natürlicher Hitzeschutz

Bäume und Gehölz an Ufern von Bächen und Flüssen erfüllen wichtige Aufgaben. Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen für die Gewässer und schützen vor einer intensiven Erwärmung. Vitale Gewässer mit natürlichen und vielfältigen Gewässerstrukturen verfügen über genügend Raum, Ufergehölz zur Beschattung und natürliche Abflussverhältnisse. Darüber hinaus können sie Extremwetterereignisse besser abpuffern.

Viele Bäche und Flüsse wurden in der Vergangenheit jedoch stark verbaut und haben diese natürlichen Fähigkeiten eingebüßt. Das Anpflanzen von Schatten spendenden Bäumen und Sträuchern ist daher eine wirkungsvolle Maßnahme hin zu mehr Resilienz.

„Geeignete Baumarten für die Pflanzung an Ufern sind beispielsweise Schwarz-Erlen, Baumweiden, Flatter-Ulmen und Schwarzpappeln“, so Martina Bachmann, Expertin für Gewässerunterhaltung bei der KEA-BW. „Wichtig ist es, die Bäume oder Sträucher möglichst nah an der Uferlinie zu pflanzen. Dann bieten die Baumwurzeln später auch noch Struktur und natürliche Unterstände für Fische.“

Konkrete Planungen sind mit der unteren Naturschutzbehörde und der unteren Wasserbehörde abzuklären.

Kühle Rückzugsorte für Fische schaffen

Hinzu kommt: Kälteliebende Fische wie Bachforellen geraten angesichts der klimatischen Entwicklung immer mehr unter Temperaturstress. In naturnahen Gewässern bieten natürliche Vertiefungen und tiefe Rinnen am Boden den Fischen wichtige kühlere Rückzugsräume. In verbauten Gewässern fehlen diese natürlichen Grundlagen. Hier können künstliche Kaltwasserpools helfen. Das sind künstlich angelegte Vertiefungen am Gewässergrund, die durch Grundwasser oder kalte Zuflüsse gespeist werden. Das kühlere Wasser bietet Äschen und Bachforellen bei niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen einen Rückzugsbereich.

Eine weitere sinnvolle Baumaßnahme zum Schutz der Fische ist das Errichten von künstlichen Fischunterständen.

„Mit Fischunterständen schaffen Gemeinden für die heißen Monate Ausweichorte für die dort vorkommenden Fischarten“, sagt Georg Kahles. „Fischunterstände sind überall dort sinnvoll, wo natürliche Unterstände wie Wurzeln nicht mehr vorhanden sind.“

Künstlich geschaffene Fischunterstände sollten von der Beschaffenheit her an die Art der Fische angepasst werden. Großwüchsige Schwarmfische wie Nasen und Barben brauchen große und tiefe Unterstände, während Bachforellen kleinere Unterstände bevorzugen. Praktische Kompaktinfos und Bausteckbriefe zu den genannten und weiteren Maßnahmen finden Interessierte in den gemeinsam vom Kompetenzzentrum Wasser und Boden sowie der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erarbeiteten Broschüren der Reihe Vitale Gewässer:

Kompaktinfos Bausteckbriefe

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat die Beschattungspotenziale für Fließgewässer anhand einer Modellierung dargestellt. Auf https://umweltdaten.lubw.baden-wuerttemberg.de/ einfach den Begriff Fließgewässer eingeben.

Das Kompetenzzentrum Wasser und Boden der KEA-BW betreibt seit über 30 Jahren das Netzwerk der Gewässernachbarschaften. Die 43 Gewässernachbarschaften in Baden-Württemberg vernetzen Fachleute aus Kommunen, Landesverwaltung und weitere Akteure, um Methoden einer naturgemäßen Gewässerentwicklung und -unterhaltung praxisnah zu vermitteln. Eingeladen sind alle Personen, die vor Ort mit der Unterhaltung von Gewässern betraut sind: https://wasserundboden.kea-bw.de/zielgruppen-und-netzwerke/gewaessernachbarschaften


Quelle: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

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Gestern — 30. September 2026GWF – News

Berlin setzt bei Klimaanpassung auf Spiel- und Planungstool

30. September 2026 um 10:07

Mit zwei neuen digitalen Angeboten soll die Schwammstadt in Berlin anschaulicher und besser planbar werden. Während das Browser-Spiel „Schwammtastisch“ das Thema Klimaanpassung spielerisch vermittelt, unterstützt der Blau-Grüne Infrastrukturplaner (BGI-Planer) bei Planungsentscheidungen. Beide Anwendungen zeigen, wie blau-grüne Infrastruktur dazu beitragen kann, Berlin widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Schwammstadt spielerisch entdecken

Mit dem Browser-Spiel „Schwammtastisch“ können Berliner ausprobieren, wie sich ihre Stadt durch Pflanzstreifen, Bäume, Dachbegrünung, Regenwassernutzung und weitere blau-grüne Maßnahmen verändern lässt. Dabei wird vermittelt, welchen Beitrag die einzelnen Elemente leisten können, um Regenwasser zu speichern, Hitze zu reduzieren, Gewässer zu schützen und die Biodiversität zu fördern. Zur Verfügung stehen 14 Ansichten realer Orte wie Straßen und Schulhöfe in allen zwölf Berliner Bezirken. Diese können mit verschiedenen Maßnahmen der blau-grünen Infrastruktur umgestaltet werden. Durch das Platzieren und Kombinieren von Puzzleteilen wie Bäumen, Versickerungsmulden oder Zisternen sammeln die Spielenden Punkte und erfahren gleichzeitig, wie unterschiedliche Maßnahmen zusammenwirken.

Auf diese Weise soll Klimaanpassung auch ohne Vorwissen verständlich und altersunabhängig vermittelt werden. Das kostenfreie Spiel wird von der Berliner Regenwasseragentur betreut und ist über deren Website verfügbar.

BGI-Planer unterstützt frühe Planungsphasen

Während „Schwammtastisch“ ein breites Publikum anspricht, wurde der Blau-Grüne Infrastrukturplaner vor allem für die Verwaltung entwickelt. Die kartenbasierte Webanwendung ist jedoch für alle zugänglich. Sie soll dabei helfen, blau-grüne Maßnahmen in städtebauliche Projekte zu integrieren und die Widerstandsfähigkeit Berlins insbesondere gegenüber Starkregen und Hitze zu erhöhen.Der BGI-Planer ist in drei Module gegliedert. Das erste Modul dient dazu, Handlungsbedarfe und Herausforderungen zu identifizieren. Dafür stehen Karten und Checkfragen zu Starkregen, Hitze, Versiegelung, Wasserhaushalt und Gewässerschutz zur Verfügung.

Im zweiten Modul lassen sich Machbarkeit und mögliche Hemmnisse prüfen. Dazu gehören unter anderem Potenzialkarten für Gründächer sowie Informationen zu Faktoren wie Denkmalschutz oder Baumbestand. Das dritte Modul dient der Planung und Bewertung konkreter Maßnahmen. Dafür stehen Steckbriefe, ein Wasserhaushaltsmodell, eine Gewässermodellierung sowie Modellszenarien zu Hitze und Starkregen zur Verfügung.

Offene Daten für die Planungspraxis

Der bislang prototypische BGI-Planer greift auf offene Daten aus dem Geoportal Berlin zurück. Die Anwendung wurde mit offenen Frameworks umgesetzt und der Quellcode unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht.

Ziel ist es, komplexes Wissen zur Klimaanpassung für die Verwaltungspraxis nutzbar zu machen. Effektabschätzungen sollen bereits während der Planung zeigen, an welchen Stellen beispielsweise eine neue Versickerungsmulde, ein begrüntes Dach oder eine entsiegelte Fläche besonders wirksam sein kann.

Drei digitale Angebote aus dem SmartWater-Projekt

Das Online-Spiel und der BGI-Planer wurden ebenso wie das bereits im Mai 2026 vorgestellte Hochwasser-Infoportal im Rahmen des Projekts SmartWater entwickelt. Beteiligt sind das Kompetenzzentrum Wasser Berlin, die Technologiestiftung Berlin, die Berliner Regenwasseragentur, die Berliner Wasserbetriebe, die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow.

SmartWater wird vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordiniert und ist Teil der Modellprojekte Smart City der Senatskanzlei Berlin. Gefördert wurde das Projekt von der Senatskanzlei Berlin sowie durch das Bundesbauministerium und die KfW.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Ältere BeiträgeGWF – News

Verborgene Welt in Fischkiemen: Forschende entdecken neue Bakterien

29. September 2026 um 12:24

Forschende des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) und des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg haben bislang unbekannte Mikroorganismen in den Kiemen von Korallenrifffischen entdeckt. Die Bakterien könnten vielfältige Stoffwechselfunktionen übernehmen. Besonders häufig stieß das Team auf eine neue Gruppe von Proteobakterien mit chemosynthetischem Potenzial.

Solche Bakterien können durch die Oxidation anorganischer Verbindungen Energie gewinnen und diese nutzen, um Kohlendioxid in Biomasse zu fixieren. Bekannt sind Mikroorganismen mit chemosynthetischen Fähigkeiten bereits aus verschiedenen marinen Lebensräumen und von wirbellosen Wirten wie Ringelwürmern und Weichtieren. Bei Fischen wurden sie nach Kenntnis der Forschenden bislang jedoch noch nicht dokumentiert.

Die Ergebnisse der in PLOS Genetics veröffentlichten Studie zeigen zugleich, dass Fischkiemen ein komplexes und spezialisiertes Mikrobiom beherbergen. Dieses ist bislang wenig erforscht, könnte aber eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel, die Immunabwehr und die Gesundheit der Fische spielen.

Vom vermeintlichen Störfaktor zum Forschungsgegenstand

Für ihre Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf Daten früherer Genomstudien an tropischen Hamletbarschen (Hypoplectrus spp.) aus der gesamten Karibik zurück. Dafür waren Hunderte Kiemenproben untersucht und die gesamte DNA in den Gewebeproben – das sogenannte Metagenom – sequenziert worden. Der Datensatz enthielt dadurch nicht nur die DNA der Fische, sondern auch die ihrer mikrobiellen Kiemenbewohner.

Ursprünglich interessierte sich das Team ausschließlich für die Fisch-DNA, um die Artbildung und Evolution der Tiere zu untersuchen. Die mikrobielle DNA sollte dagegen unberücksichtigt bleiben. Schließlich entschieden sich die Forschenden jedoch dafür, ihren Datensatz aus einer völlig anderen Perspektive zu analysieren.

„Früher haben wir uns bei unserer Arbeit ausschließlich auf die Fisch-DNA konzentriert und mikrobielle DNA als Verunreinigung betrachtet“, erinnert sich Oscar Puebla, Fischökologe am ZMT und Professor für Fischökologie am ICBM der Universität Oldenburg. „Eines Tages dachten wir uns: Warum betrachten wir die Sache nicht einmal aus der umgekehrten Perspektive, untersuchen das Mikrobiom der Kiemen und lassen die Fisch-DNA außer Acht?“

Aus diesem Perspektivwechsel entstanden neue Forschungsfragen. An den Untersuchungen waren neben ZMT und ICBM auch Kollegen vom Helmholtz-Institut für funktionelle marine Biodiversität (HIFMB) in Oldenburg sowie von den Universitäten Hongkong und Chicago beteiligt.

„Unser Plan bestand nun darin, herauszufinden, welche Mikroorganismen in den Kiemen dieser Fische leben, und so neue Aufschlüsse in das noch wenig erforschte Kiemenmikrobiom zu erlangen“, erklärt Sabrin Abdelghany, ehemalige Doktorandin am ZMT und Erstautorin der Studie.

Die Kiemen sind dabei ein besonders interessanter Lebensraum. Ihr Co-Autor Martin Helmkampf vom ZMT ergänzt: „Die Kiemen sind eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Körper des Fisches und seiner Umwelt. Sie sind nicht nur für den Gasaustausch bei der Atmung von Bedeutung, sondern auch für die Immunabwehr, die Ausscheidung von Abfall- und Stoffwechselprodukten sowie für die Regulierung des pH-Werts und des Salzhaushalts im Körper.“

Weniger als fünf Prozent der DNA liefern neue Erkenntnisse

Mehr als 95 Prozent der aus den Kiemen gewonnenen DNA stammten von den Hamletbarschen. Auf die mikrobielle DNA entfielen weniger als fünf Prozent. Dieser vergleichsweise kleine Anteil genügte jedoch, um neue Erkenntnisse über das Kiemenmikrobiom zu gewinnen.

Den Forschenden gelang es, 70 bakterielle Genome aus insgesamt 17 Bakteriengruppen zu rekonstruieren. Die Mehrzahl dieser Bakterien war neu für die Wissenschaft. Zudem unterschied sich das Kiemenmikrobiom deutlich von der Gemeinschaft der Mikroorganismen im umgebenden Meerwasser. Die Zusammensetzung spricht nach Angaben der Forschenden dafür, dass das Mikrobiom der Kiemen nicht lediglich das Meerwasser-Mikrobiom widerspiegelt, mit dem die Tiere ständig in Kontakt kommen. Vielmehr scheint es speziell an das Leben auf den Kiemen angepasst zu sein.

Puebla sagt: „Die Gene in diesen neuen Bakteriengenomen deuten darauf hin, dass die in den Kiemen gefundenen Mikroorganismen eine Vielzahl von Stoffwechselfunktionen ausüben können, darunter zahlreiche potenzielle metabolische Wechselwirkungen sowohl zwischen verschiedenen Bakterien als auch zwischen den Bakterien und den Fischen.“

Hinweise auf Chemosynthese in den Fischkiemen

Eine weitere Entdeckung überraschte das Forschungsteam: Die am häufigsten in den Kiemen vorkommenden Bakterien verfügen über sämtliche Gene, die für die Chemosynthese erforderlich sind. Damit besitzen sie das Potenzial, Kohlendioxid zu binden. Die dafür benötigte Energie beziehen sie – anders als Pflanzen – nicht aus Sonnenlicht, sondern aus der Oxidation anorganischer Verbindungen.

„Wir haben die DNA von Proteobakterien aus der Familie der Burkholderiaceae mit chemosynthetischem Potenzial nachgewiesen“, berichtet Sabrin Abdelghany. „Bakterien mit solchen chemosynthetischen Fähigkeiten wurden bereits in verschiedenen Meereslebensräumen wie Tiefsee-Hydrothermalquellen oder in Verbindung mit Wirbellosen wie Ringelwürmern und Weichtieren gefunden. Nach unserem Kenntnisstand wurden sie bislang jedoch noch nicht bei Fischen dokumentiert.“

Bedeutung des Kiemenmikrobioms noch weitgehend unbekannt

Die Ergebnisse zeigen den Forschenden zufolge, dass die Kiemen ein komplexes und spezialisiertes Mikrobiom beherbergen. Welche Bedeutung diese Mikroorganismen für die Fische haben, ist allerdings noch weitgehend offen. Möglich ist, dass sie eine Rolle für Stoffwechsel, Immunsystem und Gesundheit spielen. Die neuen Erkenntnisse werfen deshalb weitere Forschungsfragen auf.

Helmkampf beschreibt es so: „Es ist wie zum ersten Mal durch einen Dschungel zu wandern, damit anzufangen, die dort lebenden Organismen zu untersuchen, und sich zu fragen, wie sie wohl miteinander interagieren.“

Puebla fasst zusammen: „Wir befinden uns eindeutig noch in einer Phase der Erkundung und Entdeckung und wissen so gut wie nichts darüber, welche Bedeutung das Kiemenmikrobiom für die Physiologie und Gesundheit von Fischen hat. Das ist sowohl für Aquakultur als auch für natürliche Populationen relevant, die mit raschen Umweltveränderungen konfrontiert sind.“


Originalpublikation: Proteobacteria with chemosynthetic potential are highly prevalent in the gills of Hypoplectrus reef fishes | PLOS Genetics

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Regenerierbares Harz soll Mikroschadstoffe aus Abwasser entfernen

28. September 2026 um 12:59

Fraunhofer UMSICHT entwickelt mit ARKON ein neues Verfahren für die vierte Reinigungsstufe. Mikroschadstoffe und ein Teil der PFAS werden dabei an Harz gebunden, das direkt vor Ort regeneriert und erneut eingesetzt werden kann. Das soll Ressourcen, Energie und Entsorgungskosten sparen. Auf der Kläranlage Wolfsburg soll das Verfahren nun unter realen Bedingungen demonstriert werden.

Arzneimittelrückstände, Pestizide und Industriechemikalien gelangen über das Abwasser in Flüsse, Seen und das Grundwasser. Bereits in niedrigen Konzentrationen können sie Ökosysteme beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden. Herkömmliche Kläranlagen können viele dieser Mikroschadstoffe nur unzureichend entfernen. Als besonders langlebig gelten per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die sich in der Umwelt und in Organismen anreichern.

Mit der 2025 in Kraft getretenen EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) steigen die Anforderungen an die Abwasserreinigung. Große Kläranlagen müssen schrittweise um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden. Insbesondere Hersteller von Arzneimitteln und Kosmetika werden dabei in die Verantwortung genommen und sollen künftig mindestens 80 Prozent der Investitions- und Betriebskosten tragen. Allein in Deutschland gelten die Anforderungen für gut 570 kommunale Kläranlagen. Der Investitionsbedarf wird auf bis zu 10,5 Mrd. Euro geschätzt. Hinzu kommen jährliche Aufwendungen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Damit gewinnen nachhaltige und bezahlbare Technologien für die vierte Reinigungsstufe an Bedeutung.

Harz wird im Kreislauf wiederverwendet

Konventionelle Verfahren für die vierte Reinigungsstufe wie Aktivkohle und Ozonung sind technisch etabliert, benötigen jedoch Energie und Ressourcen. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen entwickeln mit ARKON eine Alternative. Das Verfahren basiert auf den drei Schritten Adsorption, Regeneration und Konzentration.

Das biologisch gereinigte Abwasser strömt zunächst durch ein Harzbett. An dessen Oberfläche lagern sich Mikroschadstoffe sowie ein Teil der PFAS an. Anschließend werden die gebundenen Stoffe mithilfe von zwei unterschiedlichen Regenerationsmedien wieder vom Harz gelöst. Durch Filtration können die Regenerationsmedien danach weiter aufkonzentriert werden. So entsteht aus dem ursprünglichen Abwasserstrom ein kleinvolumiges Spurenstoffkonzentrat, das mit geringem Aufwand entsorgt werden kann. Die Regenerationsmedien verbleiben weitgehend im Prozess. Zusätzlich wird Wärme zurückgewonnen.

„Im Unterschied zu konventionellen Adsorptionsverfahren muss das Material nicht laufend ausgetauscht und kostenintensiv extern regeneriert werden. Bei ARKON führen wir es im Kreislauf. So verbinden wir eine leistungsfähige Adsorption mit einer ressourcenschonenden Regeneration“, erklärt Dr.-Ing. Lukas Rüller aus der Abteilung Circular Water and Biomass Utilization bei Fraunhofer UMSICHT.

Praxistest auf der Kläranlage Wolfsburg

Das UMSICHT-Team um Lena Fingerhut, Josef Robert und Lukas Rüller hat die entscheidenden Verfahrensschritte bereits im Labor und im Technikum erprobt. Als nächster Schritt soll ARKON auf der Kläranlage Wolfsburg in größerem Maßstab demonstriert werden. Geplant ist eine Teilstromanlage mit einem Durchsatz von 25 bis 50 m³ pro Stunde. Im Dauerbetrieb wollen die Forschenden unter anderem untersuchen, wie lange das Harz Schadstoffe bindet, wie häufig eine Regeneration erforderlich ist und wie sich der Energie- und Chemikalienverbrauch weiter reduzieren lässt.

Die Ergebnisse sollen verlässliche Auslegungsdaten für Kläranlagen unterschiedlicher Größe liefern und einen Vergleich mit Aktivkohle und Ozonung ermöglichen. Die Demonstrationsanlage in Wolfsburg soll zudem als Referenz für weitere kommunale Betreiber und Unternehmen im Anlagenbau dienen.

Darüber hinaus kommt das Verfahren auch für Anwendungen in der Chemie- und Pharmaindustrie, auf Deponien sowie in der Oberflächentechnik infrage.


Quelle: Vierte Reinigungsstufe: Kreislaufverfahren nimmt Mikroschadstoffe ins Visier

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23. DVGW Forum Wasseraufbereitung

24. September 2026 um 14:00

Am 12. November 2026 findet im Aquatorium auf dem Wasserwerksgelände der RWW in Mülheim an der Ruhr das 23. DVGW Forum Wasseraufbereitung statt. Unter dem Titel „Grüne Aufbereitungsstoffe, Konzentration auf Membranen, neue Regeln und ein Blick in die Zukunft“ informiert die Veranstaltung über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse in der Wasseraufbereitung und angrenzenden Fachgebieten.

Veranstaltet wird das Forum vom DIN-DVGW-Gemeinschaftsarbeitsausschuss „Wasseraufbereitungsverfahren“ des DVGW im Wechsel mit dem TZW in Karlsruhe und dem IWW Zentrum Wasser in Mülheim an der Ruhr. Das Programm gliedert sich in vier Sessions, die aktuelle Forschungsprojekte, neue Regelwerke und zukünftige Herausforderungen der Branche aufgreifen.

Von Membrankonzentraten bis zu neuen DVGW-Regelwerken

Die erste Session richtet den Blick auf Antiscalants und Membrankonzentrate. Vorgestellt werden unter anderem Erkenntnisse zur Wirkung, Toxizität und Regulierung von Antiscalants in der Trinkwasseraufbereitung. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der biologischen Nitratentfernung aus Konzentraten sowie mit der PFAS-Entfernung mittels Schaumfraktionierung.

Anschließend stehen neue Regelwerke im Mittelpunkt. Thematisiert werden das neue DVGW-Arbeitsblatt W 236 zu Nanofiltration und Niederdruckumkehrosmose in der zentralen Trinkwasseraufbereitung, das DVGW-Merkblatt W 245 zu Verfahren zur Entfärbung sowie das DVGW-Arbeitsblatt W 249 zur Entfernung relevanter Schwermetalle in der zentralen Wasseraufbereitung.

EU-Anforderungen, PFAS und zukünftige Herausforderungen

Am Nachmittag erweitert das Forum den Blick auf aktuelle Entwicklungen über die eigentlichen Aufbereitungsverfahren hinaus. Auf dem Programm stehen unter anderem neue EU-Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser, Desinfektionsprodukte bei der Chlorung sowie aktuelle EU-Themen. Die abschließende Session widmet sich Zukunftsfragen der Wasseraufbereitung. Dabei geht es unter anderem um die Bereitstellung zweier Wasserqualitäten aus einer Aufbereitungsanlage, um Zielkonflikte bei der PFAS-Entfernung sowie um mikrobiologische Veränderungen während der Aufbereitung und Verteilung.

Das DVGW Forum Wasseraufbereitung richtet sich an technische und kaufmännische Führungskräfte, Ingenieure und Anlagenbetreiber aus der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie an Vertreter von Kommunen, Industrie, Behörden, Planungsbüros und Wissenschaft. Auch Studierende und Nachwuchskräfte aus wasserbezogenen Studien- und Berufsfeldern gehören zur Zielgruppe.

Mehr Informationen

 

 


Quelle: DVGW

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Veolia Stiftung fördert fünf Projekte für Umwelt- und Ressourcenschutz

24. September 2026 um 08:02

Die Veolia Stiftung setzt ihr Engagement für Umwelt- und Ressourcenschutz im zweiten Halbjahr 2026 fort. Insgesamt 76.500 Euro fließen in fünf gemeinnützige Initiativen, die sich für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz einsetzen. Die geförderten Projekte reichen von der Wiederbelebung eines barocken Schlossgrabens bis zu den Repair Days in Hamburg. Ein zentraler Bestandteil des Förderkonzepts ist die persönliche Einbindung von Veolia-Mitarbeitenden als Projektpatinnen und -paten.

Von Artenvielfalt bis zu klimaresilienten Grünflächen

Der historische barocke Wassergraben am Schloss Leuben wird revitalisiert und entschlammt. Damit soll er als wertvoller Lebensraum für Wasservögel, Fische und Pflanzen erhalten bleiben. Die Veolia Stiftung unterstützt die Arbeiten mit 10.000 Euro. Projektpatin ist Katrin Rudolph von der Veolia Klärschlamm GmbH. Mit dem Projekt „GenFingerprint“ werden 1.000 Apfel- und 500 Kirschsorten genetisch dokumentiert. Ziel ist es, alte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten zu erhalten. Von 2026 bis 2028 fördert die Veolia Stiftung das Projekt mit jährlich 7.000 Euro. Projektpatin ist Natalie Schnar von der Veolia Holding Deutschland.

In Gera wird an der Grundig Akademie eine rund 400 Quadratmeter große Asphaltfläche entsiegelt und in eine klimaresiliente Grünfläche umgewandelt. Die Förderung beträgt 7.500 Euro. Als Projektpate begleitet Sascha Pätzold von der Veolia Umweltservice Ost GmbH das Vorhaben.

Praktisches Wissen für mehr Kreislaufwirtschaft

In Braunschweig lernen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Gemüse-Ackerdemie über vier Jahre hinweg den praxisnahen Anbau von rund 30 Gemüsearten. Das Bildungsprogramm vermittelt Wissen über nachhaltige Ernährung und natürliche Kreisläufe. Die Veolia Stiftung fördert das Projekt von 2027 bis 2030 mit 18.000 Euro. Projektpatinnen sind Alena Wentges und Gina-Marie Werner von der Stadtentwässerung Braunschweig.

Die Repair Days in Hamburg-Wilhelmsburg schaffen einen Begegnungsort, an dem interessierte Bürgerinnen und Bürger lernen, beschädigte Kleidungsstücke zu reparieren. Das Projekt soll die Kreislaufwirtschaft stärken und Textilabfälle vermeiden. Die Stiftung unterstützt die Initiative mit 10.000 Euro. Projektpatin ist Anne Lottmann von der Veolia Umweltservice GmbH.

Neben den neuen Engagements führt die Veolia Stiftung auch bestehende Projekte fort. Dazu gehört der im 25. Jubiläumsjahr ins Leben gerufene Baumpflanz-Fonds. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln und der tatkräftigen Unterstützung von Mitarbeitenden sollen in der kommenden Saison insgesamt 1.000 Bäume in Saarbrücken und in der Nähe von Rostock gepflanzt werden.

Sylke Freudenthal, Vorstandsvorsitzende der Veolia Stiftung, erklärt: „Die unterstützten Initiativen zeigen uns: Menschen setzen sich an vielen Orten in Deutschland dafür ein, wertvolle Ressourcen zu bewahren oder zu regenerieren. Dieses wichtige Anliegen unterstützen wir mit unserer Stiftungsarbeit, denn jedes einzelne Projekt leistet einen kleinen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“


Quelle: Veolia

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Harmonisierte Trinkwasserzulassungen für Europa

23. September 2026 um 08:06

Ziele der EU-DWD [1] sind, hohe Trinkwasserqualität, Vertrauen in Materialien und Produkte sowie Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Die Umsetzung ist jedoch komplex und die Zeitpläne aufgrund der langen Zertifizierungsprozesse und teilweise vorhandenen Lücken und Widersprüche in den EU-Rechtsakten unrealistisch. Es sind Nachjustierungen erforderlich, um eine sichere und kostengünstige Trinkwasserversorgung nicht zu gefährden.

Nationale Übergangsregelungen

Deutschland hat mit der novellierten Trinkwasserverordnung [2] und den materialspezifischen Bewertungsgrundlagen (BWGL) des Umweltbundesamts [3] eine nationale Übergangsregelung geschaffen. Produkte, die bis Ende 2026 eine Konformitätsbestätigung nach BWGL erhalten, müssen erst bis Ende 2032 nach dem neuen europäischen Verfahren zertifiziert werden.

Die BWGL-Anforderungen entsprechen zu großen Teilen bereits dem europäischen Vorgehen, die Prüfverfahren sind jedoch deutlich aufwendiger und bürokratischer geworden. Noch nicht alle Verfahren sind abgeschlossen, sodass ab 2027 ein Rückgang zugelassener Produkte und damit Planungsunsicherheit drohen.

Einige EU-Mitgliedstaaten wie Belgien und Griechenland haben keine eigenen Übergangsregelungen festgelegt. Dort gelten die EU-Anforderungen bereits ab Januar 2027 vollständig – obwohl bislang kaum Produkte nach dem neuen europäischen System zugelassen wurden. Damit fehlen diesen Ländern formal regelkonforme Produkte für den Trinkwassereinsatz, was Infrastrukturprojekte bremsen und letztendlich die Versorgungssicherheit gefährden kann.

Europäische Positivlisten

Kern des neuen Systems sind von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) verwaltete „Europäische Positivlisten“. Sie legen fest, welche Ausgangsstoffe, Zusammensetzungen und Bestandteile für Produkte mit Trinkwasserkontakt verwendet werden dürfen.

Die aktuellen Listen beruhen im Wesentlichen auf nationalen Positivlisten, die die Mitgliedstaaten bis Juli 2021 gemeldet haben. Spätere Ergänzungen fehlen ebenso wie zahlreiche Inhaltsstoffe neuerer Produkte. Dadurch können viele in den letzten fünf Jahren entwickelte Materialien mit in dieser Zeit ergänzten Inhalten derzeit kein europäisches Trinkwasserzertifikat erhalten.

Problematisch ist auch, dass in den Positivlisten wichtige Stoffe wie bestimmte Glasfasern (SiO2) noch nicht erfasst sind. Ihre Aufnahme wird voraussichtlich mindestens ein Jahr dauern. Zusätzlich sieht die ECHA Ablaufdaten für Einträge vor. Hersteller müssen diese Fristen im Blick behalten und rechtzeitig Verlängerungen beantragen – unter Einhaltung der strengen Geheimhaltungsanforderungen zwischen Herstellern und Prüflaboren. Fehlt nur ein Glied in der Lieferkette, sind ganze Produktzulassungen gefährdet.

Vor Ort hergestellte Produkte

Besonders herausfordernd ist die Situation für vor Ort hergestellte Produkte oder Bauwerke, die erst auf der Baustelle entstehen. Nach aktueller Auslegung kann nur das jeweils konkrete Endprodukt bzw. Bauwerk EU-zertifiziert werden. Produkte, die nach dem 31. Dezember 2026 eingebaut werden, gelten als „neu“, und die Übergangsregelungen greifen nicht. Wasserversorger und Industrie kritisieren, dass bewährte Verfahren blockiert würden.

Die Europäische Kommission hat pragmatische Lösungen in Aussicht gestellt. Vorgesehen sind Zwischenproduktzertifizierungen für eingesetzte Verfahren bzw. Produkte, die den europäischen Zulassungsanforderungen entsprechen. Zusätzlich wird eine Zertifizierung des Einbauunternehmens für die Anwendung des Verfahrens empfohlen. Die Einbauunternehmen sollen für das jeweilige Endprodukt Konformitätserklärungen abgeben, auf deren Basis Zertifizierungsstellen ein EU-Zertifikat für das konkrete Bauwerk ausstellen können.

BGT vernetzt auf europäischer Ebene

Der Bundesverband grabenlose Technologien e. V. (BGT) ist seit Juni 2026 Mitglied der European Drinking Water (EDW). In diesem Netzwerk bringt der Verband gezielt die Anforderungen grabenloser und innerhäuslicher Verfahren in die Weiterentwicklung der harmonisierten Trinkwasserzulassungen ein.

Als EDW-Mitglied kann der BGT aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und Erfahrungen aus der Praxis in europäische Diskussionen einbringen. Gemeinsam mit Partnern begleitet der Verband Fachveranstaltungen, bei denen neue Anforderungen, offene Fragen und Lösungswege mit Herstellern, Netzbetreibern, Behörden und Zertifizierungsstellen diskutiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Verbandsarbeit und den Dialog mit europäischen Entscheidungsträgern ein.

Fazit

Die Trinkwasserinfrastruktur muss hygienisch einwandfreies Wasser zuverlässig, wirtschaftlich und flächendeckend bereitstellen. Unsicherheiten bei Zulassungen gefährden dieses Ziel, verzögern Projekte und schaffen Rechtsrisiken. Bewährte Produkte und Verfahren sowie Innovationen dürfen nicht ohne zwingenden Grund blockiert werden.

Der BGT setzt sich daher national und auf europäischer Ebene für praxistaugliche, rechtssichere Zulassungsverfahren ein, die hohen Hygieneschutz mit praxistauglichen Prozessen für alle Beteiligten verbinden.


Quellen:

[1] Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union: Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.12.2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Amtsblatt der Europäischen Union, L 435/1. Europäische Union

[2] Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland): Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV). 24.06.2023. Website Bundesgesundheitsministerium

[3] Umweltbundesamt (UBA Deutschland): Hygienische Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser – Bewertungsgrundlagen und Leitlinien. Website UBA

Autorin:
Dr. Susanne Leddig-Bahls, Vorstandsvorsitzende
Bundesverband grabenlose Technologien e. V.
office@grabenlos.de

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Pilotprojekt in Südafrika setzt auf Wasserzähler aus Wiesloch-Baiertal

22. September 2026 um 07:21

Südafrika zählt zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Gleichzeitig liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei rund 218 Litern pro Person und Tag. Zum Vergleich: Weltweit sind es durchschnittlich etwa 173 Liter. Eine Herausforderung besteht darin, dass nicht immer klar ist, wo Wasser verbraucht wird und wo es verloren geht.

Ein flächendeckendes System zur exakten Erfassung des Wasserverbrauchs, wie es in Deutschland üblich ist, existiert in Südafrika nicht. Auch eine Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch eines Haushalts ist nicht in vergleichbarer Form etabliert. Dadurch fehlt vielerorts die notwendige Transparenz über Verbrauch und Verluste.

Wasserzähler aus Wiesloch-Baiertal im Einsatz

Hier setzt die Engelmann Sensor GmbH aus Wiesloch-Baiertal an. Das mittelständische Unternehmen hat im Rahmen des WECISA-Projektes Wasserzähler nach Südafrika geliefert. Betreut wird das Projekt von der deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK Südliches Afrika). WECISA steht für „Water Efficiency for Commercial and Industrial Southern Africa“. Ziel ist es, die Wassereffizienz an den Standorten von acht gewerblichen und industriellen Unternehmen im südlichen Afrika zu verbessern. Voraussetzung dafür sind konkrete Verbrauchsdaten – und damit entsprechende Messtechnik.

 

Verbrauch und Verluste transparent erfassen

Im Rahmen eines Pilotprojektes wird mithilfe der Wasserzähler von Engelmann der tatsächliche Wasserverbrauch erfasst. Dadurch können Wasserverluste aufgedeckt und transparent dargestellt werden. Die gewonnenen Daten sollen darüber hinaus zu einem bewussteren Umgang mit Wasser beitragen. Die Wasserzähler dienen damit nicht nur dazu, Verbrauchswerte für eine Abrechnung zu erfassen. Sie schaffen Transparenz und bilden eine Grundlage für eine faire Abrechnung sowie einen bewussteren Umgang mit der knappen Ressource.

Projekt auf CleanTech-Konferenz vorgestellt

Am 4. September 2026 stellten Vera Massie, Projektleiterin der AHK Südliches Afrika, und Engelmann-Produktmanagerin Kathrina Hirsch das Projekt auf der CleanTech-Konferenz der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) vor. Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider informierte sich dort über das Projekt. Damit findet Messtechnik aus Wiesloch-Baiertal ihren Weg in das fast 13.000 Kilometer entfernte Südafrika.


Quelle: Engelmann Sensor GmbH

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21. Bayerische Wassertage: Wasserversorgung im Klimawandel im Fokus

21. September 2026 um 12:00

Eine sichere Wasserversorgung rückt angesichts des fortschreitenden Klimawandels zunehmend in den Fokus. Längere Trockenperioden und Extremwetterereignisse stellen Wasserversorger, Kommunen und Behörden vor neue Herausforderungen. Mit den damit verbundenen Fragestellungen beschäftigen sich die 21. Bayerischen Wassertage am 11. und 12. November 2026 im Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg.

Nach einem Überblick über aktuelle Entwicklungen im Wasserrecht richtet der Fachkongress den Blick insbesondere auf die Frage, wie die Wasser- und Trinkwasserversorgung künftig sichergestellt werden kann.

Wasserwiederverwendung und resiliente Versorgung

Ein Schwerpunkt liegt auf neuen Konzepten und Technologien zur Wasseraufbereitung und Wasserwiederverwendung. Thematisiert wird unter anderem, wie weit die Forschung bei der Aufbereitung von Wasser für Bewässerungszwecke oder sogar bis hin zu Lebensmittelqualität fortgeschritten ist. Die TU München stellt dazu ein Pilotprojekt vor, bei dem aus Kläranlagenablaufwasser Nutzwasser mit nahezu Trinkwasserqualität erzeugt wird.

Weitere Themen des Kongresses sind geschlossene Wasserkreisläufe, Sicherheit und Resilienz in der Wasserversorgung sowie Oberflächenwasserqualität und Gewässerökologie. Auch der umweltfreundliche Betrieb von Kläranlagen, Schwammregionen für einen zukunftsfähigen Wasserhaushalt und der Umgang mit Starkregen, Sturzfluten und Hochwasserereignissen stehen auf dem Programm.

Austausch zu aktuellen Fragen der Wasserwirtschaft

Die Bayerischen Wassertage richten sich unter anderem an Betreiber genehmigungspflichtiger Anlagen, kommunale Träger der Wasserver- und Abwasserentsorgung, Behörden sowie Planungs- und Gutachterbüros. Neben den Fachvorträgen begleitet eine Fachausstellung im Foyer des Bayerischen Landesamtes für Umwelt den zweitägigen Kongress.

Zum Abendprogramm gehört eine Exkursion zum Historischen Wasserwerk am Hochablass. Das Wasserwerk versorgte Augsburg fast 130 Jahre lang mit Trinkwasser aus dem Stadtwald und ist Teil des UNESCO-Welterbes Wassersystem Augsburg. Der Förderverein KUMAS e. V. veranstaltet die Bayerischen Wassertage gemeinsam mit Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, HPC AG, MVV Industriepark Gersthofen GmbH, IHK-Schwaben, den Stadtwerken Augsburg sowie dem Bayerischen Landesamt für Umwelt. Die Veranstaltung findet 2026 zum 21. Mal statt.

Weitere Informationen

Quelle: KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e.V

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Von Deutschland nach Nairobi: Wasseraufbereitungscontainer für Kibera

21. September 2026 um 08:05

Mit dem Projekt YUNOMI haben die Loni und Josef Grünbeck-Stiftung, Grünbeck, Viva con Agua, Future Female Africa und Anno’s One Fine Day eine Initiative ins Leben gerufen, die Wasseraufbereitung, Kunst und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. Im Rahmen eines Presse-Infotags stellte Grünbeck den mobilen Wasseraufbereitungscontainer vor, der künftig in Kibera, Nairobi, zum Einsatz kommen wird.

Initiiert und maßgeblich unterstützt von der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung verfolgt YUNOMI das Ziel, mehr als technische Infrastruktur bereitzustellen. Das Projekt basiert auf der Überzeugung, dass der Zugang zu sauberem Wasser eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Entwicklung ist. Gleichzeitig verbindet YUNOMI Menschen, Kulturen und Partner, die gemeinsam konkrete Lösungen ermöglichen.

Sauberes Wasser als gemeinsames Ziel

Als Spezialist für Wasseraufbereitung beschäftigt sich Grünbeck seit Jahrzehnten mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von Wasser. Mit YUNOMI geht das Engagement über technische Lösungen hinaus. Das Projekt macht auf die globale Bedeutung von sauberem Trinkwasser aufmerksam und zeigt, wie Unternehmen, Stiftungen, Kulturschaffende und gemeinnützige Organisationen gemeinsam Lösungen entwickeln können.

„Wasser verbindet Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur oder Lebenssituation. Mit YUNOMI möchten wir zeigen, wie technische Innovation und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken können, um positive Veränderungen anzustoßen“, so Dr. Günter Stoll, Vorstand der Grünbeck AG sowie der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung.

Bis zu 2.000 Liter Trinkwasser pro Stunde

Herzstück des Projekts ist der speziell entwickelte Aufbereitungscontainer. Im Inneren befindet sich moderne Wasseraufbereitungstechnologie von Grünbeck, die auf die Anforderungen des späteren Einsatzortes abgestimmt wurde.

Die technische Ausstattung ermöglicht die zuverlässige Aufbereitung von Wasser unter anspruchsvollen Bedingungen. Bis zu 2.000 Liter sauberes Trinkwasser können pro Stunde aufbereitet werden – genug, um den täglichen Trinkwasserbedarf von bis zu 1.000 Menschen zu decken. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen haben ihr Know-how und ihre Erfahrung in die Entwicklung und Umsetzung eingebracht. Der Container verdeutlicht, wie technische Lösungen dort eingesetzt werden können, wo sie einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen entfalten.

Kunst macht den Container zum Botschafter

YUNOMI versteht sich nicht ausschließlich als Infrastrukturprojekt. Der Container soll Menschen zusammenbringen, Aufmerksamkeit schaffen und gesellschaftlichen Dialog fördern.

Eine Längsseite des Containers wurde von dem Künstler Moritz Adam Schmitt gestaltet. Sein Kunstwerk verleiht dem Projekt eine zusätzliche Dimension und macht den Container zu einem Botschafter für die Themen Wasser, Gemeinschaft und Zukunft. Neben Grünbeck und der Loni und Josef Grünbeck-Stiftung engagieren sich die internationale Wasserinitiative Viva con Agua, Future Female Africa sowie Anno’s One Fine Day für die Umsetzung.

Michael Fritz, Mitgründer von Viva con Agua, sagt dazu: „Bei Viva con Agua sagen wir oft: Wasser für alle, alle für Wasser. YUNOMI bringt diesen Gedanken auf besondere Weise zum Ausdruck. Hier treffen Technologie, Kreativität und gesellschaftliches Engagement aufeinander. Das Projekt schafft nicht nur Zugang zu sauberem Wasser, sondern baut Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Kontinenten. Genau solche Partnerschaften brauchen wir, um globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“

Internationale Partner bringen unterschiedliche Perspektiven ein

Eine zentrale Rolle spielt Onejiru Arfmann, Gründerin und Creative Director von Future Female Africa. Sie hat die Entwicklung des Projekts maßgeblich mitgestaltet und unterschiedliche Perspektiven aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft und internationale Zusammenarbeit zusammengeführt.

„YUNOMI erzählt eine Geschichte von Verbindung. Dieses Projekt bringt Menschen zusammen, die daran glauben, dass Zugang zu sauberem Wasser, kultureller Austausch und gemeinsames Handeln Zukunft schaffen können. Genau diese internationalen Verbindungen zwischen Kontinenten, Ideen und Gemeinschaften möchten wir mit YUNOMI sichtbar machen“, so Arfmann.

Unterstützt wird YUNOMI zudem von Grünbeck-Markenbotschafter Jan Delay, der sich für die Ziele des Projekts einsetzt und dessen Botschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Über Hamburg nach Nairobi

Der mobile Wasseraufbereitungscontainer wird zunächst nach Hamburg transportiert und dort im Rahmen des Reeperbahn Festivals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wird auch die zweite Längsseite des Containers von Künstlerinnen gestaltet und ergänzt damit die bereits von Moritz Adam Schmitt gestaltete Seite.

Anschließend wird der Container per Seefracht nach Mombasa in Kenia verschifft. Von dort erfolgt der Weitertransport auf dem Landweg nach Kibera, Nairobi. Dort soll YUNOMI künftig im Anno’s One Fine Day Arts Centre seinen Platz finden.


Quelle: Grünbeck

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Ruhrgebiet erlebt zweitwärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

17. September 2026 um 12:45

Der Sommer 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr deutlich zu warm. Bereits der Juni lag 3,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 °C war er zugleich der zweitwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Über die drei Sommermonate Juni, Juli und August hinweg erreichte die mittlere Temperatur 18,5 °C und lag damit 2,0 Grad über dem langjährigen Mittel. Wärmer war seit 1881 lediglich der Sommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 18,7 °C.

Trockenster Juli seit 100 Jahren

Auch bei den Niederschlägen wich der Sommer deutlich vom langjährigen Mittel ab. Während Juni und August leicht zu trocken ausfielen, war das Niederschlagsdefizit im Juli besonders ausgeprägt. Lediglich 23 Millimeter Niederschlag wurden gemessen – 76 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Damit war es der trockenste Juli seit 100 Jahren. Insgesamt fielen im Sommer 2026 lediglich 177 Millimeter Niederschlag. Das waren 100 Millimeter beziehungsweise 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Seit 1927 gab es nur elf Sommer, die noch trockener waren. Zuletzt war dies 2022 mit lediglich 120 Millimetern Niederschlag der Fall.

Die Trockenheit prägt auch den bisherigen Jahresverlauf. Mit Ausnahme von Februar und Mai wiesen alle anderen Monate teilweise erhebliche Niederschlagsdefizite auf.

Neue Grenzwerte helfen Wasser zurückzuhalten

Seit mehr als einem Jahr gelten die im Dezember 2024 novellierten Grenzwerte für die Mindestabflüsse in der Ruhr. Durch die verringerten Grenzwerte konnte der Ruhrverband insbesondere während der trockenen Monate Juli und August täglich bis zu 259.200 Kubikmeter Wasser in den Talsperren im Sauerland zurückhalten. Seit Juli wurden dadurch knapp 16 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart. Diese Menge entspricht der Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre.

Talsperren geben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab

Trotz der Einsparungen waren die Talsperren im Sommer 2026 stark gefordert. Zeitweise gaben sie 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss. In Villigst bestand an 80 von insgesamt 92 Tagen Zuschusspflicht, an der Mündung an 63 Tagen. Trotz der verringerten Grenzwerte lag die Zahl der Zuschusstage an der Mündung damit um 80 Prozent über dem Durchschnitt der Sommer 1991 bis 2025.

Die Füllstände der Talsperren sanken von Anfang Juni bis Ende August auf 74,2 Prozent und lagen damit etwas unter dem langjährigen Mittel. Mit einem Gesamtstauinhalt von 350,4 Millionen Kubikmetern Wasser ist das Talsperrensystem dennoch gut aufgestellt, um sowohl weitere Trockenphasen zu bewältigen als auch zum Hochwasserschutz beizutragen.


Quelle: Ruhrverband Pressestelle

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Praxisforum Tiefengeothermie 2026 bringt die Branche zusammen

16. September 2026 um 13:54

Vom 14. bis 16. Oktober 2026 findet das Praxisforum Tiefengeothermie statt. Die Veranstaltung bringt Fachleute aus Planung, Betrieb, Industrie, Wissenschaft, Politik und dem Investitionsumfeld zusammen und bietet Raum für den Austausch über aktuelle Entwicklungen der Tiefengeothermie.

Branchentreffen seit 2013

Das Praxisforum wurde 2013 zunächst unter dem Namen „Praxisforum Geothermie Bayern“ ins Leben gerufen. Seitdem hat sich die Veranstaltung zu einem regelmäßigen Treffpunkt der Geothermiebranche im deutschsprachigen Raum entwickelt. Im Mittelpunkt steht der praxisorientierte Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Akteuren. Gleichzeitig beschäftigt sich das Forum mit der weiteren Entwicklung und dem Ausbau der Tiefengeothermie in Deutschland.

Fachvorträge zu aktuellen Themen

Das Programm umfasst Fachvorträge von Experten aus der Geothermiebranche, die aktuelle Themen und Entwicklungen aufgreifen. Dabei sollen sowohl praktische Erfahrungen als auch neue Ansätze und Fragestellungen rund um die Nutzung der Tiefengeothermie diskutiert werden.

Ergänzt wird das Veranstaltungsprogramm durch die „GeoTHOUR®“. Im Rahmen der Exkursion werden Geothermie-Projekte in Bayern besucht und Einblicke in die praktische Anwendung der Technologie gegeben.

Mehr Informationen

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Drei neue Seen für das EUROLakes-Renaturierungsprojekt

16. September 2026 um 08:06

Nach einem Auswahlverfahren mit mehr als 20 Bewerbungen erweitert das EUROLakes-Projekt sein Netzwerk um drei neue Replikationsstandorte. Mit dem Manyas-See und dem Sapanca-See in der Türkei sowie dem Shkodra-See in Albanien kommen drei Seen hinzu, an denen die im Projekt entwickelten Ansätze zur Renaturierung künftig unter unterschiedlichen lokalen Bedingungen erprobt werden sollen.

In den kommenden Jahren werden die drei neuen Replikationspartner eng mit dem EUROLakes-Konsortium zusammenarbeiten. Dabei geht es insbesondere darum, die im Projekt entwickelten Instrumente und naturbasierten Lösungen (Nature-based Solutions, NBS) an die jeweiligen ökologischen, sozialen und governancebezogenen Rahmenbedingungen anzupassen. Damit geht EUROLakes einen weiteren Schritt über die bisherigen Demonstrationsstandorte hinaus: Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auf neue Seenlandschaften übertragen und entsprechend den lokalen Voraussetzungen weiterentwickelt werden.

„Wir freuen uns sehr über unsere drei neuen Replikationspartner“, sagt Milena Baumert, Projektmanagerin Lebendige Seen und internationaler Naturschutz beim Global Nature Fund. „Replikation ist nicht einfach nur das Übertragen einer Lösung. Es ist eine Möglichkeit, aus unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten zu lernen, Lösungen anzupassen und die Ansätze zu stärken, die wir mit EUROLakes entwickelt haben.“

Drei Seen mit unterschiedlichen Herausforderungen

Die drei neuen Standorte stehen vor unterschiedlichen ökologischen Herausforderungen. Am Manyas-See in der Türkei gehören dazu Belastungen durch den früheren Bleibergbau, landwirtschaftliche Abflüsse und die Gefahr der Eutrophierung. Im Rahmen der Replikationsinitiative sollen unter anderem Pufferzonen, Mikrofeuchtgebiete und die Renaturierung von Schilfgürteln untersucht werden. Darüber hinaus sollen die notwendigen Rahmenbedingungen für eine langfristige Renaturierung des Sees betrachtet werden.

Der Sapanca-See in der Türkei ist erheblichen hydrologischen Belastungen ausgesetzt. Da der See zugleich eine wichtige Süßwasser- und Trinkwasserressource darstellt, sollen hier insbesondere naturbasierte Ansätze zur Verbesserung der Situation geprüft werden. Dazu zählen schwimmende Feuchtgebiete und biologische Barrieren sowie Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffeintrags. Am Shkodra-See in Albanien stehen die Nährstoffbelastung und der Eintrag von unbehandeltem Abwasser im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll das lokale Engagement für den Schutz des Sees gestärkt und eine nachhaltige Entwicklung der Region unterstützt werden. Vorgesehen sind unter anderem der Aufbau einer Praxisgemeinschaft, die Entwicklung eines Fahrplans für die Renaturierung und die Erprobung naturbasierter Lösungen. Auch Initiativen wie Infrastruktur für die Vogelbeobachtung und Öko-Wanderwege sind geplant.

„Die drei Standorte bringen unterschiedliche Herausforderungen, Erfahrungen und lokale Perspektiven in das EUROLakes-Netzwerk ein“, sagt Milena Baumert. „Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für gegenseitiges Lernen und es wird aufgezeigt, wie Ansätze zum Seenschutz an unterschiedliche lokale Gegebenheiten angepasst werden können.“

Fachliche Unterstützung bei der Umsetzung

Mit der Replikations-Ausschreibung wollte EUROLakes Initiativen an Seen identifizieren, die von den bisherigen Erkenntnissen des Projekts profitieren und gleichzeitig eigene Erfahrungen in das Netzwerk einbringen können. Die ausgewählten Standorte erhalten bei der Umsetzung maßgeschneiderte Unterstützung durch die Partner des EUROLakes-Konsortiums.

Dabei fließt das im bisherigen Projektverlauf aufgebaute Fachwissen in verschiedene Bereiche ein. Dazu gehören die partizipative Planung und Einbindung der Bevölkerung, Modellierung und digitale Zwillinge, naturbasierte Renaturierung, Naturfinanzierung, das „Four Returns“-Rahmenwerk sowie Monitoring und Indikatoren. Auch Kommunikation, Verbreitung sowie Daten- und Wissensmanagement spielen eine Rolle.

Von drei Pilotseen zu einem größeren europäischen Netzwerk

EUROLakes ist Teil der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“ und verfolgt das Ziel, einen ganzheitlichen und wissenschaftlich fundierten Ansatz zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Seen Europas und ihrer Ökosysteme zu entwickeln.

Bislang demonstriert das Projekt integrierte Ansätze zur Renaturierung und nachhaltigen Bewirtschaftung am Vico-See in Italien, am Dümmer-See in Deutschland und am Bistreț-See in Rumänien. Mit den drei neuen Replikationsstandorten sollen die Erfahrungen aus diesen Pilotprojekten auf weitere Seenlandschaften.


Quelle: Internationale Stiftung für Umwelt und Natur – Global Nature Fund

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Vierte Reinigungsstufe bleibt zentral für den Gewässerschutz

15. September 2026 um 11:00

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott zur Nichtigkeitsklage Polens gegen die Erweiterte Herstellerverantwortung die Bedeutung der vierten Reinigungsstufe für den Gewässer- und Umweltschutz. Kokott empfiehlt dem Europäischen Gerichtshof, die Erweiterte Herstellerverantwortung in ihrer derzeitigen Form aufzuheben.

Die Schlussanträge der Generalanwältin betreffen dabei die konkrete Ausgestaltung der Finanzierung, nicht jedoch die grundsätzliche Umsetzung des Verursacherprinzips über eine Erweiterte Herstellerverantwortung oder die Notwendigkeit der Spurenstoffelimination in Kläranlagen.

„Die vierte Reinigungsstufe schützt unsere Gewässer wirksam vor Mikroschadstoffen. Wer diese Stoffe in Verkehr bringt, muss sich nach dem Verursacherprinzip auch an den Kosten ihrer Entfernung beteiligen“, betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel. „Dieses Prinzip stellt die Generalanwältin nicht in Frage. Die Ausführungen beziehen sich auf die wissenschaftliche Herleitung der vorgesehenen Kostenverteilung zwischen einzelnen Branchen.“

Spurenstoffe stellen Gewässer zunehmend vor Herausforderungen

Vor dem Hintergrund der Empfehlungen der Generalanwältin und des weiterhin laufenden Verfahrens betont die DWA die große Bedeutung der Erweiterung ausgewählter Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe für einen nachhaltigen und langfristigen Gewässerschutz.

Konventionelle Kläranlagen mit drei Reinigungsstufen können Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände nicht oder nur in geringen Mengen zurückhalten beziehungsweise abbauen. Dadurch gelangen die Stoffe über die Abläufe der Kläranlagen in die Gewässer. Die sogenannte vierte Reinigungsstufe, die die EU mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie für große sowie ausgewählte mittelgroße Kläranlagen bis 2045 vorschreibt, kann Arzneimittelrückstände und andere Spurenstoffe zu weit über 90 Prozent zurückhalten. Damit können die Gewässer deutlich entlastet werden.

Die Belastung des Abwassers mit Arzneimittelrückständen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Verbrauch von Arzneimitteln und damit auch der Eintrag entsprechender Rückstände in den Wasserkreislauf. Zusätzlich verschärft der Klimawandel die Situation. Kläranlagen leiten das behandelte Abwasser in Bäche und Flüsse ein. In trockenen Sommermonaten kann der Anteil des behandelten Abwassers insbesondere in kleineren Gewässern auf weit über 50 Prozent steigen. Selbst im Rhein liegt dieser Anteil während Niedrigwasserphasen bei über 20 Prozent. Längere Trockenperioden führen dazu, dass weniger Wasser zur Verdünnung zur Verfügung steht. Dadurch nimmt der Anteil des gereinigten Abwassers im Gewässer zu und die Konzentration der Spurenstoffe steigt.

Kosten sollen nach dem Verursacherprinzip verteilt werden

Aus Sicht der DWA ist die Erweiterte Herstellerverantwortung das geeignete Instrument, um das Verursacherprinzip bei der Finanzierung der Spurenstoffelimination umzusetzen. Eine ausschließliche Finanzierung durch Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbebetriebe würde die Kosten des Gewässerschutzes von den Verursachenden auf die Allgemeinheit verlagern.

Die Kosten der vierten Reinigungsstufe können und dürfen nach Auffassung der DWA daher nicht allein über Abwassergebühren finanziert werden. Auch die Verursacher müssten in die Pflicht genommen werden. Dies soll zugleich Lenkungseffekte hin zu weniger umweltgefährdenden Stoffen fördern.

Generalanwältin kritisiert derzeitige Kostenverteilung

Am 10. März 2025 hatte Polen Klage gegen das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Gemeinschaft bezüglich der Kommunalabwasserrichtlinie KARL eingereicht (Rechtssache C-193/25). Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Erweiterte Herstellerverantwortung. Danach sollen die Arzneimittel- und Kosmetikindustrie mindestens 80 Prozent der Kosten für die vierte Reinigungsstufe auf Kläranlagen übernehmen.

Die zuständige EuGH-Generalanwältin Juliane Kokott empfiehlt in ihren Schlussanträgen vom 3. September 2026, Artikel 9 Absatz 1 der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) aufgrund „offensichtlicher Ermittlungs- und Beurteilungsfehler“ für nichtig zu erklären. Kokott beanstandet in ihrem Schlussantrag nicht die Viertbehandlung, die Erweiterte Herstellerverantwortung an sich oder die Anwendung des Verursacherprinzips. Ihre Kritik richtet sich vielmehr gegen eine aus ihrer Sicht nicht ausreichend wissenschaftlich und rechtlich abgesicherte beziehungsweise begründete Verursachung als Rechtfertigung dafür, zwei Produktgruppen mit 80 Prozent der Kosten zu belasten. Nach Auffassung der Generalanwältin hat der Unionsgesetzgeber nicht ausreichend nachvollziehbar dargelegt, warum gerade Hersteller von Arzneimitteln und Kosmetika in die Pflicht genommen werden, andere mögliche Quellen von Mikroschadstoffen hingegen nicht.

Datengrundlage zur toxischen Belastung in der Kritik

Darüber hinaus äußert Kokott Zweifel an den zugrunde gelegten Daten zur toxischen Belastung. Nach ihrer Einschätzung wurden sehr niedrige PNEC-Werte verwendet. PNEC-Werte, Predicted No Effect Concentration, bezeichnen Umweltkonzentrationen eines Stoffes, unterhalb derer keine negativen Auswirkungen auf ein Ökosystem zu erwarten sind.

Bei Verwendung anderer verfügbarer Werte würde der Anteil der Arzneimittel an der toxischen Belastung deutlich geringer ausfallen, so die Generalanwältin. Zudem bemängelt sie eine fehlende Ermessensausübung. Parlament, Rat und Kommission hätten weder während des Gesetzgebungsverfahrens noch vor Gericht klar und eindeutig gezeigt, dass sie die maßgeblichen Grunddaten sorgfältig geprüft und wesentliche Zweifel berücksichtigt hätten.

Der Schlussantrag ist rechtlich nicht bindend. Die endgültige Entscheidung liegt beim Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der EuGH folgt jedoch sehr häufig den Empfehlungen der Generalanwaltschaft. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Das Gericht kann zudem die mündliche Verhandlung wieder eröffnen, um den Beteiligten Gelegenheit zu geben, sich zu den erörterten Zweifeln zu äußern.

DWA fordert belastbare und rechtssichere Regelung

Nach Auffassung der DWA ist nun der europäische Gesetzgeber gefordert, die Erweiterte Herstellerverantwortung wissenschaftlich belastbar, transparent und rechtssicher weiterzuentwickeln. Die Schlussanträge lassen ausdrücklich Raum für eine angepasste und verursachergerechte Ausgestaltung des Instruments.

Die DWA unterstützt eine regelmäßige Überprüfung der Datengrundlagen und zeigt sich grundsätzlich offen für die Prüfung weiterer relevanter Produktgruppen, sofern dies fachlich begründet erfolgt. Entscheidend sei, das Verursacherprinzip wirksam umzusetzen und die notwendigen Investitionen in den Gewässerschutz auf eine solide und faire Finanzierungsgrundlage zu stellen. Kommunen und Zweckverbände als Abwasserbeseitigungspflichtige benötigen Rechtssicherheit und eine verlässliche Finanzierung, um den Schutz der Gewässer vor dem zunehmenden Eintrag von Spurenstoffen voranzutreiben und die Vorgaben der EU-Kommunalabwasserrichtlinie fristgerecht umzusetzen.


Quelle: Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung – DWA e. V.

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Künstliche Intelligenz soll Pflanzen vor Trockenstress schützen

14. September 2026 um 13:42

In diesem Hitzesommer wurden in Deutschland vielerorts nicht nur Temperaturrekorde erreicht. Aufgrund anhaltender Wasserknappheit galten regional auch Bewässerungsverbote. Trockene Gärten und Grünflächen sowie Ernteausfälle in der Landwirtschaft zeigen, wie wichtig ein effizienter Umgang mit der Ressource Wasser wird.

Wie lässt sich Wasser einsparen und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung von Nutzpflanzen gewährleisten? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Forschungsprojekt der Universität Osnabrück. Mithilfe KI-gestützter Überwachung wollen die Forschenden untersuchen, wie sich Trockenstress bei Pflanzen zuverlässig erkennen lässt und wie darauf aufbauend ein intelligentes Wassermanagement umgesetzt werden kann.

Menschliche und künstliche Intelligenz verbinden

„Wir sehen Pflanzen beim Sterben zu“, bringt Piper Powell ihre Forschungsarbeit auf den Punkt und lacht.

Eigentlich hat die 28-Jährige mit Botanik wenig am Hut: Sie ist Informatikerin und Teil des HybrInt-Teams. HybrInt ist ein gemeinsames Projekt der Universität Osnabrück und der Universität Hannover und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit rund drei Millionen Euro gefördert. Unterstützt wird das Projekt zudem durch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Osnabrück. Dazu gehört unter anderem ein Gärtnermeister, der sich um die Versorgung der Versuchspflanzen kümmert.

Ziel von HybrInt ist es, KI-Methoden zu entwickeln, die Stärken menschlicher Intelligenz wie Kreativität und Intuition mit den Fähigkeiten maschineller Systeme, beispielsweise bei der Verarbeitung großer Datenmengen, verbinden. Das intelligente Wassermanagement bildet dabei eines der Teilprojekte.

Roboter ADA sammelt Daten über Pflanzen

Eine zentrale Rolle übernimmt der „Agricultural Data Acquisition Robot“, kurz ADA. Der Roboter wurde 2025 von einem Team der Universität Osnabrück und des DFKI entwickelt und kommt in einem Folientunnel auf dem Gut Arenshorst in der Gemeinde Bohmte zum Einsatz. Ausgestattet mit RGB-, Hyperspektral-, Tiefen- und Wärmebildkameras kann das tischmontierte System Tausende Bilder pro Stunde aufnehmen. Bei einem einzigen Versuch können auf diese Weise automatisch Datenmengen im Terabyte-Bereich entstehen.

Aktuell erfasst ADA die Pflanzen zunächst während ihres Wachstums und anschließend während einer gezielt herbeigeführten Trockenstressphase.

„Wir lassen die Pflanzen kontrolliert austrocknen und nehmen sie dabei auf“, erläutert Prof. Dr. Martin Atzmüller, Professor am Institut für Informatik der Uni Osnabrück und Leiter des Forschungsbereichs Kooperative und Autonome Systeme am DFKI.

Die gewonnenen Daten dienen dazu, neue Modelle zu trainieren, die den aktuellen Zustand einer Pflanze möglichst zuverlässig erkennen können.

„Das Ziel ist es, Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo und wann sie am meisten gebraucht werden“, so Atzmüller.

Wenn vertrocknete Pflanzen wieder zum Leben erwachen

Wie schwierig es sein kann, den tatsächlichen Zustand einer Pflanze einzuschätzen, zeigte sich auch während der Versuche.

„Wir hatten dabei auch schon den einen oder anderen Zombie-Moment“, sagt Piper Powell.

Die Doktorandin und ihre Kollegen Amos Smith und Isaak Ihorst hatten bereits völlig vertrocknet wirkenden Zuckerrüben-Pflänzchen wieder Wasser gegeben – mit überraschendem Ergebnis: Die Pflanzen erholten sich. Powell zufolge sei es daher gar nicht so leicht festzustellen, wann eine Pflanze tatsächlich abgestorben sei – zumindest bei Zuckerrüben.

Offene Daten für ein intelligentes Wassermanagement

Ergänzt werden die von ADA erhobenen Informationen durch sogenannte Ground-Truth-Daten zum Trockenstress. Dazu zählen unter anderem Messungen des Wassergehalts in den Blättern, die anhand der Blattdicke und des relativen Wassergehalts bestimmt werden. Zusätzlich dokumentieren die Forschenden den Gesundheitszustand der Pflanzen sowie einen möglichen Schädlingsbefall.

Die gesammelten Daten werden anschließend über OsnaData, die Forschungsdatenbank der Universität Osnabrück, öffentlich bereitgestellt.

„Indem wir die Daten offen zugänglich machen, schaffen wir eine wertvolle Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten“, so Prof. Dr. Joachim Hertzberg von der Uni Osnabrück.

Damit sollen die Forschungsergebnisse nicht nur innerhalb des HybrInt-Projekts genutzt werden, sondern auch weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zugutekommen und langfristig die Entwicklung eines intelligenten und ressourcenschonenden Wassermanagements unterstützen.


Quelle: HybrInt-Projekt: Mit KI gegen den Trockenstress

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Ukrainische Fachkräfte erneut zu Gast beim OOWV

14. September 2026 um 07:35

Erneut hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der Ukraine zu einer Hospitation begrüßt. Drei Teilnehmende des OOWV-Partners Chernihivvodokanal aus Chernihiv und zwei Teilnehmende des Unternehmens Miskvodokanal aus Sumy nutzten den Aufenthalt, um ihr Wissen in den Bereichen Kanalsanierung und Abwasser zu vertiefen. Begleitet und fachlich betreut wurde die Gruppe von den OOWV-Mitarbeitern Marc Meierholz, Mario Marotzki und Juri Wunder.

Schlauchlinersanierung direkt auf der Baustelle

Zum Auftakt besuchte die Gruppe ein Großprojekt, bei dem sie eine Schlauchlinersanierung live vor Ort verfolgen konnte. Projektleiter Jan-Niklas Girod stellte das Projekt vor und gab den Gästen einen praxisnahen Einblick in den Ablauf der Sanierungsmaßnahme. Bei diesem Verfahren erhalten sowohl Kanalhaltungen als auch Schächte eine neue Innenauskleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), ohne dass umfangreiche Erdarbeiten notwendig sind. Dazu wird ein mit Harz imprägnierter, glasfaserverstärkter Kunststoffschlauch in den bestehenden Kanal eingebracht und anschließend ausgehärtet. Auf diese Weise entsteht innerhalb des bestehenden Kanals eine neue und dauerhafte Rohrinnenwand.

Wie wichtig solche Verfahren für die ukrainischen Gäste sind, machte einer der Teilnehmenden im Gespräch deutlich: „Dies ist besonders interessant, da wir zwar auf Rohrbrüche stoßen, unsere technischen Möglichkeiten jedoch eine vollständige Erneuerung des Systems nicht möglich machen.“

Die Rohrbrüche müssten dennoch repariert werden. Dabei erschweren unter anderem ein dichtes Netz benachbarter Versorgungsleitungen, große Verlegetiefen und die Bedingungen in einem dicht bebauten städtischen Umfeld die Arbeiten.

Praktische Schulung mit Geopolymermörtel

Ein weiterer Programmpunkt war eine Anwenderschulung für Geopolymermörtel durch die Scholten GmbH. Nach einer theoretischen Einführung in den Räumlichkeiten der Betriebsstelle Elsfleth ging es zur Firma Tiesler-Bau. Dort konnten die ukrainischen Gäste auf dem Betriebshof selbst an einem Teststück arbeiten und lernen, wie der Mörtel fachgerecht aufgetragen und verarbeitet wird.

Dank gebühre dabei den beiden beteiligten Firmen sowie den Kolleginnen und Kollegen der Betriebsstelle Elsfleth für die Unterstützung, sagt Lena Sophie Sept, die für den OOWV die Projektleitung übernommen hat.Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch einer Baustelle in Lemwerder. Bei der dortigen Tiefbaumaßnahme konnte die Delegation erleben, wie im Baustellenalltag mit Treibsand umgegangen wird. Eine Herausforderung, mit der auch die ukrainischen Partner immer wieder konfrontiert sind.

Abwassertechnik und praktische Anwendungen

Zum Abschluss der Hospitationswoche rückte das Thema Abwasser in den Mittelpunkt. Auf dem Programm standen Besuche der Kläranlage Brake einschließlich der neuen Brauchwasseranlage sowie der Kläranlage Sandstedt.

Zusätzlich demonstrierte die Stadt.Land.Grün GmbH, eine hundertprozentige Tochter des OOWV, den Einsatz eines Spülanhängers mit unterschiedlichen Düsen sowie einer Schiebekamera. Ein vergleichbarer Spülanhänger wurde bereits erfolgreich für die ukrainischen Partner beschafft. Auch die Anschaffung einer entsprechenden Kamera ist zeitnah vorgesehen. Die Gäste hatten somit bereits während ihres Aufenthalts die Möglichkeit, das Gerät und seinen Einsatz kennenzulernen.

Aus Fachkollegen werden vertraute Partner

Die gesamte Hospitationswoche war von einer geradezu familiären Atmosphäre geprägt. Wie eng die Beteiligten inzwischen miteinander verbunden sind, zeigte sich am Ende des Besuchs: Statt mit einem Handschlag verabschiedeten sich die Teilnehmenden mit einer herzlichen Umarmung.

Der Dolmetscher brachte die Entwicklung der Partnerschaft auf den Punkt: „Beim zweiten Mal umarmt man sich.”

Für November 2026 ist bereits eine weitere Hospitation geplant. Dann wollen beide Seiten den Austausch zu den Themen Kurzlinersanierung und Installation von Sonden auf der Kläranlage vertiefen.

Solidarpartnerschaft seit Beginn des Ukraine-Krieges

Die ersten Kontakte zwischen den Wasserversorgern der ukrainischen Städte Sumy und Chernihiv und dem OOWV entstanden bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine im Februar 2022. Daraus entwickelte sich eine Solidarpartnerschaft, die bis heute fortgeführt wird.

In der ersten Phase stand vor allem die technische Unterstützung im Mittelpunkt, sagt Projektleiterin Lena Sophie Sept. Unter anderem wurden ein Saugfahrzeug sowie Analysegeräte für den Trinkwasserbereich in die Ukraine geliefert. Inzwischen liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft verstärkt auf dem Austausch von Fachwissen.


Quelle: OOWV

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Kommunalheldinnen 2026 für herausragendes Engagement ausgezeichnet

07. September 2026 um 08:00

Mit dem Preis „Die Kommunalheldin“ hat das ZFK Frauennetzwerk am 3. September 2026 zum zweiten Mal Frauen ausgezeichnet, die sich mit besonderen Leistungen in der Kommunalwirtschaft engagieren. Die Preisverleihung fand bei der Stadtwerke Lübeck Gruppe statt. Unterstützt wird die Auszeichnung von Gelsenwasser, Freibaden Consulting und der VKU-Initiative Kommunal Kann.

Aus den zahlreichen Einreichungen wählte die Jury in diesem Jahr drei Preisträgerinnen aus: Alina Kosmützky von den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln), Josefin Büttner von Stromnetz Berlin und Julia Dreindl von den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB).

Neue Konzepte für das Regenwassermanagement

Alina Kosmützky ist Projektleiterin für Erschließungen und Klimafolgenanpassung bei den StEB Köln. Bei der Planung des neuen Kölner Stadtteils „Kreuzfeld“ setzt sie auf dezentrale und innovative Konzepte für das Regenwassermanagement.

Als nächsten Schritt beschäftigt sie sich mit der getrennten Erfassung und Wiederverwendung von Stoffströmen im Abwasser. Ziel ist es, Ressourcen nachhaltig im Kreislauf zu führen. „Neuartige Sanitärsysteme zeigen, wie wir dem Klimawandel aktiv begegnen können“, erklärt Kosmützky.

Stromversorgung für 100.000 Haushalte wiederhergestellt

Josefin Büttner ist Fachgebietsleiterin Kabel & Leitungen Hochspannung bei Stromnetz Berlin. Nach einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz koordinierte sie über sieben Tage hinweg durchgehend die Störungsbearbeitung. Dabei gelang es, die Stromversorgung für 100.000 Haushalte mitten im Winter wiederherzustellen.

„Mich motiviert die Gewissheit, mit unserer Arbeit jeden Tag einen direkten Beitrag zur Versorgungssicherheit und Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner zu leisten“, sagt Büttner.

Hochspannungsarbeiten ohne externe Dienstleister

Julia Dreindl arbeitet als Netzanlagentechnikerin bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben und ist höchstwahrscheinlich die einzige zertifizierte 110-kV-Monteurin Österreichs. Durch ihr fachliches Engagement können die IKB Kabelarbeiten im Hochspannungsnetz vollständig ohne externe Dienstleister durchführen. Das ermöglicht insbesondere bei Störungen schnelle Reaktionszeiten.

„Es motiviert mich, Verantwortung zu übernehmen – für die Menschen, die auf eine sichere Energieversorgung angewiesen sind, ebenso wie für die Infrastruktur von morgen“, erklärt Dreindl.

Mit dem Preis will das ZFK Frauennetzwerk die Leistungen von Frauen in der Kommunalwirtschaft stärker sichtbar machen. „Das ZFK Frauennetzwerk macht mit dem Preis ‚Die Kommunalheldin‘ die Frauen sichtbar, die unsere Branche täglich prägen. Ich bin stolz, dass wir ihnen als ZFK eine Bühne für ihre herausragende Arbeit bieten dürfen“, sagt Carsten Wagner, Geschäftsführer der ZFK.


Quelle: ZFK

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Sortimentswechsel im Tiefbau

04. September 2026 um 07:58

Der Markt für Verbindungstechnik im Tiefbau befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Wenn etablierte Systemanbieter ihr Tiefbausortiment zurückziehen, hinterlässt das spürbare Lücken in Planung, Beschaffung und Betrieb von Wasserversorgungsnetzen. Wasserversorger, Stadtwerke und Tiefbauunternehmen stehen plötzlich vor der Aufgabe, langjährig eingesetzte Systeme zu ersetzen, Freigabelisten anzupassen und die Kompatibilität zu bestehenden Netzen sicherzustellen.

Besonders kritisch ist dabei, dass Hausanschlusstechnik und Verbinderlösungen für PE- und PVC-Rohre nicht nur „austauschbare“ Standardkomponenten sind. Sie bestimmen die Montageprozesse auf der Baustelle, die Fehleranfälligkeit im Einbau und die Langzeitzuverlässigkeit der Infrastruktur. Aktuell stehen viele Netzbetreiber vor der Herausforderung, ihre Verbindersysteme strategisch neu zu bewerten – mit Auswirkungen auf Lagerhaltung, Schulung des Personals und langfristige Investitionssicherheit.

Herausforderungen für Wasserversorger: Kontinuität, Kompatibilität, Risiko

Für Wasserversorger stellt sich zuerst die Frage nach der Versorgungssicherheit: Sind Ersatz- und Erweiterungskomponenten auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch verfügbar – und zwar systemkompatibel zu heute bestehenden Netzen? Existiert ein komplettes Sortiment plötzlich nicht mehr, drohen „Sortimentsinseln“ im Netz: unterschiedliche Verbindergeometrien, Klemmprinzipien und Materialien, die im Störungsfall zusätzliche Fehlerquellen eröffnen.

Beim Sortimentswechsel steigt in der Übergangsphase das Risiko für Montagefehler, weil sich Abläufe, Werkzeuge und Vorgaben verändern. Für Wasserversorger bedeutet das: Der Systemwechsel ist nicht nur eine Beschaffungs-, sondern immer auch eine Risikofrage im Netzbetrieb.

Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte: Parallelhaltung alter und neuer Systeme verursacht höhere Lagerbestände und kompliziertere Disposition. Gerade kleinere Versorger mit begrenzten Ressourcen benötigen deshalb Lösungen, die den Systemwechsel möglichst reibungslos gestalten und gleichzeitig zukünftige regulatorische Anforderungen bereits abdecken.

Bleifrei-Regulatorik: vom nationalen Rahmen zur europäischen Materialpositivliste

Parallel zur Marktdynamik verschärfen sich die hygienischen Anforderungen an Materialien im Trinkwasserkontakt deutlich. In Deutschland gelten aktuell noch die nationalen Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes (UBA) gemäß § 15 Trinkwasserverordnung, einschließlich Positivlisten und Prüfvorschriften. Diese legen unter anderem fest, welche metallischen Werkstoffe und organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser eingesetzt werden dürfen und unter welchen Prüfbedingungen ihre Eignung nachzuweisen ist.

Besonders relevant für metallische Verbinder ist die Absenkung des Bleigrenzwerts im Trinkwasser: In Deutschland wird dieser Grenzwert ab dem 12.01.2028 auf 5,0 µg/l reduziert. Das UBA hat bereits Werkstoffe identifiziert, die ab diesem Zeitpunkt nicht mehr eingebaut werden dürfen. Die europäische Positivliste enthält nur noch Legierungen, die diesen strengeren Grenzwert einhalten. Für bleihaltige Messinglegierungen bedeutet das faktisch ein Auslaufen im Neuanlagen- und Sanierungsbereich. Für Netzbetreiber ist damit klar: Zukünftige Sortimentsentscheidungen müssen bleifrei sein, wenn sie in Zukunft rechtssicher eingesetzt werden sollen.

 

Klemmverbinder mit festem Stützrohr / Quelle: Beulco

Klemmverbinder mit losem Stützrohr / Quelle: Beulco

Klemmverbinder ohne Stützrohr / Quelle: Beulco

Was bedeutet das in der Praxis?

Für Wasserversorger ergibt sich eine doppelte Herausforderung:

  • Sortimentswandel durch den Rückzug einzelner Anbieter und die Notwendigkeit, bewährte Systeme zu ersetzen.
  • Gleichzeitig die Verpflichtung, auf bleifreie, europarechtskonforme Materialien umzustellen, die sowohl die nationale Übergangsphase als auch die spätere EU-Regulierung sicher abdecken.

Planungssicherheit entsteht nur, wenn beide Ebenen gemeinsam betrachtet werden: Wer heute ein neues Verbindersystem freigibt, muss sicherstellen, dass die eingesetzten Legierungen in der europäischen Positivliste enthalten sind bzw. bleiben, und dass der Hersteller den Übergang vom UBA-System zur EU-Konformitätsbewertung aktiv gestaltet (z. B. durch frühzeitige Neubewertungsanträge bei der ECHA).

Lösungsansätze: Sortimentsstrategie und Verbindungstechnik

1. Systemwahl: Kompatibilität und Langfristverfügbarkeit

Eine zentrale Stellschraube ist die Auswahl eines durchgängigen Verbindersortiments, das die Anforderungen von Neuverlegung, Bestandserweiterung und Reparatur gleichermaßen abdeckt.

Systemfamilien mit verschiedenen Ausprägungen – etwa Varianten mit festem oder losem Stützrohr und eine Ausführung ohne Stützrohr – ermöglichen es Versorgern, je nach Anwendung (Neubau, Sanierung, Reparatur) gezielt zu wählen, bleiben aber technisch und logistisch innerhalb einer Sortimentslogik. Das erleichtert den Umstieg von auslaufenden Systemen, ohne die Komplexität in Lager und Baustellenlogistik zu erhöhen.

2. Bleifreiheit als strategische Vorgabe

Angesichts der Absenkung des Bleigrenzwerts und der europäischen Positivliste ist die konsequente Entscheidung für bleifreie Messingwerkstoffe im Trinkwasserbereich keine optionale Produktoptimierung mehr, sondern eine regulatorische Notwendigkeit. Versorger sollten bei Neufreigaben gezielt prüfen:

  • Ist der Werkstoff bleifrei und aktuell in der nationalen bzw. europäischen Positivliste enthalten?
  • Liegen gültige Konformitätsbestätigungen vor, die über 2026 hinaus Bestand haben?
  • Hat der Hersteller eine Roadmap für die Umstellung auf die EU-Zertifizierung und Kennzeichnung vorgelegt (inkl. Fristen bis 2032)?

So lässt sich vermeiden, dass heute eingeführte Systeme bereits in wenigen Jahren erneut ausgetauscht werden müssen, weil sie die künftigen Grenzwerte nicht mehr erfüllen.

3. Montage- und Betriebssicherheit

Technische Konzepte, die Dicht- und Klemmfunktion trennen, Rohrverdrehungen konstruktiv verhindern und Oberflächenrauheiten kompensieren, adressieren typische Fehlerquellen auf der Baustelle. Für den Netzbetreiber zählen hier:

  • reproduzierbare Montageabläufe in wenigen, klar definierten Schritten
  • geringe Anfälligkeit für Montagefehler (z. B. keine Abhängigkeit von exakt positionierten Stützrohren oder empfindlichen Kunststoffklemmringen)
  • hohe Zug- und Druckfestigkeit, auch bei Bodensetzungen und Druckstößen.

4. Übergangsmanagement und Bestandsschutz

Die europäische Regelung sieht ausdrücklich Übergangsfristen und Bestandsschutz für bereits eingesetzte Produkte vor, solange die Anlagen korrekt betrieben werden und die Trinkwasserqualität eingehalten wird. Für Versorger eröffnet das die Möglichkeit, den Sortimentswechsel gesteuert vorzunehmen:

  • Altbestand weiterhin rechtssicher betreiben
  • Neuprojekte und größere Sanierungsmaßnahmen bereits mit bleifreien, EU-tauglichen Systemen ausführen
  • nach und nach technische Richtlinien, Ausschreibungen und Schulungen auf das neue Sortiment umstellen.

Ein enger Austausch mit Systemanbietern, die ihre Materialien und Zertifizierungen proaktiv auf das neue europäische Regelwerk ausrichten, erleichtert diesen Übergang erheblich.

So entsteht aus dem aktuellen Sortimentswandel keine reine Restrisiko-Debatte, sondern die Chance, Verbindungstechnik im Tiefbau langfristig robuster, hygienischer und normenkonform aufzustellen – von der einzelnen Klemmverbindung bis zur strategischen Netzplanung.

Bewährte Verbindungstechnik als zukunftssichere Sortimentsbasis

Im Ergebnis dieses Sortiments- und Regulierungswandels rücken Lösungen in den Fokus, die sowohl technisch belastbar als auch langfristig rechtssicher sind.

Das aktuelle Verbindersortiment von Beulco bietet durchgängige Lösungen für Neuverlegung, Bestandserweiterung und Reparatur, deckt typische Hausanschlussdimensionen ab und erlaubt die sichere Verbindung gängiger Kunststoffrohre ohne Systembruch. Für metallische Komponenten kommen trinkwassergeeignete, bleifreie Werkstoffe zum Einsatz, die die künftigen Anforderungen an Bleigrenzwerte erfüllen und auf die langfristige Einhaltung der Trinkwassergüte ausgelegt sind. Für Netzbetreiber bedeutet das: Sie können den notwendigen Sortimentswechsel nutzen, um auf ein Verbinderprogramm umzustellen, das sowohl technisch bewährt als auch regulatorisch zukunftsfähig ist – und damit das Risiko weiterer Systemwechsel in den kommenden Jahren deutlich reduziert.

 

Weitere Informationen

Quelle: Beulco

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Neue Membranfilter setzen Maßstäbe in der Abwasserreinigung

03. September 2026 um 14:30

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet den Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer und Geschäftsführer von Membion, mit dem Deutschen Umweltpreis 2026 aus. Er teilt sich die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung mit der Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen. Die Preisverleihung findet am 25. Oktober in Aachen statt.

Vossenkaul wird für seine Entwicklungen im Bereich der Hohlfasermembranen für die Abwasserreinigung geehrt. Die Technologie verbindet eine hohe Reinigungsleistung mit einem geringeren Energie- und Platzbedarf und soll Membrantechnik auch wirtschaftlich konkurrenzfähig zur klassischen Klärtechnik machen.

Membrantechnik für neue Anforderungen

Mit der 2025 in Kraft getretenen EU-Kommunalabwasser-Richtlinie steigen die Anforderungen an die Abwasserreinigung. Zum besseren Schutz der Gewässer vor Mikroschadstoffen ist eine vierte Reinigungsstufe vorgesehen. Die Richtlinie muss bis Ende Juli 2027 in der EU umgesetzt werden.

Die von Membion entwickelte Membrantechnologie ist modular aufgebaut und eignet sich insbesondere für Kläranlagen mit begrenztem Platzangebot. Die Hohlfasermembranen bestehen aus dünnen, rund 1,60 Meter langen Röhrchen. Ihre Poren sind so fein, dass unter anderem Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Abwasser herausgefiltert werden können. In Verbindung mit Aktivkohle lassen sich auch Arznei- und Kosmetikrückstände entfernen.

Bei der Membranbioreaktor-Technologie werden die Membranmodule direkt in den Klärschlamm eingetaucht. Das zuvor biologisch gereinigte Wasser wird durch die Membranen abgesaugt. Herkömmliche Rundbecken zur Trennung von Schlamm und Wasser sind dadurch nicht erforderlich. Das aufbereitete Wasser ist zwar kein Trinkwasser, kann aber beispielsweise zur Bewässerung in der Landwirtschaft genutzt werden.

Mehr als 90 Prozent weniger Energie für die Spülung

Ein entscheidender Ansatzpunkt der Entwicklung ist die Reinigung der Membranen. Bei bisherigen Membranbioreaktoren war dafür ein vergleichsweise hoher Energieeinsatz erforderlich, was Betreiber häufig von einer Installation abhielt. Seit fast fünf Jahren wird die Membion-Technologie in einer Pilot-Kläranlage in Konzen bei Monschau gemeinsam mit herkömmlichen Plattenmodul-Membranfiltern eingesetzt. Dabei konnte der Energieverbrauch für die Spülung der Membranen um mehr als 90 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig verringerte sich der Platzbedarf um 75 Prozent.

Möglich wird dies unter anderem durch sogenannte Geysir-Elemente unterhalb der Membranen. Kurze Luftpulse bewegen den Schlamm nach oben und halten so die Membranporen sauber. Das als „JetSplash“ bezeichnete Verfahren ist eines von insgesamt 28 Patenten Vossenkauls.

Großanlage in Wolfsburg geplant

Die Membion-Technologie wird bereits in industriellen Anwendungen eingesetzt, unter anderem beim Galvanik-Unternehmen Collini und beim Lebensmittelhersteller McCain. Künftig soll sie außerdem das Herzstück von Deutschlands größter Membran-Kläranlage in Wolfsburg-Stahlberg bilden. Dort sollen 3.000 Fußelemente eingesetzt werden, in denen jeweils mehr als 1.600 Membranen verankert sind.

In Deutschland reinigen rund 8.700 öffentliche Kläranlagen jährlich etwa 8,3 Milliarden Kubikmeter Abwasser. Weltweit gelangen laut DBU bis zu 80 Prozent des anfallenden Abwassers ungeklärt in die Umwelt.


Quelle: Neue Ära für die Abwasserreinigung – DBU

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