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Klimawandel erhöht Investitionsdruck auf Wasserversorger

01. September 2026 um 13:10

Deutschlands Trinkwasserversorgung gilt weiterhin als sicher. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und veränderte Niederschlagsmuster erhöhen den Anpassungsdruck auf die Wasserversorger. Damit die Versorgung auch unter den Bedingungen des Klimawandels zuverlässig bleibt, sind umfangreiche Investitionen in Wassergewinnung, Speicher, Leitungsnetze und weitere Infrastruktur erforderlich.

Hoher Investitionsbedarf trifft auf begrenzte Mittel

Eine aktuelle Umfrage unter den wasserversorgenden Stadtwerken der Thüga-Gruppe, Deutschlands größtem Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger, macht die finanzielle Herausforderung deutlich. 86 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Investitionsbedarf für eine zukunftssichere Wasserversorgung als hoch oder sehr hoch. Zugleich geben 76 Prozent an, dass sich die notwendigen Investitionen mit den derzeitigen Wasserpreisen nicht finanzieren lassen.

Klimaanpassung ist damit nicht allein eine technische Aufgabe. Entscheidend ist auch die Frage, wie sich eine langfristig sichere Wasserversorgung finanzieren lässt.

„Versorgungssicherheit ist nicht zum Nulltarif zu haben“, fasst ein Teilnehmer der Umfrage die Herausforderung zusammen.

Neben den zusätzlichen Anforderungen durch den Klimawandel steigen auch die Kosten für Erhalt, Modernisierung und Ausbau der bestehenden Infrastruktur.

Versorgungssicherheit braucht tragfähige Finanzierung

Aus Sicht der Stadtwerke ist deshalb eine breitere gesellschaftliche Diskussion über den Wert von Trinkwasser notwendig. Dabei müsse deutlich werden, dass eine zuverlässige Wasserversorgung langfristige und erhebliche Investitionen erfordert.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht möglichst hohe Wasserpreise, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Versorgungssicherheit, Investitionsbedarf und Bezahlbarkeit.

Ein weiterer Teilnehmer der Umfrage formuliert es so: „Wir brauchen eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu angemessenen und transparenten Preisen.“

Auch beim Umgang mit Trinkwasser sehen die Befragten Handlungsbedarf: „Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Es sollte primär auch nur für diesen Zweck verwendet werden!“

Zugleich sollten zusätzliche Kosten, die durch Verschmutzungen und einen erhöhten Reinigungsaufwand entstehen, nicht von der Allgemeinheit getragen werden. Die Wasserversorgung müsse künftig stärker in größeren Strukturen gedacht werden. Zudem sollten die Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen nach dem Verursacherprinzip getragen werden.

Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Wasserversorgern könnte zusätzlich dazu beitragen, Know-how zu bündeln, effizienter zu arbeiten und Investitionen gemeinsam umzusetzen. Die bestehende Finanzierungslücke lässt sich dadurch allein jedoch nicht schließen.

Investitionen müssen frühzeitig angestoßen werden

Für die Wasserversorger ist deshalb entscheidend, die Anpassung an den Klimawandel nicht erst dann voranzutreiben, wenn dessen Auswirkungen unmittelbar spürbar werden. Wassergewinnungsanlagen, Speicher und Leitungsnetze haben lange Planungs- und Nutzungszeiträume. Investitionsentscheidungen müssen entsprechend frühzeitig getroffen werden.

„Die deutsche Wasserversorgung ist eine der zuverlässigsten der Welt. Das bleibt sie nur, wenn wir jetzt investieren. In Anbetracht des Klimawandels wird nicht die Frage sein, ‚ob‘ wir investieren, sondern ob wir es rechtzeitig tun“, sagt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Thüga.


Quelle: Thüga AG

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Feuchteverträgliches Spachtelharz für die robotergestützte Kanalsanierung

01. September 2026 um 08:00

Konudur Robopox 26 ist eine standfeste, maschinell verarbeitbare Zweikomponenten-Epoxidharzspachtelmasse. Die auf den Spachtelprozess abgestimmte Viskosität ermöglicht eine präzise Verarbeitung, auch im Überkopfbereich. Das Material haftet zuverlässig auf trockenen, mattfeuchten und feuchten mineralischen Untergründen sowie auf Schlauchlinern. Konudur Robopox 26 ist feuchteverträglich und härtet auch unter Wasser aus. Darüber hinaus zeichnet sich das Spachtelharz durch eine hohe chemische Beständigkeit sowie gute mechanische Eigenschaften nach der Erhärtung aus.

Effiziente maschinelle Verarbeitung mit weniger Verpackungsaufwand

Die Epoxidharzspachtelmasse ist sowohl in Blechgebinden als auch in Schlauchbeuteln verfügbar. In Kombination mit handelsüblichen Mischanlagen bietet Konudur Robopox 26 eine effiziente Lösung für die maschinelle Verarbeitung. Das Anmischen des Materials mittels Mischanlage und Schlauchbeutel reduziert den Reinigungsaufwand und verringert den Verbrauch von Transportverpackungen.


Quelle: MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG Chemische Fabriken

 

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Aktionswoche für mehr Grün in Städten

31. August 2026 um 12:21

Vom 14. bis 20. September 2026 steht bundesweit eine Woche lang die Begrünung und Entsiegelung im Mittelpunkt. Die Aktionswoche Gebäudegrün lädt auch in diesem Jahr wieder zum Mitmachen ein. Initiator der Image- und Aufklärungskampagne ist der Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG), der die verschiedenen Aktionen sammelt und auf einer interaktiven Karte veröffentlicht.

Begrünung bundesweit voranbringen

Während der Aktionswoche finden in ganz Deutschland Veranstaltungen in Präsenz, online und in hybrider Form statt. Ziel ist es, die Themen Begrünung und Entsiegelung an möglichst vielen Orten aufzugreifen und weiter voranzubringen. Im Fokus stehen dabei der Informations- und Wissenstransfer, der Abbau von Vorbehalten und die Motivation, selbst Begrünungsmaßnahmen umzusetzen.

Die Angebote richten sich unter anderem an Städte, Planende und Bauende sowie an die breite Bevölkerung. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik gehören zu den Zielgruppen. An der Umsetzung vor Ort beteiligen sich Verbände und deren Mitglieder, Kommunen, Naturschutzorganisationen und Unternehmen.

Exkursionen, Beratung und Aktionen vor Ort

Auch der BuGG und zahlreiche seiner Mitglieder beteiligen sich mit eigenen Angeboten. Mit dabei sind unter anderem die Naturdachwelten GmbH, die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg, das Institut für Akustik und Bauphysik der Universität Stuttgart sowie die Städte Karlsruhe, Lübeck und Bonn.

Im Rahmen der BuGG-Exkursionsreihe „Stadt. Dach. Fassade. GebäudeGrün“ können Interessierte in München und Erfurt bereits umgesetzte Projekte der Dach- und Fassadenbegrünung besichtigen.

Klimaanpassung im Mittelpunkt

Während des Aktionszeitraums findet außerdem die Beratungswoche „GebäudeGrünHoch3“ des BuGG und der Stadt Freiburg im Breisgau statt. In Offenburg können sich Unternehmen kostenfrei über verschiedene Maßnahmen zur Klimaanpassung informieren. Unterstützt wird die Aktionswoche Gebäudegrün 2026 von den BuGG-Mitgliedern Carl Stahl ARC, Metz Gebäudebegrünung, Mobilane und Zinco.

Zur Aktionswebsite

Quelle: BuGG

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Sportverein plant Schutz vor Hitze und Starkregen

31. August 2026 um 07:40

Ein Gründach für den Zuschauerbereich, Sonnenschutz am Vereinsheim, eine Regenwasserzisterne, wasserdurchlässige Flächen und eine begrünte Fassade bilden die fünf zentralen Bausteine eines neuen Klimaanpassungskonzepts für den FSV Cappel. Entwickelt wurde es vom Öko-Institut gemeinsam mit dem Fußballverein, dem Architekturbüro Atelier Spitzner und der Lean FM GmbH. Gefördert wurde das Projekt über die Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Der FSV Cappel zählt mehr als 550 Mitglieder. Rund 400 davon sind aktive Spielerinnen, darunter etwa 300 Kinder und Jugendliche. Auch Seniorinnen halten sich regelmäßig auf dem Vereinsgelände auf. Gerade Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen können durch zunehmende Hitze, intensive UV-Strahlung und mangelnden Witterungsschutz besonders belastet werden.

„Unser Klimaanpassungskonzept verbindet wissenschaftliche Analysen mit den Erfahrungen der Menschen, die die Anlage täglich nutzen“, sagt Stefanie Degreif, Projektleiterin am Öko-Institut. „Gemeinsam konnten wir Maßnahmen entwickeln und bewerten, die gezielt auf die Situation beim FSV Cappel zugeschnitten sind.“

Versiegelte Flächen verstärken die Belastung

Die Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Hitze und starke Sonneneinstrahlung Probleme auf der Sportanlage verursachen. Wenige Schattenplätze, versiegelte Asphaltflächen und ein fehlender außenliegender Sonnenschutz begünstigen die Aufheizung des Vereinsheims und seiner Umgebung. Besonders deutlich wird dies auf dem Kunstrasenplatz: Bei einer Lufttemperatur von rund 35 Grad Celsius kann sich dessen Oberfläche auf bis zu 55 Grad Celsius erwärmen. Hinzu kommt das Risiko durch Starkregen. Da große Teile des Geländes versiegelt sind, kann Niederschlagswasser nur begrenzt versickern. Überflutete oder nasse Bereiche können den Trainings- und Spielbetrieb beeinträchtigen. Gleichzeitig fehlen teilweise geschützte Bereiche, in die sich Menschen bei schlechtem Wetter zurückziehen können.

„Das Vereinsgelände ist ein Treffpunkt für viele unterschiedliche Menschen. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich Kinder, Aktive, ältere Mitglieder und Zuschauer*innen auch bei zunehmender Hitze oder Starkregen sicher dort aufhalten können“, sagt Reiner Muth vom FSV Cappel. „Das Konzept gibt uns eine konkrete Grundlage, um die Anlage Schritt für Schritt klimaangepasster zu gestalten.“

Aus 40 Ideen werden fünf konkrete Vorhaben

Insgesamt sammelte das Projektteam 40 mögliche Ansätze, um das Sportgelände widerstandsfähiger gegenüber den Folgen von Extremwetter zu machen. In einem mehrstufigen Auswahlprozess wurden daraus fünf bauliche Maßnahmen priorisiert und anschließend einer umfassenden Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.

Gründach über dem Zuschauerbereich: Eine Holzkonstruktion mit begrüntem Retentionsdach soll die barrierefreien Rollstuhl- und Begleitplätze künftig vor Sonne, Hitze und Niederschlag schützen. Gleichzeitig kann das Dach Regenwasser zurückhalten, durch Verdunstung zur Kühlung beitragen und zusätzliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen.

Sonnenschutz am Vereinsheim: An der südwestlichen Fensterfront sollen regelbare außenliegende Sonnenschutzsysteme den Wärmeeintrag und die Blendwirkung reduzieren. Für den Gastraum und den Außenverkauf sind jeweils an die Nutzung angepasste Lösungen vorgesehen.

Regenwasserzisterne: Niederschlagswasser soll gesammelt und anschließend zur Bewässerung der Kinderarena genutzt werden. Damit lässt sich der Trinkwasserverbrauch reduzieren. Gleichzeitig verbleibt mehr Regenwasser auf dem Gelände und kann über die Rasenflächen versickern, anstatt direkt in die Kanalisation abgeleitet zu werden.

Teilentsiegelung des Eingangsbereichs: Die vorhandene Asphaltfläche soll einem wasserdurchlässigen Pflasterbelag weichen. Dabei müssen sowohl die Barrierefreiheit als auch die Befahrbarkeit für Rettungsfahrzeuge erhalten bleiben. Wenn möglich, sollen gebrauchte Pflastersteine wiederverwendet werden.

Begrünung der Südfassade: Kletterpflanzen und Rankhilfen sollen die stark der Sonne ausgesetzte Fassade verschatten. Neben einer kühlenden Wirkung auf das Gebäudeumfeld kann die Begrünung die Artenvielfalt fördern und zur Verbesserung der Luftqualität beitragen. Ein Pflege-, Bewässerungs- und Kontrollkonzept soll die Wirkung langfristig sichern.

Mitglieder bringen Erfahrungen aus dem Vereinsalltag ein

Bei der Erarbeitung des Konzepts wurden die Menschen, die das Gelände regelmäßig nutzen, frühzeitig einbezogen. An einer Befragung nahmen 155 Vereinsmitglieder und Besucher*innen verschiedener Altersgruppen und mit unterschiedlichen Funktionen im Verein teil.

In einem Workshop im Februar 2026 diskutierten Vertreterinnen verschiedener Vereinsgruppen die möglichen Anpassungsmaßnahmen und legten gemeinsam Prioritäten fest. Die fünf ausgewählten Vorhaben verbinden damit wissenschaftliche und bauliche Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen der Nutzerinnen.

Mit dem Klimawandel nehmen Hitzeperioden, Dürren und Starkregenereignisse in Deutschland zu. Die Folgen betreffen nicht nur Vereinsgebäude und Sportflächen, sondern auch Sportlerinnen, Zuschauerinnen, Betreuungspersonen und weitere Menschen, die sich dort aufhalten. Maßnahmen zur Klimaanpassung sollen daher sowohl die Infrastruktur als auch die Gesundheit der Nutzer*innen schützen.

Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Marburg

Mit seinem Klimaanpassungskonzept orientiert sich der FSV Cappel an den entsprechenden Zielen der Stadt Marburg und will einen konkreten Beitrag zu einer klimaresilienten Stadtentwicklung leisten. Dazu arbeitet der Verein mit den zuständigen Fachbereichen der Stadt zusammen, um die geplante Weiterentwicklung des Sportgeländes mit den kommunalen Klimazielen abzustimmen.


Originalpublikation: Klimaanpassungskonzept für den Fußballverein FSV 1926 Cappel e.V. in Marburg | oeko.de

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Islands Eisschild prägte die Chemie des Nordatlantiks

28. August 2026 um 12:53

Das Wachstum und der Rückgang des isländischen Eisschildes haben die Meerwasserchemie des Nordatlantiks in den vergangenen 230.000 Jahren erheblich beeinflusst. Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel von Eis und Vulkanismus auf Island. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Instituts für Umweltphysik an der Universität Heidelberg nach der Untersuchung von Sedimentkernen vom Rockall Plateau im nordöstlichen Atlantik. Das Team analysierte dafür die Isotopenzusammensetzung des Seltene-Erden-Elements Neodym in den Bohrproben. Dabei zeigte sich, dass das isotopische Signal zwischen glazialen und interglazialen Perioden deutlich schwankte und dem „Rhythmus“ der Eiszeiten folgte, wie die Untersuchungen unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Frank zeigen.

Neodym als chemischer Fingerabdruck des Meerwassers

Die Isotopenzusammensetzung von Neodym (Nd) im Meerwasser gehört zu den häufig verwendeten Methoden, um Veränderungen der Ozeanzirkulation in der jüngeren geologischen Vergangenheit zu rekonstruieren. Grundlage ist die Annahme, dass die chemischen „Fingerabdrücke“ der großen Wassermassen über lange Zeiträume weitgehend konstant geblieben sind.

Die Ergebnisse der Heidelberger Wissenschaftler stellen diese Annahme zumindest für den Nordatlantik während glazialer Perioden infrage. Die Analysen der Tiefseesedimente vom Rockall Plateau zeigen, dass sich die Chemie des nordatlantischen Meerwassers wiederholt und deutlich verändert hat. Als Ursache sehen die Forschenden vulkanisches Material, das von Island in den Ozean gelangte.

Gesteinsmehl gelangte durch das Eis in den Atlantik

Verschiedene kontinentale Gesteine besitzen unterschiedliche isotopische Signaturen. Das Verhältnis der Isotope 143Nd und 144Nd des im Meerwasser gelösten Neodyms gibt deshalb Hinweise darauf, aus welchen Gesteinen das Seltene-Erden-Element herausgelöst wurde.

Rückte der Eisschild auf Island während eines Glazials vor und bewegte sich über das basaltische Grundgestein, entstanden große Mengen feinen und hochreaktiven Gesteinsmehls. Dieses Material gelangte in den Nordatlantik und setzte dort Neodym mit einer ausgeprägten radiogenen Signatur frei, das mit 143Nd angereichert war. Die Untersuchung der Neodym-Isotope aus dem Sedimentkern ODP Site 982 des Rockall Plateau zeigt, dass die oberen Wassermassen des Nordatlantiks während der Höhepunkte der Eiszeiten deutlich radiogener waren als während der warmen Zwischeneiszeiten. Die Schwankungen standen dabei in engem Zusammenhang mit dem Volumen des isländischen Eisschildes.

Meerwasserchemie folgte der Dynamik des Eises

Mithilfe eines sogenannten Boxmodells konnten die Heidelberger Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Analysen der Tiefseesedimente reproduzieren. Demnach verliefen die Veränderungen der Meerwasserchemie infolge des vulkanischen Eintrags nicht gleichmäßig. Vielmehr reagierten sie auf die Dynamik des Eises auf Island und erreichten während Phasen schneller Vergletscherung ihre stärkste Ausprägung.

„Das isotopische Signal folgte dem Rhythmus der Eiszeiten fast Schritt für Schritt“, sagt Dr. Antao Xu. „Das weist darauf hin, dass die isländischen Eisschilde selbst die treibenden Kräfte dafür waren, dass die Meerwasserchemie des Nordatlantiks während der vergangenen 230.000 Jahre mehrfach umgestaltet wurde.“

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass der Eisschild den Eintrag von Mikronährstoffen wie Eisen beeinflusste. Dies dürfte sich während der Eiszeiten auch auf das marine Leben und den Kohlenstoffkreislauf ausgewirkt haben, so Dr. Xu, der Mitglied der von Prof. Frank geleiteten Arbeitsgruppe „Physik der Umweltarchive“ ist.

Neue Erkenntnisse über die Regulierung der Ozeanchemie

„Die Ergebnisse unserer Forschungsarbeiten unterstreichen, dass die Eisschildsysteme in hohen Breitengraden bei der Regulierung der Ozeanchemie eine entscheidende Rolle spielen“, betont Prof. Frank.

Die Erkenntnisse haben nach Einschätzung des Wissenschaftlers weitreichende Konsequenzen für die Rekonstruktion vergangener Veränderungen der Ozeane. „Sie mahnen zur Vorsicht bei der Annahme, dass feste isotopische Fingerabdrücke existieren, die zur Rekonstruktion der vergangenen Ozeanzirkulation eingesetzt werden können. Zudem decken sie einen bislang unterschätzten Zusammenhang zwischen der Kryosphäre, der kontinentalen Verwitterung und der Chemie des Ozeans auf.“

Sedimentkerne dokumentieren vergangene Klimaphasen

Die Untersuchungen waren Teil eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Ozeanzirkulation und geochemische Kreisläufe während großer Klimawandelphasen der Vergangenheit entwickelt haben. Die Forschung basiert auf Sedimentkernen einer Expedition des Ocean Drilling Program (ODP) / International Ocean Discovery Program (IODP). Zur Verfügung gestellt wurden die Proben vom IODP Bremen Core Repository am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Die Ergebnisse der Heidelberger Forschungsarbeiten sind in „Science Advances“ erschienen.

Weitere Informationen

Originalpublikation: A. Xu, K. Just, A. M. Piotrowski, J. Stohl, N. Frank: Ice-sheet dynamics drive glacial-interglacial shifts in North Atlantic seawater neodymium isotopes. Science Advances (19 August 2026), DOI: 10.1126/sciadv.aeg5747

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Wasserversorgung unter wachsendem Anpassungsdruck

27. August 2026 um 12:21

Niedrigwasser, trockene Böden, Waldbrände und regionale Einschränkungen bei der Wassernutzung prägen den Sommer 2026. Dennoch erweist sich die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland insgesamt weiterhin als stabil. Das geht aus dem Klimaresilienz-Index Wasser hervor, den der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches zum zweiten Mal erhoben hat.

Mit 48 von 100 Punkten liegt der Index geringfügig unter dem Vorjahreswert von 49 Punkten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wasserversorgungsunternehmen die aktuellen Belastungen weiterhin zuverlässig bewältigen. Gleichzeitig bleibt der Druck hoch, die Systeme an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

DVGW-Vorstand Wasser Dr. Wolf Merkel erklärt: „Die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland ist leistungsfähig und resilient. Der Klimaresilienz-Index 2026 zeigt aber auch, dass wir heute die Voraussetzungen schaffen müssen, um die Versorgungssicherheit auch unter künftig verschärften Klimabedingungen dauerhaft zu gewährleisten.“

Klimaanpassung als langfristige Aufgabe

Wie sich Wasserversorger auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen, zeigt unter anderem das Beispiel Düsseldorf. Dr. Verena Svensson, Leiterin Wasserversorgung der Stadtwerke Düsseldorf, betont: „Die Wasserversorgung klimaresilient aufzustellen, ist eine Daueraufgabe und keine Modeerscheinung. Dazu führen die Stadtwerke Düsseldorf regelmäßig Analysen durch, wie zum Beispiel Szenario basierte Prognosen des zukünftigen Wasserbedarfs und Auswirkungen von Niedrigwasserständen auf die Gewinnungsanlagen. Jüngstes Beispiel für den Ausbau der Infrastruktur ist der Bau eines neuen Trinkwasserspeichers, um auch bei höheren Bedarfsspitzen langfristig die Versorgungssicherheit für Düsseldorf und die Region zu garantieren.“

Insgesamt erreicht der Klimaresilienz-Index 48 Punkte und bewegt sich damit weiterhin im mittleren Bereich. Vergleichsweise positiv werden die Robustheit der Wasserversorgung mit 59 Punkten und der Anpassungsgrad mit 53 Punkten bewertet. Schwächer schneiden dagegen die Handlungsfähigkeit mit 43 Punkten, der rechtliche Rahmen mit 40 Punkten sowie die Zukunftsperspektive mit 46 Punkten ab.

 

Quelle:DVGW

Spitzenbedarfe und Investitionen nehmen zu

Die Wasserversorgungsunternehmen beobachten zunehmend höhere Spitzenwasserbedarfe und eine stärkere Beanspruchung ihrer Systemressourcen. Das Wassermengen- und Engpassmanagement wird aktuell zwar noch positiv eingeschätzt, für die kommenden Jahre erwarten die Unternehmen jedoch eine Verschlechterung. Gleichzeitig gewinnt das Monitoring von Veränderungen des Wasserdargebots an Bedeutung. Zu den weiteren Faktoren, die die Verwundbarkeit der Versorgung erhöhen können, gehören der steigende Investitionsbedarf für Klimaanpassungsmaßnahmen sowie die langfristige Sicherung der Trinkwasserressourcen.

Vor allem größere Wasserversorger sehen sich beim Erhalt und bei der Anpassung ihrer Infrastruktur unter zunehmendem Druck. Als größtes strukturelles Risiko bewerten die befragten Unternehmen den Fachkräftemangel.

Genehmigungsverfahren bremsen Infrastrukturprojekte

Verbesserungsbedarf sehen die Versorger zudem bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere langwierige Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren gelten als wesentliches Hindernis für eine schnelle Anpassung der Infrastruktur.

Wolf Merkel fordert deshalb: „Klimaanpassung in der Wasserversorgung braucht mehr Tempo. Wer zusätzliche Wassergewinnungskapazitäten, Speicher, Verbundsysteme oder Aufbereitungsanlagen schaffen will, benötigt verlässliche und vor allem schnellere Genehmigungsprozesse mit deutlich weniger Bürokratie. Das sind zentrale Voraussetzungen für mehr Klimaresilienz.”

Als weitere zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen den Rückgang des natürlichen Wasserdargebots, den notwendigen Ausbau der Infrastruktur, steigende Spitzenbedarfe und Finanzierungsfragen. Hinzu kommen bürokratische Hürden und die Notwendigkeit, regionale Versorgungssysteme stärker miteinander zu vernetzen.

Merkel appelliert: „Die öffentliche Wasserversorgung ist heute resilient. Damit sie es auch morgen bleibt, müssen mehr Investitionen getätigt, Trinkwasserressourcen besser geschützt, Fachkräfte gesichert und regulatorische Hemmnisse konsequent abgebaut werden. Klimaanpassung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie muss jetzt höchste Priorität erhalten.“

227 Wasserversorger befragt

Der Klimaresilienz-Index Wasser ist als Wiederholungsbefragung konzipiert. Für die Erhebung 2026 wurden 227 Führungskräfte deutscher Trinkwasserversorgungsunternehmen online befragt.

Die Auswertung beruht auf 50 Indikatoren aus den fünf Themenfeldern Robustheit, Anpassungsgrad, Handlungsfähigkeit, rechtlicher Rahmen und Zukunftsperspektive. Um die Struktur der deutschen Wasserversorgung möglichst realitätsnah abzubilden, wurden die Ergebnisse nach der jeweiligen Wasserabgabe der Unternehmen gewichtet.


Quelle:DVGW

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Winzige Lebensgemeinschaft mit großer Bedeutung für die Ozeane

27. August 2026 um 07:38

In den nährstoffarmen Regionen der Weltmeere sind die Bedingungen für viele Organismen schwierig. Dennoch können sich winzige Meeresorganismen namens Collodaria dort seit Millionen von Jahren erfolgreich behaupten. Eine entscheidende Rolle spielen mikroskopisch kleine Algen, die in enger Gemeinschaft mit ihnen leben und für ihr Überleben unverzichtbar sind. Ein Forschungsteam des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse” an der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat nun untersucht, wie der Stoffwechsel dieser Lebensgemeinschaft funktioniert. Die Ergebnisse eröffnen neue Einblicke in die Abläufe mariner Ökosysteme.

Erfolgreiche Partnerschaft im nährstoffarmen Meer

Collodaria sind einzellige Meeresorganismen, von denen einige Arten große Kolonien in den lichtdurchfluteten oberen Schichten der Ozeane bilden. In diesen Kolonien leben Hunderte bis Tausende mikroskopisch kleiner Algen. Diese enge biologische Gemeinschaft wird als „Holobiont” bezeichnet und basiert auf einer klaren Arbeitsteilung zwischen den Partnern. Wie die Studie zeigt, produzieren die Algen durch Photosynthese Zucker und tragen damit wesentlich zur Energieversorgung bei. Die Collodaria wiederum bieten den Algen Schutz und nehmen wichtige Nährstoffe direkt aus dem umgebenden Meerwasser auf. Auf diese Weise profitieren beide Seiten von der engen Lebensgemeinschaft.

Lange war allerdings nicht eindeutig geklärt, auf welche Weise die Algen die Collodaria konkret unterstützen. Verschiedene wissenschaftliche Hypothesen gingen dabei zum Teil deutlich auseinander. Eine zusätzliche Herausforderung für die Forschung besteht darin, dass Collodaria äußerst empfindlich sind und bislang nicht dauerhaft unter Laborbedingungen kultiviert werden können. Das Jenaer Forschungsteam entwickelte deshalb einen feldbasierten Ansatz, um die Stoffwechselprozesse direkt unter natürlichen Bedingungen zu untersuchen.

Stoffaustausch direkt im Meer untersucht

Die Erstautorin Dr. Vera Nikitashina und Dr. Georg Pohnert, Professor für Analytische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, sammelten frische Collodaria-Kolonien direkt im offenen Ozean. Mithilfe stabiler Isotopenmarkierungen machten sie den Stoffaustausch zwischen den Organismen und ihren Algen sichtbar. Mit diesem Verfahren lässt sich verfolgen, wie zugeführte markierte Verbindungen in weitere Stoffwechselprodukte eingebaut werden. Dadurch konnten die Forschenden nachvollziehen, welche Stoffwechselwege innerhalb der Lebensgemeinschaft aktiv sind. Die Markierungsexperimente fanden direkt im Mittelmeer statt, die anschließenden detaillierten chemischen Analysen wurden im Labor in Jena durchgeführt.

„Es war faszinierend zu sehen, wie präzise diese biologische Partnerschaft organisiert ist”, sagt Georg Pohnert. „In diesen Regionen der Ozeane sind Nährstoffe äußerst knapp. Für Organismen, die keine Photosynthese betreiben, ist das Überleben sehr schwierig. Dennoch sind Collodaria in diesen Regionen außerordentlich häufig. Jetzt verstehen wir, wie sie die begrenzte Nährstoffversorgung überwinden – sie verlassen sich auf ihre mikroskopischen photosynthetischen Partner.”

„Zum ersten Mal konnten wir die chemische Natur der zwischen den Partnern ausgetauschten Verbindungen identifizieren”, ergänzt er. „Die Algen liefern durch Photosynthese erzeugte Zucker, während der Wirt schützende Verbindungen aus dem umgebenden Wasser aufnimmt. Diese hocheffiziente Arbeitsteilung im Mikromaßstab ist der Schlüssel dafür, dass diese Organismen selbst in den nährstoffärmsten Regionen der Ozeane gedeihen können.”

Neue Erkenntnisse für Klima- und Meeresforschung

Die Ergebnisse sind auch für die Klimaforschung von Bedeutung. Collodaria sind weltweit verbreitet und spielen eine wichtige Rolle in globalen biogeochemischen Kreisläufen. Die neuen Erkenntnisse über ihren Stoffwechsel können deshalb dazu beitragen, besser vorherzusagen, wie marines Plankton auf veränderte Umweltbedingungen und den Klimawandel reagiert.

Darüber hinaus könnten die Daten helfen, bestehende ökologische Modelle zur Produktivität der Meere und zur Speicherung von Kohlenstoff weiter zu verbessern. Damit lassen sich langfristig auch die Folgen menschlicher Einflüsse auf marine Ökosysteme genauer erfassen.

„Unsere Ergebnisse verfeinern die Sichtweise auf marine Nahrungsnetze grundlegend”, betont Vera Nikitashina. „Mit diesem Wissen können wir ökologische Modelle zur marinen Produktivität und Kohlenstoffspeicherung erheblich verbessern. Dadurch lassen sich die direkten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf marine Ökosysteme künftig besser verstehen und vorhersagen.”


Originalpublikation: Metabolic partitioning between photosynthesis and osmotrophy in Collodaria photosymbiotic holobionts | Nature Communications

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Studie zeigt Zusammenhang zwischen Wasserknappheit und Weizenpreisen

26. August 2026 um 12:12

Eine Dürre in einer einzelnen Agrarregion kann bereits erhebliche Ernteausfälle verursachen. Treffen starke Dürren jedoch mehrere der weltweit wichtigsten Weizenanbaugebiete gleichzeitig oder in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren, können die Folgen weit über die betroffenen Regionen hinausreichen. Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, wie sich solche Ereignisse auf die globalen Weizenpreise auswirken.

Dafür kombinierten die Forschenden Klimabeobachtungen, Daten zu weltweiten Anbaugebieten und Rohstoffpreisen mit Simulationen verschiedener Klimamodelle. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß starker Wasserknappheit in Weizenanbaugebieten und dem globalen Weizenpreis. Mit fortschreitender Erderwärmung könnte dieser Effekt weiter zunehmen.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Miroslav Trnka vom Global Change Research Institute (CzechGlobe) der Tschechischen Akademie der Wissenschaften geleitet. Beteiligt waren außerdem Prof. Dr. Jan Esper vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Prof. Dr. Max Torbenson, der inzwischen von der JGU an die Texas A&M University in den USA gewechselt ist. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Earth’s Future“ veröffentlicht.

Weizen reagiert besonders stark auf Wassermangel

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand Weizen, der für die weltweite Ernährung eine zentrale Rolle spielt. Er wird global auf einer größeren Fläche angebaut als Reis oder Mais, liefert einen erheblichen Anteil der aufgenommenen Kalorien und Proteine und gehört zu den international am stärksten gehandelten Agrarprodukten. Gleichzeitig liegen viele Weizenanbaugebiete in Regionen mit begrenzter Wasserverfügbarkeit.

Während frühere Untersuchungen zu den Folgen des Klimawandels für Nahrungsmittelpreise häufig langfristige Veränderungen der durchschnittlichen Ernteerträge betrachteten, wählte das Forschungsteam einen anderen Ansatz. Untersucht wurde, ob sich globale Getreidepreise mit dem räumlichen Ausmaß von Wasserknappheit während der Wachstumsphase der Pflanzen in Verbindung bringen lassen. Dazu entwickelten die Forschenden einen weltweit anwendbaren und auf die jeweilige Nutzpflanze zugeschnittenen Indikator für starke Wasserknappheit, die sogenannte „Severe Water Scarcity“ (SWS). Berücksichtigt werden sowohl kurzfristige als auch länger anhaltende Dürren. Im Fokus stehen die vier Monate vor der Ernte, in denen die Pflanzen besonders empfindlich auf Wassermangel reagieren.

Anschließend ermittelten die Forschenden, wie stark die Anbauflächen von Weizen, Mais und Reis von solchen Ereignissen betroffen waren, und verglichen die Ergebnisse mit den jeweiligen globalen Rohstoffpreisen. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich beim Weizen.

Hauptanbaugebiete von Reis, Mais und Weizen mit Hervorhebung der 10 wichtigsten Exportländer. Die Ringdiagramme zeigen die Anteile der drei wichtigsten Kulturpflanzen an der globalen Ackerfläche, der Kalorienversorgung und am Handel mit Agrarerzeugnissen. Abb./©: Trnka et al., Earth’s Future 14 (2026), e2025EF006095, CC BY 4.0

 

Wasserknappheit beeinflusst Weizenpreise deutlich

Ein Modell, das ausschließlich das Ausmaß starker Wasserknappheit berücksichtigt, konnte 74 Prozent der jährlichen Schwankungen der globalen Weizenpreise zwischen 2000 und 2021 erklären. Die Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 waren nicht in die Entwicklung des Modells eingeflossen. Dennoch konnte es auch für diesen von starken Verwerfungen auf den Weltmärkten geprägten Zeitraum die Größenordnung und Entwicklung der Weizenpreise grundsätzlich abbilden.

Bei Mais lassen sich demnach bis zu 40 Prozent der Preisschwankungen mit starker Wasserknappheit in Verbindung bringen. Für Reis stellten die Forschenden dagegen keinen vergleichbaren Zusammenhang fest.

Klimamodelle erwarten weiteren Preisanstieg

Für den Blick in die Zukunft wertete das Forschungsteam Simulationen von insgesamt 31 globalen Klimamodellen aus. Sie zeigen eine klare Tendenz: Mit zunehmender Erderwärmung nimmt starke Wasserknappheit in den Weizenanbaugebieten zu. Gleichzeitig steigen die auf Grundlage des Modells geschätzten Weizenpreise.

Bei einer globalen Erwärmung um 2 Grad Celsius gegenüber dem Referenzzeitraum 1951 bis 1980 ergibt das Modell einen durchschnittlichen Weizenpreis von rund 273 US-Dollar pro Tonne. Bei einer Erwärmung um 3 Grad Celsius steigt der geschätzte Preis auf 364 US-Dollar pro Tonne. Das entspricht etwa dem Dreifachen des inflationsbereinigten globalen Weizenpreises im Jahr 2010.

Dürren wirken sich über Anbauregionen hinaus aus

Die Entwicklung der Weizenpreise hängt allerdings nicht allein von Dürren ab. Auch Energie- und Düngemittelkosten, Lagerbestände, Wechselkurse, handelspolitische Entscheidungen, Markterwartungen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sowie geopolitische Konflikte beeinflussen die internationalen Agrarmärkte.

Die Studie macht jedoch ein klimabedingtes Signal sichtbar, das bislang nur schwer zu erfassen und zu quantifizieren war: Großräumige Wasserknappheit in mehreren wichtigen Produktionsregionen kann sich über die internationalen Märkte auf den weltweiten Weizenpreis auswirken. Das ist insbesondere mit Blick auf die globale Ernährungssicherheit relevant. Weizen ist für einen großen Teil der Weltbevölkerung ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sind mehrere bedeutende Produktionsregionen gleichzeitig oder kurz nacheinander von schweren Dürren betroffen, können die Folgen deshalb auch Länder und Haushalte treffen, die Tausende Kilometer von den eigentlichen Anbaugebieten entfernt liegen.

Die Forschenden plädieren daher dafür, bei künftigen Bewertungen der globalen Ernährungssicherheit nicht nur langfristige Veränderungen durchschnittlicher Ernteerträge zu betrachten. Auch großräumige, wiederkehrende und geografisch miteinander verbundene Ereignisse extremer Wasserknappheit, die mehrere wichtige Produktionsregionen gleichzeitig oder kurz nacheinander treffen, sollten stärker berücksichtigt werden.


Originalpublikation: Climate‐Induced Severe Water Scarcity Events as Harbingers of Global Wheat Price – Trnka – 2026 – Earth’s Future – Wiley Online Library

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Pilotanlage zur vierten Reinigungsstufe startet Praxistest in Ahrensburg

26. August 2026 um 08:01

Spurenstoffe aus Waschmitteln, Schmerzmitteln und anderen Alltagsprodukten gelangen täglich ins Abwasser und können von herkömmlichen Kläranlagen nur bedingt zurückgehalten werden. Die Pilotanlage zur vierten Reinigungsstufe der TH Lübeck ist nun erstmals ausgerückt. Ihr vorübergehender Standort: Ahrensburg. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden vor Ort soll in den kommenden Monaten untersucht werden, welches Verfahren sich für den Einsatz eignen könnte. Dabei treffen Forschung, Lehre und praktische Anwendung unmittelbar aufeinander.

Auf dem Gelände der Kläranlage in Reinfeld befindet sich die Versuchs- und Ausbildungskläranlage der Technischen Hochschule Lübeck. Direkt vor der Halle, in der Forschung und Lehre täglich Hand in Hand gehen, standen seit einigen Monaten rote und blaue Container. Vier von ihnen sind nun mithilfe eines Krans, zweier Lkw und eines Anhängers umgezogen. Gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein hat die TH Lübeck ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums gestartet. In den Containern befinden sich Pilotanlagen, mit denen unterschiedliche Verfahren der sogenannten vierten Reinigungsstufe untersucht werden.

Neue Anforderungen an die Spurenstoffelimination

Spurenstoffe stellen kommunale Kläranlagen zunehmend vor große Herausforderungen. Aufgrund der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) werden bestimmte Kläranlagen dazu verpflichtet, eine zusätzliche Reinigungsstufe einzubauen. Darunter fallen beispielsweise Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten sowie Anlagen ab 10.000 Einwohnerwerten in sensiblen Gebieten.

Letzteres ist auch der Grund dafür, dass die Pilotanlagen nun nach Ahrensburg transportiert wurden. Die Aue, in die das gereinigte Abwasser der Kläranlage eingeleitet wird, weist eine hohe Konzentration von Spurenstoffen auf. Eine Begründung liege darin, dass vor Ort ein hoher Abwasseranteil bestehe und daher nur wenig Verdünnung mit vorhandenem Flusswasser stattfinde, erklärt Sabrina Schwarz vom Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (LfU).

 

In dem grauen Turm befindet sich eine Filtrationsanlage. Foto: TH Lübeck.

Pilotanlagen erstmals unter Praxisbedingungen

Der Einsatz der Pilotanlagen könnte Aufschluss darüber geben, ob und welches Verfahren sich in Ahrensburg eignet, um die Werte der Aue zu verbessern.

Die mobile Forschungseinrichtung schaute sich auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt am Montag, dem 10. August 2026, genauer an, denn: „Sauberes Wasser ist die wichtigste Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Er ergänzt: „Die Verbesserung der größeren Klärwerke durch eine vierte Reinigungsstufe ist wichtig und dringlich, aber auch herausfordernd in der Umsetzung. Deshalb bauen wir seit diesem Jahr ein landeseigenes Spurenstoffzentrum auf. Mit dem Einsatz von Pilotanlagen sollen Verfahren wissenschaftlich begleitet getestet werden. Hier, an der Kläranlage Ahrensburg, kommen diese nun das erste Mal unter Praxisbedingungen zum Einsatz.“

Vor Ort stehen nun drei Container und ein Turm. Der kleinste blaue Container dient als Analysecontainer. Hier befindet sich die Mess- und Regeltechnik für die Anlagen. „Wir richten hier quasi ein kleines Labor ein“, sagt Jascha Hödl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes an der TH Lübeck.

In dem kleineren roten Container befindet sich die sogenannte Ozonungsanlage. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel und wird in der Abwasserwirtschaft zur Elimination von Mikroschadstoffen wie Arzneimittelrückständen, Hormonen oder Pestiziden eingesetzt. Dabei bricht Ozon die molekularen Strukturen organischer Stoffe auf und macht sie auf diese Weise unschädlich oder biologisch abbaubar.

Aktivkohle als zweite Verfahrensoption

In dem grauen Turm befindet sich eine Filtrationsanlage mit granulierter Aktivkohle. Anders als bei der Ozonung werden die Spurenstoffe hier absorbiert. Aufgrund der extrem großen spezifischen Oberfläche der Kohle können sich die Spurenstoffe an deren Struktur ablagern.

Im größten Container befindet sich quasi das Verteilerzentrum. Durch ein Netz aus Pumpen wird das gereinigte Abwasser der Kläranlage in die beiden Pilotanlagen geleitet, um eine tatsächliche vierte Reinigungsstufe aufzubauen. Da es sich aktuell noch um eine Testphase handelt, wird das Abwasser nach der erneuten Reinigung nicht in die Aue geleitet, sondern zurück in den Kreislauf des Klärwerks. Im Fokus stehen zunächst die im Versuch gewonnenen Messwerte.

„Wir haben vorab bereits Untersuchungen durchgeführt“, erklärt Hödl. „Wir haben den Zu- und Ablauf beprobt und geschaut, was die Anlage bereits herausfiltert.“

Auf dieser Grundlage wurde entschieden, mit welchen Methoden vor Ort weitere Untersuchungen stattfinden sollen. Beide Verfahren können sowohl einzeln als auch in einer Reihenschaltung eingesetzt werden. Welche Empfehlungen die Forschenden am Ende geben können, soll sich voraussichtlich im Frühjahr 2027 zeigen. Bis dahin sollen die Container in Ahrensburg bleiben.

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Nachruf Dipl.-Ing. Hartmut Schwieger verstorben

25. August 2026 um 12:36

Die Landesgütegemeinschaft Erhaltung von Bauwerken Hessen-Thüringen e.V. (LGGHuT) trauert um ihren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hartmut Schwieger, der am 25. Mai plötzlich verstorben ist. Mit ihm verlieren die LGGHuT und die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. einen erfahrenen Bautechnik-Experten und langjährigen Kollegen.

Langjähriges Engagement für die Bauwerkserhaltung

Hartmut Schwieger studierte von 1990 bis 1996 Bauingenieurwesen an der TU Braunschweig. Nach beruflichen Stationen im technischen Vertrieb und beim Bundesverband Kalksandsteinindustrie in Hannover war er seit dem 1. August 2010 beim Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. als Leiter der Abteilung Bautechnik tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf der Qualitätssicherung und der Erhaltung von Bauwerken. Als Geschäftsführer der LGGHuT setzte er sich für verlässliche technische Standards und die Weiterentwicklung der Bauwerksprüfung ein.

Besonders wichtig waren ihm die Qualifizierung und Zertifizierung der Aus- und Fortbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Bauwerksprüfung. Auch das jährliche Fachsymposium der LGGHuT in Bad Nauheim prägte er maßgeblich mit. Unter dem Leitthema „Bauwerke instand setzen – heute und morgen“ beschäftigt sich die Veranstaltung mit aktuellen Entwicklungen, neuen Materialien und digitalen Methoden. Darüber hinaus engagierte sich Schwieger im Beirat des VFIB für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung in der Bauwerksprüfung.

 

Quelle: Familie Schwieger/Landesgütegemeinschaft Erhaltung von Bauwerken Hessen – Thüringen e.V. (LGGHuT e.V.)

Fachlich versiert und persönlich geschätzt

Kolleginnen und Kollegen schätzten Hartmut Schwieger für seine große Fachkenntnis, seine Verlässlichkeit und seine sorgfältige Arbeitsweise. Technische Fragestellungen analysierte er gründlich und mit Blick auf die praktischen Folgen von Entscheidungen. Seine Einschätzungen basierten auf umfassendem Wissen und langjähriger Erfahrung. Auch persönlich galt er mit seiner ruhigen, besonnenen Art und seinem trockenen Humor als geschätzter Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der LGGHuT.

Mit Hartmut Schwieger verlieren die LGGHuT und die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. einen engagierten Fachmann, der die Bauwerkserhaltung über viele Jahre mitgestaltet hat. Seine fachliche Expertise und sein Einsatz für die Branche werden in Erinnerung bleiben.

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Mikrobielle Genügsamkeit: Neues Modell erklärt Leben im Grundwasser

03. August 2026 um 07:52

Wie können Mikroorganismen dauerhaft überleben, wenn Energie und Nährstoffe kaum verfügbar sind? Dieser Frage widmet sich eine neue Übersichtsarbeit von Forschenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der schwedischen Linnaeus Universität, die in der Fachzeitschrift Nature Microbiology erschienen ist. Darin stellen Prof. Dr. Kirsten Küsel und Prof. Dr. Mark Dopson das Konzept der „mikrobiellen Genügsamkeit“ (microbial frugality) vor. Das neue Rahmenkonzept beschreibt, wie Mikroorganismen unter den extrem energiearmen Bedingungen des Grundwassers bestehen und gleichzeitig wichtige Stoffkreisläufe aufrechterhalten.

In Grundwasserleitern, Gesteinsporen und tiefen Felsspalten existieren riesige mikrobielle Gemeinschaften – ohne Sonnenlicht, mit nur wenigen Nährstoffen und unter Bedingungen am energetischen Limit. Wie diese Organismen dennoch über lange Zeiträume überleben können, fassen Prof. Dr. Kirsten Küsel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sprecherin des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“, und Prof. Dr. Mark Dopson von der Linnaeus Universität in ihrer gemeinsamen Übersichtsarbeit zusammen.

Effiziente Strategien gegen Energiemangel

Im Mittelpunkt der Veröffentlichung steht das Konzept der „microbial frugality“, der mikrobiellen Genügsamkeit. Es beschreibt evolutionär entstandene Eigenschaften, mit denen Mikroorganismen ihren Energiebedarf auf ein Minimum reduzieren, vorhandene Ressourcen besonders effizient nutzen und auch unter dauerhaftem Energiemangel überleben können.

Für ihre Übersichtsarbeit werteten die Forschenden zahlreiche internationale Studien zu Grundwasserökosystemen aus und führten deren Ergebnisse in einem gemeinsamen konzeptionellen Rahmen zusammen. Dabei zeigte sich, dass Mikroorganismen weltweit vergleichbare Strategien entwickelt haben, um unter anhaltendem Energie- und Nährstoffmangel zu bestehen.

Überleben unter extremen Bedingungen

Viele Grundwasser-Mikroorganismen wachsen nur sehr langsam, können flexibel verschiedene Energiequellen nutzen oder gehen enge Stoffwechselpartnerschaften mit anderen Mikroorganismen ein. Zudem verbleiben sie in einem energiesparenden Bereitschaftszustand, der es ihnen ermöglicht, kurzfristig auf Nährstoffeinträge zu reagieren oder gespeicherte Energiereserven zu mobilisieren. Zusammengenommen erlauben diese Anpassungen ein dauerhaftes Leben unter Bedingungen, die lange Zeit als kaum bewohnbar galten.

„Grundwasser-Mikroorganismen leben dauerhaft am energetischen Limit“, erklärt Prof. Küsel. „Unsere Analyse zeigt, dass ihre evolutionären Anpassungen es ihnen ermöglichen, selbst unter chronischem Energiemangel über sehr lange Zeiträume aktiv zu bleiben. Dieses Prinzip beschreiben wir als mikrobielle Genügsamkeit.“

Relevanz für Wasserqualität und Klima

Die Bedeutung der Ergebnisse reicht weit über die Mikrobiologie hinaus. Grundwasser ist das größte Reservoir flüssigen Süßwassers der Erde und versorgt weltweit Milliarden Menschen mit Trinkwasser. Gleichzeitig beeinflussen die dort lebenden Mikroorganismen zentrale Stoffkreisläufe, indem sie Kohlenstoff binden, Methan abbauen und Umsetzungen von Stickstoff-, Schwefel- und Eisenverbindungen steuern. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur chemischen Stabilität von Grundwasserökosystemen und zur Regulierung klimarelevanter Gase.

Nach Einschätzung der Autoren bildet das neue Rahmenkonzept eine wichtige Grundlage, um die Rolle des Grundwassers in globalen Stoffkreisläufen, für die Wasserqualität und im Klimasystem künftig besser zu verstehen.

„Diese Mikroorganismen gehören zu den verborgensten, aber zugleich wichtigsten Akteuren der Erde“, sagt Küsel. „Wer die Zukunft unserer Grundwasserressourcen verstehen und schützen möchte, muss auch die Lebensgemeinschaften berücksichtigen, die tief im Untergrund unter dauerhaftem Energiemangel existieren.“


Originalpublikation: Kirsten Küsel, Mark Dopson, „Groundwater microbial communities across the terrestrial subsurface“, Nature Microbiology, 2026, DOI: 10.1038/s41564-026-02427-y

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Dezentrale Wasseraufbereitung für eine nachhaltige Zukunft

29. Juli 2026 um 07:56

Die Wiederverwendung von Wasser gewinnt angesichts zunehmender Wasserknappheit und der Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Im europäischen Forschungsprojekt DECIRE-WATER entwickeln internationale Partner unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) dezentrale Lösungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit sind mehrere Demonstrationsanlagen in Betrieb gegangen. Dort werden die Technologien nun unter realen Bedingungen getestet und weiter optimiert.

Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und steigende Anforderungen an die Wasser- und Abwasserinfrastruktur stellen viele Regionen vor neue Herausforderungen. Im Projekt DECIRE-WATER (Decentralized Solutions for a Circular and Efficient Water Management – from Demonstration to the Market) entwickeln Forschende dezentrale Aufbereitungssysteme für unterschiedliche Wasserströme. Ziel ist es, die Wiederverwendung von Wasser wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten sowie wertvolle Ressourcen wie Stickstoff und Phosphor zurückzugewinnen. Die Systeme können sowohl eigenständig als auch ergänzend zu bestehenden zentralen Infrastrukturen eingesetzt werden und eignen sich für Wohngebäude, Quartiere oder ganze Stadtgebiete.

Naturbasierte Verfahren kombiniert mit moderner Technik

Im Mittelpunkt stehen naturbasierte Lösungen wie bepflanzte Bodenfilter. In den mit Sand oder Kies gefüllten und mit Schilf oder anderen Pflanzen bewachsenen Becken bauen Mikroorganismen Schadstoffe ab und reinigen das Abwasser.

„Unser Ziel ist es, die Vorteile naturbasierter Verfahren mit technischen Lösungen zu kombinieren und die Wasseraufbereitung gezielt an unterschiedliche Anforderungen anzupassen“, sagt Dr. Verena Höckele, Abteilungsleiterin Wassertechnologie beim Projektträger Karlsruhe am KIT.

Abhängig vom Verschmutzungsgrad des Abwassers ergänzen technische Verfahren wie Membranbioreaktoren zur biologischen Reinigung oder UV-Anlagen zur Keimreduzierung die Aufbereitung. Digitale Technologien überwachen die Prozesse kontinuierlich, erkennen Risiken frühzeitig und unterstützen eine sichere sowie effiziente Abwasserbehandlung.

Modularer Container-Bodenfilter mit Rohrleitungssystem, Filtermedium und Schilfbepflanzung zur dezentralen Wasseraufbereitung. Quelle: S. Bauschatz, RPTU

Demonstrationsstandorte liefern Erkenntnisse für die Praxis

Die Leistungsfähigkeit der entwickelten Systeme wird unter der wissenschaftlichen Koordination der RPTU an sechs Demonstrationsstandorten in Europa und Südafrika untersucht. „Wir erproben modulare Systeme und digitale Technologien unter realen Praxisbedingungen. Das ist der Schlüssel für marktfähige Lösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch überzeugen und eine klimaresiliente Wasserwirtschaft unterstützen,“ ergänzt Professorin Heidrun Steinmetz, Leiterin des Fachgebiets Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung der RPTU.

In den kommenden zwei Projektjahren sollen die Technologien kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Praxistauglichkeit weiter verbessert werden. Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass die Systeme eine zuverlässige Wasserwiederverwendung ermöglichen. Dadurch kann selbst an Standorten mit schwankenden Zuflüssen dauerhaft sauberes Bewässerungswasser bereitgestellt werden.

Ganzheitlicher Blick auf die Wasserwirtschaft

Im Projekt arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kommunen und weitere Partner eng zusammen. Neben der Entwicklung neuer Technologien untersuchen sie auch wirtschaftliche, geografische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Wasserwiederverwendung. Lebenszyklusanalysen bewerten die ökologischen Auswirkungen der entwickelten Lösungen. Ergänzend fördern Workshops den Wissensaustausch, stärken die Akzeptanz der neuen Technologien und unterstützen deren spätere Umsetzung in der Praxis.

Weitere Informationen


Quelle: Vom Abwasser zur Ressource: Neue Wege für eine effiziente Wassernutzung

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Leitfaden für Photovoltaik auf Mooren

28. Juli 2026 um 07:46

Seit 2023 fördert die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Stromerzeugung auf wiedervernässten Moorböden, die zuvor landwirtschaftlich genutzt und dafür entwässert wurden. Um den aktuellen Wissensstand zur sogenannten Moor-Photovoltaik (Moor-PV) zusammenzufassen, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE gemeinsam mit dem Greifswald Moor Centrum, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Institut für Landwirtschaftsrecht der Georg-August-Universität Göttingen sowie der Kanzlei Becker Büttner Held Rechtsanwälte (BBH) eine neue Handreichung veröffentlicht.

Sie richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, Solarunternehmen, Behörden sowie weitere Interessierte und gibt einen Überblick über den Stand der Technik, rechtliche Rahmenbedingungen und bestehende Herausforderungen.

Orientierung für Planung und Betrieb

Die Handreichung beschreibt Moor-PV als die Nutzung degradierter Moorflächen zur Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen bei gleichzeitiger dauerhafter Wiedervernässung der Flächen. Neben technischen Grundlagen enthält sie praxisnahe Empfehlungen für Planung, Bau, Betrieb, Wartung und Rückbau entsprechender Anlagen. Darüber hinaus werden Potenziale der Technologie sowie rechtliche und technische Fragestellungen beleuchtet. Nach Angaben der Forschenden sind in Deutschland rund 70 Prozent der ursprünglich intakten Moore für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert worden. Dadurch entstehen erhebliche Treibhausgasemissionen.

»Aktuell sind rund 70 Prozent aller ehemals intakten Moore in Deutschland für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, sie verursachen knapp 7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands«, sagt Agnes Katharina Wilke, Projektleiterin des Forschungsvorhabens MoorPower am Fraunhofer ISE.

Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, sollen jährlich rund 50.000 Hektar degradierter Moorflächen wiedervernässt werden. Die Forschenden sehen in der Moor-PV die Möglichkeit, diese Entwicklung wirtschaftlich attraktiver zu gestalten. Zusätzliche Einnahmen aus der Stromerzeugung könnten landwirtschaftliche Betriebe und Flächeneigentümer bei der Wiedervernässung unterstützen und gleichzeitig den Flächendruck für den Ausbau der Photovoltaik verringern.

Die Handreichung für Moor-Photovoltaik gibt praxisnahe Empfehlungen für Planung, Umsetzung, Wartung und Rückbau der neuartigen Technologie. Quelle: Fraunhofer ISE

Naturschutz bleibt Voraussetzung

Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass sich die Technologie ausschließlich für bereits entwässerte und stark degradierte Moorflächen eignet. Naturschutzfachlich wertvolle Moore sollen weiterhin geschützt bleiben.

»Wichtig ist, für die Doppelnutzung aus Moorböden und Photovoltaik nur entwässerte und stark degradierte Flächen zu erschließen«, sagt PD Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrum und Wissenschaftlerin an der Universität Greifswald: »Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sollten ausgenommen sein.«

Das Potenzial bleibt dennoch groß: Allein in Mecklenburg-Vorpommern stehen auf degradierten, landwirtschaftlich genutzten Moorböden ohne naturschutzrechtliche Einschränkungen mehr als 85.000 Hektar für eine solche Nutzung zur Verfügung.

Moore als Kohlenstoffspeicher

Moore bestehen aus kohlenstoffreichen Torfböden und bedecken rund fünf Prozent der Landesfläche Deutschlands. Sie kommen vor allem in der norddeutschen Tiefebene und im Alpenvorland vor. Da nahezu alle Moore entwässert wurden, sind sie häufig kaum noch als solche erkennbar. Entwässerte Moorböden verursachen heute knapp sieben Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Intakte Moore hingegen speichern große Mengen Kohlenstoff und können zugleich einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten.


Quelle: Neue Handreichung zu Moor-PV: Photovoltaik- Systeme auf wiedervernässten Moorböden – Fraunhofer ISE

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Auszeichnung für KI-Lösung im Wassermanagement

27. Juli 2026 um 08:02

Der Wassertechnologiekonzern Wilo ist mit dem AI Innovation Award des KI Park e. V. ausgezeichnet worden. Prämiert wurde die Anwendung „Wilo Speaking Waters“, die künftig als Bestandteil der Wilo WATER AI Platform Betriebsdaten aus dem Wassermanagement analysiert und daraus Prognosen sowie konkrete Handlungsempfehlungen ableitet. Ziel ist es, Betreibern eine vorausschauende Betriebsführung zu ermöglichen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Wasserwirtschaft weiter voranzutreiben.

„Mit unserer Group Strategy ‚Pioneering WATER AI for You’ verschmelzen wir systematisch Wassertechnologie und Künstliche Intelligenz. Dass wir den AI Innovation Award für ‚Wilo Speaking Waters‘ erhalten, macht uns besonders stolz: Die KI-Lösung zeigt ganz deutlich, dass die Strategie greift – und wir Künstliche Intelligenz gezielt in unsere Produkte, Systeme und Lösungen integrieren“, ordnet Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group, die Auszeichnung ein.

Frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten

Mit „Wilo Speaking Waters“ erweitert Wilo seine WATER AI Platform um eine KI-gestützte Entscheidungsintelligenz. Die Anwendung analysiert kontinuierlich den Zustand von Wasser- und Abwassersystemen, erkennt Muster und identifiziert Auffälligkeiten wie Leckagen, Druckabweichungen oder Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig.

„Auf dieser Basis entstehen Prognosen, die Betreiber im operativen Betrieb und bei strategischen Entscheidungen unterstützen. So stärkt Wilo nachhaltig die Resilienz von Wasser- und Abwassersystemen“, sagt Peter Glauner, CEO von Wilo Europe.

Entwicklungspartnerschaft und Auszeichnung

Die technische Grundlage für „Wilo Speaking Waters“ entstand im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit dem KI-Spezialisten InstaDeep. Verliehen wurde der AI Innovation Award vom KI Park e. V. in Berlin.

Das Innovationsnetzwerk vereint Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen sowie Akteure aus Politik und Gesellschaft, um KI-Innovationen aus Deutschland und Europa zu fördern. Der erstmals vergebene AI Innovation Award würdigt branchenübergreifende Projekte und bewertet sie anhand der Kriterien Innovation, Impact und Perspektive.


Quelle: WILO

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Neue Leitungen für den Teltower Damm

24. Juli 2026 um 07:39

Die Berliner Wasserbetriebe modernisieren zwischen September 2026 und April 2031 die Ver- und Entsorgungsleitungen im Teltower Damm zwischen der Leo-Baeck-Straße und dem ehemaligen Friedhof Schönow. Auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern erfolgen die Arbeiten in sechs Bauabschnitten. In dieser Woche beginnt die Einrichtung der Baustelle, der eigentliche Baubeginn ist für den 27. Juli 2026 vorgesehen.

Im Zuge des Projekts werden rund 3.800 m Abwasserdruckleitungen mit einem Innendurchmesser von einem Meter, etwa 820 m Trinkwasserleitungen sowie rund 250 m Regenwasserkanal erneuert. Darüber hinaus nutzt die NBB die Baumaßnahme, um Gasleitungen auszutauschen. Um die Auswirkungen auf Anwohnende und Verkehr möglichst gering zu halten, werden die Arbeiten bis April 2031 räumlich und zeitlich gestaffelt von Nord nach Süd durchgeführt.

Verkehrskonzept mit Umleitungen

Das Verkehrskonzept wurde gemeinsam mit der Senatsverkehrsverwaltung, dem Bezirk und der BVG abgestimmt. Während aller Bauphasen bleibt die Fahrt auf dem Teltower Damm in Richtung Süd nach Nord – teilweise auf verschwenkter Fahrbahn – möglich. In der Gegenrichtung wird der Individualverkehr weiträumig über die Mühlenstraße, die Seehofstraße, den Dahlemer Weg und die Goerzallee umgeleitet. Für die Buslinien der BVG gelten kleinräumige Umleitungen.

Im Vorfeld wurden auf der Busumleitungsstrecke über die Leo-Baeck-Straße, Leuchtenburgstraße und den Nieritzweg bereits Fahrbahnen saniert sowie Mittelinseln zurückgebaut. Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe wird dort das Tempolimit inzwischen häufiger überschritten. Deshalb sollen zusätzliche Hinweisschilder auf die geltende Höchstgeschwindigkeit aufmerksam machen.

Start im Bereich Leo-Baeck- bis Laehrstraße

Der erste Bauabschnitt umfasst rund 400 m und erstreckt sich zwischen der Leo-Baeck-Straße und der Laehrstraße. Die Arbeiten in diesem Abschnitt sind von September 2026 bis August 2027 geplant. Bereits im Juli wird dort eine provisorische Trinkwasserleitung auf dem östlichen Gehweg verlegt, um die Versorgung während der Bauzeit sicherzustellen. Auf eine Verlegung im Erdreich wird verzichtet, damit die Baumwurzeln geschont werden. Zwölf Brücken gewährleisten weiterhin die Zufahrt zu den Grundstücken.

Da für die Erneuerung der verschiedenen Leitungen jeweils Arbeitsflächen, Interimsleitungen und Verkehrsraum benötigt werden, erfolgen die Arbeiten in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Zunächst wird auf der östlichen Fahrbahnseite gearbeitet, anschließend auf der westlichen und abschließend erneut auf der östlichen Seite. Der Verkehr wird entsprechend am jeweiligen Baufeld vorbeigeführt beziehungsweise in Gegenrichtung umgeleitet.

Die Erreichbarkeit für Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sowie für Einsatz- und Rettungskräfte bleibt während der gesamten Bauzeit gewährleistet.


Quelle: Berliner Wasserbetriebe

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Weber-Ingenieure GmbH baut Umweltgeschäft aus

22. Juli 2026 um 07:56

Weber-Ingenieure GmbH mit Hauptsitz in Pforzheim hat die Delta Umwelttechnik GmbH mit Sitz in Düsseldorf vollständig übernommen. Mit dem Erwerb erweitert das Ingenieurunternehmen sein Leistungsportfolio im Bereich der Umwelt- und Ingenieurdienstleistungen. Delta Umwelttechnik wird künftig als eigenständiges Tochterunternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe geführt.

Mit der Übernahme verfolgt Weber-Ingenieure das Ziel, die Kompetenzen beider Unternehmen zu bündeln und das Angebot an Planungs-, Beratungs- und Ingenieurleistungen auszubauen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe gestärkt werden.

„Mit der Übernahme der Delta Umwelttechnik verfolgen wir einen langfristigen, auf Wachstum ausgerichteten Ansatz, der unser bestehendes Produktportfolio sinnvoll ergänzt und stärkt“, erläutert Dr. Christian Mauer, Geschäftsführer der Weber-Ingenieure GmbH. „Besonders wichtig ist uns dabei, dass Delta Umwelttechnik auch künftig ihren etablierten Kundenstamm in der gewohnten Qualität betreuen kann. Gleichzeitig wollen wir die Potenziale einer engeren Zusammenarbeit nutzen, um dauerhaft eine starke und wettbewerbsfähige Einheit im Markt der Ingenieurbüros zu schaffen.“

Eigenständigkeit bleibt erhalten

Für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeitende der Delta Umwelttechnik soll sich durch die Übernahme zunächst nichts ändern. Das Unternehmen bleibt als eigenständige Gesellschaft bestehen. Auch die bestehende Organisationsstruktur, die personelle Besetzung und die Unternehmenskultur sollen unverändert fortgeführt werden. Personelle Veränderungen sind nach Unternehmensangaben nicht vorgesehen.

Marco Becker bleibt Geschäftsführer der Delta Umwelttechnik GmbH. Zusätzlich wird künftig auch Dr. Christian Mauer in die Geschäftsführung berufen. Die bisherigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bleiben weiterhin für Kunden und Geschäftspartner zuständig.

Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe

Nach Angaben von Weber-Ingenieure eröffnet der Zusammenschluss den Mitarbeitenden der Delta Umwelttechnik zusätzliche Möglichkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe. Dazu gehören unter anderem:

  • die Beibehaltung einer mittelständisch geprägten und familiengeführten Unternehmenskultur,
  • der fachliche Austausch über standortübergreifende Kompetenzgruppen,
  • die Zusammenarbeit bei Angebotsverfahren und Referenzanfragen,
  • die gegenseitige Unterstützung bei Kapazitätsengpässen und hoher Auslastung,
  • gemeinsame Maßnahmen zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.

Darüber hinaus verfolgt Weber-Ingenieure das Ziel, die Zusammenarbeit der Unternehmen innerhalb der Gruppe weiter auszubauen und vorhandene Kompetenzen stärker miteinander zu vernetzen.

„Der Erfolg einer solchen Übernahme hängt entscheidend von den Menschen ab. Deshalb legen wir besonderen Wert auf eine Kommunikation, die von Wertschätzung, Vertrauen und Transparenz geprägt ist“, betont Jan Weber, Geschäftsführer der Weber-Ingenieure GmbH. „Ein wichtiges Signal ist für uns, dass funktionierende Strukturen erhalten bleiben und gezielt gefördert werden. Genau diesen Weg werden wir gemeinsam mit Delta Umwelttechnik gehen.“

Auch Marco Becker begrüßt den Zusammenschluss: „Die Partnerschaft mit WEBER-Ingenieure eröffnet unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitenden und unseren Kunden eine langfristige Perspektive weiterer Zusammenarbeit. Gleichzeitig bleiben die Verlässlichkeit, die persönliche Betreuung und die Identität von Delta Umwelttechnik erhalten. Das schafft eine ausgezeichnete Grundlage für die gemeinsame Zukunft.“

Mit der Übernahme erweitert Weber-Ingenieure seine Präsenz auf dem deutschen Markt und stärkt nach eigenen Angaben seine Position im Bereich der Infrastruktur-, Umwelt- und Entwicklungsprojekte.


Quelle: Weber-Ingenieure GmbH

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Pluvion erweitert Seed-Finanzierung

21. Juli 2026 um 12:24

Die Pluvion GmbH hat ihr Second Closing erfolgreich abgeschlossen und erweitert ihre Seed-Finanzierungsrunde um die Investoren TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest. Mit dem zusätzlichen Kapital will das Freiburger Water-Tech-Unternehmen die internationale Skalierung seiner KI-Plattform WATER+ vorantreiben und eine White-Label-Lösung für Ingenieurbüros entwickeln.

Die Pluvion GmbH, Anbieter KI-gestützter Softwarelösungen für die Wasserwirtschaft, hat den erfolgreichen Abschluss ihres Second Closings bekannt gegeben. Mit TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest gewinnt das Freiburger Unternehmen zwei weitere Investoren. Das zusätzliche Investment im mittleren sechsstelligen Bereich ergänzt die Ende 2025 von Enpulse Ventures angeführte Seed-Finanzierungsrunde und soll die nächste Wachstumsphase des Unternehmens unterstützen.

Seit dem Einstieg von Enpulse Ventures Ende 2025 hat Pluvion seine KI-Plattform WATER+ weiterentwickelt. Nach Unternehmensangaben wird die Lösung inzwischen von kommunalen Netzbetreibern genutzt und über ein wachsendes Partnernetzwerk in mehreren europäischen Märkten angeboten. Die zusätzlichen Mittel sollen insbesondere in die Entwicklung einer White-Label-Plattform für Ingenieurbüros sowie in die internationale Expansion fließen.

White-Label-Plattform ergänzt bestehendes Geschäftsmodell

Ein Teil des Kapitals wird für die Entwicklung einer eigenständigen White-Label-Plattform für Ingenieurbüros eingesetzt. Bislang setzt Pluvion vor allem auf Partnerschaften mit Softwareanbietern, Sensorherstellern und Systemintegratoren. Mit der neuen Plattform erweitert das Unternehmen diesen Ansatz um einen zusätzlichen Vertriebsweg.

Ingenieurbüros übernehmen bei der Planung, Bewertung und Umsetzung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig verfügen viele Unternehmen nicht über eigene digitale Plattformen oder Entwicklungskapazitäten, um KI-Anwendungen selbst bereitzustellen. Die geplante White-Label-Plattform soll Ingenieurbüros ermöglichen, die Analysefunktionen von WATER+ in ihren Projekten einzusetzen und ihren Auftraggebern unter eigener Marke anzubieten. Parallel dazu bleibt das bestehende API-First-Modell erhalten, sodass Technologiepartner die Software weiterhin direkt in ihre Systeme integrieren können.

Digitalisierung der Wasserwirtschaft unterstützen

Kommunale Betreiber stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Alternde Kanalnetze, häufigere Starkregenereignisse, steigende Betriebskosten und begrenzte personelle Ressourcen erschweren den Betrieb und die langfristige Planung. Gleichzeitig fehlen häufig belastbare Datengrundlagen, um Investitionen gezielt zu priorisieren.

Nach Angaben des Unternehmens analysiert die SaaS-Plattform WATER+ kontinuierlich Messdaten aus Kanalnetzen und unterstützt Betreiber dabei, Fremdwassereinträge, Überlastungen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen datenbasiert zu priorisieren.

Stimmen zum Second Closing

„Uns hat insbesondere die Skalierungsstrategie von Pluvion überzeugt. Das Unternehmen adressiert nicht nur Betreiber kritischer Wasserinfrastrukturen, sondern baut mit der neuen White-Label-Plattform einen zusätzlichen Zugang zu Ingenieurbüros auf. Diese Multiplikatoren begleiten Investitionsentscheidungen häufig über viele Jahre hinweg und besitzen erheblichen Einfluss auf die Digitalisierung der Wasserwirtschaft. Wir sehen hier das Potenzial für ein hochskalierbares Plattformmodell mit messbarer ökologischer Wirkung.“– Martin Siehler, TWIP Impact Ventures

„Pluvion verbindet technologische Exzellenz mit einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen kommunaler Infrastrukturen. Besonders beeindruckt hat uns die klare Go-to-Market-Strategie über Partner und Ingenieurbüros. Baden-Württemberg verfügt über eine starke Wasserwirtschaft, zahlreiche Ingenieurbüros und innovative Kommunen. Wir freuen uns darauf, Pluvion beim weiteren Marktausbau zu unterstützen und unser Netzwerk gezielt einzubringen.“ – Thomas Scheuerle, BadenCampus Invest

„Mit TWIP Impact Ventures und BadenCampus Invest gewinnen wir nicht nur Kapital, sondern zwei Partner mit komplementären Stärken. Gemeinsam wollen wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen und WATER+ für eine deutlich größere Nutzergruppe zugänglich machen. Unsere API-Strategie bleibt ein zentraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Mit der neuen White-Label-Plattform schaffen wir zusätzlich einen direkten Zugang zu Ingenieurbüros, die vielerorts die Digitalisierung der Wasserwirtschaft aktiv gestalten und entscheidend beeinflussen. Dadurch können wir unsere Technologie deutlich schneller und breiter in den Markt bringen.“– Phillip Grimm, Gründer und CEO der Pluvion GmbH


Quelle: Pluvion GmbH

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Tauchmotorpumpen halten Berliner Großbaustelle trocken

21. Juli 2026 um 07:39

Beim Neubau eines rund 30 Meter tiefen Regenüberlaufbeckens in Berlin spielt die Baustellenentwässerung eine zentrale Rolle. Während der gesamten Bauzeit müssen Grund-, Schichten- und Oberflächenwasser kontinuierlich abgeführt werden, um den Baufortschritt sicherzustellen. Für diese Aufgabe setzt der ausführende Baupartner auf Tauchmotorpumpen der LH-Serie von Tsurumi, geliefert und betreut von Biergans aus Duisburg.

Das Bauwerk entsteht hinter dem Abwasserpumpwerk Berlin IV an der Chausseestraße und ist das größte Einzelprojekt im Stauraumprogramm der Berliner Wasserbetriebe. Mit einem Speichervolumen von 16.750 m³ – rund 17 Millionen Litern – soll das unterirdische Becken künftig Mischwasser bei Starkregen zwischenspeichern und so die Kanalisation sowie die Spree entlasten. Es bildet den Abschluss eines Programms, mit dem in Berlin insgesamt mehr als 300.000 m³ zusätzliche Stauraumkapazität geschaffen werden.

Zuverlässige Wasserhaltung während der Bauphase

Seit Beginn der Bauarbeiten übernehmen Tsurumi-Tauchmotorpumpen der Serie LH-W die Wasserhaltung in den Pumpensümpfen. Zunächst kam das Modell LH23.0W zum Einsatz. Mit zunehmender Bautiefe und veränderten hydraulischen Anforderungen wurde die Anlage durch die leistungsstärkere LH25.5W ergänzt. Nach Angaben von Tsurumi arbeiten die Aggregate inzwischen seit rund 18 Monaten nahezu verschleiß- und wartungsfrei.

Beide Modelle gehören zu den kleineren Vertretern der Serie. Das leistungsstärkste Modell fördert bis zu 2.000 l/min und erreicht eine maximale Förderhöhe von 216 Metern. Die Pumpen wurden speziell für anspruchsvolle Wasserhaltungsaufgaben mit hohen Förderhöhen entwickelt. Verschleißfeste Werkstoffe, doppelte Gleitringdichtungen im Ölbad und eine robuste Graugusskonstruktion gewährleisten auch unter rauen Baustellenbedingungen einen zuverlässigen Dauerbetrieb.

„Eine dauerhaft funktionierende Wasserhaltung ist die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Bauablauf. Gerade bei tiefen Baugruben müssen sich Planer und Bauunternehmen jederzeit auf die eingesetzte Technik verlassen können. Dass unsere LH-W hier über viele Monate ausfallsicher arbeitet, bestätigt ihre Auslegung für anspruchsvolle Baustelleneinsätze“, unterstreicht Daniel Weippert, Geschäftsführer von Tsurumi-Europe in Düsseldorf.

Weitere Pumpentechnik für die Inbetriebnahme

Mit der Fertigstellung des Bauwerks beginnt bereits die nächste Projektphase. Die bevorstehende Testflutung und anschließende Entleerung des Regenüberlaufbeckens erfolgt ebenfalls mit Pumpentechnik von Tsurumi. Dafür stehen bereits zwei Schlammpumpen des Typs GPN622 mit Schutzkäfigen bereit. Dank integriertem Rührwerk eignen sie sich besonders für stark sand- und schlammhaltige Medien.


Quelle: Tsurumi Pressestelle

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Was ein Gartenpool für die Trinkwasserversorgung bedeutet

20. Juli 2026 um 12:21

Ein durchschnittlicher Aufstellpool mit 3,66 Metern Durchmesser fasst rund 6.500 Liter Wasser. Das entspricht mehr als dem 52-fachen des durchschnittlichen täglichen Trinkwassergebrauchs einer Person in Deutschland. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Trinkwassergebrauch pro Person und Tag bei 123 Litern. Seit 1990 ist dieser Wert um rund 16 Prozent gesunken – damals waren es noch durchschnittlich 147 Liter pro Person und Tag.

Hitzetage lassen den Wasserbedarf steigen

An heißen Sommertagen kann die Trinkwassernachfrage jedoch deutlich zunehmen. Bei großer Hitze steigt der Bedarf der Haushalte um bis zu 60 Prozent. Gärten werden bewässert, häufiger geduscht und immer mehr private Pools mit mehreren Tausend Litern Wasser befüllt.

„Der häufigste Grund für technische Engpässe in der Trinkwasserversorgung war in den vergangenen Sommern nicht Wassermangel, sondern, dass an heißen Sommertagen zu viel Wasser auf einmal angefordert wird“, erklärt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser. „Das kann die Systeme überfordern, deren Pumpleistung, Aufbereitungs- oder Leitungs- und Hochbehälterkapazitäten auf einen niedrigeren Bedarf zugeschnitten sind. Können diese Systeme nicht mehr genügend Wasser pro Zeiteinheit weiterleiten, müssen Gemeinden kurzfristig Gartenbewässerung und Poolbefüllungen untersagen. Das gibt den Speichern Zeit, sich wieder zu füllen und die Trinkwasserversorgung zu sichern. Denn die hat absolute Priorität.“

Nach Angaben des BDEW sind die Kapazitäten in den allermeisten Regionen auch während Hitzeperioden ausreichend. Dennoch könne es sinnvoll sein, das Versorgungssystem zu entlasten – etwa indem Gärten nicht während der Mittagshitze bewässert oder Swimmingpools nicht zu den Hauptverbrauchszeiten am Vormittag oder frühen Abend befüllt werden.

Klimawandel erhöht den Anpassungsdruck

„Der Klimawandel schreitet voran und seine Folgen machen sich immer deutlicher bemerkbar. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, mit den Trinkwasserressourcen sorgsam umzugehen. Dies ist auch eine Herausforderung für die Wasserversorgung. Zwar haben wir in Deutschland grundsätzlich ausreichend Wasserressourcen, um den menschlichen Bedarf mit Trinkwasser zu decken, aber diese Ressourcen sind in Deutschland ungleichmäßig verteilt. Der Klimawandel macht eine stärkere Anpassung der Verhaltensweisen und Infrastrukturen erforderlich“, sagt Weyand.

„Um die Versorgung auch künftig sicherzustellen, sind unter anderem weitere Investitionen in die Wasserinfrastruktur, den Ausbau regionaler Verbundsysteme sowie ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit Wasser erforderlich. Deshalb muss die Wasserwirtschaft von den Infrastrukturfördermitteln des Bundes profitieren. Wir müssen heute die richtigen Investitionsentscheidungen treffen, um auch morgen eine sichere und qualitativ hochwertige Wasserversorgung gewährleisten zu können.“

Die Ausgabe 7/8 der gwf Wasser/Abwasser stellt das Thema Trinkwasser in den Mittelpunkt und beleuchtet unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung. Sie erscheint am 21.08.2026.


Quelle: bdew

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Wie Moore Wasser in der Landschaft halten

20. Juli 2026 um 07:19

Moore erfüllen wichtige Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt – vorausgesetzt, sie sind nass. Doch die Wiedervernässung scheitert in der Praxis häufig an langwierigen Genehmigungsverfahren, unterschiedlichen Vorgaben der Behörden oder komplizierten Eigentumsverhältnissen. Um die Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen zu erleichtern, hat das DBU Naturerbe im Modellprojekt „NaturErbeKlima“ einen Handlungsleitfaden für Naturschutzgebiete veröffentlicht.

Wiedervernässung als Beitrag zum Klimaschutz

Hitze, Dürre und Starkregen zeigen bereits heute, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) setzt sich deshalb seit Langem dafür ein, die Wiedervernässung von Mooren, Auen und anderen Feuchtlebensräumen voranzutreiben. Solche Ökosysteme können klimaschädliche Kohlenstoffdioxid-Emissionen reduzieren, Wasser zurückhalten und dadurch sowohl den Hochwasserschutz verbessern als auch Schäden für Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen verringern. Der nun veröffentlichte Leitfaden des DBU Naturerbes soll die Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen auf Naturschutzflächen unterstützen.

Coverbild Leitfaden zur Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen auf Naturschutzflächen / Quelle: DBU

Moore erfüllen mehrere wichtige Funktionen

Ursprünglich bedeckten Moore in Deutschland rund 1,8 Millionen Hektar. Heute sind infolge der Entwässerung für die landwirtschaftliche Nutzung mehr als 90 Prozent dieser Flächen trockengelegt.

Die Folgen sind erheblich: „Bundesweit verursachen die trockenen Moore sieben Prozent der klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe.

Dabei handele es sich um wertvolle Ökosysteme: „Nasse Moore sind zugleich Kohlenstoffsenken, Wasserspeicher und Garant für Lebensvielfalt“, so Belting.

Der im Modellprojekt „NaturErbeKlima“ entwickelte Leitfaden solle die Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts auf Naturschutzflächen erleichtern. Er richte sich insbesondere an Akteurinnen und Akteure im Naturschutz, die Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes in ihr Flächenmanagement integrieren möchten. Erfahrungen aus dem Projekt zeigten, dass alle, die erstmals mit einer Moorschutzplanung befasst seien, unweigerlich auf Herausforderungen stießen, sagte Dr. Charlotte Seifert, Projektkoordinatorin im DBU Naturerbe. Der Leitfaden zeige auf, wie sich diese meistern ließen.

Herausforderungen bei Planung und Genehmigung

Bei der Wiedervernässung spielen häufig komplexe Zuständigkeiten und rechtliche Vorgaben eine Rolle.

„Das Durchlaufen von Genehmigungsverfahren und die Klärung von Eigentumsverhältnissen gehören zu den größten Herausforderungen bei den Planungen“, sagt Lukas Stoot, Projektkoordinator im DBU Naturerbe.

Der Leitfaden biete hierfür Orientierung und eine strukturierte Übersicht.

Auch die Abstimmung mit den zuständigen Behörden sei entscheidend. Stoot nennt als Beispiel die Wasserrahmenrichtlinie: „Eine Rolle bei Wiedervernässungen spielt etwa die Wasserrahmenrichtlinie, die besagt, dass Fließgewässer für Fische und andere Lebewesen durchgängig sein müssen.“

Gleichzeitig erfordere eine Moorwiedervernässung oft das Verschließen wasserabführender Gräben. „Um Wasser in der Landschaft zu halten, müssen wasserabführende Gräben verschlossen werden. Herausfordernd wird es dann, wenn diese als Fließgewässer eingestuft wurden und somit laut Richtlinie durchgängig bleiben müssen.“ Zuständig seien dafür – je nach Bundesland – kommunale, regionale oder Landeswasserbehörden.

Trotz solcher Zielkonflikte überwögen nach Angaben von Stoot häufig die gemeinsamen Vorteile. Auf den meisten Flächen ergäben sich Synergien. Voraussetzung seien eine integrierte wasserwirtschaftliche Planung und eine sorgfältige fachliche Abwägung, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu erhöhen.

Modellprojekt liefert Erfahrungen für die Praxis

Eine erfolgreiche Wiedervernässung komme nicht nur der Natur zugute, sondern auch den Menschen.

„Intakte und wiedervernässte Moore helfen nicht nur, klimabedingte Extremereignisse abzumildern, sondern stabilisieren auch die Wasserverfügbarkeit ganzer Regionen“, sagt Seifert. Das gelinge, indem sie Wasser speichern, Verdunstungskühlung fördern sowie als natürliche Puffer gegenüber Hochwasser und Dürre wirken.

Die Machbarkeitsstudie „NaturErbeKlima“ startete vor zwei Jahren. Als eines der ersten Modellprojekte im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) wird sie bis September durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit rund 2,2 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.

„Wir haben auf 15 ausgewählten DBU-Naturerbeflächen in sieben Bundesländern im Sinne des natürlichen Klimaschutzes Maßnahmen geplant“, sagt Seifert.

Zum DBU Naturerbe gehören 66 Flächen des Nationalen Naturerbes mit insgesamt 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Im Mittelpunkt standen insbesondere Vernässungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen von Mooren, Feuchtlebensräumen und Auen. Darüber hinaus umfassten die Planungen die Entwicklung von Wald und Wildnis sowie ein praxisorientiertes Monitoringkonzept.

Auf der rund 9.600 Hektar großen DBU-Naturerbefläche Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. „Mit über 100 gesetzten Grabenplomben, etwa 15 verschlossenen Durchlassrohren und der Verfüllung eines Grabenabschnitts auf über 100 Meter wird das Wasser nicht mehr abgeleitet, sondern in der Fläche gehalten“, sagt Seifert. Weitere Arbeiten sollen dort noch folgen. Die Erfahrungen aus dem Modellprojekt flossen in den jetzt veröffentlichten Handlungsleitfaden ein.


Quelle: Wie Moore wieder nass werden

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